,anmerkungen zur ,transkription3 ,schreibweise und ,interpunktion des ,originaltextes wurden bernommen4 ,im ,original gesperrt gedruckter ,text wurde mit markiert4 ,im ,original in ,antiqua gedruckter ,text wurde mit markiert4 ,beobachtungen ber das ,gefhl des ,schnen und ,erhabenen von ,immanuel ,kant #aa4 bis #ae4 ,tausend ,im ,insel-,verlag zu ,leipzig ,erster ,abschnitt ,von den unterschiedenen ,gegenstnden des ,gefhls vom ,erhabenen und ,schnen ,die verschiedenen ,empfindungen des ,vergngens oder des ,verdrusses beruhen nicht so sehr auf der ,beschaffenheit der ueren ,dinge1 die sie erregen1 als auf dem jedem ,menschen eigenen ,gefhle1 dadurch mit ,lust oder ,unlust gerhrt zu werden4 ,daher kommen die ,freuden einiger ,menschen1 woran andre einen ,ekel haben1 die verliebte ,leidenschaft1 die fters jedermann ein ,rtsel ist1 oder auch der lebhafte ,widerwille1 den der eine woran empfindet1 was dem andern vllig gleichgltig ist4 ,das ,feld der ,beobachtungen dieser ,besonderheiten der menschlichen ,natur erstreckt sich sehr weit und verbirgt annoch einen reichen ,vorrat zu ,entdeckungen1 die ebenso anmutig als lehrreich sind4 ,ich werfe fr jetzt meinen ,blick nur auf einige ,stellen1 die sich in diesem ,bezirke besonders auszunehmen scheinen1 und auch auf diese mehr das ,auge eines ,beobachters als des ,philosophen4 ,weil ein ,mensch sich nur insofern glcklich findet1 als er eine ,neigung befriedigt1 so ist das ,gefhl1 welches ihn fhig macht1 groe ,vergngen zu genieen1 ohne dazu ausnehmende ,talente zu bedrfen1 gewi nicht eine ,kleinigkeit4 ,wohlbeleibte ,personen1 deren geistreichster ,autor ihr ,koch ist und deren ,werke von feinem ,geschmack sich in ihrem ,keller befinden1 werden bei gemeinen ,zoten und einem plumpen ,scherz in ebenso lebhafte ,freude geraten1 als diejenige ist1 worauf ,personen in edeler ,empfindung so stolz tun4 ,ein bequemer ,mann1 der die ,vorlesung der ,bcher liebt1 weil es sich sehr wohl dabei einschlafen lt1 der ,kaufmann1 dem alle ,vergngen lppisch scheinen1 dasjenige ausgenommen1 was ein kluger ,mann geniet1 wenn er seinen ,handlungsvorteil berschlgt1 derjenige1 der das andre ,geschlecht nur insofern liebt1 als er es zu den geniebaren ,sachen zhlt1 der ,liebhaber der ,jagd1 er mag nun ,fliegen jagen1 wie ,domitian1 oder wilde ,tiere1 wie ,a 4 41 alle diese haben ein ,gefhl1 welches sie fhig macht1 ,vergngen nach ihrer ,art zu genieen1 ohne da sie andere beneiden drfen oder auch von andern sich einen ,begriff machen knnen2 allein ich wende fr jetzt darauf keine ,aufmerksamkeit4 ,es gibt noch ein ,gefhl von feinerer ,art1 welches entweder darum so genannt wird1 weil man es lnger ohne ,sttigung und ,erschpfung genieen kann1 oder weil es sozusagen eine ,reizbarkeit der ,seele voraussetzt1 die diese zugleich zu tugendhaften ,regungen geschickt macht1 oder weil es ,talente und ,verstandesvorzge anzeigt1 da im ,gegenteil jene bei vlliger ,gedankenlosigkeit stattfinden knnen4 ,dieses ,gefhl ist es1 wovon ich eine ,seite betrachten will4 ,doch schliee ich hievon die ,neigung aus1 welche auf hohe ,verstandeseinsichten geheftet ist1 und den ,reiz1 dessen ein ,kepler fhig war1 wenn er1 wie ,bayle berichtet1 eine seiner ,erfindungen nicht um ein ,frstentum wrde verkauft haben4 ,diese ,empfindung ist gar zu fein1 als da sie in gegenwrtigen ,entwurf gehren sollte1 welcher nur das sinnliche ,gefhl berhren wird1 dessen auch gemeinere ,seelen fhig sind4 ,das feinere ,gefhl1 was wir nun erwgen wollen1 ist vornehmlich zwiefacher ,art3 das ,gefhl des ,erhabenen und des ,schnen4 ,die ,rhrung von beiden ist angenehm1 aber auf sehr verschiedene ,weise4 ,der ,anblick eines ,gebirges1 dessen beschneite ,gipfel sich ber ,wolken erheben1 die ,beschreibung eines rasenden ,sturms oder die ,schilderung des hllischen ,reichs von ,milton erregen ,wohlgefallen1 aber mit ,grausen2 dagegen die ,aussicht auf blumenreiche ,wiesen1 ,tler mit schlngelnden ,bchen1 bedeckt von weidenden ,herden1 die ,beschreibung des ,elysium oder ,homers ,schilderung von dem ,grtel der ,venus veranlassen auch eine angenehme ,empfindung1 die aber frhlich und lchlend ist4 ,damit jener ,eindruck auf uns in gehriger ,strke geschehen knne1 so mssen wir ein ,gefhl des ,erhabenen und1 um die letztere recht zu genieen1 ein ,gefhl fr das ,schne haben4 ,hohe ,eichen und einsame ,schatten im heiligen ,haine sind erhaben1 ,blumenbetten1 niedrige ,hecken und in ,figuren geschnittene ,bume sind schn4 ,die ,nacht ist erhaben1 der ,tag ist schn4 ,gemtsarten1 die ein ,gefhl fr das ,erhabene besitzen1 werden durch die ruhige ,stille eines ,sommerabendes1 wenn das zitternde ,licht der ,sterne durch die braunen ,schatten der ,nacht hindurchbricht und der einsame ,mond im ,gesichtskreise steht1 allmhlich in hohe ,empfindungen gezogen1 von ,freundschaft1 von ,verachtung der ,welt1 von ,ewigkeit4 ,der glnzende ,tag flt geschftigen ,eifer und ein ,gefhl von ,lustigkeit ein4 ,das ,erhabene rhrt1 das ,schne reizt4 ,die ,miene des ,menschen1 der im vollen ,gefhl des ,erhabenen sich befindet1 ist ernsthaft1 bisweilen starr und erstaunt4 ,dagegen kndigt sich die lebhafte ,empfindung des ,schnen durch glnzende ,heiterkeit in den ,augen1 durch ,zge des ,lchelns und oft durch laute ,lustigkeit an4 ,das ,erhabene ist wiederum verschiedener ,art4 ,das ,gefhl desselben ist bisweilen mit einigem ,grausen oder auch ,schwermut1 in einigen ,fllen blo mit ruhiger ,bewunderung und in noch andern mit einer ber einen erhabenen ,plan verbreiteten ,schnheit begleitet4 ,das erstere will ich das ,schreckhaft-,erhabene1 das zweite das ,edle und das dritte das ,prchtige nennen4 ,tiefe ,einsamkeit ist erhaben1 aber auf eine schreckhafte ,art47#a7 ,daher groe1 weitgestreckte ,einden1 wie die ungeheure ,wste ,schamo in der ,tartarei1 jederzeit ,anla gegeben haben1 frchterliche ,schatten1 ,kobolde und ,gespensterlarven dahin zu versetzen4 ,das ,erhabene mu jederzeit gro1 das ,schne kann auch klein sein4 ,das ,erhabene mu einfltig1 das ,schne kann geputzt und geziert sein4 ,eine groe ,hhe ist ebensowohl erhaben als eine groe ,tiefe2 allein diese ist mit der ,empfindung des ,schauderns begleitet1 jene mit der ,bewunderung2 daher diese ,empfindung schreckhaft erhaben und jene edel sein kann4 ,der ,anblick einer gyptischen ,pyramide rhrt1 wie ,hasselquist berichtet1 weit mehr1 als man sich aus aller ,beschreibung es vorstellen kann1 aber ihr ,bau ist einfltig und edel4 ,die ,peterskirche in ,rom ist prchtig4 ,weil auf diesen ,entwurf1 der gro und einfltig ist1 ,schnheit1 z4 ,e4 ,gold1 mosaische ,arbeit usw4 usw4 so verbreitet ist1 da die ,empfindung des ,erhabenen doch am meisten hindurch wirkt1 so heit der ,gegenstand prchtig4 ,ein ,arsenal mu edel und einfltig1 ein ,residenzschlo prchtig und ein ,lustpalast schn und geziert sein4 7#a7 ,ich will nur ein ,beispiel von dem edlen ,grausen geben1 welches die ,beschreibung einer gnzlichen ,einsamkeit einflen kann1 und ziehe um deswillen einige ,stellen aus ,carazans ,traum im ,brem4 ,magazin1 ,band ,,iv1 ,seite #eci aus4 ,dieser karge ,reiche hatte nach dem ,mae1 als seine ,reichtmer zunahmen1 sein ,herz dem ,mitleiden und der ,liebe gegen jeden andern verschlossen4 ,indessen1 so wie die ,menschenliebe in ihm erkaltete1 nahm die ,emsigkeit seiner ,gebete und der ,religionshandlungen zu4 ,nach diesem ,gestndnisse fhrt er also fort zu reden4 ,an einem ,abende1 da ich bei meiner ,lampe meine ,rechnungen zog und den ,handlungsvorteil berschlug1 berwltigte mich der ,schlaf4 ,in diesem ,zustande sah ich den ,engel des ,todes wie einen ,wirbelwind ber mich kommen1 er schlug mich1 ehe ich den schrecklichen ,streich abbitten konnte4 ,ich erstarrte1 als ich gewahr ward1 da mein ,los fr die ,ewigkeit geworfen sei und da zu allem ,guten1 das ich verbt1 nichts konnte hinzugetan1 und von allem ,bsen1 das ich getan1 nichts konnte hinweggenommen werden4 ,ich ward vor den ,thron dessen1 der in dem dritten ,himmel wohnt1 gefhrt4 ,der ,glanz1 der vor mir flammte1 redete mich also an3 ,carazan1 dein ,gottesdienst ist verworfen4 ,du hast dein ,herz der ,menschenliebe verschlossen und deine ,schtze mit einer eisernen ,hand gehalten4 ,du hast nur fr dich selbst gelebt1 und darum sollst du auch knftig in ,ewigkeit allein und von aller ,gemeinschaft mit der ganzen ,schpfung ausgestoen leben4 ,in diesem ,augenblicke ward ich durch eine unsichtbare ,gewalt fortgerissen und durch das glnzende ,gebude der ,schpfung getrieben4 ,ich lie bald unzhlige ,welten hinter mir4 ,als ich mich dem uersten ,ende der ,natur nherte1 merkte ich1 da die ,schatten des grenzenlosen ,leeren sich in die ,tiefe vor mich herabsenkten4 ,ein frchterliches ,reich von ewiger ,stille1 ,einsamkeit und ,finsternis4 ,unaussprechliches ,grausen berfiel mich bei diesem ,anblick4 ,ich verlor allgemach die letzten ,sterne aus dem ,gesichte1 und endlich erlosch der letzte glimmernde ,schein des ,lichts in der uersten ,finsternis4 ,die ,todesngste der ,verzweiflung nahmen mit jedem ,augenblicke zu1 so wie jeder ,augenblick meine ,entfernung von der letzten bewohnten ,welt vermehrte4 ,ich bedachte mit unleidlicher ,herzensangst1 da1 wenn zehntausendmal tausend ,jahre mich jenseit den ,grenzen alles ,erschaffenen wrden weitergebracht haben1 ich doch noch immerhin in den unermelichen ,abgrund der ,finsternis vorwrts schauen wrde ohne ,hlfe oder ,hoffnung einiger ,rckkehr4 -- -- ,in dieser ,betubung streckte ich meine ,hnde mit solcher ,heftigkeit nach ,gegenstnden der ,wirklichkeit aus1 da ich darber erwachte4 ,und nun bin ich belehrt worden1 ,menschen hochzuschtzen2 denn auch der ,geringste von denjenigen1 die ich im ,stolze meines ,glcks von meiner ,tre gewiesen hatte1 wrde in jener erschrecklichen ,einde von mir allen ,schtzen von ,golconda weit sein vorgezogen worden4 -- -- ,eine lange ,dauer ist erhaben4 ,ist sie von vergangener ,zeit1 so ist sie edel2 wird sie in einer unabsehlichen ,zukunft vorausgesehen1 so hat sie etwas vom ,schreckhaften an sich4 ,ein ,gebude aus dem entferntesten ,altertum ist ehrwrdig4 ,hallers ,beschreibung von der knftigen ,ewigkeit stt ein sanftes ,grausen und von der vergangenen starre ,bewunderung ein4 ,zweiter ,abschnitt ,von den ,eigenschaften des ,erhabenen und ,schnen am ,menschen berhaupt ,verstand ist erhaben1 ,witz ist schn4 ,khnheit ist erhaben und gro1 ,list ist klein1 aber schn4 ,die ,behutsamkeit1 sagte ,cromwell1 ist eine ,brgermeistertugend4 ,wahrhaftigkeit und ,redlichkeit ist einfltig und edel1 ,scherz und gefllige ,schmeichelei ist fein und schn4 ,artigkeit ist die ,schnheit der ,tugend4 ,uneigenntziger ,diensteifer ist edel1 ,geschliffenheit 7,politesse7 und ,hflichkeit sind schn4 ,erhabene ,eigenschaften flen ,hochachtung1 schne aber ,liebe ein4 ,leute1 deren ,gefhl vornehmlich auf das ,schne geht1 suchen ihre redlichen1 bestndigen und ernsthaften ,freunde nur in der ,not auf2 den scherzhaften1 artigen und hflichen ,gesellschafter aber erwhlen sie sich zum ,umgange4 ,man schtzt manchen viel zu hoch1 als da man ihn lieben knnte4 ,er flt ,bewunderung ein1 aber er ist zu weit ber uns1 als da wir mit der ,vertraulichkeit der ,liebe uns ihm zu nhern getrauten4 ,diejenige1 welche beiderlei ,gefhl in sich vereinbaren1 werden finden3 da die ,rhrung von dem ,erhabenen mchtiger ist wie die vom ,schnen1 nur da sie ohne ,abwechselung oder ,begleitung der letzteren ermdet und nicht so lange genossen werden kann47#b7 ,die hohen ,empfindungen1 zu denen die ,unterredung in einer ,gesellschaft von guter ,wahl sich bisweilen erhebt1 mssen sich dazwischen in heiteren ,scherz auflsen1 und die lachenden ,freuden sollen mit der gerhrten1 ernsthaften ,miene den schnen ,kontrast machen1 welcher beide ,arten von ,empfindung ungezwungen abwechseln lt4 ,freundschaft hat hauptschlich den ,zug des ,erhabenen1 ,geschlechterliebe aber des ,schnen an sich4 ,doch geben ,zrtlichkeit und tiefe ,hochachtung der letzteren eine gewisse ,wrde und ,erhabenheit1 dagegen gaukelhafter ,scherz und ,vertraulichkeit das ,kolorit des ,schnen in dieser ,empfindung erhhen4 ,das ,trauerspiel unterscheidet sich meiner ,meinung nach vom ,lustspiele vornehmlich darin3 da in dem ersteren das ,gefhl frs ,erhabene1 im zweiten fr das ,schne gerhrt wird4 ,in dem ersteren zeigen sich gromtige ,aufopferung fr fremdes ,wohl1 khne ,entschlossenheit in ,gefahren und geprfte ,treue4 ,die ,liebe ist daselbst schwermtig1 zrtlich und voll ,hochachtung2 das ,unglck anderer bewegt in dem ,busen des ,zuschauers teilnehmende ,empfindungen und lt sein gromtig ,herz fr fremde ,not klopfen4 ,er wird sanft gerhrt und fhlt die ,wrde seiner eigenen ,natur4 ,dagegen stellt das ,lustspiel feine ,rnke1 wunderliche ,verwirrungen und ,witzige1 die sich herauszuziehen wissen1 ,narren1 die sich betrgen lassen1 ,spe und lcherliche ,charaktere vor4 ,die ,liebe ist hier nicht so grmisch1 sie ist lustig und vertraulich4 ,doch kann so wie in andern ,fllen1 also auch in diesen das ,edle mit dem ,schnen in gewissem ,grade vereinbart werden4 7#b7 ,die ,empfindungen des ,erhabenen spannen die ,krfte der ,seele strker an und ermden daher eher4 ,man wird ein ,schfergedicht lnger in einer ,folge lesen knnen als ,miltons ,verlorenes ,paradies und den de la ,bruyere lnger wie den ,young4 ,es scheint mir sogar ein ,fehler des letzteren als eines moralischen ,dichters zu sein1 da er gar zu einfrmig im erhabenen ,tone anhlt2 denn die ,strke des ,eindrucks kann nur durch ,abstechungen mit sanfteren ,stellen erneuert werden4 ,bei dem ,schnen ermdet nichts mehr als mhsame ,kunst1 die sich dabei verrt4 ,die ,bemhung zu reizen wird peinlich und mit ,beschwerlichkeit empfunden4 ,selbst die ,laster und moralischen ,gebrechen fhren fters gleichwohl einige ,zge des ,erhabenen oder ,schnen bei sich2 wenigstens so wie sie unserem sinnlichen ,gefhl erscheinen1 ohne durch ,vernunft geprft zu sein4 ,der ,zorn eines ,furchtbaren ist erhaben1 wie ,achilles' ,zorn in der ,iliade4 berhaupt ist der ,held des ,homers schrecklich erhaben1 des ,virgils seiner dagegen edel4 ,offenbare dreiste ,rache nach groer ,beleidigung hat etwas ,groes an sich1 und so unerlaubt sie auch sein mag1 so rhrt sie in der ,erzhlung gleichwohl mit ,grausen und ,wohlgefallen4 ,als ,schach ,nadir zur ,nachtzeit von einigen ,verschwornen in seinem ,zelte berfallen ward1 so rief er1 wie ,hanway erzhlt1 nachdem er schon einige ,wunden bekommen und sich voll ,verzweiflung wehrte3 ,erbarmung6 ich will euch allen vergeben4 ,einer unter ihnen antwortete1 indem er den ,sbel in die ,hhe hob3 ,du hast keine ,erbarmung bewiesen und verdienst auch keine4 ,entschlossene ,verwegenheit an einem ,schelmen ist hchst gefhrlich1 aber sie rhrt doch in der ,erzhlung1 und selbst wenn er zu einem schndlichen ,tode geschleppt wird1 so veredelt er ihn noch gewissermaen dadurch1 da er ihm trotzig und mit ,verachtung entgegengeht4 ,von der andern ,seite hat ein listig ausgedachter ,entwurf1 wenn er gleich auf ein ,bubenstck ausgeht1 etwas an sich1 was fein ist und belacht wird4 ,buhlerische ,neigung 7,koketterie7 im feinen ,verstande1 nmlich eine ,geflissenheit einzunehmen und zu reizen1 an einer sonst artigen ,person ist vielleicht tadelhaft1 aber doch schn und wird gemeiniglich dem ehrbaren1 ernsthaften ,anstande vorgezogen4 ,die ,gestalt der ,personen1 die durch ihr ueres ,ansehen gefallen1 schlgt bald in eine1 bald in die andere ,art des ,gefhls ein4 ,eine groe ,statur erwirbt sich ,ansehen und ,achtung1 eine kleine mehr ,vertraulichkeit4 ,selbst die brunliche ,farbe und schwarze ,augen sind dem ,erhabenen1 blaue ,augen und blonde ,farbe dem ,schnen nher verwandt4 ,ein etwas greres ,alter vereinbart sich mehr mit den ,eigenschaften des ,erhabenen1 ,jugend aber mit denen des ,schnen4 ,so ist es auch mit dem ,unterschiede der ,stnde bewandt1 und in allen diesen nur erwhnten ,beziehungen mssen sogar die ,kleidungen auf diesen ,unterschied des ,gefhls eintreffen4 ,groe1 ansehnliche ,personen mssen ,einfalt1 hchstens ,pracht in ihrer ,kleidung beobachten1 kleine knnen geputzt