file which includes the original illustration4 ,see #dddgd-;h4htm or #dddgd-;h4zip3 7https3_/_/www4gutenberg4org_/cache_/epu b_/#dddgd_/pg#dddgd-;images4html7 or 7https3_/_/www4gutenberg4org_/files_/#dd dgd_/dddgd-;h4zip7 ,anmerkung zur ,transkription3 ,symbole fr ,schriftarten3 ,antiqua 3 gesperrt 3 fett ,illustration3 ,nach einem ,delvauxschen ,stich der ,bste von ,houdon4 ,aus ,natur und ,geisteswelt ,sammlung wissenschaftlich-gemeinverstndlicher ,darstellungen #ahj4 ,bndchen ,,rousseau ,von ,,prof4 ,,dr4 ,,paul ,,hensel in ,erlangen ,zweite ,auflage ,mit einem ,bildnisse ,rousseaus ,druck und ,verlag von ,b4 ,g4 ,teubner in ,leipzig #aiab ,copyright #aiab by ,b4 ,g4 ,teubner in ,leipzig4 ,alle ,rechte1 einschlielich des bersetzungsrechts1 vorbehalten4 ,eugen ,khnemann gewidmet ,vorwort zu ersten ,auflage4 ,es war meine ,absicht1 in diesem ,buch nur eine ,darstellung von ,rousseaus ,gedanken zu geben1 und auch hierbei nur diejenigen zu bercksichtigen1 die fr die mit ,rousseau einsetzende ,bewegung wertvoll gewesen sind4 ,eine allseitige ,darstellung von ,rousseaus ,denkarbeit bietet das mustergltige ,werk von ,brockerhoff3 ,j4 ,j4 ,rousseau1 sein ,leben und seine ,werke4 #c ,bde4 ,leipzig #ahfc-ahgd1 das1 in einzelnen ,teilen veraltet1 doch noch immer die beste ,gesamtdarstellung ,rousseaus ist4 ,von anderen ,darstellungen seien genannt3 ,mbius in ,ausgewhlte ,werke ,i1 ,leipzig #aijc2 ,hffding1 ,rousseau und seine ,philosophie1 ,stuttgart #ahig4 ,morleys ,rousseau ist in den wichtigsten ,gesichtspunkten veraltet1 aus ,jules ,lematres vielbesprochenem ,buche ber ,rousseau vermochte ich nichts zu lernen4 ,von ,spezialarbeiten ber ,rousseau1 denen ich zu ,dank verpflichtet bin1 seien genannt3 ,fester1 ,rousseau und die deutsche ,geschichtsphilosophie1 ,stuttgart #ahij2 ,haymann1 ,j4 ,j4 ,rousseaus ,sozialphilosophie1 ,leipzig #ahih2 ,liepmann3 ,rechtsphilosophie des ,j4 ,j4 ,rousseau1 ,berlin #ahih2 ,gierke3 ,althusius2 ,stammler3 ,die ,lehre vom richtigen ,recht1 ,berlin #aijb2 ,erich ,schmidt3 ,richardson1 ,rousseau und ,goethe1 ferner die ganz vorzglichen ,arbeiten von ,jansen3 ,j4 ,j4 ,rousseau als ,botaniker und ,j4 ,j4 ,rousseau als ,musiker1 ,berlin #ahhe1 sowie ,texte1 ,j4 ,j4 ,rousseau et les origines du cosmopolitisme littraire1 ,paris #ahie und die schnen ,aufstze von ,ste4 ,beuve in den ,causeries de ,lundi4 ,von einer ausfhrlichen ,darstellung der ,lebensschicksale ,rousseaus glaubte ich mich bei der ,aufgabe1 die ich mir gestellt1 fr dispensiert halten zu knnen4 ,rousseau wie ,goethe haben eine ,biographie ber sich unmglich gemacht1 indem sie sie selbst schrieben4 ,so wie sie die ,ereignisse ihres ,lebens dargestellt haben1 so werden sie in der ,erinnerung der ,nachwelt weiter leben1 gleichgltig1 ob der ,bericht in ,einzelheiten auf ,wahrheit beruht oder nicht4 ,sesenheim wird niemals ,sessenheim werden1 ,wintzenried nie ein ,ehrenmann4 ,fr diejenigen ,leser1 die orientiert sein wollen1 habe ich eine synchronistische ,tabelle ber ,leben und ,schriften ,rousseaus beigefgt2 die eingeklammerten ,zahlen beziehen sich auf die ,seiten dieses ,buches4 ,erlangen1 #bd4 ,juni #aijg4 ,dr4 ,paul ,hensel4 ,vorwort zu zweiten ,auflage4 ,ich freue mich des ,zufalls1 da diese zweite ,auflage im ,jahre der zweihundertsten ,wiederkehr von ,rousseaus ,geburtstag erscheint4 ,gibt doch die rege ,teilnahme1 die ,deutschland an diesem ,gedenktag nimmt1 die beste ,gewhr dafr1 da wir uns der ,bedeutung ,rousseaus fr unser ,geistesleben dauernd bewut geblieben sind4 ,ich wrde mich freuen1 wenn diese ,schrift auch ihren ,teil dazu beitragen knnte1 dies ,bewutsein rege zu erhalten4 ,bis auf einige kleine ,nachbesserungen habe ich keine ,veranlassung gehabt1 ,vernderungen vorzunehmen4 ,erlangen1 #aj4 ,juni #aiab4 ,dr4 ,paul ,hensel4 ,inhaltsverzeichnis4 ,seite ,erstes ,kapitel3 ,der ,mensch #a ,zweites ,die ,geschichtsphilosophie #ac ,drittes ,die ,rechtsphilosophie #bg ,viertes ,erziehungslehre #di ,fnftes ,die ,nouvelle ,hlose #fi ,sechstes ,religionsphilosophie #hj ,synchronistische ,tabelle #ig ,erstes ,kapitel4 ,der ,mensch4 ,kenntlich genug heben sich zwei ,typen unter den groen ,geistern in ,wissenschaft und ,literatur voneinander ab3 die groen ,beginner und die groen ,vollender4 ,es sind die letzteren1 die man im eigentlichen ,sinne des ,wortes als klassisch bezeichnen kann4 ,ihnen ist es gegeben1 jede ,regung1 welche sich in der vor ihnen liegenden ,epoche zur ,geltung gebracht hatte1 mit vollendeter ,klarheit zusammenzufassen und auszusprechen1 ihr ,stil verrt die ,sicherheit und ,schrfe des zu sich selbst gekommenen ,bewutseins1 sie bringen das auf die einfachste1 sinnreichste ,formel1 sprechen das mit vollendetem ,schwung aus1 was die ,herzen der ,besten der ,mitlebenden erfllt4 ,was sie geben1 kann nicht mehr berboten werden1 sie sind der ,zeitgeist in ,menschengestalt1 und deshalb werden ihre ,werke auch dauern1 wenn die ,menschheit schon lngst zu anderen ,zielen vordringt2 denn in diesen ,werken spricht sich eine lange ,entwickelung bedeutsam aus4 ,sie stehen jenseits von wahr und falsch1 sie sind klassische ,kunstwerke4 ,so hat ,voltaire geschrieben2 mit ,recht galt er den ,besten seiner ,zeit als das unerreichte ,muster des philosophischen ,denkens1 der poetischen ,darstellung1 der treffenden ,satire4 ,er sagte das1 was jeder seiner ,leser zu sagen sich sehnte1 aber er sagte es so1 wie sie es niemals vermocht htten4 ,in ihm kulminiert die ganze ,geistesrichtung1 die wir als die ,zeit der ,aufklrung bezeichnen2 sie kulminiert in ihm1 aber sie erschpft sich auch in ihm4 ,da erblicken wir neben ,voltaire einen ,mann ganz anderen ,schlages1 dem es nicht darauf ankommt1 die ,bestrebungen seiner ,zeit in klarsten und reinlichsten ,umrissen festzuhalten1 einen ,mann1 der eine andere ,welt1 eine neue ,zeit1 die nur er ahnt1 im ,busen trgt und der sich nun bemht1 diese ,flle der ,gesichte der ,mitwelt zu knden1 dessen ,sprache1 bald pathetisch1 bald ermahnend und scheltend1 mitunter einen fast grotesken ,eindruck macht1 der den ,mitlebenden nicht als ein ,heros erscheint1 sondern als eine ,mischung von ,narrheit1 ,fanatismus und ,paradoxie3 dieser ,mann ist ,rousseau4 ,knnen wir ,voltaire mit der ,sonne im ,zenith vergleichen1 der mit siegender ,klarheit berallhin ihre ,strahlen versendet1 vor deren ,glanz sich die lichtscheuen ,tiere in ihre ,hhlen verkriechen1 so erscheint uns ,rousseau wie ein ,gestirn im ,aufgang1 dunkleren ,scheines1 dessen ,strahlen mit ,nebeln und ,schwaden zu ringen haben1 das sich zur ,klarheit noch nicht durchgekmpft1 nicht durchgerungen hat4 ,wie ,macaulay ,carlyle1 wie ,lessing ,kant1 so tritt ,voltaire ,rousseau gegenber2 neben der ,zeit1 die sich ganz selber begriffen hat und nun froh des ,erreichten zur ,rste gehen will1 tritt die junge1 die kommende ,zeit1 unklar ber sich und ber ihr ,schicksal1 aber von dem dunkeln ,drange beseelt1 ihren ,weg zu wagen auf alle ,gefahr4 ,nach ,voltaire konnte kein ,grerer mehr kommen1 sein ,name gilt noch heute als ,feldgeschrei hben und drben1 er ist der abschlieende ,geist4 ,rousseau weist dauernd hinaus in die unbekannte ,zukunft1 hin auf die groen ,mnner1 denen er die ,wege ebnen sollte4 ,daher sind auch seine ,schriften so voll von ,unklarheiten1 von ,widersprchen1 von ,halbheiten auf der einen1 von bertreibungen auf der anderen ,seite4 ,das ruhige ,gleichma1 welches die ,seele in ,voltaires ,schriften findet1 vermgen ,rousseaus ,gedanken nicht zu geben4 ,aber wir erleben bei ihm das erste ,aufdmmern des ,tages1 in dem unsere ,arbeit wie unser ,leben verluft4 ,verfolgen wir das ,beste1 was wir in unserem ,leben finden1 in die ,vergangenheit1 so stoen wir auf den ,namen ,rousseaus4 ,um das ,werk ,rousseaus zu verstehen1 ist es nicht notwendig1 jeden einzelnen ,vorgang seines reichbewegten ,lebens zu kennen1 wohl aber ist es gerade bei ihm unerllich1 zu wissen1 wie er ,leben und ,menschen ansah4 ,seine ,werke sind nichts anderes1 als die ,folgerungen aus seiner ,stellung zu den ,lebenswerten1 und daher mu man diese ,stellungnahme kennen lernen1 will man die ,werke nicht nur uerlich beurteilen1 sondern verstehen4 ,die wichtigste ,hilfe hierfr hat uns ,rousseau selber in seinen ,confessions gegeben4 ,dies merkwrdige ,buch1 das erst nach dem ,tode des ,verfassers im ,druck erschien1 ist1 nachdem der erste ,enthusiasmus1 den es erregte1 verrauscht war1 in seinem biographischen ,wert vielfach angezweifelt worden1 aber mit ,unrecht4 ,immer wieder erneute ,nachprfungen haben ergeben1 da ,rousseau hier nicht nur die objektive ,wahrheit ber sein ,leben geben wollte1 wie die ersten ,worte seines ,buches es aussprechen1 sondern1 da er sehr wohl auch subjektiv in der ,lage war1 es zu knnen4 ,namentlich ist jedes ,erlebnis1 das mit einem ,gefhl in seiner ,seele verbunden war1 mit erstaunlicher ,sicherheit im ,gedchtnis festgehalten und tritt mit der ganzen ,frische des unmittelbaren ,geschehens vor den ,leser hin4 ,es ist kein ,zufall1 da die ,kindheitserinnerungen einen breiten ,raum in den ,confessions einnehmen4 ,das ,leben des ,kindes ist viel mehr ,gefhl als das des ,erwachsenen1 und ,rousseau konnte daher seine ,kinderzeit sich ungleich lebhafter vergegenwrtigen1 als es der ,durchschnittsmensch vermag1 der die ,gefhle ebenso schnell vergit1 wie er sie intensiv durchlebt4 ,vor allem tritt uns hier die ,liebe zur ,heimat entgegen2 wir mssen uns hten1 dies ,gefhl erst als nachtrglich entstanden und dann in die ,erlebnisse der ,kindheit zurckprojiziert zu verstehen4 ,es war in dem damaligen ,genf1 das eingeklemmt zwischen ,frankreich und ,savoyen1 einen bestndigen ,kampf um seine ,freiheit und seinen ,glauben fhren mute1 ein starker ,patriotismus vorhanden1 vergleichbar dem ,verhltnis des antiken ,vollbrgers zu seinem ,stadtstaat4 ,aus dem ,plutarch1 der dem bestndig lesenden ,knaben schon frh in die ,hnde fiel und in der vorzglichen ,amyotschen bersetzung bis in seine letzten ,tage sein ,lieblingsbuch blieb1 lernte er1 dies ,gefhl zu idealisieren4 ,es war sein ,stolz und seine ,freude1 als er spterhin mit seiner ,heimatstadt sich wieder ausgeshnt hatte1 das citoyen de ,genve auf das ,titelblatt seines ,hauptwerks setzen zu knnen4 ,kein ,ereignis hat so tiefen ,eindruck auf den reizbaren ,mann gemacht1 als die ,verfolgung1 die von der ,regierung seines geliebten ,genfs gegen ihn eingeleitet wurde4 ,um so erstaunlicher mu es scheinen1 da er diesen ,heimatsboden1 der ihm so viel bedeutete1 verlie1 das kalvinistische ,bekenntnis1 in dem er erzogen war1 ohne jeden ernsten ,kampf abschwor1 und zwar1 wie die ,confessions zeigen1 durch keine erheblichen ,grnde dazu veranlat4 ,furcht vor ,strafe1 weil er beim ,umherschweifen in ,wald und ,feld die ,stunde des ,schlieens der ,stadttore versumt hatte1 veranlate ihn1 den heimischen ,boden zu meiden4 ,der bertritt zum ,katholizismus war dann die fast notwendige ,folge dieses ersten ,schrittes4 ,die ,erklrung fr ein so planloses ,handeln liegt eben darin1 da die ,planlosigkeit im ,charakter ,rousseaus tief angelegt war4 ,immer wieder lt er sich aus scheinbar gesicherten ,wegen durch irgendein zuflliges ,geschehen hinausdrngen4 ,alle seine ,versuche1 die er1 der ,stimme der ,klugheit folgend1 in seinem ,leben gemacht hat1 um zu einer brgerlich gesicherten ,existenz zu gelangen1 sind gescheitert und muten bei seinem ,charakter scheitern4 ,eine ,ttigkeit1 die den ganzen ,menschen tglich in ,anspruch nahm1 war fr ihn unmglich1 weil eine solche ,ttigkeit vielleicht den ,verstand1 nie aber die ,phantasie befriedigen kann4 ,rousseau blieb auch darin ein ,kind1 da ihm die ,welt1 in der er lebte1 berwiegend eine ,welt der ,trume geblieben ist4 ,es ist merkwrdig1 wie lange in ihm der kindliche ,glaube fortlebte1 da das ,leben morgen beginnen werde1 und es ist durchaus verstndlich1 da tiefe ,schatten der ,verstimmung und des ,mimuts1 die sich zuletzt zum ,wahnsinn verdichten1 in sein ,leben fallen1 als er allmhlich das ,trgerische dieses frohen ,kinderglaubens einsieht1 als es ihm deutlich wird1 da dies ,leben1 so wie es ist1 weitergelebt werden mu bis zum ,tode4 ,zu dem verhngnisvollen ,entschlu1 seine ,vaterstadt zu meiden1 wurde ,rousseau vielleicht auch dadurch getrieben1 da er wie ,david ,copperfield aus frheren besseren ,verhltnissen sich herabgedrckt sah in eine niedrigere ,sphre des ,lebens zu untergeordneten ,genossen2 in eine ,lebensstellung1 die auch fr die ,zukunft nichts bieten konnte als eine kleinbrgerliche ,existenz1 die im grellsten ,kontraste zu den ,bildern stand1 die seine durch ,romane genhrte ,phantasie dem werdenden ,jngling vorspiegelte4 ,aber wir knnen noch einen tieferen ,punkt finden1 der uns die ,abneigung ,rousseaus vor geregelter ,ttigkeit verstndlich macht1 und dieser besteht in einer eigentmlichen ,trgheit1 die ,rousseau angeboren war1 und die ihn sein ganzes ,leben hindurch nicht verlassen hat4 ,diese ,behauptung mag paradox erscheinen bei einem ,manne1 der eine lange ,reihe von ,bnden geschrieben1 der ber ein umfangreiches ,wissen gebot1 der ,zeit seines ,lebens hart arbeiten mute1 und der es verschmhte1 sich fr seinen ,unterhalt auf die ,brse seiner ,freunde oder knigliche ,pensionen zu verlassen4 ,wer aber die ,confessions und namentlich ,rousseaus ,briefe aufmerksam durchliest1 wird leicht ersehen1 da trotz dieser gewaltigen ,arbeitsleistung ,trgheit den ,grundzug seines ,charakters bildete4 ,soviel ich sehen kann1 hat ,rousseau nur an einem ,werk1 der ,nouvelle ,hlose1 mit ,lust und ,liebe gearbeitet2 bei allen seinen anderen ,werken lastete die ,arbeit auf ihm wie ein ,alb1 den er abzuschtteln trachtete4 ,er war glcklich1 wenn er im ,augenblick leben1 im ,augenblick aufgehen konnte4 ,die ,ttigkeit1 durch die er seinen ,lebensunterhalt erwarb1 das ,abschreiben von ,noten1 hatte er deshalb gewhlt1 weil sie seinem ,geist die ,freiheit lie1 weil er bei dieser ,beschftigung weitertrumen konnte1 weil sie keine greren ,anforderungen an ihn stellte1 als der ,tag sie verlangte1 und weil sie mit dem ,tag erledigt werden konnte4 ,es wre ihm unmglich gewesen1 sich in den ,dienst einer groen ,aufgabe zu stellen1 die sein ganzes ,leben in ,anspruch genommen htte4 ,in noch markanterem ,sinne als in dem ,goetheschen sind seine ,arbeiten ,gelegenheitsarbeiten4 ,das nimmt ihnen nichts von ihrem ,wert1 aber es zeigt uns1 wie ich glaube1 das tiefste ,motiv fr ,rousseaus ,kulturfeindschaft4 ,es gibt ,naturvlker1 die bei ,berhrung mit der europischen ,kultur alle ,lebensfreude1 allen ,willen zum ,leben verlieren1 die verwelken und aussterben1 weil dieses atemlose ,hasten und ,treiben sie bermannt und vernichtet4 ,bei vielen ,kulturmenschen ist eine hnliche ,unterstrmung im ,bewutsein vorhanden1 die in ,zeiten der ,abspannung bedrohlich an die ,oberflche tritt4 ,bei ,rousseau war sie dauernd ,grundstimmung seines ,lebens4 ,er erkannte die ,forderungen der ,gesellschaft nicht als berechtigt an1 das ganze ,system1 auf dem sie basierten1 das ,system sozialer ,kultur wurde ihm verhat1 weil ein ,leben1 wie er es wnschte und ersehnte1 mit zunehmender ,kultur immer unmglicher wird4 ,was dem ,kulturmenschen unertrglich ist1 das tatenlose und wunschlose ,hindmmern des ,naturmenschen1 ohne ,aufgaben1 die das ,leben halten und ihm die ,richtung geben1 gerade dies war das ,ziel der ,sehnsucht ,rousseaus4 ,allerdings tritt zu diesem negativen ,begriff der ,natur als ,nichtkultur auch ein positiver1 auch er tief eingebettet in die ,grundstimmung von ,rousseaus ,seele4 ,wenn es ihn freute1 im zwecklosen ,dahinschlendern den ,menschen und ihren ,anforderungen zu entgehen1 so sprach doch noch gewaltiger zu ihm die ,schnheit der ,landschaften1 die er durchwanderte1 das unmittelbare ,gefhl1 ,gott nher zu sein1 wenn er sich von seinen ,werken und nicht denen der ,menschen umgeben sah4 ,so konnte ,rousseau ,schnheiten da erkennen1 wo seine kultivierten ,zeitgenossen nur die ,reize der ,stadt und des ,ziergartens vermiten1 so wurde er allmhlich zu einem ,bewunderer und ,liebhaber der ,pflanzenwelt in ihrer anspruchslosen und zwecklosen ,schnheit1 so vermochte er von allen ,schmerzen und ,enttuschungen1 die ihm das ,leben brachte und bringen mute1 seine ,seele immer wieder rein zu baden im wunschlosen ,genu der ,wunder1 die ,gott den ,menschen1 die reines ,herzens sind1 offenbart4 ,die ,liebe zur ,musik1 die ,rousseau von den frhesten ,zeiten seiner ,kindheit an bis zu seinem ,tode durchs ,leben begleitet und das ,leben verschnt hat1 hngt mit seinem auf das ,beschauliche gerichteten ,naturell auf das innigste zusammen4 ,die ,musik1 die von allen ,knsten die unmittelbarste ,beziehung zum ,gefhl hat1 mute fr ,rousseau der adquate ,ausdruck seines ,verhltnisses zu den ,dingen werden1 und so finden wir ihn ,jahre seines ,lebens auf das eifrigste mit der ,theorie und ,praxis dieser seiner ,lieblingskunst beschftigt4 ,in einem eigentmlichen ,kontrast zu seinen ,bestrebungen fr die ,einfhrung einer neuen auf ,zahlenverhltnisse gegrndeten ,notenschrift steht seine ,opposition zu dem ,rationalismus der damals herrschenden franzsischen ,musik1 und doch ist dieser ,kontrast ein nur scheinbarer4 ,was ihn bei ,rameau und ,lully abstie1 war ihr ,bestreben1 die ,kunst zu verknsteln1 ,pathos an ,stelle des ,affekts1 ,rhetorik an ,stelle der ,leidenschaft zu setzen4 ,damit war sehr wohl vereinbar1 da ,rousseau in der ,darstellung der ,notenschrift den einfachsten1 bersichtlichsten ,zahlenverhltnissen vor unseren komplizierten ,zeichensystemen den ,vorzug gab4 ,der ,inhalt sollte so natrlich1 die ,form so einfach wie mglich sein4 ,was ,rousseau unter diesem natrlichen ,inhalt verstand1 das klingt bis zum heutigen ,tage aus den zu ,herzen gehenden ,liedern des ,devin du village heraus4 ,rousseaus ,verhltnis zu den ,wissenschaften lt sich nicht auf eine so einfache ,formel bringen4 ,ein systematisches ,studium war mit seiner ganzen ,naturanlage unvereinbar4 ,so oft er auch den ,versuch machte1 sich die fr einen ,gelehrten der damaligen ,zeit fast unumgnglich notwendige ,beherrschung der lateinischen ,grammatik anzueignen1 so oft scheiterte er in diesem heien ,bemhen4 ,in keiner einzigen ,wissenschaft1 selbst in denen nicht1 die er am mchtigsten gefrdert hat1 kam er zu einer wirklich fachmnnischen ,beherrschung des ,details4 ,was ihn nicht von der ,gefhlsseite her zu erregen vermochte1 das konnte er nie dauernd seinem geistigen ,besitzstand einverleiben4 ,dafr aber ermglichte es ihm sein scharfer ,verstand1 wenn er in den ,dienst des ,gefhlsinteresses gestellt wurde1 in berraschend kurzer ,zeit aus einem weitschichtigen ,material die wesentlichen ,gesichtspunkte herauszuholen1 neue ,fragestellungen zu formulieren1 mit blendender ,logik die ,argumente der ,gegner zu widerlegen und den eigenen ,folgerungen siegreiche ,kraft zu verleihen4 ,niemals ist bei ,rousseau sein ,wissen totes ,besitztum geworden1 immer war es ,bestandteil seines ,lebens1 weil es nur im ,zusammenhang mit dem ,lebensgefhl erworben und behauptet werden konnte4 ,bringen wir einen so beanlagten ,menschen in ,beziehungen zu seinen ,mitmenschen1 so werden wir uns ernster ,besorgnisse nicht erwehren knnen1 und spielen sich vollends diese ,beziehungen in der ,kulturwelt des #ah4 ,jahrhunderts ab1 so sind schwere ,zerwrfnisse unvermeidlich4 ,wohl hatte ,rousseau recht1 wenn er sich als zur ,freundschaft geboren bezeichnete4 ,das ,bedrfnis1 mit ,freunden zu leben1 hat ihn ebenso wie die ,liebe zur ,musik durch sein ganzes ,leben begleitet4 ,mit schwrmerischer ,glut schlo er sich mitunter an ganz unbedeutende ,menschen an2 erst die ,gegenwart des ,freundes machte ihm das ,leben lebenswert und gab den ,freuden der ,natur wie der ,musik ihre letzte abschlieende ,weihe4 ,was ,rousseau in der ,freundschaft suchte1 war der vollendete ,einklang gleichgestimmter ,seelen1 die ,ergnzung und ,erhhung beider ,freunde durch ihren unauflslichen ,bund4 ,auch der leiseste ,miklang konnte und mute dies ,verhltnis stren1 ,rousseau spielte in der ,freundschaft sozusagen va banque1 er wollte alles besitzen oder nichts2 hier war jeder ,kompromi unertrglich4 ,ob diese ,anforderungen jemals von der ,wirklichkeit erfllt werden knnen1 lt sich bezweifeln4 ,in dem ,frankreich des #ah4 ,jahrhunderts wurde jedenfalls die ,freundschaft ganz anders verstanden als sie in ,rousseau lebte1 und so waren die schwersten ,konflikte gerade mit denen1 die er eine ,zeitlang seine ,freunde genannt hatte1 nahezu unausbleiblich4 ,namentlich wird dies in seinem vielbesprochenen ,verhltnis zu ,grimm und ,diderot1 den ,fhrern der ,enzyklopdisten1 deutlich4 ,wie faten diese ,mnner die ,freundschaft auf8 ,vor allem als eine enge ,bundesgenossenschaft gegen die gemeinsamen ,feinde in ,staat1 ,kirche und ,literatur4 ,gemeinsame ,feldzge und literarische ,unternehmungen zu verabreden1 bei frhlichem ,zusammensein die ,raketen des ,witzes steigen zu lassen1 den eigenen ,geist im ,gedankenaustausch mit dem ,freunde zu strken1 den letzten ,taler und die letzte ,flasche mit dem ,freunde zu teilen1 das war es1 was ungefhr ihren ,inbegriff der ,freundschaft bildete2 das war sicher nicht wenig1 aber fr ,rousseaus glhende ,seele lange nicht genug4 ,so war er dauernd in der ,lage1 sich durch seine ,freunde verletzt zu fhlen1 ohne da sie eine ,ahnung davon hatten1 ihn verletzt zu haben1 und sie in ,situationen zu bringen1 die fr ihn ganz selbstverstndlich1 fr die ,freunde aber uerst peinlich waren4 ,ein ,beispiel mge dies veranschaulichen3 ,als ,rousseau seinen in ,vincennes gefangen gehaltenen ,freund ,diderot besuchte1 traf er ihn in ,gesellschaft des ,gouverneurs des ,schlosses2 ohne die ,anwesenheit des ,fremden zu beachten1 strzte er sich weinend in die ,arme des ,freundes4 ,dieser aber entzog sich dem allzu lebhaften ,ausbruch der ,rhrung ,rousseaus und sagte halb entschuldigend zu dem ,gouverneur3 ,sie sehen1 mein ,herr1 wie mich meine ,freunde lieben4 ,es war ,diderot peinlich1 in ,gegenwart des ,fremden ,gegenstand einer so strmischen ,zrtlichkeit zu sein2 ,rousseau dagegen htte nie daran gedacht1 da ein ,freund in solchen ,augenblicken an die ,gegenwart eines ,fremden denken knnte4 ,auch ,david ,humes maloses ,erstaunen bei dem strmischen ,verhalten1 das ,rousseau zeigte1 ist wohl verstndlich2 die ,freundschaft durfte eben niemals ber das ,ma hinausgehen1 das ,konvenienz und gute ,lebensart fr das ,verhltnis der ,menschen zu einander unabnderlich festgesetzt hatten4 ,beide ,teile waren vollkommen im ,recht3 die einen verstanden die ,freundschaft1 wie ihre ,umgebung sie verstand1 ,rousseau trug ein anderes ,ideal der ,freundschaft in seiner ,brust1 das erst durch ihn die frhere ,auffassung in den ,herzen der ,menschen verdrngen sollte4 ,damit hngt zusammen1 da ,rousseau nicht geneigt war1 dem ,begriff der ,freundschaft die landesbliche weite ,ausdehnung zu geben4 ,gegenber dem ganzen ,kreise der ,finanzaristokratie1 in die ihn die erste ,zeit seines ,pariser ,aufenthaltes eingefhrt hatte1 konnte er ein sehr merkbares ,mitrauen nie berwinden1 und namentlich war er diesen ,mnnern und ,frauen gegenber1 die gewohnt waren1 fr ,geld alles kaufen zu knnen1 eiferschtig und fters sogar taktlos darauf bedacht1 seine konomische ,selbstndigkeit zu wahren4 ,ein wirklich inneres ,verhltnis zu ihnen konnte er schwer gewinnen4 ,sehr merklich sticht dagegen der ,ton aufrichtiger ,hochachtung ab1 den er in seinen ,beziehungen zu den ,vertretern der ,geburtsaristokratie1 mit denen er spter in ,berhrung kam1 unabnderlich festzuhalten wute4 ,die ,briefe an den ,marschall von ,luxemburg1 ,herrn von ,malesherbes1 ,prinz ,conti1 ,lord ,marchal ,keith sind vollgltige ,zeugen dafr1 da ,rousseaus demokratische ,gesinnungen ihn nicht verhinderten1 sich dem ,zauber1 der von rechten ,aristokraten auszugehen pflegt1 gern und willig zu berlassen4 ,eine gesonderte ,betrachtung fordert ,rousseaus ,verhltnis zu den ,frauen1 die ja in seinem ,leben eine groe und oft verhngnisvolle ,rolle gespielt haben4 ,hufig ist ,rousseaus ,sinnlichkeit als durchaus auf ,genu beruhend dargestellt worden4 ,aber diese ,ansicht hlt vor einer genauen ,analyse nicht stand4 ,seiner ganzen ,anlage nach lebte er auch hier viel mehr in einer ,welt der ,gefhle als der ,dinge4 ,worauf es ihm ankam1 das war die ,idealisierung der ,wirklichkeit durch das ,medium der ,liebe1 und so konnte es denn nicht anders sein1 als da das ,sehnen nach der ,vereinigung mit der ,geliebten und nicht diese ,vereinigung selber fr ,rousseau den ,gipfel des ,glckes bedeutete4 ,dies tritt ganz deutlich in dem ,verhltnis zu seiner ,mama1 ,madame de ,warens1 hervor4 ,so ist es denn auch leicht erklrlich1 da seine erotische ,phantasie mitunter nicht von einer liebenswerten ,frau angeregt wurde1 sondern da sie1 gewissermaen von selber angeregt1 sich nun ihren ,gegenstand suchte4 ,es ist nicht richtig1 da ,madame d',houdetot ,rousseau zur ,schpfung seiner ,julie 7in der ,nouvelle ,hlose7 angeregt hat oder1 da diese der ,ausdruck seiner ,liebe zu ,madame d',houdetot war1 sondern es kann gar keinem ,zweifel unterliegen1 da ,rousseau ,julie liebte1 und ,madame d',houdetot zu dieser ,liebe hinaufidealisierte4 ,auch die ,erscheinung der ,doppelliebe1 die wir in ,rousseaus ,leben mehreremal finden1 und der er in der wundervollen ,schilderung des glcklichen ,tages mit den ,fruleins ,galley und ,graffenried ein unvergngliches ,denkmal gesetzt hat1 lt sich jetzt ohne ,mhe verstehen4 ,es konnte eben diese allgemein erotische ,stimmung zu gleicher ,zeit mehrere ,frauen in ihren ,lichtkreis ziehen und idealisieren4 ,so ist er denn auch zur gleichen ,zeit und fast mit der gleichen ,strke sowohl in die ,julie als in die ,claire seines ,romans verliebt1 und weil sein ,gefhl wahr und echt war1 so hielt es ,rousseau niemals fr ntig1 sich hier vor ein schroffes ,entweder-,oder zu stellen4 ,da auch hier wie in seinen ,freundschaften ,enttuschungen unausbleiblich waren1 ist deutlich4 ,in solchen ,fllen lie ,rousseau1 wenn auch oft erst nach schweren ,kmpfen1 den ,menschen fallen1 um das ,ideal zu retten1 und zeigte damit1 wie mir scheint1 genugsam an1 da nicht die ,frau1 sondern das erotische ,gefhl das ,wesentliche an dieser ,beziehung bildete4 ,streng von diesen ,beziehungen zu sondern ist eine ,reihe anderer1 die ganz sinnlicher ,natur waren und ber die uns ,rousseau ebenfalls mit uerster ,aufrichtigkeit unterrichtet hat4 ,es war verhngnisvoll fr ihn1 da die dauernden ,beziehungen1 in welche er zu ,thrse ,levasseur trat1 dieser ,kategorie angehrten4 ,sinnliches ,bedrfnis und ,mitleid zuerst1 ,gewhnung und ,dankbarkeit spter fesselten ihn an dieses durchaus untergeordnete ,mdchen4 ,alle ,unbequemlichkeiten und ,lasten1 die ein ,ehestand mit sich bringen kann1 hat ,rousseau im tglichen ,verkehr mit ,thrse und ihrer znkischen und gemeinen ,mutter reichlich ausgekostet1 das ,glck einer wahren ,ehe nie gefhlt -- freilich durch eigene ,schuld4 ,die berweisung seiner ,kinder in das ,findelhaus lt sich nicht1 und am wenigsten durch die blen ,sophismen1 die ,rousseau anwendet1 entschuldigen2 sein bses ,gewissen blickt hier aus jedem ,worte kenntlich genug heraus4 ,die ,natur seiner ,beziehungen zu ,thrse ,levasseur geht vielleicht am klarsten daraus hervor1 da sie auch whrend seiner ,liebe zur ,grfin d',houdetot ruhig ihren ,weg gingen1 und ,rousseau selbst whrend dieser ,zeit gar nicht daran gedacht zu haben scheint1 sie abzubrechen oder auf einen anderen ,fu zu stellen4 ,blicken wir nun noch auf die allgemeinen gesellschaftlichen ,beziehungen ,rousseaus1 die nicht unter den ,gesichtspunkt der ,freundschaft oder der ,liebe fallen1 so finden wir hier1 da sich in seinem ,leben eine sehr bedeutsame ,wandlung vollzogen hat4 ,da ein ,mensch wie er1 mit bervollem ,herzen1 nur allzu verwundbarem ,selbstgefhl und einer groen ,unfhigkeit1 die ,goldbarren seines ,geistes leicht in die gesellschaftliche ,scheidemnze witziger ,konversation umzusetzen1 in der damaligen ,gesellschaft eine halb traurige1 halb lcherliche ,rolle spielen mute1 ist ohne weiteres deutlich4 ,namentlich war es seine mangelnde geistige ,schlagfertigkeit1 wenn er von der ,strke seiner ,gefhle bermannt wurde1 die ihn hufig in bedenkliche ,situationen verwickelte1 ja1 ihn sogar als ,verleumder oder ,undankbaren erscheinen lie4 ,wenn er einen ,mann1 dem er ,dank schuldig war1 und den ein epileptischer ,anfall auf das ,straenpflaster von ,lyon niedergeworfen hatte1 ohne weitres liegen lie und davon eilte1 so war es natrlich1 da ihm der ,vorwurf roher ,gefhllosigkeit nicht erspart bleiben konnte2 tatschlich war die ,ursache dieser unentschuldbaren ,handlung kein ,mangel1 sondern ein berma von ,gefhl4 ,rousseau war von ,entsetzen wie gelhmt und verlor die ,mglichkeit1 die ein weniger ,teilnehmender vielleicht gehabt htte1 sich deutlich zu machen1 was fr den ,unglcklichen zu geschehen habe4 ,das soll seinen ,fehler nicht entschuldigen1 ,rousseau selber hat die ,reue ber diese und andere gleichartige ,vorgnge in seinem ,leben bis zum ,tode immer rege erhalten1 aber wir sollen uns vor einer falschen psychologischen ,interpretation hten1 die uns den ganzen ,charakter ,rousseaus miverstehen lassen wrde4 ,auch noch in seiner ersten ,pariser ,zeit finden wir ihn durch diese seine geistige ,unbehilflichkeit innerlich gedemtigt4 ,sie erzeugt trotz allen berechtigten ,selbstgefhls in ihm die ,vorstellung1 den ,schngeistern und witzigen ,kpfen der feinen ,pariser ,welt nicht gewachsen zu sein4 ,erst allmhlich erstarkt in ihm die berzeugung1 da es nicht ,aufgabe des ,menschen sei1 in jedem ,moment etwas ,witziges zu sagen4 ,er beginnt1 sich den auf ,esprit gegrndeten ,umgangsformen der ,gesellschaft gegenber in berechtigter ,eigenart entgegenzusetzen4 ,den ,stichen des ,witzes antwortete er