,macchiavellis ,buch vom ,frsten4 ,nach ,a4 ,w4 ,rehbergs bersetzung mit ,einleitung und ,erluterung neu herausgegeben von ,dr4 ,max ,oberbreyer4 ,leipzig ,druck und ,verlag von ,philipp ,reclam jun4 ,,inhalt4 ,seite ,einleitung #c #a4 ,verschiedene ,arten der ,herrschaft #cc #b4 ,von erblichen ,frstenthmern #cc #c4 ,von vermischten ,herrschaften #cd #d4 ,warum das ,reich des ,darius nach ,alexanders ,tode #dc gegen seine ,nachfolger nicht aufstand #e4 ,wie ,stdte und ,frstenthmer zu behandeln sind1 #de die vor der ,eroberung ihre eigne ,verfassung hatten #f4 ,von neuen ,herrschaften1 die durch eigne ,waffen #dg oder ,tapferkeit errungen werden #g4 ,von neuen ,frstenthmern1 die durch fremde #ej ,untersttzung und durch ,glcksflle erworben werden #h4 ,von ,denjenigen1 welche durch ,verbrechen zur #eh ,herrschaft gelangen #i4 ,vom ,volke bertragene ,herrschaft #fc #aj4 ,wie die ,krfte der ,frstenthmer zu schtzen sind #fg #aa4 ,von geistlichen ,frstenthmern #fi #ab4 ,von den verschiedenen ,arten der ,truppen #gb #ac4 ,von ,hilfstruppen #gg #ad4 ,was der ,frst im ,kriegswesen zu beobachten hat #ha #ae4 ,wodurch die ,frsten ,lob und ,tadel erwerben #hc #af4 ,von der ,freigebigkeit und dem ,geize #he #ag4 ,von der ,grausamkeit und ,milde #hg #ah4 ,in wie fern ein ,frst sein ,wort halten mu #ij #ai4 ,verachtung und ,ha sind zu vermeiden #ic #bj4 ,ob ,festungen und andere ,sicherheitsanstalten der #ajd ,frsten ntzlich oder schdlich sind #ba4 ,wie ein ,frst sich zu betragen hat1 um groen ,ruhm #ajh zu erwerben #bb4 ,von den ,ministern #aab #bc4 ,schmeichler sind zu fliehen #aac #bd4 ,wie die ,frsten ,italiens ihre ,herrschaft verloren #aae haben #be4 ,welchen ,einflu das ,glck auf die ,angelegenheiten #aag der ,menschen hat #bf4 ,aufruf1 ,italien von der ,fremdherrschaft zu #abj befreien ,erluterungen #abe ,,einleitung4 ,niemals hat eine politische ,schrift so gewaltiges ,aufsehen erregt1 und so viel gewirkt1 als ,macchiavelli's hochberhmtes ,buch vom ,frsten4 ,der ,name des ,verfassers ist durch die sogar in ,staatsschriften als ,kunstausdruck bliche ,benennung des ,macchiavellismus auch der groen ,menge bekannt geworden1 die das ,buch selbst nicht gelesen hat4 ,aber unter den ,groen und ihren ,ministern haben sich ,viele danach gebildet4 ,hier glaubten sie das1 was sie in einzelnen schlimmen ,augenblicken gethan1 oder noch zu thun ,lust hatten1 durch zusammenhngende ,grundstze gerechtfertigt zu finden4 ,die es so benutzten1 mgen oft ungehalten darber geworden sein1 da ,alles1 was sie sich1 aber auch nur sich selbst1 und als ,ausnahme von der ,regel erlauben wollten1 in allgemeinen ,maximen ffentlich aufgestellt1 und dadurch ,verdacht gegen ihre ,absichten erregt ward4 ,daher ist es am lautesten von denen angeklagt1 die am meisten daraus gelernt hatten4 ,andere ,leser sind durch den ,widerspruch1 in welchem dieser ,inbegriff frstlicher ,weisheit mit der gewhnlichen ,moral steht1 zu dem ,zweifel veranlat worden1 ob das ,buch wol im ,ernste geschrieben sei8 ,da sie die ,bewunderung1 welche der durchdringende ,beobachtungsgeist und das treffende ,urtheil des ,verfassers ,jedem abnthigt1 der politische ,verhltnisse zu beurtheilen vermag1 mit ihrem ,widerwillen gegen die freche ,immoralitt1 zu welcher seine ,grundstze fhren1 nicht zu vereinigen wuten1 so haben sie geglaubt1 ,macchiavelli mge wol das vollstndige ,gemlde der ,tyrannei und der ,mittel zu ihr zu gelangen1 in der ,absicht entworfen haben1 um den ,tyrannen in der verabscheuungswrdigsten ,gestalt darzustellen4 ,mehrere italienische ,schriftsteller haben diese ,auslegung sehr frh gemacht1 um dem ,geschrei zu begegnen1 das sich bald nach der ffentlichen ,bekanntmachung des ,werkes erhob4 ,die ,vermuthung erhlt einigen ,anschein durch den ,widerspruch1 in welchem die ,gesinnungen1 welche in diesem ,buche herrschen1 mit andern ,schriften des ,verfassers zu stehen scheinen1 und der um so auffallender ist1 da das ,buch vom ,frsten und die ,betrachtungen ber den ,livius offenbar nicht in ganz verschiedenen ,perioden seines ,lebens geschrieben sind4 ,er bezieht sich in jeder derselben auf die andere1 und hat sie also1 wenigstens spterhin1 zugleich wieder berarbeitet4 ,aber man kann dieser ,erklrung durchaus keinen ,beifall geben1 sobald man das ,buch selbst unbefangen liest4 ,es ist mit solchem ,ernste geschrieben1 mit solchem ,nachdruck1 und was noch mehr ist1 es enthlt auf jeder ,seite so viel ,wahrheit1 da man das ,ganze unmglich fr ,ironie halten kann4 ,so treffende ,lehren knnen nicht aus republikanischem ,hasse gegen die ,tyrannei gegeben sein1 damit der ,tyrann ins ,verderben renne3 diesen ,zweck htten sie sicherlich verfehlt6 ,wer den ,verfasser aus der ,geschichte kennen gelernt hat1 wird auch nicht durch die ,erklrung befriedigt1 da er hier die ,naturgeschichte der ,tyrannei gezeichnet habe1 so wie er die ,theorie der ,republik in den ,discursen ber den ,livius abhandelt4 ,macchiavelli war kein gleichgltiger ,zuschauer und bloer ,beobachter der politischen ,welt4 ,in allen seinen ,schriften herrscht ein praktischer ,geist4 ,seine ,discurse beweisen das lebhafteste ,interesse an der ,erhaltung und der ,gre einer ,republik4 ,sie sind ganz im ,tone eines ,mannes geschrieben1 der selbst dazu mitwirken mchte1 sie zu errichten oder zu befestigen4 ,eben so krftige ,rathschlge fr den1 der sich auf der errungenen ,stelle eines ,regenten erhalten will1 eben so nachdrckliche ,empfehlungen der wirksamsten ,mittel1 eben so lebhafte ,verachtung des ,zweckwidrigen1 findet man in dem ,buche vom ,frsten4 ,die ,auflsung dieses rthselhaften ,widerspruchs ist in dem ,zustande ,italiens und in der ,lebensgeschichte des ,verfassers zu suchen47#a7 ,man versteht ja berhaupt keinen ausgezeichneten ,schriftsteller vollkommen1 wenn man nicht eine lebendige ,kenntni von seiner ,nation und seinem ,zeitalter1 und ein feineres ,gefhl fr ihre ,art zu empfinden1 aus den einheimischen ,geschichtschreibern erlangt hat1 welche selbst die ,gesinnungen ihrer ,nation theilen1 und nicht blos die ,handlungen der ,menschen1 sondern ihre ,quelle1 die eigenthmliche ,gemthsart1 darstellen4 ,aus solchen erhlt man eine ganz andere ,einsicht in den ,zusammenhang der ,begebenheiten1 als aus der genauesten und sorgfltigsten ,erzhlung eines ,fremden4 ,die italienische ,nation zeichnet sich durch eine ungemeine ,lebhaftigkeit aller ,empfindungen und ,leidenschaften aus1 die ihren ,gegenstand mit dem ,feuer unauslschlicher ,begierde ergreift1 und nie ablt4 ,so wie man von den ,franzosen nicht ohne ,grund sagt1 da sie aus allem ,ernste ,scherz machen1 und dadurch so oft selbst ein ,spiel ihrer eignen witzigen ,laune werden1 so machen die ,italiener aus allem ,scherze ,ernst4 ,in allen ,handlungen der ,franzosen erscheint ein feines und unaufhrlich reges ,ehrgefhl als die herrschende ,triebfeder4 ,dieses zeigt sich in den schlechtesten1 wie in den vorzglichsten ,individuen der ,nation1 auf verschiedene ,art1 aber immer gleich stark4 ,alle franzsischen ,raisonnements ber sittliche ,gegenstnde erhalten dadurch eine ganz eigne ,farbe1 und in der ,geschichte des ,volks spielt es die ,hauptrolle4 ,aus der ,verbindung dieses uerst reizbaren ,ehrgefhls1 und der feinen ,beobachtung aller ,convenienzen des ,augenblicks1 worin die ,franzosen allen ,andern so sehr berlegen sind1 mit ihrer launigen ,gemthsstimmung1 entspringt eine ,versatilitt1 von der man in der ,geschichte der ,italiener keine ,spur findet4 ,diesen kommt es immer auf die ,sache an1 die sie wollen4 ,die brgerlichen ,unruhen1 die ganz ,italien so viele ,jahrhunderte lang zerrissen haben1 wren durch bloe ,begebenheiten und ,zuflle nicht so lange unterhalten4 ,ihr ,charakter ist wesentlich verschieden von dem ,factionsgeiste in der franzsischen ,geschichte4 ,mit der ,tenacitt der ,italiener ist eine tiefe ,verschmitztheit nahe verwandt1 die mit der ,falschheit eines versatilen ,menschen1 der sein ,vergngen daran findet1 mit andern zu spielen1 und schon dadurch befriedigt wird1 wenn er sie fft1 durchaus keine ,aehnlichkeit hat4 ,es ist bekannt1 da nichts in der ,welt mit der ,politik des rmischen ,hofes verglichen werden kann1 und da die geistliche ,intrigue1 als ein zusammenhngendes ,system die ,zwecke der ,herrschsucht zu erreichen1 fr das vollkommenste ,erzeugni des menschlichen ,geistes in seiner ,art angesehen werden mu4 ,dies ,meisterstck eines feinen und dauerhaften ,gewebes konnte nur in ,italien zu ,stande gebracht werden1 und hat wieder einen groen ,einflu auf die ,denkungsart der italienischen ,staatsmnner gehabt1 die ihre ,aufmerksamkeit unaufhrlich auf den ppstlichen ,stuhl richten muten1 welcher durch seine ,bemhungen1 die christliche ,kirche zu beherrschen1 zugleich mit in alle weltlichen ,hndel von ,italien verwickelt ward4 ,in diesem ganzen ,lande ist von ,alters her ein republikanischer ,geist verbreitet gewesen1 und hat viele ,jahrhunderte lang einen unaufhrlichen ,kampf mit der ,herrschsucht einzelner ,hupter gefhrt1 die in den innern ,bewegungen bel geordneter ,gemeinden die ,mittel fanden1 sich zu erheben4 ,unter der groen ,zahl italienischer ,republiken war allein ,venedig schon frh zu einer festen ,verfassung und innern ,ruhe gelangt4 ,in allen brigen verfolgten und vertrieben einander ,parteien3 eben so wie vormals in den griechischen ,freistaaten einzelne ,geschlechter mit ihrem ,anhange1 und ,factionen1 von ,optimaten1 von ,brgern1 und von kleinem ,volke1 ,alles unter einander kmpfte1 und sich wechselweise austrieb4 ,solchem innern ,zwiste war ganz vorzglich das ,vaterland des ,macchiavelli unterworfen2 eine der strmischsten ,republiken1 die jemals existirt haben4 ,die ,geschichte der letzten hundert ,jahre1 wo ,florenz als ,freistaat bestand1 von #adcb an1 da ,cosmus der ,groe von ,medici zurckberufen ward und die ,leitung aller ffentlichen ,angelegenheiten ergriff1 bis zu der endlichen ,ernennung eines seiner ,seitenverwandten1 ,cosmus des ,ersten1 zum ,herzog1 im ,jahre #aecf1 gehrt zu den interessantesten ,partien der ganzen ,weltgeschichte4 ,vorzglich ist die letzte ,hlfte dieses ,zeitraums uerst lehrreich1 wegen der mannichfaltigen ,abwechselungen der ,verfassung1 die beinahe zu allen ,lehrstzen der ,politik ,beispiele wirklicher ,erfahrung bieten47#b7 ,florenz war whrend des fnfzehnten ,jahrhunderts durch das berwiegende ,ansehen zweier ,mnner aus dem ,hause ,medici beruhigt1 und in die ,zeiten des letztern von ihnen fiel ,macchiavelli's ,jugend4 ,cosmus der ,groe und ,lorenzo1 sein ,grosohn1 hatten als einfache ,brger die ,angelegenheiten ihres ,vaterlandes geleitet1 und groen ,einflu auf das ,schicksal von ganz ,italien gehabt4 ,macchiavelli kannte den ganzen ,umfang ihrer ,talente und ,verdienste3 er redet von ihnen mit ,wrme und mit dem ,wohlgefallen1 welches ,niemand1 ungeachtet aller ,verschiedenheit der ,grundstze und ,gesinnungen1 ,demjenigen versagen kann1 durch welchen das ,vaterland zu ,ehre1 ,macht und ,reichthum gelangt ist4 ,die ,gre des letzten von jenen beiden ausgezeichneten ,mnnern hatte ,macchiavelli selbst noch gesehen4 ,er war etwas ber zwanzig ,jahre alt1 als ,lorenzo von ,medici starb1 dessen ,tod allgemein als die ,epoche angegeben wird1 mit welcher die ,zeit des ,genusses und des ,ruhms aufhrte1 und eine endlose ,reihe von ,unglck und ,elend begann1 das der ,ehrgeiz fremder ,monarchen1 die unverstndige und leidenschaftliche ,herrschsucht einheimischer ,groen1 der unbndige ,geist khner ,abenteurer und schamloser ,emporkmmlinge ber ,italien gebracht hatten4 ,mit dem ,tode ,lorenzo's von ,medici fing der ,same des ,uebels an aufzugehen1 wodurch1 da ,niemand mehr lebte1 der ihn auszurotten verstand1 ,italien zu ,grunde gerichtet ist1 und noch immerfort zu ,grunde gerichtet wird48 ,mit diesen ,worten schliet ,macchiavelli seine florentinische ,geschichte4 ,guicciardini beginnt seine ,geschichte von ,italien mit derselben ,bemerkung4 ,die ,schriftsteller aller ,parteien stimmen darin berein4 ,nach des groen ,mannes ,tode ward sein unfhiger ,sohn ,piero mit seinen vornehmsten ,anhngern vertrieben4 ,achtzehn ,jahre lang war ,florenz ein ,spiel republikanischer ,unruhen4 ,die ,republik1 die unter der ,leitung des ,lorenzo auf die ,verhltnisse der groen ,mchte von ,europa so groen1 oft entscheidenden ,einflu gehabt hatte1 ward mit allen brigen italienischen ,staaten in den allgemeinen ,strudel hineingezogen1 den der ,ehrgeiz der franzsischen ,knige erregte4 ,von den ,heereszgen ,karl des ,achten und ,ludwig des ,zwlften ward ganz ,italien wie von ,meereswellen verschlungen4 ,whrend dieser ,periode war ,macchiavelli ,staatssecretair der florentinischen ,republik1 und mehr als zwanzig ,mal ,gesandter an groen und kleinen ,hfen1 in den wichtigsten ,angelegenheiten4 ,diese ,auftrge fhrten ihn zu intimen ,verhltnissen mit den mchtigsten ,mnnern der ,zeit3 unter ,andern mit dem ,pandolfo ,petrucci1 der sich in ,siena vom ,fhrer einer ,partei bis zum ,oberhaupte des ,staats emporgeschwungen hatte1 und denselben von #adhg bis an seinen ,tod1 #aeab1 ungefhr durch ,knste1 wie sie ,macchiavelli lehrt1 fast unumschrnkt beherrschte4 ,dieser ,petrucci hatte den ,anfang seiner ,gre damit gemacht1 zwei der wichtigsten ,personen der ,gegenpartei aus dem ,wege zu rumen1 und lie darauf seinen eignen ,schwiegervater1 den ,giovanni ,borghese1 einen sehr angesehenen und wegen seiner ,gelehrsamkeit berhmten ,mann1 dessen ,einflu er frchtete1 ebenfalls ermorden4 ,er hielt es seinem ,interesse angemessen1 sich mit den ,florentinern zu verbinden1 und berlie ihnen ,monte ,pulciano1 ber dessen ,besitz sie mit den ,sienesern in einen alten ,streit verwickelt waren4 ,bei der politischen ,freundschaft zwischen dem ,pandolfo und dem damaligen ,gonfaloniere ,piero ,soderini1 war ,macchiavelli nicht allein der ,mittelsmann1 sondern er unterhielt auch selbst eine genaue ,verbindung und freundlichen ,briefwechsel mit dem ,tyrannen von ,siena1 wie der ,geschichtschreiber desselben7#c7 ausdrcklich bemerkt4 ,die ,medici wurden #aeab in ,florenz wieder eingefhrt4 ,gleich im ersten ,jahre entspann sich eine ,verschwrung gegen sie1 deren ,hupter ,nicolo ,valori und ,giovanni ,folchi1 mit dem ,leben bten4 ,macchiavelli gerieth als ,theilnehmer in ,untersuchung1 ward gefoltert und verbannt1 bald darauf aber von der ,familie1 welche die ,oberhand behalten hatte1 wegen seiner groen ,talente gesucht4 ,nicht volle zwei ,jahre darauf zog ihn ,papst ,leo ,x4 durch seinen ,freund1 den gemeinschaftlichen ,landsmann und florentinischen ,gesandten zu ,rom1 ,veltori1 ber die verwickelten ,angelegenheiten ,italiens1 und ber die ,verhltnisse zu den fremden ,mchten1 welche er als ,staatssecretair der ,republik und als ,gesandter so genau kennen gelernt hatte1 zu ,rathe1 wie aus den ,briefen des ,vettori erhellt4 ,aber noch nher als ,alles dieses lag dem ,macchiavelli die ,frage1 wie die ,medici das wieder erlangte ,uebergewicht in ihrem ,vaterlande benutzen wrden8 ,die ,ahnherrn ihres ,geschlechts hatten1 wie gesagt1 als einfache ,brger die ffentlichen ,angelegenheiten desselben aus ihrem ,cabinet geleitet1 ohne die uere ,decoration einer hhern ,wrde zu verlangen4 ,aber die ,zeiten hatten sich gendert4 ,in ,frankreich1 in ,spanien1 in ,deutschland hatten sich seit ,kurzem krftige ,monarchien erhoben4 ,italien hingegen ward von innern ,zwistigkeiten zerrissen4 ,insbesondere war ,mittelitalien voll kleiner ,herren1 die sich ,alles erlaubten1 um zu der hchsten ,gewalt in ihrer ,vaterstadt1 und zu der ,herrschaft ber kleine ,districte umher1 zu gelangen4 ,mehrere ,ppste hatten mit einigem ,erfolge gesucht1 in ihren ,familien ,herrschaften zu grnden1 die dahin fhren konnten1 die italienischen ,freistaaten und ,frsten zu einem ,bunde unter ,leitung eines angesehenen ,oberhauptes zu vereinigen4 ,so hatte sich das ,haus della ,rovere durch zwei ,ppste1 ,sixtus den ,vierten und ,julius den ,zweiten1 aus dem ,staube zu der herzoglichen ,wrde von ,urbino emporgeschwungen4 ,mit grerem ,nachdrucke hatte ,alexander der ,sechste seinen ,sohn ,csar ,borgia zu einem gefrchteten ,herrn in ,romagna gemacht4 ,leo der ,zehnte konnte seinen ,verwandten noch mit ganz anderer ,kraft untersttzen1 als ,alexander den seinigen4 ,denn was der ,spanier ,borgia blos durch sein ppstliches ,ansehn zu ,stande bringen mute1 das unternahm ,leo mit dem ganzen ,gewichte des ,hauses ,medici1 welches im mchtigen und reichen ,florenz so tiefe ,wurzeln geschlagen hatte4 ,ein ,kind seiner ,zeit war er nicht damit zufrieden1 seinem ,geschlechte die ,lage im ,vaterlande zu sichern1 in der sich seine ,vorfahren befunden hatten4 ,der groe ,lorenzo war schon von der ,lebensart derselben etwas abgewichen3 er hatte sich mit einer ,prinzessin ,orsini vermhlt1 und seinen ,reichthum angewandt1 ,landgter zu kaufen1 die mehr der ,grundlage eines ,frstenthums1 als ,privatbesitzungen eines ,brgers glichen4 ,leo ,x4 machte seinen ,neffen ,lorenzo zum ,herzoge von ,urbino1 und legte es darauf an1 diesem und nach ihm immer dem ,haupte der ,familie einen ,antheil an der ,regierung von ,florenz zuzuwenden1 der in seinem ,umfange und in der ,art der ,ausbung einige ,aehnlichkeit mit der ,herrschaft hatte1 die ,augustus in ,rom nach der ,auflsung der ,triumvirate fhrte4 ,lorenzo ward ,oberhaupt der ,kriegsmacht1 und fhrte den ,titel3 ,il ,magnifico 7der ,prchtige74 ,in den ffentlichen ,angelegenheiten durfte nichts ohne seine ,genehmigung geschehen4 ,dennoch bestanden alle republikanischen ,formen1 und er berlie die gesammten ,stellen in der ,verwaltung ,brgern1 die jedoch nur unter seinem ,einflusse gewhlt wurden4 ,im ,wesentlichen war es eben so schon damals zugegangen1 als seine groen ,vorfahren regierten4 ,seit undenklichen ,zeiten war aus republikanischer ,eifersucht die obrigkeitliche ,gewalt nur auf wenige ,monate verliehen4 ,jahrhunderte lang bildeten bald acht1 bald zehn1 bald zwlf ,personen1 unter dem ,titel3 ,priori dell' arti81 ,priori della ,libert81 ,otto della pratica81 oder andern ,namen1 den obersten ,rath der ,republik1 der unter dem ,vorsitz des ,gonfaloniere meist alle zwei ,monate wechselte4 ,die ,personen1 welche bestimmt waren1 nach und nach einzutreten1 wurden von einem ,ausschusse von ,brgern auf eine ,reihe von ,jahren im ,voraus gewhlt4 ,diesen ,ausschu aber setzte die mchtigste ,partei des ,augenblicks1 die sich unter dem ,namen balia8 eine auerordentliche ,gewalt anmate1 willkrlich zusammen4 ,bei diesem bestndigen ,wechsel der ,staatsbeamten ward eine geheime ,direction der ffentlichen ,angelegenheiten nothwendig4 ,diese ging lange von dem ,cabinette der ,medici aus1 und eben in jenen unaufhrlichen uern ,vernderungen1 wodurch die ,verfassung den ,anschein einer ,demokratie erhielt1 lag ein ,mittel1 das ,ansehn der ,familie zu befestigen1 welche sich durch ihren ,reichthum1 ihre ,verwandtschaften1 den ,verstand und die ,regierungsweisheit einiger ausgezeichneten ,hupter1 einen so groen ,anhang gemacht hatte4 ,so oft die ,medici nach einem kurzen ,exil in ihr ,vaterland zurckgekehrt waren1 hatten sie die republikanischen ,formen1 die sie fr sich selbst so vortheilhaft fanden1 beschtzt4 ,es scheint1 ,leo ,x4 wollte ungefhr auf gleiche ,art sein ,vaterland beherrschen4 ,aber der ehrgeizige eitle ,neffe1 der mehr auf seinen ,vater1 den ,piero1 der wegen seines unverstndigen ,leichtsinns vertrieben war1 als auf seinen weisen ,grovater ,lorenzo artete1 verlangte mehr4 ,macchiavelli1 der ihn daran nicht hindern konnte1 der weder in ,florenz eine ,partei hatte1 die mchtig genug gewesen wre1 die ,republik herzustellen1 noch ,einflu genug auf den ,papst1 um die ,angelegenheiten seines ,vaterlandes auf diesem ,wege zu leiten1 wandte sich an den neuen ,herzog von ,urbino und gab ihm in dem ,buche1 welches er ausdrcklich fr diesen ,zweck schrieb1 ,rathschlge1 wie er sich zum ,herrn machen und wie er die ,herrschaft behaupten knne4 ,von seiner persnlichen ,verbindung mit diesem ,frsten ist brigens nichts ,nheres bekannt4 ,sein ganzes ,leben in dieser ,zeit ist beinahe noch vllig im ,dunkeln4 ,der frhe ,tod des ,herzogs von ,urbino unterbrach #aeai die ,plne1 die ,macchiavelli auf den unternehmenden ,geist desselben gebaut haben mochte2 nun benutzte er seine ,verbindung mit dem ,papst ,leo1 diesem einen ,entwurf vorzulegen1 wie ,florenz durch eine neue ,verfassung beruhigt werden knne1 indem die ,liebe der ,einwohner zur ,republik befriedigt1 und zugleich dem ,papst ,leo ein dauernder ,einflu auf dieselbe fr die ,zeit seines ,lebens gesichert wrde4 ,diesen ,entwurf wird ,jeder1 der die ,geschichte von ,florenz seit dem ,tode des groen ,lorenzo1 die ,parteien1 die das ,gemeinwesen zerrissen1 ihre ,wnsche und die ,bedrfnisse des ,staats aus den ,quellen kennen gelernt hat1 fr ein ,meisterstck erkennen4 ,der ,verfasser desselben hatte nicht die ,befriedigung1 seine ,ideen ausgefhrt zu sehen1 die vermuthlich dem ,ehrgeize der ,medici noch nicht genug einrumten4 ,lorenzo war so jung gestorben6 ,papst ,leo folgte ihm bald darauf in seinen besten ,jahren4 ,dennoch entstand keine ,vernderung in der ,lage des florentinischen ,staates4 ,das ,schicksal rief viele ,generationen hindurch die einzelnen ,hupter der ,medici frhzeitig ab3 der ,familie hatte es die ,herrschaft von ,florenz bestimmt4 ,seit dem groen ,cosmus war kein bedeutender ,medici fnfzig ,jahre alt geworden2 aber so oft einer aus diesem ,hause den ,schauplatz verlie1 trat allemal ein anderer wieder auf1 freilich mit sehr verschiedenem ,mae von ,talenten ausgerstet1 und mit abwechselndem ,glcke4 ,jetzt traf die ,reihe den ,julius1 der zuerst als ,cardinal und bald darauf als ,papst ,clemens der ,siebente ,haupt der ,familie ward4 ,von ihm hing nunmehr das ,schicksal der ,republik ab4 ,eine ,partei1 die aus den vorzglichsten jungen ,mnnern von ,florenz bestand1 mit denen ,macchiavelli in der intimsten ,verbindung lebte1 und zu deren ,belehrung er seine ,betrachtungen ber den ,livius geschrieben1 die zweien derselben1 dem ,zanobi ,buondelmonti und ,cosimo ,ruccellai1 zugeeignet sind1 - dieser ,club1 der von den ,grten ,ruccellai1 wo er sich versammelte1 benannt ward1 machte ,plne zu einer ,herstellung der ,republik1 die dem ,cardinale ,giulio vorgelegt wurden4 ,die ,hoffnung1 die man auf seine anscheinende ,migung gebaut hatte1 ward vereitelt4 ,er bewies auch hier die furchtsame verschlossene ,falschheit1 die sein ganzes ,leben charakterisirt4 ,er hatte nie die ,absicht gehegt1 zu willfahren1 oder er nderte seine ,entschlieung1 als er sah1 wohin die ,plne1 die man ihm angab1 fhren wrden4 ,aber der ,patriotismus jener ,freunde der ,freiheit war ernstlich gemeint4 ,sie machten 7#aebc7 ,anstalt1 ihren ,entwurf mit ,gewalt auszufhren1 und den ,cardinal1 der im ,wege stand1 wegzurumen4 ,die ,verschwrung ward entdeckt4 ,luigi ,alamanni und ,jacopo da ,diaceto verloren das ,leben auf dem ,blutgerste4 ,zanobi ,buondelmonti1 ein andrer ,ludovico ,alamanni1 7dem ,macchiavelli sein ,leben des ,castruccio ,castracani zugeeignet hat71 ,batista della ,palla1 ,anton ,bruccioli und einige ihrer ,anhnger geringeren ,standes wurden verbannt4 ,macchiavelli war ebenfalls in diese ,unternehmung verwickelt3 er entfloh47#d7 ,die ,medici fhlten sich noch nicht stark genug1 den republikanischen ,geist der ,florentiner zu unterdrcken3 sie versuchten es1 ihn einzuschlfern1 indem sie die letzten ,vorflle mglichst geschwind vergessen lieen4 ,der ,cardinal frchtete ,erbitterung zu erregen1 die seinen ,absichten auf den ppstlichen ,stuhl hinderlich gewesen wre4 ,als er diesen ein ,jahr darauf wirklich bestieg1 suchte ,macchiavelli sich wieder an ihn anzuschlieen1 und erhielt ,auftrge von ,wichtigkeit1 von ihm und von der florentinischen ,regierung4 ,wenige ,jahre darauf erlaubten die ,umstnde noch einen ,versuch zur ,wiederherstellung der ,republik zu machen4 #aebg wurden die ,medici aufs ,neue vertrieben und die ,freiheit proclamirt4 ,macchiavelli erschien sogleich in seiner ,vaterstadt4 ,allein die ,bemhungen seiner ,freunde ,zanobi ,buondelmonti und ,luigi ,alamanni1 ihn in den ,rath von zehn ,mnnern whlen zu lassen1 dem die ,leitung der ffentlichen ,angelegenheiten bergeben werden sollte1 wurden durch die allgemeine ,abneigung vereitelt1 die das ,volk gegen den ,rathgeber der ,medici und den ,verfasser des ,buchs vom ,frsten gefat hatte4 ,vergeblich suchte er die ,schrift zu unterdrcken1 welche seine ,gesinnungen so verdchtig machte47#e7 ,der ,verdru ber die fehlgeschlagenen ,versuche1 sich wieder zu heben1 hatte vermuthlich ,antheil an seinem ,tode1 der bald darauf erfolgte4 ,die ,republik1 die der ,enthusiasmus des ,volks unter gnstigen ,umstnden errichtet hatte1 unterlag nach zwei ,jahren der vereinten ,macht des ,papstes und des ,kaisers4 ,nachdem ,clemens der ,siebente sie durch ,untersttzung ,karl des ,fnften bezwungen hatte und mit ihr nach ,gefallen walten konnte1 erneuerten die ,freunde des ,macchiavelli zum letzten ,male ihre ,bemhungen4 ,sie baten den ,papst1 neben der ersten ,stelle in der ,republik1 die er seinem angeblichen ,neffen ,alessandro zuwenden wollte1 die ,hauptzge einer republikanischen ,verfassung bestehen zu lassen1 welche schon ,macchiavelli dem ,papste ,leo ,x4 empfohlen hatte4 ,das ,wesentliche dieses ,entwurfs1 wodurch die ,brger einen wirklichen ,antheil an der ,verwaltung des ,staats erhalten htten1 verwarf ,clemens3 den ,anschein behielt er anfangs bei1 nahm bald aber auch dieses ,schattenbild eines ,gemeinwesens weg4 ,alessandro ward #aeca unumschrnkter ,herr1 und geno seine ,gre als ein chtes ,kind des ,glcks1 das weder durch ,talente1 noch durch eigne1 seien es rhmliche1 seien es ruchlose ,unternehmungen1 sondern blos durch die ,macht eines ,andern erhoben war4 ,mit ,dirnen und ,buhlknaben1 wie ,tacitus vom ,domitian sagt1 spielte er den ,frsten1 zog ,schmausereien und ,maskenblle frstlichen ,beschftigungen vor1 zu denen es ihm mehr an ,lust als an ,geschicklichkeit fehlte1 und erhielt nach fnf ,jahren von einem ,vetter ,lorenzino von ,medici den ,lohn seiner ,nichtswrdigkeit1 ohne da dieser ,mord den florentinischen ,republikanern zu ,gute gekommen wre4 ,ein andrer ,medici1 ,cosmus1 ward #aecf zum ,herzoge ausgerufen1 und nach einem ,siege ber die republikanische ,partei1 die sich zum letzten ,male unter ,anfhrung des ,filippo ,strozzi erhob1 wirklicher ,beherrscher von ,florenz4 ,dieser beruhigte endlich das ,volk3 er bezhmte die ,widerspenstigen1 besnftigte die ,gemther1 lhmte jede gefhrliche ,kraft1 schmeichelte dem ,talente1 beschenkte1 versorgte1 ehrte ,alle1 die berechtigte oder unberechtigte ,ansprche machten27#f7 und erstickte damit das ganze ,geschlecht vorzglicher ,mnner aller ,art1 wodurch ,florenz bis auf seine ,zeiten als der hellste ,stern in der neuern ,geschichte der ,cultur des menschlichen ,geistes geglnzt hatte4 ,in die ,mitte dieser ,periode fllt das ,leben des ,macchiavelli 7von #adfi bis #aebg74 ,in der an ,talenten1 ,knsten und ,wissenschaften aller ,art reichen ,stadt1 in einem ,volke1 das sich durch den lebhaftesten ,verstand und die heftigsten ,leidenschaften auszeichnete1 unter den ,strmen einer unsichern ,verfassung und den hufigen ,katastrophen derselben war er selbst unaufhrlich thtig4 ,die ,geschftswelt hatte ihn gebildet4 ,der eignen ,erfahrung verdankte er es1 da er aus den groen ,schriftstellern des ,alterthums mehr lernte1 als ,andere darin finden4 ,sie gab seinem ,urtheile ber die frhere ,geschichte und ber die ,ereignisse seiner ,zeit die treffende ,schrfe1 die man immer mehr bewundert1 je mehr man seine ,bemerkungen mit dem vergleicht1 was seinem ,vaterlande nach seinem ,tode widerfuhr4 ,die ,verhltnisse1 in die er verwickelt war1 hatten ihm das ,innere der ,republiken und die ,geheimnisse der ,frsten aufgedeckt4 ,er verstand sich auf die ,politik jeder ,partei4 ,man findet ihn aber auch in den entgegengesetztesten ,factionen4 ,er liebte die ,verfassung1 in der er geboren und so lange ,zeit auf die glnzendste ,art thtig gewesen war4 ,aber er mochte wol in gewissen ,augenblicken daran verzweifeln1 eine dauernde ,republik in ,florenz hergestellt zu sehen4 ,er zeigt selbst im siebzehnten ,kapitel des dritten ,buchs seiner ,discorsi81 da ein verdorbenes ,volk sich schwerlich bei der ,freiheit erhalten knne2 und im folgenden ,kapitel1 da es eben so schwer sei1 die verlorne ,freiheit wieder herzustellen4 ,er sagt es gerade heraus1 einem solchen ,volke sei es besser1 da sich seine ,staatsverfassung der ,alleinherrschaft eines ,einzigen nhere3 und die ,anwendung auf sein ,vaterland liegt nahe genug6 ,im ,anfange des siebenten ,buchs seiner ,geschichte bemerkt er1 da die innern ,uneinigkeiten das ,leben der ,republiken ausmachen1 und ihre ,strke vermehren1 so lange sie nicht in ,anhang einzelner ,hupter oder ,familien ausarten2 sobald aber dieses eintritt1 den ,staat schwchen und das ,wesen der ,republik vernichten4 ,in ,florenz1 sagt er selbst1 waren alle innern ,zwistigkeiten von dieser verderblichen ,art4 ,daher wissen die ,florentiner die ,freiheit nicht zu behaupten1 und knnen die ,knechtschaft nicht ertragen48 ,in der ,that1 wenn man die innere ,geschichte von ,florenz berdenkt1 deren letzte ,katastrophen oben angegeben sind1 so findet man1 da die ,republik in den schlechten ,zeiten nur elende ,anarchie1 in den besseren maskirte ,monarchie gewesen war4 ,von der frhern ,zeit sagt ,macchiavelli im ,anfange des dritten ,buchs seiner ,geschichte3 ,die innern ,uneinigkeiten1 welche in ,rom ,wetteifer und ,streit erregten1 sind in ,florenz sehr frhe in ,factionen und innern ,krieg ausgeartet4 ,in ,rom veranlaten sie neue ,gesetze1 um abzuhelfen3 in ,florenz endigten sie stets mit ,mord und ,verbannung angesehener ,brger4 ,in ,rom dienten sie dazu1 da einzelne groe ,hupter sich erhoben4 ,in ,florenz haben sie ,alles gleich gemacht4 ,in ,rom wollte das ,volk der grten ,ehren gleich dem ,adel theilhaft werden4 ,in ,florenz wollte es ausschlielich herrschen4 ,die neuen erzwungenen ,gesetze waren daher ungerecht gegen den ,adel4 ,in ,rom wurden die ,niedriggebornen immer edler und fhiger1 die ,stellen zu bekleiden1 nach denen sie strebten4 ,durch ihre zunehmende ,kraft und ,talente ward der ,staat gro4 ,in ,florenz wurden die ,edlen aus den ffentlichen ,aemtern vertrieben1 und muten dem niedrigen ,volke gleich werden1 um zu jenen zu gelangen4 ,die edeln ,eigenschaften1 wodurch die ,mnner aus dem ,volke in ,rom den ,edelgebornen gleich zu werden trachteten1 wurden in ,florenz auch im ,adel ausgelscht4 ,so ward der ,staat immer niedriger und verchtlicher4 ,so wie ,rom durch den ,uebermuth der ,brger dahin gerieth1 da es nicht mehr ohne einen ,herrn bestehen konnte1 so kam es mit ,florenz dahin1 da jede ,verfassung durch eine geschickte ,hand aufgedrungen werden konnte48 ,die alten ,zwistigkeiten des ,adels mit dem ,volke1 von denen ,macchiavelli hier redet1 endigten um die ,mitte des vierzehnten ,jahrhunderts mit der ,tyrannei des ,herzogs von ,athen17#g7 der den ,florentinern durch neapolitanische ,waffen aufgedrungen ward4 ,aber nach der ,vertreibung desselben theilte sich das ,volk aufs ,neue in ,factionen der ,brger und des gemeinen ,pbels1 welche abermals den ,staat zerrissen1 bis die ,familie ,medici im fnfzehnten ,jahrhunderte mchtig genug ward1 ihm ,festigkeit und innere ,ruhe zu geben1 die jedoch von ,zeit zu ,zeit durch gewaltsame ,katastrophen unterbrochen ward4 ,als dieser ,zustand #adib mit dem ,tode des ,lorenzo von ,medici endigte1 und das ganze ,geschlecht desselben vertrieben ward1 lebte der demokratische ,geist wieder auf4 ,aber in einem ,staate1 in dem man so wenig ,brgergeist1 dafr desto mehr ,parteiwuth kannte1 war es nicht mglich1 einen dauerhaften ,zustand zu begrnden4 ,die ,familie der ,medici1 welche sechzig ,jahre lang 7von #adcb bis #adib7 mit so groem eignen ,ruhme ihr ,vaterland zu ,gre1 ,ehre und ,ruhm gefhrt1 und innerlich einigermaen ruhig gehalten hatte1 konnte dies nur dadurch bewirken1 da sie den ,staat durch eine ,partei regierte1 die sich hinter republikanische ,formen versteckte1 ohne dem ,volke wahren ,antheil an der ,verwaltung zu verstatten4 ,sie hatte bestndig1 wie man sich in unsern ,tagen ausdrcken wrde1 eine ,art von revolutionrer ,regierung gefhrt4 ,sie behaupteten nmlich1 wie ,macchiavelli ihnen vorwirft1 da ,florenz nicht anders regiert werden knne1 als durch eine von fnf zu fnf ,jahren zu wiederholende auerordentliche ,maregel1 7,ripigliar lo ,stato8 genannt71 wodurch die gefhrlichen ,brger willkrlich aus der ,stadt oder von ffentlichen ,aemtern entfernt1 diese aber eben so willkrlich mit ,hintansetzung aller vorgeschriebenen ,formen besetzt wurden3 das heit1 sagt ,macchiavelli1 alle fnf ,jahre den ,schrecken und die ,furcht erneuern1 wodurch das erste ,mal diejenigen ,menschen in die ,flucht geschlagen waren1 welche1 mit den ,medici zu reden1 schlecht gehandelt hatten4 ,wahrlich1 eine schne ,republik1 in welcher die ,formen1 ,gleichheit und ,theilnehmung so vieler ,brger an den ffentlichen ,angelegenheiten vorspiegeln1 in der ,that aber ,eine ,familie unumschrnkter herrscht1 als ein ,frst nur immer knnte2 wo diese ,familie um desto eiferschtiger ,alle entfernt1 deren ,ansprche sie frchtet1 weil sie das ffentlich anerkannte ,recht allezeit gegen sich hat6 ,cosmus ist ein groer ,mann1 ,lorenzo ein noch grerer ,mann gewesen4 ,aber ist der ,staat frei zu nennen1 wo solche ,mnner ausschlielich regieren1 und die andern alten ,geschlechter angesehener reicher ,brger1 in der ,verzweiflung ihr ,recht nicht durchsetzen zu knnen1 zu verrterischen ,anschlgen ihre ,zuflucht nehmen87#h7 ,wo die ,soderini sich herablassen mssen1 ,clienten zu werden1 und den ,pazzi1 unterdrckten ,nebenbuhlern1 nur ,meuchelmord brig bleibt1 um sich ,luft zu machen3 wo daher selbst ein ,mann wie ,lorenzo von ,medici seines ,lebens nicht sicher ist6 ,so dachte ,macchiavelli ber die ,verfassung seines ,vaterlandes vor dem ,exile der ,medici3 das beweist der ganze ,ton aller seiner ,schriften1 in denen er von den groen ,mnnern aus jenem ,hause stets mit ,lobe redet1 ihre ,nebenbuhler und die ,verschwrungen gegen sie nie tadelt4 ,nach der ,vertreibung dieser herrschenden ,partei1 #adid1 war zwar eine republikanische ,verfassung hergestellt1 allein es hatte weder der demokratische ,fanatiker ,savonarola1 den das ,volk eine ,zeit lang als einen ,propheten verehrte1 und als er einige ,prophezeiungen vorbrachte1 die nicht gefielen1 mit ,jubel verbrennen sah2 noch der redliche ,freund