und geschmckt sein4 ,dem ,alter geziemen dunklere ,farben und ,einfrmigkeit im ,anzuge1 die ,jugend schimmert durch hellere und lebhaft abstechende ,kleidungsstcke4 ,unter den ,stnden mu bei gleichem ,vermgen und ,range der ,geistliche die grte ,einfalt1 der ,staatsmann die meiste ,pracht zeigen4 ,der ,cicisbeo kann sich ausputzen1 wie es ihm beliebt4 ,auch in uerlichen ,glcksumstnden ist etwas1 das wenigstens nach dem ,wahne der ,menschen in diese ,empfindungen einschlgt4 ,geburt und ,titel finden die ,menschen gemeiniglich zur ,achtung geneigt4 ,reichtum auch ohne ,verdienste wird selbst von ,uneigenntzigen geehrt1 vermutlich weil sich mit seiner ,vorstellung ,entwrfe von groen ,handlungen vereinbaren1 die dadurch knnten ausgefhrt werden4 ,diese ,achtung trifft gelegentlich auch manchen reichen ,schurken1 der solche ,handlungen niemals ausben wird und von dem edlen ,gefhl keinen ,begriff hat1 welches ,reichtmer einzig und allein schtzbar machen kann4 ,was das bel der ,armut vergrert1 ist die ,geringschtzung1 welche auch nicht durch ,verdienste gnzlich kann berwogen werden1 wenigstens nicht vor gemeinen ,augen1 wo nicht ,rang und ,titel dieses plumpe ,gefhl tuschen und einigermaen zu dessen ,vorteil hintergehen4 ,in der menschlichen ,natur finden sich niemals rhmliche ,eigenschaften1 ohne da zugleich ,abartungen derselben durch unendliche ,schattierungen bis zur uersten ,unvollkommenheit bergehen sollten4 ,die ,eigenschaft des ,schrecklich-,erhabenen1 wenn sie ganz unnatrlich wird1 ist abenteuerlich47#c7 ,unnatrliche ,dinge1 insofern das ,erhabene darin gemeint ist1 ob es gleich wenig oder gar nicht angetroffen wird1 sind ,fratzen4 ,wer das ,abenteuerliche liebt und glaubt1 ist ein ,phantast1 die ,neigung zu ,fratzen macht den ,grillenfnger4 ,andererseits artet das ,gefhl des ,schnen aus1 wenn das ,edle dabei gnzlich mangelt1 und man nennt es lppisch4 ,eine ,mannsperson von dieser ,eigenschaft1 wenn sie jung ist1 heit ein ,laffe2 ist sie im mittleren ,alter1 so ist es ein ,geck4 ,weil dem hheren ,alter das ,erhabene am notwendigsten ist1 so ist ein alter ,geck das verchtlichste ,geschpf in der ,natur1 so wie ein junger ,grillenfnger das widrigste und unleidlichste ist4 ,scherze und ,munterkeit schlagen in das ,gefhl des ,schnen ein4 ,gleichwohl kann noch ziemlich viel ,verstand hindurchscheinen1 und insofern knnen sie mehr oder weniger dem ,erhabenen verwandt sein4 ,der1 in dessen ,munterkeit diese ,dazumischung unmerklich ist1 faselt4 ,der bestndig faselt1 ist albern4 ,man merkt leicht1 da auch kluge ,leute bisweilen faseln und da nicht wenig ,geist dazu gehre1 den ,verstand eine kurze ,zeit von seinem ,posten abzurufen1 ohne da dabei etwas versehen wird4 ,derjenige1 dessen ,reden oder ,handlungen weder belustigen noch rhren1 ist langweilig4 ,der ,langweilige1 insofern er gleichwohl beides zu tun geschftig ist1 ist abgeschmackt4 ,der ,abgeschmackte1 wenn er aufgeblasen ist1 ist ein ,narr47#d7 7#c7 ,insofern die ,erhabenheit oder ,schnheit das bekannte ,mittelma berschreitet1 so pflegt man sie romantisch zu nennen4 7#d7 ,man bemerkt bald1 da diese ehrwrdige ,gesellschaft sich in zwei ,logen teile1 in die der ,grillenfnger und die der ,gecken4 ,ein gelehrter ,grillenfnger wird bescheidentlich ein ,pedant genannt4 ,wenn er die trotzige ,weisheitsmiene annimmt1 wie die ,dunse alter und neuer ,zeiten1 so steht ihm die ,kappe mit ,schellen gut zum ,gesichte4 ,die ,klasse der ,gecken wird mehr in der groen ,welt angetroffen4 ,sie ist vielleicht noch besser als die erstere4 ,man hat an ihnen viel zu verdienen und viel zu lachen4 ,in dieser ,karikatur macht gleichwohl einer dem andern ein schief ,maul und stt mit seinem leeren ,kopf an den ,kopf seines ,bruders4 ,ich will diesen wunderlichen ,abri der menschlichen ,schwachheiten durch ,beispiele etwas verstndlicher machen2 denn der1 welchem ,hogarths ,grabstichel fehlt1 mu1 was der ,zeichnung am ,ausdrucke mangelt1 durch ,beschreibung ersetzen4 ,khne bernehmung der ,gefahren fr unsere1 des ,vaterlandes oder unserer ,freunde ,rechte ist erhaben4 ,die ,kreuzzge1 die alte ,ritterschaft waren abenteuerlich3 die ,duelle1 ein elender ,rest der letztern aus einem verkehrten ,begriff des ,ehrenrufs1 sind ,fratzen4 ,schwermtige ,entfernung von dem ,gerusche der ,welt aus einem rechtmigen berdrusse ist edel4 ,der alten ,eremiten einsiedlerische ,andacht war abenteuerlich4 ,klster und dergleichen ,grber1 um lebendige ,heilige einzusperren1 sind ,fratzen4 ,bezwingung seiner ,leidenschaften durch ,grundstze ist erhaben4 ,kasteiungen1 ,gelbde und andere ,mnchstugenden mehr sind ,fratzen4 ,heilige ,knochen1 heiliges ,holz und aller dergleichen ,plunder1 den heiligen ,stuhlgang des groen ,lama von ,tibet nicht ausgeschlossen1 sind ,fratzen4 ,von den ,werken des ,witzes und des feinen ,gefhls fallen die epischen ,gedichte des ,virgils und ,klopstocks ins ,edle1 ,homers und ,miltons ins ,abenteuerliche4 ,die ,verwandelungen des ,ovids sind ,fratzen1 die ,feenmrchen des franzsischen ,aberwitzes sind die elendesten ,fratzen1 die jemals ausgeheckt worden4 ,anakreontische ,gedichte sind gemeiniglich sehr nahe beim ,lppischen4 ,die ,werke des ,verstandes und der ,scharfsinnigkeit1 insofern ihre ,gegenstnde auch etwas fr das ,gefhl enthalten1 nehmen gleichfalls einigen ,anteil an den gedachten ,verschiedenheiten4 ,die mathematische ,vorstellung von der unermelichen ,gre des ,weltbaues1 die ,betrachtungen der ,metaphysik von der ,ewigkeit1 der ,vorsehung1 der ,unsterblichkeit unserer ,seele enthalten eine gewisse ,erhabenheit und ,wrde4 ,hingegen wird die ,weltweisheit auch durch viel leere ,spitzfindigkeiten entstellt1 und der ,anschein der ,grndlichkeit hindert nicht1 da die vier syllogistischen ,figuren nicht zu ,schulfratzen gezhlt zu werden verdienten4 ,in moralischen ,eigenschaften ist wahre ,tugend allein erhaben4 ,es gibt gleichwohl gute sittliche ,qualitten1 die liebenswrdig und schn sind und1 insofern sie mit der ,tugend harmonieren1 auch als edel angesehen werden1 ob sie gleich eigentlich nicht zur tugendhaften ,gesinnung gezhlt werden knnen4 ,das ,urteil hierber ist fein und verwickelt4 ,man kann gewi die ,gemtsverfassung nicht tugendhaft nennen1 die ein ,quell solcher ,handlungen ist1 auf welche zwar auch die ,tugend hinauslaufen wrde1 allein aus einem ,grunde1 der nur zuflligerweise damit bereinstimmt1 seiner ,natur nach aber den allgemeinen ,regeln der ,tugend auch fters widerstreiten kann4 ,eine gewisse ,weichmtigkeit1 die leichtlich in ein warmes ,gefhl des ,mitleidens gesetzt wird1 ist schn und liebenswrdig2 denn es zeigt eine gtige ,teilnehmung an dem ,schicksale anderer ,menschen an1 worauf ,grundstze der ,tugend gleichfalls hinausfhren4 ,allein diese gutartige ,leidenschaft ist gleichwohl schwach und jederzeit blind4 ,denn setzet1 diese ,empfindung bewege euch1 mit eurem ,aufwande einem ,notleidenden aufzuhelfen1 allein ihr seid einem andern schuldig und setzt euch dadurch auerstand1 die strenge ,pflicht der ,gerechtigkeit zu erfllen1 so kann offenbar die ,handlung aus keinem tugendhaften ,vorsatze entspringen1 denn ein solcher knnte euch unmglich anreizen1 eine hhere ,verbindlichkeit dieser blinden ,bezauberung aufzuopfern4 ,wenn dagegen die allgemeine ,wohlgewogenheit gegen das menschliche ,geschlecht in euch zum ,grundsatze geworden ist1 welchem ihr jederzeit eure ,handlungen unterordnet1 alsdann bleibt die ,liebe gegen den ,notleidenden noch1 allein sie ist jetzt aus einem hhern ,standpunkte in das wahre ,verhltnis gegen eure gesamte ,pflicht versetzt worden4 ,die allgemeine ,wohlgewogenheit ist ein ,grund der ,teilnehmung an seinem bel1 aber auch zugleich der ,gerechtigkeit1 nach deren ,vorschrift ihr jetzt diese ,handlung unterlassen msset4 ,sobald nun dieses ,gefhl zu seiner gehrigen ,allgemeinheit gestiegen ist1 so ist es erhaben1 aber auch klter4 ,denn es ist nicht mglich1 da unser ,busen fr jedes ,menschen ,anteil von ,zrtlichkeit aufschwelle und bei jeder fremden ,not in ,wehmut schwimme1 sonst wrde der ,tugendhafte1 unaufhrlich in mitleidigen ,trnen wie ,heraklit schmelzend1 bei aller dieser ,gutherzigkeit gleichwohl nichts weiter als ein weichmtiger ,miggnger werden47#e7 7#e7 ,bei nherer ,erwgung findet man1 da1 so liebenswrdig auch die mitleidige ,eigenschaft sein mag1 sie doch die ,wrde der ,tugend nicht an sich habe4 ,ein leidendes ,kind1 ein unglckliches und artiges ,frauenzimmer wird unser ,herz mit dieser ,wehmut anfllen1 indem wir zu gleicher ,zeit die ,nachricht von einer groen ,schlacht mit ,kaltsinn vernehmen1 in welcher1 wie leicht zu erachten1 ein ansehnlicher ,teil des menschlichen ,geschlechts unter grausamen beln unverschuldet erliegen mu4 ,mancher ,prinz1 der sein ,gesicht vor ,wehmut fr eine einzige unglckliche ,person wegwandte1 gab gleichwohl aus einem fters eitlen ,bewegungsgrunde zu gleicher ,zeit den ,befehl zum ,kriege4 ,es ist hier gar keine ,proportion in der ,wirkung1 wie kann man denn sagen1 da die allgemeine ,menschenliebe die ,ursache sei8 ,die zweite ,art des gtigen ,gefhls1 welches zwar schn und liebenswrdig1 aber noch nicht die ,grundlage einer wahren ,tugend ist1 ist die ,geflligkeit1 eine ,neigung1 andern durch ,freundlichkeit1 durch ,einwilligung in ihr ,verlangen und durch ,gleichfrmigkeit unseres ,betragens mit ihren ,gesinnungen angenehm zu werden4 ,dieser ,grund einer reizenden ,geselligkeit ist schn und die ,biegsamkeit eines solchen ,herzens gutartig4 ,allein sie ist so gar keine ,tugend1 da1 wo nicht hhere ,grundstze ihr ,schranken setzen und sie schwchen1 alle ,laster daraus entspringen knnen4 ,denn nicht zu gedenken1 da diese ,geflligkeit gegen die1 mit welchen wir umgehen1 sehr oft eine ,ungerechtigkeit gegen andre ist1 die sich auer diesem kleinen ,zirkel befinden1 so wird ein solcher ,mann1 wenn man diesen ,antrieb allein nimmt1 alle ,laster haben knnen1 nicht aus unmittelbarer ,neigung1 sondern weil er gerne zu gefallen lebt4 ,er wird aus liebreicher ,geflligkeit ein ,lgner1 ein ,miggnger1 ein ,sufer usw4 usw4 sein1 denn er handelt nicht nach den ,regeln1 die auf das ,wohlverhalten berhaupt gehen1 sondern nach einer ,neigung1 die an sich schn1 aber1 indem sie ohne ,haltung und ohne ,grundstze ist1 lppisch wird4 ,demnach kann wahre ,tugend nur auf ,grundstze gepfropft werden1 und je allgemeiner sie sind1 desto erhabener und edler wird sie4 ,diese ,grundstze sind nicht spekulativische ,regeln1 sondern das ,bewutsein eines ,gefhls1 das in jedem menschlichen ,busen lebt und sich viel weiter als auf die besonderen ,grnde des ,mitleidens und der ,geflligkeit erstreckt4 ,ich glaube1 ich fasse alles zusammen1 wenn ich sage1 es sei das ,gefhl von der ,schnheit und der ,wrde der menschlichen ,natur4 ,das erstere ist ein ,grund der allgemeinen ,wohlgewogenheit1 das zweite der allgemeinen ,achtung1 und wenn dieses ,gefhl die grte ,vollkommenheit in irgendeinem menschlichen ,herzen htte1 so wrde dieser ,mensch sich zwar auch selbst lieben und schtzen1 aber nur insofern er einer von allen ist1 auf die sein ausgebreitetes und edles ,gefhl sich ausdehnt4 ,nur indem man einer so erweiterten ,neigung seine besondere unterordnet1 knnen unsere gtigen ,triebe proportioniert angewandt werden und den edlen ,anstand zuwege bringen1 der die ,schnheit der ,tugend ist4 ,in ,ansehung der ,schwche der menschlichen ,natur und der geringen ,macht1 welche das allgemeine moralische ,gefhl ber die mehrsten ,herzen ausben wrde1 hat die ,vorsehung dergleichen hlfeleistende ,triebe als ,supplemente der ,tugend in uns gelegt1 die1 indem sie einige auch ohne ,grundstze zu schnen ,handlungen bewegen1 zugleich andern1 die durch diese letzteren regiert werden1 einen greren ,sto und einen strkern ,antrieb dazu geben knnen4 ,mitleiden und ,geflligkeit sind ,grnde von schnen ,handlungen1 die vielleicht durch das bergewicht eines grberen ,eigennutzes insgesamt wrden erstickt werden1 allein nicht unmittelbare ,grnde der ,tugend1 wie wir gesehen haben1 obgleich1 da sie durch die ,verwandtschaft mit ihr geadelt werden1 sie auch ihren ,namen erwerben4 ,ich kann sie daher adoptierte ,tugenden nennen1 diejenige aber1 die auf ,grundstzen beruht1 die echte ,tugend4 ,jene sind schn und reizend1 diese allein ist erhaben und ehrwrdig4 ,man nennt ein ,gemt1 in welchem die ersteren ,empfindungen regieren1 ein gutes ,herz und den ,menschen von solcher ,art gutherzig2 dagegen man mit ,recht dem ,tugendhaften aus ,grundstzen ein edles ,herz beilegt1 ihn selber aber einen rechtschaffenen nennt4 ,diese adoptierten ,tugenden haben gleichwohl mit den wahren ,tugenden groe hnlichkeit1 indem sie das ,gefhl einer unmittelbaren ,lust an gtigen und wohlwollenden ,handlungen enthalten4 ,der ,gutherzige wird ohne weitere ,absicht aus unmittelbarer ,geflligkeit friedsam und hflich mit euch umgehen und aufrichtiges ,beileid bei der ,not eines andern empfinden4 ,allein da diese moralische ,sympathie gleichwohl noch nicht genug ist1 die trge menschliche ,natur zu gemeinntzigen ,handlungen anzutreiben1 so hat die ,vorsehung in uns noch ein gewisses ,gefhl gelegt1 welches fein ist und uns in ,bewegung setzen oder auch dem grberen ,eigennutze und der gemeinen ,wollust das ,gleichgewicht leisten kann4 ,dieses ist das ,gefhl fr ,ehre und dessen ,folge die ,scham4 ,die ,meinung1 die andere von unserm ,werte haben mgen1 und ihr ,urteil von unsern ,handlungen ist ein ,bewegungsgrund von groem ,gewichte1 der uns manche ,aufopferungen ablockt1 und was ein guter ,teil der ,menschen weder aus einer unmittelbar aufsteigenden ,regung der ,gutherzigkeit noch aus ,grundstzen wrde getan haben1 geschieht oft genug blo um des ueren ,scheines willen aus einem ,wahne1 der sehr ntzlich1 obzwar an sich selbst sehr seicht ist1 als wenn das ,urteil anderer den ,wert von uns und unsern ,handlungen bestimmte4 ,was aus diesem ,antriebe geschieht1 ist nicht im mindesten tugendhaft1 weswegen auch ein jeder1 der fr einen solchen gehalten werden will1 den ,bewegungsgrund der ,ehrbegierde wohlbedchtig verhehlt4 ,es ist auch diese ,neigung nicht einmal so nahe wie die ,gutherzigkeit der echten ,tugend verwandt1 weil sie nicht unmittelbar durch die ,schnheit der ,handlungen1 sondern durch den in fremde ,augen fallenden ,anstand derselben bewegt werden kann4 ,ich kann demnach1 da gleichwohl das ,gefhl fr ,ehre fein ist1 das ,tugendhnliche1 was dadurch veranlat wird1 den ,tugendschimmer nennen4 ,vergleichen wir die ,gemtsarten der ,menschen1 insofern eine von diesen drei ,gattungen des ,gefhls in ihnen herrscht und den moralischen ,charakter bestimmt1 so finden wir1 da eine jede derselben mit einem der gewhnlichermaen eingeteilten ,temperamente in nherer ,verwandtschaft stehe1 doch so1 da ber dieses ein grerer ,mangel des moralischen ,gefhls dem phlegmatischen zum ,anteil werden wrde4 ,nicht als wenn das ,hauptmerkmal in dem ,charakter dieser verschiedenen ,gemtsarten auf die gedachten ,zge ankme2 denn das grbere ,gefhl1 z4 ,e4 des ,eigennutzes1 der gemeinen ,wollust usw4 usw41 erwgen wir in dieser ,abhandlung gar nicht1 und auf dergleichen ,neigungen wird bei der gewhnlichen ,einteilung gleichwohl vorzglich gesehen2 sondern weil die erwhnten feineren moralischen ,empfindungen sich leichter mit einem oder dem andern dieser ,temperamente vereinbaren lassen und wirklich meistenteils damit vereinigt sind4 ,ein innigliches ,gefhl fr die ,schnheit und ,wrde der menschlichen ,natur1 und eine ,fassung und ,strke des ,gemts1 hierauf als auf einen allgemeinen ,grund seine gesamten ,handlungen zu beziehen1 ist ernsthaft und gesellt sich nicht wohl mit einer flatterhaften ,lustigkeit1 noch mit dem ,unbestand eines ,leichtsinnigen4 ,es nhert sich sogar der ,schwermut1 einer sanften und edlen ,empfindung1 insofern sie sich auf dasjenige ,grausen grndet1 das eine eingeschrnkte ,seele fhlt1 wenn sie1 von einem groen ,vorsatze voll1 die ,gefahren sieht1 die sie zu berstehen hat1 und den schweren1 aber groen ,sieg der ,selbstberwindung vor ,augen hat4 ,die echte ,tugend also aus ,grundstzen hat etwas an sich1 was am meisten mit der melancholischen ,gemtsverfassung im gemilderten ,verstande zusammenzustimmen scheint4 ,die ,gutherzigkeit1 eine ,schnheit und feine ,reizbarkeit des ,herzens1 nach dem ,anla1 der sich vorfindet1 in einzelnen ,fllen mit ,mitleiden oder ,wohlwollen gerhrt zu werden1 ist dem ,wechsel der ,umstnde sehr unterworfen1 und indem die ,bewegung der ,seele nicht auf einem allgemeinen ,grundsatze beruht1 so nimmt sie leichtlich vernderte ,gestalten an1 nachdem die ,gegenstnde eine oder die andere ,seite darbieten4 ,und da diese ,neigung auf das ,schne hinausluft1 so scheint sie sich mit derjenigen ,gemtsart1 die man sanguinisch nennt1 welche flatterhaft und den ,belustigungen ergeben ist1 am natrlichsten zu vereinbaren4 ,in diesem ,temperamente werden wir die beliebten ,eigenschaften1 die wir adoptierte ,tugenden nannten1 zu suchen haben4 ,das ,gefhl fr die ,ehre ist sonst schon gewhnlich als ein ,merkmal der cholerischen ,komplexion angenommen worden1 und wir knnen dadurch ,anla nehmen1 die moralischen ,folgen dieses feinen ,gefhls1 welche mehrenteils nur aufs ,schimmern abgezielt sind1 zu ,schilderung eines solchen ,charakters aufzusuchen4 ,niemals ist ein ,mensch ohne alle ,spuren der feineren ,empfindung1 allein ein grerer ,mangel derselben1 der vergleichungsweise auch ,fhllosigkeit heit1 kommt in den ,charakter des phlegmatischen1 den man sonst auch sogar der grbern ,triebfedern1 als der ,geldbegierde usw4 usw41 beraubt1 die wir aber zusamt andern1 verschwisterten ,neigungen ihm allenfalls lassen knnen1 weil sie gar nicht in diesen ,plan gehren4 ,lat uns anjetzt die ,empfindungen des ,erhabenen und ,schnen1 vornehmlich sofern sie moralisch sind1 unter der angenommenen ,einteilung der ,temperamente nher betrachten4 ,der1 dessen ,gefhl ins ,melancholische einschlgt1 wird nicht darum so genannt1 weil er1 der ,freuden des ,lebens beraubt1 sich in finsterer ,schwermut hrmt1 sondern weil seine ,empfindungen1 wenn sie ber einen gewissen ,grad vergrert wrden oder durch einige ,ursachen eine falsche ,richtung bekmen1 auf dieselbe leichter als einen andern ,zustand auslaufen wrden4 ,er hat vorzglich ein ,gefhl fr das ,erhabene4 ,selbst die ,schnheit1 fr welche er ebensowohl ,empfindung hat1 mu ihn nicht allein reizen1 sondern1 indem sie ihm zugleich ,bewunderung einflt1 rhren4 ,der ,genu der ,vergngen ist bei ihm ernsthafter1 aber um deswillen nicht geringer4 ,alle ,rhrungen des ,erhabenen haben mehr ,bezauberndes an sich als die gaukelnden ,reize des ,schnen4 ,sein ,wohlbefinden wird eher ,zufriedenheit als ,lustigkeit sein4 ,er ist standhaft4 ,um deswillen ordnet er seine ,empfindungen unter ,grundstze4 ,sie sind desto weniger dem ,unbestande und der ,vernderung unterworfen1 je allgemeiner dieser ,grundsatz ist1 welchem sie untergeordnet werden1 und je erweiterter also das hohe ,gefhl ist1 welches die niederen unter sich befat4 ,alle besonderen ,grnde der ,neigungen sind vielen ,ausnahmen und nderungen unterworfen1 wofern sie nicht aus einem solchen oberen ,grunde abgeleitet sind4 ,der muntere und freundliche ,alcest sagt3 ,ich liebe und schtze meine ,frau1 denn sie ist schn1 schmeichelhaft und klug4 ,wie aber1 wenn sie nun durch ,krankheit entstellt1 durch ,alter mrrisch und1 nachdem die erste ,bezauberung verschwunden1 euch nicht klger scheinen wrde wie jede andere8 ,wenn der ,grund nicht mehr da ist1 was kann aus der ,neigung werden8 ,nehmet dagegen den wohlwollenden und gesetzten ,adrast1 welcher bei sich denkt3 ,ich werde dieser ,person liebreich und mit ,achtung begegnen1 denn sie ist meine ,frau4 ,diese ,gesinnung ist edel und gromtig4 ,nunmehr mgen die zuflligen ,reize sich ndern1 sie ist gleichwohl noch immer seine ,frau4 ,der edle ,grund bleibt und ist nicht dem ,unbestande uerer ,dinge so sehr unterworfen4 ,von solcher ,beschaffenheit sind ,grundstze in ,vergleichung der ,regungen1 die blo bei einzelnen ,veranlassungen aufwallen1 und so ist der ,mann von ,grundstzen in ,gegenhalt mit demjenigen1 welchem gelegentlich eine gutherzige und liebreiche ,bewegung anwandelt4 ,wie aber1 wenn sogar die geheime ,sprache seines ,herzens also lautete3 ,ich mu jenem ,menschen da zu ,hlfe kommen1 denn er leidet2 nicht da er etwa mein ,freund oder ,gesellschafter wre oder da ich ihn fhig hielte1 dereinst ,wohltat mit ,dankbarkeit zu erwidern4 ,es ist jetzt keine ,zeit zu vernnfteln und sich bei ,fragen aufzuhalten3 er ist ein ,mensch1 und was ,menschen widerfhrt1 das trifft auch mich4 ,alsdann sttzt sich sein ,verfahren auf den hchsten ,grad des ,wohlwollens in der menschlichen ,natur und ist uerst erhaben1 sowohl seiner ,unvernderlichkeit nach1 als um der ,allgemeinheit seiner ,anwendung willen4 ,ich fahre in meinen ,anmerkungen fort4 ,der ,mensch von melancholischer ,gemtsverfassung bekmmert sich wenig darum1 was andere urteilen1 was sie fr gut oder fr wahr halten1 er sttzt sich desfalls blo auf seine eigene ,einsicht4 ,weil die ,bewegungsgrnde in ihm die ,natur der ,grundstze annehmen1 so ist er nicht leicht auf andere ,gedanken zu bringen2 seine ,standhaftigkeit artet auch bisweilen in ,eigensinn aus4 ,er sieht den ,wechsel der ,moden mit ,gleichgltigkeit und ihren ,schimmer mit ,verachtung an4 ,freundschaft ist erhaben und daher fr sein ,gefhl4 ,er kann vielleicht einen vernderlichen ,freund verlieren1 allein dieser verliert ihn nicht ebensobald4 ,selbst das ,andenken der erloschenen ,freundschaft ist ihm noch ehrwrdig4 ,gesprchigkeit ist schn1 gedankenvolle ,verschwiegenheit erhaben4 ,er ist ein guter ,verwahrer seiner und anderer ,geheimnisse4 ,wahrhaftigkeit ist erhaben1 und er hat ,lgen oder ,verstellung4 ,er hat ein hohes ,gefhl von der ,wrde der menschlichen ,natur4 ,er schtzt sich selbst und hlt einen ,menschen fr ein ,geschpf1 das da ,achtung verdient4 ,er erduldet keine verworfene ,untertnigkeit und atmet ,freiheit in einem edlen ,busen4 ,alle ,ketten von den vergoldeten an1 die man am ,hofe trgt1 bis zu dem schweren ,eisen des ,galeerensklaven sind ihm abscheulich4 ,er ist ein strenger ,richter seiner selbst und anderer1 und nicht selten seiner sowohl als der ,welt berdrssig4 ,in der ,ausartung dieses ,charakters neigt sich die ,ernsthaftigkeit zur ,schwermut1 die ,andacht zur ,schwrmerei1 der ,freiheitseifer zum ,enthusiasmus4 ,beleidigung und ,ungerechtigkeit znden in ihm ,rachbegierde an4 ,er ist alsdann sehr zu frchten4 ,er trotzt der ,gefahr und verachtet den ,tod4 ,bei der ,verkehrtheit seines ,gefhls und dem ,mangel einer aufgeheiterten ,vernunft verfllt er aufs ,abenteuerliche4 ,eingebungen1 ,erscheinungen1 ,anfechtungen4 ,ist der ,verstand noch schwcher1 so gert er auf ,fratzen4 ,bedeutende ,trume1 ,ahndungen und ,wunderzeichen4 ,er ist in ,gefahr1 ein ,phantast oder ein ,grillenfnger zu werden4 ,der von sanguinischer ,gemtsverfassung hat ein herrschendes ,gefhl fr das ,schne4 ,seine ,freuden sind daher lachend und lebhaft4 ,wenn er nicht lustig ist1 so ist er mivergngt und kennt wenig die zufriedne ,stille4 ,mannigfaltigkeit ist schn1 und er liebt die ,vernderung4 ,er sucht die ,freude in sich und um sich1 belustigt andere und ist ein guter ,gesellschafter4 ,er hat viel moralische ,sympathie4 ,anderer ,frhlichkeit macht ihn vergngt und ihr ,leid weichherzig4 ,sein sittliches ,gefhl ist schn1 allein ohne ,grundstze1 und hngt jederzeit unmittelbar von dem gegenwrtigen ,eindrucke ab1 den die ,gegenstnde auf ihn machen4 ,er ist ein ,freund von allen ,menschen oder1 welches einerlei sagen will1 eigentlich niemals ein ,freund1 ob er zwar gutherzig und wohlwollend ist4 ,er verstellt sich nicht4 ,er wird euch heute mit seiner ,freundlichkeit und guten ,art unterhalten1 morgen1 wenn ihr krank oder im ,unglcke seid1 wahres und ungeheucheltes ,beileid empfinden1 aber sich sachte davonschleichen1 bis sich die ,umstnde gendert haben4 ,er mu niemals ,richter sein4 ,die ,gesetze sind ihm gemeiniglich zu strenge1 und er lt sich durch ,trnen bestechen4 ,er ist ein schlimmer ,heiliger1 niemals recht gut und niemals recht bse4 ,er schweift fters aus und ist lasterhaft1 mehr aus ,geflligkeit als aus ,neigung4 ,er ist freigebig und wohlttig1 aber ein schlechter ,zahler dessen1 was er schuldig ist1 weil er wohl viel ,empfindung fr ,gte1 aber wenig fr ,gerechtigkeit hat4 ,niemand hat eine so gute ,meinung von seinem eigenen ,herzen als er4 ,wenn ihr ihn gleich nicht hochachtet1 so werdet ihr ihn doch lieben mssen4 ,in dem greren ,verfall seines ,charakters gert er ins ,lppische1 er ist tndelnd und kindisch4 ,wenn nicht das ,alter noch etwa die ,lebhaftigkeit mindert oder mehr ,verstand herbeibringt1 so ist er in ,gefahr1 ein alter ,geck zu werden4 ,der1 welchen man unter der cholerischen ,gemtsbeschaffenheit meint1 hat ein herrschendes ,gefhl fr diejenige ,art des ,erhabenen1 welche man das ,prchtige nennen kann4 ,sie ist eigentlich nur der ,schimmer der ,erhabenheit und eine stark abstechende ,farbe1 welche den inneren ,gehalt der ,sache oder ,person1 der vielleicht nur schlecht und gemein ist1 verbirgt und durch den ,schein tuscht und rhrt4 ,so wie ein ,gebude durch eine bertnchung1 welche gehauene ,steine vorstellt1 einen ebenso edlen ,eindruck macht1 als wenn es wirklich daraus bestnde1 und geklebtem ,gesimse und ,pilastern die ,meinung von ,festigkeit geben1 ob sie gleich wenig ,haltung haben und nichts untersttzen3 also glnzen auch tombakene ,tugenden1 ,flittergold von ,weisheit und gemaltes ,verdienst4 ,der ,cholerische betrachtet seinen eigenen ,wert und den ,wert seiner ,sachen und ,handlungen aus dem ,anstande oder dem ,scheine1 womit er in die ,augen fllt4 ,in ,ansehung der inneren ,beschaffenheit und der ,bewegungsgrnde1 die der ,gegenstand selber enthlt1 ist er kalt1 weder erwrmt durch wahres ,wohlwollen1 noch gerhrt durch ,achtung47#f7 ,sein ,betragen ist knstlich4 ,er mu allerlei ,standpunkte zu nehmen wissen1 um seinen ,anstand aus der verschiedenen ,stellung der ,zuschauer zu beurteilen2 denn er frgt wenig darnach1 was er sei1 sondern nur1 was er scheine4 ,um deswillen mu er die ,wirkung auf den allgemeinen ,geschmack und die mancherlei ,eindrcke wohl kennen1 die sein ,verhalten auer ihm haben wird4 ,da er in dieser schlauen ,aufmerksamkeit durchaus kalt ,blut bedarf und nicht durch ,liebe1 ,mitleiden und ,teilnehmung seines ,herzens sich mu blenden lassen1 so wird er auch vielen ,torheiten und ,verdrielichkeiten entgehen1 in welche ein ,sanguinischer gert1 der durch seine unmittelbare ,empfindung bezaubert wird4 ,um deswillen scheint er gemeiniglich verstndiger1 als er wirklich ist4 ,sein ,wohlwollen ist ,hflichkeit1 seine ,achtung ,zeremonie1 seine ,liebe ausgesonnene ,schmeichelei4 ,er ist jederzeit voll von sich selbst1 wenn er den ,anstand eines ,liebhabers oder eines ,freundes annimmt1 und ist niemals weder das eine noch das andere4 ,er sucht1 durch ,moden zu schimmern2 aber weil alles an ihm knstlich und gemacht ist1 so ist er darin steif und ungewandt4 ,er handelt weit mehr nach ,grundstzen als der ,sanguinische1 der blo durch gelegentliche ,eindrcke bewegt wird2 aber diese sind nicht ,grundstze der ,tugend1 sondern der ,ehre1 und er hat kein ,gefhl fr die ,schnheit oder den ,wert der ,handlungen1 sondern fr das ,urteil der ,welt1 das sie davon fllen mchte4 ,weil sein ,verfahren1 insofern man nicht auf die ,quelle sieht1 daraus es entspringt1 brigens fast ebenso gemeinntzig als die ,tugend selbst ist1 so erwirbt er vor gemeinen ,augen eben die ,hochschtzung als der ,tugendhafte1 aber vor feineren ,augen verbirgt er sich sorgfltig1 weil er wohl wei1 da die ,entdeckung der geheimen ,triebfeder der ,ehrbegierde ihn um die ,achtung bringen wrde4 ,er ist daher der ,verstellung sehr ergeben1 in der ,religion heuchlerisch1 im ,umgange ein ,schmeichler1 in ,staatsparteien wetterwendisch nach den ,umstnden4 ,er ist gerne ein ,sklave der ,groen1 um dadurch ein ,tyrann ber ,geringere zu werden4 ,die ,naivett1 diese edle oder schne ,einfalt1 welche das ,siegel der ,natur und nicht der ,kunst auf sich trgt1 ist ihm gnzlich fremde4 ,daher wenn sein ,geschmack ausartet1 so wird sein ,schimmer schreiend1 d4 i4 auf eine widrige ,art prahlend4 ,er gert alsdann sowohl seinem ,stil als dem ,ausputze nach in den ,gallimathias 7das bertriebene71 eine ,art ,fratzen1 die in ,ansehung des ,prchtigen dasjenige ist1 was das ,abenteuerliche oder ,grillenhafte in ,ansehung des ,ernsthaft-,erhabenen4 ,in ,beleidigungen fllt er alsdann auf ,zweikmpfe oder ,prozesse und in dem brgerlichen ,verhltnisse auf ,ahnen1 ,vortritt und ,titel4 ,solange er nur noch eitel ist1 d4 i4 ,ehre sucht und bemht ist1 in die ,augen zu fallen1 so kann er noch wohl geduldet werden1 allein wenn bei gnzlichem ,mangel wirklicher ,vorzge und ,talente er aufgeblasen wird1 so ist er das1 wofr er am mindesten gerne mchte gehalten werden1 nmlich ein ,narr4 7#f7 ,er hlt sich auch sogar nur insofern fr glcklich1 als er vermutet1 da er dafr von andern gehalten wird4 ,da in der phlegmatischen ,mischung keine ,ingredienzien vom ,erhabenen oder ,schnen in sonderlich merklichem ,grade hineinzukommen pflegen1 so gehrt diese ,gemtseigenschaft nicht in den ,zusammenhang unserer ,erwgungen4 ,von welcher ,art auch diese feineren ,empfindungen sein mgen1 von denen wir bis daher gehandelt haben1 es mgen erhabene oder schne sein1 so haben sie doch das ,schicksal gemein1 da sie in dem ,urteil desjenigen1 der kein darauf gestimmtes ,gefhl hat1 jederzeit verkehrt und ungereimt scheinen4 ,ein ,mensch von einer ruhigen und eigenntzigen ,emsigkeit hat sozureden gar nicht die ,organen1 um den edlen ,zug in einem ,gedichte oder in einer ,heldentugend zu empfinden1 er liest lieber einen ,robinson als einen ,grandison und hlt den ,cato fr einen eigensinnigen ,narren4 ,ebenso scheint ,personen von etwas ernsthafter ,gemtsart dasjenige lppisch1 was andern reizend ist1 und die gaukelnde ,naivett einer ,schferhandlung ist ihnen abgeschmackt und kindisch4 ,auch selbst wenn das ,gemt nicht gnzlich ohne ein einstimmiges feineres ,gefhl ist1 sind doch die ,grade der ,reizbarkeit desselben sehr verschieden1 und man sieht1 da der eine etwas edel und anstndig findet1 was dem andern zwar gro1 aber abenteuerlich vorkommt4 ,die ,gelegenheiten1 die sich darbieten1 bei unmoralischen ,dingen etwas von dem ,gefhl des andern auszusphen1 knnen uns ,anla geben1 mit ziemlicher ,wahrscheinlichkeit auch auf seine ,empfindung in ,ansehung der hheren ,gemtseigenschaften und selbst derer des ,herzens zu schlieen4 ,wer bei einer schnen ,musik ,langeweile hat1 gibt starke ,vermutung1 da die ,schnheiten der ,schreibart und die feinen ,bezauberungen der ,liebe wenig ,gewalt ber ihn haben werden4 ,es ist ein gewisser ,geist der ,kleinigkeiten 7esprit des bagatelles71 welcher eine ,art von feinem ,gefhl anzeigt1 welches aber gerade auf das ,gegenteil von dem ,erhabenen abzielt4 ,ein ,geschmack fr etwas1 weil es sehr knstlich und mhsam ist1 ,verse1 die sich vor- und rckwrts lesen lassen1 ,rtsel1 ,uhren in ,ringen1 ,flohketten usw4 usw4 ,ein ,geschmack fr alles1 was abgezirkelt und auf peinliche ,weise ordentlich1 obzwar ohne ,nutzen ist1 z4 ,e4 ,bcher1 die fein zierlich in langen ,reihen im ,bcherschranke stehen1 und ein leerer ,kopf1 der sie ansieht und sich erfreuet2 ,zimmer1 die wie optische ,kasten geziert und beraus sauber gewaschen sind1 zusamt einem ungastfreien und mrrischen ,wirte1 der sie bewohnt4 ,ein ,geschmack an allem demjenigen1 was selten ist1 so wenig wie es auch sonst innern ,wert haben mag4 ,epiktets ,lampe1 ein ,handschuh von ,knig ,karl dem ,zwlften2 in gewisser ,art schlgt die ,mnzensucht mit hierauf ein4 ,solche ,personen stehen sehr im ,verdacht1 da sie in den ,wissenschaften ,grbler und ,grillenfnger1 in den ,sitten aber fr alles das1 was auf freie ,art schn oder edel ist1 ohne ,gefhl sein werden4 ,man tut einander zwar unrecht1 wenn man denjenigen1 der den ,wert oder die ,schnheit dessen1 was uns rhrt oder reizt1 nicht einsieht1 damit abfertigt1 da er es nicht verstehe4 ,es kommt