durch die ,keulenschlge des sittlichen ,pathos4 ,er setzte seine erstarkte ,persnlichkeit gegen den konventionellen ,spott der guten ,gesellschaft1 und er wute ihr zu imponieren4 ,der berhmte ,mann durfte sich erlauben1 was den unbekannten ,genfer auf ewig lcherlich gemacht haben wrde4 ,schon durch seine uere ,tracht zeigte er dieser ,welt der feinen ,spitzenjabots1 da er eine ,ausnahmestellung in ihr beanspruche4 ,whrend sich aber so die ,beziehungen zu den feinen ,kreisen1 in denen er frher verkehrt hatte1 lockerten1 blieb sein ,verhltnis zu den einfachen ,landbewohnern1 die er liebte und verstand1 das alte herzliche4 berall sehen wir ihn auf seinen ,irrfahrten diese einfachsten ,bande der ,nachbarschaft1 der gegenseitigen ,hilfeleistung1 des traulichen1 herzlichen ,gesprchs pflegen1 und wo ihm nicht wie in ,neufchtel durch ,aufhetzung es unmglich gemacht wurde1 zu den ,herzen seiner ,mitmenschen vorzudringen1 gelang es ihm immer1 sich ihre ,liebe zu erwerben und zu erhalten4 ,diese gemtlichen ,beziehungen1 die jeder ,tag bringt1 waren fr ,rousseau so weit davon entfernt1 ihn zu lhmen und zur ,hilfeleistung unfhig zu machen1 da sie vielmehr eine stete ,quelle der ,freude und der ,erhebung bildeten4 ,das ,unglck durfte nicht pltzlich1 unerwartet1 berwltigend an ihn herantreten und sein ,gefhl so mchtig erregen1 da seine ,willenskraft gelhmt wurde2 sonst aber war ,rousseau immer bereit1 zu helfen und zu lindern1 oft fast ber sein ,vermgen hinaus4 ,es konnte nicht fehlen1 da die auffallende ,weise ,rousseaus1 mit der er sich der ,gesellschaft gegenber in eine ,art aggressiver ,defensive stellte1 schon frh das ,gercht aufkommen lie1 da er verrckt sei1 und ,rousseau selber sorgte durch allerhand ,absonderlichkeiten dafr1 da dieses ,gercht stets neue ,nahrung erhielt4 ,ebenso ist es ganz zweifellos1 da zuletzt wirklicher ,verfolgungswahnsinn bei ihm eintrat4 ,er glaubte an die ,existenz einer groen ,verschwrung gegen sich1 wandte die seltsamsten ,mittel an1 um deren ,system auf den ,grund zu kommen und beurteilte alle ,dinge und ,menschen nach ihren ,beziehungen zu dieser angeblichen ,verschwrung4 ,es ist fr uns nicht ohne ,interesse1 den ,zeitpunkt festzustellen1 an dem die in ,rousseau liegende ,krankheit ausbrach4 ,es scheint nun1 als ob die ,verfolgungen1 denen er in der ,schweiz ausgesetzt war1 und der an ,enttuschungen reiche ,aufenthalt in ,england1 dessen ,sprache er nicht kannte1 tief auf sein reizbares ,gemt wirken mute1 eine ,wirkung1 die noch verschrft wurde durch den nichtswrdigen ,streich ,walpoles1 der einen fingierten ,brief ,friedrichs des ,groen an ,rousseau verffentlichte4 ,die ,gelegenheitsursache zum ,ausbruche der ,krankheit war durch das ,zusammentreffen dieser ,umstnde gegeben4 ,wenigstens zeigt sein ,verhalten hier zum erstenmal1 da ,rousseau nicht mehr ,herr seiner geistigen ,fhigkeiten war4 ,es steht dazu nicht im ,widerspruch1 da die um diese ,zeit verfaten ,confessions ein durchaus objektiv gehaltenes ,bild seines ,lebens zeigen1 denn in der ersten ,zeit einer derartigen geistigen ,erkrankung vermag es der ,kranke sehr wohl1 frhere ,ereignisse des eigenen ,lebens zu betrachten1 ohne seine ,wahnideen hineinzumengen4 ,so finden wir denn auch hier bei der ,schilderung seines ,verhltnisses zu den ,enzyklopdisten kein ,wort von der groen ,verschwrung1 als deren ,hupter ,rousseau spterhin seine frheren ,freunde betrachtete1 und deren ,entlarvung das ,thema der letzten ,schriften1 ,rousseau juge de ,jean-,jacques und der ,rveries du ,promeneur solitaire bildete4 ,es ist rhrend zu sehen1 wie in den letzten ,jahren die ,erbitterung1 die er anfnglich gegen seine ,feinde fhlte1 einer milden ,resignation ,platz macht4 ,die letzten ,tage1 die er auf dem ,lande verbringen durfte1 fhrten ihn zur ,natur zurck1 die ihn nie verraten1 und an die er immer geglaubt hatte4 ,so konnte er in ,frieden scheiden4 ,zweites ,kapitel4 ,die ,geschichtsphilosophie4 ,die ,schrift1 die ,rousseau zuerst berhmt machte1 war seine ,beantwortung der von der ,akademie zu ,dijon im ,jahre #agdi gestellten ,preisfrage1 ob ,knste und ,wissenschaften zur ,verbesserung der ,sitten beigetragen haben4 ,es ist also eine geschichtsphilosophische ,frage1 die hier gestellt wird1 und um die ,antwort ,rousseaus zu verstehen1 ist es notwendig1 die ,stellung der fhrenden ,geister des #ah4 ,jahrhunderts zum ,wert der ,kultur sich zu vergegenwrtigen4 ,es hat wohl nie eine ,zeit gegeben1 die so durchaus im intellektuellen und kulturellen ,fortschritt der ,menschheit das sicherste ,mittel fr das ,glck und die ,tugend des ,menschengeschlechts erblickt htte als das #ah4 ,jahrhundert4 ,alles ,elend1 alle ,snde wurde aus ,irrtum1 ,aberglauben und ,unkultur abgeleitet2 mit der ,beseitigung dieser ,widerstnde schienen ,glck und ,sittlichkeit der ,menschheit zu gleicher ,zeit garantiert zu sein4 ,wohl sehen ,mnner wie ,voltaire ein1 da die ,sonne der ,aufklrung und des guten ,geschmacks vorlufig nur die hchsten ,hhen der ,menschheit strahlend erleuchte1 da in den dumpfen ,tlern ,aberglaube und ,unwissenheit drckend laste1 aber nach der langen geistigen ,nacht des ,mittelalters war nun endlich das ,gestirn des ,tages erschienen4 ,mit jedem ,jahr stieg es hher und verbreitete berall ,gesundheit1 ,tugend1 ,glckseligkeit4 ,es schien keinem ,zweifel zu unterliegen1 da mit dem ,siegeslauf der intellektuellen ,aufklrung1 mit der zunehmenden ,verfeinerung der ,knste und schnen ,wissenschaften ein neues goldnes ,zeitalter der ,menschheit tagen msse4 ,das kaum jemals klar formulierte1 sondern als ganz selbstverstndlich vorausgesetzte ,prinzip dieser ,geschichtsauffassung besteht darin1 den ,wert der intellektuellen und sthetischen ,kultur in ihren ,leistungen fr ,glck und ,sittlichkeit der ,menschen zu suchen4 ,man pflegt nun die ,leistung ,rousseaus darin zu erblicken1 da er das ,gegenteil dieser berzeugung des #ah4 ,jahrhunderts darstelle1 und man hat in gewissem ,sinne damit recht4 ,aber dieses ,gegenteil liegt durchaus auf derselben ,flche1 auf der die herrschenden ,wortfhrer der ,aufklrung ihren ,standpunkt gefunden hatten4 ,ebenso wie fr sie1 war es auch fr ,rousseau selbstverstndliche ,voraussetzung1 da die ,kultur nur nach ihrer ,leistung fr ,sittlichkeit und ,glck der ,menschen gewertet werden drfe1 und da ,sittlichkeit und ,glck als miteinander identisch zu setzen seien4 ,der ,unterschied zwischen ,rousseau und seinen ,gegnern bestand nur darin1 da das ,fazit der ,rechnung entgegengesetzte ,vorzeichen trug4 ,die ,aufklrer betrachteten ,wissenschaft und ,knste als wertvoll1 weil sie den moralischen ,fortschritt der ,menschen bedingen und damit das ,glck der ,menschheit verwirklichen2 ,rousseau betrachtete ,knste und ,wissenschaften als schdlich1 weil er sich berzeugt hatte1 da die entgegengesetzten ,wirkungen von ihnen ausgingen4 ,prinzipiell ist also ,rousseau ber die ,fragestellung seiner ,zeit nicht hinausgekommen1 sein groes ,verdienst aber besteht darin1 da er der schon fast zur ,trivialitt gewordenen ,identifizierung von ,kultur und ,sittlichkeit die ,paradoxie ihrer ,unvereinbarkeit gegenberstellte4 ,erst mute das ,dogma der ,aufklrung vom ,wert der ,kulturentwickelung erschttert werden1 bevor zu neuen fruchtbareren ,fragestellungen fortgeschritten werden konnte4 ,somit bleibt das ,verdienst ,rousseaus um die neue ,geschichtsphilosophie1 welche im deutschen ,idealismus entstehen sollte1 ihm ungeschmlert4 ,man hat von einer anderen ,seite her versucht1 ihm dies ,verdienst zu nehmen und auf ,diderot zu bertragen4 ,bei der ,wichtigkeit der ,frage wollen wir die beiden ,erzhlungen1 ,rousseaus und ,diderots1 miteinander vergleichen4 ,nach der ,darstellung in den ,confessions ging ,rousseau an einem heien ,tage den schattenlosen ,weg nach ,vincennes hinaus1 um den dort gefangen gehaltenen ,diderot zu besuchen4 ,erschpft unter einem ,baum der ,landstrae ruhend1 zog er eine ,nummer des ,mercure de ,france heraus1 in der er die ,nachricht vom ,preisausschreiben der ,akademie von ,dijon fand4 ,sofort bildeten sich in ihm die ,gedankenreihen1 die er spter in seinem ,discours verffentlichte4 ,in einer unbeschreiblichen ,aufregung drngt sich alles1 was bisher nur den ,hintergrund seiner ,seele gebildet hatte1 aus den ,tiefen seines ,gefhls empor1 mit einer ,kraft1 mit einem ,reichtum des ,ausdrucks1 die seine spteren ,ausfhrungen nie wieder erreicht haben4 ,trnen entstrzten seinen ,augen1 und als er aus diesem ,zustand der ,ekstase erwachte1 fand er seine ganze ,weste wie durchnt von ihnen4 ,in einem ,zustande unbeschreiblicher ,erregung traf er bei dem ,freunde ein4 ,hren wir nun ,diderot4 ,als ,rousseau ihm ,mitteilung von seiner ,absicht machte1 sich an der ,preisbewerbung zu beteiligen1 habe ,diderot ihn gefragt1 in welchem ,sinne er die ,frage der ,akademie beantworten wolle4 ,natrlich werde ich die wohlttigen ,folgen von ,kunst und ,wissenschaft darstellen1 habe ,rousseau geantwortet4 ,das ist der ,standpunkt der ,dummen2 ,sie mssen den entgegengesetzten ,standpunkt einnehmen1 wies ,diderot ihn zurecht1 und ,rousseau folgte seinem ,rat4 ,die ,erzhlung ,diderots anzuzweifeln haben wir keinen ,grund4 ,aus seinen ,schriften und ,briefen wissen wir1 da er die heilige ,liebe zum ,paradoxon in hohem ,mae besa1 und so konnte er1 der ganz auf dem ,standpunkt der ,aufklrung stand1 ,rousseau wohl den ,rat geben1 die ,biedermnner der ,provinzakademie durch geistvolle ,ausfhrung eines ,paradoxon in ,erstaunen zu setzen4 ,damit ist aber noch nicht gesagt1 da ,rousseaus ,erzhlung die ,lge ist1 als welche sie diejenigen betrachten1 welche ,diderot fr glaubwrdig halten4 ,erinnern wir uns1 was wir von ,rousseaus ,charakter kennen gelernt haben4 ,ihm1 der in den tiefsten ,grundfesten seines ,wesens durch die ekstatische ,erregung1 die er durchlebt hatte1 erschttert war1 mute es ganz unmglich sein1 von der ,flle der ,gesichte auch dem ,freunde gegenber zu sprechen4 ,daher die ungeschickte ,notlge ber den ,plan seiner ,preisschrift4 ,aber ganz unmglich ist es1 da ihn erst die ,worte ,diderots auf die ,mglichkeit einer solchen ,beantwortung aufmerksam gemacht htten4 ,so mannigfach auch im einzelnen ,rousseau seine ,ansichten im ,verlauf der spteren ,diskussion verndert und modifiziert hat1 die ,grundanschauung ist dieselbe geblieben1 und sie steht ebenso in engster ,verbindung zu seinem ganzen ,lebensgefhl wie sie fr ,diderot eben nur den ,wert einer eleganten ,paradoxie hatte1 die man einmal verteidigt1 um den eigenen ,scharfsinn zu zeigen und zu ben1 ohne ihr indes einen tiefer gehenden ,einflu auf die eigene ,weltanschauung einzurumen4 ,wre ,rousseaus ,erzhlung unwahr1 so wre seine ganze ,wirksamkeit nach dem ,jahr #agej allerdings die groe ,lge1 als welche sie seinen ,gegnern erscheint4 ,aber ich glaube nicht1 da uns der ,befund der ,quellen dazu ntigt1 diese ,annahme zu machen1 sondern da ,rousseaus und ,diderots ,erzhlungen sehr wohl nebeneinander bestehen knnen4 ,es kann nicht die ,aufgabe dieser kurzen ,darstellung sein1 den ,gedankengang jeder einzelnen der geschichtsphilosophischen ,schriften ,rousseaus gesondert darzustellen und den allerdings oft sehr interessanten ,umbildungen nachzugehen1 welche in einigen ,punkten seine ,ansichten erfahren haben4 ,es ist des ,gemeinsamen in ihnen immerhin so viel1 da eine ,gesamtdarstellung1 wo es sich nur um die groen ,zge seiner ,geschichtsphilosophie handelt1 sich als mglich erweist4 ,auerdem zeigt eine genaue ,beobachtung1 da ,rousseau im ,verlauf der ,diskussion fters ,zugestndnisse und ,einschrnkungen macht1 die er dann bei reiflicher berlegung wieder zurcknimmt1 so da diese ,abweichungen hufig wie ,oszillationen um einen gegebenen festen ,punkt erscheinen1 nicht aber eigentlich als ,neubildungen und ,fortfhrungen seiner ,grundansicht angesehen werden knnen4 ,was ,rousseaus ,geschichtsphilosophie ihren eigentmlichen ,charakter gibt1 ist der ,umstand1 da sie als ,geschichtserzhlung auftritt3 ,das ,menschengeschlecht wird auf seinem ,wege vom ,naturzustand bis zur ausgebildeten ,kultur begleitet1 die einzelnen ,entwickelungsstufen werden ebenso pragmatisch erzhlt1 wie nur irgendeine ,reihe von ,ereignissen1 die sich im hellen ,licht des modernen ,geschehens abspielt4 ,dieses ,ausgehen vom ,naturzustand hat ,rousseau viel ,tadel eingetragen4 ,immer wieder ist darauf aufmerksam gemacht worden1 da ,rousseau gar kein ,recht habe1 einen solchen ,naturzustand anzunehmen1 da er nur in der ,phantasie des ,dichterphilosophen existiert habe1 und da ,rousseaus ,bestreben1 ihn als tatschlich vorhanden darzustellen1 auf eine ,tuschung des ,lesers hinauslaufe4 ,methodologisch ist dieser ,tadel unberechtigt4 ,der ,historiker ist dauernd gentigt1 zur ,ergnzung dessen1 was er in seinen ,akten findet1 ,schlsse auf ,vorgnge zu machen1 die er hypothetisch aus dem vorliegenden ,material erschliet4 ,schon eine ,biographie kann auf gar keinem anderen ,wege zustande kommen4 ,handelt es sich nun um die ,erschlieung der ,anfnge des ,menschengeschlechts1 so bleibt gar kein ,weg brig1 als die uns bekannte ,linie der ,kulturentwickelung in die ,vergangenheit hinein zu verlngern und die ,berechtigung dieses ,verfahrens an denjenigen ,gemeinschaften nachzuprfen1 die noch auf niedrigeren ,stufen dieser ,entwickelung stehen geblieben sind4 ,wenn ,locke die ,entstehung der ,begriffe beim erwachsenen kultivierten ,menschen schildern will1 so zieht er ausgiebig die ,psychologie des ,kindes und des ,wilden heran1 und das leidenschaftliche ,interesse1 mit dem das #ah4 ,jahrhundert die ,reisebeschreibungen eines ,cook1 ,bougainvilliers und de la ,condamine verfolgte1 hatte hnliche psychologische ,ursachen4 ,ebenso aber kann nun dem ,historiker das ,recht nicht bestritten werden1 die ,linien der ,entwickelung noch ber den ,punkt hinaus1 auf welchem jetzt die niedrigsten ,naturvlker stehen1 in die ,vergangenheit hinein zu verlngern1 denn es ist ganz zweifellos1 da auch diese tiefststehenden ,naturvlker auf eine ,jahrtausende alte ,entwickelung zurckblicken knnen4 ,den kosmischen ,nebel hat auch kein menschliches ,auge gesehen1 und doch war ,kant berechtigt1 aus ihm unser ,sonnensystem aufzubauen4 ,was aber dem ,archologen der ,natur recht ist1 sollte dem ,archologen der ,menschheit billig sein4 ,eine ganz andere ,frage ist es1 ob ,rousseaus ,zeichnung des ,naturzustandes der ,menschheit inhaltlich richtig ist1 d4 h4 ob die ,linien der bisherigen ,kulturentwickelung ber den ,zustand der jetzigen ,naturvlker hinaus verlngert zu dem ,punkt wirklich fhren1 den ,rousseau als den ,anfangspunkt der menschlichen ,entwickelung annehmen zu mssen glaubte4 ,methodologisch aber war er zu seinem ,verfahren durchaus berechtigt4 ,der auffallendste ,zug in der ,schilderung des ,naturmenschen bei ,rousseau ist nun der1 da er in vlliger ,isoliertheit erscheint4 ,whrend uns keine ,beobachtung den jetzt lebenden ,menschen anders als mindestens im ,verband der ,horde erblicken lt1 glaubte ,rousseau durch psychologische und ethnographische ,erwgungen veranlat1 hinter diese primitiven sozialen ,verbnde zurckgehen zu mssen1 zumal da er die ersten ,wohnsitze des ,menschengeschlechts in die subtropischen ,gegenden verlegte1 deren reichliche ,vegetation das gemeinsame ,aufsuchen von ,nahrung und ,beute berflssig machte4 ,nur die ,paarungszeit fhrte die ,menschen zusammen1 die ,mutter nahm sich der ,kinder an1 solange sie der ,pflege bedrftig waren1 aber bei dem ,fehlen der ,sprache und jeglicher ,tradition muten diese ,anfnge zur ,familienbildung in jeder ,generation wieder aufhren1 sobald die ,kinder fhig waren1 sich selber ihre ,nahrung zu suchen4 ,so ist der ,naturmensch ganz auf sich selber angewiesen2 das einzige seelische ,motiv zur ,ttigkeit1 das er kennt1 sind die eigenen ,bedrfnisse1 die er leicht befriedigen kann4 ,es ist falsch1 ihn deshalb als ,egoisten zu bezeichnen4 ,der ,egoismus ist1 wie wir spter sehen werden1 eine ,kulturerscheinung1 die auf einer bertriebenen ,schtzung des eigenen ,wertes im ,vergleich zu dem der anderen beruht4 ,der ,naturmensch kann gar kein ,egoist sein1 weil es ihm gnzlich fern liegt1 sich mit anderen zu vergleichen4 ,er hat ,selbstliebe 7amour de soi71 aber keine ,eigenliebe 7amour-propre71 und strebt danach ebenso naiv wie jede ,pflanze und jedes ,tier1 dieses sein ,sein zu erhalten4 ,um dies zu tun1 braucht er aber die anderen ,wesen seiner ,art nicht zu schdigen4 ,wozu ihnen die ,frucht wegnehmen1 die an jedem ,baum einem jeden zur ,verfgung steht8 ,ganz ferne liegt ihm die ,sorge fr die ,zukunft1 denn er hat keine ,zukunft1 ebensowenig wie er eine ,vergangenheit hat4 ,sein gesunder1 durch keinerlei ,ausschweifung geschwchter ,krper kennt keine ,krankheit oder berwindet doch1 wenn eine solche sich einstellen sollte1 sie rasch4 ,verwundungen durch wilde ,tiere heilen bald oder fhren zu einem schnellen ,tode2 der normale ,tod aber1 der in unseren ,kulturverhltnissen eine ,seltenheit geworden ist1 der durch ,altersschwche1 lt das ,leben ohne ,wunsch und ohne ,furcht erlschen4 ,so ist der ,naturmensch ein ,augenblicksmensch1 seinen kultivierten ,nachkommen wrde sein ,leben als unendlich de und langweilig erscheinen2 und doch1 wenn man das ,ganze des ,lebens eines solchen ,einsiedlers mit dem eines modernen ,menschen vergleicht1 so steht es an ,reinheit1 ,gesundheit1 ,glck unendlich hoch ber diesem4 ,alle ,bedrfnisse1 alle ,wnsche und alle ,gefhle des unkultivierten ,menschen sind wahr und wirklich1 der ,weg der ,zivilisation verwandelt diese ,welt der ,wahrheit in eine ,scheinwelt und im ,scheine1 in der ,einbildung1 kann niemals wahres ,glck gedeihen4 ,es ist bezeichnend fr die geringe ,ausbildung des ,familiensinns bei ,rousseau1 da er fr den bergang vom isolierten zum gesellschaftlichen ,leben auf die nchstliegende ,konstruktion1 nmlich der ,fortbildung des vorbergehenden ,geschlechtsverkehrs und der ,aufziehung der ,kinder1 verzichtet hat4 ,andere ,mglichkeiten1 zwischen denen er mehr die ,wahl lt als sich fr eine derselben dogmatisch entscheidet1 sind die ,notgesellschaft zum ,zweck gemeinsamer ,jagd auf ebares ,wild oder zur gemeinsamen ,abwehr gegen solche wilde ,tiere1 deren ,kraft die des einzelnen ,menschen bersteigt4 ,vor allem aber ist es die ,einfhrung des ,ackerbaus1 von dem es nicht deutlich gesagt wird1 ob er infolge zunehmender ,bevlkerung oder bei der ,abwanderung der ,menschen in weniger fruchtbare ,gegenden entstanden sei1 welche ,rousseaus volles ,interesse in ,anspruch nimmt4 ,denn whrend die ,notgesellschaft hnlich wie auch die ,aufziehung der ,kinder1 die ,notfamilie1 sich auflst1 sobald ihr vorbergehender ,zweck erreicht ist1 wird durch den ,ackerbau der ,mensch an eine bestimmte ,stelle gefesselt1 und so kann es gar nicht fehlen1 da er nunmehr in regelmige ,beziehungen zu seinen hnlich sehaften ,nachbarn tritt4 ,vor allem aber ist mit dem ,ackerbau eine ,institution gegeben oder doch ermglicht1 welche die eigentliche ,triebkraft der spteren ,entwickelung abzugeben bestimmt war3 das ,eigentum4 ,der erste1 der ein ,stck ,land einzunte und es fr sein ausschlieliches ,eigentum erklrte1 und der ,leichtglubige fand1 die tricht genug waren1 seinem ,anspruch ,gehr zu geben1 ist der wahre ,begrnder der ,gesellschaft4#a ,es ist gar nicht zu bezweifeln1 da in diesen berhmten ,worten ,rousseau seine ganze negative ,schtzung der gesamten ,kulturentwickelung epigrammatisch zusammendrngen wollte3 ,ohne ,eigentum keine ,kulturentwickelung1 ohne ,kulturentwickelung kein ,kulturelend4 ,wir werden aber spter sehen1 da es ganz ungereimt ist1 ,rousseau die ,meinung in den ,mund zu legen1 als habe er unter den heutigen ,kulturzustnden eine ,abschaffung des ,eigentums empfohlen1 oder als habe er gar des ,glaubens gelebt1 es wrde mit der ,abschaffung des ,privateigentums der glckliche ,naturzustand sich wieder einstellen4 ,die angefhrten ,worte fordern solche ,folgerungen nicht und sptere ,ausfhrungen ,rousseaus1 die wir noch zu betrachten haben1 schlieen sie ausdrcklich aus4 #a ,le premier qui ayant enclos un terrain s'avisa de dire ceci est moi1 et trouva des gens assez simples pour le croire1 fut le vrai fondateur de la socit civile4 7,discours sur l'origine et les fondements de l'ingalit parmi les hommes4 ,seconde partie4 #aged47 ,mit dem ,ackerbau stellt sich ein neues ,eigentum fr den ,menschen alsbald ein3 das ,werkzeug4 ,auch der ,naturmensch wird einen ,baumast oder ,stein ergriffen haben1 um sich wilder ,tiere zu erwehren1 aber er warf sie wieder fort1 wenn der ,augenblickszweck erreicht war4 ,jetzt bedarf es dauerhafter ,gegenstnde1 um die dauernde ,bearbeitung des ,bodens zweckmig zu gestalten4 ,wenn frher ein ,blitzstrahl gelegentlich einen ,baum entzndet hatte1 so verlosch das ,feuer1 das fr den ,naturmenschen nutzlos war2 jetzt wird die ,flamme wertvoll zur ,herstellung der ,werkzeuge1 bald auch zur ,zubereitung der ,speisen1 sie wird gehegt und behtet4 ,bald vermag mit ihrer ,hilfe der ,mensch die ,metalle1 welche ein gtiges ,geschick vor ihm im ,innern der ,erde verborgen hatte1 zu schmelzen und fr seine ,zwecke nutzbar zu machen4 ,er sprt dem ,eisen nach und wird ,bergmann4 ,nun als sehafter ,ansiedler grndet er an ,stelle der frheren flchtigen ,geschlechtsgemeinschaft die ,familie4 ,die ,sprache stellt sich ein als ,verstndigungsmittel zwischen ,eltern und ,kindern und im ,verkehr der ,nachbarn zu einander4 ,die benachbarten ,kinder spielen miteinander1 ,jnglinge und ,jungfrauen begegnen einander auf gewohnten ,pfaden1 bald vereinigen gemeinsame ,feste die ,umwohnenden1 ,gesang erschallt1 und in ,wettspielen zeigt sich die ,kraft und ,gewandtheit der ,jugend4 ,auf den ,kindheitszustand der ,menschheit ist ihr ,jugendalter gefolgt1 und whrend das erste dem ,gedchtnis der ,menschheit entschwunden ist und sich nur noch dem ,auge des ,forschers erschliet1 verweilen bei diesem als auf dem goldenen ,zeitalter des ,geschlechtes die sehnschtigen ,erinnerungen auch des modernen ,menschen4 ,wo freilich viel ,licht ist1 da ist viel ,schatten4 ,rousseau war durchaus nicht gewillt1 in der ,darstellung des ,jugendzustandes der ,menschheit nur die ,lichtseiten hervortreten zu lassen1 um so mehr da im weiteren ,verlauf der ,entwickelung vorwiegend diese ,schattenseiten sich mehr ausbreiten1 whrend die erfreulicheren ,zge1 die in dieser ,zeit noch stark hervortreten1 teils stationr bleiben1 teils sogar rckgebildet werden4 ,vor allem ist es ein psychologischer ,unterschied zum ,naturmenschen1 der auf dieser ,stufe der ,entwickelung ,rousseaus ,aufmerksamkeit auf sich zieht4 ,der ,naturmensch hatte ,selbstliebe1 aber keine ,eigenliebe4 ,das wird anders1 sowie er in soziale ,beziehungen zu seinen ,mitmenschen tritt4 ,denn nun beginnt er1 sich mit seinem ,nchsten zu vergleichen1 ebenso wie er das ,objekt dieser ,vergleichung bei anderen wird4 ,bei den ,festspielen1 bei den ,zusammenknften der ,nachbarn1 bei der ,bewerbung um die ,gunst der ,geliebten1 bei der gemeinsamen ,jagd und dem gemeinsamen ,mahl1 berall gilt es1 nicht nur das eigene ,leben zu leben1 sondern auch den ,wert dieser ,eigenart anderen bemerklich zu machen1 womglich als der ,strkste1 der ,schnste1 der ,geschickteste1 der ,beredteste zu erscheinen4 ,es fhrt dieses ,streben zwar auch dazu1 die eigenen ,anlagen nach ,krften auszubilden1 aber schon auf dieser ,stufe wird der damit verbundene ,triumph ber den besiegten ,nebenbuhler oder ,mitstreiter zu einem unerfreulichen ,charakterzuge1 der den ,menschen auf dieser ,stufe zu seinem ,schaden vom ,naturmenschen unterscheidet4 ,dabei bleibt es aber nicht4 ,wo das ,sein nicht vorhanden ist1 wird zum ,schein gegriffen4 ,da der ,schwerpunkt der eigenen ,beurteilung wesentlich in der ,schtzung der anderen liegt1 so kommt es wenig darauf an1 durch welche ,mittel diese ,schtzung errungen oder erzwungen wird1 wenn sie nur dem lieben ,ich gezollt wird4 ,daher greift man schon frh zur ,list1 wo die eigene ,strke nicht hinreicht1 zur ,verleumdung1 wo der ,wert des ,nebenbuhlers nicht erreichbar ist4 ,ein knstliches ,bild des eigenen ,wesens wird fr die anderen entworfen und alles daran gesetzt1 diesem knstlichen ,ansehen ,geltung und ,dauer zu verschaffen4 ,an ,stelle der ,selbstliebe tritt die ,eigenliebe4 ,hand in ,hand mit dieser psychologischen ,entwickelung1 sie frdernd und untersttzend1 wie von ihr beeinflut1 treten soziale ,erscheinungen1 die der ,naturmensch nicht kannte1 nicht kennen konnte4 ,schon in seinem ,artikel ber politische konomie in der ,enzyklopdie hatte ,rousseau darauf hingewiesen1 da mit dem ,ackerbau die von uns heute so genannte ,augenblickswirtschaft prinzipiell aufhrt4 ,es beginnt die ,mglichkeit1 ,vorrte aufzuhufen1 der ertragreichere ,boden1 der fleiigere ,arbeiter stehen im ,vorteil den minder ,begnstigten gegenber4 ,der ,unterschied von reich und arm fngt an1 sich anzumelden1 wenn er auch noch nicht die gigantischen ,proportionen annimmt1 welche die heutige ,gesellschaft zeigt4 ,aber einmal ins ,leben getreten1 mu dieser ,unterschied einen weiteren mit sich fhren1 der verhngnisvoll fr die ,stellung der ,menschen zu einander werden mu4 ,an ,stelle der natrlichen ,gleichheit unter den ,naturmenschen1 an ,stelle der nur durch ,unterschiede in der eigenen krperlichen und geistigen ,tchtigkeit bedingten ,wertordnung whrend des ,jugendalters der ,menschheit tritt nunmehr der auf ,besitz zurckgehende ,unterschied zwischen ,herren und ,sklaven4 ,der ,ursprung dieser hassenswerten ,einrichtung kann ein verschiedenartiger sein1 das ,resultat ist immer dasselbe4 ,wenn der ,arme1 um in den ,zeiten der ,not sein ,leben zu fristen1 sich ganz in die ,gewalt des ,reichen begibt und durch seine eigene ,arbeit mit jedem ,tage die ,kluft zwischen sich und dem bermchtigen noch verbreitern hilft1 wenn der durch ,list und ,gewalt berfallene seiner ,freiheit entsagt1 um sein ,leben zu retten1 und nur noch den ,willen seines ,herrn kennen darf1 anstatt des eigenen -- immer ist das ,resultat dasselbe3 durch die ,kraft und die ,arbeit seiner ,sklaven1 nicht durch die eigene1 wird der ,herr ber die ,masse seiner ,nachbarn emporgehoben1 und bald schmeichelt es seinem ,egoismus1 keinen freien ,willen neben dem eigenen anerkennen zu mssen1 seinen ,wert erhht zu sehen durch die ,menge der ,sklaven1 ber die er gebieten kann4 ,damit ziehen ,luxus und ,miggang in die menschliche ,gesellschaft ein2 nicht mehr der ,miggang des ,naturmenschen1 der nichts bedurfte und deshalb den ,wert der ,arbeit nicht kannte1 sondern der ,miggang des reichen ,kulturmenschen1 der es versteht1 jede seiner ,kaprizen durch die ,arbeit anderer befriedigen zu lassen4 ,denn erst in dieser ,zeit beginnen die ,erscheinungen1 die wir heute unter dem ,namen ,kultur zusammenfassen1 wogegen wir die ,gesellschaften im ,jugendzustand der ,menschen als ,naturvlker zu bezeichnen pflegen2 mit ,unrecht1 weil auch diese schon sich aus dem ,zustand der ,natur entfernt haben1 mit ,recht1 weil ihr ,zustand dem des ,naturmenschen unendlich nher steht als dem unseren1 der ,vollkultur4 ,die allgemeine ,signatur der ,vollkultur kann man darin erblicken1 da jene ,neigung zum ,schein1 die sich schon im ,jugendalter der ,menschheit anmeldete1 nunmehr ins ,ungeheuerliche1 ins ,groteske wchst4 ,handelte es sich bei dem ,menschen des ,jugendalters auch im schlimmsten ,fall darum1 wirkliche ,vorteile mit ,hilfe scheinbarer ,vorzge zu erlangen1 so ist die ,signatur der ,kultur1 da sie wirkliche ,vorteile dahingibt1 um ,scheinwerte zu erlangen1 da sie scheinbare ,bedrfnisse durch ,scheinmittel befriedigt4 ,in dem ,jugendzustand suchte der ,mensch ,kenntnis der ,dinge zu erlangen1 die ihm von ,nutzen oder von ,nachteil waren4 ,mit ,scheu ehrte er das ,geheimnis der bermenschlichen ,mchte1 er verbot es sich und anderen1 die unbefangenen auf dem ,gefhl beruhenden ,grundstze1 die sein ,verhalten zu dem der ,nachbarn regelten1 in ,frage zu stellen oder zu bekritteln4 ,er dachte wenig und ntzlich1 er fhlte tief und stark4 ,jetzt beginnt die ,neugierde die ,wissenschaft hervorzurufen4 ,dinge1 die keinen erdenklichen ,wert fr das menschliche ,leben haben1 werden mit ,eifer untersucht1 um den ,reichen und ,mchtigen eine mige ,stunde zu vertreiben und die ,eitelkeit der ,gelehrten durch den ihnen gespendeten ,beifall bis ins ,malose zu erhhen4 ,die heiligsten berzeugungen1 die wohlttigsten ,gefhle der ,menschen werden so lange kritisiert1 bis sie schal und alltglich zum ,spott werden und keine ,gewalt mehr haben1 das menschliche ,leben zu regeln4 ,die ,stelle der wirklichen ,natur1 von der sich die ,menschen durch die ,mauern ihrer ,stdte getrennt haben1 mssen nun ,bilder1 auf ,leinwand gepinselt1 vertreten2 weil wir keine ,zeit mehr haben1 zur wirklichen ,natur zu gehen1 so mu eine ,scheinnatur an den ,mauern unserer ,zimmer sie ersetzen4 ,und ebenso1 wie in nutzlosen ,klgeleien inmitten einer unwahren ,natur leben wir auch in einer unwahren ,welt der ,gefhle4 ,der ,naturmensch hatte wenige aber starke ,gefhle1 die sein ,handeln unmittelbar auslsten4 ,sein natrliches ,mitleid machte es ihm unmglich1 fremde ,leiden zu sehen1 ohne ein starkes ,gefhl1 diesem ,leiden abzuhelfen1 ohne hilfsbereites ,handeln1 das diesem ,gefhl entspringt4 ,aber es wrde ihm nicht einfallen1 ,mitleid mit nur scheinbarem ,leide zu empfinden1 sein wirkliches ,gefhl richtet sich nur auf ,wirkliches4 ,ganz anders der ,kulturmensch4 ,ihm gengt es1 da seine ,gefhle erregt werden1 aber er will sie durchaus nicht in ,handlungen zum ,wohle des ,unglcklichen umsetzen1 es schmeichelt seiner ,eigenliebe vor sich selber als fhlender ,mensch dazustehen1 aber es wrde sie noch viel mehr schdigen1 wenn auf das erregte ,gefhl nun ,handlungen zu folgen htten1 die seine ,mue oder auch nur seinen ,geldbeutel in ,anspruch nehmen