republikanischer ,gleichheit und allgemeiner ,gerechtigkeit1 ,piero ,soderini1 der einige ,jahre als ,gonfaloniere vergebliche ,bemhungen anwandte1 die ,verfassung zu befestigen1 etwas ,dauerndes zu ,stande bringen knnen4 ,dem ,letzten wirft ,macchiavelli vor1 da er sich die eitle ,hoffnung gemacht1 allen ghrenden ,stoff im ,staate durch ,geduld und ,gte zu beruhigen1 die ,feindschaften mit ,wohlthaten auszulschen1 und die ,republik dadurch zu befestigen1 da er selbst das ,beispiel gab1 die ,gesetze nie zu bertreten4 ,ein solcher ,charakter kann nicht verfehlen1 die allgemeinste ,hochachtung zu erregen3 er wird sogar von den ,feinden der ffentlichen ,ruhe gepriesen1 - von diesen aber eigentlich1 weil seine ,tugenden ihnen selbst ihr ,spiel erleichtern4 ,etwas krftiger noch drckte ,macchiavelli sein ,urtheil in einem ,sinngedichte aus1 das er in einer launigen ,stunde auf seinen demokratischen ,freund und ,gnner machte4 ,in der ,nacht1 da ,piero ,soderini starb1 fuhr die arme ,seele zur ,hlle hinab4 ,thrichter ,geist1 rief ,pluto ihr entgegen1 was willst du in der ,hlle8 ,geh du zum unschuldigen ,kinderteich68 ,macchiavelli behauptet1 und das wol nicht mit ,unrecht1 da ,soderini eine auerordentliche ,gewalt htte anwenden mssen1 um sich in den ,stand zu setzen1 fr die ,zukunft eine ,herrschaft der ,gesetze zu grnden4 ,wenn in einem verdorbenen ,zustande der ,dinge noch etwas zu hoffen ist18 sagt er1 so ist es von einem mchtigen ,manne1 der sich vorlufig zum ,herrn aufwirft1 um eine freie ,verfassung vorzuschreiben4 ,auf andere ,art ist es unmglich48 ,wer die ,eigenschaften besitzt1 wodurch man sich zur ,herrschaft emporschwingt1 der wird sich freilich nicht dazu verstehen1 einen solchen ,gebrauch von ihr zu machen3 und das wute ,macchiavelli selbst sehr gut4 ,indessen knnte er dennoch wol einen ,plan entworfen haben1 durch einen ,andern und auf andere ,art auszufhren1 was damals fehlgeschlagen war4 ,den1 der geboren ist zu handeln1 kann sein eignes treffendes ,urtheil1 die vollkommenste ,kenntni der ,welt1 die lebendigste ,ueberzeugung1 da nichts mehr auszurichten stehe1 nicht abhalten1 ,versuche zu machen1 die ihm selbst vergeblich scheinen4 ,er sieht ein1 da es besser wre1 alle ,plne aufzugeben1 wenn die ,werkzeuge zu ihrer ,ausfhrung nichts taugen4 ,er verspottet vielleicht die eitle ,hoffnung derer1 die es unternehmen1 mit schwachen thrichten ,menschen ,dinge auszurichten1 wozu ,kraft1 ,verstand1 ,beharrlichkeit nthig sind4 ,und in demselben ,augenblicke entwirft er selbst wieder ,plne1 die ,verstand1 ,muth1 ,beharrlichkeit erfordern3 weil der ,mann von krftigem ,verstande immerfort unwillkrlich solche ,entwrfe gebiert1 wie ein tchtiger ,baum gute ,frchte trgt4 ,das ist nicht poetische ,schwrmerei4 ,es gibt solche ,menschen1 und die grten ,dinge geschehen durch solche1 die sich nicht lange besinnen1 ob ein edler ,entwurf ausfhrbar sei2 die nicht warten zu beginnen1 bis der ,zufall und andre ,menschen das ,beste gethan haben2 sondern die im ,vertrauen auf die gute ,sache wagen1 und hoffen1 die ,umstnde werden ihnen zu ,hilfe kommen4 ,diese finden denn auch oft unerwartete ,untersttzung3 denn sie selbst beleben ,andere1 und wecken ,krfte1 deren ,dasein man nicht ahnte1 weil sie ohne solchen ,antrieb nie erwacht wren4 ,auf ,macchiavelli mchte dies ,alles freilich nicht recht anwendbar sein4 ,der dachte immer zunchst daran1 was ausgefhrt werden knnte4 ,wenn es nun aber durchaus unmglich war1 die ,verfassung aufrecht zu halten1 auf die sich alle ,entwrfe in glcklichen ,zeiten bezogen1 und die ,nothwendigkeit einleuchtete1 sich neuen ,verhltnissen zu unterwerfen1 so konnte auch wol ein redlicher ,freund der brgerlichen ,gleichheit dahin gebracht werden1 ihr nicht blos zu entsagen1 sondern selbst ,hand anzulegen1 etwas ,ertrgliches zu schaffen1 um nicht das ,unertrgliche unthtig zu leiden4 ,so haben auch in ,florenz spterhin1 als das ,schicksal durch den ,untergang des ,filippo ,strozzi die letzten ,auswege zur ,herstellung der ,republik versperrt hatte2 als ,alles1 was sich auf das ,alte bezog1 ,entwrfe des ,staatsmannes und ,verpflichtungen des ,brgers1 gleich ,trumen verschwanden2 als nichts mehr existirte1 worauf eine ,hoffnung gegrndet werden konnte1 und die neuen ,verhltnisse unter der schnell entwickelten ,uebermacht ,karls des ,fnften es durchaus erforderten1 da ,florenz einen ,herrn erhalte1 der sich des mchtigen kaiserlichen ,schutzes sicher halten konnte1 die geistvollsten und angesehensten ,mnner der ,republik den ,herzgen gehuldigt4 ,unter allen diesen ,umstnden1 aber auch nur unter solchen1 konnten ,mnner von ,ehre zu der neuen herrschenden ,partei bertreten4 ,macchiavelli that diesen ,schritt sehr frh1 und wie es sich bald zeigte1 voreilig4 ,es war zwar schon zu seiner ,zeit ,manches geschehen1 das eine innere groe ,vernderung in ,italien nothwendig nach sich ziehen mute4 ,franzosen1 ,spanier1 ,deutsche kmpften um den ,besitz dieses schnen ,landes4 ,durch innere ,uneinigkeit war es dahin gekommen1 da es schien1 die ,frage knne nur sein1 welche auswrtige ,macht ,herr werden solle4 ,das ,volk hate alle diese ,fremden in dem ,grade1 wie die sdlichen ,vlker hassen1 und wie der ,unwille unterdrckter und mihandelter ,vlker hat4 ,aber wie konnten die ,italiener die ,unabhngigkeit wieder erlangen1 die fr jedes ,volk1 das eigenthmliche ,denkart1 ,sitten1 ,sprache1 ,gesetze und ,verfassung hat1 das hchste ,gut1 und die ,bedingung aller ,glckseligkeit ausmacht8 ,dazu muten die gesammten ,krfte der ,nation in ,verbindung gebracht werden1 und eine einzige ,richtung erhalten4 ,dies konnte im damaligen ,augenblicke schwerlich durch einen ,andern geschehen1 als durch einen ,medici4 ,wenn denn ,italien der ,herrschaft der ,barbaren auf keine andere ,art entrissen werden kann1 und er das ,vaterland nicht anders erlsen will1 als wenn ,florenz sich unterwirft1 - nun so herrsche ,lorenzo ber ,florenz und ber ,italien4 ,wenn er das ,land befreit haben wird1 so mgen sich die ,florentiner selbst wieder von ihren ,tyrannen befreien und die ,republik herstellen1 - wenn sie knnen4 ,so mag ,macchiavelli gedacht haben1 als er dem ,lorenzo den ,weg zeigte1 zur ,herrschaft zu gelangen3 damit mag mancher ,italiener einverstanden gewesen sein4 ,eine solche ,entsagung konnte ihm lange nicht so viel kosten1 als andern ,anhngern der ,republik4 ,seine ,liebe zu ihr war ernstlich3 aber sie beruhte nicht auf dem tiefen ,gefhle des ,brgers1 dem ,gleichheit das erste ,gut ist1 und der ,alles lieber duldet1 als ,jemanden ber sich zu sehen4 ,sie entsprang nicht aus unerschtterlicher ,anhnglichkeit an vterliche ,sitte und ererbte ,verhltnisse4 ,das ,nachdenken ber vergangene ,zeiten und ,beobachtung der neuen hatte ihn gelehrt1 da in republikanischen ,staaten die ,leidenschaften geistvoller ,mnner den grten ,spielraum erhalten4 ,aus diesem ,gesichtspunkte beurtheilt er in seinen ,discursen ber den ,livius8 die rmische ,republik4 ,an der ,erhaltung des ,bestehenden lag ihm wenig4 ,ihm kam es nur darauf an1 seinen ,trieb zu unruhiger ,thtigkeit zu befriedigen4 ,fand in seinem ,vaterlande die ,verfassung nicht mehr statt1 die er selbst vorgezogen htte1 so ergriff der von ,catonischem ,eigensinne weit entfernte praktische ,geist1 dem auf cht ,italienisch virt8 nur ,thatkraft und ,verstand sie zu leiten bedeutete1 mit eben der ,lebhaftigkeit die ,idee1 die den neuen ,umstnden und den ,gesinnungen der ,mchtigen angemessen war1 und lie sie eben so geschwind wieder fahren4 ,macchiavelli hat nicht etwa in einer groen ,katastrophe seine ,grundstze verndert und ist zu einer ,gegenpartei einmal bergetreten3 sondern er hat sich bald der einen1 bald der andern ergeben1 und nur darauf gedacht1 fr den ,augenblick den ,entschlu zu fassen1 der ihm der klgste dnkte1 weil er in den ,verhltnissen des ,tages der ausfhrbarste schien4 ,er hielt es damals fr unvermeidlich1 da ,florenz sich unterwerfe3 so gab er dem ,lorenzo ,rathschlge1 um ihm die ,herrschaft zuzuwenden1 damit ,er es sei1 dem der neue ,frst sie1 wenigstens zum ,theil1 verdanke4 ,wer das wollte1 durfte nicht vielen ,bedenklichkeiten ber die ,wahl der ,mittel ,gehr geben3 und ,alles1 was in der ,zeit vorging1 htte auch wol einen ,mann von strengerer ,sittlichkeit1 als ,macchiavelli1 verleiten knnen1 sich ber das ,gefhl der ,menschlichkeit1 die gewissenhafte ,redlichkeit und die ,scheu vor moralischen ,geboten wegzusetzen1 um einen groen ,plan zum ,besten des ,volks auszufhren4 ,auch ein solcher htte wol sagen knnen3 es mu einmal regiert werden1 damit das ,volk der ,erfllung seiner eignen ,wnsche theilhaft und glcklich werden knne2 welches ,letztere wieder in ,macchiavelli's und seiner ,zeitgenossen ,sinne nichts ,anderes heit1 als politische ,leidenschaften befriedigen4 ,da sich aber die ,vlker nicht demjenigen unterwerfen1 der durch sittliche ,vorzge ber sie hervorragt1 und durch diese verdiente zu regieren1 so mge denn derjenige1 der zu herrschen versteht und die ,herrschaft zu ergreifen vermag1 sich derselben auf jedem ,wege bemchtigen1 auf dem man zu ihr gelangt4 ,die ,geschichte der ,zeit enthlt nichts als ,mord1 ,treulosigkeit1 ,verrtherei1 ,gewaltthtigkeit durch gedungene ,streiter4 ,was zur ,herrschaft fhrt1 ist gut3 so der allgemeine ,wahlspruch4 ,jeder erlaubte sich ,alles1 was den ,weg dazu bahnen konnte3 ,alle aber verfehlten ihren ,zweck1 weil sie nicht ,einsicht genug hatten1 die rechten ,mittel zu whlen1 und weil es ihnen in der gefhrlichen ,unternehmung an der ,selbstbeherrschung fehlte1 die dem ,mchtigen so schwer wird1 und doch so nthig ist1 zu verfolgen4 ,so ging jeder ,gewalthaber zu ,grunde1 die ganze ,nation ward eine ,beute fremder ,eroberer4 ,macchiavelli sah1 da der neue ,herzog von ,urbino denselben ,weg betreten wrde1 auf dem so ,viele vor ihm verunglckt waren4 ,wenn denn ,niemand ,anstand nimmt1 ,verbrechen zu begehen1 wodurch er zur ,herrschaft zu gelangen hofft1 so begeht1 ruft ,macchiavelli dem zu1 der danach strebt1 so begeht ,eure ,unthaten doch nur so1 da sie auch wirklich zum ,zwecke fhren4 ,die ,lehren1 welche ,macchiavelli hierzu ertheilt1 haben den eigenthmlichen ,charakter1 der ,alles auszeichnet1 was aus dem wirklichen ,leben geschpft ist4 ,sie sind nicht bloe ,erzeugnisse des ,nachdenkens1 ,resultate allgemeiner ,beobachtungen4 ,sie haben die ergreifende ,wahrheit der ,gemlde1 dergleichen das berlegenste ,talent nicht hervorbringt1 ohne durch wirkliche ,anschauung belebt zu sein4 ,man hatte in ,italien oft genug gewaltige ,menschen auftreten sehen1 die sich in dem leidenschaftlichen ,streben nach der ,herrschaft ber jede ,beschrnkung durch ,gesetz1 sittliches ,gefhl und menschliche ,empfindung gnzlich wegsetzten4 ,aber keiner von ihnen hatte das ,ma des ,verstandes besessen1 ohne den die ,immoralitt sich selbst zu ,grunde richtet4 ,in ,csar ,borgia1 mit dem ,macchiavelli durch ,verhandlungen ber die ,angelegenheiten seines ,vaterlandes in genaue ,verbindung gerathen war1 glaubte er das vollendete ,ideal eines ,mannes zu erkennen1 der das wirklich leisten knnte1 wonach so ,viele vergeblich gestrebt hatten4 ,von dieser ,vorstellung war er ergriffen4 ,alles1 was er ber die ,gesinnungen und ,talente geschrieben hat1 die zur ,befriedigung der ,herrschsucht fhren knnen1 ist durch das ,bild von jenem ,unholde1 der durch die ,schrfe des ,verstandes und ,entschlossenheit des ,geistes andern eben so schlechten ,menschen so sehr berlegen war1 beseelt4 ,lorenzo von ,medici war nicht der ,mann1 etwas ,aehnliches zu leisten4 ,er konnte wol durch den ,einflu seines ,oheims1 des ,papstes ,leo1 ,herzog von ,urbino werden1 aber nicht ,herr von ,florenz1 noch weniger ,haupt eines italienischen ,bundes4 ,hat ,macchiavelli ihn nicht genug gekannt8 ,oder hat er ihm den ,rath1 sich zur ,herrschaft emporzuschwingen1 vielleicht so gegeben1 wie er selbst im dritten ,buche seiner ,discurse im fnfunddreiigsten ,kapitel sagt1 da man den ,groen rathen msse8 ,diejenigen18 heit es hier1 welche einer ,republik oder auch einem ,frsten rathen1 kommen in ein ,gedrnge1 indem sie ihre ,pflicht verletzen1 wenn sie nicht ohne alle andere ,rcksicht den ,rath ertheilen1 der ihnen fr den ,staat oder den ,frsten der ntzlichste scheint2 so oft sie aber wirklich solche ,rathschlge angeben1 ,gefahr laufen1 das ,leben oder doch ihre ,stelle zu verlieren3 weil alle ,menschen doch darin blind sind1 da sie jeden guten oder schlechten ,anschlag nur nach dem ,ausgange beurteilen4 ,ich sehe keinen andern ,ausweg1 als seine ,meinung ohne ,leidenschaft und mit ,migung vorzutragen1 so da der ,frst1 wenn er sie befolgt1 seinen eignen ,willen zu thun glaube1 und da er nicht vom ,rathgeber mit ,ungestm verleitet zu werden scheine4 ,wenn du auf diese ,art deinen ,rath ertheilt hast1 so ist es nicht wahrscheinlich1 da ,volk oder ,frst dir bel wollen werden1 da dein ,rath nicht gegen den ,willen ,andrer durchgesetzt worden4 ,die ,gefahr entsteht1 wenn ,viele widersprechen1 die1 wenn die ,sache bel ausfllt1 sich vereinigen1 den ,rathgeber zu strzen4 ,bei jenem ,verfahren geht freilich der ,ruhm verloren1 der einzuernten ist1 wenn man ,rathschlge gegen den ,willen ,vieler durchsetzt1 und die ,sache gut ausfllt3 aber dagegen entstehen zwei ,vortheile4 ,erstens wird die ,gefahr vermieden1 und zweitens kannst du groe ,ehre einlegen1 wenn du einen ,rath mit ,migung ertheilst1 derselbe nicht befolgt wird wegen des erhobenen ,widerspruchs und der ,rathschlge ,andrer1 und alsdann groes ,ungemach entsteht48 ,hat ,macchiavelli vielleicht seine ,anschlge1 zur ,herrschaft zu gelangen1 dem ,lorenzo von ,medici in diesem ,sinne gegeben8 ,hatte derselbe ,verstand genug1 sie ganz zu fassen1 ,urtheil genug1 sie richtig anzuwenden1 ,dreistigkeit und ,beharrlichkeit1 sie auszuben - gelang ,alles3 gut1 so verdankte er seine ,gre dem ,unterrichte1 und der ,rathgeber konnte auf alle ,belohnungen ,anspruch machen1 die einen solchen ,dienst bekrnen4 ,fehlte es in irgend einem ,stcke1 so fiel ,lorenzo durch seine eigne ,schuld4 ,er hatte nicht recht begriffen1 nicht recht angewandt1 oder die ,ausfhrung war unvollkommen gewesen4 ,warum unternahm er ein so schweres ,werk1 dem er nicht gewachsen war1 und dessen ganze ,schwierigkeit ,macchiavelli ihm selbst so lebendig vor ,augen gestellt hatte8 ,diesem blieb alsdann immer noch brig es zu machen1 wie der ,graf von ,shaftesbury1 der dem ,knige ,karl dem ,zweiten ,rathschlge gab1 die die ,freiheit der englischen ,nation untergruben1 und darauf selbst diesen bermthigen1 leichtsinnigen und dennoch hinterlistigen ,frsten1 da er seine ,sache verdorben hatte1 im ,parlamente wegen jener ,verrthereien gegen die ,nation anklagte4 ,warum htte ,macchiavelli ,bedenken tragen sollen1 selbst mit einem ,frsten eben so umzugehen1 wie er diesen lehrt1 andre ,menschen zu behandeln1 die ihm zu ,werkzeugen dienen8 ,wir haben keinen ,timoleon vor uns1 keinen ,junius ,brutus1 keinen ,hampden1 keinen ,wilhelm ,tell3 sondern den verschmitzten ,unterhndler am franzsischen ,hofe1 ,freund des ,tyrannen von ,siena1 ,verehrer des ,knigs aller ,teufel seiner ,zeit1 des ,csar ,borgia4 ,der ,staatsmann mu auch mit solchen ,menschen umzugehen wissen4 ,er mu sich darauf verstehen1 sie zu behandeln2 er mu seine ,gefhle in sich verschlieen knnen1 um unvermeidliche ,verhltnisse mit ihnen zu benutzen1 oder doch unschdlich zu machen4 ,aber das unaufhrliche ,treiben in solchen ,verbindungen ist stets gefhrlich4 ,es ist sehr schwer1 dabei sein eignes ,gemth unbefleckt zu erhalten4 ,die ,gewohnheit1 seine ,empfindungen zu verlugnen1 stumpft sie ab4 ,man vergit am ,ende die natrlichsten ,gesichtspunkte1 die einfachsten ,wahrheiten1 und wird durch die ,kunstgriffe seines eignen ,verstandes aus seinem wahren ,charakter herausgeworfen3 man wei selbst nicht1 wie4 ,ein ,werk1 wie das ,buch vom ,frsten1 einem groen ,herrn vorzulegen1 und es von sich bekannt werden zu lassen1 da man solche ,rathschlge gebe1 war ein gewagtes ,stck4 ,aber ,macchiavelli berlie sich der politischen ,intrigue mit vollkommner ,zuversicht zu sich selbst4 ,er glaubte damit spielen zu knnen1 weil er sich auf seine ,kraft des ,verstandes1 die ,sicherheit seines ,urtheils und seine dreiste ,entschlossenheit verlie4 ,wie manche ,menschen1 denen ,niemand diese ,vorzge zugestehen wird1 mchten ihm dennoch gern nachahmen6 ,alle1 die sich ihn zum ,muster nehmen und mit einer ,geschmeidigkeit des ,verstandes1 die sie macchiavellisch nennen1 die ,schwche ihres ,charakters1 ihre ,eitelkeit1 ihren ,leichtsinn zu beschnigen suchen1 mgen sich zur ,warnung dienen lassen1 was ihrem angeblichen ,vorbilde begegnete1 als der ,tod des ,herzogs von ,urbino ,gelegenheit zu neuen ,versuchen fr die ,herstellung der ,republik gab1 und einer derselben endlich gelang4 ,welchen hlichen ,contrast damit bildete das ,buch vom ,frsten6 ,der ,verfasser htte das ,meisterstck seiner ,feder gern unterdrckt3 aber es hatte sogleich1 nachdem er es aus den ,hnden gegeben1 zu viele ,bewundrer gefunden3 so verlor er den endlichen ,lohn so vieler gefahrvoller und mit schwerem ,leiden verbitterter ,unternehmungen1 weil er nicht1 einer ,partei standhaft ergeben1 mit ,beharrlichkeit hatte erwarten mgen1 ob das ,schicksal ihr vergnnen wrde1 das ,haupt wieder zu erheben4 ,wer unter allen ,umstnden etwas bedeuten will1 jedem ,herrn und zu jedem ,zwecke dient1 nur damit ,er etwas gelte1 verfehlt das ,ziel1 nach dem er mit allzu groer ,begierde sich bereilt4 ,aller ,aufwand von ,verstand und ,talenten ist unzureichend1 um eine wirklich groe ,rolle zu spielen3 dazu gehrt ein groer ,charakter4 ,durch die allzu rege unruhige ,eitelkeit wird das schrfste ,urtheil irre gemacht1 und die ,dreistigkeit im ,denken ist oft nur eine ,versuchung mehr1 sich verderblichen ,anschlgen zu berlassen4 ,ueberhaupt hat derjenige1 der mit besonnener ,migung nach dem ,besitze uerer ,gter strebt1 weit mehr ,wahrscheinlichkeit sie zu erhalten1 als der1 dem sie um keinen ,preis zu theuer sind1 und der sie unter jeder ,bedingung besitzen will4 ,der ,eigensinn der rastlosen ,begierde erregt gemeiniglich selbst unberwindliche ,schwierigkeiten4 ,sogar die ffentliche ,achtung1 welche den ,gegenstand des edelsten ,triebes ausmacht1 darf nicht allzu begierig gesucht werden4 ,sie ist von der freien ,gesinnung der ,menschen1 mithin auch von ihrer ,laune abhngig4 ,sie lt sich nicht abbringen1 folgt aber freiwillig dem1 der sie verdient1 ohne sie zu begehren4 ,bemerken die ,menschen1 da man sich ngstlich um ihren ,beifall bemht1 so widerstrebt ihre ,selbstsucht4 ,der ,neid versteckt sich hinter dem ,vorwand1 es sei nur auf die ,befriedigung des ,ehrgeizes und der ,herrschsucht abgesehen4 ,wer sich aber nicht in seinen ,bemhungen fr ,zwecke1 die den ,beifall der ,menschen verdienen1 durch die ,begierde nach dem ,genusse dieses uern ,lohns irre machen lt1 und niemals seinem eignen ,bewutsein die fremde ,bewunderung vorzieht1 dem wird auch diese letzte nicht entgehen4 ,wenn man das ,buch vom ,frsten richtig schtzen will1 so mu man nicht vergessen1 da der ,verfasser nirgends in der ,geschichte als ,hauptperson erscheint1 sondern immer nur eine untergeordnete ,rolle spielt4 ,es rhrt von einem trefflichen ,beobachter her1 der in die handelnde ,welt mit eingegriffen hatte1 sich aber nicht berufen fhlte1 seine ,lehren selbst in ,ausbung zu bringen4 ,die ,schriften solcher ,mnner1 welche die ,grundstze1 die sie aufstellen1 aus ihren eignen ,handlungen nehmen1 haben einen ganz andern ,charakter4 ,vielleicht ist mehr ,wahrheit in den ,erzhlungen einfacher ,beobachter2 denn es hat doch schwerlich jemals ein ,mann1 der groe ,dinge geleistet hatte1 von sich selbst geschrieben1 ohne da sein ,wunsch1 der ,welt etwas anders zu erscheinen als in seinem eignen ,bewutsein1 einigen ,einflu auf seine ,darstellung gehabt htte4 ,aber dagegen sprechen die ,empfindungen mit mehr ,lebendigkeit in den ,werken derer1 die von eignen ,handlungen reden4 ,es ist doch etwas ,andres1 zu sagen1 was man selbst gethan1 oder in allem ,ernste bereit ist zu thun2 oder ,plne anzugeben1 die ,andre ausfhren sollen4 ,bei diesen ,spielen des ,verstandes setzt man sich ber ,alles weg3 sobald man aber selbst handeln soll1 erscheinen die ,dinge ganz anders1 und alsdann lassen die ,einwendungen des ,gewissens sich nicht so abweisen4 ,es ist noch immer die ,frage3 ob ,macchiavelli1 wenngleich er nach den ,aussagen von ,schriftstellern1 die ihm nicht aus politischen ,grnden abgeneigt waren1 im ,privatleben ein schlechter ,mensch8 gewesen sein soll1 das ,alles htte thun mgen1 was er1 der wohl wute1 da er nicht ,frst werden wrde1 demjenigen rieth1 der danach strebte4 ,es gibt ,menschen1 bei denen alle ,krfte in den ,kopf treiben2 die mit der durchdringendsten ,schrfe des ,verstandes ,alles durchschauen und zu jedem mglichen ,zwecke die ,mittel auf das ,treffendste anzugeben wissen3 die aber in der ,beurtheilung der ,zwecke von ihrer eignen ,einbildungskraft oder von ,vorspiegelungen ,anderer leicht irre gefhrt werden4 ,solche ,mnner sind recht gemacht1 als ,rathgeber zu glnzen4 ,man hrt sie gern1 weil sie nichts gegen die ,absichten einwenden1 die die ,neigung einflt und sich so gut darauf verstehen1 diese ,zwecke zu erreichen4 ,aber sie sind gefhrliche ,rathgeber4 ,denn weil die ,zweckmigkeit aller ,mittel sie weit mehr interessirt1 als die ,beschaffenheit der ,zwecke selbst1 so berlassen sie sich dreist allen ,combinationen des ,witzes2 und das um so viel mehr1 wenn sie nicht selbst ausfhren sollen1 was sie ausgedacht haben4 ,man findet daher auch bei ihnen mit dem bewunderungswrdigsten ,verstande eine ,versatilitt in den ,grundstzen und ,absichten1 die unbegreiflich scheint1 bis man bemerkt1 da es nicht die ,sachen selbst sind1 an denen sie ,freude finden2 da es in einem wie im andern ,falle nur das ,spiel des ,verstandes ist1 das sie interessirte4 ,ist vollends das ,talent des ,redners oder ,schriftstellers mit jenen ,vorzgen verbunden1 so werden leicht die edelsten ,gesinnungen und grten ,ideen nur als ,mittel angesehen1 ,plne des ,augenblicks auszufhren1 und nach der ,wirkung1 die der ,ausdruck derselben auf den ,zuhrer oder ,leser macht1 geschtzt4 ,der ,umstand1 da ,macchiavelli einen groen ,theil der ,achtung seiner ,zeitgenossen seinen schriftstellerischen ,talenten verdankte1 ist sehr wichtig4 ,wenn aus dem ,bisherigen klar wird1 wie er ein solches ,buch hat schreiben knnen1 so ist noch etwas ,unbegreifliches darin1 da er es bekannt gemacht hat4 ,derjenige1 dem der ,rath gegeben wird1 sein ,wort zu brechen1 und der es eingesteht1 da er diesen ,rath befolgen wird1 kann sich schwerlich versprechen1 ,glauben zu finden4 ,das ,buch vom ,frsten ist voll solcher ,anschlge1 die vereitelt sind1 sobald sie bekannt werden4 ,aber ,macchiavelli konnte sich nicht enthalten1 das ,lieblingskind seines ,geistes1 das ,meisterstck seines ,scharfsinns und seiner unvergleichlichen ,feder1 zur ,bewunderung aufzustellen2 und es war der allgemeinen ,denkart der ,groen so angemessen1 da selbst diejenigen1 fr die es zunchst bestimmt war1 kein ,arg daraus hatten1 es knne ihnen schaden4 ,es ging also aus einer ,hand in die andere4 ,gedruckt ward es indessen erst nach des ,verfassers ,tode47#i7 ,papst ,clemens der ,siebente1 ein ,medici1 naher ,verwandter des ,lorenzo1 dem es zugeeignet ist1 verstattete unbedenklich die ffentliche ,bekanntmachung durch den ,druck2 und eben dies beweist sehr deutlich1 wie sehr die darin herrschende ,gesinnung mit der allgemeinen ,denkart der ,nation bereinstimmte4 ,eben so hat ,gregor der ,dreizehnte kein ,arg daraus gehabt1 was seine ,billigung der ,pariser ,bluthochzeit fr eine ,wirkung in der christlichen ,welt thun wrde4 ,in beiden ,fllen sah der ppstliche ,hof1 der nie zurckgeht1 sich durch die allgemeine ,stimme genthigt1 einen ffentlichen ,schritt zu thun1 um das ,aergerni zu heben4 ,als das ,geschrei ber ,macchiavelli's ,frsten laut wurde1 verdammte ,paul der ,vierte das ,buch #aeei4 ,der ,scandal dauerte fort1 und ward so arg1 da #aeib einem ,enkel des ,verfassers1 dem ,niccolo ,macchiavelli1 in ,gemeinschaft mit einem ,neffen desselben1 ,giuliano de' ,ricci1 der ,auftrag gegeben ward1 das ,tadelnswrdige aus dem ,werke wegzuschaffen4 ,da aber ,niemand ,interesse daran hatte1 sie zu einer ,arbeit anzutreiben1 deren ,absicht durch die ,ankndigung schon erreicht war1 so unterblieb sie1 und das ,buch ward bis heute unzhlige ,male unverndert so aufgelegt1 wie es hier folgt4 ,,das ,,buch ,,vom ,f,,rsten4 99,zueignung99 an den ,gromchtigen ,lorenzo1 ,sohn des ,piero1 von ,medici47#aj7 ,diejenigen1 welche die ,gunst eines ,frsten zu erwerben trachten1 pflegen sich ihm mit dem zu nhern1 was ihnen unter ,allem1 das sie besitzen1 das ,liebste ist1 oder ihm am meisten zu gefallen scheint3 daher ihm so oft ,pferde1 ,waffen1 ,teppiche1 ,edelsteine und andre ,zierrathen berreicht werden1 die seiner ,gre wrdig scheinen4 ,indem ich mich ,euch1 gromchtiger ,herr1 mit einem ,beweise meiner unterthnigen ,ergebenheit zu nahen wnsche1 finde ich nichts in meinem ,vorrathe1 was mir werther wre1 oder ich hher schtzte1 als die ,kenntni der ,handlungen groer ,mnner1 die ich durch lange ,erfahrung der neuern ,zeit und unablssiges ,lesen der ,alten erworben4 ,diese habe ich mit groem ,fleie lange durchdacht und geprft1 und jetzt in ein kleines ,buch zusammengefat1 welches ich ,euch berreiche1 gromchtiger ,herr4 ,und obgleich ich einsehe1 da es nicht werth sei1 vor ,euch gebracht zu werden1 so hoffe ich doch von ,eurer freundlichen ,gemthsart1 es werde gut aufgenommen werden1 in ,anbetracht1 da ich kein greres ,geschenk zu geben vermag1 als dieses1 welches in den ,stand setzt1 in so kurzer ,zeit ,alles einzusehen1 was ich in vielen ,jahren1 mit so vielen ,gefahren und ,mhseligkeiten erlernt und begriffen habe4 ,dieses ,werk ist von mir nicht geschmckt1 noch mit vielem ,wortgeprnge oder anderer ,schminke und uerer ,zierde aufgeputzt1 wie viele ,andre ihre ,werke zu schreiben und zu schmcken pflegen3 weil ich wollte1 da die ,sache selbst sich ehre und die ,wahrheit des ,inhalts und der ,ernst der ,ausfhrung allein das ,buch empfehle4 ,es werde mir aber nicht als eine ,anmaung ausgelegt1 da ich1 ein ,mann von geringem ,stande1 es wage1 ber die ,handlungen der ,groen zu urtheilen1 und mich erdreiste sie zurecht zu weisen4 ,denn so wie diejenigen1 welche ,landschaften aufnehmen1 in die ,ebene herabsteigen1 um die ,gestalt der ,berge und ,hhen zu betrachten1 und auf die ,berge steigen1 um die ,thler zu beobachten1 so erkennen zwar die ,groen am besten die ,natur des ,volkes2 um aber die ,frsten zu kennen1 mu man aus dem ,volke sein4 ,nehmt daher1 gromchtiger ,herr1 dieses kleine ,geschenk1 in der ,gesinnung1 mit welcher ich es berreiche4 ,ihr werdet darin einen brennenden ,wunsch sehen1 da ,ihr zu der ,gre gelangt1 zu welcher ,euch die ,glcksumstnde und andre ,eigenschaften bestimmt haben4 ,wenn ,eure ,hoheit aber von ,eurem erhabnen ,standpunkte auf die niedern ,orte herabsieht1 in denen ich mich befinde1 so werdet ,ihr erkennen1 mit welchem ,unrechte ich ein anhaltendes widriges ,schicksal ertragen mu4 #a4 ,verschiedene ,arten der ,herrschaft1 und ,wege1 zu ihr zu gelangen4 ,alle ,staaten und ,gewalten1 welche ,herrschaft ber die ,menschen gehabt haben und noch haben1 sind ,republiken oder ,frstenthmer4 ,diese sind entweder ererbt1 indem sie von dem ,geschlechte des ,herrschers schon lange regiert worden sind2 oder sie sind neu errichtet4 ,die neuen sind entweder von ,grund aus neu1 so wie die ,herrschaft des ,franz ,sforza zu ,mailand2 oder sie sind nur als ,theile dem erblichen ,staate dessen1 der das ,land erwirbt1 hinzugefgt1 wie z4 ,b4 das ,knigreich ,neapel dem ,knige von ,spanien gehrt4 ,solche neu erworbene ,staaten sind entweder schon frher an die ,herrschaft gewhnt gewesen1 oder die ,freiheit ist in ihnen hergebracht4 ,sie werden erworben3 durch fremde ,gewalt1 oder durch eigne ,krfte2 durch ,glck1 oder durch ,tapferkeit4 #b4 ,von den erblichen ,frstenthmern4 ,von ,republiken will ich nicht reden1 weil dies von mir bereits in einem andern ,werke ausfhrlich geschehen ist4 ,ich wende mich zur ,alleinherrschaft1 und werde nach der oben angegebenen ,ordnung errtern1 wie solche erworben und behauptet werden kann4 ,ich sage also1 da in den erblichen ,frstenthmern1 die an die ,dynastie ihrer ,herren gewhnt sind1 viel weniger ,schwierigkeiten entstehen1 sie zu erhalten und zu behaupten1 als bei neuen3 weil es nur darauf ankommt1 die ,verhltnisse1 so wie sie unter den ,vorfahren waren1 nicht zu verndern1 und bei allen ,vorfllen in die ,gelegenheit zu sehen4 ,ein solcher ,frst wird sich also stets auf dem ,throne erhalten1 es sei denn1 da ganz ungewhnliche und auerordentliche uere ,gewalt ihn desselben beraube2 und wird er der ,herrschaft beraubt1 so vermag er sie wieder zu erlangen1 sobald dem1 der sie ergriffen hat1 etwas ,widriges begegnet4 ,wir haben in ,italien ein ,beispiel an dem ,herzoge von ,ferrara1 der den ,venezianern im ,jahre #adhd und darauf dem ,papst ,julius dem ,zweiten durch nichts ,anderes ,widerstand geleistet hat1 als durch seine in langer ,zeit fest begrndete ,herrschaft4 ,denn der angeborne ,frst hat weniger ,veranlassung1 und ist selten in der ,nothwendigkeit1 zu beleidigen4 ,er ist daher mehr beliebt1 und es ist natrlich1 da die ,seinigen ihm wohlwollen1 wenn er sich nicht durch auerordentliche ,last verhat macht4 ,in der ,lnge der ,zeit einer fortgesetzten ,herrschaft wird die ,veranlassung und die ,erinnerung der ,neuerungen vergessen1 wohingegen ,eine ,neuerung immer durch sich selbst die ,veranlassung zu andern nachfolgenden zurcklt4 #c4 ,von vermischten ,herrschaften4 ,aber die neuen ,herrschaften sind ganz andern ,schwierigkeiten unterworfen4 ,und zwar erstens1 wenn nicht das ganze ,reich neu ist1 sondern nur ein ,theil davon1 und es also ein vermischtes ,reich genannt werden knnte1 so entstehen gewaltsame ,vernderungen aus natrlicher ,schwierigkeit1 welche allen neuen ,herrschaften gemein ist1 und daher rhrt1 da die ,menschen gern ihren ,herrn verndern1 in ,hoffnung1 da es besser werden knne1 und die ,waffen hierauf ergreifen3 darin aber irren sie1 indem sie bald erfahren1 da es schlimmer wird4 ,und das liegt wieder in der ,natur der ,dinge3 weil der neue ,herr seine ,unterthanen mit ,soldaten und auf manche andre ,art zu bedrcken genthigt ist1 blos weil die ,herrschaft neu ist4 ,du wirst also alle diejenigen zu ,feinden haben1 die du durch die ,eroberung selbst beleidigt hast1 ohne diejenigen1 durch deren ,hilfe du ,herr geworden bist1 zu ,freunden zu behalten1 weil du sie nicht nach ihren ,wnschen befriedigen kannst1 und auch keine krftigen ,heilmittel anwenden darfst1 wegen der ,dankbarkeit1 die du ihnen schuldig bist4 ,denn auch der ,mchtigste bedarf der ,begnstigung von ,einheimischen1 um in das ,land einzudringen4 ,aus dieser ,ursache hat ,ludwig der ,zwlfte von ,frankreich ,mailand so geschwind erobert1 und so geschwind wieder verloren4 ,das erste ,mal war die eigne ,kraft des vertriebenen ,herzogs ,ludwig ,sforza hinreichend1 weil das ,volk1 das jenen eingefhrt hatte und sich in seiner ,hoffnung getuscht fand1 den ,widerwillen gegen die neue ,herrschaft nicht ertragen mochte4 ,es ist wahr1 da so zum zweiten ,male eroberte ,lnder nicht wieder so leicht verloren gehen1 weil der ,herr von der ,rebellion ,veranlassung nimmt1 sich durch strenge ,maregeln zu sichern1 ,verbrecher zu strafen1 ,verdacht aufzuklren1 und an den schwachen ,stellen ,vorkehrungen zu treffen4 ,wenn es1 um ,mailand den ,franzosen zu entreien1 das erste ,mal hinreichend war1 da ein ,herzog ,ludwig an der ,grenze ,rumor anfing1 so mute sich zum zweiten ,male die ganze ,welt dagegen vereinigen1 um die franzsischen ,heere zu vernichten oder zu vertreiben4 ,die ,ursachen sind oben angegeben4 ,dennoch verlor ,frankreich das mailndische ,gebiet zum zweiten ,male4 ,die allgemeinen ,veranlassungen der ersten ,begebenheit sind erzhlt2 es bleibt also noch brig1 die ,ursachen der zweiten zu betrachten1 und die ,mittel anzugeben1 wie man sich in solcher ,lage besser behaupten kann1 als der ,knig von ,frankreich gethan hat4 ,ich sage also1 da solche ,provinzen1 welche erobert und mit den alten ,staaten des ,eroberers verbunden werden1 entweder zu demselben ,lande gehren und dieselbe ,sprache reden1 oder nicht4 ,in dem ersten ,falle ist es sehr leicht1 sie festzuhalten1 vorzglich1 wenn sie nicht an ,unabhngigkeit gewhnt gewesen sind4 ,um sie mit ,sicherheit zu beherrschen1 ist es hinreichend1 die ,familie ihrer vorigen ,beherrscher auszurotten2 denn weil die ,einwohner ihre alten ,gewohnheiten und ,verhltnisse beibehalten1 auch brigens gleiche ,sitten mit ihren neuen ,mitunterthanen haben1 so leben sie ruhig2 wie man es in der ,bretagne1 ,gascogne1 ,normandie gesehen hat1 welche schon lange mit ,frankreich verbunden sind4 ,wenngleich zwischen diesen ,provinzen und dem brigen ,frankreich in der ,sprache geringer ,unterschied ist1 so kommen doch die ,sitten berein1 und daher vertragen sie sich leicht mit einander4 ,wer solche ,provinzen erobert hat und sie behalten will1 mu auf zwei ,dinge ,rcksicht nehmen4 ,erstens3 die ,familie der vorigen ,regenten zu verlschen2 zweitens3 die alten ,gesetze und ,verfassungen nicht abzundern3 so werden alte und neue ,staaten baldmglichst zu einem ,ganzen zusammenschmelzen4 ,aber wenn ,provinzen eines ,landes erobert werden1 das an ,sprache1 ,sitten1 ,verfassung verschieden ist1 so entstehen ,schwierigkeiten1 und es gehrt viel ,glck und groe ,bemhung dazu1 sie zu behalten47#aa7 ,eines der krftigsten ,mittel ist1 da der ,eroberer selbst sich hinbegebe1 um daselbst seinen ,wohnsitz aufzuschlagen4 ,dadurch wird der ,besitz gesichert und dauerhaft4 ,so haben es die ,trken mit dem griechischen ,reiche gemacht1 welches sie trotz aller andern angewandten ,bemhungen nicht htten behaupten knnen1 wenn sie nicht die ,residenz in ,konstantinopel genommen htten4 ,denn wenn der ,regent sich selbst da befindet1 so sieht er alle ,unordnungen in ihrer ,entstehung und kann geschwind abhelfen4 ,ist er nicht gegenwrtig1 so vernimmt er sie erst1 wenn sie schon sehr angewachsen sind1 und keine ,hilfe mehr ist4 ,auerdem wird das ,land nicht von den ,beamten des ,regenten ausgeplndert3 es beruhigt die ,einwohner1 zu ihm selbst seine ,zuflucht nehmen zu knnen4 ,ist er gut1 so wird er geliebt2 wo nicht1 so wird er doch gefrchtet4 ,fremde1 die den ,staat angreifen mchten1 haben mehr ,rcksicht zu nehmen4 ,so lange der ,regent da wohnt1 ist es schwer1 ihn dessen zu berauben4 ,das zweite vorzgliche ,mittel ist1 ,colonien an einen oder zwei ,orte zu senden1 die ,schlssel des ,landes sind4 ,dies ist nothwendig4 ,wer es unterlt1 mu wenigstens hinreichende ,kriegsmacht daselbst halten4 ,die ,colonien kosten dem ,frsten nicht viel4 ,er besetzt sie ohne vielen ,aufwand und beleidigt nur diejenigen1 die von ,haus und ,hof vertrieben werden1 um neuen ,bewohnern ,platz zu machen4 ,dies ist immer nur der kleinere ,theil4 ,diese ,beleidigten leben zerstreut und sind arm3 sie knnen wenig schaden1 und alle brigen werden leicht beruhigt1 oder sie frchten sich1 da es ihnen so ergehen mchte wie ,jenen1 wenn sie sich rhrten4 ,wohl zu merken ist1 da die ,menschen entweder zur ,ruhe geschmeichelt1 oder vernichtet werden mssen4 ,denn wegen geringer ,beleidigungen rchen sie sich2 wegen groer vermgen sie das nicht4 ,jede ,verletzung mu also so zugefgt werden1 da keine ,rache zu besorgen ist4 ,wird statt der ,colonien ,besatzung gehalten1 so kostet das so viel1 da die ,einknfte des neuen ,staats daraufgehen4 ,die ,eroberung schlgt also zum ,schaden aus und verletzt weit mehr1 weil sie den ganzen neuen ,staat trifft4 ,jeder fhlt die ,last der ,einquartierung1 und ,jeder wird ,feind2 diese ,feinde aber bleiben1 wenn sie geschlagen sind1 in ihren eignen ,wohnungen4 ,nach allen ,seiten also ist diese ,besatzung schdlich3 die ,colonien hingegen sind ntzlich4 ,ferner mu der ,herr einer solchen fr sich bestehenden abgesonderten ,provinz sich zum ,oberhaupte und ,beschtzer der schwchern ,nachbarn machen1 und die ,mchtigen unter ihnen zu schwchen suchen3 vor allen ,dingen aber verhindern1 da kein andrer ,fremder1 der so mchtig wre als er selbst1 hereindringt4 ,solche werden immer von ,unzufriedenen1 aus ,ehrgeiz oder aus ,furcht hereingelassen4 ,man hat einst gesehen1 da die ,rmer durch die ,aetolier nach ,griechenland gelassen wurden4 ,eben so sind sie in alle ,lnder1 in die sie gedrungen1 durch die ,einwohner hereingerufen4 ,es geht damit also zu4 ,sobald ein ,fremder in einem ,lande ,fu fat1 so hngen sich alle ,mindermchtigen in demselben an ihn1 aus ,neid gegen denjenigen1 der im ,lande selbst der ,mchtigste war4 ,gegen jene ,mindermchtigen ist also nur wenig zu thun4 ,sie sind leicht gewonnen1 und machen gemeinschaftliche ,sache mit dem neu eingedrungenen4 ,dieser hat nur zu sorgen1 da jene nicht mchtiger werden2 und er kann leicht diejenigen1 welche das ,haupt emporheben1 niederdrcken1 und also selbst die ,oberhand behalten4 ,wer diese ,verhltnisse nicht gut zu regieren wei1 verliert seine ,eroberung1 und hat unendliche ,mhe und ,verdru1 so lange er sie behlt4 ,die ,rmer fhrten ihre ,sache in den eroberten ,provinzen sehr gut1 sandten ,colonien hin1 untersttzten die ,schwachen1 ohne sie zu stark werden zu lassen1 demthigten die ,mchtigen1 und lieen das ,ansehen mchtiger ,fremden nicht aufkommen4 ,griechenland dient hinlnglich zum ,beispiele4 ,sie hielten die ,acher und ,aetolier aufrecht1 sie erniedrigten die ,knige von ,macedonien1 vertrieben den ,antiochus4 ,acher und ,aetolier konnten durch alle ihre ,verdienste um sie doch nicht die ,erlaubni auswirken1 irgend einen ,staat mit sich zu verbinden2 durch alle ,schmeicheleien des ,philipp lieen sie sich nicht verleiten1 seine ,freunde zu sein1 ohne ihn niederzuhalten2 ,antiochus konnte mit aller seiner ,macht nicht bewirken1 da sie ihm zugestanden htten1 in ,griechenland festen ,fu zu fassen4 ,die ,rmer thaten in diesen ,fllen1 was alle vorsichtigen ,regenten thun mssen1 welche nicht allein auf die gegenwrtigen1 sondern auch auf die knftigen ,unruhen achten und diesen begegnen4 ,was man von ferne kommen sieht1 dem ist leicht abzuhelfen2 wenn man aber wartet1 bis das ,uebel da ist1 so kommt die ,arznei zu spt17#ab7 und es geht1 wie die ,aerzte von der ,lungensucht sagen3 da sie zu ,anfang leicht zu heilen1 aber schwer zu erkennen2 wenn sie aber im ,anfange verkannt worden1 in der ,folge leicht zu erkennen und schwer zu heilen sei4 ,eben so geht es dem ,staate4 ,auch in ihm sind die ,uebel1 die man von fern erkennt1 7das vermag aber nur der1 welcher ,verstand hat7 leicht und geschwind geheilt2 hat man sie aber so weit anwachsen lassen1 da ,jeder sie erkennt1 so ist kein ,mittel mehr dagegen zu finden4 ,die ,rmer also sahen die ,verlegenheiten1 ehe sie entstanden1 von ferne1 und lieen sie nicht nher kommen1 um einen ,krieg fr den ,augenblick zu vermeiden4 ,denn sie wuten1 da man einem ,kriege nicht so entgeht1 wol aber nur zum ,vortheile des ,gegners aufschiebt4 ,sie beschlossen also mit ,philipp und ,antiochus in ,griechenland ,krieg zu fhren1 um ihn nicht in ,italien selbst bestehen zu mssen4 ,sie konnten ihn zu der ,zeit wohl vermeiden2 aber es gefiel ihnen nicht1 was die ,weisen unsrer ,zeit im ,munde fhren3 ,zeit gewonnen1 ,alles gewonnen4 ,sie verlieen sich vielmehr auf ihre ,tapferkeit und ,klugheit4 ,denn die ,zeit treibt ,alles vor sich her1 ,gutes wie ,schlimmes2 ,schlimmes fhrt sie aber auch eben so leicht herbei als ,gutes4 ,jetzt wende ich mich zu ,frankreich und will untersuchen1 ob es eine hnliche ,politik beobachtet habe1 und zwar rede ich von ,ludwig dem ,zwlften1 und nicht von ,karl dem ,achten1 weil jener sich lnger in ,italien gehalten hat1 und der ,gang seiner ,unternehmungen daher klarer vor ,augen liegt4 ,wir werden also sehen1 wie er das ,gegentheil von ,allem gethan hat1 was geschehen mu1 um in einem fremden ,lande ,provinzen zu behaupten4 ,ludwig der ,zwlfte ward in ,italien durch den ,ehrgeiz der ,venezianer eingefhrt1 welche die ,hlfte von ,mailand dadurch zu erwerben hofften4 ,ich will diese seine ,unternehmung nicht tadeln2 denn da er einmal in ,italien ,fu fassen wollte1 und wegen des ,betragens seines ,vorfahren1 ,karl des ,achten1 keine ,freunde in diesem ,lande hatte1 so mute er wol die ,verbindungen knpfen1 die sich anboten3 und die ,sache wre auch gelungen1 wenn er keinen anderweiten ,fehler gemacht htte4 ,so wie der ,knig die ,lombardei eroberte1 ward der ,ruf1 den ,karl verloren hatte1 bald wieder gewonnen2 ,genua fiel1 und die ,florentiner traten auf seine ,seite4 ,alles kam ihm entgegen1 der ,marchese von ,mantua1 der ,herzog von ,ferrara1 ,bentivoglio 7welcher ,bologna inne hatte71 die ,dame von ,forli1 die ,herren von ,faenza1 von ,pesaro1 von ,rimini1 von ,camerino1 von ,piombino1 die ,republiken ,lucca1 ,pisa1 ,siena1 ,alles bewarb sich um seine ,freundschaft4 ,und nun konnten die ,venezianer schon einsehen1 wie unberlegt sie gehandelt hatten1 als sie1 um selbst zwei ,stdte zu erlangen1 ihn zum ,herrn von zwei ,dritttheilen von ganz ,italien gemacht hatten4 ,jeder kann sehen1 wie leicht es dem ,knige gewesen wre1 sein ,ansehen in ,italien zu behaupten1 wenn er die erwhnten ,grundstze befolgt1 und dem groen ,haufen seiner ,freunde durch seinen ,schutz ,sicherheit gewhrt htte4 ,die groe ,zahl derselben mute ihm wol anhngen1 denn sie waren insgesammt schwach und frchteten1 einige den heiligen ,stuhl1 andere die ,venezianer2 durch sie aber konnte er wieder ,alles1 was noch gro und mchtig im ,lande war1 im ,zaume halten4 ,kaum aber war er ,herr von ,mailand1 so that er das ,gegentheil1 indem er dem ,papst ,alexander dem ,sechsten zur ,herrschaft in der ,provinz ,romagna verhalf4 ,er bemerkte nicht1 da er durch diese ,entschlieung sich selbst ,freunde und ,anhnger nahm1 und den ,papst erhob1 da er diesem zu seinem so krftigen geistlichen ,ansehen noch so viel weltliche ,macht gab4 ,dieser erste ,fehler zog andere nach sich1 so da er am ,ende selbst nach ,italien kommen mute1 um der ,macht ,alexanders ,grenzen zu setzen1 und zu verhten1 da dieser nicht ,herr von ,toscana werde4 ,nicht genug1 da er den ,papst auf seine eignen ,unkosten gro gemacht2 aus ,begierde1 das ,knigreich ,neapel zu erlangen1 theilte er es mit dem ,knige von ,spanien4 ,das ,schicksal von ,italien war bis dahin ausschlielich in seinen ,hnden4 ,hiermit aber gab er sich selbst einen ,genossen1 an den ,alle1 die mit ihm unzufrieden waren1 sich wenden konnten4 ,statt in jenem ,reiche einen ,knig zu lassen1 der von ihm abhngig gewesen wre1 zog er einen hinein1 der ihn selbst daraus vertreiben konnte4 ,sie ist in der ,that eine natrliche und gewhnliche ,sache1 die ,begierde zu ,eroberungen3 und die ,menschen werden immer gelobt und nicht getadelt1 die so etwas unternehmen1 wenn sie es ausfhren2 wenn sie das aber nicht vermgen und doch unternehmen1 es koste was es wolle3 da liegt der ,fehler1 und darber werden sie getadelt4 ,konnte ,frankreich ,neapel mit eignen ,krften angreifen1 so mochte es dies thun3 konnte es das nicht1 so mute es das ,land nicht theilen4 ,und wenn die ,theilung der ,lombardei mit den ,venezianern zu billigen war1 weil man dieser ,maregel den ,eingang in ,italien verdankte1 so verdient jene zweite ,theilung ,tadel1 weil sie nicht nothwendig war4 ,ludwig beging also fnf ,fehler4 ,er vernichtete die ,mindermchtigen2 vermehrte die ,macht eines ,mchtigen2 rief einen sehr mchtigen ,fremden herein2 schlug selbst seinen ,wohnsitz nicht im ,lande auf und fhrte keine ,colonien ein4 ,bei seinem eignen ,leben htten trotzdem diese fnf ,fehler nicht geschadet1 wenn nicht der sechste hinzugekommen wre1 die ,venezianer herunterzubringen4 ,htte er nicht den ppstlichen ,stuhl so mchtig gemacht1 und die ,spanier nicht hereingerufen1 so war es vernnftig und nothwendig1 die ,venezianer zu erniedrigen4 ,aber nachdem in jenes ,erstere eingewilligt worden1 durfte das ,letztere nicht geschehen2 denn so lange die ,venezianer mchtig waren1 htten sie immer die ,andern abgehalten1 die ,lombardei anzufallen4 ,sie htten darin nie unter andrer ,bedingung eingewilligt1 als da das ,land ihnen selbst berliefert wrde2 die ,andern htten es aber nie den ,franzosen nehmen mgen1 um es den ,venezianern zu geben1 und beide zugleich zu bekriegen1 htte man nicht gewagt4 ,wendet man ein1 ,knig ,ludwig habe dem ,papst ,alexander die ,romagna1 und ,neapel den ,spaniern zugestanden1 um einen ,krieg zu vermeiden1 so antwortete ich3 man mu aus den ,grnden1 die oben bereits angegeben wurden1 niemals ein bles ,verhltni einreien lassen1 um einen ,krieg zu vermeiden2 denn er wird gar nicht vermieden1 sondern nur zu deinem ,nachtheile aufgeschoben4 ,sollte man mir aber etwa das ,wort entgegensetzen1 das der ,knig dem ,papste gegeben hatte1 da er ihm die ,unternehmung auf die ,romagna verstatten wolle1 zum ,lohne fr die ,einwilligung in ,ludwigs ,ehescheidung und fr den erbetenen ,cardinalshut des ,erzbischofs von ,rouen1 so berufe ich mich auf das1 was ich hiernchst ber ,treu und ,glauben der ,frsten sagen werde1 und ber die ,art1 wie sie ,wort halten mssen4 ,knig ,ludwig hat also die ,lombardei verloren1 weil er nichts vom ,allem beobachtet hat1 wodurch ,andere ,lnder erobert und behalten haben4 ,und so ist es gar nicht zu verwundern1 sondern vielmehr sehr begreiflich und natrlich4 ,ich sprach darber zu ,nantes mit dem ,cardinal d',amboise1 ,erzbischof von ,rouen1 als der ,herzog von ,valentinois 7wie der ,csar ,borgia1 ,sohn des ,papstes ,alexanders des ,sechsten1 gewhnlich genannt zu werden pflegte71 sich zum ,herrn von der ,romagna machte4 ,der ,cardinal warf mir vor1 die ,italiener verstnden sich nicht auf den ,krieg4 ,ich erwiderte ihm aber1 die ,franzosen verstnden sich nicht auf die ,politik3 sonst wrden sie den heiligen ,stuhl nicht so mchtig werden lassen4 ,die ,erfahrung hat es bewiesen4 ,frankreich hat den ,papst und die ,spanier in ,italien gro gemacht1 und hat es selbst darber verloren4 ,hieraus ist eine allgemeine ,regel zu ziehen1 die niemals oder doch selten trgt3 ,derjenige1 der einen ,andern gro macht1 geht selbst zu ,grunde4 ,denn es kann von ihm nur durch zwei ,dinge bewerkstelligt werden3 durch kluge ,bemhung1 oder durch ,gewalt1 und beides ist dem1 der mchtig geworden ist1 verdchtig4 #d4 ,warum das ,reich des ,darius nach ,alexanders ,tode gegen seine ,nachfolger nicht aufstand8 ,wenn man die ,schwierigkeiten erwgt1 welche es hat1 eine neu errungene ,herrschaft zu behaupten1 so knnte man sich wundern1 wie es zugegangen1 da das ganze von ,alexander dem ,groen innerhalb weniger ,jahre eroberte asiatische ,reich1 welches er kaum in ,besitz genommen1 als er starb1 und wovon man deswegen htte glauben sollen1 da es gegen seine ,nachfolger aufstehen werde1 von diesen dennoch behauptet wurde1 ohne alle andern ,schwierigkeiten1 als die1 welche ihre eignen ,uneinigkeiten erzeugten4 ,ich antworte darauf1 da alle ,herrschaften1 von denen man ,kunde hat1 auf zweierlei ,weise regiert worden sind4 ,entweder durch einen ,herrn1 der sich nur solcher ,diener bediente1 die vermge der ihnen aus ,gnaden verliehenen ,gewalt1 blos als ,werkzeuge1 zu der ,verwaltung mitwirkten2 oder durch einen ,herrn und kleinen ,frsten1 die ihre ,stellen nicht der ,gnade des ,herrn1 sondern ihrer eignen ,abkunft verdankten4 ,solche hohe ,beamten haben eigne ,lnder und ,untertanen1 von denen sie als ,herrn anerkannt werden1 und die ihnen anhngen4 ,die ,regenten1 welche blos mittelst ihrer bestellten ,beamten regieren1 haben weit greres ,ansehn1 weil ,niemand im ganzen ,lande ist1 der nicht dieses ,ansehn anerkennt3 und wenn er einem ,andern gehorcht1 so ist es nur als dem ,stellvertreter und ,diener des ,oberherrn4 ,solchen ,personen sind aber die ,unterthanen nicht sonderlich zugethan4 ,beispiele von beiden ,arten von ,regierungsform geben die ,trken und die ,franzosen4 ,das ganze trkische ,reich wird von einem ,monarchen regiert3 die andern sind seine ,diener4 ,es ist in ,bezirke getheilt1 die von einzelnen ,personen verwaltet werden1 welche der ,sultan nach ,willkr ein- und absetzt4 ,der ,knig von ,frankreich hingegen ist von einer groen ,zahl von alten ,frstenhusern umgeben1 deren ,herrschaft von ihren ,unterthanen anerkannt und geliebt wird4 ,diese ,frsten haben ,vorrechte1 die der ,knig nicht ohne ,gefahr antasten kann4 ,wer diese beiden ,regierungsformen betrachtet1 wird finden1 da es schwer ist1 das trkische ,reich zu erobern3 sobald es aber erobert wre1 wrde es leicht sein1 es zu behaupten4 ,die ,schwierigkeiten der ,eroberung sind folgende4 ,der ,eroberer kann nicht durch inlndische ,frsten hereingerufen werden1 und darf nicht auf ,untersttzung von ,rebellen hoffen1 aus oben angefhrten ,grnden4 ,da sie alle ,knechte sind1 so ist es schwer1 sie zu bestechen1 und wenn sie bestochen wren1 so wrde es wenig helfen1 weil sie aus den angegebnen ,ursachen nicht im ,stande sind1 das ,volk mit in ihr ,interesse zu ziehen4 ,wer also die ,trken angreift1 mu erwarten1 sie einig zu finden1 und darf nur auf seine eignen ,krfte rechnen1 wenig auf die ,uneinigkeit des ,gegners4 ,wenn der ,feind aber berwunden ist1 so da er keine ,armee wieder aufzustellen vermag1 so ist nichts mehr zu frchten1 als die regierende ,familie1 nach deren ,untergange kein ,mensch mehr ,ansehn genug im ,volke hat1 mit ,erfolg aufstehen zu knnen4 ,so wie der ,sieger vor dem ,siege auf ,niemand hoffen konnte1 so hat er nach demselben ,niemand mehr zu frchten4 ,das ,gegentheil findet statt bei ,reichen1 die so regiert werden1 wie ,frankreich1 in die es leicht ist einzudringen1 sobald man einen von den hohen ,reichsbeamten gewonnen hat1 unter denen sich immer ,unzufriedne und ,neuerungsschtige finden4 ,diese vermgen es1 aus oben angefhrten ,ursachen1 den ,weg ins ,land zu ffnen1 und den ,sieg zu erleichtern4 ,nachdem aber hat es unendliche ,schwierigkeiten1 sich darin fest zu setzen3 sowol mit denen1 die ,beistand geleistet haben1 als mit den ,ueberwundenen4 ,es ist alsdann nicht genug1 das regierende ,haus zu vertilgen3 denn die ,reichsherren bleiben brig1 die sich zu ,huptern aufwerfen1 und das ,land dem ,eroberer bei erster ,gelegenheit entreien1 wenn er sie weder zu vertilgen1 noch zufrieden zu stellen wei4 ,wenn man nun erwgt1 von welcher ,beschaffenheit das persische ,reich war1 so wird man viele ,aehnlichkeit mit dem heutigen trkischen finden4 ,alexander brauchte also nur ,schlachten zu gewinnen1 und sobald ,darius todt war1 behielt der ,sieger das ,reich mit vollkommner ,sicherheit4 ,auch seine ,nachfolger htten es in vlliger ,ruhe behalten knnen1 und es entstanden in dem weiten ,lande keine andern ,unruhen1 als die sie selbst durch ihre ,uneinigkeiten erregten4 ,aber ,lnder1 die solche ,verfassung haben1 wie ,frankreich1 kann man nicht so ruhig besitzen4 ,in ,spanien1 in ,frankreich1 in ,griechenland entstanden unaufhrliche ,emprungen gegen die ,rmer1 wegen der vielen einheimischen ,frsten4 ,so lange das ,angedenken an diese whrte1 blieb der ,besitz ungewi4 ,nachdem dieses aber erloschen war1 erhielten sich die ,rmer durch ihre ,macht und die ,lnge der ,zeit in ruhigem ,besitze4 ,in der ,folge1 als die ,rmer unter sich selbst zerfielen1 vermochte sogar jeder von ihnen einen ,theil der ,provinzen1 nach ,magabe des darin erlangten ,ansehns1 in sein ,interesse zu ziehen1 weil sie ihre eignen ,frsten ganz verloren hatten und keine andre ,oberherrschaft anerkannten1 als rmische4 ,erwgt man dies ,alles1 so wird sich ,niemand wundern1 da es ,alexander so leicht wurde1 ,asien in ,unterwrfigkeit zu halten1 dagegen ,andre1 wie z4 ,b4 ,pyrrhus1 so viele ,schwierigkeiten fanden1 ihre ,eroberungen zu behaupten4 ,der ,grund liegt nicht sowol in der ,heldenkraft des ,eroberers1 als in der verschiedenen ,beschaffenheit der ,eroberungen4 #e4 ,wie ,stdte oder ,frstenthmer zu behandeln sind1 die vor der ,eroberung ihre eigne ,verfassung hatten4 ,wenn ,staaten1 welche erobert worden1 wie wir angenommen haben1 gewohnt gewesen sind1 nach eignen ,gesetzen und in ,unabhngigkeit zu leben1 so gibt es drei ,wege1 sie zu behandeln4 ,der erste ist1 sie zu ,grunde zu richten2 der zweite1 da der ,frst seinen ,wohnsitz daselbst aufschlage2 der dritte1 sie unter ihren eignen ,gesetzen fortleben zu lassen1 sich mit einer jhrlichen ,steuer zu begngen1 und die ,regierung einer ,oligarchie zu bergeben1 vermittelst deren das ,land in ,unterwrfigkeit erhalten werde4 ,denn eine solche ,regierung wei wohl1 da sie sich nicht ohne ,untersttzung ihres ,schpfers halten kann1 und mu ,alles thun1 um ihm die ,herrschaft zu sichern4 ,eine ,stadt1 die gewohnt gewesen ist1 frei zu leben1 wird am leichtesten durch ihre eignen ,brger im ,gehorsam erhalten4 ,als ,beispiele knnen hier die ,spartaner und die ,rmer dienen4 ,die ,spartaner hatten ,athen und ,theben inne1 bergaben die ,herrschaft derselben einigen ,wenigen1 und verloren ihre ,eroberung trotzdem4 ,die ,rmer zerstrten ,capua1 ,carthago1 ,numantia1 und behaupteten sich daselbst4 ,sie versuchten es1 ,griechenland so zu beherrschen1 wie die ,spartaner es gemacht hatten1 indem sie die ,freiheit proclamirten und die einheimischen ,gesetze bestehen lieen - und es milang2 so da sie gezwungen wurden1 viele ,stdte im ,lande zu zerstren1 um die ,herrschaft in demselben zu behaupten4 ,denn es gibt in der ,that kein sicheres ,mittel dazu1 als zu zerstren4 ,und wer sich zum ,herrn einer ,stadt macht1 die gewohnt gewesen ist1 in ,freiheit zu leben1 und sie nicht ganz auflst1 mag nur erwarten1 selbst von ihr zu ,grunde gerichtet zu werden4 ,denn der ,name der ,freiheit dient immer zum ,vorwande des ,aufstandes1 und die alte ,staatsverfassung wird weder ber der ,lnge der ,zeit noch ber ,wohlthaten vergessen4 ,was man aber auch immer fr ,vorkehrungen treffen mag1 so kommen1 wenn die ,einwohner nicht getrennt und zerstreut werden1 immer der alte ,name und die alte ,verfassung wieder zum ,vorschein1 so wie in ,pisa nach so langen ,jahren1 die es unter der ,herrschaft von ,florenz gestanden hatte4 ,sind aber ,stdte oder ,lnder gewohnt gewesen1 unter einem ,frsten zu leben1 und dieser ist ihnen genommen und sein ,geschlecht verlscht2 sind sie also gewohnt einen ,frsten zu haben1 und haben doch keinen alten1 so vertragen sie sich nicht darin1 ,einen aus ihrer ,mitte zu erheben2 frei leben aber knnen sie gar nicht4 ,sie ergreifen also die ,waffen nicht so leicht1 und ein ,frst bemchtigt sich ihrer ohne ,mhe1 und behlt sie auch leicht im ,gehorsam4 ,aber die ,republiken bergen mehr ,ha und das ,andenken an die verlorne ,freiheit4 ,man zerstrt sie also am sichersten oder man whlt sie zur ,residenz4 #f4 ,von neuen ,herrschaften1 die durch eigne ,waffen und ,tapferkeit errungen werden4 ,niemand wundre sich1 wenn ich bei ,allem1 was ich von ganz neuen ,herrschaften und von ,regenten und ,staaten berhaupt sagen werde1 groe ,beispiele anfhre4 ,denn da die ,menschen fast immer in gebahnten ,wegen gehen1 und in ihren ,handlungen ,andre nachahmen1 so mu bei allem ,unvermgen1 denen gleich zu kommen1 die man nachahmt1 ein ,mann von ,geist doch immer sich die edelsten ,muster vorsetzen1 damit er wenigstens1 wenn seine ,tugenden gleich das ,ziel nicht erreichen1 doch einigen ,wohlgeruch von sich gebe2 er mu es machen1 wie kluge ,schtzen1 die erkennen1 da das ,ziel zu weit entfernt und der ,bogen zu schwach sei1 und deswegen die ,richtung hher nehmen3 nicht um durch ,anstrengung bis dahin zu gelangen1 sondern um dadurch das ,ziel wenigstens zu erreichen4 ,ich sage also1 da ein neuer ,frst mehr oder weniger ,schwierigkeit findet1 sich in der ,herrschaft zu behaupten1 je nachdem er mehr oder weniger ,geisteskrfte besitzt4 ,und da sowol ,tapferkeit als ,glck einen ,privatmann auf den ,frstenstuhl erhebt1 so knnen auch die ,schwierigkeiten in der ,behauptung der neuen ,wrde auf beiderlei ,art vermieden oder vermindert werden4 ,oft hat der sich am lngsten erhalten1 der doch das wenigste ,glck hatte4 ,es wird das ,geschft auch oft dadurch erleichtert1 wenn der gnzliche ,mangel andrer ,staaten den ,frsten nthigt1 in seinem neuen ,gebiete zu wohnen4 ,aber um auf die zu kommen1 welche durch eigne ,tapferkeit mehr als durch ,glck auf einen ,thron erhoben sind1 so sage ich1 da ,moses1 ,cyrus1 ,romulus1 ,theseus und hnliche die vorzglichsten gewesen sind4 ,von ,moses ist hier nicht viel zu sagen1 weil er nur ausfhrte1 was ihm von ,gott aufgetragen war1 und er also nur deswegen bewundert zu werden verdient1 weil ,gott ihn seiner ,auftrge wrdigte4 ,wenn wir aber den ,cyrus und ,andere1 die neue ,herrschaften gegrndet haben1 betrachten1 so finden wir sie selbst wirklich bewunderungswerth3 auch sind sie wenig in ihrer ,handlungsweise von ,moses verschieden1 dem gttliche ,belehrung zu ,statten kam4 ,wenn man ihr ,leben und ihre ,handlungen untersucht1 so finden wir1 da sie dem ,glcke wenig mehr als die ,gelegenheit verdankten1 das auszufhren1 was sie ausgedacht hatten4 ,wenn die ,gelegenheit gefehlt htte1 so wre die ,kraft ihres ,geistes verhaucht3 htte es aber an dieser gefehlt1 so wre die ,gelegenheit vergeblich dagewesen4 ,so mute ,moses das israelitische ,volk in egyptischer ,sklaverei finden1 damit es bereit sei1 ihm zu folgen4 ,romulus mute ausgesetzt werden1 um den ,gedanken zu fassen1 ,rom zu grnden und ,knig zu werden4 ,cyrus mute die ,perser mit der medischen ,herrschaft unzufrieden1 und die ,meder durch den langen ,frieden weichlich und weibisch finden4 ,theseus konnte seinen ,geist nicht beweisen1 wenn er die ,athenienser nicht zerstreut vorfand4 ,diese ,gelegenheiten haben jene groen ,mnner glcklich gemacht3 durch die ,gre ihres ,geistes aber erkannten sie die ,gelegenheit1 und dadurch ward ihr ,vaterland glcklich und berhmt4 ,diejenigen1 welche durch hnliche ,kraft ,frsten werden1 haben ,schwierigkeiten zu berwinden1 um die ,herrschaft zu erlangen3 behaupten sie aber sehr leicht4 ,die ,schwierigkeiten1 die sie zu berwinden haben1 entstehen zum ,theil von den neuen ,einrichtungen1 die sie genthigt sind einzufhren1 um die neue ,verfassung und ihre eigne ,sicherheit zu begrnden4 ,dabei mu man erwgen1 da es gar keine ,sache von grerer ,schwierigkeit und von zweifelhafterem ,erfolge gibt1 als sich zum ,haupte einer neuen ,staatsverfassung aufzuwerfen4 ,denn ,alle die1 welche sich in der alten ,ordnung der ,dinge wohl befanden1 sind der neuen feindlich2 und diese hat nur laue ,verteidiger an denen1 welche dabei zu gewinnen hoffen3 theils1 wegen der ,furcht vor den ,gegnern1 welche die ,gesetze fr sich haben2 theils1 weil die ,menschen von ,natur mitrauisch sind1 und an eine neue ,sache nicht glauben1 bis sie sie wirklich klar vor sich sehen4 ,daher kommt es1 da diejenigen1 die der neuen ,ordnung feindlich sind1 sie bei jeder ,gelegenheit theilweise angreifen1 die ,freunde derselben sie aber mit solcher ,lauheit vertheidigen1 da das ,oberhaupt sammt ihnen in ,gefahr gerathen kann4 ,um hier ein richtiges ,urtheil zu fllen1 mu man wohl untersuchen1 ob die ,neuerer auf eignen ,fen stehen1 oder von ,andern abhngen2 ob sie mithin ihr ,unternehmen mittelst guter ,worte oder durch ,gewalt durchsetzen knnen4 ,im ersten ,falle geht es ihnen stets schlecht1 und sie gelangen zu nichts4 ,wenn sie aber auf eignen ,fen stehen und durch eigne ,krfte mit ,gewalt durchsetzen knnen1 so milingt es selten4 ,daher haben alle bewaffneten ,propheten den ,sieg davongetragen2 die unbewaffneten aber sind zu ,grunde gegangen2 denn zu jenen ,ursachen kommt noch der ,wankelmuth des ,volks hinzu1 welches sich leicht etwas einreden lt1 aber sehr schwer dabei festzuhalten ist4 ,und der ,plan mu so angelegt sein1 da1 wenn sie aufhren zu glauben1 man sie mit ,gewalt dazu anhalten kann4 ,moses1 ,cyrus1 ,theseus1 ,romulus htten ihre ,anordnungen nicht lange aufrecht erhalten knnen1 wenn sie nicht ,gewalt der ,waffen htten gebrauchen knnen2 so wie es zu unsern ,zeiten dem ,fra ,girolamo ,savonarola gegangen ist1 der mit sammt seiner neuen ,staatsverfassung zu ,grunde ging1 als das ,volk aufhrte ihm zu glauben1 und er keine ,mittel hatte1 seine ,jnger beim ,glauben festzuhalten1 und die ,unglubigen zu berfhren4 ,solche haben daher groe ,schwierigkeiten zu berwinden1 und mssen dies ,abenteuer durch ihre eigne ,tapferkeit bestehen4 ,sobald sie aber gesiegt haben und anfangen hohes ,ansehn zu erlangen1 ihre ,neider daneben aus dem ,wege geschafft sind1 so bleiben sie mchtig1 sicher1 geehrt und glcklich4 ,so groen ,beispielen will ich noch eins hinzufgen1 das zwar geringer ist1 aber doch damit verglichen werden kann1 und statt aller andern hnlichen dienen soll4 ,dies sei ,hiero von ,syracus4 ,er ward aus einem ,privatmann ,frst von ,syracus1 und das ,glck hatte keinen weitern ,antheil daran1 als da es die ,gelegenheit herbeifhrte3 denn die ,syracusaner1 welche unterdrckt waren1 whlten ihn zu ihrem ,anfhrer1 und in dieser ,stelle erwarb er sich durch ,verdienste die frstliche ,wrde4 ,seine ,eigenschaften waren so edel1 da von ihm erzhlt wird1 es habe schon als ,privatmann ihm nichts zum ,herrschen gefehlt1 als die wirkliche ,herrschaft selbst4 ,er lste die alte ,armee auf und schuf eine neue2 verlie seine alten ,verbindungen und knpfte neue an4 ,zahlreiche ,freunde und ,krieger hingen ihm an1 mit deren ,hilfe er jede ,verfassung einrichten konnte3 also1 da er zwar viele ,mhe hatte aufwenden mssen1 um zu erwerben1 aber nur wenig1 um das ,erworbene zu behaupten4 #g4 ,von neuen ,frstenthmern1 die durch fremde ,untersttzung und durch ,glcksflle erworben werden4 ,diejenigen1 welche durch bloes ,glck ,frsten werden1 gelangen dazu ohne sonderliche ,mhe2 aber sich auf dem ,throne zu erhalten1 wird ihnen schwer4 ,auf dem ,wege fanden sie keine ,schwierigkeiten2 denn sie wurden hinaufgehoben3 aber wenn sie oben sind1 so beginnen jene4 ,dieses trifft diejenigen1 welche fr ,geld oder durch die ,gnade eines ,andern ,frsten geworden sind3 zum ,beispiel manche ,griechen sind vom ,darius zu ,frsten in ,ionien und am ,hellespont gemacht1 damit sie seine ,sicherheit und sein ,ansehn befrderten4 ,so auch sind viele ,kaiser durch ,bestechung der ,soldaten zu ihrer ,wrde gelangt4 ,diese hngen lediglich vom guten ,willen und dem ,schicksale derer ab1 welchen sie ihre ,erhebung verdanken2 ,beides aber gehrt zu den wandelbarsten ,dingen auf ,erden4 ,sie verstehen sich nicht darauf1 und sie vermgen es auch nicht1 sich auf einer solchen ,stelle zu erhalten2 denn wenn es nicht etwa ein ,mann von groem ,geiste und ,kraft ist1 so kann man nicht voraussetzen1 da derjenige1 der immer im ,privatstande gelebt hat1 zu befehlen wisse3 sie vermgen es auch nicht1 weil sie keine ,mannschaft haben1 die ihnen ergeben und treu wre4 ,ferner knnen pltzlich entstandene ,herrschaften1 gleichwie ,alles1 was geschwind entsteht und wchst1 keine tiefen ,wurzeln schlagen2 mithin reit der erste ,sturm sie aus3 es sei denn1 da derjenige1 den das ,glck erhoben hat1 so viel ,verstand und ,talent habe1 das1 was ihm der ,zufall in den ,schoo geworfen hat1 zu bewahren1 und die ,unterlage nachzuholen1 die ,andre sich angeschafft haben1 ehe sie ,frsten wurden4 ,von jeder der beiden angegebenen ,arten dazu zu gelangen1 will ich je ein ,beispiel aus der ,geschichte unsrer ,tage anfhren4 ,diese sind ,francesco ,sforza und ,csar ,borgia4 ,der ,erste ward durch groe ,tapferkeit und berlegte ,anwendung der gehrigen ,mittel ,herzog von ,mailand4 ,was er mit vieler ,mhe erworben hatte1 ward ihm durch die ,umstnde leicht zu bewahren4 ,der ,andre1 ,csar ,borgia1 7insgemein ,herzog von ,valentinois genannt71 gelangte zu seiner hohen ,stelle durch den ,glcksstern seines ,vaters1 und verlor sie zugleich mit diesem1 trotzdem er alle mgliche ,bemhung anwandte und ,alles that1 was ein kluger und muthiger ,mann zu thun hat1 um in dem ,staate1 den er durch die ,waffen und das ,glck eines ,andern erhalten hatte1 feste ,wurzeln zu treiben4 ,denn wie schon gesagt ist1 wer nicht damit angefangen hat1 ,grund zu legen1 kann es allenfalls durch groe ,anstrengung nachholen1 allemal aber doch mit ,gefahr des ,baumeisters und des ,gebudes4 ,bei der ,betrachtung aller ,fortschritte des ,herzogs wird man finden1 wie viel er gethan1 um zu seiner knftigen ,gre festen ,grund zu legen4 ,ich halte es nicht berflssig1 dieses ausfhrlich darzuthun1 weil ich einem neuen ,frsten keinen bessern ,rath zu geben wei1 als seinem ,beispiele zu folgen3 und wenn seine ,anstalten den ,zweck dennoch verfehlten1 so lag die ,schuld nicht an ihm1 sondern an einem ganz auerordentlichen und hchst widerwrtigen ,schicksale4 ,alexander der ,sechste fand groe ,schwierigkeiten in dem ,plane1 seinen ,sohn zu erheben3 und das sowol in der ,gegenwart als in der ,zukunft4 ,vor ,allem sah er gar keinen ,weg1 ihm zu andern ,besitzungen zu verhelfen1 als zu solchen1 die im ,kirchenstaate lagen4 ,er wute aber wohl1 da der ,herzog von ,mailand und die ,venezianer das nicht verstatten wrden1 weil ,faenza und ,rimino schon unter venezianischem ,schutze waren4 ,auerdem sah er1 da die italienischen ,waffen1 besonders diejenigen1 deren er sich bedienen konnte1 denen anhingen1 welche die ,gre des ppstlichen ,stuhls frchteten4 ,sie waren smmtlich den ,orsini und den ,colonna ergeben1 und mithin war ihnen nicht zu trauen4 ,es war also nothwendig1 diese ,verhltnisse zu stren1 und in den ,staaten von ,italien ,alles aufzurhren1 um sich eines ,theils derselben zu bemchtigen4 ,dies ward ihm leicht1 weil die ,venezianer aus andern ,ursachen damit beschftigt waren1 die ,franzosen wieder in ,italien hereinzuziehen4 ,alexander widersetzte sich diesem also nicht1 sondern begnstigte es vielmehr durch die ,einwilligung1 welche er zu der ,ehescheidung des ,knigs ,ludwig des ,zwlften ertheilte4 ,dieser brach hierauf in ,italien ein mit ,zustimmung der ,venezianer und des ,papstes3 und kaum war er in ,mailand1 so hatte ,alexander auch schon wegen des groen ,rufs der franzsischen ,macht hinreichende ,mannschaft1 um seine ,unternehmung auf ,romagna zu beginnen4 ,als er diese ,provinz erobert und die ,partei der ,colonna geschlagen hatte1 und nunmehro diese ,eroberung sichern und weiter gehen wollte1 standen ihm zwei ,dinge im ,wege4 ,erstens die unzuverlssige ,treue seiner ,soldaten2 zweitens die ,gesinnungen des ,knigs von ,frankreich4 ,er frchtete1 da die ,truppen der ,orsini1 deren er sich bedient hatte1 von ihm abfallen1 und nicht allein an weitern ,eroberungen verhindern1 sondern auch die gemachten wieder entreien mchten4 ,vom ,knige frchtete er das ,nmliche4 ,mit den ,orsini hatte er es ganz recht errathen3 wie sich bewies1 als er nach der ,eroberung von ,faenza ,anstalt machte1 ,bologna zu belagern1 und sie dabei so schlaff zu ,werke gingen4 ,in ,ansehung des ,knigs ward die ,sache klar1 als er nach der ,besetzung des ,herzogthums ,urbino ,toscana angriff1 und der ,knig ihn nthigte1 von dieser ,unternehmung abzustehen4 ,hierauf beschlo der ,herzog1 sich nicht weiter in ,abhngigkeit von fremdem ,glcke und fremden ,waffen zu setzen4 ,er fing also damit an1 die ,parteien der ,orsini und ,colonna in ,rom zu schwchen1 indem er alle ,edelleute1 die ihnen anhingen1 zu sich berzog1 durch ,stellen1 ,geld und ,ehre1 welches ,alles er ihnen gab4 ,in wenig ,monaten war die ,zuneigung zu ihren vorigen ,anfhrern verlscht und hatte sich ganz zu dem ,herzoge gewandt4 ,hierauf sah er die ,gelegenheit ab1 die ,orsini zu vernichten1 so wie er schon die ,colonna auseinander gesprengt hatte3 und das ging ihm noch besser von statten4 ,die ,orsini hatten sehr spt gemerkt1 da die ,gre des ,herzogs und des ppstlichen ,stuhls ihnen den ,untergang bereite1 und sie kamen darber zu ,magione im ,perusinischen zusammen4 ,hieraus entstanden die ,rebellion von ,urbino1 die ,aufstnde in ,romagna und unzhlige ,gefahren des ,herzogs1 die er mit ,hilfe der ,franzosen berstand4 ,als er aber dadurch wieder zu ,ehren gelangt war und den ,franzosen nicht traute1 andern fremden ,truppen eben so wenig1 sie auch nicht auf die ,probe stellen konnte1 so legte er sich darauf1 sie zu hintergehen1 und wute sich wirklich so zu verstellen1 da die ,orsini sich mit ihm durch ,vermittlung des ,herrn ,pagolo ,orsini vershnten4 ,er versumte hierauf nichts1 um sie zu gewinnen1 beschenkte sie mit ,kleidern1 ,geld und ,pferden1 bis sie sich einfltigerweise nach ,sinigaglia in seine ,hnde locken lieen4 ,als er hier die ,oberhupter aus dem ,wege geschafft und ihre ,anhnger unterwrfig gemacht hatte1 so war ein guter ,grund zur ,herrschaft gelegt1 indem er ganz ,romagna und das ,herzogthum ,urbino in seine ,botmigkeit gebracht1 und die ,vlker anfingen1 sich darunter wohl zu befinden4 ,dieser ,theil seines ,betragens ist vorzglich wrdig1 beachtet und nachgeahmt zu werden3 daher ich mich darber etwas verbreiten mu4 ,nachdem der ,herzog die ,romagna unter sich gebracht hatte1 so fand er1 da dies ,land ohnmchtigen ,herren angehrt hatte1 die ihre ,unterthanen mehr ausgeplndert als regiert1 