hiebei nicht so sehr darauf an1 was der ,verstand einsehe1 sondern was das ,gefhl empfinde4 ,gleichwohl haben die ,fhigkeiten der ,seele einen so groen ,zusammenhang1 da man mehrenteils von der ,erscheinung der ,empfindung auf die ,talente der ,einsicht schlieen kann4 ,denn es wrden demjenigen1 der viele ,verstandesvorzge hat1 diese ,talente vergeblich erteilt sein1 wenn er nicht zugleich starke ,empfindung fr das wahrhaftig ,edle oder ,schne htte1 welche die ,triebfeder sein mu1 jene ,gemtsgaben wohl und regelmig anzuwenden47#g7 7#g7 ,man sieht auch1 da eine gewisse ,feinigkeit des ,gefhls einem ,menschen zum ,verdienste angerechnet wird4 ,da jemand in ,fleisch oder ,kuchen eine gute ,mahlzeit tun kann1 imgleichen da er unvergleichlich wohl schlft1 das wird man ihm wohl als ein ,zeichen eines guten ,magens1 aber nicht als ein ,verdienst auslegen4 ,dagegen wer einen ,teil seiner ,mahlzeit dem ,anhren einer ,musik aufopfert oder bei einer ,schilderei sich in eine angenehme ,zerstreuung vertiefen kann1 oder einige witzige ,sachen1 wenn es auch nur poetische ,kleinigkeiten wren1 gerne liest1 hat doch fast in jedermanns ,augen den ,anstand eines feineren ,menschen1 von dem man eine vorteilhaftere und fr ihn rhmlichere ,meinung hat4 ,es ist einmal gebruchlich1 nur dasjenige ntzlich zu nennen1 was unserer grberen ,empfindung ein ,gnge leisten kann1 was uns berflu im ,essen und ,trinken1 ,aufwand in ,kleidung und in ,hausgerte1 imgleichen ,verschwendung in ,gastereien verschaffen kann1 ob ich gleich nicht sehe1 warum nicht alles1 was nur immer meinem lebhaftesten ,gefhl erwnscht ist1 ebensowohl den ntzlichen ,dingen sollte beigezhlt werden4 ,allein alles gleichwohl auf diesen ,fu genommen1 so ist derjenige1 welchen der ,eigennutz beherrscht1 ein ,mensch1 mit welchem man ber den feineren ,geschmack niemals vernnfteln mu4 ,ein ,huhn ist freilich in solchem ,betracht besser als ein ,papagei1 ein ,kochtopf ntzlicher als ein ,porzellngeschirr1 alle witzigen ,kpfe in der ,welt gelten nicht den ,wert eines ,bauren1 und die ,bemhung1 die ,weite der ,fixsterne zu entdecken1 kann so lange ausgesetzt bleiben1 bis man bereingekommen sein wird1 wie der ,pflug auf das vorteilhafteste knne gefhrt werden4 ,allein welche ,torheit ist es1 sich in einen solchen ,streit einzulassen1 wo es unmglich ist1 sich einander auf einstimmige ,empfindungen zu fhren1 weil das ,gefhl gar nicht einstimmig ist6 ,gleichwohl wird doch ein ,mensch von der grbsten und gemeinsten ,empfindung wahrnehmen knnen3 da die ,reize und ,annehmlichkeiten des ,lebens1 welche die entbehrlichsten zu sein scheinen1 unsere meiste ,sorgfalt auf sich ziehen1 und da wir wenig ,triebfedern zu so vielfltigen ,bemhungen brig haben wrden1 wenn wir jene ausschlieen wollten4 ,imgleichen ist wohl niemand so grob1 da er nicht empfinde1 da eine sittliche ,handlung wenigstens an einem andern um desto mehr rhre1 je weiter sie vom ,eigennutze ist und je mehr jene edleren ,antriebe in ihr hervorstechen4 ,wenn ich die edele und schwache ,seite der ,menschen wechselsweise bemerke1 so verweise ich es mir selbst1 da ich nicht denjenigen ,standpunkt zu nehmen vermag1 von wo diese ,abstechungen das groe ,gemlde der ganzen menschlichen ,natur gleichwohl in einer rhrenden ,gestalt darstellen4 ,denn ich bescheide mich gerne3 da1 sofern es zu dem ,entwurfe der groen ,natur gehrt1 diese grotesken ,stellungen nicht anders als einen edelen ,ausdruck geben knnen1 ob man schon viel zu kurzsichtig ist1 sie in diesem ,verhltnisse zu bersehen4 ,um indessen doch einen schwachen ,blick hierauf zu werfen3 so glaube ich folgendes anmerken zu knnen4 ,derjenigen unter den ,menschen1 die nach ,grundstzen verfahren1 sind nur sehr wenige1 welches auch beraus gut ist1 da es so leicht geschehen kann1 da man in diesen ,grundstzen irre und alsdann der ,nachteil1 der daraus erwchst1 sich um desto weiter erstreckt1 je allgemeiner der ,grundsatz und je standhafter die ,person ist1 die ihn sich vorgesetzt hat4 ,derer1 so aus gutherzigen ,trieben handeln1 sind weit mehrere1 welches uerst vortrefflich ist1 ob es gleich einzeln nicht als ein sonderliches ,verdienst der ,person kann angerechnet werden2 denn diese tugendhaften ,instinkte fehlen wohl bisweilen1 allein im ,durchschnitte leisten sie ebensowohl die groe ,absicht der ,natur1 wie die brigen ,instinkte1 die so regelmig die tierische ,welt bewegen4 ,derer1 die ihr allerliebstes ,selbst als den einzigen ,beziehungspunkt ihrer ,bemhungen starr vor ,augen haben und die um den ,eigennutz als um die groe ,achse alles zu drehen suchen1 gibt es die meisten1 worber auch nichts ,vorteilhafteres sein kann1 denn diese sind die emsigsten1 ordentlichsten und behutsamsten2 sie geben dem ,ganzen ,haltung und ,festigkeit1 indem sie auch ohne ihre ,absicht gemeinntzig werden1 die notwendigen ,bedrfnisse herbeischaffen und die ,grundlage liefern1 ber welche feinere ,seelen ,schnheit und ,wohlgereimtheit verbreiten knnen4 ,endlich ist die ,ehrliebe in aller ,menschen ,herzen1 obzwar in ungleichem ,mae1 verbreitet worden1 welches dem ,ganzen eine bis zur ,bewunderung reizende ,schnheit geben mu4 ,denn wiewohl die ,ehrbegierde ein trichter ,wahn ist1 sofern er zur ,regel wird1 der man die brigen ,neigungen unterordnet1 so ist sie doch als ein begleitender ,trieb uerst vortrefflich4 ,denn indem ein jeder auf der groen ,bhne seinen herrschenden ,neigungen gem die ,handlungen verfolgt1 so wird er zugleich durch einen geheimen ,antrieb bewogen1 in ,gedanken auer sich selbst einen ,standpunkt zu nehmen1 um den ,anstand zu beurteilen1 den sein ,betragen hat1 wie es aussehe und dem ,zuschauer in die ,augen falle4 ,dadurch vereinbaren sich die verschiedenen ,gruppen in ein ,gemlde von prchtigem ,ausdruck1 wo mitten unter groer ,mannigfaltigkeit ,einheit hervorleuchtet und das ,ganze der moralischen ,natur ,schnheit und ,wrde an sich zeigt4 ,dritter ,abschnitt ,von dem ,unterschiede des ,erhabenen und ,schnen in dem ,gegenverhltnis beider ,geschlechter ,derjenige1 so zuerst das ,frauenzimmer unter dem ,namen des schnen ,geschlechts begriffen hat1 kann vielleicht etwas ,schmeichelhaftes haben sagen wollen1 aber er hat es besser getroffen1 als er wohl selbst geglaubt haben mag4 ,denn ohne in ,erwgung zu ziehen1 da ihre ,gestalt berhaupt feiner1 ihre ,zge zarter und sanfter1 ihre ,miene im ,ausdrucke der ,freundlichkeit1 des ,scherzes und der ,leutseligkeit bedeutender und einnehmender ist als bei dem mnnlichen ,geschlecht1 ohne auch dasjenige zu vergessen1 was man fr die geheime ,zauberkraft abrechnen mu1 wodurch sie unsere ,leidenschaft zum vorteilhaften ,urteile fr sie geneigt machen1 so liegen vornehmlich in dem ,gemtscharakter dieses ,geschlechts eigentmliche ,zge1 die es von dem unseren deutlich unterscheiden und die darauf hauptschlich hinauslaufen1 sie durch das ,merkmal des ,schnen kenntlich zu machen4 ,andererseits knnten wir auf die ,benennung des edlen ,geschlechts ,anspruch machen1 wenn es nicht auch von einer edlen ,gemtsart erfordert wrde1 ,ehrennamen abzulehnen und sie lieber zu erteilen als zu empfangen4 ,hiedurch wird nun nicht verstanden3 da das ,frauenzimmer edeler ,eigenschaften ermangelte oder das mnnliche ,geschlecht der ,schnheiten gnzlich entbehren mte1 vielmehr erwartet man1 da ein jedes ,geschlecht beide vereinbare1 doch so1 da von einem ,frauenzimmer alle anderen ,vorzge sich nur dazu vereinigen sollen1 um den ,charakter des ,schnen zu erhhen1 welcher der eigentliche ,beziehungspunkt ist1 und dagegen unter den mnnlichen ,eigenschaften das ,erhabene als das ,kennzeichen seiner ,art deutlich hervorsteche4 ,hierauf mssen alle ,urteile von diesen zwei ,gattungen1 sowohl die rhmliche als die des ,tadels1 sich beziehen1 alle ,erziehung und ,unterweisung mu dieses vor ,augen haben und alle ,bemhung1 die sittliche ,vollkommenheit des einen oder des andern zu befrdern1 wo man nicht den reizenden ,unterschied unkenntlich machen will1 den die ,natur zwischen zwei ,menschengattungen hat treffen wollen4 ,denn es ist hier nicht genug1 sich vorzustellen1 da man ,menschen vor sich habe1 man mu zugleich nicht aus der ,acht lassen1 da diese ,menschen nicht von einerlei ,art sind4 ,das ,frauenzimmer hat ein angebornes strkeres ,gefhl fr alles1 was schn1 zierlich und geschmckt ist4 ,schon in der ,kindheit sind sie gerne geputzt und gefallen sich1 wenn sie geziert sind4 ,sie sind reinlich und sehr zrtlich in ,ansehung alles dessen1 was ,ekel verursacht4 ,sie lieben den ,scherz und knnen durch ,kleinigkeiten1 wenn sie nur munter und lachend sind1 unterhalten werden4 ,sie haben sehr frh ein sittsames ,wesen an sich1 wissen sich einen feinen ,anstand zu geben und besitzen sich selbst2 und dieses in einem ,alter1 wenn unsere wohlerzogene mnnliche ,jugend noch unbndig1 tlpisch und verlegen ist4 ,sie haben viel teilnehmende ,empfindungen1 ,gutherzigkeit und ,mitleiden1 ziehen das ,schne dem ,ntzlichen vor und werden den berflu des ,unterhalts gerne in ,sparsamkeit verwandeln1 um den ,aufwand auf das ,schimmernde und den ,putz zu untersttzen4 ,sie sind von sehr zrtlicher ,empfindung in ,ansehung der mindesten ,beleidigung1 und beraus fein1 den geringsten ,mangel der ,aufmerksamkeit und ,achtung gegen sie zu bemerken4 ,kurz1 sie enthalten in der menschlichen ,natur den ,hauptgrund der ,abstechung der schnen ,eigenschaften mit den edelen1 und verfeinern selbst das mnnliche ,geschlecht4 ,man wird mir hoffentlich die ,herzhlung der mnnlichen ,eigenschaften1 insofern sie jenen parallel sind1 schenken und sich befriedigen1 beide nur in der ,gegeneinanderhaltung zu betrachten4 ,das schne ,geschlecht hat ebensowohl ,verstand als das mnnliche1 nur es ist ein schner ,verstand1 der unsrige soll ein tiefer ,verstand sein1 welches ein ,ausdruck ist1 der einerlei mit dem ,erhabenen bedeutet4 ,zur ,schnheit aller ,handlungen gehrt vornehmlich1 da sie ,leichtigkeit an sich zeigen und ohne peinliche ,bemhung scheinen vollzogen zu werden2 dagegen ,bestrebungen und berwundene ,schwierigkeiten ,bewunderung erregen und zum ,erhabenen gehren4 ,tiefes ,nachsinnen und eine lange fortgesetzte ,betrachtung sind edel1 aber schwer1 und schicken sich nicht wohl fr eine ,person1 bei der die ungezwungenen ,reize nichts anders als eine schne ,natur zeigen sollen4 ,mhsames ,lernen oder peinliches ,grbeln1 wenn es gleich ein ,frauenzimmer darin hoch bringen sollte1 vertilgen die ,vorzge1 die ihrem ,geschlechte eigentmlich sind1 und knnen dieselbe wohl um der ,seltenheit willen zum ,gegenstande einer kalten ,bewunderung machen1 aber sie werden zugleich die ,reize schwchen1 wodurch sie ihre groe ,gewalt ber das andere ,geschlecht ausben4 ,ein ,frauenzimmer1 das den ,kopf voll ,griechisch hat1 wie die ,frau ,dacier1 oder ber die ,mechanik grndliche ,streitigkeiten fhrt1 wie die ,marquisin von ,chastelet1 mag nur immerhin noch einen ,bart dazu haben2 denn dieser wrde vielleicht die ,miene des ,tiefsinns noch kenntlicher ausdrcken1 um welchen sie sich bewerben4 ,der schne ,verstand whlt zu seinen ,gegenstnden alles1 was mit dem feineren ,gefhl nahe verwandt ist1 und berlt abstrakte ,spekulationen oder ,kenntnisse1 die ntzlich1 aber trocken sind1 dem emsigen1 grndlichen und tiefen ,verstande4 ,das ,frauenzimmer wird demnach keine ,geometrie lernen2 es wird vom ,satze des zureichenden ,grundes oder den ,monaden nur so viel wissen1 als da ntig ist1 um das ,salz in den ,spottgedichten zu vernehmen1 welche die seichten ,grbler unseres ,geschlechts durchzogen haben4 ,die ,schnen knnen den ,cartesius seine ,wirbel immer drehen lassen1 ohne sich darum zu bekmmern1 wenn auch der artige ,fontenelle ihnen unter den ,wandelsternen ,gesellschaft leisten wollte1 und die ,anziehung ihrer ,reize verliert nichts von ihrer ,gewalt1 wenn sie gleich nichts von allem dem wissen1 was ,algarotti zu ihrem ,besten von den ,anziehungskrften der groben ,materien nach dem ,newton aufzuzeichnen bemht gewesen4 ,sie werden in der ,geschichte sich nicht den ,kopf mit ,schlachten und in der ,erdbeschreibung nicht mit ,festungen anfllen2 denn es schickt sich fr sie ebensowenig1 da sie nach ,schiepulver1 als fr die ,mannspersonen1 da sie nach ,bisam riechen sollen4 ,es scheint eine boshafte ,list der ,mannspersonen zu sein1 da sie das schne ,geschlecht zu diesem verkehrten ,geschmacke haben verleiten wollen4 ,denn wohl bewut ihrer ,schwche in ,ansehung der natrlichen ,reize desselben1 und da ein einziger schalkhafter ,blick sie mehr in ,verwirrung setze als die schwerste ,schulfrage1 sehen sie sich1 sobald das ,frauenzimmer in diesen ,geschmack einschlgt1 in einer entschiedenen berlegenheit und sind in dem ,vorteile1 den sie sonst schwerlich haben wrden1 mit einer gromtigen ,nachsicht den ,schwchen ihrer ,eitelkeit aufzuhelfen4 ,der ,inhalt der groen ,wissenschaft des ,frauenzimmers ist vielmehr der ,mensch und unter den ,menschen der ,mann4 ,ihre ,weltweisheit ist nicht ,vernnfteln1 sondern ,empfinden4 ,bei der ,gelegenheit1 die man ihnen geben will1 ihre schne ,natur auszubilden1 mu man dieses ,verhltnis jederzeit vor ,augen haben4 ,man wird ihr gesamtes moralisches ,gefhl und nicht ihr ,gedchtnis zu erweitern suchen1 und zwar nicht durch allgemeine ,regeln1 sondern durch einiges ,urteil ber das ,betragen1 welches sie um sich sehen4 ,die ,beispiele1 die man aus andern ,zeiten entlehnt1 um den ,einflu einzusehen1 den das schne ,geschlecht in die ,weltgeschfte gehabt hat1 die mancherlei ,verhltnisse1 darin es in andern ,zeitaltern oder in fremden ,landen gegen das mnnliche gestanden1 der ,charakter beider1 sofern er sich hiedurch erlutern lt1 und der vernderliche ,geschmack der ,vergngungen machen ihre ganze ,geschichte und ,geographie aus4 ,es ist schn1 da einem ,frauenzimmer der ,anblick einer ,karte1 die entweder den ganzen ,erdkreis oder die vornehmsten ,teile der ,welt vorstellt1 angenehm gemacht werde4 ,dieses geschieht dadurch1 da man sie nur in der ,absicht vorlegt1 um die unterschiedlichen ,charaktere der ,vlker1 die sie bewohnen1 die ,verschiedenheiten ihres ,geschmacks und sittlichen ,gefhls1 vornehmlich in ,ansehung der ,wirkung1 die diese auf die ,geschlechterverhltnisse haben1 dabei zu schildern1 mit einigen leichten ,erluterungen aus der ,verschiedenheit der ,himmelsstriche1 ihrer ,freiheit oder ,sklaverei4 ,es ist wenig daran gelegen1 ob sie die besonderen ,abteilungen dieser ,lnder1 ihr ,gewerbe1 ,macht und ,beherrscher wissen oder nicht4 ,ebenso werden sie von dem ,weltgebude nichts mehr zu kennen ntig haben1 als ntig ist1 den ,anblick des ,himmels an einem schnen ,abende ihnen rhrend zu machen1 wenn sie einigermaen begriffen haben1 da noch mehr ,welten und daselbst noch mehr schne ,geschpfe anzutreffen sind4 ,gefhl fr ,schildereien von ,ausdruck und fr die ,tonkunst1 nicht insofern sie ,kunst1 sondern ,empfindung uert1 alles dieses verfeinert oder erhebt den ,geschmack dieses ,geschlechts und hat jederzeit einige ,verknpfung mit sittlichen ,regungen4 ,niemals ein kalter und spekulativer ,unterricht1 jederzeit ,empfindungen1 und zwar die so nahe wie mglich bei ihrem ,geschlechtverhltnisse bleiben4 ,diese ,unterweisung ist darum so selten1 weil sie ,talente1 ,erfahrenheit und ein ,herz voll ,gefhl erfordert1 und jeder andern kann das ,frauenzimmer sehr wohl entbehren1 wie es denn auch ohne diese sich von selbst gemeiniglich sehr wohl ausbildet4 ,die ,tugend des ,frauenzimmers ist eine schne ,tugend47#h7 ,die des mnnlichen ,geschlechts soll eine edele ,tugend sein4 ,sie werden das ,bse vermeiden1 nicht weil es unrecht1 sondern weil es hlich ist1 und tugendhafte ,handlungen bedeuten bei ihnen solche1 die sittlich schn sind4 ,nichts von ,sollen1 nichts von ,mssen1 nichts von ,schuldigkeit4 ,das ,frauenzimmer ist aller ,befehle und alles mrrischen ,zwanges unleidlich4 ,sie tun etwas nur darum1 weil es ihnen so beliebt1 und die ,kunst besteht darin1 zu machen1 da ihnen nur dasjenige beliebe1 was gut ist4 ,ich glaube schwerlich1 da das schne ,geschlecht der ,grundstze fhig sei1 und ich hoffe dadurch