wrden4 ,der vollendete ,ausdruck dieses ,zustandes der ,kulturmenschen ist das ,theater4 ,hier werden erdichtete ,leiden vorgefhrt1 um ein falsches ,mitleid1 eine falsche ,rhrung zu erwecken4 ,whrend der ,naturmensch dem ,unglcklichen hilft1 geht der ,kulturmensch teilnahmslos an ihm vorbei und hngt den schnen ,gefhlen nach1 die im ,theater durch die ,kunst des ,schauspielers in ihm erregt sind4 ,immerhin war es keine ,inkonsequenz1 wenn ,rousseau einerseits seinen geliebten ,genfern auf das dringendste davon abriet1 das ,theater bei sich einzufhren1 und anderseits die ,notwendigkeit des ,theaters fr ,paris auf das nachdrcklichste betonte4 ,wo die ,sitten im allgemeinen noch ungebrochen sind1 wo die ,menschen noch ein wirkliches und nicht ein ,scheinleben fhren1 da ist das ,theater zweifellos ein ,mittel1 den ,verfall der ,sitten herbeizufhren oder zu beschleunigen1 und daher mu sich eine derartige ,gemeinschaft energisch den ,rat der ,freunde verbitten1 welche sie1 wie das d',alembert getan hatte1 im ,interesse der ,kultur und der ,verfeinerung der ,sitten mit diesem ,danaergeschenk beglcken wollen4 ,wo aber die ,sitten bereits so verderbt sind wie in ,paris1 wo die ,verfeinerung der ,sitten bereits so weit gediehen ist1 da sie berhaupt nicht mehr existieren1 da wrde die ,abschaffung des ,theaters einen schweren ,fehler bedeuten4 ,die ,theaterbesucher wrden nicht versuchen1 ihr ,mitleid1 das nicht mehr knstlich angeregt wird1 durch ,taten wirklicher ,mildttigkeit zu befriedigen1 sondern sie wrden eine ,zeit1 in der sie bisher zwar unntz1 aber nicht lasterhaft unterhalten wurden1 dazu verwenden1 ihren sittenlosen ,vergngungen1 ehrgeizigen ,plnen und verbrecherischen ,handlungen mit grerer ,mue als bisher nachzugehen4 ,diese ,stellungnahme ,rousseaus zum ,theater ist nur ein ,spezialfall des allgemeinen ,pessimismus1 mit dem er in die ,zukunft der ,menschheitsentwickelung blickt4 ,niemand hatte klarer die ,gefahren gesehen1 mit denen die moderne ,kultur die ,sittlichkeit und das ,glck des ,menschen bedroht1 aber niemand war auch so berzeugt davon1 da diese ,entwickelung nicht auf ,zuflligkeiten beruhe1 sondern sich mit der ganzen ,wucht und ,unentrinnbarkeit eines ,fatums vollzogen habe4 ,daher es denn auch ,rousseau unmglich erschien1 da die heutigen ,menschen jemals den ,weg zurck zu reineren und glcklicheren ,zustnden gewinnen knnten4 ,es wrde gar nichts helfen1 die ,akademien und ,laboratorien1 die ,ateliers der ,maler und der ,bildhauer1 die ,opern und ,schauspielhuser zu schlieen1 man wrde dadurch nur die ,vorteile verlieren1 die sie1 wenn auch in migem ,grade1 fr die ,fortbildung des ,intellekts1 die ,verfeinerung des ,geschmacks und die ,vertreibung der ,langeweile unleugbar haben4 ,die ,menschen wrden roher und gemeiner1 aber durchaus nicht besser werden4 ,nicht in den ,institutionen1 in den ,menschen selber ist ihre ,verderbtheit begrndet und um diese zu beseitigen1 mten die ,menschen von ,grund aus andere werden als sie sind4 ,ob dies durch einen pltzlichen ,entschlu1 durch einen augenblicklichen ,enthusiasmus gelingen knne1 das bezweifelt ,rousseau mit ,recht4 ,das goldene ,zeitalter liegt nicht1 wie die modernen ,aufklrer meinen1 in der ,zukunft1 es liegt wie das biblische ,paradies in der ,vergangenheit des menschlichen ,geschlechts1 und ,rousseau sieht keinen gangbaren ,weg1 der dorthin zurckfhrt4 ,daher ist es auch nicht berechtigt1 wenn man ,rousseau die ,absicht zugemutet hat1 die ,menschen wieder zum ,naturstand zurckzufhren4 ,wenn ,voltaire in jenem ironischen ,ton1 den er ,rousseau gegenber berhaupt anzuschlagen liebte1 ihm schrieb1 er habe nach der ,lektre seines ersten ,discours den ,wunsch empfunden1 auf allen ,vieren zu kriechen und ,salat zu fressen1 so war ,rousseau weit davon entfernt gewesen1 seinem ,mitbruder in ,apoll dergleichen anstrengende ,exerzitien zuzumuten4 ,an den vereinzelten ,stellen1 wo er berhaupt eine ,rckkehr zur ,natur als mglich denkt1 bedeutet sie ihm nur eine ,wiederherstellung des ,jugend-1 nicht des ,kindheitsalters der ,menschheit4 ,aber meist sieht er mit klarem ,blick die ,unmglichkeit auch dieser ,zurckentwickelung ein4 ,es kann nicht unsere ,aufgabe sein1 in eine ausfhrliche ,kritik der ,geschichtsphilosophie ,rousseaus einzutreten4 ,seinen ,zeitgenossen gegenber hatte er zweifellos ,recht4 ,die ungezhlten ,versuche der ,erwiderungen gegen seine beiden ,discours1 die den bisherigen ,standpunkt zu verteidigen suchten1 sind einer verdienten ,vergessenheit anheimgefallen1 und auch heute noch sind die ,worte ,rousseaus ein warnendes ,menetekel fr jeden naiven ,versuch1 die ,gleichung3 ,kultur gleich ,glck aufs neue herausrechnen zu wollen4 ,da jeder ,schritt in die ,kultur hinein nicht nur einen ,schritt von der ,natur fort1 sondern auch eine ,erschwerung fr das ,ziel des naiven ,glcksstrebens bedeutet1 wird heute wohl nur noch von wenigen bestritten4 ,aber nicht nur durch seine ,zeit1 auch durch seinen ,charakter war ,rousseau die ,fragestellung unmglich gemacht1 ob nicht vielleicht trotzdem1 ja gerade weil die ,kultur keine ,rcksicht auf unser ,streben nach ,glck nimmt1 weil sie in ihren ,schpfungen nur berindividuelle ,werte entstehen lt1 die nicht geeignet sind1 den ,menschen1 der sich in ihren ,dienst stellt1 glcklich zu machen1 dennoch diese ,werte allein dem ,leben ,bedeutung zu geben vermgen4 ,den ernsten ,appell1 den diese ,werte an ,rousseau richteten1 vermochte er nur nach dem ,verzicht auf ,ruhe und ,glck zu wrdigen1 den sie unleugbar fordern4 ,in dem konventionellen und verknstelten ,kulturleben seiner ,zeit konnte er nur die negative ,seite1 das ,aufhren des ,naturzustandes1 erblicken1 und sein ,wahrheitssinn wurde durch die falschen ,theorien der ,fortschrittspfaffen seiner ,zeit empfindlich berhrt4 ,da die ,verpflichtung1 die er in sich fhlte1 und die er mnnlich erfllt hat3 der ,wahrheit die ,ehre zu geben und in diesem guten ,kampf das ,behagen1 ja die ,sicherheit seines ,lebens gering anzuschlagen1 ebenfalls das ,eintreten fr einen ,kulturwert war1 welcher fr seinen ,naturmenschen berhaupt noch nicht existiert htte1 da er sich mit seinem ,handeln in ,gegensatz zu seinen ,lehren stellte1 das blieb ,rousseau verborgen4 ,aber gerade dadurch1 da sein ,leben im ,dienst des ,wahrheitswertes im ,widerspruch zu seiner ,lehre stand1 wurde er der ,vorkmpfer einer neuen ,zeit1 welche auf dem ,untergrund1 den er gelegt hatte1 weiter fortbauend die theoretische ,berechtigung des ,lebens ,rousseaus nachzuweisen vermochte4 ,rousseau lebte1 was ,fichte nach ihm lehren sollte4 ,drittes ,kapitel4 ,die ,rechtsphilosophie4 ,in seiner ,geschichtsphilosophie hatte ,rousseau1 wie wir gesehen1 den ,weg gewhlt1 seine philosophischen berzeugungen vom ,wert der ,geschichte an der ,hand einer pragmatischen ,erzhlung vom ,verlauf der ,geschichte zu entwickeln4 ,der ,weg vom ,naturzustand bis auf unsere ,verhltnisse war seiner ,ansicht nach von der ,menschheit wirklich zurckgelegt worden4 ,in der ,hervorhebung der wesentlichen ,etappen dieses ,weges stellte sich aber zugleich ,rousseaus ,urteil ber ihren ,wert oder besser ihren ,unwert dar4 ,es lt sich nicht leugnen1 da diese ,verschrnkung beider ,gesichtspunkte zu der verhngnisvollen ,vermischung fhren konnte1 welche ,lessing einmal in die ,worte zusammengefat hat3 ,zufllige ,geschichtswahrheiten knnen niemals notwendige ,vernunftwahrheiten begrnden4 ,in ,wahrheit ist das ,urteil ,rousseaus ber den ,wert der ,kultur ganz unabhngig davon1 ob sein ,naturmensch jemals existiert hat oder nicht4 ,aber es lt sich nicht leugnen1 da gerade diese unmethodische ,verschmelzung zweier ,gesichtspunkte viel zu dem tiefen ,eindruck beigetragen hat1 den die ,geschichtsphilosophie ,rousseaus auf seine ,zeitgenossen macht4 ,noch an einer anderen ,stelle hat sich diese ,problemverschlingung an ,rousseaus eigenem ,werk gercht4 ,seine originellste ,leistung auf wissenschaftlichem ,gebiet1 seine ,rechtsphilosophie1 ist lange ,zeit dahin miverstanden worden1 als habe ,rousseau hier eine ,rechtsgeschichte geben wollen1 als handle es sich fr ihn nicht darum1 die bestehenden sozialen und rechtlichen ,einrichtungen der ,menschheit daraufhin zu prfen1 ob sie richtiges ,recht 7,stammler7 seien1 sondern1 da er habe pragmatisch erzhlen wollen1 wie es gekommen sei1 da heute diese und keine anderen ,gesetze in ,kraft seien4 ,erst in unserer ,zeit sind durch die ,arbeiten ,stammlers1 ,liepmanns und ,haymanns diese ,miverstndnisse beseitigt worden4 ,wir wissen heute1 da es sich fr ,rousseau nicht um ,rechtsgeschichte1 sondern um ,rechtsphilosophie gehandelt hat4 ,da der ,irrtum ber die ,absicht des ,contrat social entstehen konnte1 hat freilich seine guten ,grnde4 ,bei allen bahnbrechenden ,geistern mssen wir nun einmal mit der ,tatsache rechnen1 da sie selber ,brger des ,zeitalters sind1 welches sie berwinden wollen4 ,die alten ,gedanken und ,methoden drngen sich immer wieder hervor und stehen hart neben den ,prinzipien einer kommenden ,zeit4 ,die ,kritik der reinen ,vernunft ist zum guten ,teil ein vorkritisches ,buch1 und wer nur auf diese ,teile achtet1 hlt sie noch heute in aller ,unschuld und mit guten ,grnden fr einen psychologischen ,traktat4 hnlich ist es mit dem ,contrat social4 ,er ist das erste rechtsphilosophische ,buch1 er begrndet diese ,wissenschaft und gerade deshalb sind noch erhebliche rechtshistorische ,bestandteile in ihn herbergenommen worden1 welche stark genug sind1 es verstehen zu lassen1 wie man den eigentlichen ,charakter des ,buches vollkommen verkennen konnte4 ,wie ,rousseau seine ,arbeit angesehen wissen wollte1 geht schon aus der ,kritik hervor1 die er an einigen seiner ,vorgnger vollzieht1 ,mit zwei ,mnnern setzt er sich zuerst auseinander3 mit ,hobbes und mit ,filmer4 ,nach ,hobbes wird der ursprngliche ,krieg aller gegen alle1 der aus der vollstndigen ,freiheit aller ,individuen hervorgeht durch einen ,vertrag beendet1 in welchem alle auf ihre ,freiheit verzichten1 diese auf die ,regierung bertragen und von der ,regierung die ,gesetze empfangen1 durch welche ein friedliches ,zusammenleben der ,teilnehmer am ,vertrage ermglicht wird4 ,da ein jeglicher ,zustand ertrglicher ist1 als der des ,naturzustandes1 da aber jede ,auflehnung gegen die ,regierung eine ,kndigung des ,vertrages bedeutet und den ,naturzustand wieder herbeifhrt1 so liegt die einzige ,grenze der ,regierungsgewalt darin1 da sie den ,untertanen nicht befehlen kann1 ,selbstmord zu begehen1 denn etwas ,schlimmeres als der ,tod kann ihnen auch auerhalb des ,vertragsverhltnisses nicht begegnen1 und so drfen sie in diesem ,fall den ,krieg aller gegen alle einem solchen ,vertragsverhltnis vorziehen4 ,rousseau wendet gegen diese ,lehre ein1 da nach ihr gar keine ,mglichkeit ist 7von jener einzigen ,ausnahme abgesehen71 zwischen guten und schlechten1 gerechten und ungerechten ,gesetzen zu unterscheiden1 und da sie somit1 die ,tatschlichkeit eines solchen ,vertrages vorausgesetzt1 zwar die ,entstehung von ,gesetzen erklrt1 aber nicht erlaubt1 zwischen wohlttigen und nachteiligen ,gesetzen zu unterscheiden4 ,mit einem ,wort1 ,rousseau vermit bei ,hobbes die ,angabe eines ,kriteriums zur ,beurteilung der ,verfassungen und ,gesetze4 ,die entgegengesetzte ,theorie ,filmers leidet an denselben ,mngeln4 ,nach ,filmer beruht die ,gewalt des ,gesetzgebers auf patriarchaler ,grundlage1 diese aber geht auf gttliche ,einsetzung zurck4 ,wie ,gott dem ,familienvater mit der ,sorge fr seine ,kinder auch die ,gewalt ber dieselben gegeben hat1 wie es die gottgewollte ,pflicht des ,vaters ist1 zu herrschen1 der ,kinder aber1 zu gehorchen1 so ist auch nach dem ,schriftwort alle ,obrigkeit von ,gott1 ihre ,gebote sind von der gttlichen ,autoritt ihres ,amtes getragen1 eine ,auflehnung der ,untertanen gegen ihre ,obrigkeit ist nicht nur ein ,bruch des ,rechtes1 sondern auch eine ,snde wider ,gott4 ,rousseau bezweifelt zunchst1 da der ,vergleich des ,familienvaters mit dem ,herrscher hier zutrifft1 da das ,entscheidende bei der patriarchalen ,familie1 der ,unterschied in ,alter und ,weisheit zwischen ,vater und ,kindern hier wegfllt4 ,die ,lehre1 da die ,obrigkeit von ,gott sei1 fgt er mit einigem ,spott hinzu1 sei nicht anzuzweifeln1 aber drfe nur in demselben ,sinne genommen werden1 nach welchem man auch eine ,krankheit als von ,gott gesandt betrachtet und sich gleichwohl nicht besinnt1 einen ,arzt zu rufen4 ,auch nach dieser ,lehre fehlt jede ,mglichkeit eine ,beurteilung der ,regierungsformen1 ,verfassungen und ,gesetze vorzunehmen1 denn da alle auf die gleiche gttliche ,autoritt zurckgehen und durch dieselbe gerechtfertigt werden1 so sind auch alle gleich gut4 ,neben diesen beiden philosophischen ,lehren kennt aber ,rousseau auch eine rein tatschliche historische1 die sich nicht auf einen hypothetischen ,vertrag oder auf die gttliche ,autoritt beruft1 sondern rein an der ,hand der ,tatsachen die ,entstehung und das ,wesen der ,staaten begreifen will4 ,da zeigt es sich denn1 da es das ,recht des ,strkeren ist1 welches die ,staaten begrndet4 ,durch ,eroberung wird ein ,teil des ,staatsgebietes nach dem anderen erworben1 nach ,kriegsrecht werden die ,unterworfenen versklavt oder doch in ihrer ,freiheit gemindert1 durch ,gewohnheit werden im ,lauf der ,generationen diese ,zwangsmaregeln zu ,gesetzen4 ,der dahinterstehende ,machtwille braucht sich nicht mehr dauernd in ,gewaltmaregeln zu uern1 es ist genug1 da er da ist4 ,die ,gesetze werden so lange beobachtet und gelten so lange1 wie die ,macht1 welche sie ins ,leben gerufen hat1 weiter fortbesteht4 ,mit dem ,aufhren oder ,erlahmen dieser ,macht fllt entweder das ,staatswesen auseinander oder ein neuer stark gewordener ,wille schafft eine neue ,rechtsordnung4 ,auf diesem ,boden bewegen sich die meisten der heute gegen ,rousseaus ,lehre vorgebrachten ,einwrfe1 daher ist die ,kritik ,rousseaus hier von aktuellem ,interesse4 ,rousseau ist weit davon entfernt1 zu leugnen1 da die ,geschichte uns unzhlige ,beispiele zeigt1 wie in der angefhrten ,weise ,staaten entstehen und vergehen4 ,ja1 er wrde ebensowenig erstaunt sein1 wenn ihm gezeigt wrde1 da alle augenblicklich bestehenden ,staaten diesen ,ursprung haben1 wie es einen ,geometer erstaunen wrde1 sagte man ihm1 da kein einziger wirklicher ,kreis der mathematischen ,definition des ,kreises entsprche4 ,der ,geometer wrde einfach antworten1 da in diesem ,falle kein eigentlicher ,kreis existiere und wrde ruhig an seiner ,definition des ,kreises festhalten4 ,genau dasselbe ,recht hat nun aber der ,theoretiker des ,rechtsstaates gegenber einem solchen faktischen ,nachweis1 der ihm zeigt1 da alle bestehenden ,staaten ,gewaltstaaten sind4 ,da ,gewalt den ,willen eines ,menschen oder beliebig vieler ,menschen knebeln kann1 wei der ,philosoph ebensogut wie der ,historiker oder wie jeder ,mensch berhaupt4 ,seine ,frage1 die nach diesem brillanten psychologischen ,aperu erst anhebt1 ist die1 ob ein ,unterschied zwischen ,gewalt und ,recht besteht1 und diesen ,unterschied glaubt ,rousseau machen zu knnen4 ,auch das erscheint ihm zweifelhaft1 ob durch ,verjhrung des ,gewaltaktes jemals ,recht entstehen kann1 denn damit knnte die ,frage nach dem richtigen ,recht mit der ,uhr in der ,hand beantwortet werden4 ,vor allem aber3 auch diese ,theorie zeigt denselben ,fehler wie die von ,hobbes und ,filmer4 ,wenn jedes ,verhltnis zwischen ,strke auf der einen1 ,ohnmacht auf der anderen ,seite als ,recht angesehen werden soll1 so fehlt uns wiederum jede ,mglichkeit1 die ,rechtsordnungen unter den ,menschen nach ihrem ,wert zu beurteilen1 denn alle haben alsdann die gleiche ,legitimation1 die sich auf den gleichen ,ursprung berufen knnen4 ,wie ,rousseau seine ,aufgabe auffat1 hat er klar und przise dahin formuliert3 ,wir sprechen von den ,menschen1 wie sie sind1 und von den ,gesetzen1 wie sie sein sollen4 ,das heit1 auch die ,rechtsphilosophie mu sich immer auf die wirklichen ,eigenschaften der ,menschen grnden4 ,sie will ,normen aufstellen fr die ,beziehungen der ,menschen untereinander1 aber sie kann dies nicht1 wenn sie die ,menschen als ,engel betrachtet und ihnen dann ,unmgliches zumutet1 sondern nur1 wenn sie zu ihrer ,basis die tatschlich bei den ,menschen vorkommenden ,eigenschaften nimmt4 ,aber freilich ist es nicht ausgeschlossen1 da die ,menschen tatschlich ,gesetze unter sich gelten lassen1 die fr sie zu schlecht sind2 daher ist zwar die menschliche ,natur die ,grenze1 ber welche die normativen ,bestimmungen der ,rechtsphilosophie nicht hinausgehen knnen2 was aber im ,verlauf der historischen ,entwickelung etwa aus dieser menschlichen ,natur durch ,zwang1 ,unterdrckung1 ,entnervung und ,luxus geworden sein sollte1 und ob also entartete ,wesen berhaupt noch in der ,lage sind1 eine ideale ,gesetzgebung bei sich einzufhren und nach ihr zu leben1 mu beim ,entwurf einer normativen ,gesetzgebung unbercksichtigt bleiben1 denn alles dieses sind historische ,tatsachenfragen1 die das ,wesen des ,menschen nicht berhren4 ,wie der ,mensch von ,natur beschaffen ist1 das wissen wir aus ,rousseaus ,geschichtsphilosophie4 ,es war nun ein verhngnisvoller ,schritt ,rousseaus1 da er1 von diesem ,naturzustand ausgehend1 die ,prinzipien entwickelte1 die den bergang vom ,naturzustand zum gesellschaftlichen ,zustand der ,menschen regeln sollten4 ,er erregte dadurch fast unvermeidlich den ,irrtum 7und scheint ihn gelegentlich selber geteilt zu haben71 als sei dieser bergang zum ,rechtsleben ein historisches ,faktum1 als seien tatschlich1 wie ,lotze dies einmal beiend formuliert1 die ,biedermnner der ,urzeit zu einem ,vertrage zusammengetreten1 weil man gemeinsam doch so viel besser leben knne als einzeln4 ,hobbes' ,staatsvertrag ist eine ,realitt1 denn alle ,autoritt des bestehenden realen ,rechtes geht auf ihn zurck4 ,rousseaus ,staatsvertrag stellt lediglich die ,bedingungen dar1 unter denen natrliche1 nicht historisch verbildete ,menschen in eine normative gesellschaftliche ,verbindung eingehen knnen4 ,er ist kein ,faktum1 sondern eine ,konstruktion4 ,da ,rousseau1 wie wir im zweiten ,kapitel gesehen haben1 den ,menschen als isoliertes1 freies1 lediglich sein eigenes ,wohl bercksichtigendes ,individuum auffate1 so ist es fr ihn selbstverstndlich1 da es nur der eigene ,vorteil sein kann1 welcher das ,motiv der ,rechtsordnung bildet4 ,ebenso deutlich ist es aber1 da der ,naturmensch gar kein ,interesse daran haben kann1 sein ,glck durch gesellschaftliche ,einrichtungen zu erreichen1 da er zu seinem ,glck der anderen ,menschen nicht bedarf4 ,erst nachdem faktisch bereits gesellige ,beziehungen zwischen den ,menschen entstanden und faktisch die ,einrichtung des ,eigentums vorhanden ist1 kann sich das ,bedrfnis herausstellen1 diese ,beziehungen nun auch rechtlich zu normieren4 ,daher es denn auch falsch ist1 das ,naturrecht ,rousseaus so aufzufassen1 als ob es ein ,recht sei1 das im ,naturzustand gegolten hatte4 ,im ,naturzustand gilt kein ,recht2 der ,naturmensch braucht kein ,recht1 weil die ,voraussetzung alles ,rechtes1 ein ,zusammenleben der ,individuen1 fehlt4 ,wie kann sich nun der einzelne durch eine allgemeine ,norm verpflichtet fhlen8 ,offenbar nicht1 wenn diese allgemeine ,norm sich als eine den eigenen ,willen zwingende1 fremde und uere ,gewalt darstellt4 ,auf diesem ,wege kann es1 wie wir gesehen haben1 nur zu einem ,gewaltstaat1 niemals zu einem ,rechtsstaat kommen4 ,um das ,gesetz als fr mich gltig1 mich verpflichtend1 anerkennen zu knnen1 mu ich in ihm meinen eigenen ,willen wiedererkennen1 der1 da er sich auf eine ,gemeinsamkeit von ,menschen und ihre ,interessen richtet1 ebenso den ,willen aller anderen reprsentiert1 wie den meinen4 ,wenn sich mein ,wille auf meine individuellen ,zwecke richtet1 so bleibt er individuell3 richtet er sich auf ,zwecke1 die einer ,mehrheit von ,menschen gemeinsam sind1 so verschmilzt er mit dem ,willen der anderen zum ,gesamtwillen4 ,der ,gesamtwille ist also der durch den ,willen zur ,gemeinsamkeit konstituierte ,trger und ,schpfer der gesetzlichen ,ordnung im ,gegensatz zur ,gewaltordnung4 ,daraus ergibt sich nun aber1 da fr alle gesellschaftlichen ,festsetzungen der ,gesamtwille schlechthin souvern ist1 d4 h4 eine ber ihm stehende ,gewalt nicht anerkennen darf4 ,tte er dies1 so wrde er und damit der ,wille aller derjenigen1 die sich in ihm vereinigt haben1 unfrei2 der ,rechtsstaat hrte auf1 ,rechtsstaat zu sein und wrde ,gewaltstaat unter dem ,willen dessen1 der der ,souvern des ,gesamtwillens geworden wre4 ,es kann daher sehr wohl eine ,rechtsgemeinschaft einstimmig beschlieen1 sich einen oder mehrere ,souverne zu setzen1 aber dieser ,beschlu ist genau dasselbe auf sozialem ,gebiet1 was der ,selbstmord im individuellen ,leben ist4 ,der ,gesamtwille hrt auf zu funktionieren1 und die ,rechtsordnung wird zur ,gewaltordnung des neuen ,souverns4 ,um zu begreifen1 was ,rousseau unter dem ,gesamtwillen 7volont gnrale7 versteht1 mu man ihn sorgfltig von dem ,willen aller 7volont de tous7 unterscheiden4 ,rousseau ist weit davon entfernt1 anzunehmen1 da die ,einmtigkeit selbst aller ,mitglieder eines sozialen ,verbandes ,ausdruck des ,gesamtwillens in allen ,fllen ist4 ,das ,ideal der gesellschaftlichen ,ordnung wre dies freilich1 und ,rousseau ist in der ,tat der ,ansicht1 da unter normalen ,verhltnissen nicht erst die ,gesamtheit1 sondern schon die ,majoritt der ,beratenden ,beschlsse fassen wird1 die ,ausdruck des ,gesamtwillens sind4 ,zieht man diejenigen ,willensuerungen ab1 die infolge individueller ,wnsche zu sehr nach der einen oder nach der anderen ,seite hin tendieren1 so wird als ,ausdruck des ,gesamtwillens1 der die ,interessen der ,gesamtheit vertritt1 die kompakte ,masse der ,willensuerungen verbleiben1 welche gleichweit von beiden individuellen ,extremen entfernt das in der ,mitte liegende ,gesamtinteresse darstellt4 ,danach knnte ,rousseau als ein doktrinrer ,vertreter der ,lehre von der richtigen ,mitte 7juste milieu7 angesehen werden1 und wre dies wirklich seine ,ansicht gewesen1 so wrde es nicht schwer sein1 in allen ,fllen den ,gesamtwillen zur ,geltung zu bringen2 man brauchte eben nur mechanisch aus den abgegebenen ,willensuerungen einen ,mittelwert herauszurechnen4 ,so einfach denkt sich aber ,rousseau die ,sache doch nicht4 ,er wei sehr wohl1 da auch ein einstimmig gefater ,beschlu durchaus nicht ,ausdruck des ,gesamtwillens zu sein braucht1 und daher mu er ,kriterien dafr entwickeln1 in welchen ,fllen der ,wille aller als ,ausdruck des ,gesamtwillens angesehen werden knne4 ,fassen wir den ,zweck des ,zusammentritts der ,menschen zur ,rechtsordnung 7,contrat social7 nochmals ins ,auge4 ,er bestand darin1 ,leben und ,eigentum des einzelnen nicht als individuelle1 sondern als allgemeine durch einen ,gesamtwillen garantierte und anerkannte ,rechtsgter festzustellen und zu bestimmen4 ,damit ist gegeben1 da der ,rechtswille einer ,gemeinschaft sich auch nur auf allgemeine ,maregeln richten kann1 da also alle gesetzlichen ,maregeln1 welche auf ,individuen gehen und ,individuen als solche treffen wollen1 dem ,gesellschaftsvertrag zuwider sind und daher1 selbst wenn sie einstimmig gefat werden1 ,ausdruck des ,allgemeinwillens nicht sein knnen4 ,ein ,gesetz1 welches einen bestimmten ,menschen mit ,namen zum ,tode verurteilen oder ihm sein ,eigentum konfiszieren wrde1 wie es z4 ,b4 das englische ,recht kennt 7bill of attainder71 ein ,verfahren1 wie es uns der ,ostrazismus in ,athen zeigt1 welches ,verbannung ber ein bestimmtes ,individuum verhngt1 ist also nach ,rousseau in allen ,fllen ungesetzlich4 ,selbst wenn es mit ,stimmeneinhelligkeit beschlossen sein sollte1 knnte es niemals der ,ausdruck des ,gesamtwillens sein4 ,der ,gesamtwille kennt berhaupt keine einzelnen ,brger mit ,namen1 er kennt nur die ,gesamtheit der ,brger und trifft ,bestimmungen fr diese ,gesamtheit1 welche alsdann freilich fr jeden einzelnen gltig sind1 aber nicht deshalb1 weil er dieser einzelne ist1 sondern weil er zu dieser ,gesamtheit gehrt4 ,die ,konsequenz der ,rousseauschen ,gedanken fhrt nun freilich dahin1 da alle1 die durch ein ,gesetz verpflichtet werden knnen1 auch als konstituierende ,mitglieder des ,gesamtwillens gedacht werden mssen1 denn nur unter dieser ,voraussetzung knnen sie ja in den ,aussprchen des ,gesamtwillens den ,ausdruck ihres eigenen auf das ,allgemeine gerichteten ,wollens anerkennen4 ,danach wre die ,teilnahme der ,frauen an der gesetzgeberischen ,arbeit eine logische ,notwendigkeit1 wenn sie durch das ,gesetz verpflichtet werden sollen1 und diese ,konsequenz hat in der franzsischen ,revolution in der ,tat ,throigne de ,mricourt gezogen4 ,da ,rousseau diese ,konsequenz nicht anerkennt1 vielmehr die ,frauen von der ,teilnahme am politischen ,leben ausdrcklich ausschliet1 hat seinen ,grund in seiner ,ansicht ber die natrliche ,begabung beider ,geschlechter1 die uns in seiner ,erziehungslehre noch beschftigen wird4 ,die ,voraussetzung fr soziales ,leben1 der auf das ,allgemeine gerichtete ,wille1 fehlt bei der ,frau4 ,sie ist stets an ,individuen interessiert1 und daher ist es richtig1 da sie zuerst durch ihren ,vater1 spter durch ihren ,mann im ,ausdruck des ,gesamtwillens vertreten wird4 ,da ferner die ,familie1 wenn auch nicht als rechtliches1 so doch als tatschliches ,verhltnis schon vor dem ,gesellschaftsvertrag vorhanden ist1 so treten die ,kinder als durch ihren ,vater reprsentiert mit ihm in den ,rechtsverband ein4 ,wachsen sie heran und erheben sie keinen ,einspruch1 so kann ihre ,zustimmung zur ,gesellschaftsordnung vorausgesetzt werden2 eine einfache ,erklrung zur ,gesellschaftsordnung nicht gehren zu wollen1 gengt1 um sie von allen ,pflichten1 die sie auferlegt1 freilich auch von allen ,rechten1 die sie gewhrt1 auszuschlieen4 ,in die ,befugnis des ,gesamtwillens1 allen allgemeinen ,bestimmungen1 die von ihm ausgehen1 bindende ,kraft zu verleihen1 gehrt es nun freilich auch1 da rechtliche ,institutionen1 die frher durch den ,gesamtwillen garantiert waren1 diese ,garantie auf rechtsgltige ,weise durch ,beschlu des ,gesamtwillens wiederum einben knnen4 ,so wird z4 ,b4 das ,privateigentum aus einer faktischen zur rechtlichen ,institution dadurch1 da der ,gesamtwille allen ,beteiligten ihr ,eigentum garantiert4 ,es wrde1 wie wir gesehen haben1 kein ,beschlu1 der einem einzelnen sein ,eigentum konfiszieren wollte1 innerhalb der ,rechtsordnung mglich1 er wrde immer ein ,rechtsbruch sein4 ,ganz anders aber stellt sich das ,rechtsverhltnis gegenber einem durch die ,beteiligten gefaten ,beschlu 7fr den ,stimmeneinhelligkeit gar nicht notwendig ist71 der ganz allgemein fr alle ,staatsangehrigen die ,abschaffung des ,privateigentums und den bergang1 sei es zur sozialistischen1 sei es zur kommunistischen ,wirtschaftsform1 aussprche4 ,hier hat der ,souvern seine ,machtbefugnisse durchaus nicht berschritten4 ,privateigentum im rechtlichen ,sinne1 nicht als bloes ,faktum1 existiert nur1 solange es durch den ,gesamtwillen garantiert ist und kann mithin1 wenn dieser ,wille es zu garantieren aufhrt1 eine rechtliche ,existenz nicht mehr beanspruchen4 ,das gute ,recht der einzelnen ,besitzenden wrde es sein1 dem ,zustandekommen eines solchen ,gesetzes mit allen gesetzlichen ,mitteln entgegenzutreten2 ihre ,pflicht als ,brger aber bestnde darin1 sich dem rechtmig zustandegekommenen ,beschlu ohne weiteres zu fgen1 denn sie sollen durch ihn nicht als ,individuen getroffen werden1 sondern der ,gesamtwille will eine ,neuordnung der allgemeinen sozialen ,beziehungen durch seinen ,beschlu vornehmen1 und dies liegt zweifellos innerhalb seiner souvernen ,befugnisse4 ,so sieht ,rousseau in der ,einfhrung des ,kommunismus wohl eine ,aufhebung der bestehenden ,rechtsordnung1 keineswegs aber der ,rechtsordnung berhaupt4 ,es sind nur ,opportunittsgrnde1 allerdings gewichtigster ,art1 die ihn dazu veranlassen1 die ,einfhrung einer solchen ,maregel dringend zu widerraten4 ,wenn man nmlich sieht1 wie ganz das ,herz des ,menschen an seinem ,eigentum hngt1 wenn man erwgt1 fr wie viele die ,hauptfunktion des ,staates darin besteht1 ihnen ihr ,eigentum zu garantieren1 so kann man die ,befrchtung nicht unterdrcken1 da fr alle diese ,brger der ,staat1 welcher sich dieser ,funktion entschlge1 schlimmer als wertlos werden wrde1 da sie aus guten zu schlechten ,brgern1 aus ,verteidigern des ,staates seine ,feinde werden wrden4 ,zu einer solchen ,stellungnahme htten diese ,brger kein ,recht1 aber um so mehr mu der ,staat es vermeiden1 ohne die zwingendsten ,grnde einen ,teil seiner ,konstituenten in eine grundstzliche und erbitterte ,opposition hineinzuzwingen1 die psychologisch durchaus verstndlich1 die ,grundfesten aller gesellschaftlichen ,ordnung erschttern und schdigen mte4 ,rousseau war also keineswegs prinzipieller ,kommunist oder ,sozialist1 ebensowenig1 wie er prinzipieller ,vertreter des ,privateigentums war4 ,aber er zgerte nicht1 aus ,opportunittsgrnden dem ,privateigentum den ,vorzug vor einer kommunistischen ,ordnung der ,gesellschaft zu geben4 ,unter den ,vorgngern ,rousseaus hatten wir bisher absichtlich ,montesquieu nicht erwhnt1 weil dieser nicht so sehr vom ,recht berhaupt1 als von der ,abgrenzung der einzelnen ,rechtssphren untereinander handelt1 und hier allerdings eine normative ,regelung der ,rechtssphren erreichen will1 indem er an die berreste der stndischen ,verfassung in ,frankreich und das parlamentarische ,knigtum in ,england sich anlehnend die ,lehre von der absoluten ,trennung der legislativen1 exekutiven und richterlichen ,gewalten fr die ,gesundheit des ,staatskrpers als unerllich fordert4 ,gerade an diesem ,punkte setzt nun die ,kritik ,rousseaus ein4 ,es scheint ihm unmglich1 zu verstehen1 wie neben dem souvernen ,gesamtwillen irgendeine