und mehr ,unordnung veranlat1 als ffentliche ,ordnung gehandhabt hatten1 so da diese ,provinzen voll von ,straenraub1 ,parteigngerei und aller ,art von ,gewaltttigkeit waren4 ,er fand also nthig1 sie zu beruhigen und der ,obrigkeit unterthan zu machen4 ,zu diesem ,ende gab er ihr den ,remiro d',orco zum ,vorgesetzten1 einen entschlossenen und grausamen ,mann4 ,ihm ertheilte er volle ,gewalt4 ,derselbe erwarb sich groen ,ruhm1 indem er das ,land in kurzer ,zeit zur ,ruhe und ,sicherheit brachte4 ,hierauf aber schien es dem ,herzoge1 da eine so ausnehmende ,gewalt nicht mehr gut angebracht sei1 weil sie verhat werden mchte4 ,er ordnete also unter dem ,vorsitze eines ganz vorzglichen ,mannes mitten im ,lande einen ,gerichtshof an1 bei welchem jede ,stadt ihren ,vertreter hatte4 ,weil die vorige ,strenge aber einigen ,ha erzeugt hatte1 so suchte er diesen auszulschen und das ,volk vollends dadurch zu gewinnen1 da er ihm bewiese1 alle begangenen ,grausamkeiten rhrten nicht von ihm her1 sondern von der rauhen ,gemthsart seines ,stellvertreters4 ,er ergriff die erste ,veranlassung1 ihn eines ,tages zu ,cesena auf dem ffentlichen ,markte in zwei ,stcke zerrissen auszustellen1 mit einem ,stcke ,holz und einem blutigen ,messer zur ,seite4 ,durch diesen grlichen ,anblick erhielt das ,volk einige ,befriedigung und ward eine ,zeit lang in dumpfer ,ruhe gehalten4 ,aber um wieder auf die ,unternehmung des ,herzogs zurckzukommen1 so fand sich derselbe mchtig genug und fr den ,augenblick gegen alle ,gefahren gesichert1 da er nach seiner ,weise hinreichende ,mannschaft angeworben1 und die ,truppen derer1 die ihm in der ,nhe gefhrlich werden konnten1 vernichtet hatte4 ,um weitere ,eroberungen versuchen zu knnen1 blieb nur die ,rcksicht auf ,frankreich brig1 von woher es schwerlich zugegeben werden konnte1 nachdem der ,knig den ,fehler1 den er begangen1 obwol spt1 eingesehen4 ,er fing also an1 sich um neue ,freundschaften zu bewerben1 und mit ,frankreich ein zweideutiges ,betragen anzunehmen1 als ein franzsisches ,heer sich nach dem ,knigreiche ,neapel zu gegen die ,spanier zu bewegen anfing1 die ,gaeta belagerten4 ,seine ,absicht war1 sich dieser letztern zu versichern1 und das wre gelungen1 wenn nur ,alexander ,,vi4 leben blieb4 ,so viel that er in ,rcksicht auf die ,gegenwart4 ,in der ,zukunft hatte er vornehmlich zu frchten1 da ein nachfolgender ,papst ihm weniger gewogen sein1 und das nehmen mchte1 was ,alexander ihm gegeben hatte4 ,hiegegen hatte er vor1 sich durch vier ,mittel sicher zu stellen4 ,erstens1 durch ,vertilgung aller ,geschlechter der ihrer ,herrschaften beraubten ,groen1 um den ,ppsten die ,veranlassung zu entziehen1 etwas gegen ihn vorzunehmen2 zweitens dadurch1 da er alle ,edelleute von ,rom zu gewinnen trachtete1 um mittelst derselben den ,papst selbst im ,zaume zu halten2 drittens1 indem er sich im ,cardinals-,collegium so viele ,freunde als mglich machte2 und endlich viertens1 indem er sich vor dem ,tode des ,papstes eine so groe ,herrschaft zu erwerben suchte1 da er einem ersten ,anfalle mit eignen ,krften hinlnglich widerstehen knne4 ,von diesen vier ,dingen hatte er beim ,tode ,alexanders drei ganz und das letzte beinahe vollfhrt4 ,von den beraubten ,herren hatte er1 so viel er erreichen konnte1 tdten lassen1 und sehr wenige waren entkommen1 die rmischen ,edelleute hatte er gewonnen1 im ,cardinals-,collegium hatte er die meisten auf seiner ,seite4 ,was aber die ,eroberungen betrifft1 so hatte er es darauf angelegt1 ,toscana unter sich zu bringen3 ,perugia und ,piombino aber besa er wirklich1 und ,pisa hatte er unter seinen ,schutz genommen4 ,gleich als wenn er auf ,frankreich gar keine ,rcksicht mehr zu nehmen htte1 7und wirklich konnte er dessen berhoben sein1 nachdem die ,spanier den ,franzosen das ,knigreich ,neapel abgenommen hatten1 und nunmehro beide ,theile sich um seine ,freundschaft bewerben muten7 erklrte er sich zum ,herrn von ,pisa1 worauf ,lucca und ,siena fallen muten1 theils wegen der ,eifersucht gegen ,florenz1 theils aus ,furcht2 ,florenz selbst hatte keinen ,ausweg4 ,wenn dies gelungen wre 7und es mute in dem nmlichen ,jahre gelingen1 in welchem ,alexander starb71 so erwarb er solchen ,namen und solche ,krfte1 da er fr sich selbst bestehen konnte1 ohne von dem ,schicksale oder der ,macht eines ,andern abhngig zu sein1 sondern ganz allein von eigner ,macht und ,tapferkeit4 ,aber ,papst ,alexander starb fnf ,jahre nachdem er das ,schwert gezogen hatte4 ,er hinterlie seinen ,sohn in folgender ,lage4 ,in ,romagna allein festgegrndete ,herrschaft2 mit allen brigen noch in der ,luft1 und zwischen zwei sehr mchtigen feindlichen ,heeren2 dazu tdtlich krank4 ,der ,herzog hatte solchen frechen ,muth und solche ,ueberlegenheit des ,gemths1 er wute so gut1 wie man ,menschen fr sich gewinnt1 und die ,fundamente seiner ,herrschaft1 die er in so kurzer ,zeit gelegt hatte1 waren so fest gegrndet1 da er alle ,schwierigkeiten berwunden htte1 wenn er nicht nur jene beiden feindlichen ,heere auf dem ,halse gehabt1 oder gesund gewesen wre4 ,da sein ,ansehn gut begrndet war1 dafr dient zum ,beweise1 da man ihn in ,romagna ber einen ,monat lang ruhig erwartete2 da er in ,rom selbst halb todt sicher war1 und da die ,baglioni ,vitelli und ,orsini1 die nach ,rom kamen1 sich keinen ,anhang gegen ihn machen konnten4 ,er konnte1 wo nicht den neuen ,papst machen1 doch verhindern1 da ,keiner ,papst werde1 den er nicht wollte4 ,wre er vollends beim ,tode ,alexanders gesund gewesen1 so war ihm ,alles leicht4 ,am ,tage selbst1 da ,julius der ,zweite auf den ppstlichen ,stuhl erhoben ward1 sagte er mir1 er htte an ,alles gedacht1 was beim ,tode seines ,vaters vorgehen knne1 und ,mittel gegen ,alles ausgefunden2 nur daran habe er nicht gedacht1 da er zu gleicher ,zeit nahe am ,tode sein knne4 ,wenn ich nun alle ,handlungen des ,herzogs zusammennehme1 so kann ich ihn nicht tadeln4 ,vielmehr mu ich ihn allen denen als ,muster aufstellen1 die durch ,glck und fremde ,macht zu einer ,herrschaft gelangen4 ,bei seinem hohen ,geiste und dem ,ziele1 das er sich vorgesetzt hatte1 konnte er nicht anders handeln4 ,der frhe ,tod seines ,vaters und seine eigene tdtliche ,krankheit waren es allein1 die seine ,plne strten4 ,wer also in seiner neuen ,frstenwrde nthig findet1 sich gegen ,feinde sicher zu stellen1 ,freunde zu erwerben1 zu siegen1 sei es durch ,gewalt oder durch ,list1 sich beim ,volke beliebt und gefrchtet zu machen1 ,anhang und ,ansehn unter ,soldaten zu verschaffen1 vertilgen die beleidigen knnten1 oder es nach ihrer ,lage mssen1 die alte ,ordnung der ,dinge auf eigne ,weise erneuern1 streng und gndig sein1 gromthig und freigebig1 untreue ,kriegsheere auflsen1 neue anwerben1 die ,freundschaft von ,knigen und ,frsten erlangen1 so da sie sich gern gefllig beweisen1 und hten zu beleidigen1 der wird kein lebendigeres ,beispiel finden1 als die ,handlungen dieses ,mannes4 ,der einzige ,vorwurf1 den man ihm machen kann1 ist der ,theil1 den er an der ,wahl ,papst ,julius des ,zweiten nahm4 ,denn1 wenn er gleich1 wie oben gesagt ist1 keinen ,papst nach seinem eignen ,sinne machen konnte1 so vermochte er doch zu verhindern1 und durfte nie einwilligen1 da einer von den ,cardinlen erhoben wrde1 die ihn beleidigt hatten1 oder die ihn1 sobald sie den ppstlichen ,stuhl bestiegen hatten1 frchten muten4 ,denn die ,menschen befeinden1 entweder aus ,ha oder aus ,furcht4 ,diejenigen1 die ihn beleidigt hatten1 waren unter ,andern der ,cardinal von ,san ,pietro ad ,vincula1 ,colonna1 ,san ,giorgia1 ,ascania4 ,alle andern aber muten ihn frchten1 sobald sie ,papst wurden3 nur allein den von ,rouen und die spanischen ausgenommen4 ,diese wegen ,verwandtschaft und ,verbindlichkeiten2 ,jener1 weil er dazu durch seine ,verbindung mit dem ,knige von ,frankreich zu mchtig war4 ,der ,herzog mute also vor allen ,dingen darauf dringen1 da einer von den spanischen ,cardinlen zum ,papst gewhlt wrde4 ,konnte er das nicht durchsetzen1 so mute er seine ,zustimmung dem ,cardinal von ,rouen geben1 und nicht dem von ,san ,pietro ad ,vincula47#ac7 ,denn wer da glaubt1 da neue ,wohlthaten bei den ,groen alte ,beleidigungen vergessen machen1 der irrt sich4 ,der ,herzog beging mithin bei dieser ,wahl einen ,fehler1 welcher ,ursache seines eignen ,untergangs geworden ist4 #h4 ,von ,denjenigen1 welche durch ,verbrechen zur ,herrschaft gelangen4 ,es gibt noch zwei ,wege1 aus dem ,privatstande zur frstlichen ,wrde zu gelangen1 ohne sie weder ganz dem ,glcke1 noch der eignen ,kraft und ,tugend zu verdanken4 ,ich will sie also hier erwhnen1 obgleich von dem einen ausfhrlicher da gehandelt werden mag1 wo von ,republiken die ,rede ist4 ,sie sind folgende4 ,wenn ,jemand auf verbrecherischen und verruchten ,wegen zur ,herrschaft gelangt2 und wenn der ,brger eines ,freistaates durch die ,gunst seiner ,mitbrger auf den ,frstenstuhl erhoben wird4 ,hier also zuerst von jenem ersten ,wege1 von dem ich zwei ,beispiele anfhren will2 ein altes und ein neues3 ohne jedoch weiter in die ,untersuchung darber einzugehen1 weil sie nach meinem ,urtheile fr denjenigen hinlnglich klar sind1 der sich im ,falle befindet1 sie nachahmen zu mssen4 ,agathokles1 der ,sicilianer1 ward nicht allein aus dem ,stande eines ,privatmannes1 sondern sogar aus der niedrigsten und verworfenen ,lage ,knig von ,syracus4 ,er war der ,sohn eines ,goldschmieds1 und fhrte durch alle ,stufen seines ,glcks ein verruchtes ,leben4 ,daneben besa er aber solche ,vorzge des ,geistes und des ,krpers1 da er vom ,soldaten bis zum ,prtor von ,syracus aufstieg4 ,hierauf beschlo er1 ,frst zu werden und die ,macht1 die ihm eingerumt war1 mit ,gewalt an sich zu halten1 ohne dem guten ,willen weiter etwas zu verdanken4 ,er verabredete sich darber mit dem ,amilcar1 der mit einem carthagischen ,heere in ,sicilien stand2 berief eines ,morgens den ,senat und das ,volk von ,syracus zusammen1 unter dem ,vorwande1 da er ber ,angelegenheiten des gemeinen ,wesens zu rathschlagen htte2 lie aber auf ein gegebenes ,zeichen durch seine ,soldaten alle ,rathsherrn und die ,reichsten vom ,volke ermorden4 ,nachdem dieses vollbracht war1 ergriff er die ,herrschaft und hielt sie an sich1 ohne da irgend welche innere ,bewegungen im ,staate erfolgt wren4 ,er ward zwar zweimal von den ,carthaginiensern geschlagen und zuletzt belagert1 blieb aber doch nicht allein im ,stande1 die ,stadt zu vertheidigen1 sondern mit einem ,theile seiner ,macht1 wovon er den andern zurcklie1 ,afrika selbst anzugreifen1 dadurch ,syracus in kurzer ,zeit zu befreien und die ,carthaginienser in das uerste ,gedrnge zu bringen4 ,diese wurden genthigt1 sich mit ihm zu vergleichen1 sich mit ,afrika zu begngen und ihm ,sicilien zu lassen4 ,wer seine ,handlungen und seine ,tapferkeit erwgt1 wird finden1 da hier in der ,that wenig dem ,glcke beigemessen werden kann3 da er1 so wie oben gesagt worden1 nicht durch ,gunst eines ,andern1 sondern vielmehr durch ein mit vielem ,ungemache und ,gefahren errungenes ,aufsteigen im ,heere zur frstlichen ,wrde gelangte1 und diese mit so groer ,entschlossenheit und ,dreistigkeit in ,gefahren behauptete4 ,man kann es nicht ,tugend nennen1 seine ,mitbrger ermorden1 ,freunde verrathen1 ohne ,treu und ,glauben sein1 ohne menschliches ,gefhl1 ohne ,religion4 ,so kann man wol zur ,herrschaft gelangen1 aber keinen ,ruhm erwerben4 ,wenn man nur die kriegerischen ,tugenden erwgt1 die ,agathokles bewies1 indem er sich in ,gefahr begab und sie bestand3 den groen ,sinn1 womit er das ,unglck ertrug und bestand3 so ist nicht abzusehen1 worin er eben von den grten ,feldherrn so sehr bertroffen werde4 ,aber seine wilde ,grausamkeit1 sein ,mangel an menschlichem ,gefhle und zahllose ,unthaten erlauben nicht1 ihn unter die vorzglichsten ,menschen zu zhlen4 ,man kann also weder dem ,glcke noch seiner ,tugend zuschreiben1 was er ohne das ,eine und ohne das ,andre erlangt hat47#ad7 ,zu unsern ,zeiten ist unter der ,regierung ,papst ,alexander des ,sechsten der ,oliverotto von ,fermo1 der vor gar wenigen ,jahren noch ganz klein gewesen war1 von einem ,oheime mtterlicher ,seite1 ,namens ,giovanni ,fogliano1 erzogen1 und in seinen ersten ,jugendjahren zum ,kriegsdienste unter ,paul ,vitelli angehalten1 damit er durch diese ,zucht zu einer angesehenen ,kriegsstelle gelangen mchte4 ,nach ,pauls ,tode diente er unter dessen ,bruder ,vitellozzo1 und als ein ,mensch von lebhaftem ,verstande1 von krperlichen und geistigen ,vorzgen1 ward er in kurzer ,zeit einer der ,ersten in dem ,heere4 ,da es ihm aber zu niedrig war1 unter ,andern zu dienen1 so versuchte er durch ,hilfe einiger ,brger von ,fermo1 die lieber ,knechte sein1 als ihr ,vaterland frei sehen mochten1 und durch ,untersttzung des ,vitellozzo die ,stadt ,fermo unter sich zu bringen1 und schrieb an ,giovanni ,fogliani1 da er nach so vielen ,jahren einmal nach ,hause kommen und nach seinem ,erbtheile sehen wolle2 weil er aber bis dahin nur nach ,ehre gestrebt habe1 so wolle er1 damit seine ,mitbrger shen1 wie er seine ,zeit nicht vergeblich verwandt habe1 auf eine anstndige ,art und in ,begleitung von hundert ,reitern1 ,freunden und ,anhngern1 erscheinen4 ,er bte also1 die ,einwohner von ,fermo mchten bewogen werden1 ihn recht anstndig zu empfangen2 was ja ihm1 seinem ,oheime selbst1 der ihn erzogen1 zur ,ehre gereichen wrde4 ,giovanni versumte nichts gegen seinen ,neffen1 bereitete ihm einen ehrenvollen ,empfang von den ,einwohnern von ,fermo und nahm ihn in seinem ,hause auf1 wo der ,oliverotto nach einigen ,tagen1 die mit ,zubereitungen zu seiner ,schandthat zugebracht wurden1 ein ,gastmahl gab1 zu welchem er den ,giovanni selbst und ,alles1 was in ,fermo angesehen war1 einlud4 ,nachdem die ,mahlzeit und was sonst bei solchen ,festen vorzugehen pflegt1 beendigt war1 fing ,oliverotto absichtlich ernsthafte ,gesprche an1 redete vom ,papst ,alexander und seinem ,sohne ,csar und deren ,unternehmungen4 ,da ,giovanni und ,andre sich hierauf einlieen1 stand er pltzlich auf1 sagte1 dies seien ,sachen1 die in einem geheimern ,orte abgehandelt werden mten1 und zog sich in eine ,kammer zurck1 wohin ihm ,giovanni und andre ,brger folgten4 ,kaum aber hatten sie sich gesetzt1 so brachen aus verborgenen ,orten ,soldaten hervor1 die den ,giovanni und alle ,andern umbrachten4 ,nach dieser ,mordthat stieg ,oliverotto zu ,pferde1 eilte durch die ,stadt und schlo die ,magistratspersonen im ,rathhause ein4 ,diese wurden durch ,furcht bewogen sich ihm zu unterwerfen1 und ihn an die ,spitze des ,staates zu stellen4 ,da nun ,alle1 deren bler ,wille ihm schaden konnte1 getdtet waren1 so befestigte er seine ,herrschaft durch neue ,anordnungen1 brgerliche und militrische3 so da er whrend des ,jahres1 da er die ,herrschaft behielt1 nicht allein in ,fermo sicher1 sondern auch allen ,nachbarn furchtbar war4 ,es wre schwer gewesen1 ihn zu berwltigen1 eben wie den ,agathokles2 wenn er sich nicht mit den ,orsini und ,vitelli von dem ,csar ,borgia zu ,sinigaglia 7wie oben bereits erwhnt ist7 ins ,garn htte locken lassen1 wo er zusammt dem ,vitellozzo1 seinem ,lehrmeister in ,heldentugenden und ,schandthaten1 erdrosselt ward4 ,man knnte die ,frage aufwerfen1 wie es zugehe1 da ,agathokles und mancher ,andre nach so vielen ,verrthereien und ,grausamkeiten lange in ihrer ,vaterstadt sicher leben und sich gegen auswrtige ,feinde wehren knnen1 auch keinen ,verschwrungen ihrer ,mitbrger ausgesetzt gewesen3 wohingegen ,andre wegen ihrer ,grausamkeit sich nicht einmal im ,frieden1 geschweige denn in den so gefhrlichen ,zeiten des ,krieges1 auf ihrer ,stelle behaupten konnten8 ,ich glaube1 da dieses von der rechten oder schlechten ,anwendung der ,grausamkeit herrhrt4 ,eine wohl angebrachte ,grausamkeit 7wenn es anders erlaubt ist1 diesen ,ausdruck zu gebrauchen7 ist diejenige1 welche ein einziges ,mal zu eigner ,sicherheit ausgebt1 und nchstdem1 so viel mglich1 zum ,vortheile der ,unterthanen benutzt wird4 ,schlecht angebrachte ,grausamkeit ist diejenige1 die klein anfngt und mit der ,zeit eher ab- als zunimmt4 ,diejenigen1 welche den ersten ,weg einschlagen1 knnen1 wenn ,gott will1 mit ,hilfe andrer ,menschen1 so wie ,agathokles1 ihre ble ,lage verbessern4 ,die ,andern knnen sich gar nicht halten4 ,es ist also wohl zu merken1 da derjenige1 welcher sich der ,herrschaft in einem ,staate bemchtigen will1 alle ,grausamkeiten mit ,einem ,male vollfhren msse1 um nicht alle ,tage wieder anzufangen1 und da er wohl thue1 die ,freundschaft der ,menschen zu erwerben1 indem er von seiner ,macht1 ihnen wehe zu thun1 keinen ,gebrauch macht4 ,wer anders handelt1 sei es aus ,furcht oder aus ,mangel an gutem ,rathe1 mu das ,schwert bestndig in der ,hand halten1 und kann sich nie auf seine ,unterthanen verlassen1 weil diese wegen der unaufhrlich erneuerten ,beleidigungen kein ,zutrauen zu ihm fassen knnen4 ,alle ,verletzungen ,andrer mssen auf ,einmal geschehen1 damit sie weniger berdacht und besprochen1 und weniger tief gefhlt werden4 ,wohlthaten aber mssen nach und nach erzeigt werden1 damit man sich unaufhrlich damit beschftige4 ,vor allen ,dingen aber mu ein ,frst sich einen ,plan vorzeichnen1 der gut genug berdacht ist1 damit er sich weder durch gnstige noch schlimme ,zuflle bewegen zu lassen brauche1 davon abzugehen3 denn wenn schlimme ,zeiten eintreten1 so ist es nicht der ,augenblick zu harten ,verfgungen1 und von wohlthtigen hat man keinen ,dank1 weil sie erzwungen scheinen4 #i4 ,vom ,volke bertragene ,herrschaft4 ,ich komme zu dem zweiten ,falle3 wenn nmlich ,einer aus dem ,volke nicht durch ,verbrechen und ,schandthaten1 sondern durch die ,gunst seiner ,mitbrger ,frst in seinem ,vaterlande wird4 ,dieses ,frstentum von ganz eigner ,art knnte man allenfalls ein brgerliches nennen4 ,es wird nicht blos durch ,talente oder ,glck1 sondern vielmehr nur durch eine glckliche und schlaue ,geschicklichkeit erworben4 ,man gelangt dazu mittelst einer ,begnstigung1 entweder des ,volks1 oder der ,groen in ihm4 ,denn in jedem ,staate gibt es zwei verschiedene ,gemthsbewegungen1 die daher rhren1 da das ,volk die ,herrschaft und ,unterdrckung des ,groen nicht ertragen mag1 die ,groen aber das ,volk zu beherrschen und zu unterdrcken trachten4 ,aus dem ,streite dieser verschiedenen ,bestrebungen entsteht entweder eine ,alleinherrschaft1 oder die ,freiheit1 oder unbndige ,gesetzlosigkeit4 ,die ,herrschaft wird entweder vom ,volke oder von den ,groen herbeigefhrt1 nachdem der eine oder andre ,theil dazu ,veranlassung erhlt4 ,denn wenn die ,groen sehen1 da sie dem ,volke nicht widerstehen knnen1 so suchen sie ,einem unter sich einen groen ,namen zu machen und erheben ihn zum ,frsten1 um unter dem ,schutze seines ,ansehns ihre eignen ,begierden zu befriedigen4 ,ebenfalls das ,volk macht1 wenn es sieht1 da es den ,groen nicht widerstehen kann1 einen vorzglich ,angesehenen zum ,frsten1 um von ihm geschtzt zu werden4 ,wer durch ,hilfe der ,groen ,frst wird1 erhlt sich schwerer als der1 den das ,volk dazu gemacht hat4 ,denn er findet sich umgeben von ,vielen1 die sich ihm gleich dnken1 und die er nicht nach seinem ,sinne zu behandeln und ihnen zu befehlen vermag4 ,aber derjenige1 welcher durch die ,gunst des ,volks ,frst wird1 steht ganz allein so hoch1 und ist mit wenigen ,ausnahmen von lauter ,leuten umgeben1 die ihm zu gehorchen bereit sind4 ,auerdem kann er auch die ,groen nicht befriedigen1 ohne ,andre zu beleidigen2 wohl aber das ,volk3 denn die ,wnsche desselben sind viel billiger1 als die ,wnsche der ,groen4 ,diese wollen unterdrcken3 jenes aber ist zufrieden1 wenn es nur nicht unterdrckt wird4 ,hierzu kommt noch1 da der ,frst sich eines feindselig gesinnten ,volkes gar nicht versichern kann1 weil dessen zu viele sind3 wohl aber deren1 die nur wenige sind4 ,das ,schlimmste1 was derjenige zu frchten hat1 dem das ,volk abgeneigt ist1 besteht darin1 von ihm verlassen zu werden3 aber wem die ,groen feind sind1 der luft ,gefahr1 da sie ihn nicht allein verlassen1 sondern selbst gegen ihn aufstehen3 weil sie mehr ,einsicht und mehr ,schlauheit haben1 zum ,voraus auf ihre ,sicherheit denken1 und sich bei demjenigen beliebt zu machen suchen1 von dem sie glauben1 er werde den ,sieg davontragen4 ,der ,frst ist auerdem genthigt1 bestndig mit dem nmlichen ,volke verbunden zu bleiben2 er kann hingegen ohne die ,groen fertig werden1 weil er darunter nach ,gefallen erheben und erniedrigen1 ,ansehn geben und nehmen mag4 ,um dieses noch in helleres ,licht zu setzen1 sage ich1 da es zwei ,arten gibt1 die ,groen zu behandeln4 ,sie betragen sich nmlich also1 da sie sich entweder ganz an dich hngen oder nicht4 ,diejenigen1 welche sich dir verpflichten und nicht habschtig sind1 mssen in ,ehren gehalten werden und verdienen groe ,zuneigung4 ,diejenigen hingegen1 welche sich dir nicht verpflichten wollen1 mssen wieder auf zwei verschiedene ,arten betrachtet werden4 ,entweder sie thun dies aus ,feigheit und natrlichem ,mangel des ,muthes4 ,solcher mu man sich bedienen3 absonderlich wenn sie ,verstand haben2 denn so lange es gut geht1 wird man von ihnen geehrt1 und im ,unglcke hat man sie nicht zu frchten4 ,wenn sie sich aber aus ehrgeizigen ,absichten nicht verpflichten wollen1 beweisen sie damit1 da sie mehr an sich selbst1 als an dich denken4 ,vor diesen mu sich der ,frst hten1 und sie als heimliche ,feinde behandeln1 denn sie sind wirklich immer bereit1 im ,unglcke zuzutreten und ihn mit zu strzen4 ,wer durch das ,volk ,frst wird1 mu das ,volk zum ,freunde zu behalten suchen4 ,dies ist leicht1 da es zufrieden ist1 wenn es nur nicht gedrckt wird4 ,wer aber gegen den ,willen des ,volks durch den ,beistand der ,groen ,frst wird1 mu vor allen ,dingen suchen das ,volk zu gewinnen1 was ja sehr leicht ist1 wenn er es nur in ,schutz nimmt4 ,und da die ,menschen einem ,wohlthter1 von dem sie ,uebles erwarteten1 desto dankbarer werden1 so wird das ,volk ihm noch mehr unterthan1 als wenn es ihn selbst erhoben htte4 ,die ,mittel und ,wege1 wodurch der ,frst das ,volk gewinnen kann1 sind mannichfaltig1 und richten sich ganz nach den ,umstnden1 weshalb ich sie ganz bergehe4 ,ich ziehe indessen den allgemeinen ,schlu1 da man suchen msse1 das ,volk auf seine ,seite zu ziehen1 weil sonst im ,unglck kein ,rettungsmittel ist4 ,nabis1 der ,frst der ,spartaner1 hielt eine ,belagerung von allen ,griechen aus und von einem siegreichen rmischen ,heere2 er vertheidigte sich und seinen ,staat dagegen1 und dazu war es hinreichend1 sich einiger weniger ,personen zu versichern4 ,wre das ,volk ihm feind gewesen1 so htte jenes nicht hingereicht4 ,man setze mir auch nicht das bekannte ,sprichwort entgegen1 da1 wer sich auf das ,volk verlt1 auf den ,sand bauet4 ,denn dieses ist nur alsdann wahr1 wenn ein ,brger etwa die ,hilfe des ,volks gegen die angebliche ,unterdrckung seiner ,feinde oder der ,obrigkeit anruft4 ,in diesem ,falle kann er sich gar leicht mit falscher ,hoffnung tuschen1 so wie es dem ,gracchus zu ,rom und zu ,florenz dem ,georg ,scali7#ae7 ging4 ,ein ,frst aber1 der zu befehlen versteht und ,herz hat1 darf nur im ,unglcke nicht weichen1 sondern fahre fort ,veranstaltungen zu treffen1 halte dreist auf seine ,anordnungen und suche das ,volk zu beleben4 ,er wird sich in seiner ,erwartung von ihm nicht betrogen finden4 ,solche ,herrschaften gerathen in ,gefahr1 wenn sie aus einer eingeschrnkten ,verfassung zur freien ,alleinherrschaft aufzusteigen suchen4 ,denn diese ,frsten fhren ihre ,sache selbst oder durch ,magistratspersonen4 ,im letztern ,falle ist ihre ,macht unsicher und schwach1 weil sie von denen1 welche die obrigkeitlichen ,stellen verwalten1 gar sehr abhngen4 ,diese knnen1 absonderlich im ,unglcke1 leicht das ,oberhaupt umwerfen1 indem sie sich ihm widersetzen1 oder auch nur den ,gehorsam verweigern3 der ,frst aber darf in den gefhrlichen ,augenblicken nicht daran denken1 die unbeschrnkte ,herrschaft an sich zu reien1 weil die ,brger und ,unterthanen1 welche gewohnt sind1 den obrigkeitlichen ,personen zu gehorchen1 ihm keine ,folge leisten1 und es ihm schwer wird1 ,personen zu finden1 denen er trauen kann4 ,diese ,frsten kennen sich gar nicht auf das verlassen1 was sie in ruhigen ,zeiten sehen1 da die ,brger der ffentlichen ,ordnung bedrfen4 ,alsdann luft ,jeder1 verspricht ,alles und will fr ihn das ,leben lassen1 so lange der ,tod entfernt ist4 ,in unglcklichen ,zeiten aber1 wo der ,staat ,brger nthig hat1 finden sich wenige4 ,ein solches ,experiment ist desto gefhrlicher1 da man es nur ein einziges ,mal machen kann4 ,ein kluger ,frst mu daher auf ,mittel denken1 zu bewirken1 da seine ,unterthanen seine ,herrschaft bestndig und zu allen ,zeiten und unter allen ,umstnden bedrfen - dann werden sie ihm treu bleiben4 #aj4 ,wie die ,krfte der ,frstentmer zu schtzen sind4 ,bei der ,betrachtung der ,beschaffenheiten aller dieser ,herrschaften kommt es noch darauf an1 ob ein ,frst so viel vermag1 da er sich selbst im ,falle der ,noth vertheidigen kann1 oder ob er dazu fremder ,hilfe bedarf4 ,um dieses deutlicher zu machen1 sage ich1 da diejenigen ihre ,herrschaften selbst zu behaupten vermgen1 welche ,menschen oder ,geld genug besitzen1 um eine zureichende ,armee aufzustellen1 und demjenigen1 der sie angreift1 eine ,schlacht zu liefern4 ,dahingegen bedrfen diejenigen allezeit fremder ,hilfe1 welche nicht gegen den ,feind in das ,feld rcken knnen1 sondern genthigt sind1 sich hinter ihre ,mauern zurck zu ziehen1 um nur diese zu vertheidigen4 ,vom ersten dieser ,flle ist bereits oben geredet1 und wird in der ,folge noch ,mehreres vorkommen4 ,im zweiten ,falle kann man dem ,frsten nichts ,anderes rathen1 als seine ,stadt zu befestigen1 und das ,land preiszugeben4 ,wer seine ,stadt wohl befestigt und sich gegen ,nachbarn und eigne ,unterthanen so betragen hat1 wie hier oben angerathen ist1 und ich ferner anrathen werde1 der wird auch nicht leichtsinnig angegriffen werden1 weil ,niemand gern ,dinge unternimmt1 die ,schwierigkeiten haben2 und es so leicht nicht ist1 den anzugreifen1 der wohl befestigt ist1 und seine eignen ,unterthanen zu ,freunden hat4 ,die deutschen ,stdte haben groe ,freiheiten1 wenig ,territorium1 gehorchen dem ,kaiser so viel sie ,lust haben1 und frchten weder dieses noch irgend eines andern ,benachbarten ,macht1 weil sie auf solche ,art befestigt sind1 da jeder wohl fhlen mu1 wie schwierig und langweilig es ist1 sie zu erobern3 sie haben nmlich ,wall und ,graben1 ,geschtz in zureichender ,menge1 ,lebensmittel und ,holz zur ,feuerung1 auf ein ,jahr in ,vorrath4 ,auerdem haben sie die ,veranstaltung1 das ,volk1 ohne ,nachtheil des ,gemeinwesens1 auf ein ,jahr in dem ,gewerbe1 wovon die kleinen ,brger leben1 beschftigen zu knnen1 um ihm seinen ,unterhalt zu verschaffen4 ,auch halten sie die ,kriegs-,uebungen in ,ehren1 und haben dazu mancherlei ,anordnungen4 ,der ,frst1 der eine ,festung besitzt1 und bei seinem ,volke nicht verhat ist1 kann nicht angegriffen werden3 und wrde er es1 so mte der ,feind mit ,schanden abziehen2 denn die ,zuflle sind in dieser ,welt so mannichfaltig1 da es beinahe unmglich ist1 ein ganzes ,jahr das ,feld zu halten1 um ihn zu belagern4 ,und wenn man etwa antwortete1 da das ,volk1 welches seine ,besitzungen drauen hat und selbige verheeren sieht1 es berdrssig werden und seinen ,frsten verlugnen wird1 so antworte ich1 da ein mchtiger und entschlossener ,frst diese ,schwierigkeiten stets berwinden wird2 indem er bei seinen ,unterthanen bald die ,hoffnung erregt1 es werde nicht lange mehr whren1 bald ,furcht vor der ,grausamkeit des ,feindes einflt1 endlich auch sich auf eine geschickte ,art derer versichert1 welche ihm zu dreist scheinen4 ,auerdem ist der ,feind genthigt1 damit anzufangen1 das ,land mit ,feuer und ,schwert zu verheeren1 whrend die ,brger noch guten ,muth und ,lust zur ,verteidigung haben4 ,der ,frst darf daher um so weniger ,anstand nehmen3 denn wenn die ,gemther sich abkhlen1 so ist der ,schade schon geschehen2 es ist vergeblich1 darber zu klagen und die ,menschen werden sich desto enger mit dem ,frsten vereinigen1 fr den sie ihre ,habe und ,gut preisgegeben haben1 wofr er ihnen ,dank schuldig ist4 ,der menschlichen ,natur ist es gem1 sich durch das ,gute1 was man ,andern erzeigt1 eben sowol zu verbinden1 als durch das1 was man empfngt4 ,wenn man dieses ,alles erwgt1 so wird man finden1 da es einem ,frsten nicht schwer ist1 die ,gemther seiner ,unterthanen bei einer ,belagerung festzuhalten1 wenn er nur ,lebens- und ,vertheidigungsmittel genug hat4 #aa4 ,von geistlichen ,frstenthmern4 ,es bleibt nur noch brig1 von geistlichen ,herrschaften zu reden1 bei welchen alle ,schwierigkeiten nur vorhanden sind1 bis man zum ,besitze gelangt ist3 denn sie werden durch ausgezeichnete ,kraft oder durch ,glck erworben2 aber erhalten1 ohne das eine und ohne das andre2 denn sie beruhen auf den alten heiligen ,einrichtungen der ,religion1 welche mchtig genug sind1 ihre ,hupter in ihren ,stellen zu erhalten1 sie mgen sich auffhren wie sie wollen4 ,diese allein haben eine hohe ,stelle1 und brauchen sie nicht zu vertheidigen2 sie haben ,unterthanen und regieren sie nicht2 ihre ,staaten werden nicht vertheidigt und ihnen doch nicht genommen4 ,ihre ,unterthanen bekmmern sich nicht darum1 da sie nicht regiert werden1 und denken nicht daran1 sich ihnen zu entziehen1 knnen es auch nicht4 ,diese ,frsten also sind allein sicher und glcklich4 ,aber da dieses von hhern ,ursachen abhngt1 an die der menschliche ,verstand nicht reicht1 so will ich nicht davon reden4 ,gott schtzt sie3 es wre vorwitzig und dreist1 wenn der ,mensch darber urtheilen wollte4 ,wenn mich aber ,jemand befragte1 wie es zugegangen1 da die ,kirche zu solchem weltlichen ,staate gelangt1 und da1 nachdem bis auf ,alexander den ,sechsten jeder1 ich sage nicht mchtige italienische ,frst1 sondern jeder ,baron und ,freiherr1 sich im ,weltlichen nichts daraus machte2 gegenwrtig der ,knig von ,frankreich davor zittert1 und von ihr aus ,italien vertrieben ist2 ,venedig daneben zu ,grunde gerichtet3 so will ich darber folgendes obwol schon genugsam ,bekannte1 in das ,gedchtni zurckrufen4 ,bevor ,karl der ,achte nach ,italien kam1 war dieses ,land unter den ,papst1 ,venedig1 den ,knig von ,napoli1 den ,herzog von ,mailand und die ,florentiner vertheilt4 ,diese ,mchte hatten ihr ,augenmerk auf zwei ,dinge zu richten3 erstens darauf1 da keine fremde ,macht mit den ,waffen eindringe2 zweitens1 da keine unter ihnen selbst die ,oberhand gewnne4 ,diejenigen1 welchen dieses am meisten anlag1 waren der ,papst und ,venedig4 ,um den letztern ,staat klein zu halten1 muten sich alle brigen vereinigen1 so wie sie es auch wirklich thaten1 um ,ferrara zu verteidigen4 ,den ,papst zurckzuhalten1 bediente man sich der rmischen ,barone1 welche in zwei ,factionen getheilt waren1 die ,orsini und die ,colonna4 ,unaufhrliche ,uneinigkeiten unter diesen veranlaten sie stets1 unter den ,augen des ,papstes in den ,waffen zu sein1 und dieses hielt den heiligen ,stuhl klein und schwach4 ,und wenn gleich dann und wann ein ,mann von ,geist den ppstlichen ,stuhl bestieg1 so wie ,sixtus 7der ,vierte71 so konnte doch weder ,glck noch ,verstand von diesen ,verhltnissen befreien4 ,die ,krze ihrer ,regierung war eine ,ursache4 ,denn in zehn ,jahren 7so lange dauerte eine ppstliche ,regierung im ,durchschnitte7 konnte kaum eine der beiden ,parteien herunter gebracht werden3 und wenn zum ,beispiel der ,eine die ,colonna und ihre ,anhnger gedemthigt hatte1 so folgte ,einer1 der den ,orsini feind war1 und hob jene1 die in der kurzen ,zeit nicht ganz vertilgt sein konnten1 wieder empor4 ,daher kam es1 da die weltliche ,macht des ,papstes in ,italien so wenig geachtet ward4 ,es stand inzwischen ,alexander der ,sechste auf und bewies besser1 als irgend ein ,andrer jemals gethan hat1 wie viel ein ,papst mit ,geld und mit seinen ,krften ausrichten kann4 ,er bewerkstelligte mittelst seines ,sohnes1 des ,herzogs von ,valentinois1 und bei ,gelegenheit des ,einmarsches franzsischer ,heere1 alles das1 was ich oben1 als ich von der ,handlungsweise des ,herzogs sprach1 auseinandergesetzt habe4 ,seine ,absicht ging nicht dahin1 den heiligen ,stuhl gro zu machen1 sondern nur sich selbst4 ,durch die ,wendung1 die die ,sache nahm1 gewann aber der ,stuhl1 welcher nach seinem ,tode die ,frchte aller ,arbeiten des ,herzogs erbte4 ,auf ihn folgte ,julius der ,zweite1 welcher den ,stuhl schon gro und mchtig fand1 da er die ,romagna besa1 und daneben alle rmischen ,barone durch ,alexanders ,bemhungen zerschlagen waren4 ,daneben besa er ,mittel1 ,geld zusammen zu bringen1 die man vor ,alexander nicht gekannt hatte4 ,julius trat in dessen ,futapfen1 suchte ,bologna zu erwerben1 ,venedig herunter zu bringen und die ,franzosen aus ,italien zu vertreiben4 ,dieses gelang ihm ,alles zusammen1 und gereicht ihm zu so viel grerer ,ehre1 da er es nicht zu eignem ,privatvortheile1 sondern zu ,gunsten des ,stuhles unternahm4 ,die ,parteien ,colonna und ,orsini erhielt er in dem ,zustande1 worin er sie fand4 ,obwol einige ,ursache zu ,uneinigkeiten zwischen ihnen vorhanden war1 muten sie doch ruhig bleiben3 erstens1 weil ihnen die ,gre des ppstlichen ,stuhls imponirte1 und zweitens1 weil sie beide keine ,cardinle unter sich hatten1 von denen immer alle ,unruhen herrhren4 ,so oft ,cardinle aus diesen ,husern sind1 so knnen diese nicht ruhig sein1 weil jene in und auer ,rom die ,parteiungen unterhalten1 und die ,barone genthigt sind1 sie zu vertheidigen4 ,aus dem ,ehrgeize solcher ,prlaten entstehen mithin die ,zwistigkeiten und ,aufruhr unter den ,baronen4 ,es hat also ,papst ,leo den heiligen ,stuhl schon gro und mchtig gefunden1 und so wie seine obgedachten ,vorfahren ihn durch die ,waffen gehoben haben1 so ist zu hoffen1 da er ihm durch seine groen persnlichen ,eigenschaften und seine ,milde ,ansehen verschaffen werde4 #ab4 ,von den verschiedenen ,arten der ,truppen4 ,nachdem ich die verschiedenen ,beschaffenheiten der ,herrschaften erwogen1 von denen ich mir vornahm zu reden1 und die ,ursachen angezeigt1 aus denen es ihnen wohl oder bel ergeht1 nebst den ,mitteln1 womit man versucht hat1 sie zu erwerben und zu erhalten1 so bleibt mir noch brig1 im ,allgemeinen die ,arten des ,angriffs und der ,vertheidigung durchzugehen1 welche dabei vorkommen knnen4 ,wir haben bereits erwhnt1 da eine ,herrschaft auf guten ,grnden beruhen msse1 wenn sie nicht zusammenstrzen soll4 ,die hauptschlichste ,sttze aller ,staaten1 der neuen wie der alten und der vermischten1 sind gute ,gesetze und tchtige ,kriegsmacht4 ,gute ,gesetze knnen nicht bestehen ohne eine gute ,kriegsmacht4 ,diese aber setzt gute ,gesetze voraus4 ,ich lasse also die ,gesetzgebung liegen und rede von der ,bewaffnung2 ich sage1 da die ,kriegsmacht1 womit ein ,frst seinen ,staat vertheidigt1 entweder aus eigner oder gemieteter ,mannschaft oder aus ,hilfstruppen besteht1 oder aus diesen allen zusammen4 ,gemiethete ,mannschaft und ,hilfstruppen sind unntz und gefhrlich4 ,wer seine ,herrschaft durch ,miethlinge zu schtzen denkt1 steht nicht fest1 und kann nie sicher sein1 weil diese unter sich uneins1 unbndig1 ohne ,disciplin1 untreu1 bermthig gegen ihre ,freunde1 feig gegen die ,feinde sind1 ,gott nicht frchten und treulos gegen die ,menschen handeln4 ,der ,untergang ist also nur bis dahin verschoben1 wo der ,angriff erfolgt4 ,im ,frieden wird man von ihnen selbst beraubt2 im ,kriege vom ,feinde4 ,die ,ursache hiervon ist1 da sie nicht aus ,zuneigung und aus keiner andern ,ursache im ,felde erhalten werden1 als um eines geringen ,soldes willen1 deswegen sie ihr ,leben nicht preisgeben werden4 ,so lange kein ,krieg zu fhren ist1 wollen sie wol ,soldaten sein3 so wie aber der ,feldzug erffnet wird1 laufen sie davon oder gehen nach ,hause4 ,es sollte wol ohne viele ,mhe einleuchten1 da dies sich also verhlt2 da ,italien aus keiner andern ,ursache zu ,grunde gegangen ist1 als weil man sich so viele ,jahre lang auf ,miethstruppen verlassen hat1 welche dann und wann einige ,vortheile bereinander erhielten und ganz tapfer schienen2 sobald aber fremde ,heere kamen1 zeigte es sich1 wie sie beschaffen waren4 ,daher konnte ,karl der ,achte ,italien so geschwind berziehen4 ,wer behauptete1 dies geschehe um unsrer ,snden willen1 hatte ganz ,recht3 aber nicht um derjenigen willen1 die darunter verstanden wurden1 sondern wegen derer1 die ich angegeben habe4 ,die ,frsten hatten die ,fehler begangen und muten dafr leiden4 ,ich will die unglcklichen ,folgen solcher ,vertheidigungsanstalten noch besser beweisen4 ,die gedungenen ,feldherren sind entweder vorzgliche ,kriegshelden oder nicht4 ,im ersten ,falle kann man sich auf sie nicht verlassen1 weil sie nach eigner ,gre streben1 und deshalb darauf denken1 entweder denjenigen selbst1 der sie gedungen hat1 oder ,andre gegen den ,willen desselben zu unterdrcken4 ,ist der ,feldhauptmann kein rechter ,krieger1 so geht derjenige gemeiniglich zu ,grunde1 der ihn gedungen hat4 ,will man hierauf antworten1 da es einerlei sei1 ob derjenige1 der die ,kriegsmacht anfhrt1 gedungen ist oder nicht1 da er in einem ,falle handeln werde1 wie im andern1 so erwidre ich1 da ein jeder ,frst selbst ins ,feld gehen und sein eigner ,general sein msse2 ,republiken aber ,einen ihrer ,mitbrger an die ,spitze des ,heeres stellen mssen1 denselben zurckrufen1 wenn er sich nicht hinlnglich geschickt beweiset1 und wenn er der ,sache gewachsen ist1 ihn im ,zaume der ,gesetze halten4 ,die ,erfahrung beweist es1 da ,frsten und ,republiken durch eigne ,truppen allein ,fortschritte machen1 und da ,sldnerheere nur ,unglck anrichten4 ,eine ,republik1 welche sich mit eignen ,waffen vertheidigt1 wird nicht so leicht von einem ihrer ,mitbrger unterjocht1 als wenn sie ein gedungenes ,heer hlt4 ,rom und ,sparta sind viele ,jahrhunderte lang bewaffnet und frei gewesen4 ,die ,schweizer sind hchst kriegerisch und frei4 ,von ,miethstruppen aber gibt ,carthago ein ,beispiel1 welches nach dem ersten ,kriege mit den ,rmern von ihnen unterdrckt ward1 obgleich die ,carthaginienser eigne ,brger zu ,generalen bestellt hatten4 ,philipp von ,macedonien ward von den ,thebanern nach dem ,tode des ,epaminondas zum ,feldherrn erwhlt und nahm ihnen dafr die ,freiheit1 sobald er einen ,sieg erfochten hatte4 ,die ,mailnder besoldeten nach dem ,tode des ,herzogs ,filippo 7,visconti7 den ,franz ,sforza1 um gegen die ,venezianer ,krieg zu fhren4 ,sobald derselbe sie aber bei ,caravaggio berwunden hatte1 verband er sich mit ihnen gegen seine ,dienstherren1 die ,mailnder4 ,sein ,vater ,sforza war im ,dienste der ,knigin ,johanna von ,neapel1 und lie diese mit einem ,male ganz ohne ,vertheidigungsmittel1 so da sie sich dem ,knige von ,arragonien in die ,arme werfen mute1 um ihr ,reich nicht zu verlieren4 ,wenn ,venedig und ,florenz sich durch solche ,waffen vergrert haben1 und die ,anfhrer derselben sich nicht zu ,herren haben aufwerfen knnen1 so antworte ich auf diesen ,einwurf1 da ,florenz viel ,glck gehabt hat1 indem von den tapfern ,generalen1 die ihm furchtbar wurden1 einige im ,kriege nicht glcklich gewesen sind1 andre ,widerstand von andrer ,seite her gefunden1 endlich noch andre ihre ehrgeizigen ,absichten auf andre ,orte gerichtet haben2 z4 ,b4 hat ,giovanni ,acuto7#af7 nicht gesiegt2 daher nicht offenbar geworden1 wie weit ihm zu trauen gewesen wre1 wenn er gesiegt htte4 ,jeder aber mu eingestehen1 da er in diesem ,falle mit ,florenz machen konnte1 was er wollte4 ,franz ,sforza hatte bestndig den ,braccio und seine ,leute sich gegenber3 einer hielt den andern zurck4 ,francesco richtete seine ,absichten auf die ,lombardei1 ,braccio auf den ,kirchenstaat und ,neapel4 ,wir wollen die neusten ,zeiten betrachten4 ,die ,florentiner haben den ,paolo ,vitelli zu ihrem ,feldherrn erwhlt3 einen tapfern ,mann1 der im ,privatstande den grten ,ruhm erworben4 ,wenn derselbe ,pisa erobert htte1 so ist gar nicht zu lugnen1 da er mit ,florenz schalten konnte1 wie er wollte2 denn wenn er zu ihren ,feinden berging1 konnten sie nichts machen3 und wenn er es mit ihnen ferner hielt1 so muten sie ihm gehorchen4 ,betrachtet man die ,fortschritte der ,venezianer1 so wird man finden1 da diese sicher und glcklich waren1 so lange sie sich dazu ihrer eignen ,krfte bedienten3 das ist1 bis sie ihre ,unternehmungen auf dem festen ,lande anfingen2 denn bis dahin hatten sie tapfer mittelst ihres eignen ,adels und ,volkes ,krieg gefhrt4 ,so wie sie aber anfingen auf dem festen ,lande ,krieg zu fhren1 machten sie es wie die brigen ,italiener4 ,im ,anfange ihrer ,eroberungen brauchten sie ihre ,generale nicht sonderlich zu frchten1 weil ihr ,staat noch nicht sehr gro war1 und sie dafr desto greres ,ansehen genossen4 ,als sie aber ansehnliche ,fortschritte zu machen anfingen1 welches unter dem ,carmignuola geschah1 merkten sie1 da sie auf falschem ,wege waren4 ,sie sahen1 wie gefhrlich seine ,tapferkeit ihnen zu werden drohte1 und sobald sie unter seiner ,anfhrung den ,herzog von ,mailand geschlagen hatten und sahen1 da er nunmehr erkaltete1 sie also keine weiteren ,vortheile durch ihn zu hoffen htten1 ihn aber nicht entlassen konnten noch wollten1 um das ,erlangte nicht zu verlieren1 so sahen sie sich genthigt1 ihn zu ihrer eignen ,sicherheit ums ,leben bringen zu lassen4 ,sie haben hierauf den ,bartolomeo von ,bergamo1 ,ruberto von ,san ,severino1 den ,grafen von ,pitigliano und andre ,generale gedungen1 bei denen sie nur zu frchten hatten1 da sie geschlagen wrden1 aber nichts von ihren ,fortschritten besorgen durften3 so wie es denn auch zu ,vaila ging1 wo sie in einer ,schlacht ,alles verloren1 was sie in achthundert ,jahren mit so vieler ,mhe errungen hatten4 ,denn solches ,kriegssystem bringt langsame und geringe ,fortschritte1 und pltzlichen erstaunlichen ,verlust mit sich4 ,da ich auf diese italienischen ,beispiele gekommen bin1 in welchem ,lande ,alles seit vielen ,jahren mittelst gedungener ,krieger ausgerichtet wird1 so will ich darin noch etwas hher hinauf gehen1 um den ,ursprung und die ,fortschritte des ,uebels zu zeigen1 damit man ihm desto besser begegnen mge4 ,da in den neuern ,zeiten das kaiserliche ,ansehn in ,italien fiel1 und das weltliche ,ansehn des ,papstes dagegen zunahm1 war dieses ,land in verschiedene ,staaten zertheilt4 ,mehrere der groen ,stdte ergriffen die ,waffen gegen die ,herren1 welche sie unter ,begnstigung des ,kaisers in der ,unterdrckung hielten2 der ppstliche ,stuhl aber untersttzte jene1 um sich weltliches ,ansehn zu verschaffen4 ,in manchen andern erhoben sich ,brger zur frstlichen ,wrde4 ,italien gerieth mithin gewissermaen in die ,hnde des heiligen ,stuhls und einiger ,republiken3 ,beide aber1 ,priester und ,brger1 waren nicht an die ,waffen gewhnt1 und fingen an ,truppen zu miethen4 ,der ,erste1 der eine solche ,miliz zu ,ehren brachte1 war ,alberigo da ,como ,romagnuolo4 ,aus seiner ,schule gingen unter ,andern ,braccio und ,sforza hervor1 die zu ihrer ,zeit ber ,italien walteten4 ,auf sie folgten alle ,andern1 die bis zu unsern ,zeiten die italienischen ,heere befehligt haben4 ,das ,ende ihrer ,heldenthaten aber ist gewesen1 da ,italien von ,karl dem ,achten berrannt1 von ,ludwig dem ,zwlften ausgeplndert1 von ,ferdinand von ,arragonien bezwungen und von den ,schweizern geschndet worden4 ,jene ,anfhrer von ,miethstruppen fingen damit an1 das ,fuvolk um seine ,ehre zu bringen1 um selbst zu grerem ,ansehn zu gelangen4 ,dieses thaten sie1 weil sie selbst ohne ,lnder und auf persnliche ,mittel beschrnkt1 mittelst weniger ,fuvlker kein groes ,ansehn erhalten1 zahlreiche aber nicht ernhren konnten4 ,sie beschrnkten sich also auf ,reiterei1 wo sie denn mittelst einer geringern ,zahl ,unterhalt und ,ehre zu gewinnen vermochten4 ,die ,sache war dahin gekommen1 da in einem ,heere von #bj1jjj ,mann kaum #bjjj ,mann zu ,fu waren4 ,auerdem wandten sie ,alles an1 um sich und ihren ,leuten ,mhseligkeiten und ,gefahr zu ersparen1 indem sie in den ,schlachten einander nicht tdteten1 sondern ohne ,verwundung gefangen nahmen4 ,sie machten des ,nachts keine ,angriffe auf die ,festungen1 keine ,ausflle aus denselben1 sie befestigten ihre ,lager nicht und hielten das ,feld nicht im ,winter4 ,alles das war ihrer ,kriegsordnung gem1 und wie ich schon gesagt habe1 ausgedacht1 um ,mhseligkeit und ,gefahr abzuwenden4 ,italien ist darber aber vllig in ,sklaverei und ,schande gerathen4 #ac4 ,von ,hilfstruppen4 ,die zweite ,art unntzer ,kriegsmacht sind die ,hilfstruppen3 nmlich1 wenn ein ,mchtigerer angerufen wird1 dich mit seinen ,waffen zu untersttzen und zu vertheidigen1 so wie neuerlich ,papst ,julius1 nach der traurigen ,erfahrung mit gedungener ,mannschaft1 die er bei ,ferrara gemacht hatte1 den ,knig ,ferdinand von ,arragonien anrief1 da er ihm mit seiner ,armee zu ,hilfe kommen mchte4 ,ein solches ,heer kann wol fr denjenigen1 dem es angehrt1 etwas ,ntzliches ausrichten2 aber dem1 der es herbeiruft1 ist es allemal nachtheilig3 denn wird es geschlagen1 so bist du berwunden2 und siegt es1 so bist du selbst ihr ,gefangener4 ,die alte ,geschichte ist auch von solchen ,beispielen voll3 ich will aber bei dem vom ,papst ,julius stehen bleiben1 welches noch ganz neu ist4 ,dieser htte keinen schlechtern ,entschlu fassen knnen1 als sich einem ,fremden in die ,arme zu werfen1 um ,ferrara zu erlangen4 ,zu seinem ,glcke kam ein ,drittes dazwischen1 so da ihn die ,folgen dieses ,fehlers nicht trafen4 ,da nmlich seine ,verbndeten bei ,ravenna geschlagen wurden1 und die ,schweizer aufstanden1 welche gegen alle ,erwartung die ,sieger vertrieben1 so fiel er weder in die ,hnde seiner ,feinde1 die eben geschlagen waren1 noch seiner ,freunde1 weil ,andere als sie den ,sieg davongetragen hatten4 ,die ,florentiner hatten selbst gar keine ,armee1 und fhrten zehntausend ,franzosen vor ,pisa1 um es zu erobern3 woraus fr sie selbst grere ,gefahr entstand1 als worin sie sich jemals befunden hatten4 ,der ,kaiser von ,konstantinopel sandte zehntausend ,trken nach ,griechenland1 um es gegen seine ,nachbarn zu schtzen4 ,nach beendigtem ,kriege weigerten sie sich aber1 es zu verlassen1 und dies war der ,anfang der ,unterjochung von ,griechenland durch die ,unglubigen4 ,wer sich selbst in die ,lage setzen will1 auf keine ,weise den ,sieg davontragen zu knnen1 der bediene sich solcher ,hilfstruppen4 ,mit ihnen ist der ,untergang zum ,voraus ganz zubereitet1 denn sie sind unter einander einig1 und im ,gehorsame eines ,andern4 ,gedungene ,mannschaft hat doch1 wenn sie schon gesiegt hat1 noch etwas ,zeit nthig1 und es mssen besondere ,gelegenheiten entstehen3 weil sie nicht ein eignes ,corps ausmacht1 von dir zusammengebracht und bezahlt ist1 ein ,dritter aber1 den du ihnen zum ,oberhaupte gibst1 nicht augenblicklich so viel ,ansehn erhlt1 dir schaden zu knnen4 ,kurz1 das ,gefhrlichste ist bei ,miethstruppen ihre ,feigheit2 bei ,hilfstruppen ihre ,tapferkeit4 ,jeder nur etwas kluge ,frst hat immer vermieden1 sich solcher ,mannschaft zu bedienen1 und hat lieber mit eigner berwunden werden1 als mit fremder siegen wollen2 da er den ,sieg1 den er durch fremde errungen1 nicht fr wahren ,gewinn halten konnte4 ,ich trage kein ,bedenken1 den ,csar ,borgia und seine ,handlungen zum ,beispiele anzufhren4 ,dieser ,heerfhrer fiel mit franzsischen ,soldaten in ,romagna ein und eroberte mit ihnen ,imola und ,furli4 ,weil er diese ,armee aber nicht sicher achtete1 so wandte er sich zu ,miethstruppen1 die er fr weniger gefhrlich hielt1 und nahm die ,orsini und ,vitelli in ,sold4 ,da er auch diese bei der weitern ,verhandlung unsicher1 untreu und gefhrlich fand1 so lste er sie ebenfalls auf und wandte sich zu eignen ,leuten4 ,den ,unterschied zwischen beiden ,arten der ,kriegsmacht kann man leicht einsehen1 wenn man nur mit einander vergleicht1 wie der ,herzog angesehen ward1 so lange er die ,orsini und ,vitelli hatte1 und wie viel er gewann1 sobald er mit eigner ,mannschaft dastand4 ,zu groer ,achtung gelangte er erst1 als ,jedermann sah1 da er vllig ,herr ber sein ganzes ,heer war4 ,ich verlasse die neue italienische ,geschichte ungern3 doch kann ich nicht umhin1 den ,hiero von ,syracus zu nennen1 dessen ich schon oben gedacht habe4 ,die ,syracusaner hatten ihn1 wie ich bereits erwhnt1 zu ihrem ,heerfhrer erwhlt4 ,er sah sogleich ein1 da ihm die ,miethstruppen nichts ntzen konnten1 weil sie gleich wie unsre italienischen von eignen ,anfhrern gedungen waren2 da er sie nun weder behalten noch gehen lassen durfte1 so lie er sie insgesammt in ,stcke hauen und fhrte darauf den ,krieg blos mit eigner ,mannschaft1 ohne fremde ,hilfe4 ,noch will ich an eine ,begebenheit aus dem alten ,testamente erinnern1 die hier recht passend ist4 ,da sich ,david dem ,saul anbot1 den ,philister ,goliath auf seine ,ausforderung zu bekmpfen1 so gab ihm ,saul seine ,waffen1 um ihm ,muth zu machen4 ,so wie ,david sie aber angethan hatte1 so weigerte er sich und sagte1 damit knne er sich auf sich selbst nicht verlassen1 er wolle mit seinen eigenen ,waffen kmpfen1 und griff zu ,schleuder und ,messer4 ,kurz1 fremde ,waffen fallen ab1 oder erdrcken durch ihre ,last1 oder erdrosseln dich selbst4 ,karl der ,siebente1 ,vater ,ludwig des ,elften1 erkannte1 nachdem er ,frankreich von den ,englndern befreit hatte1 die ,nothwendigkeit eigner ,waffen1 und errichtete in seinem ,lande die ,gensd'armes und das ,fuvolk4 ,sein ,sohn ,ludwig fing darauf an1 das ,fuvolk zu entlassen und statt dessen ,schweizer zu besolden4 ,dieser ,fehler nebst einigen andern1 die bald nachfolgten1 ward ,ursache der groen ,gefahr1 in welche sein ,reich gerieth4 ,denn er verschaffte dadurch den ,schweizern groen ,ruf1 und machte seine eigne ,macht verchtlich1 da er das ,fuvolk auflste und die ,gensd'armes daran gewhnte1 gemeinschaftlich mit ,schweizern zu fechten1 so da sie ohne diese nichts mehr auszurichten vermochten4 ,daher kommt es1 da ,franzosen gegen ,schweizer nichts vermgen1 und ohne ,schweizer gegen ,andre ebenfalls nichts ausrichten knnen4 ,die franzsischen ,heere sind also vermischt1 halb gedungene1 halb eigne ,mannschaft4 ,das ,alles zusammen ist viel besser1 als blos gedungene1 oder bloe ,hilfstruppen3 aber doch viel schlechter1 als blos eigne4 ,das angefhrte ,beispiel ist hinreichend1 denn das franzsische ,reich wrde unberwindlich sein1 wenn ,karls ,ordnung aufrecht erhalten und weiter ausgedehnt wre3 aber so machen es die ,menschen4 ,sie fangen ohne viele ,ueberlegung eine ,sache an1 die einigen guten ,anschein hat1 und achten nicht auf das verborgene ,gift1 so wie ich oben von der ,schwindsucht gesagt habe4 ,der ,frst1 der das ,uebel erst alsdann erkennt1 wenn es schon da ist1 kann nicht fr weise gehalten werden1 was ja ,wenigen gegeben ist4 ,wenn man dem ,untergange des rmischen ,reiches nachsprt1 so findet man den ,anfang in der ,maregel1 die ,gothen zu besolden2 denn damit lie die ,strke des rmischen ,reiches nach1 und alle ,krfte1 die dieses verlor1 gingen auf jene ber4 ,ich schliee also1 da keine ,herrschaft fest steht ohne eigne ,waffen2 denn wer keine ,kraft hat1 die ihn bei widrigen ,schicksalen schtzt1 hngt blos vom ,glcke ab4 ,es ist immer die ,meinung weiser ,mnner gewesen1 da nichts so schwach und unbestndig sei1 als der ,ruf groer ,macht1 der nicht auf eignen ,krften beruht4 ,eigne ,waffen aber sind solche1 die von ,unterthanen oder ,brgern gefhrt werden1 auch selbstgeschaffene ,heere4 ,alles ,andere sind gedungene oder ,hilfstruppen4 ,die beste ,art1 eigne ,mannschaft anzuordnen1 ist leicht auszufinden1 wenn die oben von mir angegebenen ,anordnungen erwogen werden1 und wenn man erwgt1 wie ,philipp1 ,alexanders des ,groen ,vater1 und viele andere ,frsten und ,republiken es gemacht haben4 #ad4 ,was der ,frst im ,kriegswesen zu beobachten hat4 ,ein ,frst soll also nichts ,anderes zu seinem ,augenmerk nehmen1 auf nichts ,anderes denken1 und zu seiner eignen ,beschftigung erwhlen1 als das ,kriegswesen und die ,einrichtung desselben2 denn dies ist die einzige eigne ,sache dessen1 der befehlen will1 und vermag so viel1 da sie nicht allein geborne ,frsten erhlt1 sondern auch manche ,privatpersonen zur ,herrschaft erhebt4 ,und im ,gegentheil haben manche ,frsten die ,herrschaft verloren1 sobald sie die ,wollste dem ,kriegshandwerke vorzogen4 ,die erste ,ursache1 die ,herrschaft zu verlieren1 ist es1 wenn man den ,krieg verachtet3 das ,mittel1 sie zu erwerben1 ist die ,erfahrenheit in der ,kriegskunst4 ,francesco ,sforza ward durch seine ,geschicklichkeit in derselben ,herzog von ,mailand2 seine ,shne fielen durch ihre ,abneigung gegen die ,mhseligkeiten des ,kriegs von der herzoglichen ,wrde wieder zurck in den ,privatstand4 ,unter andern ,uebeln1 die die ,abneigung gegen den ,krieg mit sich fhrt1 ist dies1 da sie ,verachtung erregt3 und dieses ist etwas1 wofr sich der ,frst am allermeisten hten mu1 wie weiter unten mit ,mehrerem gezeigt werden wird4 ,denn zwischen einem ,bewaffneten und einem ,unbewaffneten ist gar kein ,verhltni4 ,es ist unvernnftig zu erwarten1 da der ,bewaffnete dem ,unbewaffneten gehorchen werde1 und da der ,unbewaffnete unter seinen bewaffneten ,dienern sicher sein solle4 ,auf einer ,seite ,verachtung1 auf der andern ,argwohn3 das kann zusammen unmglich gut gehen4 ,ein ,frst1 der den ,krieg nicht versteht1 ist auer andern ,uebeln1 wie gesagt1 auch noch diesem unterworfen1 da er auf die ,achtung seiner ,leute keinen ,anspruch machen und ihnen nicht trauen kann4 ,er darf daher dieses ,kriegshandwerk niemals vernachlssigen1 und mu es im ,frieden noch mehr ben1 als im ,kriege selbst2 welches auf zweierlei ,art geschehen kann3 durch ,thtigkeit und durch ,nachdenken4 ,was das ,erste betrifft1 so mu er seine ,mannschaft immer in guter ,ordnung und in ,uebung halten2 selbst aber seinen ,krper durch die ,jagd abhrten1 welche ihm auerdem ,gelegenheit gibt1 die verschiedene ,beschaffenheit der ,gegenden zu beobachten3 zu lernen1 wie die ,berge sich erheben und die ,ebenen laufen1 wie ,flsse und ,seen beschaffen sind1 und dies ,alles auf das ,genaueste zu bemerken4 ,diese ,kenntni hat zweierlei ,nutzen4 ,erstens lernt er sein eignes ,land besser kennen1 und die ,mittel es zu vertheidigen4 ,zweitens erlangt er durch diese praktische ,kenntni die ,fertigkeit1 unbekannte ,gegenden zu erforschen1 an denen ihm gelegen ist2 denn die ,hgel1 ,berge1 ,thler1 ,flsse und ,seen1 z4 ,b4 in ,toscana1 haben einige ,aehnlichkeiten mit denen in andern ,lndern1 so da man durch die ,bekanntschaft mit jenen auch diese leichter kennen lernt4 ,der ,frst1 dem diese ,geschicklichkeit fehlt1 ermangelt eines ,haupterfordernisses des ,feldherrn2 denn hierdurch lernt man den ,feind aufsuchen1 ,lager auswhlen1 ,armeen fhren1 ,schlachten anordnen und mit ,vortheil ,belagerungen anfangen4 ,unter andern ,lobsprchen1 welche die ,schriftsteller dem achischen ,feldherrn ,philopmen ertheilen1 ist auch dieser begriffen1 da er im ,frieden immer an den ,krieg dachte1 und wenn er sich mit seinen ,freunden im freien ,felde befand1 oft mit ihnen ,betrachtungen darber anstellte1 wer im ,vortheile sein wrde1 wenn der ,feind auf jenem ,hgel stnde1 und wir hier mit unserm ,heere wren8 ,wie er alsdann mit ,beibehaltung der ,schlachtordnung sicher anzugreifen sei8 ,was mte geschehen1 wenn wir uns zurckziehen wollten8 ,was htten wir zu thun1 um ihn zu verfolgen1 wenn er sich zurckzge8 ,auf ,spaziergngen legte er ihnen alle ,flle vor1 die bei einem ,heereszuge vorkommen knnen1 hrte ihre ,meinung1 sagte ihnen die seinige und untersttzte diese mit ,grnden3 so da nach so vielen ,betrachtungen fast kein ,zufall im ,felde sich ereignen konnte1 der nicht zum ,voraus erwogen wre4 ,was die ,bildung des ,geistes anlangt1 so mu der ,frst die ,geschichte lesen und die ,handlungen ausgezeichneter ,mnner betrachten2 erwgen1 wie sie sich im ,kriege benommen haben1 die ,ursachen ihrer ,siege und ,niederlagen erforschen1 um diese zu vermeiden1 jene nachzuahmen2 und vor allen ,dingen es so zu machen suchen1 wie irgend ein groer ,mann1 den er sich zum ,muster vorgestellt hat1 vor ihm gehandelt2 so wie man sagt1 da ,alexander der ,groe den ,achilles1 ,csar den ,alexander1 ,scipio den ,cyrus zum ,vorbilde gewhlt habe4 ,wer ,xenophons ,leben des ,cyrus gelesen hat1 wird im ,leben des ,scipio erkennen1 wie viel ,ruhm diesem die ,nachahmung gebracht1 und wie sehr ,scipio sich bemht hat1 in der ,enthaltsamkeit1 ,leutseligkeit1 ,menschlichkeit und ,freigebigkeit das zu erreichen1 was ,xenophon vom ,cyrus meldet4 ,auf solche ,art mu ein weiser ,frst die ,mue benutzen2 nicht aber im ,frieden mig gehen1 sondern sich durch ,anstrengung einen ,schatz sammeln1 den er im ,unglcke gebrauchen knne1 damit das ,glck1 wenn es sich wendet1 ihn vorbereitet finde1 seinen ,schlgen zu widerstehen4 #ae4 ,wodurch die ,frsten ,lob und ,tadel erwerben4 ,es erbrigt noch die ,untersuchung1 wie der ,frst sich gegen seine ,untergebenen und gegen seine ,freunde benehmen msse4 ,und da dieses schon von ,manchen abgehandelt worden1 so besorge ich1 es werde mir zum ,uebermuthe angerechnet werden1 da ich ebenfalls von der ,sache rede1 insbesondere da ich von meinen ,vorgngern abweiche4 ,da aber meine ,absicht darauf gerichtet ist1 etwas fr den1 der es versteht1 ,ntzliches zu schreiben1 so scheint es mir schicklicher1 die ,wahrheit so darzustellen1 wie sich dieselbe in der ,wirklichkeit findet1 als den ,einbildungen jener zu folgen3 7denn manche ,schriftsteller haben ,republiken und ,frstenthmer erdacht1 dergleichen niemals gesehen worden1 oder in der ,wahrheit gegrndet gewesen sind7 weil ein so groer ,unterschied vorhanden ist unter dem1 was da geschieht1 und dem1 was geschehen sollte2 da derjenige1 der das ,erste vernachlssigt und sich nur nach dem ,letzten richtet1 seinen ,untergang eher als seine ,erhaltung bereitet4 ,jemand1 der es darauf anlegt1 in allen ,dingen moralisch gut zu handeln1 mu unter einem ,haufen1 der sich daran nicht kehrt1 zu ,grunde gehen4 ,daher mu ein ,frst1 der sich behaupten will1 sich auch darauf verstehen1 nach ,gelegenheit schlecht zu handeln1 und dies thun oder lassen1 so wie es die ,nothwendigkeit erfordert4 ,mit ,hintansetzung alles dessen1 was ber erdichtete ,frsten vorgebracht worden1 und um bei der ,wahrheit zu bleiben1 sage ich1 da allen ,menschen1 von denen geredet wird1 und vorzglich den ,frsten1 die so viel hher stehen als andre1 gewisse ,eigenschaften beigelegt werden1 die mit ,lob oder ,tadel verbunden sind4 ,einer gilt fr freigebig1 der andere fr filzig17#ag7 einer liebt zu geben1 der andre zu rauben2 einer ist grausam1 der andre mitleidig2 einer treulos1 der andre zuverlssig2 einer weibisch und feig1 der andre muthig und wild2 einer menschenfreundlich1 der andre bermthig2 einer wollstig1 der andre keusch und zchtig2 einer aufrichtig1 der andre listig2 einer hartherzig1 der andre nachgibig2 einer ernsthaft1 der andre leichtsinnig2 einer religis1 der andre unglubig und so weiter4 ,ich wei wohl1 da ,jedermann eingestehen wird1 es sei wnschenswerth die ,frsten mchten von allen obbenannten ,eigenschaften die lobenswerten besitzen3 da aber die ,beschaffenheit der menschlichen ,natur nicht verstattet1 dies zu erwarten1 und alle jene ,vorschriften zu befolgen1 so ist es nothwendig1 klug genug zu sein1 um den beln ,ruf solcher ,laster zu vermeiden1 ber welche die ,herrschaft verloren gehen knnte2 vor den ,fehlern aber1 welche solche ,folgen nicht haben1 mu man sich zwar hten1 wenn es mglich ist2 allenfalls aber kann man sich sogar ohne viele ,vorsicht darin gehen lassen4 ,endlich mu man sich nicht so ngstlich vor dem bsen ,rufe solcher ,untugenden hten1 ohne welche man schwerlich die ,herrschaft behauptet2 denn wenn man die ,sachen genau betrachtet1 so gibt es anscheinende ,tugenden1 bei denen man zu ,grunde geht2 und anscheinende ,fehler1 auf denen die ,sicherheit und ,fortdauer des ,wohlbefindens beruht4 #af4 ,von der ,freigebigkeit und dem ,geize4 ,ich fange mit der ersten unter den obgedachten ,eigenschaften an1 und behaupte1 da es gut ist1 fr freigebig zu gelten4 ,hingegen wird die ,freigebigkeit1 die du so ausbst1 da du nicht dafr giltst1 schdlich sein4 ,denn wird sie nur recht tchtig ausgebt1 und wie es recht ist1 aber nicht recht bekannt1 so vermeidet man damit nicht einmal den blen ,ruf des ,gegentheils4 ,um den ,namen eines ,freigebigen unter den ,menschen zu behaupten1 mu man alle ,art von ,aufwand machen4 ,damit verzehrt ein ,frst ,alles1 was er hat1 und wird zuletzt genthigt1 um den ,namen des ,freigebigen aufrecht zu halten1 seine ,unterthanen mit ,auslagen zu beschweren1 und alle ,wege einzuschlagen1 um ,geld zu bekommen4 ,das macht ihn bei seinen ,unterthanen verhat1 und sobald er in ,geldnoth gerth1 wird er verchtlich4 ,seine ,freigebigkeit hat ,wenige bereichert1 seine ,verschwendung aber drckt ,viele1 und er kommt darber bei der ersten ,verlegenheit in ,gefahr4 ,sieht er dies ein und will zurckziehen1 so kommt er in den bsen ,ruf der ,filzigkeit4 ,da der ,frst also nicht auf solche ,art freigebig sein darf1 da es in die ,augen falle und bekannt werde1 so mu er den ,ruf des ,geizes nicht frchten4 ,mit der ,zeit wird er schon wieder fr freigebig gelten1 wenn man sieht1 da bei seiner ,sparsamkeit die gewhnlichen ,einknfte zureichen2 da er die ,kosten eines ,krieges1 womit er etwa berzogen wird1 bestreiten kann1 ohne die ,unterthanen zu beschweren1 so da er am ,ende freigebig gegen den groen ,haufen ist1 dem er das ,seinige lt1 und geizig nur gegen die ,wenigen1 die nichts von ihm erhalten4 ,wir haben zu unsern ,zeiten gesehen1 da nur diejenigen groe ,dinge andichteten1 die fr geizig galten2 die ,andern aber zu ,grunde gingen4 ,papst ,julius der ,zweite hatte den ,namen der ,freigebigkeit durch das ,betragen erworben1 wodurch er sich auf den ppstlichen ,stuhl schwang3 nachdem er ihn bestiegen hatte1 dachte er nicht mehr daran1 um sich vielmehr nur zum ,kriege gegen ,frankreich vorzubereiten4 ,er hat auch wirklich so viele ,kriege gefhrt1 ohne auerordentliche ,auflagen zu machen4 ,seine lange ,sparsamkeit schaffte ,rath zu allen ungewhnlichen ,ausgaben4 ,wenn der jetzige ,knig von ,spanien 7,ferdinand der ,katholische7 fr freigebig htte gelten wollen1 so htte er nicht so viele ,unternehmungen ausfhren knnen4 ,ein ,frst1 der solche ,wirthschaft fhrt1 da er nicht nthig hat seine ,unterthanen auszuplndern1 um sich zu vertheidigen1 da er nicht zu besorgen hat1 arm und verachtet zu werden1 da er nicht in ,gefahr gerth1 aus ,noth habschtig zu werden1 darf nicht frchten fr geizig zu gelten3 denn das ist eine ,untugend1 auf der die ,sicherheit seiner ,herrschaft beruht4 ,und wenn ,jemand sagen sollte1 da ,csar durch seine ,freigebigkeit zur ,herrschaft gelangt sei1 und da viele ,andre durch diesen ,ruf sich sehr hoch geschwungen haben1 so antworte ich ,folgendes3 entweder du bist schon gemachter ,frst1 oder auf dem ,wege es zu werden4 ,im ersten ,falle ist die ,freigebigkeit nachtheilig1 im zweiten ist es zwar nthig1 fr freigebig zu gelten1 und von der ,art war ,csar1 der die ,herrschaft von ,rom zu erlangen strebte3 htte er aber lnger gelebt1 ohne diese ,weise zu handeln abzulegen1 so htte er seine ,herrschaft selbst zerstrt4 ,auf die ,antwort1 da viele freigebige ,frsten mittelst ihrer ,kriegsheere groe ,dinge ausgerichtet haben1 erwidere ich3 der ,frst vergeudet entweder das ,seinige und das ,gut seiner ,unterthanen1 oder fremdes4 ,im ersten ,falle sollte er sparsam sein2 im zweiten mu er auf alle ,weise den ,namen der ,freigebigkeit suchen2 denn der ,frst1 der mit einem ,heere auszieht1 welches vom ,raube1 ,plnderung1 ,brandschatzung lebt1 und fremdes ,gut an sich bringt1 mu wol freigebig sein3 sonst fnde er keine ,soldaten1 die mit ihm ausziehen4 ,wenn du nicht dein eignes oder deiner ,unterthanen ,gut vergeudest1 so magst du wol freigebig sein1 wie ,cyrus1 ,csar und ,alexander3 fremdes ,gut durchbringen1 macht keinen schlechten ,namen1 sondern das ,gegentheil4 ,nur die ,verschwendung des eignen schadet4 ,keine ,sache verzehrt sich selbst1 so wie die ,freigebigkeit4 ,indem du sie bst1 verlierst du die ,kraft dazu1 und wirst entweder arm oder niedertrchtig1 oder um der ,armuth zu entgehen1 ruberisch und dadurch verhat4 ,unter allen ,dingen1 die ein ,frst vermeiden mu1 steht oben an1 verachtet und verhat zu sein1 und die ,freigebigkeit fhrt zu ,beidem4 ,es ist daher weiser1 sich als geizig verschreien zu lassen1 was freilich einen schlechten ,namen macht1 jedoch ohne ,ha zu erzeugen1 als um des ,rufes der ,freigebigkeit willen als ruberisch berchtigt und dabei verhat zu werden4 #ag4 ,von der ,grausamkeit und ,milde4 ,ich gehe weiter zu den brigen oben benannten ,tugenden und sage1 da jeder ,frst suchen msse1 fr mitleidig gehalten zu werden1 jedoch aber so1 da er diese ,tugend nicht bel anwende4 ,csar ,borgia galt fr grausam4 ,diese ,grausamkeit hatte die ,provinz ,romagna zusammen gehalten1 in ,einigkeit1 in ,frieden und in treuer ,unterwrfigkeit4 ,erwgt man es genau1 so wird man finden1 da dies viel menschlicher war1 als das ,betragen der ,florentiner1 die zugaben1 da ,pistoja zerstrt ward1 um nicht fr grausam zu gelten4 ,ein ,frst mu daher den ,ruf der ,grausamkeit nicht scheuen1 um seine ,unterthanen in ,gehorsam und ,einigkeit zu erhalten4 ,es ist mehr ,gelindigkeit darin1 wenige ,strafen zu verfgen1 als durch unzeitige ,nachsicht ,unordnungen zu veranlassen1 welche ,mord und ,raub erzeugen1 die ganze ,gemeinwesen treffen1 wohingegen die ,straferkenntnisse der ,frsten nur ,einzelne drcken4 ,unter allen ,frsten kann der neue am wenigsten den ,namen der ,grausamkeit vermeiden1 weil seine ,lage voll ,gefahren ist1 und daher ,virgil der ,dido zur ,entschuldigung ihrer strengen ,regierung ,folgendes in den ,mund legt3 ,res dura et regni novitas me talia cogunt ,moliri1 et late fines custode tueri48 ,dennoch mu er nicht leicht glauben und sich in ,bewegung setzen2 sich auch nicht von selbst frchten1 sondern mit ,klugheit und ,menschenfreundlichkeit mig verfahren1 so da ihn weder zu vieles ,zutrauen unvorsichtig1 noch zu vieles ,mitrauen unertrglich mache4 ,hieraus entsteht eine ,streitfrage1 ob es besser sei1 geliebt oder gefrchtet zu werden4 ,ich antworte1 da beides gut ist2 da aber schwer ist1 beides mit einander zu verbinden1 so ist es viel sichrer1 gefrchtet zu werden1 als geliebt1 wenn ja eines von beiden fehlen soll4 ,denn man kann im ,allgemeinen von den ,menschen sagen1 da sie undankbar1 wankelmthig1 verstellt1 feig in der ,gefahr1 begierig auf ,gewinn sind3 so lange du ihnen wohlthust1 sind sie dir ganz ergeben1 wollen ,gut und ,blut fr dich lassen1 ihr eignes ,leben aufopfern1 das ,leben ihrer ,kinder 7wie ich schon gesagt habe71 so lange die ,gefahr entfernt ist2 kommt sie aber nher1 so empren sie sich4 ,der ,frst1 der sich auf ihre ,worte verlassen und keine andren ,zurstungen gemacht hat1 geht zu ,grunde3 denn die erkauften ,freundschaften1 so da nicht durch ,gre des ,geistes und ,edelmuth erworben sind1 haben zwar guten ,grund1 halten aber doch nicht vor1 wenn es ,noth thut4 ,die ,menschen machen sich weniger daraus1 den zu beleidigen1 der sich beliebt macht1 als den1 der gefrchtet wird2 denn die ,zuneigung der ,menschen beruhet auf einem ,bande der ,dankbarkeit1 das wegen der schlechten ,beschaffenheit der menschlichen ,natur abreit1 sobald der ,eigennutz damit in ,streit gerth3 die ,furcht aber vor ,zchtigung lt niemals nach4 ,doch mu der ,frst sich auf solche ,art frchten machen1 da er nicht verhat werde2 denn es kann recht gut mit einander bestehen1 gefrchtet zu sein und nicht gehat4 ,hierzu ist vornehmlich erforderlich1 da er sich der ,eingriffe in das ,vermgen seiner ,brger und ,unterthanen1 und ihrer ,weiber enthalte4 ,ist es ja nothwendig1 einem das ,leben zu nehmen1 so geschehe es so1 da die gerechte ,ursache am ,tage liege4 ,vor allen ,dingen aber enthalte er sich1 das ,vermgen der ,unterthanen anzutasten1 denn die ,menschen verschmerzen allenfalls noch eher den ,tod des ,vaters1 als den ,verlust des ,vermgens4 ,auch fehlt es niemals an ,veranlassungen1 das ,vermgen zu nehmen4 ,wer einmal anfngt so zu plndern1 findet immer ,ursachen1 den ,nchsten ebenfalls anzugreifen3 die ,veranlassungen zum ,blutvergieen sind seltner1 und es fehlt leichter daran4 ,hat der ,frst aber ein groes ,heer beisammen1 so darf er den ,ruf der ,grausamkeit nicht frchten2 denn ein ,kriegsheer kann ohne das nicht wohl beisammen und in ,gehorsam erhalten werden4 ,unter die bewunderungswrdigen ,thaten des ,hannibal wird vorzglich gezhlt1 da er ein groes1 aus unendlicher ,mannichfaltigkeit von ,menschengeschlechtern zusammengesetztes ,heer in fremde ,lnder gefhrt1 ohne da jemals ein ,aufstand oder ,zwistigkeit unter ihnen entstanden wre1 und zwar so wenig im ,unglcke als im ,glcke4 ,dies kann nur von seiner unmenschlichen ,grausamkeit herrhren1 die ihn in ,verbindung mit seinen unendlichen groen ,eigenschaften ehrwrdig und furchtbar machte1 was ja durch die brigen allein nicht geschehen wre4 ,unberlegte ,schriftsteller bewundern seine ,handlungen und tadeln auf der