nicht zu beleidigen1 denn diese sind auch uerst selten beim mnnlichen4 ,dafr aber hat die ,vorsehung in ihren ,busen gtige und wohlwollende ,empfindungen1 ein feines ,gefhl fr ,anstndigkeit und eine gefllige ,seele gegeben4 ,man fordere ja nicht ,aufopferungen und gromtigen ,selbstzwang4 ,ein ,mann mu es seiner ,frauen niemals sagen1 wenn er einen ,teil seines ,vermgens um einen ,freund in ,gefahr setzt4 ,warum will er ihre muntere ,gesprchigkeit fesseln1 dadurch1 da er ihr ,gemt mit einem wichtigen ,geheimnisse belstigt1 dessen ,aufbewahrung ihm allein obliegt8 ,selbst viele von ihren ,schwachheiten sind sozureden schne ,fehler4 ,beleidigung oder ,unglck bewegen ihre zarte ,seele zur ,wehmut4 ,der ,mann mu niemals andre als gromtige ,trnen weinen4 ,die1 so er in ,schmerzen oder ber ,glcksumstnde vergiet1 machen ihn verchtlich4 ,die ,eitelkeit1 die man dem schnen ,geschlechte so vielfltig vorrckt1 wofern sie ja an demselben ein ,fehler ist1 so ist sie nur ein schner ,fehler4 ,denn zu geschweigen1 da die ,mannspersonen1 die dem ,frauenzimmer so gerne schmeicheln1 bel daran sein wrden1 wenn dieses nicht geneigt wre1 es wohl aufzunehmen1 so beleben sie dadurch wirklich ihre ,reize4 ,diese ,neigung ist ein ,antrieb1 ,annehmlichkeiten und den guten ,anstand zu zeigen1 ihren munteren ,witz spielen zu lassen1 imgleichen durch die vernderlichen ,erfindungen des ,putzes zu schimmern und ihre ,schnheit zu erhhen4 ,hierin ist nun so gar nichts ,beleidigendes fr andere1 sondern vielmehr1 wenn es mit gutem ,geschmacke gemacht wird1 so viel ,artiges1 da es sehr ungezogen ist1 dagegen mit mrrischem ,tadel loszuziehen4 ,ein ,frauenzimmer1 das hierin gar zu flatterhaft und gaukelnd ist1 heit eine ,nrrin2 welcher ,ausdruck gleichwohl keine so harte ,bedeutung hat als mit vernderter ,endsilbe beim ,manne1 sogar da1 wenn man sich untereinander versteht1 es wohl bisweilen eine vertrauliche ,schmeichelei anzeigen kann4 ,wenn die ,eitelkeit ein ,fehler ist1 der an einem ,frauenzimmer sehr wohl ,entschuldigung verdient1 so ist das aufgeblasene ,wesen an ihnen nicht allein1 so wie an ,menschen berhaupt1 tadelhaft1 sondern verunstaltet gnzlich ihren ,geschlechtscharakter4 ,denn diese ,eigenschaft ist beraus dumm und hlich und dem einnehmenden bescheidenen ,reize gnzlich entgegengesetzt4 ,alsdann ist eine solche ,person in einer schlpfrigen ,stellung4 ,sie wird sich gefallen lassen mssen1 ohne alle ,nachsicht und scharf beurteilt zu werden2 denn wer auf ,hochachtung pocht1 fordert alles um sich zum ,tadel auf4 ,eine jede ,entdeckung1 auch des mindesten ,fehlers1 macht jedermann eine wahre ,freude1 und das ,wort ,nrrin verliert hier seine gemilderte ,bedeutung4 ,man mu ,eitelkeit und ,aufgeblasenheit jederzeit unterscheiden4 ,die erstere sucht ,beifall und ehrt gewissermaen diejenige1 um deren willen sie sich diese ,bemhung gibt1 die zweite glaubt sich schon in dem vlligen ,besitze desselben1 und indem sie keinen zu erwerben bestrebt1 so gewinnt sie auch keinen4 7#h7 ,diese wurde oben1 ,seite #ai1 in einem strengen ,urteil adoptierte ,tugend genannt2 hier1 da sie um des ,geschlechtscharakters willen eine gnstige ,rechtfertigung verdient1 heit sie berhaupt eine schne ,tugend4 ,wenn einige ,ingredienzien von ,eitelkeit ein ,frauenzimmer in den ,augen des mnnlichen ,geschlechts gar nicht verunzieren1 so dienen sie doch1 je sichtbarer sie sind1 um desto mehr1 das schne ,geschlecht untereinander zu veruneinigen4 ,sie beurteilen einander alsdann sehr scharf1 weil eine der anderen ,reize zu verdunkeln scheint1 und es sind auch wirklich diejenigen1 die noch starke ,anmaungen auf ,eroberung machen1 selten ,freundinnen voneinander im wahren ,verstande4 ,dem ,schnen ist nichts so sehr entgegengesetzt als der ,ekel1 so wie nichts tiefer unter das ,erhabene sinkt als das ,lcherliche4 ,daher kann einem ,manne kein ,schimpf empfindlicher sein1 als da er ein ,narr1 und einem ,frauenzimmer1 da sie ekelhaft genannt werde4 ,der englische ,zuschauer hlt dafr3 da einem ,manne kein ,vorwurf knne gemacht werden1 der krnkender sei1 als wenn er fr einen ,lgner1 und einem ,frauenzimmer kein bitterer1 als wenn sie fr unkeusch gehalten wird4 ,ich will dieses1 insofern es nach der ,strenge der ,moral beurteilt wird1 in seinem ,werte lassen4 ,allein hier ist die ,frage nicht1 was an sich selbst den grten ,tadel verdiene1 sondern was wirklich am allerhrtesten empfunden werde4 ,und da frage ich einen jeden ,leser1 ob1 wenn er sich in ,gedanken auf diesen ,fall setzt1 er nicht meiner ,meinung beistimmen msse4 ,die ,jungfer ,ninon ,lenclos machte nicht die mindesten ,ansprche auf die ,ehre der ,keuschheit1 und gleichwohl wrde sie unerbittlich beleidigt worden sein1 wenn einer ihrer ,liebhaber sich in seinem ,urteile so weit sollte vergangen haben2 und man wei das grausame ,schicksal des ,monaldeschi um eines beleidigenden ,ausdrucks willen von solcher ,art bei einer ,frstin1 die eben keine ,lukretia hat vorstellen wollen4 ,es ist unausstehlich1 da man nicht einmal sollte ,bses tun knnen1 wenn man gleich wollte1 weil auch die ,unterlassung desselben alsdann jederzeit nur eine sehr zweideutige ,tugend ist4 ,um von diesem ,ekelhaften sich so weit als mglich zu entfernen1 gehrt die ,reinlichkeit1 die zwar einem jeden ,menschen wohl ansteht1 bei dem schnen ,geschlechte unter die ,tugenden vom ersten ,range und kann schwerlich von demselben zu hoch getrieben werden1 da sie gleichwohl an einem ,manne bisweilen zum bermae steigt und alsdann lppisch wird4 ,die ,schamhaftigkeit ist ein ,geheimnis der ,natur1 sowohl einer ,neigung ,schranken zu setzen1 die sehr unbndig ist und1 indem sie den ,ruf der ,natur fr sich hat1 sich immer mit guten1 sittlichen ,eigenschaften zu vertragen scheint1 wenn sie gleich ausschweift4 ,sie ist demnach als ein ,supplement der ,grundstze hchst ntig2 denn es gibt keinen ,fall1 da die ,neigung so leicht zum ,sophisten wird1 gefllige ,grundstze zu erklgeln1 als hier4 ,sie dient aber auch zugleich1 um einen geheimnisvollen ,vorhang selbst vor die geziemendsten und ntigsten ,zwecke der ,natur zu ziehen1 damit die gar zu gemeine ,bekanntschaft mit denselben nicht ,ekel oder zum mindesten ,gleichgltigkeit veranlasse in ,ansehung der ,endabsichten eines ,triebes1 worauf die feinsten und lebhaftesten ,neigungen der menschlichen ,natur gepfropft sind4 ,diese ,eigenschaft ist dem schnen ,geschlecht vorzglich eigen und ihm sehr anstndig4 ,es ist auch eine plumpe und verchtliche ,ungezogenheit1 durch die ,art pbelhafter ,scherze1 welche man ,zoten nennt1 die zrtliche ,sittsamkeit desselben in ,verlegenheit oder ,unwillen zu setzen4 ,weil indessen1 man mag nun um das ,geheimnis so weit herumgehen1 als man immer will1 die ,geschlechterneigung doch allen den brigen ,reizen endlich zum ,grunde liegt1 und ein ,frauenzimmer immer als ein ,frauenzimmer der angenehme ,gegenstand einer wohlgesitteten ,unterhaltung ist1 so mchte daraus vielleicht zu erklren sein1 warum sonst artige ,mannspersonen sich bisweilen die ,freiheit nehmen1 durch den kleinen ,mutwillen ihrer ,scherze einige feine ,anspielungen durchscheinen zu lassen1 welche machen1 da man sie lose oder schalkhaft nennt1 und wo1 indem sie weder durch aussphende ,blicke beleidigen1 noch die ,achtung zu verletzen gedenken1 sie glauben berechtigt zu sein1 die ,person1 die es mit unwilliger oder sprder ,miene aufnimmt1 eine ,ehrbarkeitspedantin zu nennen4 ,ich fhre dieses nur an1 weil es gemeiniglich als ein etwas khner ,zug vom schnen ,umgange angesehen wird1 auch in der ,tat von jeher viel ,witz darauf ist verschwendet worden2 was aber das ,urteil nach moralischer ,strenge anlangt1 so gehrt das nicht hieher1 da ich in der ,empfindung des ,schnen nur die ,erscheinungen zu beobachten und zu erlutern habe4 ,die edlen ,eigenschaften dieses ,geschlechts1 welche jedoch1 wie wir schon angemerkt haben1 niemals das ,gefhl des ,schnen unkenntlich machen mssen1 kndigen sich durch nichts deutlicher und sicherer an als durch die ,bescheidenheit einer ,art von edler ,einfalt und ,naivett bei groen ,vorzgen4 ,aus derselben leuchtet eine ruhige ,wohlgewogenheit und ,achtung gegen andere hervor1 zugleich mit einem gewissen edlen ,zutrauen auf sich selbst und einer billigen ,selbstschtzung verbunden1 welche bei einer erhabenen ,gemtsart jederzeit anzutreffen ist4 ,indem diese feine ,mischung zugleich durch ,reize einnimmt und durch ,achtung rhrt1 so stellt sie alle brigen schimmernden ,eigenschaften wider den ,mutwillen des ,tadels und der ,spottsucht in ,sicherheit4 ,personen von dieser ,gemtsart haben auch ein ,herz zur ,freundschaft1 welches an einem ,frauenzimmer niemals kann hoch genug geschtzt werden1 weil es so gar selten ist und zugleich so beraus reizend sein mu4 ,da unsere ,absicht ist1 ber ,empfindungen zu urteilen1 so kann es nicht unangenehm sein1 die ,verschiedenheit des ,eindrucks1 den die ,gestalt und ,gesichtszge des schnen ,geschlechts auf das mnnliche machen1 womglich unter ,begriffe zu bringen4 ,diese ganze ,bezauberung ist im ,grunde ber den ,geschlechtertrieb verbreitet4 ,die ,natur verfolgt ihre groe ,absicht2 und alle ,feinigkeiten1 die sich hinzugesellen1 sie mgen nun so weit davon abzustehen scheinen1 wie sie wollen1 sind nur ,verbrmungen und entlehnen ihren ,reiz doch am ,ende aus derselben ,quelle4 ,ein gesunder und derber ,geschmack1 der sich jederzeit sehr nahe bei diesem ,triebe hlt1 wird durch die ,reize des ,anstandes1 der ,gesichtszge1 der ,augen usw4 usw4 an einem ,frauenzimmer wenig angefochten1 und indem er eigentlich nur aufs ,geschlecht geht1 so sieht er mehrenteils die ,delikatesse anderer als leere ,tndelei an4 ,wenn dieser ,geschmack gleich nicht fein ist1 so ist er deswegen doch nicht zu verachten4 ,denn der grte ,teil der ,menschen befolgt vermittelst desselben die groe ,ordnung der ,natur auf eine sehr einfltige und sichere ,art47#i7 ,dadurch werden die meisten ,ehen bewirkt1 und zwar von dem emsigsten ,teile des menschlichen ,geschlechts2 und indem der ,mann den ,kopf nicht von bezaubernden ,mienen1 schmachtenden ,augen1 edlem ,anstande usw4 usw4 voll hat1 auch nichts von allem diesem versteht1 so wird er desto aufmerksamer auf haushlterische ,tugenden1 ,sparsamkeit usw4 usw4 und auf das ,eingebrachte4 ,was den etwas feineren ,geschmack anlangt1 um dessentwillen es ntig sein mchte1 einen ,unterschied unter den uerlichen ,reizen des ,frauenzimmers zu machen1 so ist derselbe entweder auf das1 was in der ,gestalt und dem ,ausdrucke des ,gesichts moralisch ist1 oder auf das ,unmoralische geheftet4 ,ein ,frauenzimmer wird in ,ansehung der ,annehmlichkeiten von der letzteren ,art hbsch genannt4 ,ein proportionierlicher ,bau1 regelmige ,zge1 ,farben von ,auge und ,gesicht1 die zierlich abstechen1 lauter ,schnheiten1 die auch an einem ,blumenstraue gefallen und einen kalten ,beifall erwerben4 ,das ,gesicht selber sagt nichts1 ob es gleich hbsch ist1 und redet nicht zum ,herzen4 ,was den ,ausdruck der ,zge1 der ,augen und der ,mienen anlangt1 der moralisch ist1 so geht er entweder auf das ,gefhl des ,erhabenen oder des ,schnen4 ,ein ,frauenzimmer1 an welchem die ,annehmlichkeiten1 die ihrem ,geschlecht geziemen1 vornehmlich den moralischen ,ausdruck des ,erhabenen hervorstechen lassen1 heit schn im eigentlichen ,verstande1 diejenige1 deren moralische ,zeichnung1 sofern sie in den ,mienen oder ,gesichtszgen sich kennbar macht1 die ,eigenschaften des ,schnen ankndigt1 ist annehmlich und1 wenn sie es in einem hheren ,grade ist1 reizend4 ,die erstere lt unter einer ,miene von ,gelassenheit und einem edlen ,anstande den ,schimmer eines schnen ,verstandes aus bescheidenen ,blicken hervorspielen1 und indem sich in ihrem ,gesicht ein zrtlich ,gefhl und wohlwollend ,herz abmalt1 so bemchtigt sie sich sowohl der ,neigung als der ,hochachtung eines mnnlichen ,herzens4 ,die zweite zeigt ,munterkeit und ,witz in lachenden ,augen1 etwas feinen ,mutwillen1 das ,schkerhafte der ,scherze und schalkhafte ,sprdigkeit4 ,sie reizt1 wenn die erstere rhrt1 und das ,gefhl der ,liebe1 dessen sie fhig ist und welche sie anderen einflt1 ist flatterhaft1 aber schn1 dagegen die ,empfindung der ersteren zrtlich1 mit ,achtung verbunden und bestndig ist4 ,ich mag mich nicht in gar zu ausfhrliche ,zergliederungen von dieser ,art einlassen2 denn in solchen ,fllen scheint der ,verfasser jederzeit seine eigene ,neigung zu malen4 ,indessen berhre ich noch3 da der ,geschmack1 den viele ,damen an einer gesunden1 aber blassen ,farbe finden1 sich hier verstehen lasse4 ,denn diese begleitet gemeiniglich eine ,gemtsart von mehr innerem ,gefhl und zrtlicher ,empfindung1 welches zur ,eigenschaft des ,erhabenen gehrt1 dagegen die rote und blhende ,farbe weniger von der ersteren1 allein mehr von der frhlichen und muntern ,gemtsart ankndigt2 es ist aber der ,eitelkeit gemer1 zu rhren und zu fesseln1 als zu reizen und anzulocken4 ,es knnen dagegen ,personen ohne alles moralische ,gefhl und ohne einigen ,ausdruck1 der auf ,empfindungen deutete1 sehr hbsch sein1 allein sie werden weder rhren noch reizen1 es sei denn denjenigen derben ,geschmack1 von dem wir ,erwhnung getan haben1 welcher sich bisweilen etwas verfeinert und dann nach seiner ,art auch whlt4 ,es ist schlimm1 da dergleichen schne ,geschpfe leichtlich in den ,fehler der ,aufgeblasenheit verfallen durch das ,bewutsein der schnen ,figur1 die ihnen ihr ,spiegel zeigt1 und aus einem ,mangel feinerer ,empfindungen2 da sie dann alles gegen sich kaltsinnig machen1 den ,schmeichler ausgenommen1 der auf ,absichten ausgeht und ,rnke schmiedet4 7#i7 ,wie alle ,dinge in der ,welt auch ihre schlimme ,seite haben1 so ist bei diesem ,geschmacke nur zu bedauern1 da er leichter wie ein anderer in ,lderlichkeit ausartet4 ,denn weil das ,feuer1 das eine ,person entzndet hat1 eine jede andre wieder lschen kann1 so sind nicht genug ,schwierigkeiten da1 die eine unbndige ,neigung einschrnken knnten4 ,man kann nach diesen ,begriffen vielleicht etwas von der so verschiedenen ,wirkung verstehen1 die die ,gestalt ebendesselben ,frauenzimmers auf den ,geschmack der ,mnner tut4 ,dasjenige1 was in diesem ,eindrucke sich zu nahe auf den ,geschlechtertrieb bezieht und mit dem besondern wollstigen ,wahne1 darin sich eines jeden ,empfindung einkleidet1 einstimmig sein mag1 berhre ich nicht1 weil es auer dem ,bezirke des feinern ,geschmackes ist2 und es kann vielleicht richtig sein1 was der ,herr v4 ,buffon vermutet1 da diejenige ,gestalt1 die den ersten ,eindruck macht1 zu der ,zeit1 wenn dieser ,trieb noch neu ist und sich zu entwickeln anfngt1 das ,urbild bleibe1 worauf in der knftigen ,zeit alle weiblichen ,bildungen mehr oder weniger einschlagen mssen1 welche die phantastische ,sehnsucht rege machen knnen1 dadurch eine ziemlich grobe ,neigung unter den verschiedenen ,gegenstnden eines ,geschlechts zu whlen gentigt wird4 ,was den etwas feineren ,geschmack anlangt1 so behaupte ich1 da diejenige ,art von ,schnheit1 welche wir die hbsche ,gestalt genannt haben1 von allen ,mnnern ziemlich gleichfrmig beurteilt werde und da darber die ,meinungen nicht so verschieden seien1 wie man wohl gemeiniglich dafr hlt4 ,die zirkassischen und georgischen ,mdchen sind von allen ,europern1 die durch ihre ,lnder reisen1 jederzeit fr beraus hbsch gehalten worden4 ,die ,trken1 die ,araber1 die ,perser mssen wohl mit diesem ,geschmacke sehr einstimmig sein1 weil sie sehr begierig sind1 ihre ,vlkerschaft durch so feines ,blut zu verschnern1 und man merkt auch an1 da der persischen ,rasse dieses wirklich gelungen ist4 ,die ,kaufleute von ,indostan ermangeln gleichfalls nicht1 von einem boshaften ,handel mit so schnen ,geschpfen groen ,vorteil zu ziehen1 indem sie solche den leckerhaften ,reichen ihres ,landes zufhren1 und man sieht1 da1 so sehr auch der ,eigensinn des ,geschmacks in diesen verschiedenen ,weltgegenden abweichend sein mag1 dennoch dasjenige1 was einmal in einer derselben als vorzglich hbsch erkannt wird1 in allen brigen auch dafr gehalten werde4 ,wo aber sich in das ,urteil ber die feine ,gestalt dasjenige einmengt1 was in den ,zgen moralisch ist1 so ist der ,geschmack bei verschiedenen ,mannspersonen jederzeit sehr verschieden1 sowohl nachdem ihr sittliches ,gefhl selbst unterschieden ist1 als auch nach der verschiedenen ,bedeutung1 die der ,ausdruck des ,gesichts in eines jeden ,wahne haben mag4 ,man findet1 da diejenigen ,bildungen1 die beim ersten ,anblicke nicht sonderliche ,wirkung tun1 weil sie nicht auf eine entschiedene ,art hbsch sind1 gemeiniglich1 sobald sie bei nherer ,bekanntschaft zu gefallen anfangen1 auch weit mehr einnehmen und sich bestndig zu verschnern scheinen2 dagegen das hbsche ,ansehen1 was sich auf einmal ankndigt1 in der ,folge mit grerem ,kaltsinn wahrgenommen wird1 welches vermutlich daher kommt1 da moralische ,reize1 wo sie sichtbar werden1 mehr fesseln1 imgleichen weil sie sich nur bei ,gelegenheit sittlicher ,empfindungen in ,wirksamkeit setzen und sich gleichsam entdecken lassen1 jede ,entdeckung eines neuen ,reizes aber immer noch mehr derselben vermuten lt2 anstatt da alle ,annehmlichkeiten1 die sich gar nicht verhehlen1 nachdem sie gleich anfangs ihre ganze ,wirkung ausgebt haben1 in der ,folge nichts weiter tun knnen1 als den verliebten ,vorwitz abzukhlen und ihn allmhlich zur ,gleichgltigkeit zu bringen4 ,unter diesen ,beobachtungen bietet sich ganz natrlich folgende ,anmerkung dar4 ,das ganz einfltige und grobe ,gefhl in den ,geschlechterneigungen fhrt zwar sehr grade zum groen ,zwecke der ,natur1 und indem es ihre ,forderungen erfllt1 ist es geschickt1 die ,person selbst ohne ,umschweife glcklich zu machen1 allein um der groen ,allgemeinheit willen artet es leichtlich in ,ausschweifung und ,lderlichkeit aus4 ,an der anderen ,seite dient ein sehr verfeinigter ,geschmack zwar dazu1 einer ungestmen ,neigung die ,wildheit zu benehmen und1 indem er solche nur auf sehr wenig ,gegenstnde einschrnkt1 sie sittsam und anstndig zu machen1 allein sie verfehlt gemeiniglich die groe ,endabsicht der ,natur1 und da sie mehr fordert oder erwartet1 als diese gemeiniglich leistet1 so pflegt sie die ,person von so delikater ,empfindung sehr selten glcklich zu machen4 ,die erstere ,gemtsart wird ungeschlacht1 weil sie auf alle von einem ,geschlechte geht1 die zweite grblerisch1 indem sie eigentlich auf keinen geht1 sondern nur mit einem ,gegenstande beschftigt ist1 den die verliebte ,neigung sich in ,gedanken schafft und mit allen edlen und schnen ,eigenschaften ausziert1 welche die ,natur selten in einem ,menschen vereinigt und noch seltner demjenigen zufhrt1 der sie schtzen kann und der vielleicht eines solchen ,besitzes wrdig sein wrde4 ,daher entspringt der ,aufschub und endlich die vllige ,entsagung auf die eheliche ,verbindung1 oder1 welches vielleicht ebenso schlimm ist1 eine grmische ,reue nach einer getroffenen ,wahl1 welche die groen ,erwartungen nicht erfllt1 die man sich gemacht hatte2 denn nicht selten findet der sopische ,hahn eine ,perle1 welchem ein gemeines ,gerstenkorn besser wrde geziemt haben4 ,wir knnen hiebei berhaupt bemerken1 da1 so reizend auch die ,eindrcke des zrtlichen ,gefhls sein mgen1 man doch ,ursache habe in der ,verfeinigung desselben behutsam zu sein1 wofern wir uns nicht durch bergroe ,reizbarkeit nur viel ,unmut und eine ,quelle von bel erklgeln wollen4 ,ich mchte edleren ,seelen wohl vorschlagen1 das ,gefhl in ,ansehung der ,eigenschaften1 die ihnen selbst zukommen1 oder der ,handlungen1 die sie selber tun1 so sehr zu verfeineren1 als sie knnen1 dagegen in ,ansehung dessen1 was sie genieen oder von andern erwarten1 den ,geschmack in seiner ,einfalt zu erhalten3 wenn ich nur einshe1 wie dieses zu leisten mglich sei4 ,in dem ,falle aber1 da es anginge1 wrden sie andere glcklich machen und auch selbst glcklich sein4 ,es ist niemals aus den ,augen zu lassen3 da1 in welcher ,art es auch sei1 man keine sehr hohen ,ansprche auf die ,glckseligkeiten des ,lebens und die ,vollkommenheit der ,menschen machen msse2 denn derjenige1 welcher jederzeit nur etwas ,mittelmiges erwartet1 hat den ,vorteil1 da der ,erfolg selten seine ,hoffnung widerlegt1 dagegen bisweilen ihn auch wohl unvermutete ,vollkommenheiten berraschen4 ,allen diesen ,reizen droht endlich das ,alter1 der groe ,verwster der ,schnheit1 und es mssen1 wenn es nach der natrlichen ,ordnung gehen soll1 allmhlich die erhabenen und edlen ,eigenschaften die ,stelle der schnen einnehmen1 um eine ,person1 sowie sie nachlt liebenswrdig zu sein1 immer einer greren ,achtung wert zu machen4 ,meiner ,meinung nach sollte in der schnen ,einfalt1 die durch ein verfeinertes ,gefhl an allem1 was reizend und edel ist1 erhoben worden1 die ganze ,vollkommenheit des schnen ,geschlechts in der ,blte der ,jahre bestehen4 ,allmhlich1 sowie die ,ansprche auf ,reizungen nachlassen1 knnte das ,lesen der ,bcher und die ,erweiterung der ,einsicht unvermerkt die erledigte ,stelle der ,grazien durch die ,musen ersetzen1 und der ,ehemann sollte der erste ,lehrmeister sein4 ,gleichwohl1 wenn selbst die allem ,frauenzimmer so schreckliche ,epoche des ,altwerdens herankommt1 so gehrt es doch auch alsdann noch immer zum schnen ,geschlecht1 und es verunziert sich selbst1 wenn es in einer ,art von ,verzweiflung1 diesen ,charakter lnger zu erhalten1 sich einer mrrischen und grmischen ,laune berlt4 ,eine bejahrte ,person1 welche mit einem sittsamen und freundlichen ,wesen der ,gesellschaft beiwohnt1 auf eine muntere und vernnftige ,art gesprchig ist1 die ,vergngen der ,jugend1 darin sie selbst nicht ,anteil nimmt1 mit ,anstand begnstigt und1 indem sie fr alles sorgt1 ,zufriedenheit und ,wohlgefallen an der ,freude1 die um sie vorgeht1 verrt1 ist noch immer eine feinere ,person als ein ,mann in gleichem ,alter1 und vielleicht noch liebenswrdiger als ein ,mdchen1 wiewohl in einem anderen ,verstande4 ,zwar mchte die platonische ,liebe wohl etwas zu mystisch sein1 welche ein alter ,philosoph vorgab1 wenn er von dem ,gegenstande seiner ,neigung sagte3 ,die ,grazien residieren in ihren ,runzeln1 und meine ,seele scheint auf meinen ,lippen zu schweben1 wenn ich ihren welken ,mund ksse2 allein dergleichen ,ansprche mssen alsdann auch aufgegeben werden4 ,ein alter ,mann1 der verliebt tut1 ist ein ,geck1 und die hnlichen ,anmaungen des andern ,geschlechts sind alsdann ekelhaft4 ,an der ,natur liegt es niemals1 wenn wir nicht mit einem guten ,anstande erscheinen1 sondern daran1 da man sie verkehren will4 ,damit ich meinen ,text nicht aus den ,augen verliere1 so will ich noch einige ,betrachtungen ber den ,einflu anstellen1 den ein ,geschlecht aufs andere haben kann1 dessen ,gefhl zu verschneren oder zu veredlen4 ,das ,frauenzimmer hat ein vorzgliches ,gefhl fr das ,schne1 sofern es ihnen selbst zukommt1 aber fr das ,edle1 insoweit es am mnnlichen ,geschlechte angetroffen wird4 ,der ,mann dagegen hat ein entschiedenes ,gefhl fr das ,edle1 was zu seinen ,eigenschaften gehrt1 fr das ,schne aber1 insofern es an dem ,frauenzimmer anzutreffen ist4 ,daraus mu folgen1 da die ,zwecke der ,natur darauf gehen1 den ,mann durch die ,geschlechterneigung noch mehr zu veredlen und das ,frauenzimmer durch ebendieselbe noch mehr zu verschnern4 ,ein ,frauenzimmer ist darber wenig verlegen1 da sie gewisse hohe ,einsichten nicht besitzt1 da sie furchtsam und zu wichtigen ,geschften nicht auferlegt ist usw4 usw41 sie ist schn und nimmt ein1 und das ist genug4 ,dagegen fordert sie alle diese ,eigenschaften am ,manne1 und die ,erhabenheit ihrer ,seele zeigt sich nur darin1 da sie diese edlen ,eigenschaften zu schtzen wei1 sofern sie bei ihm anzutreffen sind4 ,wie wrde es sonst wohl mglich sein1 da so viel mnnliche ,fratzengesichter1 ob sie gleich ,verdienste besitzen mgen1 so artige und feine ,frauen bekommen knnten6 ,dagegen ist der ,mann viel delikater in ,ansehung der schnen ,reize des ,frauenzimmers4 ,er ist durch die feine ,gestalt desselben1 die muntere ,naivett und die reizende ,freundlichkeit genugsam schadlos gehalten wegen des ,mangels von ,bchergelehrsamkeit und wegen anderer ,mngel1 die er durch seine eigenen ,talente ersetzen mu4 ,eitelkeit und ,moden knnen wohl diesen natrlichen ,trieben eine falsche ,richtung geben und aus mancher ,mannsperson einen sen ,herren1 aus dem ,frauenzimmer aber eine ,pedantin oder ,amazone machen1 allein die ,natur sucht doch jederzeit zu ihrer ,ordnung zurckzufhren4 ,man kann daraus urteilen1 welche mchtigen ,einflsse die ,geschlechterneigung vornehmlich auf das mnnliche ,geschlecht haben knnte1 um es zu veredlen1 wenn anstatt vieler trockenen ,unterweisungen das moralische ,gefhl des ,frauenzimmers zeitig entwickelt wrde1 um dasjenige gehrig zu empfinden1 was zu der ,wrde und zu den erhabenen ,eigenschaften des anderen ,geschlechts gehrt1 und dadurch vorbereitet wrde1 den lppischen ,zieraffen mit ,verachtung anzusehen und sich keinen andern ,eigenschaften als den ,verdiensten zu ergeben4 ,es ist auch gewi1 da die ,gewalt ihrer ,reize dadurch berhaupt gewinnen wrde2 denn es zeigt sich1 da die ,bezauberung derselben mehrenteils nur auf edlere ,seelen wirke1 die anderen sind nicht fein genug1 sie zu empfinden4 ,ebenso sagte der ,dichter ,simonides1 als man ihm riet1 vor den ,thessaliern seine schnen ,gesnge hren zu lassen3 ,diese ,kerle sind zu dumm dazu1 als da sie von einem solchen ,manne1 wie ich bin1 knnten betrogen werden4 ,man hat es sonst schon als eine ,wirkung des ,umganges mit dem schnen ,geschlecht angesehen1 da die mnnlichen ,sitten sanfter1 ihr ,betragen artiger und geschliffener und ihr ,anstand zierlicher geworden2 allein dieses ist nur ein ,vorteil in der ,nebensache47#aj7 ,es liegt am meisten daran1 da der ,mann als ,mann vollkommner werde und die ,frau als ein ,weib1 d4 i4 da die ,triebfedern der ,geschlechterneigung dem ,winke der ,natur gem wirken1 den einen noch mehr zu veredlen und die ,eigenschaften der andren zu verschnern4 ,wenn alles aufs uerste kommt1 so wird der ,mann1 dreist auf seine ,verdienste1 sagen knnen3 ,wenn ihr mich gleich nicht liebt1 so will ich euch zwingen1 mich hochzuachten1 und das ,frauenzimmer1 sicher der ,macht ihrer ,reize1 wird antworten3 ,wenn ihr uns gleich nicht innerlich hochschtzet1 so zwingen wir euch doch1 uns zu lieben4 ,in ,ermangelung solcher ,grundstze sieht man ,mnner ,weiblichkeiten annehmen1 um zu gefallen1 und ,frauenzimmer bisweilen 7wiewohl viel seltner7 einen mnnlichen ,anstand knstlen1 um ,hochachtung einzuflen2 was man aber wider den ,dank der ,natur macht1 das macht man jederzeit sehr schlecht4 7#aj7 ,dieser ,vorteil selbst wird gar sehr gemindert durch die ,beobachtung1 welche man gemacht haben will1 da diejenigen ,mannspersonen1 welche zu frh und zu hufig in solchen ,gesellschaften eingeflochten sind1 denen das ,frauenzimmer den ,ton gibt1 gemeiniglich etwas lppisch werden und im mnnlichen ,umgange langweilig oder auch verchtlich sind1 weil sie den ,geschmack an einer ,unterhaltung verloren haben1 die zwar munter1 aber doch auch von wirklichem ,gehalt1 zwar scherzhaft1 aber auch durch ernsthafte ,gesprche ntzlich sein mu4 ,in dem ehelichen ,leben soll das vereinigte ,paar gleichsam eine einzige moralische ,person ausmachen1 welche durch den ,verstand des ,mannes und den ,geschmack der ,frauen belebt und regiert wird4 ,denn nicht allein1 da man jenem mehr auf ,erfahrung gegrndete ,einsicht1 diesem aber mehr ,freiheit und ,richtigkeit in der ,empfindung zutrauen kann1 so ist eine ,gemtsart1 je erhabener sie ist1 auch um desto geneigter1 die grte ,absicht der ,bemhungen in der ,zufriedenheit eines geliebten ,gegenstandes zu setzen1 und andererseits je schner sie ist1 desto mehr sucht sie durch ,geflligkeit diese ,bemhung zu erwidern4 ,es ist also in einem solchen ,verhltnisse ein ,vorzugsstreit lppisch und1 wo er sich ereignet1 das sicherste ,merkmal eines plumpen oder ungleich gepaarten ,geschmackes4 ,wenn es dahin kommt1 da die ,rede vom ,rechte des ,befehlshabers ist1 so ist die ,sache schon uerst verderbt2 denn wo die ganze ,verbindung eigentlich nur auf ,neigung errichtet ist1 da ist sie schon halb zerrissen1 sobald sich das ,sollen anfngt hren zu lassen4 ,die ,anmaung des ,frauenzimmers in diesem harten ,tone ist uerst hlich und des ,mannes im hchsten ,grade unedel und verchtlich4 ,indessen bringt es die weise ,ordnung der ,dinge so mit sich3 da alle diese ,feinigkeiten und ,zrtlichkeiten der ,empfindung nur im ,anfange ihre ganze ,strke haben1 in der ,folge aber durch ,gemeinschaft und husliche ,angelegenheiten allmhlich stumpfer werden und dann in vertrauliche ,liebe ausarten1 wo endlich die groe ,kunst darin besteht1 noch genugsame ,reste von jenen zu erhalten1 damit ,gleichgltigkeit und berdru nicht den ganzen ,wert des ,vergngens aufheben1 um dessentwillen es einzig und allein verlohnt hat1 eine solche ,verbindung einzugehen4 ,vierter ,abschnitt ,von den ,nationalcharaktern7#aa71 insofern sie auf dem unterschiedlichen ,gefhl des ,erhabenen und ,schnen beruhen 7#aa7 ,meine ,absicht ist gar nicht1 die ,charaktere der ,vlkerschaften ausfhrlich zu schildern1 sondern ich entwerfe nur einige ,zge1 die das ,gefhl des ,erhabenen und ,schnen an ihnen ausdrcken4 ,man kann leicht erachten1 da an dergleichen ,zeichnung nur eine leidliche ,richtigkeit knne verlangt werden1 da die ,urbilder davon nur in dem groen ,haufen derjenigen1 die auf ein feineres ,gefhl ,anspruch machen1 hervorstechen und da es keiner ,nation an ,gemtsarten fehle1 welche die vortrefflichsten ,eigenschaften von dieser ,art vereinbaren4 ,um deswillen kann der ,tadel1 der gelegentlich auf ein ,volk fallen mchte1 keinen beleidigen1 wie er denn von solcher ,natur ist1 da ein jeglicher ihn wie einen ,ball auf seinen ,nachbar schlagen kann4 ,ob diese ,nationalunterschiede zufllig seien und von den ,zeitluften und der ,regierungsart abhngen1 oder mit einer gewissen ,notwendigkeit an das ,klima gebunden seien1 das untersuche ich hier nicht4 ,unter den ,vlkerschaften unseres ,weltteils sind meiner ,meinung nach die ,italiener und ,franzosen diejenigen1 welche im ,gefhl des ,schnen1 die ,deutschen aber1 ,englnder und ,spanier1 die durch das ,gefhl des ,erhabenen sich unter allen brigen am meisten ausnehmen4 ,holland kann fr dasjenige ,land gehalten werden1 wo dieser feinere ,geschmack ziemlich unmerklich wird4 ,das ,schne selbst ist entweder bezaubernd und rhrend1 oder lachend und reizend4 ,das erstere hat etwas von dem ,erhabenen an sich1 und das ,gemt in diesem ,gefhl ist tiefsinnig und entzckt1 in dem ,gefhl der zweiten ,art aber lchlend und frhlich4 ,den ,italienern scheint die erstere1 den ,franzosen die zweite ,art des schnen ,gefhls vorzglich angemessen zu sein4 ,in dem ,nationalcharaktere1 der den ,ausdruck des ,erhabenen an sich hat1 ist dieses entweder das von der schreckhaften ,art1 das sich ein wenig zum ,abenteuerlichen neigt1 oder es ist ein ,gefhl fr das ,edle1 oder fr das ,prchtige4 ,ich glaube ,grnde zu haben1 das ,gefhl der ersteren ,art dem ,spanier1 der zweiten dem ,englnder und der dritten dem ,deutschen beilegen zu knnen4 ,das ,gefhl frs ,prchtige ist seiner ,natur nach nicht original1 so wie die brigen ,arten des ,geschmacks1 und obgleich ein ,nachahmungsgeist mit jedem andern ,gefhl kann verbunden sein1 so ist er doch dem fr das ,schimmernd-,erhabene mehr eigen1 denn es ist dieses eigentlich ein gemischtes ,gefhl aus dem des ,schnen und des ,edlen1 wo jedes1 fr sich betrachtet1 klter ist1 und daher das ,gemt frei genug ist1 bei der ,verknpfung desselben auf ,beispiele zu merken1 und auch deren ,antrieb vonnten hat4 ,der ,deutsche wird demnach weniger ,gefhl in ,ansehung des ,schnen haben1 als der ,franzose1 und weniger von demjenigen1 was auf das ,erhabene geht1 als der ,englnder1 aber in den ,fllen1 wo beides verbunden erscheinen soll1 wird es seinem ,gefhl mehr gem sein1 wie er denn auch die ,fehler glcklich vermeiden wird1 in die eine ausschweifende ,strke einer jeden dieser ,arten des ,gefhls allein geraten knnte4 ,ich berhre nur flchtig die ,knste und die ,wissenschaften1 deren ,wahl