von diesem unabhngige ,sphre des ,rechtes konstruiert werden knne4 ,was nicht auf den ,gesamtwillen zurckgefhrt werden kann1 mag zwar als ,machtwille auftreten und als solcher dem ,souvern gegenber eine ,sphre der ,selbstndigkeit sich erkmpfen oder behaupten1 aber gerade deshalb kann diese ,sphre eine rechtliche ,dignitt nicht beanspruchen4 ,sie ist bloes ,faktum und kann nur historisch begriffen1 niemals aber als vernnftig eingesehen werden4 ,die ,konstruktion ,montesquieus zeigt also denselben ,fehler wie die ,hobbes' und ,filmers2 nur da sie nicht wie diese es unternimmt1 alles bestehende ,recht als normativ gltig nachzuweisen1 sondern da sie eine bestimmte historische ,gestaltung unter allen anderen als die sein sollende herausgreift und auszeichnet4 ,fr diesen ,vorzug aber vermag sie lediglich ,zweckmigkeitsgrnde1 keineswegs aber ,vernunftgrnde ins ,feld zu fhren4 ,warum der ,wille des einzelnen sich einer ,regierung1 welche die von ,montesquieu gewnschte ,trennung der ,gewalten zeigt1 unterzuordnen habe1 bleibt am ,schlu des ,esprit des lois genau so unverstndlich wie am ,anfang1 und noch weniger ist es zu verstehen1 wie diese drei selbstndigen ,willenssphren sich nebeneinander behaupten knnen1 ohne da die eine mit der anderen in ,macht- und ,kompetenzkonflikte geriete4 ,das ist eben nur mglich1 wenn es ber ihnen noch einen souvernen ,willen gbe2 gerade diesen aber kennt das ,system ,montesquieus nicht4 ,natrlich sieht auch ,rousseau die ,notwendigkeit mindestens einer ,zweiteilung der staatlichen ,funktionen in legislative und exekutive vollstndig ein4 ,er wei sehr wohl1 da1 ganz abgesehen von praktischen ,grnden1 die es unmglich machen1 die ,versammlung der ,volksgenossen auch mit der ,ausbung der ,gesetze zu betrauen1 eine solche ,vereinigung von ,legislative und ,exekutive theoretisch erhebliche ,schwierigkeiten haben wrde4 ,der ,gesamtwille kennt1 wie wir gesehen haben1 nur allgemeine ,gesetze4 ,die ,anwendung dieser ,gesetze betrifft aber immer ,individuen4 ,es mu daher der ,gesamtwille sich ein ,organ schaffen1 das1 aus ,individuen bestehend1 die allgemeinen ,bestimmungen der ,gesetze auf den individuellen ,fall anwendet1 d4 h4 die ,gesetze ausfhrt4 ,dieses ,organ nennt ,rousseau den ,herrscher4 ,von einer selbstndigen ,gewalt des ,herrschers kann also gar nicht die ,rede sein1 seine ,bedeutung1 seine ,existenz verdankt er lediglich dem ,gesamtwillen4 ,dieser hat die ,sphre seiner ,befugnisse umgrenzt1 und nur solange sich der ,herrscher innerhalb dieser ,sphre mit seinen ,anordnungen hlt1 haben diese rechtliche ,existenz4 ,ebenso aber wie der ,gesamtwille dem ,herrscher diese ,gewalt gegeben hat1 ebenso kann er sie ihm wieder entziehen4 ,in dem ,augenblick1 wo die ,volksgemeinde zusammentritt1 erlischt das ,mandat ihres ,mandatars1 des ,herrschers1 und nur durch einen neuen ,beschlu kann dem bisherigen ,herrscher diese ,befugnis aufs neue bertragen werden4 ,ist sie von vornherein auf einen bestimmten ,zeitraum beschrnkt1 so hrt nach ,ablauf dieser ,zeit das ,mandat von selber auf1 und alle ferneren ,handlungen des ,herrschers entbehren von da ab des ,merkmals der ,rechtsgltigkeit4 ,bei diesen grundlegenden rechtlichen ,bestimmungen ber die ,stellung des ,herrschers ist es nun von untergeordneter ,bedeutung1 auf wie viele oder wie wenige ,individuen die ,herrschergewalt delegiert wird4 ,wird sie auf ein ,individuum delegiert1 so entsteht die ,monarchie1 auf mehrere die ,aristokratie1 auf alle die ,demokratie4 ,jede dieser ,regierungsformen hat ihre eigentmlichen ,vorzge und ,nachteile1 jede aber ist1 diese ihre ,entstehung vorausgesetzt1 als rechtlich einwandfrei zu betrachten4 ,eine eigentmliche ,inkonsequenz scheint nach den vorherigen ,ausfhrungen darin zu liegen1 da ,rousseau hier auch die ,demokratie als mgliche ,regierungsform konstruiert4 ,denn es ist schwer verstndlich1 wie die ,gesamtheit der ,brger es machen soll1 sich selber die ,ausfhrung ihrer ,beschlsse zu delegieren1 fr die sie dann praktisch auerdem sich als ungeeignetes ,organ erweisen mu4 ,rousseau hilft sich hier mit dem ,hinweis auf das englische ,unterhaus1 das sich unter ,umstnden als ,komitee konstituiert1 ohne zu bedenken1 da das ,unterhaus auch als ,komitee weit davon entfernt ist1 die ,exekutive zu bernehmen1 sondern da es sich auch in diesem ,fall lediglich um ,maregeln der ,legislative handelt4 ,wahrscheinlich wollte ,rousseau nur darauf hinweisen1 da der ,souvern nicht begrifflich an irgendeine ,zahl gebunden sei1 wenn er ,individuen mit der ,ausbung der ,administration und ,exekutive betrauen wolle4 ,sehen wir uns nun die den einzelnen ,regierungsformen eigentmlichen ,vorteile und ,nachteile nher an1 so findet es sich1 da die ,vorteile der ,monarchie in der ,konzentration liegen1 welche durch sie die ,kraft des ,souverns notwendig erfahren mu4 ,alle ,fden der ,administration laufen hier in einer ,hand zusammen1 ber die gesamte ,macht des ,staates hat ein einzelner ,verfgung1 die ,abwehr fremder ,angriffe kann viel energischer geleitet1 der ,angriff auf die ,gegner viel pltzlicher und erfolgreicher durchgefhrt werden1 als es bei irgendeiner anderen ,regierungsform der ,fall ist4 ,wo das ,gebiet des ,staates gro1 die ,verhltnisse seiner einzelnen ,teile zueinander verwickelt1 die ,beziehungen zu seinen ,nachbarn mannigfach und gespannt sind1 da wird die ,monarchie sich als die geeignetste ,herrscherform empfehlen4 ,aber diesen groen ,vorteilen stehen ebenso groe ,nachteile gegenber4 ,es liegt in der menschlichen ,natur begrndet1 da der ,herrscher immer ein starkes ,interesse daran haben wird1 sich von seinem ,souvern unabhngig zu machen und ihn womglich zu depossedieren4 ,er wird es systematisch versuchen1 die ,grenzen seiner ,befugnisse immer mehr zu erweitern und in den ,augen des ,volkes als eigentlicher ,souvern zu erscheinen4 ,diese ,versuchung ist fr den ,monarchen am allergrten1 weil sich in ihm die meisten ,machtmittel konzentrieren und er hoffen darf1 durch persnliche ,vorzge1 uere ,erfolge und blendendes ,schaugeprnge der groen ,masse gegenber den unpersnlichen ,gesamtwillen zu verdrngen und als der eigentliche ,trger aller ,macht zu erscheinen4 ,so kann es am leichtesten in der ,monarchie dazu kommen1 da die ,volkssouvernitt obsolet wird und sich vielleicht nur noch in einigen bedeutungslosen ,zeremonien erhlt1 whrend der frhere ,mandatar1 der ,herrscher1 zum ,souvern1 der frhere ,rechtsstaat zum ,gewaltstaat geworden ist4 ,bessere ,garantien fr die ,fortdauer der ,volkssouvernitt bietet die ,aristokratie1 weil hier die ,eifersucht der einzelnen ,kollegen1 an welche gemeinschaftlich die ,herrschergewalt delegiert ist1 die ,herrschergelste jedes einzelnen im ,zaum hlt4 ,aber dieselbe ,eifersucht macht sich auch in allen ,regierungsgeschften bemerklich und verhindert die starken und geschlossenen ,aktionen nach auen1 in denen wir einen ,vorzug der ,monarchie sahen1 anderseits aber bietet diese ,eifersucht keine ,gewhr dafr1 da unter der ,verfassungsform der ,aristokratie die ,volkssouvernitt nicht auch ,gefahr laufe1 einzurosten und zu verkmmern4 ,namentlich wirkt auch hier wie in der ,monarchie das ,bestreben1 die ,zeitdauer der ,mandate mglichst auszudehnen1 ja sogar sie ganz von der ,beschrnkung auf ,zeit abzulsen1 indem man sie erblich macht4 ,das ,patriziat1 das auf diese ,weise entsteht1 wird ebenso eifrig bedacht sein1 den ,volkswillen nicht zu ,worte kommen zu lassen1 wie nur irgendein ,monarch1 und wird ebenso eiferschtig darauf sehen1 als der rechtmige ,souvern zu erscheinen1 wie irgendein erblicher ,knig4 ,die ,demokratie endlich gibt zwar die beste ,garantie dafr1 da der ,ursprung ihrer ,gewalt1 der ,gesamtwille1 nicht vergessen wird1 zeigt aber die grte ,schwerflligkeit und ,unbehilflichkeit in ihren administrativen ,maregeln und wird am meisten in ,gefahr sein1 tatkrftigen ueren ,gegnern eine hilflose ,beute zu werden4 ,aus ,bequemlichkeit scheuen die ,brger die ,zeit und ,mhe1 welche die bei einer solchen ,verfassung unvermeidlichen hufigen ,versammlungen mit sich bringen1 und damit ist die ,gefahr der ,zufallsmajoritten und ungerechten administrativen ,maregeln gegeben4 ,es htte nun ein sehr einfaches ,mittel gegeben1 diese ,schwierigkeit zu beseitigen1 nmlich die ,einfhrung der ,reprsentativverfassung1 wie sie damals in ,england bestand und heute in fast allen ,verfassungsstaaten eingefhrt ist4 ,aber fr ,rousseau erwies sich dieser ,ausweg als ungangbar4 ,nicht nur deshalb1 weil in den antiken ,republiken1 auf welche die ,lektre der klassischen ,autoren sein ,augenmerk besonders gerichtet hatte1 die ,versammlung der ,vollbrger die ,regel ist1 sondern auch1 weil begriffliche ,schwierigkeiten der ,ausfhrung des ,gedankens einer ,reprsentativverfassung entgegenstanden4 ,wird ein solcher ,ausschu mit gesetzgeberischer ,macht ausgestattet1 so ist es klar1 da er damit an die ,stelle des ,souverns tritt und da der ,souvern sich selber abdankt1 indem er zur ,wahl dieses ,ausschusses schreitet4 ,das englische ,volk ist frei nur im ,moment der ,parlamentswahlen2 sind diese geschehen1 so ist es der ,sklave des von ihm gewhlten ,parlaments4 ,wenn ,rousseau hier namentlich auf die ,gefahr aufmerksam macht1 da sich die ,parlamentsmitglieder vom ,herrscher 7der ,exekutive7 bestechen lassen wrden1 so hatte er zu dieser ,besorgnis im ,hinblick auf die damals bestehenden ,zustnde in ,england guten ,grund1 denn hier waren ja die parlamentarischen ,bestechungen zum kunstvollen ,system ausgebildet worden4 ,es kann aber in diesem ,einwurf ein triftiger ,einwand gegen parlamentarische ,vertretungen nicht gesehen werden1 weil diese belstnde ihre ,ursache in den eigenartigen englischen ,verhltnissen hatten und auch hier nur vorbergehend aufgetreten sind4 ,wichtiger ist der ,hinweis darauf1 da die ,einrichtung eines ,parlaments notwendigerweise die ,bildung politischer ,parteien erzeugt oder doch befrdert1 und in der ,existenz solcher ,parteien sieht ,rousseau die schwerste ,gefahr fr seinen ,rechtsstaat4 ,unter der ,parteiherrschaft kommt eben die ,meinung der ,staatsbrger nicht mehr zur ,geltung2 nicht sie sind eigentlich souvern1 sondern die ,partei hat sich zwischen den einzelnen ,brger und die den ,brgern zustehende souverne ,gewalt geschoben4 ,so sind es denn auch die in dem ,staatsvertrag gar nicht erwhnten politischen ,parteien1 die eigentlich regieren4 ,sollte sich nun aber doch die ,einsetzung einer ,reprsentativverfassung als unumgnglich erweisen1 so ist es notwendig1 den ,gefahren1 die mit einer solchen ,verfassung verbunden sind1 mglichst vorzubeugen4 ,selbstverstndlich ist1 da die ,volksvertretung nur auf ,zeit gewhlt werden darf und da nach ,ablauf dieser ,zeit ihr ,mandat von selber erlischt4 ,zu empfehlen ist die mglichste ,verkrzung der ,dauer der ,legislaturperioden1 damit auf diese ,weise die ,volksvertreter in steter ,abhngigkeit vom ,souvern gehalten werden4 ,diese durchaus notwendige ,abhngigkeit denkt nun aber ,rousseau durch zwei weitere ,maregeln noch zu verstrken4 ,fr alle wichtigen ,gesetze1 die in ,aussicht stehen1 soll der ,volksvertreter bestimmte1 ihn rechtlich bindende ,weisungen von seinen ,whlern erhalten 7imperative ,mandate71 welche ihn im voraus fr seine ,abstimmung festlegen1 und ebenso sollen alle wichtigen ,maregeln1 welche das ,parlament beschlossen hat1 bevor sie ,gesetzeskraft erlangen1 nochmals der ,urversammlung zur ,verwerfung oder ,annahme vorgelegt werden 7,referendum74 ,aus diesen vorsichtigen und zgernden ,bestimmungen ersieht man vielleicht am besten1 mit welchen ,befrchtungen ,rousseau dem ,gedanken des modernen ,parlamentarismus gegenberstand4 ,steht das ganze ,wohl des ,rechtsstaates auf einer einzigen ,karte1 der richtigen ,beschaffenheit der ,urversammlung1 in welcher alle ,brger vertreten sind1 so ist es nicht zu verwundern1 da ,rousseau kein ,mittel unversucht lassen wollte1 um in jedem ,brger ein taugliches und frderliches ,mitglied des ,staates zu gewinnen4 ,er glaubte nicht1 da das wohlverstandene ,interesse des einzelnen1 die berzeugung1 da sein ,leben1 sein ,eigentum1 seine ,freiheit nur im ,staate gesichert seien1 gengten1 um ihn unter allen ,umstnden zu einem guten und zuverlssigen ,staatsbrger zu machen4 ,rousseau glaubte fr diesen ,zweck die hchste und erhabenste ,sanktion unseres ,handelns1 den religisen ,glauben1 nicht entbehren zu knnen4 ,doch ist der ,staat nicht berechtigt1 die ,zugehrigkeit zu einem bestimmten theologischen ,lehrsystem von seinen ,brgern zu verlangen1 denn wie die ,erfahrung zeigt1 ist die ,gesinnung eines guten ,brgers mit der ,zugehrigkeit zu allen nur denkbaren historischen ,religionen wohl vertrglich4 ,aber es gibt drei fundamentale berzeugungen1 deren ,fehlen nach ,rousseau auch die ,zuverlssigkeit des ,menschen in seinen brgerlichen ,beziehungen in ,frage stellt4 ,das ,bekenntnis zum ,dasein ,gottes1 der ,fortdauer der ,seele nach dem ,tode und der ,belohnung und ,bestrafung im ,jenseits mu von jedem ,brger staatlich verlangt und gefordert werden4 ,denn ohne die berzeugung1 da ein hchstes ,wesen meine ,handlungen kennt und richtet1 ohne die berzeugung1 da meine ,seele auch nach dem ,tode fortdauern wird und alsdann nicht mehr von allen ungerechten ,taten1 durch die ich in diesem irdischen ,leben mir ,macht und ,ansehen errungen habe1 einen ,vorteil erwarten kann1 ohne endlich die berzeugung1 da mein rechtliches oder unrechtliches ,verhalten in diesem ,leben bestimmend fr das ,schicksal meiner ,seele nach dem ,tode ist1 kann auf eine dauernde brgerliche ,gesinnung gegenber den mannigfaltigen ,versuchungen1 die an die ,selbstsucht des ,menschen herantreten1 niemals mit ,sicherheit gerechnet werden4 ,in dem damals viel verhandelten ,streit1 ob ein ,atheist ein tugendhafter ,mensch sein knne1 stellt sich ,rousseau durchaus auf die ,seite der theologischen ,leugner dieser ,mglichkeit4 ,er geht sogar so weit1 da er gegen diejenigen1 welche in ,worten oder ,taten bekunden1 da sie nicht mehr auf dem ,boden dieses durch den ,staat geforderten ,bekenntnisses stehen1 die schwersten rechtlichen ,strafen1 ja den ,tod verhngen will4 ,es schmeckt etwas nach ,jesuitismus1 wenn er sich dagegen verwahrt1 da damit ein ,gewissenszwang ausgebt werden solle1 indem der ,atheist oder der ,materialist nicht wegen ihrer religisen ,irrtmer1 sondern wegen ihrer ,eigenschaft als schlechte ,brger bestraft wrden1 eine subtile ,distinktion1 hnlich der1 welche es der ,inquisition zwar verbietet1 das ,blut der ,ketzer zu vergieen1 es ihr aber erlaubt1 die ,schuldigen der weltlichen ,macht zur geflligen ,verbrennung zu berweisen4 ,rousseau war indes weit entfernt1 den ,beifall der theologischen ,gegner des ,atheismus ohne jeden ,rckhalt fr sich in ,anspruch nehmen zu knnen4 ,denn mit derselben ,entschiedenheit1 mit der er die ,atheisten bekmpft1 sucht er auch die ,unmglichkeit nachzuweisen1 das ,christentum zur ,staatsreligion zu erheben4 ,ja1 von allen geoffenbarten ,religionen eignet sich hierzu das ,christentum vielleicht am wenigsten4 ,gerade1 weil das ,christentum bestimmte religise ,grundwahrheiten am eindringlichsten predigt1 mu es in seinen ,bekennern eine gewisse ,gleichgltigkeit gegen alles ,irdische1 besonders gegen die ,rechtsordnungen des ,staates erzeugen4 ,der wahre ,christ hat seine ,augen nicht auf das ,diesseits1 sondern auf das ,jenseits gerichtet1 er braucht keine ,rechtsordnung1 um die ihm zugefgten ,beleidigungen zu bestrafen1 sondern er verzeiht das ihm zugefgte ,unrecht gern und vergilt es mit ,wohltaten4 ,er kann die ,feinde der brgerlichen ,ordnung nicht hassen1 seine ,religion befiehlt ihm1 sie zu lieben und sie zu bemitleiden4 ,nicht aus ,achtung vor dem ,gesamtwillen wird er sich den ,gesetzen unterwerfen1 sondern er wird ihnen ,folge leisten1 weil der ,christ dem ,kaiser geben mu1 was des ,kaisers ist4 ,so wird der wahre ,christ zwar kein schlechter ,brger sein1 und deshalb hat der ,staat die ,verpflichtung1 sein ,bekenntnis zu achten1 aber der wahre ,brgersinn1 der den ,staat liebt1 wird ihm fernbleiben1 und daher ist das ,christentum zur ,staatsreligion ungeeignet4 ,wenn es doch den ,anschein hat1 als ob ein christlicher ,staat mglich sei1 so ist die einfache ,ursache hierfr1 da es sehr wenige wahre ,christen gibt4 ,das ,ideal einer staatlichen ,gemeinschaft ist fr ,rousseau die kleine ,bauernrepublik1 die durch ,sitte und religise berzeugung zusammengehalten1 die gemeinsamen ,angelegenheiten in regelmigen ,tagsatzungen ordnet4 ,eine annhernde ,verwirklichung dieses ,ideals boten ihm die kleinen ,urkantone der ,schweiz mit ihrem ,fehlen einer hauptstdtischen ,bevlkerung und ihrem zhen ,festhalten an den berkommenen ,rechten und ,freiheiten4 ,gern nahm er den groen ,vorteilen gegenber1 welche solch ein kleines ,staatswesen fr die ,teilnahme jedes einzelnen am staatlichen ,leben erffnet1 die ,nachteile in den ,kauf1 welche mit der ,kleinheit solcher ,verbnde gegeben waren1 und er suchte diesen ,nachteilen dadurch zu begegnen1 da er die ,mglichkeit fderativer ,verbnde zwischen diesen kleinen ,republiken ins ,auge fate4 ,es ist zu bedauern1 da er diese ,gedanken1 die er im ,contrat social nur andeutet1 nicht weiter ausgefhrt hat1 die sptere ,bearbeitung1 auf die er verweist1 ist unterblieben4 ,in der ,eidgenossenschaft1 sowie in den antiken ,symmachien konnte er ,vorbilder fr die ,gestaltung dieses ,gedankens finden4 berhaupt sind selbstverstndlich die rechtsphilosophischen ,gedanken ,rousseaus nicht ohne ,beobachtung und reichhaltige ,benutzung historischer ,staatenbildungen entstanden4 ,seine ,schilderung der ,aristokratie und ihrer ,entartung weist zum groen ,teil auf die ,zustnde ,venedigs hin1 die ,rousseau aus eigener ,anschauung kennen gelernt hatte4 ,seine ,bewunderung fr ,sparta und das republikanische ,rom tritt an vielen ,stellen des ,contrat social deutlich genug hervor1 und wenn auch seine ,kenntnis ,spartas mehr auf den rhetorischen ,schilderungen ,plutarchs1 denn auf ,kenntnis der tatschlichen ,verhltnisse beruht1 so haben sie deshalb nicht weniger auf das ,gefhl ,rousseaus fr brgerliche ,freiheit und ,gleichheit gewirkt4 ,den grten ,einflu aber hat auf ,rousseau das ,beispiel seiner geliebten ,vaterstadt ,genf gehabt4 ,die ,verfassung dieser seiner ,heimatstadt hat er grndlich studiert1 sein ,eingreifen in den ,verfassungskonflikt1 der in seiner ,heimatstadt ausbrach1 verdient als eine ,anwendung seiner ,theorien auf den konkreten ,fall unsere ,aufmerksamkeit4 ,hier in ,genf war ja1 wie es ,rousseau schien1 gerade der ,fall eingetreten1 den er in seinem ,contrat social konstruiert hatte4 ,eine ,aristokratie1 die ursprnglich ihre ,amtsbefugnisse von der ,gesamtheit der ,brgerschaft empfangen hatte1 war mit kluger ,vorsicht bemht gewesen1 sich allmhlich in den ,vollbesitz der ,macht zu setzen1 und die ,brgerschaft auf die ,stufe von ,untertanen herabzudrcken4 ,der ,zufall wollte es1 da ein besonders eklatanter ,fall des eigenmchtigen ,vorgehens der ,regierung die ,verfolgung bildete1 welche sie aus ,anla des ,emile ber ,rousseau verhngte4 ,es unterliegt wohl heute keinem ,zweifel1 da die ,regierung in keiner ,weise berechtigt war1 ohne ,rousseau zu hren1 die ,verbrennung seiner ,schrift anzuordnen und ihm den ,aufenthalt in seiner ,heimatstadt zu verbieten4 ,da ,rousseau in der ,brgerschaft einen1 wenn auch nicht groen1 so doch eifrigen ,anhang hatte1 so wurde die ,rechtmigkeit des ,verfahrens der ,regierung in ,frage gezogen1 und der ,streit entwickelte sich bald zu einem ,verfassungskonflikt1 der leicht durch die ,einmischung ,savoyens und ,frankreichs die ,existenz der kleinen ,republik htte gefhrden knnen4 ,es war nicht der ihn persnlich betreffende ,ausgangspunkt des ,streites1 der ,rousseau veranlate1 mit seinen berhmten ,lettres de la ,montagne auf dem ,kampfplatz zu erscheinen4 ,freilich lag es ihm daran1 das gegen ihn beliebte ,verfahren der ,regierung als ungesetzlich zu kennzeichnen1 aber von vornherein kam es ihm nicht auf eine ,genugtuung an1 die sein privates ,unrecht gutmachen sollte1 sondern das ffentliche ,interesse war es1 das ihn bewegte4 ,das gute ,recht der ,gesamtbrgerschaft gegenber der ,aristokratie wollte er hergestellt wissen1 und mit einer staunenswerten ,beherrschung des historischen ,details suchte er die ,souvernitt der ,gesamtbrgerschaft nicht nur als ,forderung der ,vernunft1 sondern auch als verfassungsmig zu ,recht bestehend nachzuweisen4 ,ebensowenig aber1 wie er in bezug auf seine eigene ,unbill auf dem doktrinren ,standpunkt des fiat justitia et pereat mundus stand1 wollte er auch in bezug auf die ,verfassungsfrage die ,dinge auf die ,spitze treiben1 und immer wieder rt er seinen ,anhngern angesichts der verzweifelten ,lage des ,staates1 jeden nur mglichen ,kompromi mit der ,gegenpartei einem offenen ,kampfe vorzuziehen4 ,wahrscheinlich ist es diesem klugen und selbstlosen ,verhalten ,rousseaus zuzuschreiben1 da durch einen ,ausgleich zwischen ,volk und ,regierung1 welcher brigens die prinzipielle ,souvernitt des ,volkes ausdrcklich anerkannte1 der ,streit beendet und dem kleinen ,staatswesen seine ,existenz erhalten wurde4 ,interessant ist es1 zu sehen1 wie ,rousseau1 den man sicher zum ,teil mit ,recht als den geistigen ,vater der ,schreckensherrschaft whrend der ,revolution betrachtet1 sich anllich dieses ,streites ber eine gewaltsame ,umwlzung zugunsten der ,wiederherstellung der ,volkssouvernitt ausspricht4 ,so klar fr ihn die ,rechtslage auch ist1 so berzeugt er davon ist1 da die ,gewalt1 welche sich die jetzige ,regierung anmat1 eine ungesetzliche ist1 so ist er doch weit davon entfernt1 selbst von einer glcklichen ,revolution das ,heil fr den ,staat zu erhoffen4 ,auch das ,blut eines einzigen ,brgers wrde ein zu hoher ,preis fr den ,sieg des ,rechtes sein4 ,wenn der ,staatskrper noch im wesentlichen gesund ist1 wenn der feste brgerliche ,sinn fr ,freiheit noch nicht erloschen ist1 so gengen die ,mittel gesetzlicher ,opposition vollstndig1 um die ungerechten ,machthaber zum ,verzicht auf ihre angemate ,gewalt zu bringen4 ,wo aber diese ,voraussetzungen nicht mehr vorhanden sind1 da ntzt auch die gewaltsame ,wiederherstellung des frheren ,zustandes nichts1 denn dieser war berechnet auf den ,brgersinn der ,vertragsgenossen und kann ohne ihn nur ein ,scheindasein fhren4 ,so ist es zuletzt doch die innere ,freiheit des einzelnen1 welche die ,freiheit des staatlichen ,lebens sttzt1 trgt und erhlt4 ,noch bei zwei weiteren ,gelegenheiten wurde ,rousseau zur ,teilnahme an praktischen politischen ,fragen aufgefordert1 und wenn es ihm auch nicht vergnnt war1 mit seinen ,vorschlgen zu einer ,verfassung fr ,korsika und ,polen1 die er auf den ,wunsch patriotischer ,mnner dieser ,lnder unternahm1 denselben ,erfolg zu erzielen wie bei seinem ,eingreifen in die ,genfer ,wirren1 so zeigen doch beide ,entwrfe so interessante ,einzelheiten1 da sie hier noch kurz erwhnt werden mgen4 ,der ,heldenkampf der ,korsen gegen ihre genuesischen ,bedrcker hatte ,rousseaus ganzes ,interesse erregt4 ,die ,aufforderung1 die an ihn erging1 fr das befreite ,land eine ,verfassung zu entwerfen1 war ihm hchst willkommen4 ,denn ihre ,liebe zur ,freiheit1 die wesentliche ,voraussetzung eines ,rechtsstaates1 hatten die ,korsen ja zur ,genge bewiesen1 und ihre krftigen ,bauern und ,hirten1 das ,fehlen aller groen ,stdte1 die ,einfachheit der ,lebenshaltung lieen erhoffen1 da freiheitliche ,institutionen1 einmal eingefhrt1 sich auch erhalten wrden4 ,ganz charakteristisch ist nun in ,rousseaus ,entwurf sein stetes ,bemhen1 das ,entstehen grerer ,stdte und ,hafenpltze und namentlich das ,aufkommen einer ,hauptstadt des ,landes zu verhten4 ,er geht hierin sogar so weit1 da er den ,sitz der ,regierung nicht an einen bestimmten ,ort festlegen1 sondern nach einem festen ,turnus in die verschiedenen ,distrikte verlegt wissen will4 ,wie abschreckend fr ihn das ,beispiel von ,paris gewesen war1 das damals wie heute alle geistigen und materiellen ,krfte des ,landes in sich zu zentralisieren und seine augenblicklichen ,stimmungen fr das ganze ,land magebend zu machen wute1 das sehen wir zur ,genge aus dem ,eifer1 mit dem ,rousseau die ,korsen vor einem hnlichen ,schicksal zu bewahren suchte4 ,hchst merkwrdig ist nun auch der ,entwurf einer ,verfassung fr die ,adelsrepublik ,polen1 welche den ,versuch machen sollte1 die dort herrschende verfassungsmige ,anarchie des liberum veto1 welche ,polen an den ,rand des ,abgrundes gefhrt hatte1 durch geordnete ,zustnde zu ersetzen4 ,uns interessiert hier namentlich die leidenschaftliche ,weise1 in der ,rousseau fr die ,strkung und rcksichtslose ,entfaltung des polnischen ,nationalgefhls1 ja des nationalen ,hochmuts eintritt4 ,von frh auf soll der ,knabe durch ,eltern und ,erzieher darauf hingewiesen werden1 da es eine ,ehre und ein ,glck ist1 als ,pole geboren zu sein1 und da er sich dieses ,glckes als wrdig zu erweisen habe4 ,kunde von fremden ,lndern und ,vlkern soll er nur haben1 um daraus zu lernen1 wieviel besser und herrlicher das eigene ,vaterland ist4 ,schon durch seine ,tracht soll er sich so kenntlich wie mglich von den brigen ,vlkern absondern4 ,vor allem aber schrft ,rousseau den ,polen die ,liebe zu ihrer ,muttersprache ein4 ,diese sich zu erhalten1 ist die erste ,pflicht eines jeden ,polen2 solange die nationale ,sprache lebt1 ist die nationale ,existenz nicht zerstrt4 ,auf diese ,ausfhrungen hinzuweisen1 hat schon deshalb ,interesse1 weil man hufig ,rousseau als reinen ,kosmopoliten darzustellen liebt4 ,daran ist so viel richtig1 da ,rousseau in jedem ,menschen die ,anlage zur ,freiheit geachtet wissen wollte1 da er keine geborenen ,sklaven kannte und alles1 was ,menschenantlitz trgt1 auch mit denselben unveruerlichen ,rechten ausgestattet sich dachte4 ,aber es war ihm unmglich1 ein ,gemeinwesen sich anders vorzustellen1 denn auf nationaler ,grundlage4 ,durch ,sprache1 durch ,sitte1 durch ,anhnglichkeit an die heimische ,scholle1 durch gemeinsame ,hoffnungen auf ein ,jenseits sollten seine ,brger geeint sein1 um in den gemeinsamen ,gesetzen den ,ausdruck des eigenen ,wollens wiederfinden zu knnen4 ,die ,bauernrepublik1 die sich frei von den ,verfhrungen groer ,stdte1 dem ,sirenengesang der ,kultur1 hlt1 das ist der ,boden1 auf welchem ,rousseau wie einst der greise ,plato allein fr die ,verwirklichung seines ,ideals eine irdische ,sttte finden zu knnen glaubt4 ,wir haben zu zeigen versucht1 da ,rousseau in seinem ,contrat social den ,begriff einer neuen ,wissenschaft1 der ,rechtsphilosophie aufgestellt hat4 ,die ,grundstze des natrlichen ,rechtes1 die er aufstellt1 sind nicht der rekonstruierte ,rechtskodex1 der in einem ,naturzustand einmal gegolten hat1 sie sind die ,normen1 an denen jedes geltende ,recht gemessen werden soll1 um seinen ,anspruch1 auch richtiges ,recht zu sein1 nach dem ,erfolg dieser ,prfung bestimmen zu knnen4 ,es ist ganz richtig und hngt mit dem geschichtsphilosophischen ,pessimismus ,rousseaus zusammen1 da er glaubte1 der ,weg der ,kultur mache die ,menschen immer unfhiger dazu1 diese ,normen zu den wirklichen ,grundlagen ihrer staatlichen ,gemeinschaft zu machen4 ,aber fr die ,rechtsphilosophie ist diese ,privatmeinung ,rousseaus gnzlich irrelevant4 ,mag sich das ,menschengeschlecht dauernd in der ,richtung auf das ,schlechtere entwickeln1 oder mag es sich zeigen1 da die ,kurve seiner ,entwickelung eine aufsteigende ist3 die ,normen der ,beurteilung fr das geltende ,recht bleiben davon ganz unberhrt4 ,mit ,recht hat ,fester darauf hingewiesen1 wie doch erst durch die ,arbeit ,rousseaus der entwickelungstheoretische ,optimismus der deutschen ,geschichtsphilosophie mglich wurde1 und durch diese ,umbildung konnte nun auch dies ,naturrecht ,rousseaus in eine neue ,beleuchtung treten4 ,es wurden die ,grundstze des ,naturrechts aus ,beurteilungsnormen fr das bestehende ,recht zu idealen ,vorbildern fr neu zu schaffendes ,recht4 ,auch hierfr waren die ,anstze schon bei ,rousseau vorhanden2 namentlich in seinen ,verfassungsentwrfen hatte er ,beispiele davon gegeben1 wie man einen bestehenden historischen ,gesellschaftsverband zur mglichsten ,annherung an das ,vernunftideal des ,rechtes fhren knne4 ,danach stellt sich jede gesetzgeberische ,ttigkeit als ein ,kompromi zwischen der augenblicklichen historischen ,lage und den sich ewig gleichbleibenden ,forderungen der ,vernunft dar4 ,aber eine ,norm zur ,beurteilung des historischen ,rechtes braucht auch jeder ,rechtshistoriker1 der sich nicht blo darauf beschrnkt1 zu registrieren1 da diese oder jene ,bestimmung zu dieser oder jener ,zeit geltendes ,recht gewesen sei2 geht er dazu ber1 die ,entwickelung des ,rechtes zu schildern1 so braucht er die ,beziehung auf ,werte1 um die ,kurve dieser ,entwickelung zeichnen zu knnen4 ,ja1 es mu ihm1 wenn er auf die ,rechtsphilosophie ,verzicht leistet1 berhaupt unverstndlich sein1 wie eine solche ,entwickelung stattfinden konnte4 ,savigny1 der seiner ,zeit den ,beruf zur ,rechtsbildung absprach1 htte konsequenterweise noch viel weiter gehen mssen4 ,er htte es unverstndlich finden mssen1 wie zu irgendeiner ,zeit aus schlechterem ,recht besseres sich bilden konnte4 ,da er diese ,konsequenz nicht zog1 hatte seine ,ursache darin1 da er nicht nur ,rechtshistoriker1 sondern auch ,rechtsphilosoph war4 ,fr ihn war eine einzelne unter den verschiedenen historischen ,rechtsgestaltungen1 das rmische ,recht1 zu gleicher ,zeit auch das absolute und vernnftige ,recht4 ,nach der ,gestalt1 welche die ,begriffsbildung in diesem ,system erhalten hatte1 ma er -- bewut oder unbewut -- die ,rechtssysteme der anderen ,zeiten und ,vlker4 ,beurteilungen dieser ,art kommen in jeder rechtshistorischen ,untersuchung vor1 und sie bleiben ,beurteilungen1 auch wenn sie