andern ,seite die ,ursachen derselben4 ,da dem wirklich also gewesen1 beweist das ,beispiel des ,scipio1 der ein in seinen und in allen ,zeiten so seltnes ,beispiel aller ,tugenden gab1 und dessen ,kriegsheer in ,spanien dennoch rebellirte2 was keine andre ,ursache gehabt hat1 als seine ,milde1 die den ,soldaten mehr ,freiheit zugestand1 als mit der militrischen ,zucht vereinbar ist4 ,fabius ,maximus warf ihm dies im ,senate vor und nannte ihn deswegen den ,verderber der rmischen ,kriegszucht4 ,als einer seiner ,unterbefehlshaber die ,locrenser vernichtete1 machte er diesem keinen ,vorwurf darber1 und strafte ihn nicht3 auch dieses rhrte von seiner allzunachsichtigen ,gemthsart her4 ,so da ,jemand im ,senate ihn damit entschuldigte1 es gebe ,menschen1 die besser wten1 selbst nie zu fehlen1 als die ,fehler ,andrer zu bestrafen4 ,diese ,gemthsbeschaffenheit wrde am ,ende den ,ruhm des ,scipio befleckt haben1 wenn er htte fortfahren sollen1 den ,befehlshaber zu machen4 ,da er aber unter der ,regierung eines ,senates lebte1 so verschwand der ,fehler nicht nur1 sondern gereichte ihm noch zum ,ruhme4 ,ich komme zum ,beschlusse auf meine ,behauptung zurck und fasse sie also3 da die ,liebe der ,menschen von ihrer ,neigung1 ihre ,furcht aber vom ,betragen des ,frsten abhngt1 so mu der weise ,frst es nicht auf die ,neigungen ,andrer ankommen lassen1 sondern auf das achten1 was von ihm abhngt2 nur mu er vermeiden1 sich verhat zu machen4 #ah4 ,in wie fern ein ,frst sein ,wort halten mu4 ,jedermann wei1 wie lobenswrdig es ist1 wenn ein ,frst sein ,wort hlt und rechtschaffen lebt1 nicht mit ,list4 ,dennoch sieht man aus der ,erfahrung unsrer ,tage1 da diejenigen ,frsten1 welche sich aus ,treu und ,glauben wenig gemacht haben1 und mit ,list die ,gemther der ,menschen zu bethren verstanden1 groe ,dinge ausgerichtet1 und am ,ende diejenigen1 welche redlich handelten1 berwunden haben4 ,wisset also1 da es zwei ,arten gibt1 zu kmpfen3 eine durch die ,gesetze1 die andre durch ,gewalt - das ,erste ist die ,sitte der ,menschen2 das ,zweite die ,weise der ,thiere4 ,oft aber reicht das ,erste nicht zu1 und so mu zu der zweiten ,manier gegriffen werden4 ,einem ,frsten ist daher nthig1 den ,menschen und das reiende ,thier spielen zu knnen4 ,diese ,lehre wird von den ,alten dadurch angedeutet1 da sie berichten1 wie ,achilles und viele andre ,helden vom ,centauren ,chiron aufgezogen und unterwiesen worden4 ,einen solchen ,lehrer haben1 halb ,mensch1 halb ,thier1 heit nichts ,anderes1 als da ein ,frst beide ,naturen1 die menschliche und die thierische1 gut zu gebrauchen wissen soll1 weil eine ohne die andre nicht lange besteht47#ah7 ,weil es denn nothwendig ist1 da der ,frst sich darauf verstehe1 die ,bestie zu spielen1 so mu er ,beides davon nehmen1 den ,fuchs und den ,lwen2 denn der ,lwe entgeht den ,schlingen nicht1 und der ,fuchs kann sich gegen den ,wolf nicht wehren4 ,die ,fuchsgestalt ist also nthig1 um die ,schlingen kennen zu lernen1 und die ,lwenmaske1 um die ,wlfe zu verjagen4 ,diejenigen1 welche sich allein darauf legen1 den ,lwen zu spielen1 verstehen es nicht4 ,ein kluger ,frst kann und darf daher sein ,wort nicht halten1 wenn die ,beobachtung desselben sich gegen ihn selbst kehren wrde1 und die ,ursachen1 die ihn bewogen haben es zu geben1 aufhren4 ,wenn die ,menschen insgesammt gut wren1 so wrde dieser ,rath nichts werth sein4 ,da sie aber nicht viel taugen und ihr ,wort gegen dich nicht halten1 so hast du es ihnen auch nicht zu halten3 und einem ,frsten kann es nie an ,vorwand fehlen1 es zu beschnigen1 wenn er es bricht4 ,hiervon knnte man viele neue ,beispiele anfhren und zeigen1 wie viele ,friedensschlsse1 wie viele ,versprechungen durch die ,untreue der ,frsten vereitelt sind1 und da derjenige1 der den ,fuchs am besten zu spielen gewut hat1 auch am weitesten kommt4 ,aber es ist nothwendig1 sich darauf zu verstehen1 wie diese ,eigenschaft beschnigt wird1 stark in der ,kunst zu sein1 sich zu verstecken und zu verlarven4 ,die ,menschen sind so einfltig und hngen so sehr von dem ,drucke des ,augenblicks ab1 da derjenige1 der sie hintergehen will1 allemal ,jemand findet1 der sich betrgen lt4 ,ein einziges neues ,beispiel will ich anfhren4 ,papst ,alexander der ,sechste that gar nichts ,anderes als betrgen1 dachte an nichts ,anderes und fand immer ,leute1 die sich anfhren lieen4 ,niemals hat ,jemand eine grere ,fertigkeit gehabt1 zu versichern und mit groen ,schwren zu betheuern1 und weniger zu halten4 ,dennoch gelangen ihm seine ,anschlge1 ,hinterlisten nach ,wunsch1 weil er die ,welt von dieser ,seite gut kannte4 ,ein ,frst mu also nicht die vorhin beschriebenen ,tugenden haben1 wol aber das ,ansehn davon4 ,ich wage es zu behaupten1 da es sehr nachtheilig ist1 stets redlich zu sein3 aber fromm1 treu1 menschlich1 gottesfrchtig1 redlich zu scheinen ist sehr ntzlich4 ,man mu sein ,gemth so bilden1 da man1 wenn es nothwendig ist1 auch das ,gegentheil davon vorbringen knne4 ,ein ,frst1 und absonderlich ein neuer ,frst1 kann nicht immer alles das beobachten1 was bei andern ,menschen fr gut gilt2 er mu oft1 um seinen ,platz zu behaupten1 ,treue1 ,menschenliebe1 ,menschlichkeit und ,religion verletzen4 ,er mu also ein ,gemth besitzen1 das geschickt ist1 sich so1 wie es die ,winde und abwechselnden ,glcksflle fordern1 zu wenden1 und zwar nicht eben den geraden ,weg allemal verlassen1 so oft es ,gelegenheit dazu gibt2 wol aber den krummen ,weg betreten1 wenn es sein mu4 ,ein ,frst mu sich daher wohl hten1 da nie ein ,wort aus seinem ,munde gehe1 das nicht von obgedachten fnf ,tugenden zeugt4 ,alles1 was von ihm herkommt1 mu ,mitleid1 ,treue1 ,menschlichkeit1 ,redlichkeit1 ,frmmigkeit athmen4 ,nichts aber ist nothwendiger1 als der ,schein der letztgenannten ,tugend4 ,denn die ,menschen urtheilen im ,ganzen mehr nach den ,augen1 als nach dem ,gefhle4 ,die ,augen hat ,jeder offen2 ,wenige haben richtiges ,gefhl4 ,jeder sieht1 was du zu sein scheinst2 ,wenige merken1 wie du beschaffen bist1 und diese ,wenigen wagen es nicht1 der ,stimme des groen ,haufens zu widersprechen1 dem der ,glanz groer ,wrde immer fr einen ,grund der ,bewunderung gilt4 ,bei den ,handlungen der ,menschen1 absonderlich der ,frsten1 welche keinen ,gerichtshof ber sich anerkennen1 wird immer auf den ,endzweck gesehen4 ,der ,frst suche also nur sein ,leben und seine ,gewalt zu sichern3 die ,mittel werden immer fr ehrenvoll gelten und von ,jedermann gelobt werden1 denn der groe ,haufe hlt es stets mit dem ,scheine und mit dem ,ausgange4 ,die ganze ,welt ist voll von ,pbel1 und die wenigen ,klgern kommen nur zu ,worte1 wenn es dem groen ,haufen1 der in sich selbst keine ,kraft hat1 an einer ,sttze fehlt4 ,ein ,frst unsrer ,zeit1 den ich besser nicht nenne17#ai7 predigt nichts als ,frieden und ,treue1 und wre doch um seine ,herrschaft gekommen1 wenn er sie selbst beobachtet htte4 #ai4 ,verachtung und ,ha sind zu vermeiden4 ,nachdem ich von den wichtigsten der aufgezhlten ,eigenschaften ausfhrlich gehandelt1 so will ich die brigen hier in die allgemeine ,lehre zusammenfassen1 da der ,frst 7so wie zum ,theil im ,einzelnen schon gesagt ist7 ,alles vermeiden mu1 was ihn gehssig oder verchtlich machen kann2 und so oft er dies vermeidet1 wird er das ,seinige gethan haben1 und alle brige ble ,nachrede kann ihm keine ,gefahr bringen4 ,verhat macht ihn vor allem ,andern 7wie bereits erwhnt worden71 wenn er ruberisch ist1 und das ,vermgen und die ,weiber seiner ,unterthanen angreift1 deren er sich enthalten sollte4 ,so lange der ,menschen ,vermgen und ,ehre nicht angetastet wird1 so lange leben sie zufrieden1 und es ist nur der ,ehrgeiz einiger ,wenigen zu bekmpfen1 welche auf mancherlei ,art leicht im ,zaume zu halten sind4 ,verchtlich wird derjenige1 der fr wankelmthig1 leichtsinnig1 weibisch1 kleinmthig1 unentschlossen gilt3 dieses mu ein ,frst vermeiden1 wie eine ,klippe2 und sich bemhen1 in seinen ,handlungen eine gewisse ,gre1 ,muth1 ,ernst und ,strke zu zeigen4 ,in allen ,verhandlungen mit den ,unterthanen mu er von sich die ,meinung zu erregen suchen1 da seine ,entschlsse unwiderruflich seien3 und sich in solcher ,achtung erhalten1 da ,niemand es wage1 ihn zu hintergehen oder zu bestricken4 ,der ,frst1 der in diesem ,ansehn steht1 hat ,ruf genug1 und gegen ihn wird schwerlich eine ,verschwrung angezettelt4 ,es greift ihn nicht leicht ,jemand an1 sobald man wei1 da er groe ,eigenschaften hat und von den ,seinigen geachtet wird4 ,ein ,frst hat nur zwei ,dinge zu frchten3 eines im ,innern von den ,unterthanen2 das andre von ,auen von fremden ,mchten4 ,gegen diese wehrt man sich mit guter ,kriegsmacht1 und wer die hat1 dem kann es nie an ,freunden fehlen3 im ,innern wird er stets ,ruhe erhalten1 so lange von ,auen ,alles sicher ist1 es wre denn1 da eine ,verschwrung entstnde2 und wird er von ,auen angegriffen1 hat aber ,alles angeordnet und so gehandelt1 wie ich gesagt habe1 so wird er1 bleibt er sich selbst nur getreu1 alle ,anflle abwehren1 so wie ,nabis der ,spartaner4 ,aber von den ,unterthanen ist auch bei uerer ,ruhe eine ,verschwrung zu frchten1 gegen welche der ,frst sich sichert1 wenn er ,ha und ,verachtung vermeidet und das ,volk zufrieden stellt4 ,dies ist aber nothwendig1 wie gezeigt worden4 ,eines der krftigsten ,mittel gegen ,verschwrungen ist es1 allgemeinen ,ha und ,verachtung des ,volks zu vermeiden2 denn wer ,verschwrungen anzettelt1 glaubt immer1 durch den ,tod des ,frsten das ,volk zufrieden zu stellen4 ,wer hingegen wei1 da er dieses dadurch beleidigen wird1 wagt es nicht1 solche ,dinge zu unternehmen3 denn die ,schwierigkeiten sind unendlich auf ,seiten der ,verschwornen4 ,die ,erfahrung zeigt1 da viele ,verschwrungen gemacht1 wenige aber gelungen sind2 denn wer sie unternimmt1 kann allein nichts ausrichten2 ,hilfe kann er nur bei denen suchen1 die er fr unzufrieden hlt4 ,sobald du aber einem ,mivergngten deine ,absichten entdeckt hast1 so gibst du ihm das ,mittel1 seine eignen ,wnsche zu befriedigen1 denn er mag von der ,verrtherei des ,anschlags allen ,vortheil hoffen4 ,wenn er sichern ,gewinn von dieser ,seite sieht1 und von der andern ,ungewiheit und ,gefahr1 so mu er eine seltne ,treue der ,freundschaft gegen seinen ,mitgenossen1 oder eingewurzelten ,ha gegen den ,frsten haben1 wenn er dir ,wort halten soll4 ,kurz1 auf ,seiten der ,verschwornen ist nichts als ,furcht1 ,eifersucht1 ,argwohn1 welche ,alles lhmen2 auf ,seiten des ,frsten ist das ,ansehn der frstlichen ,wrde1 die ,gesetze1 ,schutz der ,freunde und der ffentlichen ,gewalt1 so da1 wenn hier noch die ,zuneigung des ,volks hinzukommt1 es unmglich ist1 da ,jemand so tollkhn sei1 eine ,verschwrung anzufangen4 ,gewhnlich haben die ,verschwornen vor der ,ausfhrung ihres ,anschlags ,uebles zu frchten3 nach derselben mssen sie auch noch alsdann1 wenn ,alles gelingt1 das ,volk frchten1 und es bleibt ihnen daher keine ,zuflucht4 ,ich knnte unzhlige ,beispiele davon anfhren2 es ist aber mit ,einem genug1 welches sich zur ,gedenkzeit unsrer ,vter ereignet hat4 ,annibal ,bentivoglio1 ,frst von ,bologna und ,grovater des jetztlebenden ,herrn ,annibal1 ward von der ,partei der ,canni in einer ,verschwrung ums ,leben gebracht4 ,er hinterlie ein einziges ,kind in den ,windeln1 den ,giovanni4 ,gleich nach dem ,morde stand das ,volk auf und brachte die ganze ,partei der ,verschwornen um4 ,das war die ,wirkung der ,zuneigung des ,volks von ,bologna gegen die ,familie ,bentivoglio1 welche damals so gro war1 da die ,bologneser1 in ,ermangelung eines ,andern von der ,familie1 der nach ,annibals ,tode den ,staat htte regieren knnen1 nach ,florenz kamen1 wo ein ,sprling des ,hauses ,bentivoglio sich aufhielt1 der aber fr den ,sohn eines ,schmieds galt1 um diesem die ,regierung zu bertragen1 die er auch wirklich gefhrt hat1 bis ,herr ,giovanni das hinreichende ,alter erreicht hatte47#bj7 ,ich schliee also1 da ein ,frst ,verschwrungen wenig zu frchten hat1 so lange ihm das ,volk gewogen ist4 ,wenn er demselben aber verhat ist1 so mu er ,alles und jeden ,menschen frchten4 ,wohlgeordnete ,staaten und weise ,frsten haben daher immer mit der grten ,sorgfalt zu vermeiden gesucht1 da die ,groen nicht in ,verzweigung fallen1 das ,volk aber zufrieden bleibe2 denn dieses ist eine der wichtigsten ,sorgen des ,regenten4 ,unter den wohlgeordneten und regierten ,reichen unsrer ,zeit ist ,frankreich zu nennen1 wo sich unzhlige gute ,anstalten finden1 von denen die ,sicherheit und ,freiheit des ,knigs abhngt4 ,unter diesen ist die erste das ,parlament und sein ,ansehn4 ,wer dieses gegrndet hat1 kannte den ,uebermuth der ,groen und ihre ,dreistigkeit3 er sah die ,nothwendigkeit1 ihnen einen ,zaum anzulegen4 ,auf der andern ,seite kannte er den ,ha des ,volks gegen die ,groen1 der von der ,furcht herrhrt4 ,um dasselbe sicher zu stellen1 dem ,knige aber die blen ,folgen abzunehmen1 die von den ,groen zu besorgen waren1 wenn er das ,volk begnstigte1 und von dem ,volke1 sobald er die ,groen begnstigte1 so ordnete er einen dritten ,richter an1 der ohne ,beschwerde des ,knigs die ,groen niederhalten und das ,volk schtzen konnte4 ,es lie sich keine bessere ,ordnung fr die ,sicherheit des ,reichs und des ,knigs ausdenken4 ,hieraus ist noch eine ,lehre zu ziehen3 da die ,frsten alle harten ,maregeln durch ,andre ausfhren lassen1 ,gnadensachen aber fr sich selbst behalten mssen4 ,ferner schliee ich1 da ein ,frst den ,groen mit ,achtung begegnen solle1 jedoch ohne das ,volk zum ,hasse zu reizen4 ,es mag vielleicht ,manchem scheinen1 da das ,beispiel der rmischen ,kaiser diesem widerspreche1 da doch mehrere1 die vortrefflich regiert und vorzgliche ,kraft des ,geistes gezeigt hatten1 durch ,verschwrungen den ,thron oder gar das ,leben verloren haben4 ,diesem ,einwurfe zu begegnen1 will ich den ,charakter einiger ,imperatoren durchgehen1 und die ,ursachen ihres ,falles anzeigen1 welche demjenigen nicht widersprechen1 was ich oben gesagt habe4 ,dabei werde ich zum ,theil erinnern1 was dem1 der die ,geschichte jener ,zeit liest1 bemerkenswerth sein mu4 ,es ist fr mich hinreichend1 die ,imperatoren1 welche vom ,marcus ,antoninus an bis auf ,maximinus regiert haben1 durchzugehen4 ,marcus1 sein ,sohn ,commodus1 ,pertinax1 ,julianus1 ,severus1 ,antoninus ,caracalla1 ,sohn des ,vorigen1 ,macrinus1 ,heliogabalus1 ,alexander und ,maximinus4 ,zuerst ist zu bemerken1 da1 wenn in andern ,reichen nur der ,ehrgeiz der ,groen und die ,zgellosigkeit des ,volks zu bekmpfen ist1 die rmischen ,imperatoren noch eine dritte ,schwierigkeit vor sich fanden1 welche in der ,habsucht und der ,wildheit der ,kriegsmacht bestand4 ,diese ,sache hat solche ,schwierigkeit1 da sie ,ursache des ,unterganges einiger ,kaiser wurde2 weil es schwer ist1 die ,soldaten zufrieden zu stellen und das ,volk zugleich mit3 denn das ,volk wnscht ,ruhe und liebt deswegen die ,frsten von gemigter ,denkungsart3 die ,soldaten aber lieben kriegerische1 bermthige1 grausame1 raubschtige ,frsten4 ,sie verlangten ,personen von solcher ,gemthsart zu ,imperatoren1 um doppelten ,sold zu erhalten und ihren ,geiz und grausame ,gemthsart zu befriedigen4 ,daher muten alle ,imperatoren1 die nicht von ,natur oder durch ihre ,bestrebungen sich ein ,ansehn zu verschaffen wuten1 welches ,alles ,jene im ,zaume zu halten vermochte1 zu ,grunde gehen4 ,die meisten von ihnen1 insbesondere die aus dem ,privatstande waren1 bemhten sich1 wenn sie diese ,schwierigkeiten fhlten1 nur die ,soldaten zufrieden zu stellen1 und achteten wenig auf die ,bedrckung des ,volks4 ,dies war nothwendig4 ,denn wenn ,frsten es nicht vermeiden knnen1 den ,ha des einen oder andern ,theils auf sich zu laden1 so mssen sie doch alle ,sorgfalt anwenden1 da es nicht von beiden zugleich geschehe4 ,ist es einmal unvermeidlich1 von einer ,partei gehat zu werden1 so sei es doch wenigstens nicht von der mchtigsten4 ,die ,imperatoren1 welche zur neuen ,herrschaft aufstiegen1 und desfalls auerordentlicher ,gunst bedurften1 machten sich daher lieber einen ,anhang unter den ,soldaten als im ,volke1 welches ihnen aber doch nur in so fern etwas ntzte1 als sie ihr ,ansehn bei den ,letztern zu erhalten vermochten4 ,aus diesen ,ursachen nahmen diejenigen1 welche von milder ,gemthsart1 ,gerechtigkeit liebend1 der ,grausamkeit abgeneigt1 menschenfreundlich und leutselig waren1 nmlich ,marcus1 ,pertinax und ,alexander1 den einzigen ,marcus ausgenommen1 ein gewaltsames ,ende4 ,marcus allein lebte und starb geehrt1 weil er durch ,erbrecht den ,thron bestiegen hatte1 und ihn weder den ,soldaten noch dem ,volke verdankte4 ,auerdem war er durch so viele ,tugenden ehrwrdig1 wute beide ,stnde whrend seiner ganzen ,regierung in ihren ,grenzen zu halten und machte sich nie verhat oder verchtlich4 ,pertinax aber ward gegen den ,willen der ,soldaten gewhlt1 welche unter dem ,commodus an ,zgellosigkeit gewhnt1 das ordentliche ,leben1 welches ,pertinax einfhren wollte1 unertrglich fanden4 ,dies erzeugte ,ha4 ,dazu kam ,geringschtzung wegen seines ,alters1 und so ging er1 gleich nachdem er die ,regierung angetreten1 zu ,grunde4 ,es ist bemerkenswerth da ,ha durch gute ,handlungen sowol als durch schlechte erregt werden kann4 ,ein ,frst1 der sich auf dem ,throne erhalten will1 darf daher oft1 wie ich bereits gesagt habe1 nicht gut handeln1 denn wenn die ,masse seines ,volks oder ,kriegsheers1 oder die ,groen seines ,reiches1 deren er bedarf1 um sich zu halten1 verdorben sind1 so mu er wol ihrem ,sinne folgen und sie zufrieden stellen1 wozu die rechtschaffenste ,handlungen oft schdlich sind4 ,auf den ,alexander zu kommen3 dieser war so gtig gesinnt1 da man unter anderm ,lobe1 das ihm ertheilt wird1 bemerkt1 er habe in einer vierzehnjhrigen ,regierung keinen ,menschen1 ohne da er verurtheilt worden1 tdten lassen4 ,dennoch fiel er in ,geringschtzung1 weil er fr weibisch galt1 und es hie1 er liee sich von seiner ,mutter regieren4 ,es entstand eine ,verschwrung der ,soldaten gegen ihn1 durch welche er um das ,leben kam4 ,nunmehr wollen wir die entgegengesetzten ,charaktere des ,commodus1 ,severus1 ,antoninus ,caracalla und ,maximinus betrachten4 ,wir finden sie hchst raubschtig und grausam4 ,um die ,soldaten zu befriedigen1 enthielten sie sich keiner ,art von ,mihandlung des ,volks4 ,dennoch kamen sie1 mit alleiniger ,ausnahme des ,severus1 gewaltsamer ,weise ums ,leben4 ,severus hatte ein so tapferes ,gemth1 da er die ,herrschaft dadurch glcklich zu behaupten vermochte1 da er die ,soldaten zu ,freunden behielt1 obwol er das ,volk sehr drckte3 denn seine groen ,eigenschaften machten ihn den ,soldaten und dem ,volke so ehrwrdig1 da dieses erstaunt und demthig1 jene aber voll ,verehrung und befriedigt waren4 ,da die ,handlungen dieses zur ,herrschaft emporgestiegenen ,regenten ganz ausgezeichnet gewesen sind1 so will ich kurz zeigen1 wie er den ,fuchs und den ,lwen zu spielen verstand1 was ich vom ,frsten verlangt habe4 ,da ,severus die ,feigheit des ,kaisers ,julianus erkannte1 berredete er das ,heer1 welchem er in ,slavonien vorgesetzt war1 nach ,rom zu gehen1 um den ,tod des ,pertinax zu rchen1 den die ,leibwache getdtet hatte4 ,unter diesem ,vorwande setzte er sich in ,bewegung1 ohne seine ,absichten auf den ,thron merken zu lassen1 und langte in ,italien an1 ehe man seine ,abreise wute4 ,gleich nach seiner ,ankunft in ,rom erwhlte ihn der ,senat aus ,furcht1 und ,julianus ward getdtet4 ,noch blieben dem ,severus zwei ,schwierigkeiten3 die eine in ,asien1 wo ,niger sich hatte ausrufen lassen1 die andre im ,occidente1 wo ,albinus nach der ,wrde des ,imperators strebte4 ,er hielt es fr gefhrlich1 sich zugleich gegen ,beide zu erklren1 und beschlo daher1 den ,niger anzugreifen1 den ,albinus aber zu hintergehen4 ,diesem schrieb er1 er sei vom ,senate erwhlt1 wolle die ,wrde mit ihm theilen1 gab ihm den ,titel ,csar und lie ihn durch den ,senat zu seinem ,collegen erwhlen4 ,albinus nahm dieses fr ,ernst4 ,als ,severus aber den ,niger besiegt und den ,orient beruhigt hatte1 kehrte er nach ,rom zurck und beschwerte sich im ,senate ber den ,undank des ,albinus1 der ihn verrtherischer ,weise nach dem ,leben getrachtet habe1 und den er wegen seiner ,undankbarkeit zchtigen msse4 ,er suchte ihn hierauf in ,frankreich auf und nahm ihm ,wrde und ,leben4 ,wer diese ,geschichte aufmerksam erwgt1 wird den muthigsten ,lwen und den schlauesten ,fuchs erkennen3 wird sehen1 wie er von ,allen gefrchtet und geehrt ward und beim ,kriegsheere nicht verhat war4 ,man darf sich nicht wundern1 da dieser neue ,frst die ,herrschaft zu behaupten gewut1 da er sich durch seinen groen ,ruf bestndig gegen den ,ha zu wehren wute1 den seine ,neuerungen beim ,volke htten erzeugen knnen4 ,sein ,sohn ,antoninus hatte ebenfalls ausgezeichnete ,eigenschaften1 und ward deswegen vom ,volke bewundert1 bei den ,soldaten aber beliebt1 weil er kriegerisch war1 alle ,strapazen nicht achtete und kstliche ,speisen so wie alle andern ,wollste verachtete1 welches ihm die ,zuneigung aller ,armeen erwarb4 ,aber seine ,wildheit und ,grausamkeit war so unerhrt1 da er bei verschiednen ,gelegenheiten einen groen ,theil des ,volks von ,rom und alle ,bewohner von ,alexandrien tdtete4 ,dadurch ward er der ganzen ,welt verhat1 und flte auch denen1 die um ihn waren1 ,furcht ein1 so da ein ,centurio ihn mitten in seiner ,armee umbrachte4 ,hierbei ist zu bemerken1 da die ,frsten solchen gewaltsamen ,tod durch die ,hand eines entschlossenen ,mannes gar nicht vermeiden knnen4 ,denn es kann ,jeder die ,that vollbringen1 der nur sein eignes ,leben nicht achtet4 ,doch hat der ,frst sie eben nicht zu frchten1 weil solche ,handlungen uerst selten sind4 ,er mu sich nur hten1 diejenigen1 die um ihn sind1 und deren er sich in ,regierungsgeschften bedient1 nicht grblich zu beleidigen1 wie ,antoninus that1 der einen ,bruder des ,centurio hatte tdten lassen1 und ihm selbst tglich drohte1 trotzdem aber die ,leibwache anvertraute4 ,das war tollkhn und mute ein schlechtes ,ende nehmen1 wie es auch in ,wahrheit geschehen ist4 ,wir kommen zum ,commodus1 der die ,herrschaft gar leicht htte behalten knnen1 die er als ,sohn des ,marcus geerbt hatte4 ,er durfte nur in die ,futapfen seines ,vaters treten1 so htte er ,volk und ,soldaten ,genge gethan4 ,da er aber ein grausames und thierisches ,gemth hatte1 veranlate er selbst in der ,armee allerlei ,complotte1 und lie sie zgellos werden1 um seine ,raubgier zu befriedigen und das ,volk auszuplndern4 ,auf der andern ,seite behauptete er seine ,wrde schlecht1 indem er oft ins ,theater herabstieg1 um mit ,gladiatoren zu kmpfen1 und andre ,dinge vornahm1 die der kaiserlichen ,wrde schlecht anstanden2 er ward also bei den ,soldaten verchtlich4 ,auf einer ,seite gehat1 auf der andern verachtet1 fiel er als ,opfer einer ,verschwrung4 ,endlich vom ,maximinus4 ,dieser war hchst kriegerisch1 und da die ,armee einen ,widerwillen gegen das weibische ,wesen des ,alexander bekommen1 von dem ich oben geredet habe1 tdteten sie diesen und whlten jenen zum ,kaiser1 welcher er jedoch nicht lange blieb4 ,zwei ,dinge machten ihn verhat und verachtet4 ,das eine seine niedrige ,herkunft1 da er in ,thracien das ,vieh gehtet hatte 7welches allgemein bekannt war1 und ihn in allen ,augen herabsetzte72 das andre1 da er im ,anfange seiner ,herrschaft verschob1 nach ,rom zu gehen und ,besitz von der kaiserlichen ,wrde zu nehmen2 daneben in blen ,ruf gerieth1 weil er durch seine ,statthalter in ,rom und anderen ,orten viele ,grausamkeiten verben lassen4 ,da mithin die ganze ,welt voll ,unwillen ber seine niedrige ,herkunft1 und andrerseits voll ,ha und ,furcht wegen seines wilden ,gemths war1 so verschwor sich der ,senat1 ganz ,rom und endlich ganz ,italien gegen ihn4 ,hierzu kam sein eignes ,heer1 welches im ,lager vor ,aquileja ,schwierigkeiten bei der ,belagerung fand1 seiner ,grausamkeit berdrssig ward1 und da es sah1 da ihn die ganze ,welt hate1 ihn umbrachte4 ,ich will weder vom ,heliogabalus1 noch vom ,macrinus1 noch ,julianus reden1 welche so niedrige ,geschpfe waren1 da sie sofort zu ,grunde gingen3 sondern ich komme zum ,schlusse und sage1 da die ,frsten unsrer ,zeit sich weniger in jener ,verlegenheit befnden1 auf auerordentliche ,mittel denken zu mssen1 um die ,soldaten zu befriedigen4 ,wenngleich auf diese ,rcksicht genommen werden mu1 so hat es doch damit so viel nicht zu bedeuten2 denn die heutigen ,frsten haben keine ,heere beisammen1 die mit der ,regierung und ,verwaltung der ,provinzen so verwebt wren1 als die rmischen4 ,war es damals nthiger1 das ,kriegsheer zu befriedigen1 als das ,volk1 weil jenes mchtiger war1 als dieses2 so ist es gegenwrtig fr alle ,frsten 7mit ,ausnahme der ,sultane von ,konstantinopel und ,egypten7 notwendiger1 das ,volk zufrieden zu stellen1 weil selbiges heutigen ,tages mehr vermag1 als die ,soldaten4 ,ich nehme den trkischen ,kaiser aus1 der ungefhr zwlftausend ,mann zu ,fu und fnfzehntausend zu ,pferde hlt1 von denen die ,sicherheit und ,strke seines ,reiches abhngt1 und die er daher nothwendig ohne alle ,rcksicht auf die andern ,unterthanen zu ,freunden behalten mu4 ,eben so ist es mit dem ,sultan von ,egypten1 der ganz in den ,hnden seiner ,soldaten ist1 und diese daher zu ,freunden behalten mu1 es koste was es wolle4 ,es ist dabei zu bemerken1 da dieser ,sultan von allen andern ,frsten verschieden ist1 und ,aehnlichkeit mit dem ,papste hat1 der weder ,erbfrst ist1 noch fr einen neuen ,frsten gelten kann2 denn es werden jedesmal nicht die ,shne des verstorbenen ,regenten ,erben und ,nachfolger1 sondern der ,frst wird von denen gewhlt1 die dazu befugt sind4 ,da diese ,ordnung der ,dinge alt ist1 so kann es nicht fr eine neue ,herrschaft gelten1 indem keine von den ,schwierigkeiten vorhanden sind1 die ein neuerrichtetes ,frstentum drcken4 ,wenngleich der ,frst aus dem ,privatstande zu der ,wrde erhoben wird1 so sind doch die ,anordnungen alt1 und ,alles ist darauf eingerichtet1 ihn als einen ,erbfrsten zu empfangen4 ,auf meine ,behauptung zurckzukommen1 so wird ,jeder1 der die obige ,erzhlung erwgt1 einsehen1 da ,ha und ,verachtung die ,ursachen des ,unterganges jener ,imperatoren gewesen4 ,es wird dadurch begreiflich1 wie es zugegangen ist1 da1 da einige auf diese1 andre auf entgegengesetzte ,weise handelten1 dennoch einige von jenen und einige von diesen ein glckliches1 andre ein unglckliches ,ende genommen4 ,dem ,pertinax und ,alexander half es nichts1 dem ,marcus nachzuahmen1 weil sie sich auf den ,thron geschwungen hatten1 dieser aber ein ,erbfrst war2 dem ,caracalla1 ,commodus und ,maximinus war es sehr nachtheilig1 es so zu machen wie ,severus1 weil es ihnen an den erforderlichen ,tugenden fehlte1 in seine ,futapfen zu treten4 ,ein neuer ,frst kann dem ,marcus nicht nachahmen und braucht nicht dem ,severus zu folgen3 sondern er mu vom ,severus annehmen1 was nthig ist1 seine ,herrschaft zu grnden2 vom ,marcus aber das1 was ruhmwrdig und ntzlich ist1 einen bereits festgegrndeten ,staat zu erhalten4 #bj4 ,ob ,festungen und andere ,sicherheitsanstalten den ,frsten ntzlich oder schdlich sind8 ,einige ,frsten haben ihre ,unterthanen entwaffnet1 um ihre ,herrschaft sicher zu stellen1 andre haben es darauf angelegt1 da die ,parteien in den ihnen unterworfenen ,stdten fortdauern sollten1 andre haben ,feindschaften gegen sich selbst unterhalten1 andre haben sich bemht1 diejenigen1 welche ihnen zu ,anfang verdchtig waren1 zu gewinnen2 einige haben ,festungen erbaut1 andre haben sie niedergerissen und zerstrt4 ,obgleich ber alle diese ,dinge kein allgemeines ,urtheil stattfindet1 sondern es auf die besondern ,umstnde des ,staates ankommt1 in welchem eine ,entschlieung zu fassen ist1 so will ich doch im ,allgemeinen so viel davon reden1 als die ,natur der ,sache verstattet4 ,es ist einem neuen ,frsten niemals zutrglich gewesen1 seine ,unterthanen zu entwaffnen4 ,vielmehr hat ein solcher sie allemal mit ,nutzen bewaffnet1 wenn er sie unbewaffnet fand3 denn wenn er sie bewaffnet1 so werden diese ,waffen ,sein1 ,verdchtige werden treu1 die ,getreuen knnen sich erhalten1 und die ,unterthanen werden ,anhnger ihres ,herrn4 ,da es aber unmglich ist1 alle ,unterthanen zu bewaffnen1 so sind diejenigen1 welche dazu ausersehen werden1 mit gewissen ,vorzgen auszuzeichnen3 mit den andern aber kann man ganz sicher nach ,belieben verfahren4 ,diese ,verschiedenheit in der ,behandlung sichert die ,ergebenheit derer1 die hervorgezogen werden2 die andern aber entschuldigen das ,verfahren1 weil sie die ,nothwendigkeit einsehen1 diejenigen1 welche mehr ,verpflichtung und ,gefahr bernehmen1 zu belohnen4 ,wer hingegen damit anfngt1 das ,volk zu entwaffnen1 beleidigt es1 und zeigt ,mitrauen in ihren ,muth oder ihre ,treue3 solche ,gesinnungen erregen beide ,ha4 ,weil der ,frst nicht ganz ohne ,kriegsmannschaft sein kann1 so mu er zu ,miethstruppen greifen1 von deren ,beschaffenheit oben gehandelt worden4 ,wren diese aber auch tadellos1 so kann man doch ihrer nicht genug unterhalten1 um sich gegen mchtige ,feinde und verdchtige ,unterthanen zugleich zu vertheidigen4 ,neue ,frsten haben daher allemal1 wie ich bereits gesagt habe1 in ihren neuerworbenen ,lndern ,kriegsmannschaft eingefhrt4 ,die ,geschichte ist voll solcher ,beispiele4 ,wenn aber ein ,frst ein ,land erwirbt1 welches als ein neues ,glied mit seinen ,besitzungen im alten ,staatskrper vereinigt wird1 so ist es nothwendig1 diese ,provinz zu entwaffnen1 mit alleiniger ,ausnahme derjenigen1 die sich bei der ,eroberung fr ihn erklrt haben4 ,und auch diese ist es rathsam1 mit der ,zeit und bei guter ,gelegenheit schlaff und weichlich zu machen1 und die ,sachen so einzurichten1 da alle ,soldaten aus dem alten ,lande seien4 ,unter unsern ,vorfahren pflegten die ,weisesten zu sagen1 die ,herrschaft msse ber ,pistoja durch innere ,uneinigkeit1 ber ,pisa durch ,festungswerke behauptet werden4 ,sie unterhielten daher in jener untergebenen ,stadt die innern ,zwistigkeiten1 um sie sichrer zu beherrschen4 ,dieses mochte zu der ,zeit gut sein1 als ein gewisses ,gleichgewicht in ,italien vorhanden war3 gegenwrtig aber scheint mir der ,rathschlag nicht mehr tauglich4 ,ich glaube vielmehr1 da aus angestifteten ,uneinigkeiten niemals ,gutes kommt3 vielmehr mssen ,stdte1 die innerlich entzweit sind1 bei ,annherung eines ,feindes bald fallen2 denn der schwchste ,theil wird sich immer an den auswrtigen ,feind hngen1 der andre aber nicht im ,stande sein1 sich zu behaupten4 ,diese ,ursachen haben1 wie es mir scheint1 die ,venezianer bewogen1 die ,parteien der ,guelfen und ,ghibellinen in den ihnen unterworfenen ,stdten zu unterhalten4 ,wenn sie es gleich nicht bis zum ,blutvergieen kommen lieen1 so unterhielten sie doch diese ,zwistigkeiten1 damit die ,brger beschftigt und abgehalten wrden1 sich gegen sie aufzulehnen4 ,dieses schlug aber nicht so aus1 als beabsichtigt war2 denn sie waren nicht sobald bei ,vaila geschlagen1 so fate eine der ,parteien ,muth und strzte die venezianische ,herrschaft4 ,aehnliches ,verfahren deutet allemal die ,schwche des ,frsten an4 ,unter einer krftigen ,herrschaft werden solche ,uneinigkeiten nicht gestattet1 weil sie nur im ,frieden zu etwas ntzen knnen1 indem sie dienen1 die ,unterthanen nach ,gefallen zu behandeln2 entsteht aber ,krieg1 so tritt doch zu ,tage1 wie trglich eine solche ,art zu regieren ist4 ,ohne ,zweifel dient es zur ,gre eines ,frsten1 ,schwierigkeiten und ,widerstand zu berwinden4 ,wenn das ,schicksal einen neuen ,frsten1 der unstreitig eines guten ,rufes mehr bedarf1 als ein ,erbfrst1 gro machen will1 so erweckt es ihm ,feinde und reizt dieselben zu ,unternehmungen gegen ihn1 damit er sie zu ,schanden mache1 und auf der ,leiter1 die ihm seine ,feinde solchergestalt zutragen1 noch hher steige4 ,es haben daher ,einige geurtheilt1 da ein weiser ,frst1 wofern die ,gelegenheit sich darbietet1 einige ,feinde schlauer ,weise anfeuern msse1 um durch ihre ,besiegung grer zu werden4 ,die ,frsten1 und insbesondere neue1 haben mehr ,treue bei denen gefunden1 und mehr ,nutzen von denen gezogen1 die ihnen im ,anfang verdchtig waren1 als bei denen1 die sich gleich anfangs zu ihnen schlugen4 ,pandolfo ,petrucci1 ,frst von ,siena1 regierte seinen ,staat mehr durch ,jene1 als durch die ,andern4 ,aber es ist nicht viel davon zu sagen1 weil es allein auf die ,umstnde ankommt4 ,ich will nur noch dieses ,einzige anfhren1 da diejenigen1 welche einer ,herrschaft anfangs feind waren1 wofern sie so beschaffen sind1 da sie sich nicht ohne ,untersttzung halten knnen1 vom ,frsten leicht gewonnen werden1 und genthigt sind1 ihm treuere ,dienste zu leisten2 da sie einsehen1 da sie etwas thun mssen1 um die nachtheiligen ersten ,eindrcke auszulschen4 ,der ,frst zieht also von ihnen grern ,nutzen1 als von denen1 welche sich in seinem ,dienste ganz sicher halten und daher seine ,sache vernachlssigen4 ,da der ,gegenstand es erfordert1 darf ich nicht verabsumen1 die ,frsten1 die ein ,land durch ,hilfe ihrer ,anhnger unter den ,einwohnern erobern1 zu erinnern1 da sie wohl erwgen1 welche ,ursachen jene bewogen haben1 es mit ihnen zu halten4 ,ist dies nicht aus einer natrlichen ,zuneigung1 sondern blos aus ,mivergngen mit dem vorigen ,zustande der ,dinge geschehen1 so wird man sie mit aller ,mhe schwerlich zu ,freunden behalten1 weil es beinahe unmglich ist1 sie zufrieden zu stellen4 ,wenn man alte und neue ,geschichten erwgt1 so wird man finden1 da es leichter ist1 diejenigen zu gewinnen1 welche bei dem vorigen ,zustande der ,dinge zufrieden1 und deswegen dem neuen ,herrn feind waren1 als diejenigen1 welche unzufrieden waren und diesen deswegen begnstigten4 ,die ,frsten pflegen wol zu ihrer ,sicherheit ,festungen anzulegen1 welche ihnen als ,zaum und ,gebi ihrer ,gegner dienen1 und bei einem ,ueberfalle eine ,zuflucht fr den ersten ,anlauf anbieten4 ,ich kann diese ,weise nicht mibilligen1 da es von ,alters her so geschehen4 ,doch hat ,herr ,nicolo ,vitelli zu unsrer ,zeit zu ,citt di ,castello zwei ,burgen niedergerissen1 um diesen ,ort zu behaupten4 ,guid',ubaldo1 ,herzog von ,urbino1 zerstrte nach seiner ,rckkunft in sein ,land1 aus welchem ihn ,csar ,borgia vertrieben hatte1 alle festen ,pltze in demselben1 weil er es auf diese ,art leichter zu behaupten dachte4 ,eben so machten es die ,bentivogli nach ihrer ,rckkehr in ,bologna4 ,festungen sind daher nach ,umstnden ntzlich oder schdlich1 und wenn sie auf einer ,seite helfen1 so schaden sie auf der andern4 ,dies beruht auf ,folgendem3 der ,frst1 der mehr sein eignes ,volk als ,fremde