den ,geschmack der ,nationen besttigen kann1 welchen wir ihnen beigemessen haben4 ,das italienische ,genie hat sich vornehmlich in der ,tonkunst1 der ,malerei1 ,bildhauerkunst und der ,architektur hervorgetan4 ,alle diese schnen ,knste finden einen gleich feinen ,geschmack in ,frankreich fr sich1 obgleich die ,schnheit derselben hier weniger rhrend ist4 ,der ,geschmack in ,ansehung der dichterischen oder rednerischen ,vollkommenheit fllt in ,frankreich mehr in das ,schne1 in ,england mehr in das ,erhabene4 ,die feinen ,scherze1 das ,lustspiel1 die lachende ,satire1 das verliebte ,tndeln und die leicht und natrlich flieende ,schreibart sind dort original4 ,in ,england dagegen ,gedanken von tiefsinnigem ,inhalt1 das ,trauerspiel1 das epische ,gedicht und berhaupt schweres ,gold von ,witze1 welches unter franzsischem ,hammer zu dnnen ,blttchen von groer ,oberflche kann gedehnt werden4 ,in ,deutschland schimmert der ,witz noch sehr durch die ,folie4 ,ehedem war er schreiend1 durch ,beispiele aber und den ,verstand der ,nation ist er zwar reizender und edler geworden1 aber jenes mit weniger ,naivett1 dieses mit einem minder khnen ,schwunge als in den erwhnten ,vlkerschaften4 ,der ,geschmack der hollndischen ,nation an einer peinlichen ,ordnung und einer ,zierlichkeit1 die in ,bekmmernis und ,verlegenheit setzt1 lt auch wenig ,gefhl in ,ansehung der ungeknstelten und freien ,bewegungen des ,genies vermuten1 dessen ,schnheit durch die ngstliche ,verhtung der ,fehler nur wrde entstellt werden4 ,nichts kann allen ,knsten und ,wissenschaften mehr entgegen sein als ein abenteuerlicher ,geschmack1 weil dieser die ,natur verdreht1 welche das ,urbild alles ,schnen und ,edlen ist4 ,daher hat die spanische ,nation auch wenig ,gefhl fr die schnen ,knste und ,wissenschaften an sich gezeigt4 ,die ,gemtscharaktere der ,vlkerschaften sind am kenntlichsten bei demjenigen1 was an ihnen moralisch ist2 um deswillen wollen wir noch das verschiedene ,gefhl derselben in ,ansehung des ,erhabenen und ,schnen aus diesem ,gesichtspunkte in ,erwgung ziehen47#ab7 7#ab7 ,es ist kaum ntig1 da ich hier meine vorige ,entschuldigung wiederhole4 ,in jedem ,volke enthlt der feinste ,teil rhmliche ,charaktere von aller ,art1 und wen ein oder anderer ,tadel treffen sollte1 der wird1 wenn er fein genug ist1 seinen ,vorteil verstehen1 der daraus ankommt1 da er jeden andern seinem ,schicksale berlt1 sich selbst aber ausnimmt4 ,der ,spanier ist ernsthaft1 verschwiegen und wahrhaft4 ,es gibt wenig redlichere ,kaufleute in der ,welt als die spanischen4 ,er hat eine stolze ,seele und mehr ,gefhl fr groe als fr schne ,handlungen4 ,da in seiner ,mischung wenig von dem gtigen und sanften ,wohlwollen anzutreffen ist1 so ist er fters hart und auch wohl grausam4 ,das ,autodaf erhlt sich nicht sowohl durch den ,aberglauben1 als durch die abenteuerliche ,neigung der ,nation1 welche durch einen ehrwrdig-schrecklichen ,aufzug gerhrt wird1 worin es den mit ,teufelsgestalten bemalten ,san ,benito den ,flammen1 die eine wtende ,andacht entzndet hat1 berliefern sieht4 ,man kann nicht sagen1 der ,spanier sei hochmtiger oder verliebter als jemand aus einem andern ,volke1 allein er ist beides auf eine abenteuerliche ,art1 die seltsam und ungewhnlich ist4 ,den ,pflug stehen lassen und mit einem langen ,degen und ,mantel so lange auf dem ,ackerfelde spazieren1 bis der vorberreisende ,fremde vorbei ist1 oder in einem ,stiergefechte1 wo die ,schnen des ,landes einmal unverschleiert gesehen werden1 seine ,beherrscherin durch einen besonderen ,gru ankndigen und dann ihr zu ,ehren sich in einen gefhrlichen ,kampf mit einem wilden ,tiere wagen1 sind ungewhnliche und seltsame ,handlungen1 die von dem ,natrlichen weit abweichen4 ,der ,italiener scheint ein gemischtes ,gefhl zu haben von dem eines ,spaniers und dem eines ,franzosen2 mehr ,gefhl fr das ,schne als der erstere und mehr fr das ,erhabene als der letztere4 ,auf diese ,art knnen1 wie ich meine1 die brigen ,zge seines moralischen ,charakters erklrt werden4 ,der ,franzose hat ein herrschendes ,gefhl fr das moralisch ,schne4 ,er ist artig1 hflich und gefllig4 ,er wird sehr geschwinde vertraulich1 ist scherzhaft und frei im ,umgange1 und der ,ausdruck ein ,mann oder eine ,dame von gutem ,tone hat nur eine verstndliche ,bedeutung fr den1 der das artige ,gefhl eines ,franzosen erworben hat4 ,selbst seine erhabenen ,empfindungen1 deren er nicht wenige hat1 sind dem ,gefhle des ,schnen untergeordnet und bekommen nur ihre ,strke durch die ,zusammenstimmung mit dem letzteren4 ,er ist sehr gerne witzig und wird einem ,einfalle ohne ,bedenken etwas von der ,wahrheit aufopfern4 ,dagegen1 wo man nicht witzig sein kann7#ac71 zeigt er ebensowohl grndliche ,einsicht als jemand aus irgendeinem andern ,volke1 z4 ,e4 in der ,mathematik und in den brigen trockenen oder tiefsinnigen ,knsten und ,wissenschaften4 ,ein ,bonmot hat bei ihm nicht den flchtigen ,wert als anderwrts1 es wird begierig verbreitet und in ,bchern aufbehalten1 wie die wichtigste ,begebenheit4 ,er ist ein ruhiger ,brger und rcht sich wegen der ,bedrckungen der ,generalpchter durch ,satiren1 oder durch ,parlaments-,remonstrationen1 welche1 nachdem sie ihrer ,absicht gem den ,vtern des ,volks ein schnes patriotisches ,ansehen gegeben haben1 nichts weiter tun1 als da sie durch eine rhmliche ,verweisung gekrnt und in sinnreichen ,lobgedichten besungen werden4 ,der ,gegenstand1 auf welchen sich die ,verdienste und ,nationalfhigkeiten dieses ,volks am meisten beziehen1 ist das ,frauenzimmer47#ad7 ,nicht1 als wenn es hier mehr als anderwrts geliebt oder geschtzt wrde1 sondern weil es die beste ,veranlassung gibt1 die beliebtesten ,talente des ,witzes1 der ,artigkeit und der guten ,manieren in ihrem ,lichte zu zeigen2 brigens liebt eine eitele ,person eines jeden ,geschlechts jederzeit nur sich selbst2 die andere ist blo ihr ,spielwerk4 ,da es den ,franzosen an edlen ,eigenschaften gar nicht gebricht1 nur da diese durch die ,empfindung des ,schnen allein knnen belebt werden1 so wrde das schne ,geschlecht hier einen mchtigern ,einflu haben knnen1 die edelsten ,handlungen des mnnlichen zu erwecken und rege zu machen1 als irgend sonst in der ,welt1 wenn man bedacht wre1 diese ,richtung des ,nationalgeistes ein wenig zu begnstigen4 ,es ist schade1 da die ,lilien nicht spinnen4 7#ac7 ,in der ,metaphysik1 der ,moral und den ,lehren der ,religion kann man bei den ,schriften dieser ,nation nicht behutsam genug sein4 ,es herrscht darin gemeiniglich viel schnes ,blendwerk1 welches in einer kalten ,untersuchung die ,probe nicht hlt4 ,der ,franzose liebt das ,khne in seinen ,aussprchen2 allein1 um zur ,wahrheit zu gelangen1 mu man nicht khn1 sondern behutsam sein4 ,in der ,geschichte hat er gerne ,anekdoten1 denen nichts weiter fehlt1 als da zu wnschen ist1 da sie nur wahr wren4 7#ad7 ,das ,frauenzimmer gibt in ,frankreich allen ,gesellschaften und allem ,umgange den ,ton4 ,nun ist wohl nicht zu leugnen1 da die ,gesellschaften ohne das schne ,geschlecht ziemlich schmacklos und langweilig sind2 allein wenn die ,dame darin den schnen ,ton angibt1 so sollte der ,mann seinerseits den edlen angeben4 ,widrigenfalls wird der ,umgang ebensowohl langweilig1 aber aus einem entgegengesetzten ,grunde3 weil nichts so sehr verekelt als lauter ,sigkeit4 ,nach dem franzsischen ,geschmacke heit es nicht3 ,ist der ,herr zu ,hause81 sondern3 ,ist ,madame zu ,hause8 ,madame ist vor der ,toilette1 ,madame hat ,vapeurs 7eine ,art schner ,grillen72 kurz1 mit ,madame und von ,madame beschftigen sich alle ,unterredungen und alle ,lustbarkeiten4 ,indessen ist das ,frauenzimmer dadurch gar nicht mehr geehrt4 ,ein ,mensch1 welcher tndelt1 ist jederzeit ohne ,gefhl sowohl der wahren ,achtung als auch der zrtlichen ,liebe4 ,ich mchte wohl1 um wer wei wieviel1 dasjenige nicht gesagt haben1 was ,rousseau so verwegen behauptet3 da ein ,frauenzimmer niemals etwas mehr als ein groes ,kind werde4 ,allein der scharfsichtige ,schweizer schrieb dieses in ,frankreich1 und vermutlich empfand er es als ein so groer ,verteidiger des schnen ,geschlechts mit ,entrstung1 da man demselben nicht mit mehr wirklicher ,achtung daselbst begegnet4 ,der ,fehler1 woran dieser ,nationalcharakter am nchsten grenzt1 ist das ,lppische oder1 mit einem hflicheren ,ausdrucke das ,leichtsinnige4 ,wichtige ,dinge werden als ,spae behandelt1 und ,kleinigkeiten dienen zur ernsthaftesten ,beschftigung4 ,im ,alter singt der ,franzose alsdann noch lustige ,lieder und ist1 soviel er kann1 auch galant gegen das ,frauenzimmer4 ,bei diesen ,anmerkungen habe ich groe ,gewhrsmnner aus ebenderselben ,vlkerschaft auf meiner ,seite und ziehe mich hinter einen ,montesquieu und d',alembert1 um wider jenen besorglichen ,unwillen sicher zu sein4 ,der ,englnder ist im ,anfange einer jeden ,bekanntschaft kaltsinnig und gegen einen ,fremden gleichgltig4 ,er hat wenig ,neigung zu kleinen ,geflligkeiten2 dagegen wird er1 sobald er ein ,freund ist1 zu groen ,dienstleistungen auferlegt4 ,er bemht sich wenig1 im ,umgange witzig zu sein oder einen artigen ,anstand zu zeigen1 dagegen ist er verstndig und gesetzt4 ,er ist ein schlechter ,nachahmer1 frgt nicht viel darnach1 was andere urteilen1 und folgt lediglich seinem eigenen ,geschmacke4 ,er ist in ,verhltnis auf das ,frauenzimmer nicht von franzsischer ,artigkeit1 aber bezeigt gegen dasselbe weit mehr ,achtung und treibt diese vielleicht zu weit1 indem er im ,ehestande seiner ,frauen gemeiniglich ein unumschrnktes ,ansehen einrumt4 ,er ist standhaft1 bisweilen bis zur ,hartnckigkeit1 khn und entschlossen1 oft bis zur ,vermessenheit1 und handelt nach ,grundstzen gemeiniglich bis zum ,eigensinne4 ,er wird leichtlich ein ,sonderling1 nicht aus ,eitelkeit1 sondern weil er sich wenig um andre bekmmert und seinem ,geschmacke aus ,geflligkeit oder ,nachahmung nicht leichtlich ,gewalt tut2 um deswillen wird er selten so sehr geliebt als der ,franzose1 aber1 wenn er gekannt ist1 gemeiniglich mehr hochgeachtet4 ,der ,deutsche hat ein gemischtes ,gefhl aus dem eines ,englnders und dem eines ,franzosen1 scheint aber dem ersteren am nchsten zu kommen1 und die grere hnlichkeit mit dem letzteren ist nur geknstelt und nachgeahmt4 ,er hat eine glckliche ,mischung in dem ,gefhle sowohl des ,erhabenen und des ,schnen2 und wenn er in dem ersteren es nicht einem ,englnder1 im zweiten aber dem ,franzosen nicht gleichtut1 so bertrifft er sie beide1 insofern er sie verbindet4 ,er zeigt mehr ,geflligkeit im ,umgange als der erstere1 und wenn er gleich nicht so viel angenehme ,lebhaftigkeit und ,witz in die ,gesellschaft bringt1 als der ,franzose1 so uert er doch darin mehr ,bescheidenheit und ,verstand4 ,er ist1 sowie in aller ,art des ,geschmacks1 also auch in der ,liebe ziemlich methodisch1 und indem er das ,schne mit dem ,edlen verbindet1 so ist er in der ,empfindung beider kalt genug1 um seinen ,kopf mit den berlegungen des ,anstandes1 der ,pracht und des ,aufsehens zu beschftigen4 ,daher sind ,familie1 ,titel und ,rang bei ihm sowohl im brgerlichen ,verhltnisse als in der ,liebe ,sachen von groer ,bedeutung4 ,er frgt weit mehr als die vorigen darnach1 was die ,leute von ihm urteilen mchten1 und wo etwas in seinem ,charakter ist1 das den ,wunsch einer ,hauptverbesserung rege machen knnte1 so ist es diese ,schwachheit1 nach welcher er sich nicht erkhnt1 original zu sein1 ob er gleich dazu alle ,talente hat1 und da er sich zu viel mit der ,meinung anderer einlt1 welches den sittlichen ,eigenschaften alle ,haltung nimmt1 indem es sie wetterwendisch und falsch geknstelt macht4 ,der ,hollnder ist von einer ordentlichen und emsigen ,gemtsart1 und indem er lediglich auf das ,ntzliche sieht1 so hat er wenig ,gefhl fr dasjenige1 was im feineren ,verstande schn oder erhaben ist4 ,ein groer ,mann bedeutet bei ihm ebensoviel als ein reicher ,mann1 unter dem ,freunde versteht er seinen ,korrespondenten1 und ein ,besuch ist ihm sehr langweilig1 der ihm nichts einbringt4 ,er macht den ,kontrast sowohl gegen den ,franzosen als den ,englnder und ist gewissermaen ein sehr phlegmatisierter ,deutscher4 ,wenn wir den ,versuch dieser ,gedanken in irgendeinem ,falle anwenden1 um z4 ,e4 das ,gefhl der ,ehre zu erwgen1 so zeigen sich folgende ,nationalunterschiede4 ,die ,empfindung fr die ,ehre ist am ,franzosen ,eitelkeit1 an dem ,spanier ,hochmut1 an dem ,englnder ,stolz1 an dem ,deutschen ,hoffart und an dem ,hollnder ,aufgeblasenheit4 ,diese ,ausdrcke scheinen beim ersten ,anblicke einerlei zu bedeuten1 allein sie bemerken nach dem ,reichtum unserer deutschen ,sprache sehr kenntliche ,unterschiede4 ,die ,eitelkeit buhlt um ,beifall1 ist flatterhaft und vernderlich1 ihr ueres ,betragen aber ist hflich4 ,der ,hochmtige ist voll von flschlich eingebildeten groen ,vorzgen und bewirbt sich nicht viel um den ,beifall anderer1 seine ,auffhrung ist steif und hochtrabend4 ,der ,stolz ist eigentlich nur ein greres ,bewutsein seines eigenen ,wertes1 der fters sehr richtig sein kann 7um deswillen er auch bisweilen ein edler ,stolz heit2 niemals aber kann ich jemanden einen edlen ,hochmut beilegen1 weil dieser jederzeit eine unrichtige und bertriebene ,selbstschtzung anzeigt71 das ,betragen des ,stolzen gegen andere ist gleichgltig und kaltsinnig4 ,der ,hoffrtige ist ein ,stolzer1 der zugleich eitel ist47#ae7 ,der ,beifall aber1 den er bei andern sucht1 besteht in ,ehrenbezeugungen4 ,daher schimmert er gerne durch ,titel1 ,ahnenregister und ,geprnge4 ,der ,deutsche ist vornehmlich von dieser ,schwachheit angesteckt4 ,die ,wrter3 ,gndig1 ,hochgeneigt1 ,hoch- und ,wohlgeb4 und dergleichen ,bombast mehr1 machen seine ,sprache steif und ungewandt und verhindern gar sehr die schne ,einfalt1 welche andere ,vlker ihrer ,schreibart geben knnen4 ,das ,betragen eines ,hoffrtigen in dem ,umgange ist ,zeremonie4 ,der ,aufgeblasene ist ein ,hochmtiger1 welcher deutliche ,merkmale der ,verachtung anderer in seinem ,betragen uert4 ,in der ,auffhrung ist er grob4 ,diese elende ,eigenschaft entfernt sich am weitesten vom feineren ,geschmacke1 weil sie offenbar dumm ist2 denn das ist gewi nicht das ,mittel1 dem ,gefhl fr ,ehre ein ,gnge zu leisten1 da man durch offenbare ,verachtung alles um sich zum ,hasse und zur beienden ,sptterei auffordert4 ,in der ,liebe haben der ,deutsche und der ,englnder einen ziemlich guten ,magen1 etwas fein von ,empfindung1 mehr aber von gesundem und derbem ,geschmacke4 ,der ,italiener ist in diesem ,punkte grblerisch1 der ,spanier phantastisch1 der ,franzose vernascht4 7#ae7 ,es ist nicht ntig1 da ein ,hoffrtiger zugleich hochmtig sei1 d4 h4 sich eine bertriebene1 falsche ,einbildung von seinen ,vorzgen mache1 sondern er kann vielleicht sich nicht hher schtzen1 als er wert ist1 er hat aber nur einen falschen ,geschmack1 diesen seinen ,wert uerlich geltend zu machen4 ,die ,religion unseres ,weltteils ist nicht die ,sache eines eigenwilligen ,geschmacks1 sondern von ehrwrdigerem ,ursprunge4 ,daher knnen auch nur die ,ausschweifungen in derselben und das1 was darin den ,menschen eigentmlich angehrt1 ,zeichen von den verschiedenen ,nationaleigenschaften abgeben4 ,ich bringe diese ,ausschweifungen unter folgende ,hauptbegriffe3 ,leichtglubigkeit 7,credulitt71 ,aberglaube 7,superstition71 ,schwrmerei 7,fanaticism7 und ,gleichgltigkeit 7,indifferentism74 ,leichtglubig ist mehrenteils der unwissende ,teil einer jeden ,nation1 ob er gleich kein merkliches feineres ,gefhl hat4 ,die berredung kommt lediglich auf das ,hrensagen und das scheinbare ,ansehen an1 ohne da einige ,art des feinern ,gefhls dazu die ,triebfeder enthielte4 ,die ,beispiele ganzer ,vlker von dieser ,art mu man im ,norden suchen4 ,der ,leichtglubige1 wenn er von abenteuerlichem ,geschmack ist1 wird aberglubisch4 ,dieser ,geschmack ist sogar an sich selbst ein ,grund1 etwas leichter zu glauben7#af71 und von zwei ,menschen1 deren der eine von diesem ,gefhl angesteckt1 der andere aber von kalter und gemigter ,gemtsart ist1 wird der erstere1 wenn er gleich wirklich