naiv vollzogen werden4 ,das ,verdienst ,rousseaus ist es aber1 hier eine echt philosophische ,tat vollbracht zu haben1 indem er das bisher ,selbstverstndliche zum ,problem machte1 diese naiven ,beurteilungen vor die ,existenzfrage stellte und sie als berechtigt nur dann anerkennen wollte1 wenn sie ihren ,zusammenhang mit den letzten allgemeinsten ,wertgesichtspunkten fr die ,beurteilung des ,rechtes berhaupt nachzuweisen in der ,lage waren4 ,viertes ,kapitel4 ,erziehungslehre4 ,fast gleichzeitig mit dem ,contrat social erschien ,rousseaus ,erziehungsroman ,emile4 ,verschieden wie das ,thema der beiden ,bcher war auch ihr uerer ,erfolg und die ,rckwirkung1 die sie auf die ,gestaltung der ,lebensschicksale ,rousseaus hatten4 ,der ,erfolg des ,contrat social blieb weit hinter dem leidenschaftlichen ,interesse zurck1 das die ,geschichtsphilosophie erregt hatte4 ,er htte kein anderes ,schicksal gehabt1 auch wenn ,rousseau den methodologischen ,fehler der ,vermengung historischer und normativer ,gesichtspunkte vermieden htte4 ,die eigentliche ,bedeutung des ,contrat social trat erst nach dem ,tode des ,autors hervor1 als eine neue ,generation heranwuchs1 die gelernt hatte1 die ,dinge nach ,rousseauschen ,prinzipien zu beurteilen4 ,vielleicht lt es sich aus der fr den ,augenblick relativ geringen ,wirkung des ,buches erklren1 da die ,verfolgung1 die sich von seiten der kirchlichen und staatlichen ,behrden auf ,rousseau richtete1 das eigentlich revolutionre ,buch1 den ,contrat social nur in zweiter ,linie traf4 ,auch war es nicht der ganze ,inhalt des ,emile1 welcher dieses ,einschreiten der ,autoritten gegen ,rousseau veranlate1 sondern hauptschlich war das ,glaubensbekenntnis des savoyischen ,vikars1 das die ,religionsphilosophie ,rousseaus enthlt1 die ,ursache dieser ,stellungnahme1 in welche dann der ,contrat social mehr der ,vollstndigkeit halber mit hineingezogen wurde4 ,dem ,erfolg des ,emile aber konnten diese ,angriffe nicht schaden4 ,in ,frankreich und fast noch mehr in ,deutschland wurde es mit ,enthusiasmus aufgenommen4 ,wie mchtig es hier auf die ,gemter wirkte1 mag die ,tatsache zeigen1 da im fernen ,knigsberg der pnktliche ,magister ,kant1 in die ,lektre des ,buches vertieft1 es verga1 seinen gewohnten ,nachmittagsspaziergang zu machen4 ,man hat es lcherlich finden wollen1 da ,rousseau1 der als ,hauslehrer keinen nennenswerten ,erfolg gehabt hatte1 der seine ,kinder dem ,findelhaus berlie1 ein ,buch ber ,erziehung zu schreiben unternahm4 ,da solchen ,ausstellungen eine ,verwechslung von ,theorie und ,praxis zugrunde liegt1 ist deutlich4 ,rousseau wute selber sehr wohl1 da er zum praktischen ,pdagogen nicht geboren sei1 und er hat in der ,schilderung der ,eigenschaften1 die ein wahrer ,erzieher haben msse1 kenntlich genug auch diejenigen hervorgehoben1 von denen er wute1 da sie ihm mangelten4 ,namentlich war es ihm sehr deutlich1 da er niemals die gleichmige ,ruhe und das ,freisein von aller ,empfindlichkeit erreichen wrde1 welche er mit ,recht fr eine unerlliche ,eigenschaft des ,pdagogen ansah4 ,ernster zu nehmen ist ein anderer ,einwurf1 der sich auf die ,stellung der ,gesellschaftslehre ,rousseaus zu seiner ,erziehungslehre bezieht4 ,wir haben gesehen1 wie ,rousseau von ,anfang an die ,erziehung als vom ,staate geleitet und als das sicherste ,mittel betrachtet1 um die ,zglinge zum ,patriotismus zu fhren4 ffentliche gemeinsame ,erziehung ist die ,grundvoraussetzung dafr1 da aus den ,knaben tchtige ,brger werden4 ,rousseau lobt es1 da in ,sparta die ,kinder von frh auf der privaten ,erziehung und ihren ,gefahren entzogen wurden4 ,doch im ,emile sehen wir davon nichts4 ,emile besucht keine ,schule1 er wird allein erzogen2 wie stimmt das zusammen8 ,die ,antwort ist einfach die1 da die lakedmonische ,erziehung fr ,knaben1 welche in einem freien und relativ sittenreinen ,gemeinwesen aufwachsen1 die beste ist4 ,hier aber handelt es sich nicht um ,lakedmon1 sondern um das ,frankreich des achtzehnten ,jahrhunderts4 ,hier soll gezeigt werden1 ob und inwieweit es berhaupt mglich ist1 eine junge ,menschenblte1 die unter so verzweifelten ,bedingungen heranwchst1 vor dem ,verderben zu schtzen4 ,daher ist es ganz selbstverstndlich1 da damit an ,stelle der grten ,publizitt1 welche die ,erziehung da haben mu1 wo berwiegend gnstige ,einflsse von seiten der menschlichen ,umgebung die ,kinder treffen werden1 hier1 wo die ganze gesellschaftliche ,sphre voll von sittlichem und intellektuellem ,peststoff ist1 eine strenge ,isolierung des ,kindes ,vorbedingung fr das ,gelingen des ,erziehungswerkes ist4 ,somit ist nicht nur die private ,erziehung durchaus durch den ,plan des ,buches gefordert1 sondern es ist damit auch gegeben1 da das ,erziehungswerk nicht in der ,stadt sich vollziehen darf4 ,die ,stdtefeindschaft ,rousseaus tritt hier wieder einmal charakteristisch hervor4 ,will man einen ,menschen1 wie ihn ,gott gewollt hat1 sich bilden lassen1 so darf er nicht in den schnden ,steinksten heranwachsen1 mit welchen die ,menschen unter dem ,namen der ,stdte sich von der ,natur ausschlieen1 wo den ,kindern ,luft1 ,licht und ,freiheit der ,bewegung grausam verkmmert werden1 wo ihre ,anlagen oft im ,keim vergiftet werden1 noch ehe sie sich zur ,blte entfaltet haben4 ,so mu denn ,emile1 der als ,kind vornehmer ,eltern gedacht ist1 auf das ,land hinaus und damit ist es zugleich gegeben1 da er der ,obhut seiner ,eltern entzogen und der ,aufsicht eines ,erziehers anvertraut wird1 denn ,rousseau findet es unmglich1 einem vornehmen ,ehepaar seiner ,zeit zuzumuten1 da es sich dauernd zugunsten der ,erziehung der ,kinder auf das ,land exiliere und allen ,freuden der ,grostadt entsage4 ,um es verstndlich zu finden1 da dies in der ,tat fr den ,franzosen des achtzehnten ,jahrhunderts eine ,verbannung bedeutet haben wrde1 erinnere man sich an das unglubige ,entsetzen aller ,pariser ,freunde ,rousseaus1 als dieser tatschlich den ganzen ,winter in seiner ,eremitage in ,montmorency zubringen wollte4 ,dieser ,entschlu erschien ihnen beinahe pervers und nur durch einen schlechten ,charakter oder durch ,geisteszerrttung zu erklren4 ,so sind denn also die ,eltern eliminiert und der ,erzieher tritt an ihre ,stelle4 ,was die ,eltern zu tun nicht in der ,lage waren1 von dem ,erzieher darf es verlangt werden4 ,seine ganze ,zeit1 sein ganzes ,leben gehrt dem ,zgling1 das ,erziehungswerk ist sein ,lebenswerk4 ,da er nicht um materieller ,vorteile willen dies ,werk bernimmt1 ist selbstverstndlich4 ,seine ,aufgabe mu ihm ,selbstzweck sein1 es mu ihm stets vor ,augen stehen1 da ihm etwas unendlich ,wertvolles und ,kostbares1 ein ,mensch1 anvertraut ist1 und da dieses ,vertrauens sich wrdig zu erweisen1 die bernommene ,pflicht treulich zu erfllen1 sein grter ,stolz sein werde4 ,vor allem aber mu er die seltene ,gabe haben1 sich selber auszuschalten und immer das ,gefhl in sich rege zu erhalten1 da es einen ,erzieher gibt1 der selbst den liebevollsten und sorgfltigsten menschlichen ,erzieher bertrifft3 die ,natur4 ,dieser ,begriff der negativen ,erziehung scheidet vielleicht am deutlichsten die ,lehre ,rousseaus von der im achtzehnten ,jahrhundert allgemein befolgten ,praxis1 die sich namentlich in den damals einflureichen und beliebten ,jesuitenschulen zu einer planmigen und andauernden ,beeinflussung der ,zglinge durch die ,lehrer ausgebildet hatte4 ,hier war alle ,ttigkeit in den ,erzieher verlegt1 die ,zglinge sollten in seinen ,hnden wie bildsames ,wachs werden1 welches mit ,leichtigkeit die gewnschte ,form annimmt und behlt4 ,es ist dies vielleicht das beste ,mittel1 die jungen ,seelen zur ,aufnahme eines herrischen und komplizierten ,kultursystems fhig zu machen4 ,da auch unter dieser ,methode groe ,erfolge erzielt werden knnen1 das zeigen die ,beispiele ,descartes und ,voltaires1 welche beide ihren ,lehrern ein dankbares ,andenken bewahrt haben4 ,aber dies waren nicht die ,erfolge1 die ,rousseau fr seinen ,zgling wnschte4 ,nicht zu einem ,kulturheros wollte er seinen ,emile gebildet sehen1 sondern die volle ,frische und ,ursprnglichkeit des ,naturmenschen sollte ihm nach ,mglichkeit gewahrt bleiben4 ,daher konnte es nicht die ,aufgabe des ,erziehers sein1 das ganze ,schwergewicht einer ausgebildeten ,kultur auf den ,zgling wirken zu lassen1 sondern vielmehr1 soweit dies irgend mglich war1 die ,einwirkungen dieser ,kultur und damit seine eigenen von ,emile fernzuhalten1 ihn so heranwachsen zu lassen1 als ob die ,menschheit den verhngnisvollen ,schritt zur ,kultur nicht gemacht htte4 ,da dies mitunter zu knstlichen ,veranstaltungen und ausgeklgelten ,situationen fhren mu1 da ,rousseau hier gelegentlich den ,fehler selber begeht1 den er gerade vermeiden wollte1 an ,stelle gegebener ,situationen knstlich herbeigefhrte zu setzen und mit ,emile eine ,komdie zu spielen1 das ist ohne weiteres zuzugeben1 beweist aber nur1 wie schwierig die ,anwendung eines richtigen ,grundsatzes in der ,praxis sich gelegentlich gestaltet4 ,eng mit der ,forderung1 das ,kind nicht zu frh in den ,bannkreis der ,kultur eintreten zu lassen1 hngt eine andere zusammen1 mit der ,rousseau gleichfalls in einen bewuten ,gegensatz zu den herrschenden ,ansichten sich stellte4 ,denn dieses frhe ,heranbringen komplizierter ,kulturverhltnisse an die kaum erwachte ,seele des ,kindes konnte nur durch den ,hinweis gerechtfertigt werden1 da spter einmal der erwachsene ,mensch doch mit diesen ,verhltnissen zu rechnen1 sich in ihnen zu bewegen haben wrde4 ,daher msse das ,kind schon mglichst frh fr diese seine sptere ,bestimmung herangebildet werden und es sei daher unumgnglich1 da es schon als ,kind die ,fhigkeiten und ,kenntnisse erwerbe1 welche unsere ,verhltnisse von ,erwachsenen fordern4 ,diese ,lehre sah also in dem ,knaben nur den zuknftigen ,mann2 das ,kind als solches hatte keinen ,eigenwert1 es war nicht ,selbstzweck4 ,deshalb scheute sie sich nicht1 dem ,knaben ,entbehrungen und ,verzichte zuzumuten1 deren ,frucht erst der zum ,mann ,herangereifte genieen konnte4 ,nichts konnte ,rousseau verhater sein1 als diese ,ansicht4 ,das warme ,gefhl1 das er fr die ,anmut und ,eigenart des ,kindes besa1 die tiefe berzeugung von dem ,wert einer jeden menschlichen ,seele1 seine ,gewohnheit1 im ,augenblick zu leben und den ,augenblick zum ,selbstzweck zu gestalten1 hinderten ihn in gleicher ,weise1 diese verhngnisvollen ,gesichtspunkte der herrschenden ,erziehungslehre zu den seinigen zu machen4 ,es ist nicht richtig1 da das ,kind nur der kommende ,mann ist4 ,es ist zuerst und vor allen ,dingen ,kind1 und es hat das ,recht auf eine ,erziehung1 welche diese ,gegenwart bercksichtigt und sie nicht blo einer fernen1 vielleicht nie erreichten ,zukunft opfern will4 ,die ,jahre1 die ein ,kind seiner spteren ,bestimmung als ,mann geopfert hat1 bleiben ein ,opfer unter allen ,umstnden1 auch wenn das ,kind zum ,mann heranwchst2 es ist sicher niemals im eigentlichen ,sinne ,kind gewesen1 es ist sicher um einen ,teil seines ,lebensglcks betrogen worden4 ,wie aber1 wenn es dieses ,ziel berhaupt nicht erreicht8 ,was sollen ,eltern und ,erzieher gegen die ,anklagen ihres frh dahingeschiedenen ,lieblings sagen1 den sie um das ,glck seiner ,kindheit betrogen haben zugunsten einer ,zukunft1 die ihm nie beschieden war8 ,aber die ganze ,voraussetzung berhaupt ist in ,rousseaus ,augen grundfalsch4 ,wer nie ein richtiges ,kind gewesen ist1 hat auch wenig ,aussicht dafr1 ein richtiger ,mann zu werden4 ,es ist klgelnde ,voraussicht1 das ,kindesalter dem ,mannesalter zu opfern und1 was schlimmer1 gerade durch dies ,opfer wird der ,zweck1 um dessentwillen es dargebracht war1 vereitelt4 ,diese ,forderung1 als ,selbstzweck betrachtet zu werden1 diesen ,anspruch auf eine naturgeme ,behandlung erhebt das ,kind bereits bei seinem ,erscheinen in der ,welt4 ,es ist die ,pflicht der ,mutter1 das ,kind1 das sie geboren hat1 nun auch mit der ,milch1 welche die ,natur ihr zu diesem ,zweck gab1 zu ernhren4 ,der flammende ,protest ,rousseaus gegen die ,ammenwirtschaft1 welche damals und auch heute noch die ,mtter ihrer natrlichen ,pflichten zugunsten knstlicher1 gesellschaftlicher ,verpflichtungen entledigte1 hatte einen groen ,erfolg1 aber dieser ,erfolg zeigt deutlich1 wie berechtigt das ,mitrauen ,rousseaus gegen die ,verwirklichung seiner ,reformgedanken innerhalb der jetzigen ,kulturbedingungen war4 ,wenn die jungen ,mtter nach dem ,erscheinen des ,emile ihren ,stolz darein setzten1 ihre ,kinder selber zu stillen1 so war dies nur lblich2 wenn sie aber diese heilige ,pflicht in der ,pause zwischen zwei ,tnzen1 selber erhitzt1 und in staubigen und heien ,slen erfllten1 so war ,rousseau berechtigt1 eine solche ,handlungsweise nicht als eine adquate ,verwirklichung seiner ,plne zu betrachten4 ,einen erfolgreicheren ,kampf hat ,rousseau gegen die ,gewohnheit gefhrt1 die ,kinder in ,steckkissen einzuschnren und ihnen dadurch den freien ,gebrauch ihrer ,glieder nach ,mglichkeit zu erschweren2 die ,bewegung zur ,abschaffung dieser hlichen1 schmutzigen und unhygienischen ,sitte knpft direkt an das ,erscheinen von ,rousseaus ,emile an4 ,bei dem ,wort ,erziehung denkt man leicht nur an die ,entfaltung und ,ausbildung der seelischen ,anlagen des ,kindes4 ,zwar geben wir auch die ,notwendigkeit einer ,erziehung des ,krpers bereitwillig zu1 und hierin liegt gegenber dem achtzehnten ,jahrhundert ein quantitativer ,fortschritt1 aber noch lange nicht ist in dieser ,hinsicht alles erreicht1 was ,rousseau fr die ,erziehung des ,kindes gefordert hat4 ,ja1 diese ganze ,trennung in eine ,erziehung des ,krpers und der ,seele ist nicht nach ,rousseaus ,geschmack4 ,mgen wir aus wissenschaftlichen ,grnden noch so sehr berechtigt sein1 beide ,gebiete voneinander zu sondern1 so drfen wir darber doch niemals vergessen1 da beim wirklichen ,menschen ,krper und ,seele eine ,einheit bilden1 und da es ganz unmglich ist1 die ,seele zu bilden1 ohne da die krperliche ,erziehung damit ,hand in ,hand ginge4 ,ja1 in der ersten ,zeit wird sich das ,verhltnis geradezu umkehren4 ,hier mu viel von krperlicher ,pflege und ,ausbildung der krperlichen ,anlagen gesprochen werden1 denn in dieser ,zeit handelt es sich darum1 da der gesunde ,krper1 die ,vorbedingung fr die gesunde ,seele1 sich bilde1 da die ,anlagen1 welche die ,natur dem ,menschen ins ,leben mitgegeben1 nicht durch trichte ,verbildung verkmmern1 oder durch ebenso trichte berhastung zur ,unzeit und krankhaft entwickelt werden4 ,so lasse man denn das ,kind kriechen1 solange es kriechen mag4 ,man mute seinen schwachen ,beinen nicht zu1 die ,last des ,krpers zu tragen1 sondern man warte ruhig ab1 bis das ,kind von selber sich aufrichtet und geht4 ,auch behte man es nicht allzu ngstlich vor dem ,fallen4 ,die ,erfahrung zeigt1 da die ,kinder hierbei uerst selten ,schaden erleiden1 und wenn sich das ,kind selber daran gewhnt hat1 nicht zu fallen1 so ist dies wertvoller1 als wenn ihm eine vorsorgliche ,kinderfrau jeden ,fall erspart htte4 ,vor allem aber trete man der natrlichen ,neigung des ,kindes zum ,spielen nicht entgegen4 ,alles1 was das ,kind in dieser ,zeit zu lernen hat1 ist1 da es spielen lerne1 und der beste ,lehrmeister hierfr ist wieder das ,kind selber4 ,da dem ,kinde alles ,spielzeug ist1 da seine noch ungeschwchte ,phantasie aus allem alles zu machen versteht1 so ist es tricht1 durch teure ,spielsachen diese ,phantasiettigkeit des ,kindes eindmmen zu wollen4 ,das ,kind hat durchaus recht1 wenn ihm nach kurzer ,zeit solche ,dinge lstig und langweilig werden4 ,soviel als mglich lasse man das ,kind in der freien ,natur herumtoben1 im ,laufen1 ,springen bildet sich seine ,kraft und sein ,augenma1 es bedarf keines ,bilderbuches1 in dem es stillesitzend herumblttern mte1 sein ,bilderbuch ist die ,natur und sie zeigt ,emile tglich tausend neue ,gegenstnde4 ,aber sie nimmt auch immer aufs neue die ,neugierde des ,knaben in ,anspruch1 er will die ,gegenstnde nicht nur sehen1 er will sie auch kennen1 sie benennen4 ,diesem ,wunsch hat der ,lehrer entgegenzukommen1 denn er ist berechtigt und liegt in der ,natur des ,menschen4 ,durch die ,sprache knpft sich das erste geistige ,band zwischen dem ,erzieher und ,emile1 aber gerade hier wird weise ,vorsicht jeden ,schritt des ,lehrers leiten mssen4 ,emile darf kein ,wort hren1 mit dem er keine ,vorstellungen verbinden kann4 ,wenn der ,lehrer von dieser ,regel abgeht1 wenn er ihn daran gewhnt1 unverstandene ,worte zu hren und sie nachzuplappern1 so wird er zum schlimmsten ,feinde der jungen ,seele1 deren ,wohl er zu frdern unternommen hatte4 ,nach ,mglichkeit sollen alle ,fragen beantwortet werden1 die das ,kind ber ,gesehenes und ,gehrtes zu stellen fr gut findet4 ,nichts ist hier bler angebracht als ,bequemlichkeit des ,lehrers1 unter dem heuchlerischen ,vorgeben1 die ,neugierde oder den ,frwitz des ,kindes in ,schranken halten zu wollen4 ,daraus folgt freilich1 da niemals mit dem ,kinde ,gesprche gefhrt werden drfen1 die seine auf dieser ,stufe noch ganz an das ,sinnliche gebundene ,auffassungsgabe prinzipiell bersteigen4 ,selbstverstndlich ist damit gegeben1 da jede ,unterweisung im ,lesen und ,schreiben fr diese erste ,periode abgelehnt wird4 ,um sich in der ,auenwelt zu orientieren1 um ein ,verhltnis zu den ,dingen zu bekommen und sie kennen zu lernen1 bedarf das ,kind1 das naturgem in der ,natur aufwchst1 keiner ,bcher4 ,das ,schreiben mu ihm vollends als eine ganz sinn- und zwecklose ,ttigkeit erscheinen2 wenn ,emile sich uern will1 so hat er dazu die ,sprache4 ,ist der ,mensch1 mit dem er sprechen will1 entfernt1 so luft er zu ihm hin oder ruft ihn4 ,endlich um sein ,gedchtnis zu strken1 braucht er keine ,schriftzeichen1 weil sein geistiges ,eigentum erlebt und angeeignet ist1 und daher nicht durch knstliche ,mittel erhalten zu werden braucht4 ,eine wichtige ,rolle spielt in der herkmmlichen ,pdagogik die ,erziehung des ,kindes zur ,liebe und zum ,gehorsam gegen den ,erzieher4 ,rousseau hlt ,versuche dieser ,art fr nutzlos und gefhrlich4 ,allerdings soll schon der ,knabe sich einer ,gewalt gegenber fhlen1 die er einfach anzuerkennen und zu respektieren hat2 aber diese ,gewalt soll nicht der ,wille des ,erziehers1 sondern die ,natur der ,dinge sein4 ,denn an diese bleibt der ,mensch sein ganzes ,leben hindurch gebunden1 es ist daher sowohl in ,hinsicht auf die ,gegenwart wie auf die ,zukunft fr ,emile von der hchsten ,wichtigkeit1 da er diese ,grenze seines ,willens so frh als mglich anerkennen lerne4 ,aber was fr einen ,vorteil brchte es ihm1 wenn er lernen wrde1 den fr ihn unverstndlichen ,geboten seines ,erziehers blind zu gehorchen8 ,so mu denn auch hier der ,erzieher alles daransetzen1 eine negative ,erziehung walten zu lassen4 ,er mu selbst nach ,mglichkeit aus dem ,spiel bleiben und den natrlichen ,verlauf der ,dinge die ,rolle des ,erziehers bernehmen lassen4 ,es ntzt gar nichts1 dem ,kinde ,nschereien zu verbieten2 man wird es dadurch sicher nur gierig1 vielleicht zum ,diebe machen4 ,aber wenn die durch ,unmigkeit verursachten ,folgen eintreten1 welche bei einem gesunden ,kinde niemals lebensgefhrlich sein werden1 so lasse man dem kleinen ,patienten keinen ,zweifel darber1 da es seine eigenen ,handlungen gewesen sind1 welche sein belbefinden1 die bittere ,medizin1 die ,langeweile des ,krankenlagers mit ,notwendigkeit hervorgebracht haben4 ,und so sorge der ,erzieher dafr1 da mglichst immer die ,natur und nicht er als der strafende ,lehrmeister auftrete4 ,ebenso sinnlos ist es1 das ,kind zur ,liebe und zur ,verehrung erziehen zu wollen4 ,wir haben gesehen1 wie ,rousseau den ,selbsterhaltungstrieb als das einzige seelische ,motiv fr die ,handlungen des ,naturmenschen ansieht1 und die sozialen ,gefhle erst auf einer spteren ,stufe der ,entwickelung hervortreten lt4 ,der moderne ,gedanke der ,wiederholung der ,phylogenese in der ,ontogenese ist1 obwohl mehr angedeutet als formuliert1 fr ,rousseaus ,ansicht von der ,entwickelung der geistigen ,fhigkeiten im ,kinde bestimmend gewesen4 ,es unterliegt fr ihn keinem ,zweifel1 da die ,eigenliebe auch beim ,kinde das einzige ,motiv des ,handelns sein kann1 und da alle die ,regungen der ,sympathie und der ,liebe1 die man bei ,kindern dieses ,alters antrifft1 ,kunstprodukte sind1 welche der natrlichen ,entwickelung voraneilend das ,seelenleben des ,kindes nur flschen und verderben knnen4 ,im besten ,falle wird es sich hier um unverstandene ,nachahmung dessen handeln1 was die ,erzieher von dem ,kinde gefordert haben2 im schlimmeren1 aber weitaus hufigeren1 ist das zrtliche ,kind ein bewuter kleiner ,heuchler1 der durch die uerungen seiner ,zuneigung ,vergnstigungen von seiten der ,erzieher1 die nicht zu ertrotzen sind1 zu erschmeicheln versucht4 ,hiergegen mu vor allem der ,erzieher auf der ,hut sein4 ,wir haben gesehen1 da er mit ,befehlen und ,verboten sparsam sein soll4 ,hat er aber einmal seinen ,willen ausgesprochen1 so mu ,emile wissen1 da es sich um eine unabnderliche ,sache handelt2 wenn irgend mglich1 wird allerdings der ,erzieher ihm die ,grnde1 auf die sich sein ,gebot sttzt1 einleuchtend machen1 aber sollte dies einmal wegen der natrlichen ,grenzen der kindlichen ,fassungskraft nicht mglich sein1 so wird ,emile sich auch bei diesen seltenen ,ausnahmen nicht auf ,schmeicheln oder ,bitten legen2 er wird sich nicht sagen3 dies darf ich nicht1 sondern3 dies ist unmglich4 ,vollends aber soll sich der ,erzieher davor hten1 die gttliche ,autoritt zur ,verstrkung der eigenen herbeizurufen4 ,denn auf dieser ,stufe darf das ,kind berhaupt noch nichts von ,gott und von heiligen ,dingen erfahren2 es darf nicht dazu angehalten werden1 ,gebete an ,gott zu richten2 es darf dem ffentlichen ,gottesdienst nicht beiwohnen4 ,wenn es nmlich notwendig ist1 da das ,kind keine ,worte braucht1 fr die es ,vorstellungen nicht besitzt1 so ist damit gesagt1 da auf dieser sinnlichen ,stufe seiner ,entwickelung das ,wort ,gott schlechterdings keine ,bedeutung fr das ,kind zu haben vermag4 ,ein ,gebet1 das es in diesem ,alter lernt1 wird im gnstigen ,fall mechanisch hingeplappert1 woraus dann dem ,kinde die ble ,gewohnheit entsteht1 unverstandene ,worte auszustoen2 im schlimmeren ,falle bildet das ,kind sich ,vorstellungen1 die den ,worten entsprechen sollen1 und die natrlich gem der geistigen ,unreife in diesem ,stadium der ,entwickelung durchaus sinnlich1 unangemessen und grotesk sind4 ,diese ,vorstellungen aber prgen sich der weichen ,seele des ,kindes fast unauslschlich ein1 und sie verhindern die ,bildung wahrer und wrdiger ,begriffe von ,gott und seinen ,eigenschaften1 die im natrlichen ,verlauf der ,entwickelung sich wie von selbst einstellen wrden1 mitunter so erfolgreich1 da viele ,menschen ihr ganzes ,leben hindurch bei dem trichten ,kinderaberglauben stehen bleiben1 zu welchem liebende ,eltern und ,erzieher sie durch ihren frommen ,eifer fast mit ,notwendigkeit gefhrt haben4 ,so werden sich in dieser ,zeit die ,beziehungen ,emiles zu seinen ,nebenmenschen ganz auf dem ,boden der ,interessengemeinschaft bewegen4 ,der ,erzieher wird ihm gegenber keine unverstandene oder gar auf gttlicher ,einsetzung beruhende ,autoritt beanspruchen1 sondern ,emile wird in ihm den strkeren und geschickteren ,gefhrten seiner ,spiele1 den weisen ,erklrer und ,deuter der ,dinge der ,natur erblicken und wird sich daran gewhnen1 seinem ,rat zu folgen1 weil ihm die ,erfahrung gezeigt hat1 da er im anderen ,fall durch den ,lauf der ,dinge ,schmerzen und ,unannehmlichkeiten zu erwarten hat4 ,fr den ,verkehr mit den ,dienstboten wird der ,erzieher darauf sehen mssen1 da alle ,unterwrfigkeit von der einen1 ,hochmut und ,herrenbewutsein von der anderen ,seite fortfllt4 ,emile mu dazu gebracht werden1 die ,leistungen der ,dienstboten als ,gunstbezeigungen anzusehen1 die er seinerseits durch ,gewhrung kleiner ,gegendienste hervorzurufen oder zu vergelten hat4 ,die ,dienstboten mssen dazu angewiesen werden1 die ,leistungen1 die in einem herrischen oder unfreundlichen ,ton von ,emile verlangt werden1 zu verweigern und ihn gelegentlich zu kleinen ,hilfeleistungen fr ihr eigenes ,wohlsein heranzuziehen1 und wenn er diese versagt1 ihre eigenen ,dienstleistungen einzustellen4 ,dadurch wird schon frh in dem ,knaben eine lebendige ,vorstellung von der ,gegenseitigkeit der menschlichen ,beziehungen erweckt2 es wird ihm als selbstverstndlich erscheinen1 die ,hilfe anderer in ,anspruch zu nehmen1 aber als ebenso selbstverstndlich1 seine eigenen ,dienste ihnen zur ,verfgung zu stellen1 um sich dadurch fr knftige ,flle ihres ,wohlwollens zu versichern4 ,so finden wir denn ,emile am ,schlusse dieser ,epoche im ,vollbesitz seiner krperlichen ,fhigkeiten4 ,ist er vielleicht auch nicht so stark1 wie mancher seiner buerlichen ,spielgefhrten1 so bertrifft er sie an krperlicher ,gewandtheit4 ,im ,laufen1 ,springen1 ,schwimmen ist er unermdlich1 sein ,auge ist scharf und sicher1 sein ,gehr gut ausgebildet1 seine ,gesundheit vortrefflich und befhigt1 ,entbehrungen ohne ,schaden zu ertragen4 ,er wei in der lebendigen und toten ,natur ,bescheid1 kennt die ,stimmen der ,vgel und findet die ,standorte der ,pflanzen4 ,den ,menschen gegenber gibt er sich frisch und unbefangen1 ohne ,unterwrfigkeit und ohne ,stolz1 ,hflichkeit ist ihm fremd1 aber ebenso fern ist ihm geziertes ,wesen4 ,wenn er viele ,dinge nicht wei1 die ,kinder hherer ,stnde in seinem ,alter bereits zu kennen und zu wissen vorgeben1 so ist er ihnen doch weitaus an ,selbstndigkeit des ,urteils1 grndlicher ,beherrschung des ihm zugnglichen ,wissens und ,anschaulichkeit im ,sprechen und ,denken berlegen4 ,das1 was ihm fehlt1 wird er mit leichter ,mhe nachholen knnen2 das1 was er vor seinen ,alters- und ,standesgenossen voraus hat1 wird ihn auf immer zu seinem ,vorteil von ihnen unterscheiden2 sein grter ,vorzug aber besteht darin1 da er das gewesen ist und ist1 was alle ,kinder sein sollten1 und was die ,unnatur unserer ,verhltnisse nur ganz wenigen zu sein gestattet3 ein wirkliches ,kind4 ,whrend in der ersten ,zeit die ,beziehung des ,knaben zur ,natur die ,aufmerksamkeit des ,lehrers vor allen ,dingen in ,anspruch nehmen mute1 treten nunmehr ungefhr mit dem ,eintritt in das #ab4 ,jahr die menschlichen ,verhltnisse in den ,vordergrund2 sie soll jetzt ,emile kennen und verstehen lernen4 ,zwar mit dem ,grtner1 dem ,bedienten und dem ,erzieher selber hatte ihn ja bereits frher jeder ,tag zusammengefhrt2 er hatte ein festes ,verhltnis zu ihnen gewonnen1 aber seine eigentlichen ,interessen waren1 wie wir gesehen1 ganz auf die ,natur gerichtet gewesen4 ,jetzt gilt es1 ihm ,verstndnis fr die mannigfachen ,hantierungen der ,menschen beizubringen2 ihn einsehen zu lehren1 welch einen ,zweck und welche ,bedeutung fr das ,zusammenleben der ,menschen diese ,verrichtungen haben1 und vor allen ,dingen den geschickten ,knaben daran zu gewhnen1 die im ,verkehr mit der ,natur ausgebildeten krperlichen ,fertigkeiten in den ,dienst einer ntzlichen ,ttigkeit zu stellen4 ,die ,entscheidung ber den ,wert der einzelnen ,handwerke soll der ,knabe ganz selbstndig und nach eigenem ,ermessen treffen4 ,was der ,maurer1 der ,schreiner1 der ,glaser bedeuten1 wird ihm ohne weiteres einleuchten1 und wenn er von seinem kindlichen ,standpunkt aus den ,pastetenbcker fr einen uerst wichtigen und verehrungswrdigen ,mann hlt1 so wird das weiter nichts schaden2 ebensowenig auch1 wenn er den ,nutzen und damit die ,existenzberechtigung des ,perckenmachers gering anschlgt und auch fr die ,ttigkeit des ,goldschmieds wenig ,verstndnis zeigt4 ,bei den ,besuchen1 welche den einzelnen ,handwerkern gemacht werden1 indem er sie bei der ,arbeit beobachtet1 gewinnt ,emile eine auf ,anschauung beruhende ,kenntnis ihrer ,ttigkeit1 und was das wichtigste ist1 er lernt selber mit angreifen1 er bekommt das ,verhltnis zum ,material1 das den meisten ,gebildeten vllig abgeht1 und aus dessen ,mangel all die schiefen und unklaren ,vorstellungen ber die ,ttigkeit des ,handwerkers1 die dumme ,verachtung der ,handarbeit1 welche in diesen ,kreisen so hufig ist1 sich genugsam erklrt4 ,ja1 ,rousseau geht noch einen ,schritt weiter2 sein ,zgling soll nicht nur gesehen haben1 wie gearbeitet wird1 er soll nicht nur eine ,kenntnis der ,handfertigkeiten haben1 welche dabei ntig sind1 sondern es ist unumgnglich ntig1 da er ein ,handwerk von ,grund aus erlernt und es so ausben kann1 da jeder ,meister sich freuen wrde1 ihn als ,arbeiter beschftigen zu knnen4 ,nur das ,bewutsein1 im ,besitz eines erlernten ,handwerkes zu sein1 gibt dem ,menschen allen ,wechselfllen des ,lebens gegenber ,sicherheit und ,ruhe4 ,der ,reichtum kann verschwinden1 die bevorrechtete ,stellung abgeschafft werden1 der ,grundbesitz von dem ,gutsherrn an die ,bauern zurckgefordert werden1 tchtige ,handwerker wird die menschliche ,gesellschaft immer brauchen4 ,es ist leicht erklrlich1 weshalb ,emile sich fr das ,handwerk des ,tischlers entscheidet4 ,den ,anforderungen an krperliche ,kraft1 die hier verlangt werden1 sind seine elastischen ,glieder gewachsen1 sie werden gebt ohne erschlafft zu werden2 das gute und sichere ,augenma1 das er sich erworben hat1 findet hier seine ,verwendung2 die ,exaktheit der ,arbeit1 die ,nettigkeit und ,ntzlichkeit der ,gegenstnde1 welche sie hervorbringt1 entzcken ihn1 und so zhlt er bald zu den besten und fleiigsten ,gehilfen seines ,meisters4 ,natrlich liegt es aber nicht im ,plan der ,erziehung1 ,emile zum ,tischler zu machen1 nur eine bestimmte ,zeit in der ,woche ist diesem ,teil seiner ,ausbildung vorbehalten4 ,er soll sich weiter in ,wald und ,feld tummeln1 im ,garten arbeiten1 aber er soll jetzt auch1 wo er ,kenntnis von dem gesellschaftlichen ,getriebe erhalten hat1 mit den wichtigsten ,mitteln fr den sozialen ,zusammenhang bekannt gemacht werden3 ,lesen- und ,schreibenlernen wird ihm nunmehr als ein notwendiger ,vorzug erscheinen1 nicht mehr als die unverstndliche ,qulerei1 zu welcher die gewhnliche ,erziehung sie den ,kindern macht4 ,charakteristisch fr ,rousseaus ,stellung zu ,bchern und ,bchergelehrsamkeit sind die pathetischen ,worte1 mit denen er nochmals darauf aufmerksam macht1 da die ,fertigkeit des ,lesens leicht zu einem ,danaergeschenk fr ,emile werden kann1 wenn nicht hier mit aller erdenklichen ,vorsicht vorgegangen wird4 ,auf lange ,zeit hinaus soll nur ein ,buch die ganze ,bibliothek des ,knaben bilden1 und auf dies ,buch an dieser bedeutsamen ,stelle nachdrcklichst aufmerksam gemacht zu haben1 ist eins der grten ,verdienste1 die sich selbst ein ,rousseau fr das ,wohl der heranwachsenden ,jugend erwerben konnte1 es ist der unsterbliche ,robinson ,crusoe ,defoes1 der bis zum heutigen ,tage das ,entzcken eines jeden richtigen ,kindes bildet4 ,der ,robinson und ,gullivers ,reisen bieten vielleicht die besten ,beispiele dafr1 da die besten ,kinderbcher die sind1 die ursprnglich nicht fr die ,kinder geschrieben sind4 ,das pdagogisch ,gefhrliche1 das in der affektierten ,naivitt und ,kindlichkeit so vieler ,kinderbcher liegt1 und das in der damaligen ,kinderliteratur noch viel schreckhafter hervortrat1 als in der unsrigen1 die doch schon durch ,robinson viel gelernt hat1 das alles hatte ,rousseau richtig herausgefhlt4 ,aber es waren noch andere ,vorzge1 die ihm den ,robinson teuer und wert machen muten4 ,hier war ja das geschildert1 wonach er sich stets gesehnt1 hier war der ,mensch zurckversetzt in seine ursprngliche ,einsamkeit1 nur von den ,wundern der ,natur umgeben1 und hier sehen wir den ,menschen aus eigener ,kraft durch seiner klugen ,hnde ,arbeit ein ,leben gestalten1 das unendlich viel reiner und gesnder ist1 als das ,leben des ,kulturmenschen4 ,rousseau empfand1 da gerade in der ,jugend eine ,neigung1 zu solchen einfachen und ungeknstelten ,verhltnissen zurckzukehren1 noch lebendig ist4 ,es war ihm darum zu tun1 durch die ,lektre des ,robinson diese ,stimmung der ,seele1 die bei den meisten ,kulturmenschen bald bertubt und gettet zu werden pflegt1 zu einem dauernden ,grundgefhl des ,lebens zu gestalten1 welches auch den zum ,mann ,herangereiften gegen alle ,versuchung1 in den verschlungenen ,pfaden der ,kultur sich zu verirren1 feit und schirmt4 ,denn daran ist allerdings kein ,zweifel1 da gerade1 weil der ,robinson auf lange ,zeit hinaus die einzige ,lektre des ,knaben bleiben soll1 eine ,wirkung von ihm ausgehen mu1 welche alle weiteren ,bcher1 die der ,heranwachsende spter kennen lernen wird1 niemals erreicht werden4 ,emile tritt nun in die dritte ,phase seiner ,entwickelung ein1 die wichtigste1 die fr sein ganzes spteres ,leben entscheidend wird1 und die seinen ,erzieher vor die schwierigsten ,aufgaben stellt1 es ist die ,zeit der beginnenden ,geschlechtsreife4 ,whrend die ,aufgabe des ,erziehers in den frheren ,stadien darin bestand1 mit bewuten ,eingriffen in die ,entwickelung seines ,zglings mglichst sparsam zu sein1 und im wesentlichen die ,natur frei gewhren zu lassen1 mu er hier zum erstenmal eine natrliche ,entwickelung nicht befrdern1 sondern sie in klugen ,grenzen verlangsamen und verzgern4 ,aber auch hierzu hat ihm die ,natur selber die ,hilfsmittel an die ,hand gegeben4 ,der beginnende ,jngling wei ja noch gar nicht1 was das unbestimmte ,sehnen und ,drngen1 das ihn erfllt1 eigentlich bedeutet4 ,es gilt1 ihn seinen unbestimmten ,trumereien nicht zu berlassen4 ,die ,gewohnheit1 in dem ,erzieher zugleich den ,freund zu sehen1 wird ihn die ,gesellschaft des ,lehrers noch hufiger aufsuchen heien als bisher2 durch starke krperliche ,arbeit und ,ttigkeit1 die in dieser ,periode ohne ,schaden bis fast zur ,erschpfung gehen kann1 wird die krperliche ,energie in ,anspruch genommen und in gesunder ,weise befriedigt4 ,aber unendlich viel wichtiger als die krperlichen ,vernderungen ist die geistige ,revolution1 die sich in ,emile vollzieht4 ,sieht man die ,seele als die ,kraft an1 die sich den ,krper bildet1 so wird man nicht umhin knnen1 die ,geschlechtsliebe aus einer ursprnglich in der ,seele angelegten allgemeinen ,sympathie abzuleiten4 ,wir haben gesehen1 da ,rousseau diese ,lehre fr falsch hlt4 ,jeder ,fortschritt auf seelischem ,gebiet hat bestimmte krperliche ,voraussetzungen4 ,ihn herbeifhren zu wollen1 bevor diese krperlichen ,voraussetzungen vorhanden sind1 heit die normale ,entwickelung verknsteln und unmglich machen4 ,so hatte denn auch ,rousseau darauf verzichtet1 dem ,kind eine ,scheinsympathie und ,scheinliebe zu den ,menschen seiner ,umgebung anzuzchten1 fr welche die krperliche ,entwickelung keinerlei ,grundlagen bot4 ,diese ,grundlage nun glaubt ,rousseau in dem unbestimmt erwachenden ,geschlechtstrieb gegeben4 ,er ist es1 der den werdenden ,jngling ber sich selber hinausweist1 der ihn ergnzungsbedrftig und sehnschtig nach der ,liebe anderer macht2 die leiseste ,liebkosung1 deren ,wert er frher gar nicht verstanden htte1 macht nun sein ganzes ,wesen erzittern2 sein ,herz ist weit geffnet1 da die ,liebe zur ,menschheit darin einziehen kann4 ,jetzt gilt es1 ihn auf die tausend ,bande aufmerksam zu machen1 welche die ,menschen aneinander schlieen1 jetzt kann er den ,schritt von der ,natur zur ,geschichte hinber wagen1 nun wird die ,lektre nicht mehr das sein1 was sie fr die meisten ,menschen ist3 ein trichter ,zeitvertreib1 eine ,ausfllung leerer ,stunden1 sondern die groen ,mnner1 von denen ihm die ,bcher der ,geschichte ,kunde geben1 werden zu gleicher ,zeit seine ,freunde und seine ,vorbilder2 nun wei er1 was es heit1 fr die heilige ,sache der ,menschheit kmpfen und leiden1 und die ,brust schwellt sich ihm bei dem ,gedanken1 da diese ,mnner auch fr ihn gelebt1 auch fr ihn gelitten haben4 ,aber nicht nur sein ,gefhl bildet sich aus2 auch das ,denken erhlt in dieser ,zeit seinen krnenden ,abschlu4 ,das unbestimmte ,sehnen und ,drngen1 das die ,seele erfllt1 reit sie in mchtigem ,zuge ber alles ,gegebene hinweg2 ernst und feierlich tritt die ,frage nach dem letzten ,grunde der sinnlich gegebenen ,wirklichkeit vor die ,seele des ,jnglings2 seine ,sehnsucht nach ,gte und ,liebe kann sich nur beruhigen in dem ,gedanken einer allgtigen und liebenden letzten ,ursache fr die vertraute ,welt1 die ihm einst so weit erschien und nun so eng geworden ist4 ,jetzt mgen die ,worte3 ,gott1 ,gebet1 ,religion1 die vor dieser ,zeit fr ihn eben nur ,worte hatten sein knnen1 und die deshalb vor ihm nicht ausgesprochen werden durften1 an sein ,ohr klingen1 an seine ,seele pochen2 sie werden ,einla finden1 denn sie sind nur der ,ausdruck dessen1 wonach die ,seele selber sich sehnte4 ,wie die ,geschichte1 wenn ,emile sie in dieser ,zeit kennen lernt1 nicht der tote ,inbegriff von ,namen und ,zahlen ist1 welcher sie mit ,notwendigkeit sein mu1 wenn sie in einem frheren ,alter dem unreifen ,verstande des ,kindes aufgepfropft wird1 so wird er jetzt seine ,vorstellungen von ,gott und gttlichen ,dingen frei von dem mechanischen ,nachplappern1 frei von den kindischen ,anthropomorphismen halten knnen1 in die er frher fast unvermeidlich verfallen wre4 ,so gilt es auch hier1 die krperlichen ,vorbedingungen abzuwarten und aus ihnen dann die geistigen ,werte zu entwickeln1 fr die sie die gesunde ,grundlage abgeben sollen4 ,aber wo es sich um den hchsten ,gewinn handelt1 ist auch die hchste ,gefahr vorhanden4 ,gibt der ,jngling ohne feste ,leitung den in ihm grenden ,trieben nach1 so ist trotz aller ,mhe1 die frher auf seine ,erziehung verwendet sein mag1 sein ,leben verloren4 ,alle edlen ,anlagen1 zu welchen der ,naturtrieb die ,vorbedingung htte werden knnen1 verdorren in der ,glut des ,genusses1 und trotz aller reichen ,hoffnungen1 zu denen er frher ,anla gab1 wird der ,jngling der ,sklave seiner ,sinne bleiben1 zu dem ihn die eigene ,leidenschaftlichkeit und die ,unachtsamkeit oder ,ruchlosigkeit seiner ,umgebung gemacht haben4 ,emile ist nun reif1 das ,getriebe der ,welt kennen zu lernen1 um spter selber handelnd und ttig darin eingreifen zu knnen4 ,ihn1 den ,freund der ,natur und der groen ,mnner der ,geschichte werden die ,versuchungen der ,welt nicht mit sich fortreien oder ihn zum zynischen ,menschenverchter machen knnen4 ,aber es fehlt noch der wichtigste ,talisman1 ohne welchen kein ,jngling aus der reinen ,natur in die vergiftete ,luft der ,stdte treten sollte1 die tiefe und starke ,liebe zu einem guten ,mdchen1 welche ihn gegen alle ,versuchungen der ,sinnlichkeit unempfnglich macht4 ,es handelt sich um die ,wahl einer ,lebensgefhrtin fr ,emile1 eine ,wahl1 die er aus eigener freier ,neigung treffen mu1 und die doch allen ,ansprchen gengt1 die ein kluger1 einsichtsvoller ,berater stellen knnte4 ,rousseau hat auch hierfr ,sorge getragen4 ,in einiger ,entfernung von dem lndlichen ,aufenthalt ,emiles wchst unter der ,obhut liebender ,eltern ein ,mdchen heran1 das geistig und krperlich die beste ,lebensgefhrtin zu werden verspricht4 ,lehrer und ,zgling brechen nunmehr zu einer ,fuwanderung auf1 deren ,endziel der ,landsitz dieser prstabilierten ,sophie1 wie sie ,hettner boshaft nennt1 bilden soll1 und deren ,zweck es ist1 die freinander bestimmten jungen ,leute miteinander bekannt zu machen1 und das1 was die ,vernunft gewnscht1 durch die ,liebe zu vollenden4 ,die ,beschreibung dieser ,fuwanderung1 das ,zusammentreffen ,emiles mit ,sophie1 das ,erwachen der ,liebe in beiden1 das ist alles so einfach und so schn geschildert1 da jeder ,versuch der ,wiedererzhlung daran scheitern mu2 das mu man bei ,rousseau selbst nachlesen4 ,besonders mchte ich auf die ,szene aufmerksam machen1 wo ,sophie ihren ,geliebten in der ,schreinerwerksttte aufsucht1 um ihn sich fr den ,tag zu erbitten1 und ,emile trauernd sich den eigenen und den ,wunsch der ,geliebten mit ,rcksicht auf die bernommene ,arbeit versagt4 ,die festliche ,verlobung beendet das ,idyll und auch das ,zusammensein der ,liebenden1 denn der ,erziehungsplan fordert fr ,emile noch einen lngeren ,aufenthalt auf ,reisen1 die er nunmehr unternehmen kann1 ohne die ,gefahren frchten zu mssen1 welche die groe ,tour fr ,jnglinge seines ,standes mit sich zu bringen pflegt4 ,eine ,anzahl feiner ,bemerkungen ,rousseaus ber die richtige ,art zu reisen1 knnen wir hier billig bergehen4 ,zum ,mann entwickelt1 fhig nun selber ,vorstand eines ,hauswesens zu sein1 als ,gestaltender einzugreifen in das ,triebwerk des ,lebens1 kehrt ,emile zu seiner ,sophie zurck4 ,in einer ernsten1 an alles ,gute in ,emile sich wendenden ,rede ber die ,pflichten1 die ihm das neue ,leben bringen wird1 schliet sein ,erzieher das ,werk ab1 dem er so viele ,jahre des eigenen ,lebens gewidmet hat4 ,mit einigen ,worten mu noch ,rousseaus ,ansicht ber die ,erziehung des weiblichen ,geschlechts berhrt werden1 weil er hier zum ,teil im ,vergleich mit der ,knabenerziehung ganz entgegengesetzte ,ratschlge gibt4 ,sie alle aber lassen sich von einem ,punkte aus leicht bersehen und sind von hier aus verstndlich und vernnftig4 ,der ,knabe soll zum ,menschen erzogen ,werden1 das ,mdchen zur ,gattin und ,mutter4 ,auch glaubt ,rousseau nicht damit seinen ,grundsatz zu verletzen1 nach welchem jedes ,lebensjahr des ,kindes als ,selbstzweck betrachtet werden mu und nicht nur in ,beziehung auf das sptere ,leben gewertet werden darf4 ,denn die ,natur selber hat1 wie er glaubt1 in dem ,mdchen schon von frh an diese sptere ,bestimmung psychisch angelegt und sie selbst strebt danach1 sie zu verwirklichen4 ,man wrde wider die ,natur handeln1 wenn man das ,mdchen in eine ,erziehung hineinpressen wollte1 die fr den ,knaben die naturgeme ist4 ,so sehen wir denn bei dem ,mdchen vom frhen ,kindesalter an einen ,trieb1 sich zu schmcken und zu gefallen1 der dem naturgem sich entwickelnden ,knaben vollstndig fremd ist1 der aber von vornherein darauf deutet1 da das ,mdchen nicht dazu bestimmt ist1 dereinst den ,mittelpunkt seines ,lebens in sich selber zu finden1 sondern ihn in dem ,verhltnis zu anderen ,menschen zu suchen haben wird4 ,zrtlichkeit ist ebenso der ,grundzug der ,seele beim ,mdchen1 wie die ,selbstliebe beim ,knaben2 und der ,erzieher hat hier nur ebenso darauf zu achten1 da diese ,zrtlichkeit nicht zur unterschiedslosen ,selbsthingabe fhre1 wie bei dem ,knaben die ,ausartung der ,selbstliebe in ,egoismus verhtet werden mute4 ,daraus folgt nun aber1 da auch die ganze ,art der ,erziehung bis in die kleinsten ,einzelheiten hinein nach dem ,geschlecht des ,kindes eine verschiedene sein mu4 ,freilich die ,pflege und ,abhrtung des ,krpers ist ein gemeinsamer ,zweck der ,mdchen- wie der ,knabenerziehung1 und ,sophie kann1 wenn auch erfolglos1 den ,geliebten zum ,wettlauf herausfordern4 ,aber schon in den ,spielen wird sich ein merklicher ,unterschied zeigen3 der ,knabe durchstreift ,garten und ,wald1 das ,mdchen bleibt im ,zimmer und ist die ,mutter ihrer ,puppe4 ,wir haben gesehen1 mit welchem ,eifer ,rousseau darauf dringt1 da fr ,emile niemals der bloe ,wille des ,erziehers bestimmend fr sein ,tun und ,lassen sei2 bei dem ,mdchen liegt die ,sache anders4 ,das ganze ,glck des ,weibes wird dereinst von dem ,willen eines anderen ,menschen1 ihres ,gatten1 abhngig sein1 und so ist es gut1 da schon das ,kind sich gewhne1 dem ,willen eines geliebten ,menschen sich unterzuordnen1 auch wo es die ,bestimmungsgrnde dieses ,willens nicht kennt oder nicht zu begreifen vermag4 ,wenn ferner die erste ,regel fr den ,erzieher ,emiles war1 von einem einmal gegebenen ,befehl sich nichts abschmeicheln zu lassen1 so kann bei der ,erziehung des ,mdchens llicher verfahren werden4 ,ist doch die ,waffe der ,frau dem ,herrenwillen des ,mannes gegenber immer ,schmeichelei und weibliche ,anmut gewesen2 sie erreicht durch ihre ,bitten und ihre ,trnen mehr1 als der ,mann durch seine ,strke und sein ,recht fr sich durchsetzen kann4 ,ein flehender ,mann ist ebenso naturwidrig wie eine streitbare ,frau4 ,daher wre es verfehlt1 wenn man dem ,mdchen den ,gebrauch dieser natrlichen ,waffen ganz entziehen wrde4 ,man lasse sich gelegentlich etwas abschmeicheln1 man erbarme sich der ,trnen der kleinen ,snderin und verzeihe ihr2 man wird belohnt werden durch die ,freude des ,kindes ber seinen echt weiblichen ,erfolg4 ,da bei so verschiedener ,erziehung das ,verhltnis beider ,gatten in der ,ehe nicht das der ,kameradschaftlichkeit sein kann1 ist ganz selbstverstndlich4 ,unselbstndig wie nach ,rousseau das ,mdchen von ,natur ist1 ist es auch in der naturgemen ,erziehung1 die ihm ,rousseau zudenkt1 geblieben4 ,aus der ,hand der ,eltern geht die ,jungfrau1 ein reizendes1 liebliches ,wesen1 zum ,glck bestimmt und beglckend1 in die des ,gatten ber4 ,und ebenso wie der ,wille der ,eltern fr sie hchstes ,gesetz war1 soll es nunmehr der ,wille des ,gatten sein4 ,ihre ,bestimmung ist1 ihm eine treue1 liebende ,gattin1 seinem ,hause eine umsichtige ,vorsteherin1 seinen ,kindern eine liebende ,mutter zu sein4 ,rousseau dachte hoch von der ,heiligkeit der ,ehe2 in nichts sah er deutlicher die ,entartung menschlicher ,verhltnisse durch die ,kultur1 als in der ,herabwrdigung und ,zersetzung der ehelichen ,verhltnisse in der guten franzsischen ,gesellschaft4 ,aber als wesentlich fr den ,bestand einer guten ,ehe galt ihm immer das ,bestimmungsrecht des ,mannes1 die ,unterordnung der ,frau4 ,und wenn ihm auch gelegentlich1 wie wir sehen werden1 ein ,zweifel aufsteigen mochte1 ob dieses naturgeme ,verhltnis innerhalb der heutigen ,gesellschaftsordnung noch das wahre ,glck beider ,gatten verbrgen knne1 so haben solche gelegentlichen ,anwandlungen ihn nie zu einer ,revision seiner ,stze ber das natrliche ,verhltnis beider ,geschlechter gefhrt4 ,das strkste ,zeugnis fr die ,wirkung1 die vom ,emile ausgegangen ist1 liegt in der ,tatsache1 da sehr viele der ,ansichten1 die hier mit groer ,emphase vorgetragen werden1 fr uns heute ganz selbstverstndlich erscheinen4 ,rousseau scheint uns hier dauernd offene ,tren einzurennen4 ,es gehrt einige ,kenntnis der ,geschichte der ,pdagogik dazu1 um sich darber klar zu werden1 da diese ,tren zu ,rousseaus ,zeiten eben nicht offen waren1 sondern durch seine ,arbeit erst geffnet oder besser durch die ,mauern einer verknstelten ,pdagogik gebrochen werden muten4 ,die bahnbrechende ,kraft ,rousseaus erscheint vielleicht nirgends grer1 als wenn wir die ,wirkung abschtzen1 welche der ,emile auf die ,folgezeit ausgebt hat4 ,die ganze gewaltige ,bewegung1 die alsbald namentlich in ,deutschland einsetzt1 kann man als eine ,reihe von ,versuchen bezeichnen1 wie weit die ,vorschlge ,rousseaus in die ,praxis bersetzt werden knnen1 und namentlich1 inwieweit es mglich sei1 von der ,einzelerziehung1 wie sie ,rousseau schildert1 zur gemeinsamen ,erziehung1 wie sie die ,praxis fordert1 berzugehen1 ohne den wesentlichen ,gehalt der ,lehren ,rousseaus aufzugeben4 ,von den ersten unvollkommenen und hufig bizarren ,versuchen1 die auf einem prinzipienlosen ,nachbeten ,rousseauscher ,lehrstze beruhten1 bis zu den durchdachten und von genauester ,sachkenntnis geleiteten ,arbeiten eines ,salzmann1 ,pestalozzi und ,frbel1 immer finden wir als fast selbstverstndlichen ,ausgangspunkt den ,emile2 seine ,ansichten werden unausgesetzt bekmpft oder angenommen1 die ganze ,diskussion ist an ihm orientiert4 ,und wenn wir bedenken1 wieviel glcklicher und naturgemer sich die ,kinderjahre von ,tausenden und ,abertausenden heranwachsender junger ,menschenkinder unter dem ,einflu dieses einen ,buches gestaltet haben1 so mu man sagen1 da das schwere ,unrecht1 das ,rousseau durch sein pflichtwidriges ,verhalten gegenber seinen eigenen ,kindern auf sich geladen hat1 soweit dies berhaupt mglich1 geshnt worden ist durch die ,wohltaten1 die er ,generationen auf ,generationen fremder ,kinder erwiesen hat und bis zum heutigen ,tage erweist4 ,fnftes ,kapitel4 ,die ,nouvelle ,hlose4 ,rousseau hat einmal daran gedacht1 seinem ,emile eine ,fortsetzung zu geben1 in welcher das eheliche ,leben ,emiles und ,sophiens geschildert werden sollte4 ,es ist ein ,glck1 da er diesen ,plan nicht ausgefhrt hat1 denn die uns erhaltenen ,bruchstcke zeigen deutlich genug1 da uns hier der ,bankerott all der schnen ,hoffnungen gezeigt worden wre1 mit denen der ,erzieher ,emile entlt und der ,leser das ,buch aus den ,hnden legt4 ,namentlich wren aber die eigenen ,lehren ,rousseaus ber ,erziehung des weiblichen ,geschlechts glnzend ad absurdum gefhrt worden4 ,nach einem kurzen glcklichen ,aufenthalt auf dem ,lande begibt sich das junge ,paar nach der ,stadt2 mannigfache neue ,anregungen machen es ,emile unmglich1 sich so wie frher ,sophien zu widmen4 ,sophie fhlt1 da sie den bisherigen ,mittelpunkt ihres ,lebens verloren hat2 sie ist gelangweilt1 unglcklich1 und sinkt in dieser ,stimmung als leichte ,beute einem gewissenlosen ,verfhrer in die ,arme4 ,emile trennt sich von ihr1 beginnt ein ,wanderleben1 und findet nach langen ,irrfahrten an einsamer ,sttte die bereuende ,gattin wieder1 um nun fern von den ,menschen mit ihr den ,rest des ,lebens zu verbringen4 ,das ist nicht eine ,schilderung des modernen ,menschen in seinen ,beziehungen zu ,welt und ,leben1 sondern es klingt fast wie eine ,satire auf das ganze mhselige ,erziehungswerk1 das ,emile dazu gefhrt hat1 seinen ,platz im ,leben so wenig befriedigend auszufllen4 ,aber ,rousseau konnte mit um so besserem ,recht diese ,fortsetzung ,fragment bleiben lassen1 als er bereits frher in der ,nouvelle ,hlose das ,buch geschrieben hatte1 in dem diese ,probleme so eindringlich behandelt worden waren1 da ihm ,neues hierber zu sagen unmglich war4 ,die ,ansicht der ,romantiker1 da in jedem ,menschen ein und nur ein ,roman angelegt sei1 trifft auf ,rousseau vollstndig zu2 deshalb mute der ,versuch1 dem ,emile eine ,fortsetzung zu geben1 scheitern2 den ,roman des ,lebens hatte ,rousseau geschrieben1 bevor er an den ,roman der ,erziehung dachte2 denn noch einmal1 die ,confessions wollen kein ,roman sein1 sondern die wirkliche ,geschichte seines ,lebens geben1 sie wollen ,wahrheit1 nicht ,dichtung sein4 ,es fehlt viel daran1 da ,rousseau das ,technische dieses ,buches1 welches dazu bestimmt war1 die ,kunstform des modernen ,romans zu schaffen1 ohne ,vorbilder und ,muster ausgebildet htte4 ,freilich1 wer nach dem ,titel gehen wrde und auf die ,briefe der ,hlose an ,ablard zurckgriffe1 auch in der ,umdichtung1 welche ,pope ihnen gegeben hatte1 der wrde in der ,nouvelle ,hlose wenig finden1 was sie als ,nachbild dieses ,vorbildes erscheinen lassen knnte4 ,aber die ,form des leidenschaftlichen ,briefromans war seit den ,lettres portugaises1 wie uns ,waldberg gezeigt hat1 durchaus eingebrgert1 und ,rousseau hatte als der unersttliche ,romanleser1 der er in gewissen ,zeiten seines ,lebens gewesen war1 sicher ,kenntnis davon erhalten4 ,vor allem aber tritt uns auf jeder ,seite der ,nouvelle ,hlose die ,erinnerung an ,richardson entgegen1 der damals -- man lese nur den begeisterten ,dithyrambus ,diderots -- als der unerreichte ,meister des ,romans gepriesen wurde1 und der in der ,tat in wichtigen ,stcken die ,technik des modernen ,romans ausgebildet hat4 ,ursprnglich bildete das ,geschehnis das ganze ,interesse des ,romans4 ,bunte ,abenteuer1 fabelhafte ,erlebnisse oder ,haupt- und ,staatsaktionen wurden vom ,lesepublikum gefordert4 ,dies war die ,hauptsache1 und es verschlug wenig1 wem alle diese ,ereignisse zustieen2 der eine tapfere ,ritter1 die eine schne ,prinzessin war genau so gut wie die anderen4 ,wir knnen nun ,schritt fr ,schritt verfolgen1 wie der ,schwerpunkt des ,romans allmhlich vom ,geschehnis in die ,seele des ,erlebenden gerckt wird4 ,an ,stelle des ,romans der ,abenteuer tritt der psychologische ,roman1 und seinen bedeutendsten ,meister vor ,rousseau haben wir in ,richardson zu erblicken4 ,wie frher die ,haupt- und ,staatsaktion1 so wird jetzt das ,tagebuch und namentlich der ,brief zum wichtigsten ,mittel der ,technik4 ,das ,interessante ist nicht mehr das uere ,geschehnis1 sondern der psychische ,reflex dieses ,geschehnisses in den ,seelen der handelnden oder besser der schreibenden ,personen4 ,daraus erklrt sich auch die groe ,einfachheit der ,handlung in den ,romanen ,richardsons4 ,was in diesen vielbndigen ,ungetmen wirklich geschieht1 lt sich auf sechs ,zeilen erzhlen4 ,doch in diesen ,geschehnissen liegt auch gar nicht das1 worauf wir aufmerksam werden sollen4 ,dasselbe ,ereignis tritt uns bei den verschiedenen ,korrespondenten in der verschiedensten ,beleuchtung entgegen1 und gerade diese verschiedene ,beurteilung desselben ,dinges1 in der sich die ,individualitt der einzelnen ,persnlichkeiten offenbart1 ist es1 worauf wir achten sollen4 ,und da zeigt sich in der ,tat bei dem einfachen ,londoner ,buchhndler eine ganz berraschende ,kraft und ,feinheit der psychologischen ,analyse4 ,bei ihm finden wir bereits den experimentellen ,roman einer spteren ,zeit angelegt1 und das leidenschaftliche ,interesse seiner ,zeitgenossen an den ,gestalten einer ,pamela1 einer ,mi ,harlowe1 eines ,lovelace und ,grandison wird verstndlich1 wenn man erwgt1 da dies die ,zeit war1 wo die ,menschen einander1 und jeder sich selber1 anfingen interessant zu werden1 wo von der ,philosophie ,leibniz' an bis zu jeder empfindsamen ,seele1 die ein ,tagebuch fhrte1 die berzeugung vertreten wurde1 da ein jedes ,individuum als ein ,unikum1 das seinesgleichen nicht hat noch haben kann1 betrachtet und gewertet werden msse4 ,die ,verwandtschaft zwischen ,richardson und ,rousseau ist so einleuchtend1 da wir uns sehr viel mehr fragen mssen1 worin sie sich unterscheiden1 als worin sie sich gleichen4 ,und da ist es vielleicht am einfachsten1 auf die ,motive ihrer ,dichtungen zurckzugehen4 ,richardson wollte seine ,leser bessern1 indem er sie unterhielt4 ,er war zu gleicher ,zeit der ,dichter1 der ,drucker und der ,verleger seiner ,werke4 ,vor seinem geistigen ,auge stand als der ,areopag1 dem er seine ,romane vorzulegen liebte1 eine ,gesellschaft lterer ehrbarer englischer ,damen1 die sich beim ,tee zusammenfanden4 ,er lebte die ,leidenschaft nicht1 sondern er analysierte sie4 ,diese ,reflektiertheit1 diese ,wohlanstndigkeit rief die ,opposition ,fieldings hervor und ist vielleicht die ,hauptursache gewesen1 warum bei allen seinen groen ,verdiensten ,richardson in unseren ,tagen ein kmmerliches ,dasein in den ,literaturgeschichten fristet4 ,ganz anders ,rousseau4 ,die ,entstehungsgeschichte seines ,romans ist vielleicht ein ,unikum4 ,das ,herz geschwellt von unbestimmter ,liebessehnsucht idealisierte er das ,andenken an die zwei lieblichen ,freundinnen1 mit denen er einen der wenigen glcklichen ,tage seines ,lebens verlebt hatte4 ,sie wurden ihm zu den ,gestalten der anmutigen blonden ,julie und ihrer braunen klugen ,gefhrtin ,claire1 er selbst als ,st4 ,preux trat zu ihnen als der dritte in den ,bund der ,liebe und ,freundschaft4 ,in einzelnen ,briefen1 ohne ,zusammenhang1 ohne ,plan lie er die ,gestalten seiner ,einbildungskraft ihren ,gefhlen und ,empfindungen ,worte leihen1 und diese ,worte enthielten nichts anderes1 als was seine eigene ,seele bewegte und was er so gerne von befreundeten und geliebten ,lippen gehrt htte4 ,erst nachtrglich entstand die ,fabel des ,romans1 wurden die ,situationen in eine chronologische ,reihe gebracht1 hinkte die moralische ,nutzanwendung1 die schlielich doch auch fr ,rousseau unerllich war1 nach4 ,es ist richtig1 auch ,rousseau wollte den ,leser am ,schlusse seines ,buches besser zurcklassen1 als er in dem ,augenblick gewesen war1 wo er das ,buch zur ,hand nahm4 ,aber dieser ,gedanke1 der bei ,richardson die ganze ,komposition beherrscht1 ist bei ,rousseau erst spter in den ,plan hineingetragen1 die moralische ,absicht hat hier1 wie wir sehen werden1 ber die sthetische ,notwendigkeit gesiegt4 ,wie die ,nouvelle ,hlose aus dem ,gefhl entstanden war1 so hat auch die starke und wahre ,darstellung des ,gefhls1 der ,leidenschaft ihr die ,stelle in den ,herzen der ,leser errungen1 die sie bis heute sich zu behaupten gewut hat4 ,auch hier wie bei ,richardson ist die ,fabel von denkbarster ,einfachheit4 ,st4 ,preux1 der ,lehrer des adeligen ,fruleins ,julie ,d',etange und ihrer ,freundin ,claire1 verliebt sich in seine reizende ,schlerin1 und seine ,liebe wird erwidert4 ,nach langem inneren ,kampf siegt die ,leidenschaft bei beiden2 aber die brgerlichen ,vorurteile setzen ihrer ,vereinigung fr das ,leben unberwindliche ,hindernisse entgegen2 ,st4 ,preux mu die ,geliebte verlassen und begibt sich zu seinem ,freunde1 ,lord ,edouard ,bomston1 spter auf eine mehrjhrige ,reise um die ,welt4 ,julie fgt sich dem ,wunsch ihres ,vaters und wird die ,gattin des ,barons ,wolmar mit dem festen ,entschlu1 ihm eine gute und treue ,gattin zu werden4 ,der ,baron hat ein so sicheres ,vertrauen zu ,julie1 da er den zurckgekehrten ,st4 ,preux auffordern kann1 der ,hausgenosse seiner ,familie zu werden4 ,die alte ,leidenschaft flammt in beiden empor1 aber ,julie wei sich ihrer zu erwehren4 ,der ,tod1 den sie bei der ,rettung ihres ertrinkenden ,kindes findet1 entreit sie dem ,kampf zwischen ,pflicht und ,neigung und weckt in ihrem atheistischen ,gatten die ,ahnung eines ,lebens nach dem ,tode4 ,das ganze ,interesse des ersten ,teiles des ,romans liegt in der ,schilderung der ,leidenschaft der ,liebenden und in der ,darstellung des vergeblichen ,kampfes1 den sie gegen die ,gebote der ,sittsamkeit einerseits1 gegen die ,gesetze der zivilisierten ,gesellschaft mit ihren ,klassenunterschieden und ,standesvorurteilen andererseits1 zu fhren hat4 ,da1 wo die ihr gegenberstehenden ,mchte sittlich berechtigt sind1 siegt die ,leidenschaft2 die ,liebenden werden schuldig in ihrem ,glck4 ,da1 wo diese ,hindernisse nur auf ,vorurteil und ,konvention beruhen1 unterliegt die ,leidenschaft2 die dauernde ,vereinigung der ,liebenden wird unmglich4 ,das ist die ,tragik im ,schicksal ,st4 ,preux' und ,juliens4 ,wir hassen die gesellschaftlichen ,ordnungen1 die einen ,bund zweier fr einander geschaffener ,herzen zu verhindern vermgen2 aber wenn wir auch in den leidenschaftlichen ,selbstanklagen ,st4 ,preux' und ,juliens eine ,berechtigung nicht verkennen knnen1 so sind wir doch weit davon entfernt1 die ,schnheit1 die ,strke und die ,tiefe des ,triebes1 der sie zueinander ri1 zu tadeln4 ,auch da1 wo diese ,leidenschaft ewige ,ordnungen verletzt1 hat sie einen ,anspruch nicht nur auf unser ,verstndnis1 sondern auf unser wrmstes ,mitgefhl1 ja auf unsere ,bewunderung4 ,menschen1 die so lieben knnen1 sind keine schlechten ,menschen4 ,sie knnen unglcklich1 sie knnen schuldig1 niemals aber knnen sie niedrig und gemein werden4 ,es ist ein feiner ,zug ,rousseaus1 da er den ,vertreter der hergebrachten ,ordnungen und ,vorurteile1 den ,vater ,julies1 als einen durchaus nicht schlechten ,charakter dargestellt hat4 ,er ist ein tapferer ,soldat1 ein liebender ,gatte1 ja sogar in seiner ,art ein guter ,vater1 der nach seiner besten ,einsicht das ,glck seiner ,tochter will4 ,um so grer mu die gnzliche ,verkehrtheit der ,standesvorurteile erscheinen1 da sie einen liebenden ,vater dazu veranlassen knnen1 das ,glck seines ,kindes so mit ,fen zu treten1 und ihn dabei noch mit dem ruhigen ,hochgefhl getaner ,pflicht zu erfllen4 ,das ist eben die entsetzlichste ,erscheinung einer verderbten ,kultur1 da sie auch ursprnglich gut angelegte ,menschen zu ,handlungen fortreit1 vor denen sie zurckschaudern wrden1 wenn sie sich ihrem eigenen unverderbten ,gefhl berlassen knnten4 ,rousseau verfuhr hier unendlich wirksamer als ,schiller mit der ,zeichnung des ,prsidenten in ,kabale und ,liebe4 ,die ,unpersnlichkeit und daher auch die ,unbesiegbarkeit der ,widerstnde1 welche sich den ,liebenden entgegenstellen1 tritt in der ,fassung ,rousseaus viel deutlicher