mehr ,verstand hat1 dennoch durch seine herrschende ,neigung eher verleitet werden1 etwas ,unnatrliches zu glauben1 als der andere1 welchen nicht seine ,einsicht1 sondern sein gemeines und phlegmatisches ,gefhl vor dieser ,ausschweifung bewahrt4 ,der ,aberglubische in der ,religion stellt zwischen sich und dem hchsten ,gegenstande der ,verehrung gerne gewisse mchtige und erstaunliche ,menschen1 ,riesen sozureden der ,heiligkeit1 denen die ,natur gehorcht und deren beschwrende ,stimme die eisernen ,tore des ,tartarus auf- oder zuschliet1 die1 indem sie mit ihrem ,haupte den ,himmel berhren1 ihren ,fu noch auf der niederen ,erde stehen haben4 ,die ,unterweisung der gesunden ,vernunft wird demnach in ,spanien groe ,hindernisse zu berwinden haben1 nicht darum1 weil sie die ,unwissenheit daselbst zu vertreiben hat1 sondern weil ein seltsamer ,geschmack ihr entgegensteht1 welchem das ,natrliche gemein ist und der niemals glaubt1 in einer erhabenen ,empfindung zu sein1 wenn sein ,gegenstand nicht abenteuerlich ist4 ,die ,schwrmerei ist sozusagen eine andchtige ,vermessenheit und wird durch einen gewissen ,stolz und ein gar zu groes ,zutrauen zu sich selbst veranlat1 um den himmlischen ,naturen nherzutreten und sich durch einen erstaunlichen ,flug ber die gewhnliche und vorgeschriebene ,ordnung zu erheben4 ,der ,schwrmer redet nur von unmittelbarer ,eingebung und vom beschaulichen ,leben1 indessen da der ,aberglubische vor den ,bildern groer wunderttiger ,heiligen ,gelbde tut und sein ,zutrauen auf die eingebildeten und unnachahmlichen ,vorzge anderer ,personen von seiner eigenen ,natur setzt4 ,selbst die ,ausschweifungen fhren1 wie wir oben bemerkt haben1 ,zeichen des ,nationalgefhls bei sich1 und so ist der ,fanaticismus7#ag7 wenigstens in den vorigen ,zeiten am meisten in ,deutschland und ,england anzutreffen gewesen und ist gleichsam ein unnatrlicher ,auswuchs des edlen ,gefhls1 welches zu dem ,charakter dieser ,vlker gehrt1 und berhaupt bei weitem nicht so schdlich als die aberglubische ,neigung1 wenn er gleich im ,anfange ungestm ist1 weil die ,erhitzung eines schwrmerischen ,geistes allmhlich verkhlt und seiner ,natur nach endlich zur ordentlichen ,migung gelangen mu1 anstatt da der ,aberglaube sich in einer ruhigen und leidenden ,gemtsbeschaffenheit unvermerkt tiefer einwurzelt und dem gefesselten ,menschen das ,zutrauen gnzlich benimmt1 sich von einem schdlichen ,wahne jemals zu befreien4 ,endlich ist ein ,eiteler und ,leichtsinniger jederzeit ohne strkeres ,gefhl fr das ,erhabene1 und seine ,religion ist ohne ,rhrung1 mehrenteils nur eine ,sache der ,mode1 welche er mit aller ,artigkeit begeht und kalt bleibt4 ,dieses ist der praktische ,indifferentismus1 zu welchem der franzsische ,nationalgeist am meisten geneigt zu sein scheint1 wovon bis zur frevelhaften ,sptterei nur ein ,schritt ist1 und der im ,grunde1 wenn auf den inneren ,wert gesehen wird1 vor einer gnzlichen ,absagung wenig voraushat4 7#af7 ,man hat sonst bemerkt1 da die ,englnder als ein so kluges ,volk gleichwohl leichtlich durch eine dreiste ,ankndigung einer wunderlichen und ungereimten ,sache knnen berckt werden1 sie anfnglich zu glauben2 wovon man viele ,beispiele hat4 ,allein eine khne ,gemtsart1 vorbereitet durch verschiedene ,erfahrungen1 in welchen manche seltsamen ,dinge gleichwohl wahr befunden worden1 bricht geschwinde durch die kleinen ,bedenklichkeiten1 von denen ein schwacher und mitrauischer ,kopf bald aufgehalten wird und so ohne sein ,verdienst bisweilen vor dem ,irrtum verwahrt wird4 7#ag7 ,der ,fanaticism mu vom ,enthusiasmus jederzeit unterschieden werden4 ,jener glaubt eine unmittelbare und auerordentliche ,gemeinschaft mit einer hheren ,natur zu fhlen1 dieser bedeutet den ,zustand des ,gemts1 da dasselbe durch irgendeinen ,grundsatz ber den geziemenden ,grad erhitzt worden1 es sei nun durch die ,maxime der patriotischen ,tugend1 oder der ,freundschaft1 oder der ,religion1 ohne da hiebei die ,einbildung einer bernatrlichen ,gemeinschaft etwas zu schaffen hat4 ,gehen wir mit einem flchtigen ,blicke noch die anderen ,weltteile durch1 so treffen wir den ,araber als den edelsten ,menschen im ,oriente an1 doch von einem ,gefhl1 welches sehr in das ,abenteuerliche ausartet4 ,er ist gastfrei1 gromtig und wahrhaft2 allein seine ,erzhlung und ,geschichte und berhaupt seine ,empfindung ist jederzeit mit etwas ,wunderbarem durchflochten4 ,seine erhitzte ,einbildungskraft stellt ihm die ,sachen in unnatrlichen und verzogenen ,bildern dar1 und selbst die ,ausbreitung seiner ,religion war ein groes ,abenteuer4 ,wenn die ,araber gleichsam die ,spanier des ,orients sind1 so sind die ,perser die ,franzosen von ,asien4 ,sie sind gute ,dichter1 hflich und von ziemlich feinem ,geschmacke4 ,sie sind nicht so strenge ,befolger des ,islam und erlauben ihrer zur ,lustigkeit aufgelegten ,gemtsart eine ziemlich milde ,auslegung des ,koran4 ,die ,japoneser knnten gleichsam als die ,englnder dieses ,weltteils angesehen werden1 aber kaum in einer andern ,eigenschaft als ihrer ,standhaftigkeit1 die bis zur uersten ,halsstarrigkeit ausartet1 ihrer ,tapferkeit und ,verachtung des ,todes4 brigens zeigen sie wenig ,merkmale eines feineren ,gefhls an sich4 ,die ,indianer haben einen herrschenden ,geschmack von ,fratzen von derjenigen ,art1 die ins ,abenteuerliche einschlgt4 ,ihre ,religion besteht aus ,fratzen4 ,gtzenbilder von ungeheurer ,gestalt1 der unschtzbare ,zahn des mchtigen ,affen ,hanuman1 die unnatrlichen ,bungen der ,fakirs 7heidnischer ,bettelmnche7 usw4 sind in diesem ,geschmacke4 ,die willkrliche ,aufopferung der ,weiber in ebendemselben ,scheiterhaufen1 der die ,leiche ihres ,mannes verzehrt1 ist ein scheuliches ,abenteuer4 ,welche lppische ,fratzen enthalten nicht die weitschichtigen und ausstudierten ,komplimente der ,chineser2 selbst ihre ,gemlde sind fratzenhaft und stellen wunderliche und unnatrliche ,gestalten vor1 dergleichen nirgend in der ,welt anzutreffen sind4 ,sie haben auch ehrwrdige ,fratzen1 darum1 weil sie von uraltem ,gebrauch sind7#ah71 und keine ,vlkerschaft in der ,welt hat deren mehr als diese4 7#ah7 ,man begeht noch in ,peking die ,zeremonie1 bei einer ,sonnen- oder ,mondfinsternis durch groes ,gerusch den ,drachen zu verjagen1 der diese ,himmelskrper verschlingen will1 und behlt einen elenden ,gebrauch aus den ltesten ,zeiten der ,unwissenheit bei1 ob man gleich jetzt besser belehrt ist4 ,die ,negers von ,afrika haben von der ,natur kein ,gefhl1 welches ber das ,lppische stiege4 ,herr ,hume fordert jedermann auf1 ein einziges ,beispiel anzufhren1 da ein ,neger ,talente gewiesen habe1 und behauptet3 da unter den ,hunderttausenden von ,schwarzen1 die aus ihren ,lndern anderwrts verfhrt werden1 obgleich deren sehr viele auch in ,freiheit gesetzt werden1 dennoch nicht ein einziger jemals gefunden worden1 der entweder in ,kunst oder ,wissenschaft oder irgendeiner andern rhmlichen ,eigenschaft etwas ,groes vorgestellt habe1 obgleich unter den ,weien sich bestndig welche aus dem niedrigsten ,pbel emporschwingen und durch vorzgliche ,gaben in der ,welt ein ,ansehen erwerben4 ,so wesentlich ist der ,unterschied zwischen diesen zwei ,menschengeschlechtern1 und er scheint ebenso gro in ,ansehung der ,gemtsfhigkeiten als der ,farbe nach zu sein4 ,die unter ihnen weit ausgebreitete ,religion der ,fetische ist vielleicht eine ,art von ,gtzendienst1 welcher so tief ins ,lppische sinkt1 als es nur immer von der menschlichen ,natur mglich zu sein scheint4 ,eine ,vogelfeder1 ein ,kuhhorn1 eine ,muschel oder jede andere gemeine ,sache1 sobald sie durch einige ,worte eingeweiht worden1 ist ein ,gegenstand der ,verehrung und der ,anrufung in ,eidschwren4 ,die ,schwarzen sind sehr eitel1 aber auf ,negerart1 und so plauderhaft1 da sie mit ,prgeln mssen auseinandergejagt werden4 ,unter allen ,wilden ist keine ,vlkerschaft1 welche einen so erhabenen ,gemtscharakter an sich zeigte1 als die von ,nordamerika4 ,sie haben ein starkes ,gefhl fr ,ehre1 und indem sie1 um sie zu erjagen1 wilde ,abenteuer ,hunderte von ,meilen weit aufsuchen1 so sind sie noch uerst aufmerksam1 den mindesten ,abbruch derselben zu verhten1 wenn ihr ebenso harter ,feind1 nachdem er sie ergriffen hat1 durch grausame ,qualen feige ,seufzer von ihnen zu erzwingen sucht4 ,der kanadische ,wilde ist brigens wahrhaft und redlich4 ,die ,freundschaft1 die er errichtet1 ist ebenso abenteuerlich und enthusiastisch1 als was jemals aus den ltesten und fabelhaften ,zeiten davon gemeldet worden4 ,er ist uerst stolz1 empfindet den ganzen ,wert der ,freiheit und erduldet selbst in der ,erziehung keine ,begegnung1 welche ihm eine niedrige ,unterwerfung empfinden liee4 ,lykurgus hat wahrscheinlicherweise eben dergleichen ,wilden ,gesetze gegeben1 und wenn ein ,gesetzgeber unter den sechs ,nationen aufstnde1 so wrde man eine spartanische ,republik sich in der neuen ,welt erheben sehen2 wie denn die ,unternehmung der ,argonauten von den ,kriegeszgen dieser ,indianer wenig unterschieden ist1 und ,jason vor dem ,attakakullakulla nichts als die ,ehre eines griechischen ,namens voraushat4 ,alle diese ,wilden haben wenig ,gefhl fr das ,schne im moralischen ,verstande1 und die gromtige ,vergebung einer ,beleidigung1 die zugleich edel und schn ist1 ist als ,tugend unter den ,wilden vllig unbekannt1 sondern wird wie eine elende ,feigheit verachtet4 ,tapferkeit ist das grte ,verdienst des ,wilden1 und ,rache seine seste ,wollust4 ,die brigen ,eingebornen dieses ,weltteils zeigen wenig ,spuren eines ,gemtscharakters1 welcher zu feineren ,empfindungen aufgelegt wre1 und eine auerordentliche ,fhllosigkeit macht das ,merkmal dieser ,menschengattungen aus4 ,betrachten wir das ,geschlechterverhltnis in diesen ,weltteilen1 so finden wir1 da der ,europer einzig und allein das ,geheimnis gefunden hat1 den sinnlichen ,reiz einer mchtigen ,neigung mit so viel ,blumen zu schmcken und mit so viel ,moralischem zu durchflechten1 da er die ,annehmlichkeiten desselben nicht allein beraus erhht1 sondern auch sehr anstndig gemacht hat4 ,der ,bewohner des ,orients ist in diesem ,punkte von sehr falschem ,geschmacke4 ,indem er keinen ,begriff hat von dem sittlich ,schnen1 das mit diesem ,triebe kann verbunden werden1 so bt er auch sogar den ,wert des sinnlichen ,vergngens ein1 und sein ,harem ist ihm eine bestndige ,quelle von ,unruhe4 ,er gert auf allerlei verliebte ,fratzen1 worunter das eingebildete ,kleinod eins der vornehmsten ist1 dessen er sich vor allem zu versichern sucht1 dessen ganzer ,wert nur darin besteht1 da man es zerbricht1 und von welchem man berhaupt in unserem ,weltteil viel hmischen ,zweifel hegt und zu dessen ,erhaltung er sich sehr unbilliger und fters ekelhafter ,mittel bedient4 ,daher ist die ,frauensperson daselbst jederzeit im ,gefngnisse1 sie mag nun ein ,mdchen sein oder einen barbarischen1 untchtigen und jederzeit argwhnischen ,mann haben4 ,in den ,lndern der ,schwarzen3 was kann man da ,besseres erwarten1 als was durchgngig daselbst angetroffen wird1 nmlich das weibliche ,geschlecht in der tiefsten ,sklaverei8 ,ein ,verzagter ist allemal ein strenger ,herr ber den ,schwcheren1 sowie auch bei uns derjenige ,mann jederzeit ein ,tyrann in der ,kche ist1 welcher auer seinem ,hause sich kaum erkhnt1 jemanden unter die ,augen zu treten4 ,der ,pater ,labat meldet zwar1 da ein ,negerzimmermann1 dem er das hochmtige ,verfahren gegen seine ,weiber vorgeworfen1 geantwortet habe3 ,ihr ,weien seid rechte ,narren1 denn zuerst rumet ihr euren ,weibern so viel ein1 und hernach klagt ihr1 wenn sie euch den ,kopf toll machen2 es ist auch1 als wenn hierin so etwas wre1 was vielleicht verdiente1 in berlegung gezogen zu werden1 allein kurzum1 dieser ,kerl war vom ,kopf bis auf die ,fe ganz schwarz1 ein deutlicher ,beweis1 da das1 was er sagte1 dumm war4 ,unter allen ,wilden sind keine1 bei denen das weibliche ,geschlecht in grerem wirklichen ,ansehen stnde1 als die von ,kanada4 ,vielleicht bertreffen sie darin sogar unseren gesitteten ,weltteil4 ,nicht als wenn man den ,frauen daselbst demtige ,aufwartungen machte2 das sind nur ,komplimente4 ,nein1 sie haben wirklich zu befehlen4 ,sie versammlen sich und beratschlagen ber die wichtigsten ,anordnungen der ,nation1 ber ,krieg und ,frieden4 ,sie schicken darauf ihre ,abgeordneten an den mnnlichen ,rat1 und gemeiniglich ist ihre ,stimme diejenige1 welche entscheidet4 ,aber sie erkaufen diesen ,vorzug teuer genug4 ,sie haben alle huslichen ,angelegenheiten auf dem ,halse und nehmen an allen ,beschwerlichkeiten der ,mnner mit ,anteil4 ,wenn wir zuletzt noch einige ,blicke auf die ,geschichte werfen1 so sehen wir den ,geschmack der ,menschen wie einen ,proteus stets wandelbare ,gestalten annehmen4 ,die alten ,zeiten der ,griechen und ,rmer zeigen deutliche ,merkmale eines echten ,gefhls fr das ,schne sowohl als das ,erhabene in der ,dichtkunst1 der ,bildhauerkunst1 der ,architektur1 der ,gesetzgebung und selbst in den ,sitten4 ,die ,regierung der rmischen ,kaiser vernderte die edle sowohl als die schne ,einfalt in das ,prchtige und dann in den falschen ,schimmer1 wovon uns noch die berbleibsel ihrer ,beredsamkeit1 ,dichtkunst und selbst die ,geschichte ihrer ,bitten belehren knnen4 ,allmhlich erlosch auch dieser ,rest des feinern ,geschmacks mit dem gnzlichen ,verfall des ,staats4 ,die ,barbaren1 nachdem sie ihrerseits ihre ,macht befestigten1 fhrten einen gewissen verkehrten ,geschmack ein1 den man den gotischen nennt und der auf ,fratzen auslief4 ,man sah nicht allein ,fratzen in der ,baukunst1 sondern auch in den ,wissenschaften und den brigen ,gebruchen4 ,das verunartete ,gefhl1 da es einmal durch falsche ,kunst gefhrt ward1 nahm eher eine jede andere natrliche ,gestalt als die alte ,einfalt der ,natur an1 und war entweder beim bertriebenen oder beim ,lppischen4 ,der hchste ,schwung1 den das menschliche ,genie nahm1 um zu dem ,erhabenen aufzusteigen1 bestand in ,abenteuern4 ,man sah geistliche und weltliche ,abenteurer und oftmals eine widrige und ungeheure ,bastardart von beiden4 ,mnche mit dem ,mebuch in einer und der ,kriegesfahne in der andern ,hand1 denen ganze ,heere betrogener ,schlachtopfer folgten1 um in andern ,himmelsgegenden und in einem heiligeren ,boden ihre ,gebeine verscharren zu lassen1 eingeweihte ,krieger1 durch feierliche ,gelbde zur ,gewaltttigkeit und ,missetaten geheiligt1 in der ,folge eine seltsame ,art von heroischen ,phantasten1 welche sich ,ritter nannten und ,abenteuer aufsuchten1 ,turniere1 ,zweikmpfe und romantische ,handlungen4 ,whrend dieser ,zeit ward die ,religion zusamt den ,wissenschaften und ,sitten durch elende ,fratzen entstellt1 und man bemerkt1 da der ,geschmack nicht leichtlich auf einer ,seite ausartet1 ohne auch in allem brigen1 was zum feineren ,gefhl gehrt1 deutliche ,zeichen seiner ,verderbnis darzulegen4 ,die ,klostergelbde machten aus einem groen ,teil nutzbarer ,menschen zahlreiche ,gesellschaften emsiger ,miggnger1 deren grblerische ,lebensart sie geschickt machte1 tausend ,schulfratzen auszuhecken1 welche von da in grere ,welt ausgingen und ihre ,art verbreiteten4 ,endlich1 nachdem das menschliche ,genie von einer fast gnzlichen ,zerstrung sich durch eine ,art von ,palingenesie glcklich wiederum erhoben hat1 so sehen wir in unsern ,tagen den richtigen ,geschmack des ,schnen und ,edlen1 sowohl in den ,knsten und ,wissenschaften als in ,ansehung des ,sittlichen1 aufblhen1 und es ist nichts mehr zu wnschen1 als da der falsche ,schimmer1 der so leichtlich tuscht1 uns nicht unvermerkt von der edlen ,einfalt entferne1 vornehmlich aber1 da das noch unentdeckte ,geheimnis der ,erziehung dem alten ,wahne entrissen werde1 um das sittliche ,gefhl frhzeitig in dem ,busen eines jeden jungen ,weltbrgers zu einer ttigen ,empfindung zu erhhen1 damit nicht alle ,feinigkeit blo auf das flchtige und mige ,vergngen hinauslaufe1 dasjenige1 was auer uns vorgeht1 mit mehr oder weniger ,geschmacke zu beurteilen4 #agfd4 ,gedruckt in der ,roberg'schen ,buchdruckerei in ,leipzig4