hervor1 als wenn er einen ,tragdienvater geschaffen htte4 ,wir haben gesehen1 da die ,handlung ursprnglich auf das ,verhltnis ,julies1 ,claires und ,st4 ,preux' zueinander begrndet war4 ,als notwendige ,ergnzung fr ,st4 ,preux und als ,adressat seiner brieflichen ,ergsse tritt ,milord ,edouard ,bomston ebenso neben ihn1 wie ,claire neben ,julie4 ,da ,st4 ,preux viele ,zge von ,rousseau hat1 ist ganz selbstverstndlich4 ,vor allem erinnert die ,kindlichkeit seines ,wesens durchaus an ,rousseau4 ,gerade diese ,eigenschaft war ja auch ,rousseaus ,schicksal und ,verhngnis2 wie er ist ,st4 ,preux nicht von ,begriffen1 sondern von ,gefhlen abhngig4 ,es wrde fast komisch sein1 ihn immer als ,philosophen angeredet und bezeichnet zu hren1 gbe es nicht neben der ,philosophie des ,kopfes auch eine des ,herzens4 ,ganz dem ,augenblick hingegeben1 ganz in den ,stimmungen1 die er bringt1 aufgehend1 fr das ,hchste empfnglich und mitunter bei dem kleinsten ,hindernis verzweifelnd1 bei den besten ,vorstzen einer plump angelegten ,verfhrung erliegend1 zeigt er uns nur wenig idealisiert die ,zge seines ,urbildes4 ,auch das berwiegend ,passive im ,charakter ,st4 ,preux'1 seine ,neigung1 sich durch fremden ,rat leiten zu lassen1 seine ,unfhigkeit1 das eigene ,schicksal selbst zu gestalten1 das ,schwelgen in ,gefhlen1 wo es auf entschlossenes ,handeln ankme1 alles dieses waren ,zge1 nach denen ,rousseau nicht weit zu suchen brauchte1 um sie auf seinen ,helden zu bertragen4 ,milord ,edouard ist1 wie ,texte richtig hervorgehoben hat1 ein legitimes ,kind der in ,frankreich damals herrschenden ,anglomanie1 welche in ihrer ,schrankenlosigkeit nur selten durch wirkliche ,kenntnis englischer ,verhltnisse beeintrchtigt wurde4 ,man kann sie vielleicht darauf zurckfhren1 da die ,franzosen1 die unter dem ,zwang der ,sitte1 der ,regel1 des guten ,tones in der ,tat einige ,gefahr liefen1 uniform und monoton zu werden1 bei den ,englndern die ,erfahrung machten1 da auch mit einer hochgesteigerten ,kultur krftige ,eigenart1 ,individualitt1 wohl vereinbar sei4 ,daher auch die starke ,betonung der bizarren ,zge bei ,milord ,edouard4 ,sie sollen den ,mann kennzeichnen1 der es unternommen hat1 unbekmmert um alle ,vorurteile sich selber sein ,leben zu gestalten4 ,durch seine ,geburt der ,kaste angehrend1 an deren starren ,vorurteilen das ,lebensglck seines ,freundes zerschellt1 deren stumpfen ,widerstand ,st4 ,preux vergebens zu berwinden sucht1 hat sich ,bomston von allen diesen ,vorurteilen frei gemacht2 er steht also ebenso jenseits aller gesellschaftlichen ,schranken1 wie ,st4 ,preux diesseits4 ,er ist der ,mann der ,tat2 rasch in seinen ,entschlssen1 originell in seinen ,mitteln2 von zweifelloser ,sicherheit auf dem eingeschlagenen ,weg wrde er das ,schicksal der ,liebenden glcklich gestaltet haben1 wenn es ,julie vermocht htte1 ber der ,liebe zu ,st4 ,preux die ,gebote der ,achtung und des ,gehorsams gegen ihre ,eltern zu vergessen4 ,die komplizierten italienischen ,familienbeziehungen ,bomstons1 die in genauer ,analogie zu ,richardson und mit der gleichen ,langeweile einen so groen ,platz im zweiten ,teile in ,anspruch nehmen1 lagen ursprnglich nicht im ,plane ,rousseaus4 ,zu diesen ,gestalten tritt nun spter ,wolmar1 der ,gatte ,julies4 ,auch fr ihn ist das ,vorbild ganz unverkennbar1 es ist der ,geliebte der ,grfin d',houdetot1 ,st4 ,lambert4 ,erschtternd genug hat ,rousseau in den ,confessions geschildert1 wie sein sehnlicher ,wunsch1 als dritter in den ,bund der beiden ,liebenden eintreten zu drfen1 scheiterte und ihn damit die ,verzweiflung am ,leben und an den ,menschen zum unglcklichsten aller ,wesen machte4 ,was dies ,verhltnis htte sein knnen1 das wollte uns ,rousseau im zweiten ,teil seiner ,hlose schildern1 und die nicht ganz berechtigte ,verehrung fr ,st4 ,lamberts ,charakter hat an dem ,bilde mitgearbeitet1 das er von ,wolmar entwirft4 ,wolmar hat all die ,eigenschaften1 die ,rousseau so unendlich gerne gehabt htte1 die er oft mit heiem ,bemhen sich anzueignen bestrebt hatte1 und welche ihm ein freundliches ,geschick stets versagte4 ,er ist das vollkommene ,gegenbild zu ,st4 ,preux1 ebenso an den ,regeln des ,verstandes orientiert wie dieser durch die ,impulse des ,gefhls geleitet wird4 ,aber dieser ,verstand hat ihn nicht zum ,sptter und ,zyniker gemacht2 was er ihm nehmen konnte1 was er auch ,st4 ,lambert genommen hatte1 war der ,glaube an ,gott4 ,der ,atheismus ,wolmars ist der tiefste ,kummer fr ,julie1 noch auf dem ,totenbett sucht sie den ,gatten fr ihren ,glauben zu gewinnen4 ,aber die ,beziehungen zu den ,menschen sind bei ,wolmar nicht durch ,verstandesskepsis angefressen4 ,er ist das ,muster eines edlen ,gutsherrn1 der seinen ,vorteil darin sieht1 da seine ,bauern sich wohl befinden2 mit dem ,unglcklichen hat er ,mitleid und sucht ihm dauernd zu helfen2 sein festes ,vertrauen auf ,julie und ,st4 ,preux1 deren frhere ,beziehungen er kennt1 bewhrt sich in der groartigen ,unbekmmertheit1 mit der er sie in ihrem ,zusammensein vollstndig frei gewhren lt4 ,aber whrend man ,st4 ,preux lieben kann1 sind ,achtung und ,billigung die ,gefhle1 die ein ,wolmar einflt4 ,die ,erweiterung des ,romans durch die ,ehe ,julies mit ,wolmar ist natrlich nicht nur auf das ,verhltnis ,rousseaus zu ,madame d',houdetot und ,st4 ,lambert zurckzufhren4 ,da der ,roman mit sthetischer ,notwendigkeit ein tragisches ,ende durch den ,selbstmord ,st4 ,preux' gefordert htte1 das bedarf keines ,beweises4 ,da die langen und brigens sehr gut geschriebenen ,briefe ,st4 ,preux' und ,julies pro und contra ,selbstmord nicht dazu angetan sind1 die sthetische ,notwendigkeit abzuschwchen1 ist ebenfalls deutlich4 ,ein verzweifelter ,geliebter schreibt anders an die ,geliebte ber seinen ,entschlu1 aus dem ,leben zu scheiden1 und tut er's doch1 so wird er von der ,geliebten nicht einen so vorzglich geschriebenen ,aufsatz erhalten wie ,st4 ,preux von ,julie4 ,wenn wir die hingestammelten ,worte ,werthers lesen1 die erst1 nachdem sich sein ,schicksal erfllt hat1 an ,lotte gelangen sollten1 dann fhlen wir1 was wir hier in der ,nouvelle ,hlose schmerzlich vermissen4 ,es mag uns freuen1 da ,st4 ,preux dem ,leben erhalten bleibt1 aber wir verstehen eigentlich nicht recht1 wie das mglich war4 ,es war auch nur so mglich1 da ,rousseau auer den sthetischen ,zwecken1 die die erste ,anlage des ,romans bestimmt hatten1 nun auch noch andere1 die ihm je lnger je mehr die wichtigeren wurden1 zu ,worte kommen lassen wollte2 auch er wollte1 ganz wie ,richardson1 seine ,leser nicht nur bewegen und rhren1 er wollte sie auch bessern4 ,daher mute neben ,julie1 das liebende und schuldige ,mdchen1 ,julie1 die pflichttreue und tugendhafte ,frau treten2 daher mute neben das ,gemlde der siegreichen ,leidenschaft die ,darstellung der tugendhaften ,selbstverleugnung kommen4 ,was die ,moral im ersten ,teil vermit hatte1 im zweiten sollte es mit voller ,klarheit dargestellt werden3 die ,tugend sollte ber die ,leidenschaft siegen4 ,das tat sie denn auch1 aber niemand kann zween ,herren dienen4 ,es fehlt diesem zweiten ,teil nicht an groen poetischen ,schnheiten4 ,die ,schilderung des ,landlebens1 der ,besuch ,julies und ,st4 ,preux in ,meillerie reihen sich den schnsten ,stellen des ersten ,teiles wrdig an4 ,jedoch ,rousseau hatte sich dadurch1 da er den ,roman nicht damit enden lie1 womit er enden mute1 in eine poetische ,sackgasse verrannt1 aus der es eigentlich keinen ,ausweg mehr gab4 ,immer wieder flammt die ,leidenschaft bei den ,liebenden empor1 immer wieder wird sie durch die ,rcksicht auf die ,pflicht gegen den ,gatten und ,freund gebndigt4 ,es ist gar kein ,ende abzusehen1 am wenigsten das seltsame einer ,verheiratung ,st4 ,preux' mit der inzwischen verwitweten ,claire4 ,und der schlieliche ,abschlu1 der ,tod ,julies1 ist ebenso unmotiviert und berflssig wie der ,tod ,st4 ,preux' am ,schlu des ersten ,teiles motiviert und befreiend gewesen wre4 ,es lt sich gar nicht leugnen1 da ,rousseau mit dem zweiten ,teil seines ,romans mindestens ebensosehr den ,geschmack seiner ,leser getroffen hatte als mit dem ersten4 ,es war noch nicht an der ,zeit1 da eine ,dichtung den ,anspruch darauf erheben konnte1 rein als ,dichtung genommen und gewertet zu werden4 ,was wir frher bei ,rousseaus ,stellung zum ,theater gesehen haben1 das galt auch fr den ganzen ,bereich der ,poesie4 ,ein ,theaterstck1 das den ,hrer nicht unterrichtete oder besserte1 erschien ,rousseau wie seinen ,gegnern als wertlos1 und der ganze ,unterschied zwischen ihnen bestand nur darin1 da die ,verteidiger der ,schaubhne diese ihre ,wirkung aufweisen zu knnen glaubten1 ,rousseau dagegen sie leugnete4 ,in der ,nouvelle ,hlose knnen wir gleichsam die ,poesie am ,scheidewege erblicken4 ,der erste ,teil ist rein aus sthetischen ,motiven hervorgegangen1 hier liegt das ,neue1 das ,bedeutsame des ,buches2 im zweiten biegt der ,autor in die gewohnten ,wege des ,zeitalters ein4 ,die ,zeitgenossen erfreuten sich an beiden2 ,rousseau selber glaubte1 erst durch diesen zweiten ,teil die ,berechtigung seines ,buches nachgewiesen zu haben1 sein moralisches ,gewissen1 das sich frher mit so vollen ,tnen gegen die ,berechtigung nutzloser ,bcher ausgesprochen hatte1 fhlte sich durch den zweiten ,teil beruhigt4 ,der ,grere1 der nach ihm kommen sollte1 wute1 woran er sich zu halten hatte4 ,er ersparte es sich und den ,lesern1 ,werther als ,hausfreund ,lottens und ,alberts zu schildern1 er zog die ,konsequenz1 die ,rousseau htte ziehen sollen4 ,aber der ,werther1 so wie wir ihn haben1 konnte nur geschrieben werden1 weil die ,nouvelle ,hlose den ,weg bereitet hatte4 ,noch auf einer anderen ,seite bedeutet die ,nouvelle ,hlose einen unverlierbaren ,fortschritt4 ,wenn wir als wissenschaftliche ,menschen die gesamte ,wirklichkeit durch ein ,system von ,begriffen zu erfassen suchen1 wenn wir als sittliche ,wesen die ,dinge der ,wirklichkeit als ,materiale unserer ,pflichterfllung betrachten1 so ist es die ,leistung der groen ,knstler1 uns die ,dinge sthetisch betrachten zu lehren4 ,die ,arbeit jedes groen ,knstlers ermglicht es uns1 ,dingen gegenber1 an denen wir frher achtlos vorbeigegangen waren1 sthetisch ,stellung zu nehmen4 ,wie die seligen ,knaben im ,faust dadurch die ,welt verstehen1 da sie sie durch die ,augen des ,pater ,seraphicus betrachten1 so wird die ,wirklichkeit zur schnen ,welt1 indem wir sie durch die ,augen der groen ,knstler sehen lernen4 ,in diesem ,sinn bedeutet die ,nouvelle ,hlose einen der khnsten ,eroberungszge in das ,beutefeld der ,wirklichkeit4 ,es hat zweifellos im geographischen1 kommerziellen1 militrischen und sonstigen ,sinn auch schon vor ,rousseau ,alpen gegeben -- im sthetischen ,sinn existieren sie erst seit der ,nouvelle ,hlose2 ganz ebenso wie der meteorologisch bereits frher vorhanden gewesene ,nebel fr den sthetisch ,betrachtenden erst durch ,ossian1 ,lenau und ,dickens entdeckt worden ist4 ,der ,liebe zu seiner ,heimat1 zu den ,gestaden des ,genfer ,sees hat ,rousseau in seinem ,roman ein unvergngliches ,denkmal gesetzt1 aber er hat mehr getan3 er hat allen denen1 die durch seine ,worte ergriffen wurden1 das sthetische ,brgerrecht an diesen ,gestaden verliehen4 ,die sen und schmerzlichen ,erinnerungen an seinen ,aufenthalt in ,les ,charmettes1 an seine ,besuche in ,nyon1 sie sind in diesem ,buch zum poetischen ,erleben und ,schauen verklrt worden4 ,aber noch ,greres hat er geleistet4 ,auch frhere ,dichter waren von der ,anmut der ,gestade der ,alpenseen ergriffen worden2 bis zu den smaragdgrnen ,matten der ,alpen waren die ,vorposten des sthetischen ,heeres1 ,gesner und ,haller vorgedrungen2 ,rousseau ging weiter4 ,in den wundervollen ,schilderungen1 die ,st4 ,preux von der ,felsgegend bei ,meillerie entwirft1 bekommen ,dinge sthetischen ,wert1 die ihn frher nie besessen hatten1 die steil aufragenden ,felsen1 der schumend sich zum ,tal durcharbeitende ,giebach1 das ,drhnen des ,wasserfalls1 und das alles in ,beziehung gesetzt auf die strmisch tobende ,seele des ,betrachtenden1 so zieht die ,bergwildnis1 geheimnisvoll abgeschlossen durch den ,kranz der ewigen ,schneeberge1 in die moderne ,dichtung ein1 sie hat damit eine ,provinz gewonnen1 die sie nie wieder verlieren kann4 ,es ist kein ,zufall1 da die ,entdeckung der ,schweiz vom ,genfer ,see ausgeht1 da der ,montblanc in ,byrons ,manfred als der ,knig der ,geister gepriesen wird und bis zum heutigen ,tage1 bis zu ,luise von ,franois und ,gottfried ,keller1 als der ,monarch der ,bergesriesen gilt4 ,das verdankt er nicht dem ,umstand1 da er ein paar ,fu hher ist als andere seinesgleichen1 denn dies ist eine wissenschaftliche ,notiz ohne jeden sthetischen ,wert2 nein1 diesen ,vorrang verdankt er dem ,umstand1 da von ,genf aus das ,auge eines ,knaben oft an seinen ,hngen emporgeglitten war1 da er den beherrschenden ,abschlu bildet fr eine ,landschaft1 die der vagabondierende ,jngling zu durchstreifen liebte1 da zu ihm hin die sehnschtige ,liebe des alternden ,mannes aus der groen ,menschenwste ,paris unablssig sich wandte4 ,wir alle1 die wir heute das ,gebirge mit sthetischer ,stellungnahme zu werten vermgen1 haben diese ,mglichkeit durch die ,nouvelle ,hlose1 wir sind alle die ,schler und ,nachfolger ,rousseaus4 ,sechstes ,kapitel4 ,religionsphilosophie4 ,es ist bezeichnend fr ,rousseaus ,stellung zur ,philosophie1 da er nur einmal im ,zusammenhang seine philosophischen ,ansichten entwickelt hat1 und zwar im genauesten ,anschlu an die erziehungstechnische ,frage3 ,fr welches ,bekenntnis soll ,emile erzogen werden8 ,die ,antwort auf diese ,frage will ,rousseau nicht in eigener ,person geben1 er legt sie einem ,diener der katholischen ,kirche1 einem savoyischen ,vikar1 in den ,mund1 den er in ,turin kennen gelernt hatte1 und dessen ,name1 ,abb ,gaime1 wir aus den ,confessions ergnzen knnen4 ,auf einem die ,stadt ,turin beherrschenden ,hgel1 im ,angesicht der reichen ,poebene und der sie abschlieenden ,schneeberge der ,alpen habe ihm der ehrwrdige ,priester die ,gedanken entwickelt1 die er nunmehr vortragen werde4 ,damit ist das ,interesse dieser ,ausfhrungen klar bestimmt4 ,sie sind von vornherein religionsphilosophisch orientiert4 ,wie einst ,augustin nichts weiter erkennen wollte1 als ,gott und die eigene ,seele1 so haben auch fr ,rousseau alle anderen philosophischen ,fragen ein ,interesse nur insofern1 als sie fr die ,erforschung dieser beiden wichtigsten ,lebensfragen in ,betracht kommen4 ,es handelt sich hier gar nicht um das ,wissen um des ,wissens willen1 es handelt sich darum1 ob des ,menschen ,seele an ,gott glauben darf und wie sie es vermag1 ihr ,verhltnis zu ,gott zu bestimmen4 ,rousseaus ,stellungnahme zu allen ,problemen1 die ihn beschftigten1 ist nicht zu verstehen1 wenn man sich nicht stets vor ,augen hlt1 da er sein ganzes ,leben hindurch einen ,kampf mit zwei ,fronten zu fhren gezwungen war4 ,so stark und ausgesprochen auch seine ,gegnerschaft gegen die traditionellen ,autoritten in ,staat und ,kirche hervortritt1 so war er doch weit entfernt1 mit der damaligen sensualistisch-materialistischen ,aufklrungsphilosophie gemeinsame ,sache zu machen4 ,eine groe ,anzahl der ,widersprche1 die sich in den ,diskussionen mit seinen ,gegnern finden1 rhrt daher1 da er bald gegen die eine1 bald gegen die andere ,schar seiner ,gegner sich decken und seine ,streiche fhren mute4 ,ebenso wie bei ,kants ,kampf gegen ,dogmatismus und ,skeptizismus immer bercksichtigt werden mu1 gegen welche ,gegner sich ,kant im einzelnen ,fall richtet1 ebenso ist auch die ,stellungnahme ,rousseaus in jedem einzelnen ,fall bei der ,kritik seiner ,argumente zu bercksichtigen4 ,so ist denn auch hier in den ,bekenntnissen des savoyischen ,vikars die ,gliederung in zwei ,teile gegeben2 die eine setzt sich mit der ,philosophie des ,zeitalters auseinander1 die zweite bestimmt das ,verhltnis des bei dieser ,auseinandersetzung gewonnenen ,standpunkts mit den ,lehren der ,offenbarungsreligion1 des ,christentums4 ,in ,anlehnung an ,augustin und ,descartes wird der ,zweifel das methodische ,prinzip1 mit welchem der ,vikar an die ,lehren der ,philosophie oder besser der ,philosophen herantritt4 ,denn es lt sich nicht leugnen1 da ,rousseau sehr weit davon entfernt ist1 die ,gedankentiefe1 die ,intensitt der ,frage1 wie sie bei seinen groen ,vorgngern auftritt1 auch nur annhernd zu erreichen4 ,er bleibt hier vielmehr berwiegend bei der ,tatsache stehen1 da zwar alle ,philosophen ihre ,ansichten mit groer ,autoritt vorzutragen lieben1 da aber dieser ,anspruch auf ,autoritt durch die tiefgreifenden ,meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen fr den ,prfenden in nichts zerrinnt4 ,sieht man nher zu1 so bemerkt man1 da es diesen ,systematikern erst in zweiter ,linie um die ,wahrheit zu tun ist1 in erster kommt es ihnen darauf an1 durch ihren ,geist1 ,scharfsinn und ,gelehrsamkeit alle ,gegner in den ,sand zu strecken und ihre eigene ,privatmeinung als gltige ,wahrheit anerkannt zu sehen4 ,es ist daher geraten1 will man zur ,wahrheit gelangen1 die sie verdunkelnden ,schriften der ,philosophen auf sich beruhen zu lassen und darauf zu vertrauen1 da dem redlich bei sich selber und bei der ,natur ,nachfragenden eine ,antwort auf diese ,fragen1 soweit sie fr das ,wohl des ,menschen unerllich ist1 nicht versagt bleiben kann4 ,darber hinaus aber kann auch der scharfsinnigste ,philosoph nicht vordringen1 und gibt er sich den ,anschein1 dies zu vermgen1 so wird sein ,einflu auf die1 welche ihm ,glauben schenken1 eher schdlich als frderlich sein4 ,wie finde ich mich im ,verhltnis zu den ,dingen8 ,ich erhalte von allen ,seiten durch alle meine ,sinne ,eindrcke1 ,wahrnehmungen1 ,empfindungen1 denen ich mich nicht entziehen kann1 die sich mir aufdrngen1 in denen ich mich leidend1 passiv verhalte4 ,wre ich lediglich ein empfindendes ,wesen1 in dem sich vielleicht auch noch die ,spuren frherer ,empfindungen als ,vorstellungen wiederholten1 so wre mein gesamtes psychisches ,sein ein ,produkt der ,auenwelt1 ich wre ein rein passives ,wesen1 ich wre das1 wozu mich die ,einwirkung der ,dinge gemacht htte4 ,aber die ,beobachtung meines ,seelenlebens lehrt mich die ,unvollstndigkeit dieser ,ansicht1 welche die einzige ist1 die fr den konsequenten ,sensualisten brig bleibt4 ,ich nehme die ,dinge nicht nur wahr1 ich empfinde sie nicht nur1 sondern ich vergleiche sie auch4 ,wenn ich zwei ,dreiecke nicht nur sehe1 sondern sie aufeinanderlege1 um ihre ,gleichheit und ,verschiedenheit und den ,grad dieser ,verschiedenheit festzustellen1 so gehe ich hier ber die passive ,empfindung hinaus4 ,ich setze die ,empfindungsgehalte in eine ,beziehung zueinander1 die sie fr sich allein nicht haben wrden2 ich reflektiere auf diese ,beziehungen und mache sie mir deutlich2 ich verhalte mich nicht mehr leidend1 ich bin ttig4 ,zugegeben1 da diese meine ,ttigkeit die ,empfindungen1 die ,dinge1 braucht1 um sich uern zu knnen1 so bleibt doch die ,tatsache1 die mein unmittelbares ,gefhl mich lehrt1 bestehen1 da mein ,verhalten in dem einen ,fall ein anderes ist als in dem anderen1 und mein ,verstand belehrt mich darber1 da es ihm unmglich ist1 meinen ,zustand als ttiges ,wesen aus meinem ,zustand als einem leidenden ,wesen zu begreifen und abzuleiten4 ,dieser ursprngliche ,dualismus mu als ,tatsache hingenommen werden und kann nur durch sophistische ,scheingrnde fortinterpretiert werden4 ,wende ich mich nun im ,besitz dieser ,gewiheit den ,dingen zu1 so sehe ich auch hier dasselbe ,verhltnis4 ,ich sehe ,dinge1 die ihren ,platz behaupten1 ich sehe andere1 die sich bewegen1 aber ich sehe auch1 da1 wenn diese bewegten ,dinge nicht beseelt sind wie ich1 sie von selbst nicht ohne einen ueren ,ansto von ,ruhe in ,bewegung bergehen knnen4 ,fehlt dieser uere ,ansto1 so beharren sie in trger ,ruhe4 ,es sind also zwei ,prinzipien1 auf die ich unmittelbar bei ,betrachtung der ,dinge gefhrt werde3 der ,stoff und die ,kraft2 und es ist mir unmglich1 das eine auf das andere zurckzufhren4 ,das ,dasein des ,stoffes braucht keine weitere ,erklrung1 meine ,wahrnehmungen berzeugen mich unmittelbar von seinem ,vorhandensein1 woher aber kommt der ,ansto1 der sie bewegt8 ,auch hier brauche ich nur eine eigene ,selbsterfahrung zu prfen4 ,ich sehe1 da das1 was meinen ,krper bewegt1 ein von demselben verschiedenes ,prinzip1 da es mein ,wille1 meine ,seele ist2 ich sehe1 da bei allen sich von selbst bewegenden ,krpern ein aktives ,prinzip1 eine ,seele1 vorhanden ist1 ich mu eine hnliche ,kraftquelle nach allen ,regeln der ,erfahrung auch fr die ,bewegung der unbeseelten ,krper annehmen4 ,wende ich aber nun mein ,auge auf die wundervolle ,ordnung1 die in den ,bewegungen der ,weltkrper ersichtlich ist1 vergegenwrtige ich mir die ,gesetze1 welche diese ,bewegungen regeln1 so werde ich die ,quelle1 von der diese ,kraft ausgeht1 nicht als eine blind wirkende mechanische ,ursache denken knnen1 ich werde sie als die ,wirkung einer hchsten ,intelligenz ansehen mssen1 welche die ,bewegungen der ,materie mit hchster ,weisheit angeordnet hat und aus dem trgen ungeordneten ,stoff das wundervolle ,weltsystem durch seine ,kraft gestaltet hat1 dem wir jetzt staunend gegenberstehen4 ,ich werde mit einem ,worte einen allweisen und allmchtigen ,gott annehmen mssen1 den ,beweger der ,welten1 den weisen ,ordner ihrer ,bewegungen4 ,nur auf diese ,weise kann ich das ,dasein der ,dinge1 so wie es mich umgibt1 wirklich verstehen4 ,wenn der ,materialismus der ,materie zugleich die ,fhigkeit1 sich zu bewegen1 zuerkennt1 so stellt er sich damit in ,widerspruch zur alltglichen ,erfahrung4 ,denn diese zeigt mir wohl dauernd1 da ,bewegung von einem ,krper auf den anderen zwar bergeht1 aber einen unbeseelten ,krper1 der seine ,bewegung anfngt1 ohne sie von auen erhalten zu haben1 zeigt sie mir niemals4 ,selbst aber1 wenn man dem ,materialismus noch dieses ,zugestndnis machen wollte1 so ist er auerstande1 mit seiner von selbst bewegten ,materie das grte ,wunder1 das sich unserem ,geiste darbietet1 die ,ordnung und ,schnheit des ,weltalls verstndlich zu machen4 ,denn der ,gedanke1 womit der ,materialismus diesem ,problem gerecht zu werden vorgibt1 da die jetzige ,ordnung das zufllige ,ergebnis frherer ungeordneter ,bewegungen ist1 dieser ,gedanke spricht allem1 was wir sonst wissen und erleben1 ,hohn4 ,eher will der ,vikar glauben1 da die ,ilias und ,odyssee einer zuflligen ,kombination der ,buchstaben des ,alphabets ihre jetzige ,ordnung und ,schnheit verdanken1 als da er diesem ,ungedanken ,glauben schenken wrde4 ,so gewi die ,dinge sich bewegen1 so gewi brauchen sie eine ,kraft1 die sie bewegt2 so gewi diese ,bewegung in schner und vollendeter ,ordnung vor sich geht1 so gewi mu diese ,kraft von einem weisen und mchtigen ,gott ausgehen4 ,vergleichen wir diese ,ableitung ,gottes mit der1 welche wir bei ,descartes antreffen1 so mu es uns merkwrdig erscheinen1 da man hufig in ,rousseaus ,verfahren eine genaue ,analogie zu dem ,descartes' in den ,meditationen gesehen hat4 ,es kann kaum einen greren ,gegensatz geben1 und zwar deshalb1 weil die ,absicht beider ,denker eine ganz verschiedene ist4 ,was ,descartes will1 ist ein ,kriterium der ,gewiheit2 sein ,problem heit3 ,wie ist ,wissenschaft mglich2 und so ist ihm durch die ,existenz und ,wahrheit ,gottes auch die ,existenz der ,krper garantiert2 ,gott ist ihm also ein methodologisches ,prinzip4 ,htte sich ihm ein anderes dargeboten1 das dieselben ,garantien fr die ,begrndung der ,wissenschaft gegeben htte1 so wre ihm dieses ebenso willkommen gewesen4 ,ganz anders liegt die ,sache bei ,rousseau4 ,er zweifelt gar nicht an der ,existenz der ,dinge2 ein ,argument von so bohrendem methodologischen ,scharfsinn wie die von ,descartes erwogene ,mglichkeit1 da die gesamte ,wirklichkeit ein ,traumbild sein knne1 mit dem ein mchtiger boshafter ,genius uns narrt1 ein so gefhrlicher ,gedankengang liegt dem einfachen savoyischen ,vikar ganz fern4 ,es kommt ihm gar nicht auf die ,mglichkeit der ,wissenschaft1 es kommt ihm auf die ,unmglichkeit des ,atheismus an4 ,er fragt seinen ,verstand1 ob er haltbare ,grnde gegen das vorbringen kann1 wovon sein ,herz von vornherein berzeugt ist1 und er sieht mit frohem ,erstaunen1 da der ,verstand1 wenn er vorurteilslos sich selbst1 die ,dinge und ihre ,ordnung betrachtet1 zu den nmlichen ,resultaten fhrt1 welche als berzeugung des ,herzens den ,wert des ,lebens ausmachen4 ,ein wenig ,philosophie fhrt von ,gott ab1 die ganze ,philosophie fhrt zu ihm zurck4 ,dieses ,wort des englischen ,denkers ist ,rousseau aus der ,seele gesprochen4 ,daher erscheint auch bei ,descartes ,gott nur als die erkenntnistheoretische ,garantie fr den ,schritt vom ,selbstbewutsein zu den ,dingen1 denn die ,erkenntnis der ,dinge ist die ,aufgabe der ,wissenschaft4 ,bei ,rousseau weisen die ,dinge und ihre ,ordnung uns den ,weg zu ,gott1 denn zu ,gott zu gelangen1 trotz ,atheismus und ,materialismus1 ist das ,ziel seiner ,sehnsucht4 ,der ,gott aber1 zu dem das glubige ,herz den ,menschen drngt1 ist nicht so sehr der mchtige und weise ,lenker der ,dinge1 er ist der allgtige ,gott4 ,auf diese ,eigenschaft kommt es daher ,rousseau vor allem an4 ,in dem ,glaubensbekenntnis des savoyischen ,vikars scheint nun die ,gte ,gottes1 seine liebende ,frsorge fr den ,menschen schon mit der zweckmigen ,einrichtung und ,schnheit der ,welt gegeben4 ,ein starkes anthropozentrisches ,element flicht sich in die ,erwgungen1 die der ,vikar anstellt1 ein4 ,damit ,menschen in ,sicherheit auf dieser ,erde wandeln und auf ihr glcklich werden knnten1 damit sie hier ihren ,unterhalt bereit fnden1 damit alle ihre natrlichen ,bedrfnisse leicht und sicher befriedigt werden knnten1 zu diesem ,zweck hat eine liebende ,frsorge dem ,menschen diesen seinen ,wohnplatz so weise gestaltet4 ,jede ,einsicht in die ,vollkommenheit dieser ,einrichtung erfllt unser ,gemt mit immer neuer ,dankbarkeit und ,liebe gegen den gtigen ,gott4 ,in dem ,sendschreiben an ,voltaire aus ,anla des ,erdbebens von ,lissabon von #agee ist ,rousseau auf diese ,probleme ausfhrlicher eingegangen4 ,der ,eindruck1 den dieses ,ereignis auf die ,gemter machte1 war ein gewaltiger und ist fr uns heute nicht mehr ganz leicht verstndlich4 ,wir bedrfen solcher auergewhnlicher ,geschehnisse nicht mehr1 um uns das ,problem1 wie die ,gte ,gottes mit dem ,elend der ,menschen zu vereinen sei1 immer wieder in den ,vordergrund unserer ,betrachtungen rcken zu lassen4 ,wenn wir einen guten ,menschen in qualvoller ,krankheit dahinsiechen sehen1 so gengt eine solche schmerzliche ,erfahrung1 um die ganze ,tiefe des ,problems vor uns aufzurollen4 ,das achtzehnte ,jahrhundert brauchte strkere ,erschtterungen1 um in seinem ,denken dem ,problem die zentrale ,stellung zu geben1 und es fand diese in dem pltzlichen ,ruin einer blhenden und volkreichen ,stadt1 denn nur so konnte die feste berzeugung1 da alle ,vorgnge der ,welt auf das ,wohl des ,menschen abzielten1 hinlnglich erschttert werden1 um dem bangen ,zweifel an der ,richtigkeit dieser ,voraussetzung ,raum zu machen4 ,am einfachsten fanden sich ,mnner vom ,schlage des ,dr4 ,johnson mit dem erschtternden ,ereignis ab1 indem sie entschlossen seine ,existenz bezweifelten oder doch mindestens die ,berichte ber die ,zerstrung so vieles ,menschenglcks fr sehr bertrieben erklrten4 ,andere theologische ,moralisten waren gleich bei der ,hand1 das ,erdbeben als eine ,strafe ,gottes fr die sittenlosen ,bewohner der ,hafenstadt zu erklren4 ,gegen diese skrupellosen ,verteidiger der ,gte ,gottes hatte ,voltaire leichtes ,spiel1 wenn er mit dem ,verse3 ,lisbonne est en ruines et l'on danse ,paris die grndliche ,verlogenheit ihrer ,argumente an den ,pranger stellte4 ,aber auch fr ihn blieb zuletzt nichts anderes brig1 als der ,rat an den denkenden ,menschen1 gegenber solchen vereinzelten ,erscheinungen1 deren ,bedeutung der menschliche ,verstand nicht zu entrtseln vermge1 sich immer wieder zurckzuwenden zu den ewigen ,ordnungen des ,alls1 in denen die ,weisheit der gttlichen ,weltregierung1 die auf das ,all und nicht auf den ,menschen abziele1 unwiderleglich sich darstelle4 ,das ist der ,standpunkt des ,newtonianers1 den die ,wissenschaft zu ,gott fhrt1 und der ber der ,weisheit ,gottes leicht die ,gte ,gottes aus den ,augen verliert4 ,rousseau ist weit davon entfernt1 die ,ausfhrungen ,voltaires an sich zu tadeln1 aber sie scheinen ihm unvollstndig und1 insofern sie eine ,rcksichtnahme ,gottes auf das ,wohl der vernnftigen ,wesen in ,frage stellen1 sogar falsch4 ,die ,weisheit ,gottes1 so gewi sie aus der ,ordnung der ,dinge erkannt werden kann1 ist nicht seine hchste ,eigenschaft1 sondern dies ist allein seine ,gte4 ,freilich hat diese ,gte nicht den einzelnen ,menschen1 sondern die ,menschheit als ,ganzes1 nicht allein die ,menschheit1 sondern das ,wohl aller beseelten ,wesen1 auch derer1 die andere ,gestirne bewohnen1 zum ,gegenstand1 und so kann es denn leicht sein1 da einzelne leiden mssen1 damit das ,wohl aller gesichert werde4 ,niemals aber wre der ,gedanke ertrglich1 da1 um einer starren ,gesetzmigkeit des ,alls wegen1 ein einzelnes fhlendes ,wesen ,qual erdulde1 wenn wir nicht von vornherein berzeugt wren1 da diese ,gesetzmigkeit das sinnreiche ,mittel ist1 das eine hchste ,gte gewhlt hat1 um das ,glck der ,gesamtheit seiner ,geschpfe zu sichern4 ,der ,unterschied zwischen dem ,gottesbegriff ,voltaires und dem ,rousseaus liegt darin1 da der eine auf verstandesmiger1 der andere auf moralischer ,grundlage beruht4 ,daraus ergibt sich auch1 da ,rousseau im ,emile allen ,schwierigkeiten gegenber1 welche das ,denken in dem ,verhltnis von ,gott und ,welt findet1 sich sehr reserviert und skeptisch verhlt4 ,es gengt1 da ,gott existiert1 und da er die ,ursache der ,ordnung der ,welt ist1 alles weitere ist ziemlich gleichgltig4 ,wenn er im ,emile und spter in seinem ,brief an den ,erzbischof von ,paris energisch dafr eintritt1 da ,gott nur als ,weltbildner1 nicht als ,weltschpfer gedacht werden drfe1 so hngt dies weniger mit ,rousseaus theoretischen ,ansichten1 sondern wieder mit seinen moralischen zusammen1 fr welche ein strenger ,dualismus die ,voraussetzung ist1 die er bis in die letzten ,grnde des ,seins verankern wollte4 ,so ist das ,verhltnis von ,gott und ,mensch das eigentliche ,problem der ,religionsphilosophie ,rousseaus4 ,wie lt sich die ,freiheit des ,menschen mit der ,allmacht ,gottes1 wie lassen sich sein ,elend und seine ,snde mit ,gottes ,gte vereinen8 ,auch hier ist es charakteristisch1 wie ,rousseau durchaus nicht gesonnen ist1 dem theoretischen ,gedanken der ,allmacht ,gottes die praktische berzeugung von der menschlichen ,freiheit zu opfern4 ,gott hat den ,menschen als freies ,wesen geschaffen1 weil er ihn als moralisches ,wesen wollte und weil ,moral ohne ,freiheit eine ,unmglichkeit ist4 ,ein unfreies ,wesen folgt den ,gesetzen des ,weltalls1 es kann daher zwar glcklich1 aber niemals frei werden2 ein vernnftiges ,wesen mu vor die ,wahl gestellt werden1 wie es sein ,glck verwirklichen will1 sein ,glck kann immer nur das ,resultat seiner freien ,entschlieung sein4 ,es kann glcklich nur sein1 wenn es sich zur ,sittlichkeit entschliet1 und mit der ,mglichkeit dieses ,entschlusses zur ,sittlichkeit ist auch die des ,gegenteils gegeben4 ,gott konnte keine sittlichen ,wesen schaffen1 ohne zugleich unsittliche und lasterhafte zuzulassen1 das ,unglck der einen mute in den ,kauf genommen werden1 damit das erhabene ,schauspiel der anderen im ,weltall mglich sei4 ,die ganze ,gleichgltigkeit ,rousseaus theoretischen ,fragen gegenber wird vielleicht am deutlichsten bei der ,behandlung der ,frage sichtbar1 wie die ,ttigkeit freier ,wesen mit der strengen ,kausalitt1 welche die ,wissenschaft fordert1 vereinbar sei4 ,bald weist er darauf hin1 da diese ,ttigkeit im gttlichen ,weltplan vorgesehen sei1 womit sie dann allerdings wieder als nezessitiert erscheinen wrde1 bald zeigt er1 da gegenber den groen ,verhltnissen des ,weltgeschehens die ,wirkungen der freien ,ttigkeit des ,menschen als verschwindend kleine ,gren behandelt und vernachlssigt werden drfen1 womit in gleicher ,weise die allgemeine ,gesetzlichkeit des ,geschehens aufgehoben und die sittliche ,ttigkeit des ,menschen zur quantit ngligeable herabgedrckt erscheint4 ,aber es ist augenscheinlich1 da ,rousseau der ,lsung dieser ,antinomie1 welche den ,riesengeist ,kants beschftigen sollte1 gar kein tieferes ,interesse entgegenbringt1 ihm gengt die ,gewiheit1 ein freies moralisches ,wesen zu sein4 ,ja1 zu noch tieferen ,gedanken wird ,rousseau gefhrt1 wenn er das ,verhltnis der menschlichen ,seele zu ,gott erwgt4 ,auch hier ist er aus moralischen ,grnden nach seinem unmittelbaren ,gefhl von der ,unsterblichkeit der ,seele ohne weiteres berzeugt4 ,die theoretischen ,beweise1 die hauptschlich auf die immaterielle ,natur der ,seele und ihre ,einfachheit zurckgehen1 werden auch hier mit einer auffallenden ,krze behandelt4 ,es handelt sich eben wieder nur darum1 einzusehen1 da der ,verstand gegen die berzeugungen des ,herzens nichts ,stichhaltiges vorzubringen wei1 ja sogar wenn er ohne ,sophistik verfhrt1 diese nur zu besttigen vermag4 ,um so grer aber ist die moralische ,bedeutung des ,unsterblichkeitsglaubens4 ,das ganze irdische ,leben rckt durch die ,gewiheit1 da ich ber dies ,leben nach einer kurzen ,spanne von ,jahren ,rechenschaft ablegen mu vor dem1 welcher es mir gegeben1 in einen groen und furchtbaren ,zusammenhang4 ,der ,vorteil1 dessen sich der ,ungerechte hier auf dieser ,erde zu erfreuen vermag1 das ,unglck1 welches den ,gerechten hienieden verfolgen kann1 was bedeuten sie gegen die ,tatsache1 da ihrer ein liebevoller aber strenger ,richter harrt1 vor dem der ,tyrann ohne seinen ,hofstaat1 ein ,lazarus ohne seine ,schwren erscheint4 ,das alte ,problem aus dem ,buch ,hiob findet seine ,auflsung durch die ,gewiheit der ,unsterblichkeit der ,seele und ihres ,gerichts vor ,gottes ,richterstuhl4 ,freilich ist auch hier ,rousseau geneigt1 der ,gte ,gottes vor seiner ,gerechtigkeit den ,vorzug zu geben4 ,da ein liebender ,vater seinem1 wenn auch aus eigenem ,entschlu schuldig gewordenen ,kinde gegenber ewig zrnen sollte1 das erscheint ihm unglaublich4 ,er fat die ,strafen im ,jenseits als einen ,erziehungs- und ,luterungsproze der ,seele des ,snders auf2 die harte ,lehre von der ,ewigkeit der ,hllenstrafen1 gegen die sich berall der philanthropische ,geist des #ah4 ,jahrhunderts auflehnte1 ist auch fr ,rousseau mit einer richtigen ,vorstellung ,gottes unvereinbar und nur als eine ,erfindung harter und eifernder ,priester zu verstehen4 ,so brauchen wir nur die ,wunder des ,weltalls und unsere eigene ,seele zu befragen1 um zu einer ,vorstellung von ,gott zu gelangen1 die vielleicht weder dem ,theologen noch dem ,philosophen gengt1 die uns aber in eine lebendige ,beziehung zum ,urquell der ,dinge bringt und unser ganzes ,leben auf ihn hinrichtet und durch die ,liebe zu ihm regelt4 ,wenig kommt es darauf an1 in welchen ,worten1 mit welchen ,formeln wir diese ,beziehung ausdrcken1 genug1 wenn sie in unserem ,gefhl lebendig ist4 ,die alte ,frau1 die zum ,himmel aufblickend nur ein oh1 oh stammelt1 hat ein frmmeres ,gebet zu ,gott gesendet und eines1 das ihn mehr erfreut1 als die langen ,litaneien1 die mechanisch heruntergehaspelt werden4 ,sehr wenig kommt es darauf an1 ob wir es vermgen1 diese lebendige ,beziehung zu ,gott in ein ,system zu bringen und sie mit spitzfindigen ,syllogismen zu verteidigen4 ,die ,lehre1 welche ,kant formuliert1 da es von der grten ,wichtigkeit sei1 vom ,dasein ,gottes berzeugt zu sein1 aber da es wenig darauf ankomme1 diese ,existenz auch beweisen zu knnen1 sie ist unter dem ,einflu ,rousseaus entstanden4 ,es ist die fr den ,stolz des ,gelehrten so demtigende1 fr die ,wrde des ,menschen so erhebende berzeugung1 da es keiner ,schulsysteme der ,philosophie bedarf1 um ein sittlich guter1 innerlich frommer ,mensch zu sein1 eine berzeugung1 die von ,kant zum ,grundpfeiler seiner ,lehre vom guten ,willen gemacht werden sollte4 ,die ,ideale der praktischen ,vernunft3 ,gott1 ,freiheit und ,unsterblichkeit sind auch fr ,rousseau die ,trias gewesen1 in der sich seine ,ethik zur ,religion entfaltete4 ,damit wird aber freilich der ,wert der ,offenbarung hchst problematisch4 ,wenn es fr jeden ,menschen mglich ist1 den ,weg zu ,gott zu finden1 so ist es schwer denkbar1 weshalb dieser ,weg nur denen offen stehen solle1 welche den ,zugang zu einem bestimmten ,buch haben finden knnen4 ,wenn ,gott zu uns dauernd durch die ,stimme unseres ,gewissens und die ,wunder seiner ,werke spricht1 wozu bedarf es der ,kenntnis bestimmter ,ereignisse1 die einmal gewesen sind und von denen wir keine direkte ,anschauung1 kein unmittelbares ,gefhl haben8 ,ist es wirklich denkbar1 da der gtige ,gott alle diejenigen unter seinen ,geschpfen mit seinem ,zorn und harten ,strafen bedroht1 welche sich nicht von der ,wahrheit dieser ,berichte berzeugen knnen8 ,nein1 das will1 das kann der ,vikar nicht glauben4 ,wenn dem aber doch so wre1 so kme offenbar alles darauf an1 den ,sinn dieser heiligen ,schrift richtig zu fassen1 denn ein ,irrtum in dieser ,hinsicht wrde ja von den erheblichsten ,folgen fr unser ewiges ,heil sein mssen4 ,nun sind aber diese ,schriften in fremden ,sprachen verfat1 sie erzhlen von ,lndern1 ,sitten und ,gebruchen1 die wir nicht selber kennen1 ohne diese ,kenntnis aber mssen diese ,worte fr uns ein leerer ,schall bleiben4 ,man wende hier nicht ein1 da wir gute bersetzungen dieser ,bcher haben1 und weise ,lehrer1 welche uns die ,wahrheit dieser ,schriften vermitteln2 wenn ich sehe1 wie verschieden diese bersetzungen sind1 wenn ich erwge1 wie diese weisen ,mnner ber die wichtigsten ,stellen der heiligen ,bcher miteinander hadern1 so schmilzt mein ,vertrauen auf diese ,hilfsmittel sehr zusammen2 trotzdem kommt alles fr mich darauf an1 den wahren ,sinn der ,offenbarung mir zu eigen zu machen4 ,ich werde also diese fremden ,sprachen lernen mssen1 ich werde die verschiedenen ,lesarten miteinander zu vergleichen haben1 um die richtige herauszufinden1 ich werde ,reisen in das ,heilige ,land unternehmen mssen1 ich werde es niemals wagen drfen1 mich mit einem vielleicht zu begngen1 denn meiner ,seele ,seligkeit ist daran geknpft1 da ich hier zur ,sicherheit gelange4 ,kann ,gott dies gewollt haben1 und ist es wahrscheinlich1 da ich auf diesem mhevollen und langwierigen ,wege aller meiner ,zweifel ,herr werde8 ,und wenn mich der ,tod frher hinrafft1 was dann8 ,und all die ,millionen ,menschen1 die diesen ,weg nicht beschreiten knnen1 und die geboren werden1 leben und sterben1 ohne jemals etwas vom ,evangelium gehrt zu haben8 ,nein1 der ,glaube an eine ,offenbarung kann keine notwendige ,voraussetzung der ,seligkeit sein6 ,hat nun deshalb1 wie der ,erzbischof von ,paris folgern zu mssen meinte1 fr den savoyischen ,vikar die ,bibel keinen ,wert mehr8 ,ist die ,gestalt ,christi fr ihn bedeutungslos geworden8 ,dagegen hat sich ,rousseau1 der ,zeit seines ,lebens ein eifriger ,bibelleser war1 entrstet verwahrt1 und sein ,vikar glaubt sogar1 das ,amt eines ,seelsorgers innerhalb der katholischen ,kirche trotz oder vielmehr gerade wegen seiner ,ansichten versehen zu knnen4 ,er wird freilich nicht ,unduldsamkeit und ,ha gegen ,andersglubige predigen1 aber alles ,gute1 alle ,frmmigkeit1 die er in den ,herzen seiner ,pfarrkinder findet1 wird er durch seine ,worte zu strken bemht sein1 er wird teilnehmen an ihren ,freuden1 er wird sie im ,unglck trsten1 er wird in ,krankheit und bei ihrem ,hinscheiden an ihrem ,bette nicht fehlen1 er wird sie ,gott mehr lieben als frchten lehren1 und er wird damit glauben1 dem ,beispiel ,christi zu folgen4 ,die ,bibel wird fr ihn ein erhabenes ,buch sein voll groer ,gedanken ber ,gott und gttliche ,dinge1 und ,christus der ,vertreter der reinsten ,moral und der innigsten ,frmmigkeit4 ,aber ebenso wie ,christus sich an alle ,menschen wendete1 die guten ,willens waren1 so vermag auch ,rousseau nicht auf das zu sehen1 was die ,menschen in ihren religisen berzeugungen voneinander trennt1 sondern nur das ist wertvoll1 was allen gemeinsam ist2 denn das ,trennende sind die zuflligen historischen ,gestaltungen1 die in der ,zeit entstanden sind und mit der ,zeit wieder vergehen werden4 ,das ,gemeinsame aber1 der ,kern1 der in allen diesen zeitlichen und vergnglichen ,hllen steckt1 ist das ,verhltnis der menschlichen ,seele zu ,gott2 das fromme ,gefhl1 das ,gott selber jedem1 der ,menschenantlitz trgt1 in die ,seele gelegt hat4 ,dies zu achten1 in welcher ,form es auch auftrete1 dies zu immer hherer ,reinheit zu entwickeln in sich und anderen1 das ist die ,aufgabe des wahren ,frommen und des wahren ,geistlichen2 bei aller ,demut1 bei allem ,bewutsein der eigenen ,schwche und ,unzulnglichkeit glaubt sich der ,vikar dieses ,namens und dieses ,amtes nicht unwert4 ,es ist vielleicht hier der ,ort1 auf die angebliche ,geschichtslosigkeit des achtzehnten ,jahrhunderts und den ,anteil1 den sie auf ,rousseaus ,gedankenbildung gehabt1 mit einigen ,worten einzugehen4 ,vor allem darf diese ,geschichtslosigkeit nicht als ,mangel an ,interesse fr die ,vergangenheit aufgefat werden4 ,einige der grten ,historiker aller ,zeiten und ,vlker haben nicht nur im achtzehnten ,jahrhundert gelebt1 sondern sind1 wie ,hume und ,gibbon1 unter die grten ,vertreter der ,aufklrungstendenzen des achtzehnten ,jahrhunderts zu rechnen4 ,ebenso haben wir bereits bei ,rousseau auf sehr genaue und eingehende historische ,kenntnisse1 namentlich in der ,geschichte seiner ,vaterstadt hinweisen knnen1 die es ihm ermglichten1 dem besten ,kenner der ,genfer ,verfassungsgeschichte gegenber1 ,tronchin1 siegreich das ,feld zu behaupten4 ,trotzdem liegt der landlufigen ,redensart vom unhistorischen achtzehnten ,jahrhundert ein guter ,sinn zugrunde1 den wir durch ,windelbands und ,rickerts methodologische ,untersuchungen genau zu formulieren gelernt haben4 ,in zwei ,richtungen kann sich unser theoretisches ,interesse an den ,dingen bettigen4 ,wir knnen einerseits an ihnen das hervorheben1 was ihnen mit allen anderen ,dingen gemeinsam ist1 die allgemeinen ,gesetze ergrnden1 welche fr alles ,geschehen an jedem ,ort und zu jeder ,zeit gelten2 dies ist das ,interesse1 welches die ,naturwissenschaft leitet4 ,wir knnen andererseits danach streben1 die ,dinge in ihrer ,eigenart und ,einzigartigkeit zu erkennen1 an ihnen nicht das hervorzuheben1 was ihnen mit allen brigen ,dingen oder auch nur mit denen derselben ,gattung gemeinsam ist2 wir wollen wissen1 wie es eigentlich gewesen1 wir verfahren als ,historiker4 ,natrlich wird auch der ,naturforscher das ,einzelding betrachten1 von ihm ausgehen mssen1 aber dies ,einzelding interessiert ihn nur insofern1 als es ein ,einzelfall ist1 sei es einer allgemeinen ,regel1 sei es eines allgemeinen ,typus4 ,betrachten wir unter diesem ,gesichtspunkt das ,verfahren der ,historiker des achtzehnten ,jahrhunderts1 so werden wir sie ausnahmslos naturwissenschaftlich interessiert finden2 selbstverstndlich ist es auch ihr ,bestreben1 die vergangene ,wirklichkeit kennen zu lernen1 aber das1 was sie in dieser ,vergangenheit als wertvoll erblicken1 sind die allgemeinen ,zge1 die in der ,natur des ,menschen angelegt1 zu jeder ,zeit und an jedem ,ort wiederkehren1 sobald dieselben ,bedingungen gegeben sind4 ,so will uns ,gibbon zeigen1 welchen verderblichen ,einflu religiser ,aberglaube und ,fanatismus auf den ,bestand groer ,reiche habe2 so kommt es ,montesquieu nicht darauf an1 uns die ,gesetzgebung der ,vergangenheit kennen zu lehren1 sondern er will aus dieser ,kenntnis den ,geist der ,gesetze verstehen2 so berlie es ,voltaire untergeordneten ,mitarbeitern1 die trockenen ,einzelheiten der deutschen ,reichsgeschichte zu durchforschen und fr ihn zu exzerpieren2 er selbst zog dann das allgemein ,interessante1 die philosophischen ,schlufolgerungen heraus1 welche erst die eigentliche ,bedeutung der ,arbeit ausmachten4 ,vielleicht ist hier am deutlichsten der ,unterschied der naturwissenschaftlichen und der historischen ,betrachtungsweise ersichtlich4 ,was den ,historiker ,rankescher ,richtung allein interessieren wrde1 fiel berhaupt gar nicht in den ,arbeitsbereich des philosophischen -- wir wrden heute sagen naturwissenschaftlichen -- ,geschichtsforschers des achtzehnten ,jahrhunderts4 ,wenden wir von diesem ,standpunkt aus unseren ,blick auf ,rousseaus ,stellung zu den ,religionen1 so wird uns diese gleichfalls als an der naturwissenschaftlichen ,begriffsbildung orientiert erscheinen4 ,rousseau trat an die einzelnen ,religionen mit einem analogen ,interesse heran1 wie es der ,naturforscher gegenber einer ,mannigfaltigkeit von ,dingen hat1 die es in ,arten und ,gattungen einzuteilen gilt4 ,die wertvollen ,eigenschaften dieser ,dinge werden ihm die sein1 welche sich bei smtlichen ,exemplaren vorfinden1 die als das ,allgemeine in ihnen gegenber dem ,individuellen1 das fr die ,klassifikation wertlos ist1 angesehen werden knnen4 ,ganz ebenso gilt ,rousseau als das ,wertvolle in den einzelnen historischen ,religionen das1 was er in jeder derselben antreffen zu knnen glaubt1 alles andere ist zufllige historische ,bildung1 die im besten ,fall als unwesentlich beiseite gelassen werden kann1 im schlimmeren aber da1 wo sie die gemeinsamen ,merkmale berwuchert und verzerrt1 ihre ,glubigen gegen diese ,gemeinsamkeit blind macht1 nicht nur als wertfrei1 sondern als wertlos und wertfeindlich anzusehen ist4 ,als das ,ideal dieser ,betrachtungsweise der ,religionen1 als der reinste ,ausdruck dieses auf das ,allgemeine gerichteten ,interesses1 auf jenes ,allgemeine1 das eint1 whrend das ,besondere trennt1 wird fr alle ,zeiten ,lessings unsterblicher ,nathan gelten4 ,was uns diese ,betrachtungsweise heute teilweise fremd erscheinen lt1 ist eben der ,umstand1 da wir durch die ,arbeit des neunzehnten ,jahrhunderts die ,mglichkeit gewonnen haben1 die ,dinge nicht nur naturwissenschaftlich1 sondern auch historisch zu betrachten4 ,nicht das interessiert uns an ,bismarck1 was er mit allen brigen ,staatsmnnern gemeinsam hat1 sondern was ihn von allen brigen unterscheidet1 einzig und allein ihm zukommt4 ,bei aller ,wrdigung dessen1 was ,goethe mit den ,strmern und ,drngern verbindet1 kommt es uns namentlich doch darauf an1 zu erkennen1 worin die ,einzigartigkeit seines ,gtz und seines ,werther besteht4 ,und so ist auch unsere ,stellung zu den ,religionen eine durchaus andere geworden4 ,wir streben nicht mehr danach1 aus allem1 was irgendwo und irgendwann einmal geglaubt worden ist1 das caput mortuum einer natrlichen ,religion herauszudestillieren4 ,das1 was allen ,religionen gemeinsam ist1 ist fr diese ,betrachtungsweise gerade das1 worauf es nicht ankommt1 was im besten ,fall gerade gut genug ist1 um die ,paragraphen eines schlechten ,kolleghefts ber ,religionsphilosophie mit magerem ,stoff zu erfllen4 ,das ,wertvolle aber in den einzelnen ,religionssystemen1 das1 woran das #ah4 ,jahrhundert achtlos vorbeiging1 ist gerade das1 was sie von allen brigen ,religionen spezifisch unterscheidet4 ,wie wir nicht eine ,frau berhaupt1 einen ,gattungsbegriff1 heiraten knnen1 sondern diese individuelle ,persnlichkeit fr dieses individuelle ,leben zu gewinnen streben1 so kann auch die ,religion nur durch den ,mund eines individuellen ,menschen fr uns zur ,lebensmacht werden4 ,nicht darauf kommt es an1 was immer1 was berall1 was von allen geglaubt worden ist2 das kann mich alles nicht retten2 sondern darauf kommt es an1 da ich den ,mittler finde1 der mich meinen ,weg zu ,gott fhrt4 ,es ist interessant zu beobachten1 wie an einer ,stelle dieser ,gedanke1 da nur im ,individuellen ,leben ist1 sich auch schon bei ,rousseau und gerade bei ihm anmeldet4 ,in der ,nouvelle ,hlose haben wir gesehen1 wie sich das ,interesse auf die ganz persnlichen ,geschehnisse ,st4 ,preux' und ,julies konzentriert4 ,um ihr individuelles ,wohl und ,wehe handelt es sich hier1 so sehr auch das allgemein ,menschliche in ihrem ,kampf gegen die gesellschaftlichen ,vorurteile betont wird4 ,die ,verbindungen zwischen dem ,roman und der ,geschichte sind alt4 ,schwartz hat uns gezeigt1 wie bei den ,griechen aus dem ,erzhlen des ,geschehnisses der ,roman herauswchst4 ,vielleicht lt sich in unserer ,zeit das ,umgekehrte feststellen4 ,nachdem das individuelle ,schicksal erdichteter ,personen im ,roman die ,menschen an diese ,art und ,betrachtung gewhnt hatte1 konnte sich auch dies ,interesse auf den wirklichen ,menschen der ,gegenwart und dann auf den der ,vergangenheit bertragen4 ,die ,biographie und namentlich die ,autobiographie ist die ,brcke1 die hinberfhrt zur modernen ,geschichtsbetrachtung1 und auch hier finden wir ,rousseau mit seinen ,confessions als den bedeutendsten ,pionier einer knftigen ,zeit4 ,die engste ,verbindung aber dieser beiden ,gebiete erblicken wir dann1 wenn wir den ,wilhelm ,meister mit dem historischen ,werke vergleichen1 das nicht umsonst den ,titel ,dichtung und ,wahrheit fhrt4 ,es ist im ,verlauf unserer ,darstellung dauernd des ,einflusses gedacht worden1 den ,rousseau auf die ganze ,gedankenbewegung des deutschen ,idealismus gehabt hat4 ,ihr gegenber erscheint der ,einflu ,rousseauscher ,gedanken auf die politische und literarische ,entwickelung in ,frankreich fast als geringfgig4 ,gewi1 die ,bergpartei stritt ebenso unter dem ,zeichen ,rousseaus wie die ,gironde unter dem ,voltaires1 gewi in ,maine de ,biran wurden die ,konsequenzen der ,gedanken ,rousseaus fr die ,philosophie ebenso gezogen wie in ,george ,sand fr die ,literatur4 ,aber schon bei der romantischen ,richtung in der franzsischen ,literatur erscheint es mitunter zweifelhaft1 ob ihre ,prinzipien direkt aus ,rousseau entwickelt1 oder aus den deutschen ,fortbildungen dieser ,gedanken bernommen sind4 ,im wesentlichen vollzieht sich die ,fernwirkung auf deutschem ,boden2 hier wurde ,rousseau nicht das ,fundament einer ,guillotine1 sondern einer neuen ,kultur4 ,in den mannigfaltigsten ,wendungen begegnen wir hier ,rousseaus ,gedanken1 vertieft1 erweitert1 gelutert1 aber doch unverkennbar ,geist von seinem ,geist4 ,kant und ,herder1 ,goethe und ,schiller1 sie sind ohne ,rousseau nicht zu denken1 und durch sie bildete sich die neue ,wissenschaft1 die neue ,philosophie1 die neue ,dichtung des deutschen ,idealismus4 ,so tritt ,rousseau ein unter die ,heroen eines ,volkes1 auf dessen ,boden er niemals den ,fu gesetzt1 bei welchen eine ,freisttte zu suchen1 er selbst in der uersten ,not verschmht hat4 ,wir haben mehr aus ,rousseau gewonnen1 als wenn wir ihn unseren ,landsmann htten nennen knnen4 ,wir haben seinen ,geist zu uns herbergezogen1 wir haben ihn uns zugeeignet4 ,die tausend ,anregungen1 die er verschwenderisch ausgestreut hat1 sind in ,deutschland auf guten ,boden gefallen und haben hundertfltig ,frucht getragen4 ,daher haben wir ein ,recht auf ,rousseau1 wie der der rechte ,erbe ist1 der das berkommene sich zueignet1 indem er es ntzt4 ,und wenn wir an der ,fortbildung des deutschen ,idealismus weiter arbeiten1 wenn wir in ihm das ,heil fr die schweren ,zweifel und ,schden auch unserer ,zeit erblicken1 dann ziemt es sich auch1 des ,mannes zu gedenken1 der allen den ,groen unseres ,volkes teuer war als ihr ,lehrer1 des groen ,heimatlosen an der ,grenze zweier ,zeitalter4 ,synchronistische ,tabelle ber ,leben und ,schriften ,jean-,jacques ,rousseaus4 ---------------------------------------- ----------------------------- ,leben4 ,schriften4 ---------------------------------------- ----------------------------- #agab #bh4 ,juni zu ,genf geboren1 ,vater ,uhrmacher1 ,mutter eine geborene ,bernard1 stirbt nach der ,geburt4 ------------------------------------ #agbb ,sein ,vater verlt ,genf2 ,j4-,j4 kommt zu einem ,onkel ,bernard1 dann zu ,pfarrer ,lambercier nach ,bossey bei ,genf4 ------------------------------------ #agbd ,zurck zu seinem ,onkel2 ,lehrling beim ,gerichtsschreiber ,masseron4 ------------------------------------ #agbe ,lehrling beim ,graveur ,ducommun 7,s4 #d74 ------------------------------------ #agbh ,mrz1 verlt ,genf 7,s4 #d7 ,ostern1 lernt ,mme de ,warens kennen4 #bg4 ,april1 tritt in ,turin zur kath4 ,kirche ber1 wird ,lakei bei der ,grfin ,vercellis1 nach deren ,tode zum ,grafen ,gouvon2 lernt ------------------------------------ #agbi den ,abb ,gaime 7,s4 #hj7 kennen4 ,verlt den ,dienst und kehrt nach ,annecy zu ,mme de ,warens zurck4 ,ein ,versuch1 ,priester zu werden1 scheitert 7,s4 #g74 ------------------------------------ #agcj ,studiert ,musik bei ,le ,matre1 begleitet ihn nach ,lyon und verlt ihn dort 7,s4 #aa71 gibt in ,annecy ,musikunterricht1 trifft mit ,frl4 ,galley und ,graffenried zusammen 7,s4 #aj1 #gb74 ------------------------------------ #agca ,streift abenteuernd in der ,schweiz und ,frankreich umher1 kehrt ------------------------------------ #agcb zu ,mme de ,warens nach ,chambry zurck1 ,mme de ,warens wird seine ,geliebte 7,s4 #i71 wird ,geometer1 spter wieder ,musiklehrer4 ------------------------------------ #agcf ,zur ,wiederherstellung seiner ,gesundheit ,aufenthalt in ,les ,charmettes4 ------------------------------------ #agcg ,sept4 ,reise nach ,montpellier1 um ,heilung zu suchen4 ---------------------------------------- ----------------------------- #agch ,rckkehr zu ,mme de ,warens4 #agch ,rponse au ,mmoire anonyme1 intitul3 ,si le monde que nous habitons est une sphre4 --------------------------------- #agci ,le ,verger des ,charmettes1 philosophisches ,gedicht4 ---------------------------------------- ----------------------------- #agdj ,hauslehrer in ,lyon bei ,herrn #agdj ,schrift ber das ,notensystem von ,mably 7,s4 #fc74 7,s4 #f74 ------------------------------------ #agda ,rckkehr nach ,chambry4 ,trennt sich von ,mme de ,warens1 geht nach ,paris1 um seine ,theorie der ,musik der ,akademie vorzulegen4 ---------------------------------------- ----------------------------- #agdb #bb4 ,aug41 ,sitzung der ,akademie1#agdb ,oper ,les ,muses galantes1 ,rousseau legt seine ,schrift ,lustspiel ,les ,prisonniers4 vor1 wird beim ,finanzpchter ,dupin eingefhrt4 ---------------------------------------- ----------------------------- #agdc ,geht als ,sekretr des ,gesandten#agdc ,sur la ,musique moderne4 ,montaigue nach ,venedig 7,s4 #dd74 ------------------------------------ #agde ,rckkehr nach ,paris1 ,bekanntschaft mit ,thrse ,levasseur 7,s4 #aj71 ,auffhrung der ,muses galantes1 ,tod des ,vaters4 ,wird ,kollaborator bei ,francueil4 ,freundschaft mit ,grimm und ,diderot 7,s4 #h74 --------------------------------- #agdg ,lustspiel3 ,l',engagement tmraire1 ,gedicht3 ,l',alle de ,sylvie4 ------------------------------------ #agdi ,gefangenschaft ,diderots in ,vincennes 7,s4 #h1 #ae74 ,rousseau gibt sein ,amt als ,kollaborator auf4 ,kopiert ,noten4 ---------------------------------------- ----------------------------- #agej ,rousseau gewinnt den ,preis der #agej ,discours qui a remport le ,akademie von ,dijon 7,s4 #ae74 prix l',acadmie de ,dijon en #agej2 ,si le rtablissement des sciences et des arts a contribu purer les moeurs 7,s4 #ac74 --------------------------------- #agea ,observations sur une rfutation du ,discours par le roi de ,pologne 7,s4 #ag74 --------------------------------- #ageb ,auffhrung des ,devin du ,village in ,fontainebleau 7,s4 #f74 --------------------------------- #agec ,lettre sur la ,musique franaise4 ,l'origine de l'ingalit parmi les ,hommes1 gedruckt #agee ------------------------------------ 7,s4 #ac ff474 #aged ,reise nach ,genf1 tritt zum ,kalvinismus ber1 erlangt das ,brgerrecht 7,s4 #d74 --------------------------------- #agee ,artikel3 conomie politique in der ,encyclopdie 7,s4 #bb74 ---------------------------------------- ----------------------------- #agef #i4 ,april zieht in das ,landhaus #agef ,la ,reine fantasque1 der ,mme d',epinay ,l',ermitage komisches ,mrchen4 ,schreibt bei ,montmorency4 ,verhltnis la ,nouvelle ,hlose zur ,grfin d',houdetot 7,s4 #i74 7erscheint #agfa7 7,s4 #fi71 ,extrait de la paix perptuelle de l',abb de ,st4 ,pierre4 ,extrait du trait sur la polysynodie4 ,lettre ,voltaire 7,s4 #hf74 ---------------------------------------- ----------------------------- #ageg ,verlt die ,ermitage4 ,bruch #ageg ,lettre d',alembert sur les mit ,mme d',epinay1 ,grimm und ,spectacles 7,s4 #bd74 ,diderot 7,s4 #i74 ------------------------------------ #agei ,zieht in das dem ,marschall von ,luxembourg gehrige kleine ,schlo von ,montmorency4 ---------------------------------------- ----------------------------- #agfb ,haftbefehl des ,parlaments4 #agfb ,contrat social 7,s4 #bg7 #h4 ,juni verlt ,rousseau mile 7,s4 #di74 ,montmorency1 ,flucht nach der ,schweiz4 ,der ,emile in ,genf verbrannt 7,s4 #ej74 ,rousseau aus ,bern ausgewiesen1 findet ,zuflucht in ,motiers-,travers im preuischen ,neufchatel4 ,freundschaft mit ,lord ,marchal ,keith 7,s4 #i74 ---------------------------------------- ----------------------------- #agfc 7#ab4 ,mai7 ,rousseau gibt sein #agfc ,lettre ,christophe de ,genfer ,brgerrecht auf4 ,beaumont1 ,archevque de ,paris4 7,s4 #ia74 --------------------------------- #agfd ,lettres crites de la ,montagne 7,s4 #de74 ---------------------------------------- ----------------------------- #agfe ,sept41 wird aus ,motiers #agfe ,entwurf zu einer ,verfassung vertrieben1 flchtet nach der fr ,korsika 7,s4 #df74 ,isle ,st4 ,pierre im ,bieler ,see1 von da ausgewiesen1 nach ,straburg4 #b4 ,nov4 mit ,david ,hume nach ,england4 ---------------------------------------- ----------------------------- #agff ,nach ,wootton zu ,davenport4 #agff ,schreibt an den ,beginn der ,geisteskrankheit4 ,confessions 7erschienen 7,s4 #ab74 #aghb7 7,s4 #c-ac74 ---------------------------------------- ----------------------------- #agfg ,flucht nach ,frankreich1 #agfg ,dictionnaire de ,musique4 ,aufenthalt im ,jagdschlo ,trye des ,prinzen ,conti4 ------------------------------------ #agfh ,reise durch ,frankreich2 lngerer ,aufenthalt in ,bourgoin1 dort ,eheschlieung mit ,thrse1 7,august74 ---------------------------------------- ----------------------------- #agfi ,monquin 7,beschftigung mit #agfi ,quelle est la vertu la ,botanik7 7,s4 #f74 plus ncessaire aux hros8 ---------------------------------------- ----------------------------- #aggj ,paris4 ,liest die ,confessions #aggj ,considrations sur le vor1 diese ,vortrge polizeilich gouvernement de ,pologne verboten4 7erschien #aghb7 7,s4 #df74 ,rveries d'un promeneur solitaire 7erschien #aghb7 7,s4 #ac74 ---------------------------------------- ----------------------------- #aggd ,zusammentreffen mit ,gluck4 #aggb-aggf ,rousseau juge de ,jean- ,jacques1 ,dialogues 7,s4 #ac7 ------------------------------------ #aggh 7#bj4 ,mai7 ,nach ,ermenonville zu ,m4 de ,girardin4 #b4 ,juli ,tod 7,s4 #ac74 ---------------------------------------- ----------------------------- 99 99 99 99 99 99 ,textnderungen im ,rahmen der ,transkription ,offensichtliche ,satzfehler wurden korrigiert1 sonst der ,originaltext beibehalten4 nderungen sind in der nachstehenden ,liste ausgewiesen4 ,seitenangabe originaler ,text genderter ,text ,seite #e an einem ,werk1 der ,nouvelle ,helose1 mit an einem ,werk1 der ,nouvelle ,hlose1 mit ,seite #h ,ahnung davon hatten1 ihn verletzt zuhaben ,ahnung davon hatten1 ihn verletzt zu haben ,seite #i ,schpfung seiner ,julie 7in der ,nouvelle ,hloise7 ,schpfung seiner ,julie 7in der ,nouvelle ,hlose7 ,seite #bf in ihren ,schpfungen nur 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