zu frchten hat1 mu ,festungen anlegen2 wer sich aber mehr vor fremden1 als vor seinen eignen ,leuten frchtet1 unterlasse es4 ,dem ,hause ,sforza hat das ,castell von ,mailand1 welches ,francesco ,sforza erbaut hat1 mehr ,schaden gethan1 als irgend ein andrer ,umstand4 ,die beste ,festung ist1 seinem ,volke nicht verhat zu sein2 denn wen das ,volk hat1 dem helfen ,festungen nicht1 weil es nie an ,fremden fehlt1 die dem ,volke zu ,hilfe kommen1 sobald es die ,waffen ergriffen hat4 ,zu unsern ,zeiten hat man kein ,beispiel gesehen1 wo sie einem ,frsten ,nutzen gebracht htten1 auer der ,grfin von ,forli27#ba7 welche sich bei einem ,volksaufstande nach dem ,tode ihres ,gemahls1 des ,grafen ,girolamo1 dahinein rettete1 bis ,hilfe von ,mailand kommen konnte und sie wieder einsetzte3 dabei verstatteten die damaligen ,umstnde den ,fremden nicht1 dem aufrhrerischen ,volke zu ,hilfe zu kommen4 ,nchstdem aber1 da ,csar ,borgia sie angriff1 und das ,volk sich mit ,fremden gegen sie verband1 diente die ,festung zu nichts4 ,allemal wre es ihr mehr werth gewesen1 von ihrem ,volke nicht gehat zu werden1 als ,festungen zu haben4 ,in ,erwgung alles dessen will ich gern denjenigen loben1 der ,festungen anlegt1 und den1 der keine anlegt2 tadle aber denjenigen1 der sich darauf verlt1 und deswegen den ,ha des ,volkes nicht achtet47#bb7 #ba4 ,wie ein ,frst sich zu betragen hat1 um groen ,ruhm zu erwerben4 ,nichts erwirbt einem ,frsten so viel ,achtung1 als groe ,unternehmungen und glnzende ,handlungen4 ,zu unsrer ,zeit haben wir den ,fernando1 ,knig von ,arragonien1 gegenwrtigen ,knig von ,spanien4 ,derselbe kann gewissermaen fr einen neuen ,souverain gelten1 weil er aus einem schwachen ,frsten1 durch den ,ruhm seiner ,thaten1 zu dem ersten ,monarchen der ,christenheit geworden4 ,wenn man seine ,handlungen betrachtet1 so findet man in allen ,gre3 einige sind aber ganz auerordentlich4 ,zu ,anfang seiner ,regierung griff er ,granada an2 diese ,unternehmung ward der ,grund seiner ,gre4 ,anfangs vollfhrte er sie ganz gemchlich und brauchte nicht zu besorgen1 darin gehindert zu werden2 beschftigte damit die castilischen ,barone1 welche dadurch abgehalten wurden1 auf ,neuerungen zu ,hause zu denken1 und erwarb selbst dadurch unvermerkt groes ,ansehn ber sie und ,ruf4 ,er war vermgend1 seine ,armee mit dem ,gelde der ,kirche und seines ,volks zu unterhalten1 und legte durch diese langen ,feldzge einen guten ,grund zu der ,kriegsmacht1 welche ihm in der ,folge zu so groer ,ehre verhalf4 ,auerdem aber bte er1 um zu greren ,unternehmungen schreiten zu knnen1 unter bestndigem ,vorwande der ,religion eine fromme ,hrte aus1 durch ,vertreibung der ,mauren4 ,ein schrecklicheres und seltneres ,ereigni gibt es nicht4 ,unter gleichem ,vorwande fiel er in ,afrika ein1 versuchte einen ,feldzug in ,italien1 griff endlich ,frankreich an4 ,so beschftigte er sich bestndig mit groen ,entwrfen1 welche unaufhrlich seine ,unterthanen in der ,erwartung ihres ,ausganges und in ,bewunderung erhielten4 ,diese seine ,handlungen entsprangen eine aus der andern1 also1 da gar nicht dazwischen zu kommen1 und keine ,zeit war1 dagegen zu wirken4 ,ferner ist es einem ,frsten sehr ersprielich1 in der innern ,verwaltung auffallende ,dinge zu thun1 so wie vom ,herrn ,bernhard von ,mailand erzhlt wird1 als wenn ,gelegenheit entsteht1 irgend ,jemanden wegen auerordentlicher ,dinge im ,guten oder im ,bsen auf solche ,art zu belohnen oder zu bestrafen1 da davon viel geredet werde4 ,vor allen ,dingen mu ein ,frst in jeder seiner ,handlungen den ,ruf des ,groen und ,hervorstechenden suchen4 ,noch erweckt es groe ,hochachtung gegen einen ,frsten1 wenn er sich als einen ernstlichen ,freund oder ,feind beweist3 das ist1 wenn er ohne alle ,bedenklichkeit entschiedene ,partei nimmt2 dies bringt stets mehr ,ruhm1 als neutral zu bleiben4 ,denn wenn zwei mchtige ,nachbarn in ,streit gerathen1 so hast du von dem ,sieger etwas zu befrchten1 oder nicht4 ,in beiden ,fllen ist es besser1 hervorzutreten und ernstlich ,theil zu nehmen3 denn im ersten ,falle wird derjenige1 der sich nicht blogeben wollte1 allemal eine ,beute des ,siegers1 zur grten ,zufriedenheit des ,ueberwundenen1 und es bleibt keine andre ,zuflucht mehr offen4 ,denn der ,ueberwinder verlangt keine verdchtigen ,freunde1 die in der ,gefahr nicht beistehen4 ,der ,besiegte bietet demjenigen keine ,zuflucht an1 der in den ,zeiten des ,kampfes sich geweigert hat1 ,theil zu nehmen4 ,antiochus hatte sich von den ,aetoliern bewegen lassen1 nach ,griechenland zu kommen1 um die ,rmer zu bekmpfen4 ,er schickte ,gesandte an die ,acher1 welche ,freunde der ,rmer waren1 um sie zu bewegen1 ,zuschauer zu bleiben4 ,auf der andern ,seite redeten ihnen die ,rmer zu1 die ,waffen fr sie zu ergreifen4 ,als dies in der ,versammlung der ,acher zur ,berathung kam1 so antwortete der rmische ,gesandte dem ,botschafter des ,antiochus1 der zur ,neutralitt mahnte1 ,folgendes3 ,wenn es ,euch als der beste und ntzlichste ,ausweg empfohlen wird1 neutral zu bleiben1 so bedenket1 da ,euch nichts ,nachtheiligeres angegeben werden knnte2 denn wenn ,ihr am ,kriege keinen ,theil nehmet1 so werdet ,ihr ohne ,dank und ohne ,ehre eine ,beute des ,siegers werden48 ,es wird immer so kommen1 da derjenige1 der mit dir nicht gut steht1 dich ersuchen wird1 neutral zu bleiben2 der ,andre aber wird dich bitten1 ihn zu schtzen4 ,unentschlossene ,frsten schlagen meistentheils diesen ,weg der ,neutralitt ein und gehen auch meistentheils darber zu ,grunde4 ,macht aber ein ,frst ernstlich gemeine ,sache mit einem ,theile1 und dieser trgt den ,sieg davon1 so bleibt er freilich abhngig von demselben1 jedoch sind die ,fden der ,dankbarkeit angeknpft1 und die ,menschen sind nicht so verrtherisch1 da sie die ,undankbarkeit bis dahin treiben sollten1 ihren ,anhnger sogleich zu unterdrcken4 ,auch ist der ,sieg selten so vollstndig1 da der ,sieger nicht allerlei ,rcksichten nehmen mte und vorzglich auf die ,gerechtigkeit4 ,wenn aber der ,theil1 zu dem du dich geschlagen hast1 unterliegt1 so steht er dir doch bei1 und du hast einen ,freund1 mit dessen ,beihilfe du vielleicht wieder emporkommen kannst4 ,im zweiten ,falle1 da die streitenden ,parteien einander so gleich sind1 da vom ,sieger nichts zu frchten ist1 so ist es so viel klger1 ,partei zu nehmen1 weil sonst ,einer zu ,grunde gerichtet wird1 dem ein kluger ,zuschauer vielmehr beistehen wrde2 siegt er1 so behltst du ihn in ,hnden1 und es ist fast unmglich1 da derjenige1 dem du beistehst1 nicht den ,sieg davontrage4 ,hier ist noch bemerkenswerth1 da ein ,frst sich niemals mit einem ,mchtigern verbinden mu1 um ber einen ,dritten herzufallen1 auer im ,falle der ,noth4 ,denn wenn er siegt1 so bist du in seiner ,gewalt3 dies ist aber vor allen ,dingen zu vermeiden4 ,die ,venezianer verbanden sich mit ,frankreich gegen den ,herzog von ,mailand2 dies geschah unnthiger ,weise1 und sie gingen darber zu ,grunde4 ,wenn es aber unvermeidlich ist1 so wie mit den ,florentinern der ,fall war1 als der ,papst und die ,spanier die ,lombardei berzogen1 alsdann mu man freilich wol diesen ,entschlu nehmen4 ,kein ,staat glaube jemals mit ,sicherheit auf etwas zhlen zu knnen1 sondern rechne bestndig auf die ,ungewiheit aller ,dinge3 denn die ,welt ist so beschaffen1 da man allemal einer ,unbequemlichkeit entgeht1 in eine andre aber hineingerth4 ,die ,klugheit besteht darin1 unter ihnen auszuwhlen1 und die geringste auszusuchen4 ,ferner noch mu ein ,frst ,liebe zu ausgezeichneten ,eigenschaften beweisen und vorzgliche ,mnner in jedem ,fache ehren4 ,er mu seine ,brger anfeuern1 da sie sich ernstlich in ihrem ,gewerbe anstrengen1 sei es im ,handel oder dem ,ackerbau1 oder anderm ,gewerbe2 da sie nicht frchten1 das1 was sie erworben1 zu genieen2 ihre ,besitzungen1 aus ,furcht sie zu verlieren1 vernachlssigen2 aus ,furcht vor neuen ,steuern den ,handel liegen lassen4 ,vielmehr mu er ,jeden dazu aufmuntern1 und denjenigen1 der der ,stadt oder dem ,staate auf irgend eine ,art frderlich ist1 belohnen4 ,sein ,volk mu er zu den gehrigen ,zeiten im ,jahre mit ,festlichkeiten und ,schauspielen beschftigen1 und da jede ,stadt aus ,znften besteht1 diese ehren1 ihren ,zusammenknften zu schicklichen ,zeiten beiwohnen1 sich menschenfreundlich und freigebig beweisen1 dabei aber seine ,wrde in allen ,dingen behaupten1 welche niemals vernachlssigt werden darf4 #bb4 ,von den ,ministern4 ,die ,wahl der ,rthe ist keine der geringsten ,angelegenheiten eines ,frsten und fllt gut oder schlecht aus1 nachdem er wohl berlegt oder nicht4 ,man urtheilt zunchst ber ihn und ber seinen ,verstand1 nachdem die ,personen beschaffen sind1 die ihn umgeben4 ,sind sie der ,sache gewachsen und getreu1 so wird er immer fr einen weisen ,mann gelten1 weil er sie fr das erkannte1 was sie waren1 und sie treu zu erhalten wute4 ,ist das nicht1 so kann man ber ihn kein gnstiges ,urtheil fllen1 wenn er in dieser ersten ,angelegenheit ,fehler begeht4 ,wer nur den ,antonio von ,venafro1 den ,minister des ,pandolfo ,petrucci1 ,frsten von ,siena kannte1 mute diesen fr einen ,mann von ,verstand halten1 weil er jenen zu seinem ,minister erwhlte4 ,es gibt drei ,arten von ,kpfen4 ,die erste sieht ,alles von selbst ein2 die zweite begreift es1 wenn ,andre die ,sache darlegen2 die dritte sieht nichts ein1 weder von selbst1 noch durch die ,bemhungen ,andrer4 ,die ersten sind die vorzglichsten1 die zweiten sind noch immer vortrefflich1 die letzte ,art ist aber zu nichts ntze4 ,pandolfo gehrte nicht zu der ersten1 wol aber zu der zweiten ,classe2 denn wer nur den ,verstand hat1 ,gutes und ,schlechtes1 was ,andre sagen und thun1 zu unterscheiden1 kann1 wenn er schon selbst keinen erfinderischen ,geist besitzt1 die ,handlungsweise seiner ,minister beurtheilen1 tchtige erheben und andre zchtigen2 kein ,minister kann ihn hintergehen1 und er erhlt sich4 ,minister zu beurtheilen1 dazu ist ,folgendes ein untrgliches ,mittel4 ,sieht man1 da einer mehr an sich als an seinen ,herrn denkt1 und in allen seinen ,handlungen seinen persnlichen ,vortheil vor ,augen hat1 der wird nie ein guter ,rathgeber sein1 noch kann man ihm trauen4 ,denn wer einmal die ,angelegenheiten einer ,regierung in ,hnden hat1 mu nicht mehr an sich denken1 sondern an seinen ,frsten1 und ,alles in ,beziehung auf diesen betrachten4 ,auf der andern ,seite mu der ,frst wieder an ihn denken1 ihm ,ehre und ,reichthum zuwenden1 ihn sich verbinden1 an der ,ehre und der ,fhrung der ,geschfte ,theil nehmen lassen1 so da er sehe1 er knne ohne den ,frsten nicht bestehen1 und so viel ,auszeichnung habe1 da er nicht nach hherer strebe2 des ,reichthums so viel1 da er nicht noch mehr begehre2 und in so hohen ,aemtern stehe1 da er jede ,staatsvernderung frchten mu4 ,wenn ,minister so beschaffen sind und von den ,frsten so behandelt werden1 dann knnen beide einander trauen2 sonst aber wird es sicher mit dem ,einen oder ,andern ein schlechtes ,ende nehmen4 #bc4 ,schmeichler sind zu fliehen4 ,ein ,kapitel von grter ,wichtigkeit kann ich nicht bergehen1 da es einen ,fehler betrifft1 den die ,frsten selten vermeiden1 wenn sie nicht sehr viel ,verstand haben und nicht gut zu whlen wissen4 ,dies behandelt nmlich die ,schmeichler4 ,es gibt gar kein anderes ,mittel1 um sich gegen die ,schmeichelei zu sichern1 als wenn man zeigt1 da man die ,wahrheit hren kann1 ohne dadurch beleidigt zu werden3 darf aber ,jeder dir die ,wahrheit sagen1 so verletzt er die ,ehrfurcht4 ,ein kluger ,frst mu daher einen dritten ,weg einschlagen1 gescheidte ,leute auswhlen1 diesen allein erlauben1 ihm die ,wahrheit zu sagen1 aber doch nur ber die ,gegenstnde1 darber er sie befragt2 er mu sie aber ber ,alles befragen1 ihre ,meinung hren und dann selbst seine ,entschlieung fassen4 ,mit diesen ,rathgebern mu er sich so benehmen1 da ,jeder sieht1 er werde desto mehr ,gehr finden1 je freimthiger er spricht4 ,auer diesen aber mu er ,niemand hren1 beschlossene ,sachen nicht wieder besprechen und von gefaten ,beschlssen nicht zurckgehen4 ,wer es anders macht1 wird entweder durch die ,schmeichler ins ,verderben gestrzt1 oder wird ber der ,mannichfaltigkeit der ,ansichten1 ber das ftere ,wanken in seinen ,entschlssen verchtlich4 ,ich will hiervon ein ,beispiel aus der neuesten ,geschichte anfhren4 ,pater ,luca1 ein ,vertrauter ,kaiser ,maximilians1 sagte von diesem1 er ziehe ,niemanden zu ,rathe und handle doch niemals nach seinem eignen ,sinne3 welches daher rhre1 da er das ,gegentheil von dem zu thun pflege1 was hier oben angegeben ist2 der ,kaiser sei nmlich ein verschlossener ,mann1 erffne ,niemandem seine ,gedanken und frage ,niemanden um seine ,meinung4 ,aber wenn er anfngt1 seine ,entwrfe ins ,werk zu richten1 und sie sich entwickeln1 so finden sie auch ,widerspruch bei seinen ,umgebungen2 und da er selbst von nachgibigem ,charakter sei1 lasse er sich leicht davon abbringen4 ,was er an einem ,tage angefangen1 vernichte er am folgenden wieder4 ,man knne daher nie daraus klug werden1 was er vorhabe1 und knne auf seine ,beschlsse nicht bauen4 ,ein ,frst mu sich also bestndig berathen3 aber das1 wenn ,er es will1 nicht wenn ,andre wollen2 er mu ,jedem den ,muth nehmen1 ihm ungefragt ,rath zu ertheilen2 er mu aber hufig fragen und alsdann den freimthigen ,vortrag der ,wahrheit gern hren1 und vielmehr noch zrnen1 wenn ,jemand sie ihm aus ,nebenursachen vorenthlt4 ,es glauben wol ,einige1 da manche ,frsten1 welche den ,ruf groer ,klugheit erworben haben1 denselben nicht ihrem eignen ,verstande1 sondern den guten ,rathschlgen ,andrer verdanken2 aber diese irren unstreitig3 denn es ist eine ganz allgemeine ,regel ohne ,ausnahme1 da ein ,frst1 der selbst keinen ,verstand hat1 auch nicht guten ,rath annehmen kann1 es sei denn1 da er zuflligerweise ganz und gar von einem einzigen1 und zwar von einem sehr gescheidten ,manne regiert wrde4 ,in diesem letzten ,falle kann er wol gut geleitet werden2 es dauert aber nicht lange3 denn ein solcher ,rathgeber wird ihn bald selbst strzen4 ,ein ,frst1 dem es an ,weisheit fehlt und der ,mehrere befragt1 wird nie bereinstimmende ,rathschlge erhalten1 und sie eben so wenig selbst in ,uebereinstimmung bringen4 ,jeder seiner ,rathgeber wird immer auf seine eigne ,sache denken1 und der ,frst wird sie weder kennen1 noch in ,ordnung halten4 ,rathgeber1 die es anders machen1 sind nicht zu finden1 denn die ,menschen sind ihrer ,natur nach schlecht1 wenn sie nicht durch ,noth gezwungen werden1 gut zu handeln4 ,mit ,einem ,worte3 ,gute ,rathschlge1 sie mgen herrhren von wem sie wollen1 mssen von der ,klugheit des ,frsten veranlat werden4 ,durch gute ,rathschlge wird kein ,frst klug gemacht4 #bd4 ,wie die ,frsten ,italiens ihre ,herrschaften verloren haben4 ,wenn alles bisher ,ausgefhrte gut beobachtet wird1 so wird ein neuer ,frst einem alten gleich und wird geschwind so sicher und fest in seiner ,herrschaft1 als wenn er darin aufgewachsen wre4 ,denn die ,handlungen eines neuen ,frsten werden weit mehr beachtet1 als eines ,erbfrsten4 ,erkennt man darin groe ,vorzge1 so gewinnt dieses die ,menschen1 und er erwirbt sich eine grere ,anhnglichkeit1 als ein altes ,geschlecht2 denn die ,menschen sind viel mehr mit dem ,gegenwrtigen1 als mit vergangenen ,dingen beschftigt2 befinden sie sich wohl1 so sind sie damit zufrieden und verlangen nichts ,anderes1 nehmen auch ernstlich die ,partei des ,frsten1 wenn er nur sich selbst nicht im ,stiche lt4 ,auf diese ,art erwirbt er doppelten ,ruhm1 indem er eine neue ,herrschaft gegrndet1 zu ,ehren gebracht1 mit guten ,gesetzen1 tchtiger ,kriegsmacht1 ,freunden und gutem ,beispiel fr ,andre versehen hat4 ,dagegen trifft doppelte ,schande den ,frsten1 der eine alte ,herrschaft durch ,unverstand verliert4 ,wenn man aber die ,geschichte derjenigen italienischen ,frsten betrachtet1 welche zu unsrer ,zeit ihre ,staaten verloren haben1 wie den ,knig von ,neapel1 den ,herzog von ,mailand und ,andre2 so wird man zuerst einen gemeinsamen ,fehler finden1 in den sie hinsichtlich der ,kriegsmacht gefallen sind3 aus den oben aus einander gesetzten ,ursachen4 ,ferner wird man finden1 da einer oder der andere von ihnen das ,volk zum ,feinde gehabt1 oder wenn er das ,volk zum ,freunde hatte1 sich der ,groen nicht versichern konnte4 ,ohne solche ,fehler geht keine ,herrschaft verloren1 welche mchtig genug ist1 ein ,heer ins ,feld stellen zu knnen4 ,philipp von ,macedonien1 nicht der ,vater ,alexanders des ,groen1 sondern derjenige1 welchen ,titus ,quintius berwand1 hatte keinen groen ,staat im ,vergleich mit den ,rmern und ,griechen1 die ihn angriffen2 dennoch hielt er es manches ,jahr mit ihnen aus1 weil er kriegerischen ,geist hatte1 das ,volk zu behandeln verstand und sich der ,groen zu versichern wute4 ,wenn er auch eine und die andre ,stadt verlor1 so behauptete er sich doch in seinem ,knigreiche4 ,unsre ,frsten1 welche eine lange ,jahre hindurch besessene ,herrschaft verloren haben1 mgen also nur nicht das ,schicksal anklagen1 sondern ihre eigne ,feigheit2 denn wenn sie in ruhigen ,zeiten nie darauf gedacht haben1 da diese sich ndern knnen - der gewhnliche ,fehler der ,menschen1 bei gutem ,wetter nicht an den ,sturm zu denken - und alsdann1 wenn schlimme ,umstnde eintreten1 nicht darauf denken1 sich zu vertheidigen1 sondern entfliehen und hoffen1 da die ,vlker sie aus ,ueberdru der ,sieger wieder zurckrufen sollen2 so ist das ganz gut1 wenn gar kein andrer ,weg eingeschlagen werden kann3 aber es ist sehr bel1 andre ,wege zu vernachlssigen und diesen vorzuziehen4 ,kein ,mensch wird je muthwillig fallen1 in ,hoffnung1 da ein ,andrer ihm wieder aufhelfen werde4 ,mag das nun wirklich geschehen oder nicht1 so ist es immer hchst unsicher4 ,es hngt nicht von uns ab und ist ein niedriges ,mittel4 ,nur diejenige ,vertheidigung ist gut1 sicher1 dauerhaft1 welche von uns selbst und unsrer eignen ,tapferkeit abhngt4 #be4 ,welchen ,einflu das ,glck auf die ,angelegenheiten der ,menschen hat4 ,ich wei wohl1 da ,viele ehedem die ,meinung gehegt haben und noch jetzt hegen1 die ,begebenheiten der ,welt wrden solchergestalt vom ,glcke und von ,gott regiert1 da die ,menschen mit aller ,klugheit sie nicht verbessern und nichts dagegen ausrichten knnten4 ,daraus knne man abnehmen1 da es nicht der ,mhe werth sei1 viel einzufdeln1 sondern da man sich nur dem ,schicksale hingeben mge4 ,diese ,meinung hat in unsern ,tagen durch die groen ,vernderungen1 die ,alles erlitten hat1 die man noch tglich sieht1 und welche alle menschlichen ,vermuthungen zu ,schanden machen1 viel gewonnen4 ,indem ich hierber nachgedacht1 bin ich zu ,zeiten geneigt gewesen1 mich zu derselben ,meinung zu bekennen4 ,weil aber doch der menschliche freie ,wille damit in ,widerspruch steht1 so urtheile ich1 da das ,glck wol die ,hlfte aller menschlichen ,angelegenheiten beherrschen mag2 aber die andre ,hlfte1 oder doch beinahe so viel1 uns selbst berlassen msse4 ,ich vergleiche das ,glck mit einem gefhrlichen ,flusse1 der1 wenn er anschwillt1 die ,ebene berschwemmt1 ,bume und ,gebude umstrzt1 ,erdreich hier fortreit1 dort ansetzt4 ,jedermann flieht davor und gibt nach2 ,niemand kann widerstehen4 ,dennoch knnen die ,menschen in ruhigen ,zeiten ,vorkehrungen treffen1 mit ,deichen und ,wllen bewirken1 da der ,flu bei hohem ,wasser in einem ,canale abflieen mu1 oder doch nicht so unbndig berstrmt und nicht so viel ,schaden thut4 ,in gleicher ,art geht es mit dem ,glcke1 welches seine ,macht zeigt1 wo keine ordentlichen ,gegenanstalten gemacht sind1 und sich mit ,ungestm dahin kehrt1 wo keine ,wlle und ,dmme vorhanden sind1 es im ,zaume zu halten4 ,wenn man ,italien betrachtet1 welches der ,sitz dieser groen ,umwlzungen gewesen ist1 so wird man ein ebenes ,feld finden1 ohne ,wlle und ,dmme4 ,wre dieses ,land durch hinlngliche ,kriegstugend vertheidigt1 so wie ,deutschland1 ,frankreich und ,spanien1 so htten jene ,ueberschwemmungen keine solchen ,umwlzungen hervorgebracht1 oder wren gar nicht eingetreten4 ,so viel im ,allgemeinen vom ,widerstande gegen das ,schicksal4 ,nunmehr der ,sache nher zu treten1 sage ich1 da man einen ,frsten heute im ,wohlstande1 morgen zu ,grunde gehen sieht1 ohne da er seine ,natur im ,geringsten verndert habe4 ,dies scheint mir zuerst von den ,ursachen herzurhren1 die ich oben ausfhrlich errtert habe3 nmlich1 da ein ,frst1 der sich ganz auf das ,glck verlt1 zu ,grunde gehen mu1 sobald dieses sich dreht4 ,ferner glaube ich1 da es dem gut gehe1 der in seiner ,handlungsweise mit dem ,geiste der ,zeit zusammentrifft1 und da derjenige verunglcken msse1 der mit den ,zeiten in ,widerspruch gerth4 ,denn man sieht die ,menschen ihre ,zwecke1 die sich ein jeder vorgesetzt hat1 es sei nun solches ,ehre und ,ruhm oder ,reichthum1 auf verschiedene ,art verfolgen4 ,einer mit ,vorsicht1 der andre mit ,ungestm2 einer mit ,gewalt1 der andre mit ,list2 einer mit ,geduld1 der andre auf entgegengesetzte ,art1 und jeder kann auf seine ,weise dazu gelangen4 ,man sieht zwei gleich vorsichtige3 einem gelingt es1 dem andern nicht4 ,ebenfalls gelingt es zwei verschiedenen gleich gut1 von denen der eine vorsichtig1 der andre ungestm zu ,werke geht4 ,dies rhrt lediglich von der ,verschiedenheit der ,umstnde her1 welche mit der ,art zu verfahren bereinstimmen oder nicht4 ,daher kommt1 was ich gesagt habe1 da zwei entgegengesetzte ,verfahrungsarten zu dem gleichen ,zwecke fhren2 und da von zweien1 die auf gleiche ,art verfahren1 doch einer das ,ziel erreicht1 der andre es verfehlt4 ,eben daher kommen die ,abwechselungen des ,glcks2 denn wenn ,jemand sich mit ,vorsicht und ,besonnenheit und ,geduld benimmt1 dazu die ,umstnde wohl bereinstimmen1 so geht ,alles gut von ,statten4 ,aendern sich ,zeiten und ,umstnde1 so geht er zu ,grunde1 wenn er sein ,betragen nicht ebenfalls ndert4 ,es findet sich aber nicht leicht ein so verstndiger ,mann1 nach dem er sich zu richten vermchte2 theils weil er nicht gegen seine natrliche ,neigung handeln kann2 theils weil derjenige1 dem es auf einem gewissen ,wege bis dahin gelungen ist1 sich nicht berzeugen kann1 da es gut sei1 denselben nunmehr zu verlassen4 ,so geht es dem vorsichtigen ,manne4 ,wenn es ,zeit ist1 dreist darauf los zu gehen1 so vermag er dies nicht1 und mu also zu ,grunde gehen4 ,htte er seine ,gemthsart mit den ,zeiten und ,umstnden gendert1 so htte das ,schicksal sich nicht gendert4 ,papst ,julius der ,zweite ging in allen ,dingen mit ,ungestm zu ,werke1 und die ,zeitumstnde stimmten dazu so gut1 da er immerfort glcklich war4 ,man erwge nur seine erste ,unternehmung gegen ,bologna1 als ,giovanni ,bentivoglio noch lebte4 ,die ,venezianer waren damit nicht zufrieden3 der ,knig von ,spanien sowol als der von ,frankreich dachten selbst auf eine solche ,unternehmung4 ,dennoch griff er mit seinem gewhnlichen ,ungestme die ,sache an1 und zwar persnlich4 ,dieser khne ,schritt hielt ,venedig und ,spanien zurck2 jenes aus ,furcht1 dieses durch die ,begierde1 das ganze ,knigreich ,neapel zu erobern4 ,auf der andern ,seite zog der ,papst den ,knig von ,frankreich in sein ,interesse1 indem der ,knig sah1 da der ,papst einmal zugeschlagen hatte2 und da er selbst die ,venezianer zu demthigen wnschte1 so glaubte er jenen nicht durch ,verweigerung der ,hilfstruppen offenbar beleidigen zu drfen4 ,julius brachte also durch seine ungestmen ,bewegungen zu ,stande1 was niemals ein andrer ,papst durch alle menschliche ,klugheit ausgerichtet htte4 ,htte er gezaudert1 von ,rom aufzubrechen1 bis ,alles gehrig bestellt und alle ,anstalten vorlufig getroffen wren1 so wie andre ,ppste es gemacht hatten1 so wre es ihm nicht gelungen4 ,denn der ,knig von ,frankreich htte tausend ,entschuldigungen gefunden1 und die ,andern htten ihm tausend ,besorgnisse erregt4 ,ich bergehe alle seine andern ,handlungen1 welche insgesammt dieser hnlich sind und alle gelangen4 ,die ,krze seines ,lebens hat nicht verstattet1 da er ein feindliches ,schicksal erfuhr4 ,wren aber ,umstnde eingetreten1 die ein vorsichtiges ,betragen erheischten1 so wre auch ,er zu ,grunde gegangen1 weil er seinen natrlichen ,charakter in seiner ,handlungsweise nicht wrde haben verlugnen knnen4 ,ich schliee also1 da1 da die ,glcksumstnde vernderlich sind1 die ,menschen aber bei ihrer ,weise eigensinnig beharren1 es diesen nur so lange gut geht1 als ,beides mit einander bereinstimmt2 sobald aber ,disharmonie darin eintritt1 ,alles miglcken mu4 ,so viel ist indessen wahr1 da allemal besser ist1 muthig darauf los zu gehen1 als bedchtig2 denn das ,glck ist ein ,weib1 und wer dasselbe unter sich bringen will1 mu es schlagen und stoen4 ,es lt sich eher von dem1 der es so behandelt1 unterjochen1 als von dem1 der ruhig und kalt zu ,werke geht4 ,deswegen ist es auch als ein chtes ,weib den jungen ,leuten gewogen1 weil sie weniger bedchtig sind1 muthiger und dreister ihm befehlen47#bc7 #bf4 ,aufruf1 ,italien von der ,fremdherrschaft zu befreien4 ,erwgt man nun alles bisher ,vorgetragene und berlegt mit mir1 ob augenblicklich wol in ,italien die ,zeitverhltnisse so sind1 da man einen neuen ,frsten zu ,ehren bringen und da ein tapferer und besonnener ,mann eine neue ,verfassung schaffen knnte1 die ihm selbst zum ,ruhme gereichte und der ,nation ,vortheil brchte1 so scheinen mir jetzt so viele ,umstnde zusammenzukommen1 da nie ein gnstigerer ,zeitpunkt dazu vorhanden war4 ,wie gesagt1 die ,knste des ,moses konnten sich nicht entwickeln1 wenn die ,juden nicht in der ,dienstbarkeit ,egyptens gewesen wren2 die ,gre des ,cyrus wre nicht erkannt1 wenn die ,perser nicht von den ,medern vorher unterdrckt wren2 den ,theseus berhmt zu machen1 muten die ,athenienser zu seiner ,zeit zerstreut leben2 und so mute auch1 damit ein italienischer hoher ,geist sich zeigen knne1 ,italien so tief sinken1 sklavischer werden1 als die ,juden je gewesen sind1 unterdrckter als die ,perser1 zerstreuter als die ,athenienser1 ohne ,kopf1 ohne ,ordnung1 geschlagen1 ausgeplndert1 zerrissen1 berrannt1 - das italienische ,volk mute auf alle ,weise zu ,grunde gerichtet sein4 ,und wenn sich gleich bis daher in ,einem oder ,anderm einiger ,schein gezeigt hat1 als ob er von ,gott dazu berufen sei1 ,italien zu erlsen1 so sind solche doch im ,verfolge der ,begebenheiten durch das ,schicksal so zurckgeworfen1 da ,italien noch immer wie todt daliegt und auf den harrt1 der es von den erlittenen ,schlgen herstellen1 den ,plnderungen und ,verheerungen der ,lombardei1 dem ,aussaugen und ,erpressungen des rmischen ,gebietes und ,knigreichs ,neapel ein ,ende machen1 und die durch die ,lnge der ,zeit so tief hinein brandig gewordenen ,wunden heilen wird4 ,seht1 wie das ,volk zu ,gott ruft1 er mge ,jemand senden1 der es von der ,grausamkeit und dem ,uebermuthe der ,barbaren erlse6 ,seht1 wie geneigt es ist1 der ,fahne zu folgen1 wenn nur ,jemand da wre1 der sie aufpflanzte4 ,es ist aber jetzt ,niemand zu finden1 auf den man hoffen drfte1 auer in eurem erlauchten ,hause1 welches durch seine hohen ,eigenschaften und durch seinen ,glcksstern7#bd7 7unter ,begnstigung ,gottes und der ,kirche1 an deren ,spitze euer ,geschlecht gegenwrtig steht7 ,anfhrer der ,befreiung werden knnte4 ,dies wird euch nicht schwer werden1 wofern ihr nur die von mir vorgehaltenen ,beispiele vor ,augen behaltet4 ,und obwol diese von seltnen und bewunderungswrdigen ,mnnern herrhren1 so waren sie doch auch ,menschen3 die ,gelegenheit aber nie so gnstig als gegenwrtig2 denn ihre ,unternehmungen waren weder gerechter noch leichter1 noch auch hat sich ,gott ihnen gnstiger bewiesen als euch4 ,hier ist gerechte ,sache3 denn dieser ,krieg ist gerecht1 nothwendig4 ,hier sind fromme ,waffen3 deswegen hoffet auf nichts ,anderes1 als auf sie4 ,alles ist dazu vorbereitet1 und mithin kann es keine groen ,schwierigkeiten haben1 wenn man nur die von mir aufgestellten ,beispiele zum ,muster nimmt4 ,auerdem sind ,zeichen und ,wunder geschehen ohne ,beispiel1 und die von ,gott kommen2 das ,meer hat sich aufgethan1 eine ,wolke hat euch den ,weg gezeigt1 ein ,fels hat ,wasser ergossen1 ,manna ist geregnet3 ,alles hat sich vereinigt zu eurer ,gre2 das ,uebrige mt ihr selbst thun4 ,gott thut nicht ,alles1 um der ,freiheit des menschlichen ,willens keinen ,eintrag zu thun1 und uns den ,theil des ,ruhmes zu lassen1 der unsre ,handlungen angeht4 ,auch ist es nicht zu verwundern1 wenn keiner von oben gedachten ,italienern das hat leisten knnen1 was man von eurem erlauchten ,hause hoffen darf1 und wenn es in so vielen ,umwlzungen von ,italien und so vielen kriegerischen ,unternehmungen den ,anschein gehabt hat1 als sei alle kriegerische ,tugend erloschen4 ,dies beweist nur1 da die alten ,anordnungen nichts taugten1 und bisher ,niemand neue zu erdenken gewut hat4 ,nichts bringt einem neu aufsteigenden ,helden mehr ,ehre1 als die ,erfindung neuer ,gesetze und neuer ,anordnungen4 ,sind diese gut begrndet und ist darin eine gewisse ,gre1 so erwerben sie ihm ,verehrung und ,bewunderung1 und es fehlt in ,italien nicht an ,materie zu jeder neuen ,gestalt4 ,kraft genug ist in den ,gliedern1 wenn sie nur nicht in den ,kpfen gefehlt htte4 ,die ,zweikmpfe und einzelnen ,gefechte unter wenigen ,personen beweisen1 wie viel ,ueberlegenheit die ,italiener in ,kraft1 ,geschicklichkeit und ,verstand besitzen4 ,so wie sie aber in ganzen ,heeren zusammen erscheinen1 so sieht man nichts mehr davon2 ,alles liegt nur an der ,schwche der ,hupter1 denn die es besser wissen1 gehorchen nicht2 ,jedermann aber will es so gut wissen als der ,andre1 da bis jetzt noch ,niemand aufgestanden ist1 der ,ueberlegenheit genug in ,tugend und ,glck gezeigt htte1 da die ,andern ihm htten weichen mssen4 ,daher kommt es denn1 da seit zwanzig ,jahren kein einziges ,heer etwas ausgerichtet hat1 welches aus bloen ,italienern bestand4 ,das beweisen die ,schlachten am ,taro1 ,alexandrien1 ,capua1 ,genua1 ,vaila1 ,bologna1 ,mestri4 ,wenn also euer erlauchtes ,haus das ,beispiel derer nachahmen will1 die ihr ,vaterland befreit haben1 so ist vor allen ,dingen nthig 7worauf ja jede ,unternehmung beruht71 eigne ,mannschaft anzuwerben1 weil es keine treueren1 chteren und besseren ,soldaten gibt4 ,wenn gleich jeder ,einzelne fr sich gut ist1 so werden sie zusammengebracht noch besser1 sobald sie von ihrem eigenen ,frsten angefhrt sind und sich von demselben geehrt und gut behandelt sehen4 ,es ist also nthig1 sich auf diese ,art zu rsten1 um sich mit italienischer ,tapferkeit gegen die ,fremden zu vertheidigen4 ,und obgleich die schweizerischen und spanischen ,fuvlker fr furchtbar gelten1 so haben doch beide ihre ,fehler1 die einem ,dritten ,gelegenheit zum ,widerstande und ,hoffnung geben1 sie zu besiegen4 ,denn die ,spanier knnen den ,angriff der ,reiterei nicht aushalten1 und die ,schweizer geben dem ,fuvolke nach1 wenn sie auf solches stoen1 das eben so hartnckig im ,gefechte ist1 als sie selbst4 ,die ,erfahrung hat dieses bewiesen2 die ,spanier knnen eine franzsische ,reiterei nicht abhalten2 die ,schweizer unterliegen spanischem ,fuvolke4 ,von dem letzten haben wir noch keine vollstndige ,erfahrung3 jedoch hat sich ein ,probestckchen davon in der ,schlacht bei ,ravenna gezeigt1 als die ,spanier mit deutschen ,truppen zusammentrafen1 welche dieselbe ,art zu fechten haben wie die ,schweizer4 ,die ,spanier drangen nmlich durch die ,gewandtheit des ,krpers und durch ,hilfe ihrer kleinen ,schilder tief auf sie ein1 unter ihre ,piken1 und waren dabei im ,angriffe gedeckt1 ohne da die ,deutschen sich gegen sie wehren konnten4 ,wre die ,reiterei nicht dazu gekommen1 so waren sie ,alle verloren4 ,da man also die ,mngel jener ,mannschaft zu ,fu erkannt hat1 so kann gegenwrtig eine neue ,einrichtung derselben eingefhrt werden1 welche der ,reiterei zu widerstehen vermag und andres ,fuvolk nicht zu frchten braucht4 ,dieses wird nicht durch die ,beschaffenheit der ,waffen1 sondern durch ,stellung und ,anordnung der ,mannschaft bewirkt werden4 ,dieses sind die ,erfindungen1 welche einen neuen ,frsten gro machen und seinen ,ruhm grnden4 ,die gegenwrtige ,gelegenheit mge also nicht vorbergehen1 damit ,italien endlich nach so langer ,zeit seinen ,erretter sehe4 ,ich vermag es nicht auszudrcken1 mit welcher ,begierde ihn alle ,lnder aufnehmen wrden1 die so viel von den fremden ,ueberschwemmungen gelitten haben2 mit welchem ,durste nach ,rache1 welcher unberwindlichen ,treue1 welcher frommen ,liebe2 wie viel ,thrnen fr ihn flieen wrden6 ,welche ,thore wrden wol ihm verschlossen werden8 ,welches ,volk knnte es versagen1 ihm zu gehorchen8 ,wie drfte der ,neid sich gegen ihn regen8 ,welcher ,italiener knnte sich weigern1 ihm zu folgen8 ,einen ,jeden ekelt diese fremde ,herrschaft an6 ,so ergreife denn euer erlauchtes ,haus den ,entschlu1 mit dem guten ,muthe und der ,hoffnung1 womit gerechte ,unternehmungen angefangen werden1 damit das ,vaterland unter seinen ,fahnen wieder geadelt werde1 und die ,prophezeiung des ,petrarca eintreffe3 ,die ,tugend wird gegen die wilde ,wuth in ,waffen treten und das ,gefecht bald entschieden sein2 denn die alte ,tapferkeit ist in der ,brust der ,italiener auch heute noch nicht erstorben68 ,,erl,,uterungen4 #a4 ,charakteristisch fr den ,standpunkt des ,verfassers sind sogleich die ersten ,worte4 ,ein heutiges politisches ,handbuch wrde etwa beginnen3 ,die ,verfassungen der ,vlker im staatsbrgerlichen ,vereine84 ,dagegen heit es hier3 ,die ,gewalten1 welche ,herrschaft ber die ,menschen ausben84 ,dieser ,herrschaft setzt ,macchiavelli die ,freiheit entgegen1 wie die ,griechen und ,rmer ,tyrannei und ,republik einander entgegensetzten4 ,aber in seinen ,betrachtungen ber die ,republik 7,discorsi sul ,livio7 ist eben sowol als im ,buche vom ,frsten nur von der ,befriedigung des ,ehrgeizes und der ,herrschsucht1 hier des ,einzelnen1 dort der ,partei1 die im ,staate regiert1 und den uern ,verhltnissen die ,rede4 ,nach einer von ,simonde ,sismondi am ,schlusse seiner ,geschichte der italienischen ,republiken vortrefflich ausgefhrten ,bemerkung sind in diesem ,gemeinwesen des ,mittelalters1 wie in den griechischen und rmischen1 die ,ideen von ,freiheit und ,unabhngigkeit nur auf diese uern ,verhltnisse und nicht auf den einzelnen ,brger angewandt1 auch nur der herrschenden ,mehrzahl zu ,gute gekommen2 whrend dagegen der ,genu der ,freiheit und des ,vermgens jedes ,einzelnen1 so weit dies ,alles mit der ,ordnung des ,ganzen vereinbar ist1 den ,hauptgegenstand der politischen ,speculation unserer ,zeit ausmacht4 ,an dieser fr das menschliche ,geschlecht sehr wohlthtigen ,vernderung hat die ,neigung zu metaphysischen ,spekulationen unverkennbar groen ,antheil1 und das darf bei der ,beurtheilung des ,zeitgeistes im achtzehnten ,jahrhunderte nicht bersehen werden4 ,die ,entwickelung abstracter ,begriffe ber die ,rechte der ,menschen in der brgerlichen ,gesellschaft erregt meistentheils bei denen1 die die wirkliche ,welt im ,auge haben1 nur ein mitleidiges ,lcheln4 ,allerdings gehen aus dem ,spiele mit abstracten ,begriffen oft ,theorien hervor1 die auf ,nichts anwendbar sind1 und diese haben unsinnige und verderbliche ,unternehmungen erzeugt4 ,aber die ,versuche wesentlicher ,verbesserungen der rechtlichen ,verhltnisse im ,staate1 mit denen sich unser ,zeitalter so ernstlich beschftigt1 erhalten durch die sorgfltige ,prfung und ,sonderung allgemeiner ,begriffe eine bestimmte ,richtung4 ,wir verdanken daher der ,metaphysik wirklich weit mehr1 als diejenigen glauben1 welche sich mit der ,verbesserung der ,gesetze beschftigen und sich des ,einflusses der ihnen verhaten oder von ihnen verachteten ,systeme abstracter ,begriffe auf ihre eignen ,arbeiten nicht bewut sind4 #b4 ,dies ,kapitel zeigt kurz die ,vortheile1 die es dem gebornen ,frsten so leicht machen1 sich zu erhalten1 so lange nicht ein ,sturm von auen sich erhebt1 der alle ,berechnungen der ,politik zu ,schanden macht4 ,betrachten wir kurz die ,ursachen1 welche solche ,katastrophen herbeizufhren im ,stande sind4 ,wenn es den erblichen ,regenten so leicht ist1 sich gegen innere ,gefahren zu sichern1 warum werden sie so oft ein ,raub uerer ,feinde1 denen zu widerstehen die ,krfte des ,staates doch noch wol zureichten8 - ,weil sie diese ,krfte so wenig gebrauchen4 ,eben weil es so leicht scheint1 und wirklich so leicht ist1 eine angeerbte ,herrschaft zu behaupten1 so schlfert das ,bewutsein dieser ,sicherheit ein4 ,die ,frsten werden sorglos1 indem sie sehen1 wie das ,volk ihnen anhngt1 und da es ihnen anhngen mu4 ,ihre ,rathgeber wissen es nur zu gut1 da ,alles1 was den ,menschen werth ist1 die ,sicherheit des ,eigenthums und die ,erhaltung aller gewohnten ,verhltnisse1 mit demjenigen steht und fllt1 der das oberste ,glied der ,kette in der ,hand hlt4 ,hierauf verlassen sie sich4 ,aber alle moralischen ,bande unter den ,menschen sind gegenseitig4 ,das ,volk erkennt mit seinem geraden ,sinne und unverdorbener ,empfindung1 da es seiner ,obrigkeit unterthan sein msse1 um frei zu leben und das ,seinige sicher zu genieen4 ,die ,religion heiligt dieses ,verhltni durch die ,lehre1 da alle ,ordnung von ,gott kommt1 der diejenigen eingesetzt hat1 die sie handhaben4 ,aber die ,groen und ihre ,rathgeber1 welche nichts empfinden1 was der rechtlichen ,denkungsart des ,volks entspricht1 verkennen ihren ,gehalt4 ,sie halten die ,anhnglichkeit desselben1 worin ihre eigne grte ,strke liegt1 fr ,eigennutz1 und verachten sie als ,beweise einer knechtischen ,gemthsart4 ,daher drfen sie es denn auch nicht wagen1 ihre ,unterthanen in der ,gefahr mit ,bewegungsgrnden aufzufordern1 die ihr eignes ,betragen fr leere ,worte erklrt hat4 ,die ,anhnglichkeit eines ,volkes an das ,haus seiner ,frsten beruht auf ,ueberlieferungen der ,ahnen3 sie ist mit der ,liebe zu alten ererbten ,einrichtungen zu der ,verfassung und den ,maximen der ,verwaltung1 die dem ganzen ,stamme des ,volkes und seiner ,hupter eigen sind1 innigst verwebt4 ,wer mit diesen tief gegrndeten ,verhltnissen willkrlich spielt1 zerstrt den ,grund1 auf dem die ,sicherheit des ,staates und der regierenden ,familie beruht4 ,es kann der ,eitelkeit schmeicheln1 ,einrichtungen des ,staates nach ,gefallen abzundern und seinen eignen ,willen an die ,stelle alles dessen zu setzen1 was auf die ,einsichten und die ,autoritt einer ,reihe von ,geschlechtern gegrndet war4 ,wenn aber der ,sinn des ganzen ,volkes widerstrebt1 so entstehen ,schwierigkeiten1 die der ,kraft des mchtigsten ,herrschers unberwindlich sind4 ,bricht der allgemeine ,unwille in offenbaren ,widerstand aus1 so ist die grte ,kriegsmacht nicht immer vermgend1 ihn zu berwltigen4 ,so verlor ,joseph der ,zweite ,belgien1 als er die alten politischen und religisen ,ordnungen mit einem ,schlage vernichten und einen neuen ,staat nach seinen ,ideen an die ,stelle setzen wollte4 ,kommt es nicht so weit1 so ist der bloe unthtige ,widerstand der ,untergebenen1 die alle ,mitwirkung verweigern1 und das1 was ihr guter ,wille leisten sollte und knnte1 den ,dienern hhere ,befehle berlassen1 schon hinreichend1 die ,anschlge der ,allgewalt zu vereiteln1 die sich ohnmchtig fhlt1 wenn sie von den eignen ,dienern verlassen wird1 welche nichts mehr ausrichten knnen4 ,eben so wenig vermag der ,eigensinn des mchtigsten ,regenten1 der an ererbten ,gewohnheiten festhlt1 welche mit dem ,bedrfnisse der ,zeiten und der vernderten ,denkart des lebenden ,geschlechts in ,widerspruch gerathen4 ,man hat gesehen1 da ,regierungen1 die ,recht und ,macht auf ihrer ,seite zu haben schienen1 in solchen ,unternehmungen bei der ersten ,erschtterung gefallen sind2 und wenn sie bestehen bleiben1 so vergeht dennoch das1 was sie festzuhalten vermeinten1 ohne da sie es merken1 unter ihren eignen ,augen und ,hnden4 ,das persnliche ,betragen1 wodurch ein ,erbfrst sich bei seiner ,wrde behauptet1 ist z4 ,b4 von ,haller in seinem ,handbuch der ,staatenkunde8 vortrefflich dargestellt4 ,wenn dieser ,autor aber hinzufgt1 da ,macchiavelli sich viel vergebliche ,mhe damit gemacht habe1 ,mittel auszudenken1 wie die ,herrschaft aufrecht erhalten werden knne1 da dieses doch aus ihren natrlichen ,grnden ganz von selbst erfolgen msse1 so vergit er1 da ,macchiavelli nur von den ,mitteln redet1 eine neue ,herrschaft zu grnden und zu erhalten1 die nicht1 wie sein ,tadler von aller ,regierung voraussetzt1 aus natrlichen ,verhltnissen erwachsen1 sondern von ,einem ,manne willkrlich geschaffen ist4 ,und damit hat er sich so wenig eine vergebliche oder berflssige ,mhe gegeben1 da vielmehr oft ein ,zweifel entsteht1 ob der ,schriftsteller1 der doch ,alles geleistet hat1 was die ,krfte des menschlichen ,verstandes in dieser ,absicht vermgen1 genug gethan habe4 ,denn es liegt1 wie die ,folge dieser ,betrachtungen zeigen wird1 in der ,sache selbst1 da aller ,aufwand von ,verstand1 und sogar die ,ueberspannung aller ,mittel1 die sich aus demselben ziehen lassen1 oftmals nicht zureicht1 eine aus bloer ,selbstsucht errungene ,herrschaft zu befestigen4 #c4 ,dies ,kapitel behandelt also die ,mittel1 ein fremdes ,land zu unterjochen1 nicht den ,zweck selbst4 ,davon sagt der ,autor nur vorsichtig3 ,solche ,unternehmungen werden immer bewundert8 - nicht3 ,sie verdienen bewundert zu werden84 ,ein ewiger ,friede ist unmglich4 ,das ,bestreben der ,vlker1 ihren ,zustand zu verbessern1 fhrt natrlich ,gelegenheiten herbei1 kriegerische ,talente und ,tugenden zu zeigen1 und die ,helden solcher ,kriege sind es1 die von ihrem ,volke als ,wohlthter verehrt1 von der ganzen ,welt bewundert werden4 ,dagegen tuschen sich die ,eroberer1 die nur eine wilde ,herrschsucht zu befriedigen suchen1 wenn sie die abgedrungene ,schmeichelei der in ,furcht gesetzten ,vlker fr ,beweise der ,verehrung nehmen4 ,ihre ,zeitgenossen verfluchen sie4 ,das folgende ,geschlecht1 das sie nicht mehr zu frchten hat1 schtzt sie gering4 ,wenn ,macchiavelli auch an alles dies gedacht hat1 so hielt er vermuthlich dafr1 es sei vergeblich1 es den ,groen zu sagen1 die ,lust haben1 auf ,eroberungen auszugehen4 ,aus dem ,glcke der ,menschen1 das sie aufopfern1 machen sie sich nichts1 und an dem ,erfolge ihrer ,unternehmungen pflegen sie nicht zu zweifeln4 ,auch von der ,seite ist ihnen schwer beizukommen4 ,wenn denn also erobert werden soll1 so mssen die ,mittel erwogen werden1 wie eine eroberte ,provinz behauptet werden kann4 ,hierber sagt ,macchiavelli sehr viel ,treffendes4 ,dennoch bersieht er das sicherste ,mittel1 wodurch ,eroberungen dauerhaft werden knnen4 ,dasselbe liegt auer seinem ,gesichtskreise1 da er nur die ,neigungen und das persnliche ,interesse des ,machthabers beachtet1 ohne die ,vlker an sich selbst fr etwas gelten zu lassen4 ,durch diese engherzige ,denkart wird das ,system des scharfsinnigsten politischen ,schriftstellers mangelhaft3 durch sie ist auch ,napoleon ,i41 der es vielleicht besser als je ,einer im wirklichen ,leben dargestellt hat1 zu ,grunde gegangen4 ,welches andere ,mittel gibt es denn1 die neuerworbene ,herrschaft ber ein fremdes ,volk zu sichern1 welches man beim ,macchiavelli vermit8 ,es ist dies3 eine ,behandlung1 welche ,achtung und ,zutrauen gegen das ganze ,volk beweist1 und indem sie die eigne ,zufriedenheit desselben zu ihrem nchsten ,zwecke macht1 dadurch zugleich das krftigste ,mittel fr die ,zwecke des ,herrschers erzeugt4 ,wenn man dem ,volke die ,verfassung lt1 die ihm lieb ist1 und es von seinem vorigen ,regentenhause nichts mehr zurckwnscht1 als die ,personen1 so hat man die ,erinnerung daran nicht so sehr zu frchten4 ,wer ,menschen fr sich gewinnen will1 mu ihnen die ,ueberzeugung beibringen1 da ,er es ist1 durch den sie erhalten knnen1 was sie verlangen4 ,wer sie nur fhlen lt1 da er ihnen nehmen kann1 was ihm gefllt1 und da sie ,alles als ,gnade annehmen mssen1 was er ihnen wol lassen will2 wer hiermit freiwillig auf alle feineren ,beweggrnde ,verzicht leistet1 und blos auf ,gewalt trotzt1 spielt ein gefhrliches ,spiel2 denn ,gewalt ist stets1 und wre sie auch noch so gro und schiene sie noch so fest begrndet1 feindlichen ,zufllen unterworfen4 #d4 ,schon von ,hume 7,essays #a1 #c7 ist1 wie ich sehe1 bemerkt1 da das von ,alexander eroberte ,persien nicht so beschaffen war1 wie ,macchiavelli es darstellt1 und da die ,fortdauer der von ,jenem gegrndeten griechischen ,herrschaft auf andern ,ursachen beruht habe4 ,an sich selbst aber ist das ,raisonnement des ,macchiavelli zutreffend und vollkommen auf die ,geschichte des ,mittelalters anwendbar1 in welchem die ,verfassungen sich gebildet hatten1 die ,macchiavelli vor ,augen lagen4 ,in den ,verhltnissen1 die er darstellt1 war die ,ursache des abwechselnden ,erfolges der langen ,kriege zu suchen1 die ,frankreich und ,spanien mit einander fhrten4 ,unruhige ,groe1 die fremde ,feinde hereinriefen und von ihnen abfielen1 sobald die ,verblendung aufhrte1 mit der sie erwarteten1 diese wrden nicht fr sich selbst1 sondern fr sie kmpfen und erobern4 ,ludwig der ,vierzehnte dmpfte diese ,unruhen1 indem er den ,uebermuth der ,vasallen1 woraus der ,factionsgeist ,nahrung zog1 demthigte4 ,seit jener ,zeit hat sich auch der trkische ,staat verndert4 ,die ,verhltnisse der ,statthalter in den ,provinzen zum ,sultan sind nicht mehr ganz dieselben1 und daher findet das ,raisonnement des ,macchiavelli keine genau zutreffende ,anwendung in der neueren ,geschichte von ,europa4 #e4 ,macchiavelli hat ,vlker vor ,augen gehabt1 die heftigeren ,leidenschaften unterworfen und grerer ,aufopferungen fhig waren1 als die meisten ,nationen der sptern ,zeit4 ,er redet von ,zerstrung ganzer ,stdte1 von vlliger ,auflsung von ,staaten1 wie von ganz gewhnlichen und nothwendigen ,dingen4 ,dies ist bei einem ,schriftsteller natrlich1 der die ,zeiten der ,guelfen und ,ghibellinen im ,sinne hatte3 ,zeiten1 da ,stdte wie ,mailand vom ,kaiser ,friedrich dem ,ersten zur ,vernichtung verurtheilt wurden1 mit nicht mehr ,bedenklichkeit1 als womit heut zu ,tage ein ,edelmann etwa in ,lndern1 wo noch ,leibeigenschaft herrscht1 seine ,bauern verpflanzt1 um ihre ,hfe einzuziehen4 ,nimmt man hierzu die unvershnliche ,rachsucht1 die ewige ,mordlust1 die verblendete ,wuth des italienischen ,volkes1 so wird es begreiflich1 wie er ,grundstze aufstellen konnte1 die nachmals bis zum ,ende des achtzehnten ,jahrhunderts der allgemeinen ,denkungsart und den ,empfindungen der ,gewalthaber selbst widerstritten4 ,die neuere ,regierungsweisheit1 ihre ,finanz- und ,kriegskunst1 lehrt aus der ,unterjochung der ,vlker ,vortheile ziehen1 die mit so gewaltsamen ,maregeln unvereinbar sind4 ,damals erforderte die geringere ,macht der ,frsten und die ,unvollkommenheit ihrer ,veranstaltungen ein ganz anderes ,verfahren4 ,wenn man erwgt1 wie klein das ,heer war1 das ,karl der ,fnfte als ,herr von ,spanien und ,indien1 von ,belgien und einem ,theile von ,deutschland und ,italien mit aller ,anstrengung dieses unermelichen ,reiches auf ,einen ,punkt zusammenzubringen vermochte1 wie schwer es ihm ward1 das erforderliche ,geld anzuschaffen1 und wie unsicher dadurch alle ,eroberungen wurden3 so sieht man wohl1 da damals andere ,maregeln ergriffen werden muten1 als in den ,zeiten1 in denen die ,herrscher ber ,armeen von ,hunderttausenden und vermittelst eines grenzenlosen ,credits ber alles ,geld der ,vlker disponiren4 #f4 ,savonarola war ein halb religiser1 halb politischer ,schwrmer4 ,whrend des ,exils der ,medici in den ersten ,jahren des sechzehnten ,jahrhunderts machte ihn ein groer ,theil des florentinischen ,volkes zum ,abgotte4 ,der religise ,fanatismus war der ,grund1 auf dem sein politischer ,einflu beruhte1 und er htte die ,florentiner dadurch so unumschrnkt beherrschen und seine ,plne durchsetzen knnen1 etwa wie ,mahomed1 wenn er nicht in der ,quelle seiner ,gewalt selbst angegriffen wre4 ,die ,zwistigkeiten seines ,ordens mit andern ,mnchen erregten ihm ,neider und ,nebenbuhler1 die eben so ausschweifende ,wunderthaten des ,glaubens ankndigten1 als er selbst4 ,so ward das ,volk irre und sah ruhig zu1 wie ein ,mann verbrannt ward1 der wenige ,monate vorher dreist htte wagen drfen1 seine ,gegner zum ,feuertode zu verdammen4 - ,so unsicher ist ,alles1 was auf der ,combination heterogener ,dinge beruht6 ,wenn der ehrliche ,fanatiker zu ,grunde geht1 sobald er seine ,schwrmerei gebrauchen will1 sich politischen ,einflu zu verschaffen2 wie mu es dann erst dem ergehen1 der nur die ,maske davon annimmt1 und sich dessen1 was bei ,jenem in allem ,ernste ,beweggrund war1 nur als eines armseligen ,kunstgriffs bedient4 ,es bedarf brigens kaum einer ,erinnerung1 da ,alles1 was ,macchiavelli von der geringen ,kraft der ,neuerungen und von der ,unzuverlssigkeit ihrer ,anhnger sagt1 nur auf die ,unternehmungen bezogen werden darf1 die von einzelnen unruhigen ,kpfen herrhren4 ,wenn diese ,neuerer auch anfangs schwach und an ,zahl unbedeutend sind1 so knnen sie es durch ihren lebendigen ,feuereifer und ihre hartnckigen ,anstrengungen doch bald dahin bringen1 die ,majoritt1 die unter sich nicht einig ist und nur schlaffen ,widerstand leistet1 zu beherrschen und sie zu zwingen1 ihre ,ansichten anzunehmen und sich ihrer ,fhrung zu unterwerfen4 #g4 ,wahrscheinlich geht es dem ,leser bei der ersten ,lectre dieses ,kapitels wie den ,bewohnern von ,cesena1 als sie den ermordeten ,remiro d',orco ausgesetzt fanden3 staunend verstummten sie bei dem ,anblick4 ,man sollte fast glauben1 ,macchiavelli habe diese ,geschichte idealisirt1 um ,etwas aufzustellen1 das in seiner ,art nicht zu bertreffen war4 ,vielleicht war der ,richter nicht blos ein harter aber gerechter ,mann von etwas grausamer ,gemthsart1 sondern er befriedigte seine eigenen schlechten ,leidenschaften1 unter dem ,vorwande der ,gerechtigkeit1 die er handhaben sollte4 ,csar ,borgia hat ihm vielleicht eine ,zeit lang nachgesehen1 weil er ihn sonst brauchbar fand1 und am ,ende der ,gerechtigkeit selbst ein ,opfer gebracht1 indem er ihn hinrichten lie4 ,war er aber wirklich das1 wofr ,macchiavelli ihn ausgibt1 so war auch dieser einzige falsche ,streich des ,frsten hinreichend1 zu verhindern1 da sich nie wieder ein ,mann von ,ehre und zuverlssiger ,gesinnung zu seinem ,dienste hergab4 ,und eines ,mannes von ,ehre und zuverlssiger ,gesinnung bedurfte doch der ,herzog von ,valentinois zur ,ausfhrung seiner ,plne4 ,dieser ,held des ,macchiavelli1 dessen ,betragen er so oft allen denen zum ,muster aufstellt1 die nach der ,herrschaft streben1 war klger1 entschlossener1 und ging zusammenhngender zu ,werke1 als die groe ,zahl derer1 welche sich damals1 so wie ,er1 ,alles erlaubten1 um sich zu erheben4 ,die ,herren1 die er zu ,sinigaglia ermorden lie1 wie ,macchiavelli in einer besondern ,erzhlung ausfhrlich berichtet1 waren um nichts besser als er1 und in ,rcksicht auf ihre ,unterthanen viel schlechter4 ,insbesondere liest man von dem ,oliverotto1 ,herrn von ,fermo1 eine solche ,reihe von ,schandthaten1 da es eine ,art von ,beruhigung gewhrt1 zu erfahren1 da er am ,ende durch einen mchtigern bsen ,geist bestraft und von der ,erde hinweg geschafft worden4 ,wo der ganze ,haufe der ,mchtigen sich den wildesten ,leidenschaften ergibt und die ,menschheit auszieht1 da ist es ein groer ,gewinn1 wenn ,einer durch die ,ueberlegenheit seines ,verstandes die ,oberhand behlt4 ,dieser wird1 um seines eignen ,vortheils willen1 manches ,gute thun1 manches ,ueble hindern4 ,der ,csar ,borgia war unstreitig listiger und hatte dabei etwas ,greres in der ,gesinnung1 als seine ,mitwerber4 ,ob er aber wirklich ein solches ,ideal von ,verstand war1 wozu ihn ,macchiavelli machen will1 knnte noch bezweifelt werden4 ,das ,gesprch mit dem1 dessen ,macchiavelli gedenkt1 kann den ,verdacht erregen1 da es einigen ,einflu auf sein ,urtheil gehabt habe4 ,es war allzu schmeichelhaft1 von dem furchtbaren ,manne1 der ,geiel seiner ,zeit1 einer vertraulichen ,mittheilung gewrdigt zu sein1 als da derselbe nicht dadurch ein greres und bewunderungswrdiges ,ansehen erhalten haben sollte4 ,er mag inzwischen den ,ruhm1 den ,macchiavelli ihm beilegt1 verdient oder nur erschlichen haben3 von grerem ,interesse ist die ,frage1 ob es denn wirklich1 so wie ,macchiavelli behauptet1 fr eine ,vollkommenheit des ,regenten gelten kann1 wenn er die ,menschen insgesammt nur als ,werkzeuge seiner ,absichten ansieht1 und sich aller ,empfindungen fr sie entuert1 um groe ,zwecke zu erreichen4 ,da ,groe der ,erde so denken1 ist ja etwas sehr ,gewhnliches4 ,man braucht dazu auch nicht ,regent zu sein4 ,vielmehr ist es noch eine ,frage1 ob es nicht den ,geringern fter gelingt1 ,hhere und ,mchtige1 die sich das nicht trumen lassen1 so zu mibrauchen1 als den ,groen1 welche die ,geringern bei ,weitem nicht so gut kennen1 als sie von ihnen gekannt werden4 ,ist es aber die rechte ,denkungsart fr die ,ausfhrung groer ,entwrfe1 wenn man die ,menschen um sich her nur als eine eigne ,art von ,maschinen ansieht1 deren ,krfte und ,wirkungen der ,berechnung unterworfen werden knnen1 und das ganze verwickelte ,gewebe ihrer ,verhltnisse als ein ,spiel betrachtet1 in welchem man1 eben so wie in andern ,glcksspielen1 nur so lange glcklich sein kann1 als man sich der eignen ,empfindung entschlgt und alle ,handlungen von dem eiskalten ,verstande bestimmen lt8 ,die ,triebfedern der ,menschen liegen doch nicht so deutlich vor ,augen1 da ihre ,wirkungen nach klaren ,gesetzen mit ,sicherheit vorher bestimmt werden knnten4 ,der grte ,kenner wird unzhlige ,male durch unerwartete ,anomalien berrascht4 ,wie selten findet man einen nur mig consequenten ,menschen6 ,wer vermag die brigen mit einiger ,zuverlssigkeit zu errathen8 ,eben so wenig kann man sich selbst zu einem bloen ,werkzeuge seines eignen ,verstandes machen4 ,wenn der ,macchiavellische ,politiker auch von sich selbst ganz sicher sein knnte und sich nie verriethe1 so thut doch sein erknsteltes ,betragen nicht die rechte ,wirkung4 ,wer von lebhafter ,empfindung ergriffen ist1 reit ,andere mit sich fort4 ,diese ,kraft des wahren ,gefhls ist nicht durch eine1 wenngleich noch so gut ausgedachte und gespielte ,rolle zu ersetzen4 ,die ,menschen lassen sich auf die ,lnge nicht so anfhren4 ,gerade die ,einfltigsten sind darin oft zum ,bewundern scharfsichtig4 ,sie sind nicht im ,stande1 sich selbst klar zu machen1 warum ihnen so bel zu ,muthe ist3 aber ihre eigne ehrliche ,gesinnung verrth ihnen1 da sie nur zum ,spiele des berlegenen ,verstandes dienen sollen4 ,so glcklich auch einzelne schlau ausgesonnene ,streiche ausfallen1 so verfehlt das ganze ,gewebe der ,kunst doch seinen ,zweck4 ,endlich verzeiht das allgemeine ,urtheil dem1 der sich ,alles erlaubt1 die ,schlechtigkeit seiner ,mittel1 doch nur dann1 wenn er das ,ziel wirklich erreicht hat4 ,wer es wagen will1 sich ber die ,moralitt ganz hinwegzusetzen1 mu also wenigstens des ,ausganges gewi sein4 ,er mu zum ,voraus ,alles bersehen1 auf jeden ,fall gefat sein und nie einen falschen ,schritt thun4 ,csar ,borgia1 den ,macchiavelli als das vollkommenste ,muster eines politischen ,betragens aufstellt1 hat doch ,einen ,fehler gemacht4 ,und gerade durch diesen ,fehler ist er zu ,grunde gegangen4 ,denn eben die ,papstwahl1 wobei er den ,schritt verfehlte1 den er thun mute1 um sich sicher zu stellen1 strzte ihn in die ,gefangenschaft1 worin er sein ,leben beschlo4 ,wenn aber auch in einem ganzen langen ,leben1 unter den schwierigsten ,umstnden1 durchaus kein ,fehler gemacht wrde1 - eine ,sache1 die leichter zu denken1 als auszufhren ist - so bleiben noch immer die zuflligen ,begebenheiten brig1 die sich gar nicht voraussehen lassen4 ,wer nicht sich selbst aufs ,spiel setzen und seine ganze ,zufriedenheit daran wagen will1 wie die ,karte fllt1 wird bei jedem unerwarteten ,vorfalle darauf zurckgefhrt1 da die reine ,absicht mehr werth ist1 als alle ,kunst2 die chte ,gte des ,willens mehr1 als aller ,verstand1 der seiner ,natur nach dem guten ,willen dienen sollte1 statt da er verkehrter ,weise zum ,herrn eingesetzt wird4 ,bisher ist von der klugen ,benutzung gnstiger ,umstnde die ,rede gewesen4 ,wie aber1 wenn das ,glck1 dem so ,viele1 die gro geworden sind1 die ,gelegenheit dazu verdanken1 seinen ,beistand versagt8 ,alsdann mu derjenige1 der herrschen will1 auch diesen ,mangel ersetzen und sich selbst den ,weg erffnen4 ,in einem vollstndigen ,lehrbuche des ,ehrgeizes darf die ,anweisung hierzu nicht fehlen1 und davon handelt ,macchiavelli im achten ,kapitel4 #h4 ,die angefhrte ,ueberschrift schon gibt zu erkennen1 welche ,gesinnungen man zu erwarten hat4 ,es gibt mehrere ,wege zum ,throne4 ,groe ,verdienste3 dreiste ,verbrechen4 ,beide kommen in der ,geschichte vor4 ,von beiden mu hier erklrt werden1 wie man glcklich durchkommt oder untergeht4 ,so viel ist wahr3 allgemeine ,gesetzlosigkeit ist der schlimmste ,zustand1 in den ein ,volk gerathen kann4 ,das erste ,bedrfni jeder menschlichen ,gesellschaft ist brgerliche ,ordnung2 ,gesetze und ,gewalt sie einzuschrfen4 ,man mu aber erst ,herr sein1 ehe man regieren kann4 ,die ,zgel mssen also mit starker ,hand ergriffen werden1 und es mchte immerhin ,einer fr sich selbst ,ausnahme von allen moralischen ,gesetzen machen1 wenn er dadurch in den ,stand gesetzt wrde1 alle ,andern zu ihrer ,befolgung anzuhalten4 ,ein einziges ,verbrechen1 das dahin fhrt1 knnte als nothwendige ,abweichung von der ,regel entschuldigt werden1 wenn es das einzige bliebe4 ,das liee sich aber nur von dem erwarten1 bei dem es nicht aus dem ,herzen entsprungen1 sondern vernunftmig beschlossen wre1 weil es mit ruhiger ,ueberlegung als das einzige ,mittel zu groen und guten ,zwecken erkannt worden4 ,hat aber die ,geschichte wol ,mnner aufzuzeigen1 die ein groes ,verbrechen begangen htten1 blos um wohlwollenden ,neigungen einen freieren ,wirkungskreis zu erffnen8 ,so meint es auch ,macchiavelli selbst nicht4 ,er sieht die ,sache nur aus dem ,gesichtspunkte des ,ehrgeizes an4 ,fr diesen gibt er ,lehren3 die dadurch errungene ,herrschaft mag dann gebraucht werden1 wie es dem ,mchtigen gefllt4 ,besondere ,beachtung verdient noch die letzte ,bemerkung dieses ,kapitels1 da sie nicht nur fr den hier behandelten ,fall gilt1 sondern auf jeden ,regenten ,anwendung findet4 ,bei allen harten ,verfgungen1 zu denen man durch auerordentliche ,umstnde veranlat wird1 ist es immer sehr wohlgethan1 ,macchiavelli's ,rath befolgend1 mit einem einzigen ,schlage zu vollfhren1 was man vorhat4 ,vorzglich trifft diese ,erinnerung die ,behandlung groer ,staatsverbrecher4 ,schlage den ,hirten und die ,schafe werden sich zerstreuen48 ,so lange aber diese in ,ungewiheit bleiben und ,strafe fr das ,vergangene besorgen1 werden sie gereizt1 sich durch ,erneuerung der fehlgeschlagenen ,entwrfe zu retten4 ,haben sie nichts mehr zu frchten1 so verlieren sie allmhlich das ,interesse an der ,sache und an den ,fhrern1 die dafr gelitten haben1 und bemhen sich es ,andere vergessen zu machen1 da sie an der verunglckten ,unternehmung ,theil gehabt4 ,groe politische ,verbrecher nehmen ferner auer ihren entschiedenen ,anhngern leicht eine ,menge ihrer ,mitbrger durch blendende ,vorwnde ihrer verrterischen ,anschlge fr sich ein4 ,diese1 welche1 ohne selbst fr die ,sache thtig gewesen zu sein1 gnstig von ihr dachten und den ,unternehmern wohlwollten1 sind nicht leicht eines ,bessern zu belehren4 ,aber sobald sie die ,hoffnung aufgeben mssen1 da die ,sache gelingen knne1 so werden sie gern glauben1 sie sei vergessen4 ,darber vergessen sie sie wirklich am ,ende selbst4 ,dazu aber ist nothwendig1 da sie sobald als mglich fr beendigt erklrt werde4 ,alsdann wird die ,aufmerksamkeit des groen ,haufens bald durch die neuen ,angelegenheiten des ,tages abgelenkt4 #aj4 ,ueber dies treffliche ,kapitel ist nichts weiter zu sagen1 als da es einen ,zustand der ,welt voraussetzt1 der nicht mehr existirt4 ,sobald ,heere von ,hunderttausenden auf dem ,kriegstheater erscheinen und die ,uebermacht entscheidet1 kann nicht mehr von der ,vertheidigung kleiner ,herrschaften die ,rede sein4 ,damals bedeutete jeder einzelne ,frst1 der eine ,stadt besa1 und jede kleine ,republik etwas1 sobald ,verstand da war1 die geringen ,krfte zu gebrauchen und unter der groen ,menge der ,nachbarn durch geschickte ,unterhandlungen ,hilfe zu suchen4 ,in solchen ,zeiten haben alle ,krfte des ,verstandes und des ,gemthes ,gelegenheit zu freier ,entwicklung4 ,in ,perioden aber1 wo eine bermchtige ,gewalt ,alles besiegt und unterjocht1 kommt nichts auf1 was ,interesse zu erregen verdiente4 ,die ,nachwelt aber bt ,gerechtigkeit aus3 sie mag nichts von den ,thaten dessen hren1 der doch whnte1 sie werde sich ganz allein mit ihm beschftigen6 #aa4 ,dieses ,kapitel ist das drftigste oder vielmehr das einzige schwache im ganzen ,werke4 ,macchiavelli hat im ,eingange versprochen1 von den verschiedenen ,arten der ,herrschaft zu reden4 ,man erwartet hier also ,bemerkungen ber die eigenthmlichen ,verhltnisse1 in denen sich die geistlichen ,frsten befinden1 ber die starken und die schwachen ,seiten ihres weltlichen ,ansehns und ber die in der ,that hchst merkwrdige ,rolle1 die sie in der ,geschichte spielen4 ,wenngleich ,macchiavelli berhaupt die ,unternehmungen1 die ,grundstze1 das ,betragen der ,frsten1 in ,beziehung nicht auf die regierten ,vlker1 sondern nur auf die ,befestigung der ,herrschaft selbst betrachten wollte1 so war noch immer genug ber die geistlichen ,frstenthmer zu sagen4 ,diese1 sagt er1 bestehen unter dem ,schutze des religisen ,vorurtheils1 und wenn einer nur durch glckliche ,intrigue oder ,zufall auf den heiligen ,stuhl erhoben worden1 so wird von ihm nichts weiter gefordert1 um sich zu behaupten4 ,hat er ,geist genug1 sein ,glck zu benutzen1 und ,sinn fr den einzigen ,genu1 der eines ,frsten wrdig ist1 fr die ,befriedigung der ,herrschsucht1 so wird er es machen1 wie ,sixtus der ,vierte1 ,alexander der ,sechste1 ,julius der ,zweite1 ,leo der ,zehnte4 ,hat er das nicht1 so mag er sein ,leben mit ,beten zubringen1 oder mit ,schlemmen1 wie es ihm gefllt4 ,abgesetzt wird er dafr nicht werden4 ,mit diesem bsen ,spotte fertigt ,macchiavelli den heiligen ,stuhl ab4 ,jene ,ppste1 von denen er hin und wieder redet1 waren ,mnner von heftigen ,leidenschaften und ,meister in der ,politik1 die in ,italien zu ihrer ,zeit die hchste ,ausbildung erhalten hatte und deren ,geheimnisse ,macchiavelli aufdeckt4 ,sie waren insgesammt seine ,zeitgenossen1 und er hatte keinen ,andern auf dem ppstlichen ,stuhle gesehen4 ,aber es hat auch ,perioden in der ,geschichte gegeben1 in welcher die ,hupter der ,kirche in ganz anderm ,geiste auf die ,angelegenheiten der ,vlker einwirkten2 wo sie ,schiedsrichter der ,knige waren und durch ihr friedliches ,ansehn grere ,kriege beilegten1 als der feurige ,ehrgeiz ,julius des ,zweiten erregt hat4 ,auch dies hing von dem persnlichen ,charakter und den ,talenten einzelner ,ppste ab4 ,aber die ,mittel1 wodurch sie so groe ,dinge ausgefhrt haben1 lagen in der ,natur ihrer ,wrde4 ,die vernderte ,denkart verschiedener ,zeiten erforderte jedesmal besondere ,modificationen4 ,im sechzehnten ,jahrhunderte konnte die ,sache nicht durch einen hingeschleuderten ,bannstrahl ausgemacht werden1 wie zu der ,zeit ,gregor des ,siebenten2 aber das ,verhltni des heiligen ,stuhls zu den weltlichen ,monarchen war doch im ,grunde immer dasselbe1 wenn es gleich nicht mit so hoher ,hand geltend gemacht werden durfte4 ,die ,ppste genossen als ,oberhupter der christlichen ,kirche ein ,ansehn1 das allemal um so viel grer und unverletzlicher war1 jemehr sie sich bemhten1 im ,geiste ihrer ,wrde zu handeln und das ,interesse ihrer weltlichen ,besitzungen und ihrer ,familien so weit zu verlugnen1 da es wenigstens nicht als nchste und vorzglichste ,triebfeder hervorleuchtete4 ,alle ,verhandlungen1 die mit dem ppstlichen ,hofe gefhrt sind1 oder in welche dieser auch nur verwickelt gewesen ist1 haben einen eignen ,charakter4 ,der berlegnen ,macht darf der ,schwchere nicht wagen entgegen zu setzen3 ,ich will nicht8 7non volumus74 ,aber wenn sein demthiges3 ,ich kann nicht8 7non possumus7 durch den ,zusatz wegen meines ,gewissens8 geschtzt wird1 so erhlt er vielleicht ,gerechtigkeit fr ,andre1 wenigstens ,schonung fr sich selbst4 ,die ,verhandlungen unter den erbittertsten ,gegnern nehmen einen ganz andern und sanftern ,charakter an1 wenn eine ,person dazwischen tritt1 die sich gegen ,beleidigungen nicht wehren kann1 die man aber nicht beleidigt1 ohne sich selbst mehr zu beschimpfen1 als seinen ,gegner4 ,wie oft hat die ,dazwischenkunft eines als ,frsten ohnmchtigen1 aber wegen der allgemeinen ,verehrung der ,vlker gegen seine geheiligte ,person gefrchteten ,papstes die entschlossensten1 ehrgeizigsten1 ungestmsten ,kriegshelden aufgehalten1 und ganzen ,lndern einige ,jahre ,ruhe verschafft6 ,wenige ,frsten haben es gewagt1 gegen sie die ,hrte1 den ,ungestm1 den ,eigensinn zu uern1 wodurch ihre ,uneinigkeiten unter sich so frchterlich werden4 ,die ,politik des rmischen ,hofes besteht in geschicktem ,zaudern4 ,durch unendlichen ,aufschub1 ,wiederholung derselben ,aeuerungen in andrer ,gestalt und mit vernderten ,wendungen ist dort unzhlige ,male einbrechendes ,ungewitter abgeleitet4 ,von wem anders htte man sich das gefallen lassen1 als von dem1 der in seinen ,verhandlungen mit weltlichen ,mchten die ,sprache des alten ,mannes zu der feurigen ,jugend redete1 und den diese ,sprache wohl kleidete4 ,wenn man in der ,geschichte findet1 wie die ,gesandten der grten ,mchte ihrer ,zeiten1 franzsische und spanische ,abgeordnete1 unter dem ,vorsitze eines ppstlichen ,legaten1 der nur ermahnen soll und gar nicht drohen kann1 wenigstens den ,anschein friedlicher ,gesinnungen annehmen und durch den ,anstand gegen den gemeinsamen ,vater der christlichen ,vlker zu einem nachgibigen ,betragen verleitet werden1 so kann man sich nicht enthalten zu wnschen1 da noch jetzt eine ,autoritt vorhanden sein mchte1 der diese ,mittel zu ,gebote stnden4 ,die ,religion bezieht sich auf die ,bedrfnisse1 die ,rechte und ,wrde der menschlichen ,natur1 auf welche der ,geringste wie der ,hchste und ,mchtigste ,anspruch machen darf4 ,wie die brgerlichen ,verhltnisse auch beschaffen sein mgen1 in der ,kirche sind die ,menschen an sich selbst etwas3 da drfen sie nicht als bloe ,werkzeuge und ,untergebene ihrer ,herren betrachtet werden4 ,dem ,oberhaupte einer solchen geistlichen ,gemeinheit steht es daher sehr wohl an1 ,bewegungsgrnde vorzubringen und an ,grundstze zu erinnern1 die in dem ,munde des weltlichen ,staatsmannes vielleicht verlacht wrden4 ,der ,einflu der geistlichen ,gewalt auf die ,angelegenheiten der ,welt ist zwar eben sowol dem ,mibrauche unterworfen1 als die ,herrschaft des ,schwertes2 und es ist doppelt emprend1 wenn das angebliche ,seelenheil der ,menschen nur zum ,vorwande der nmlichen ,leidenschaften dient1 die der ,kriegsheld auf andern ,wegen zu befriedigen sucht4 ,ein ,lehrbuch der geistlichen ,regierungsknste1 von einer ,feder wie ,macchiavelli's1 mte noch unangenehmere ,empfindungen erregen1 als die ,stellen im ,buche vom ,frsten1 die das ,gefhl am meisten beleidigen4 ,dieser ,mibrauch der geistlichen ,herrschaft hat den ,bemhungen der weltlichen ,regenten1 ihr ,ansehn zu vernichten1 allgemeinen ,beifall verschafft4 ,die ,philosophie des achtzehnten ,jahrhunderts hat entschieden fr diese ,partei genommen1 und nach den ,grundstzen eines spekulativen ,naturrechts die geistliche ,autoritt aus der brgerlichen ,verfassung verwiesen4 ,aber die ,staaten der wirklichen ,welt sind nicht nach reinen ,abstractionen angeordnet1 und ihre ,verhltnisse knnen nicht nach einfachen ,principien beurtheilt werden4 ,der ursprngliche ,beruf des christlichen ,priesterthums1 der die ,gelehrsamkeit als seine vorzglichste ,beschftigung voraussetzt1 hat auf die ganze innere ,verwaltung und auf die uern ,verhandlungen der geistlichen ,frstenthmer einen groen ,einflu4 ,selbst die ,hofhaltung des ,oberhauptes der katholischen ,kirche ist danach eingerichtet1 und die ganze ,politik desselben sucht die weltlichen ,angelegenheiten einem hhern1 zwar nicht immer wohl verstandenen1 aber an sich selbst ehrwrdigen ,interesse unterzuordnen4 ,zu den ,zeiten ,macchiavelli's war die ,hierarchie von demselben verderblichen ,geiste ergriffen1 der ganz ,italien verwirrte4 ,aber der ,sinn fr literarische ,cultur und ,liebe zu den ,wissenschaften1 die sich mit der grten ,schnellkraft entwickelten1 erzeugte einen neuen ,charakter1 den auch die hohe ,kirche annahm4 ,bald nach dem ,zeitalter ,macchiavelli's bestieg ein ,mann den heiligen ,stuhl1 der die ,satyre1 die wir gelesen haben1 mit der ,that widerlegte1 und bewies1 was ,regententugenden auf jener ,stelle vermgen4 ,in einer kaum fnfjhrigen ,regierung hat ,sixtus der ,fnfte nicht allein sein ,ansehn bei fremden ,mchten eben so gut und noch weit mehr behauptet1 als ,alexander1 ,julius und ,leo4 ,er vollbrachte daneben in dieser kurzen ,zeit ,alles1 ,alles1 was die thtigste frstlichste ,verwaltung zu leisten vermag4 ,ruhe und ,ordnung wurden hergestellt1 ffentliche ,sicherheit geschafft1 die vorher im ,kirchenstaate ,niemand kannte2 ,gerechtigkeit gehandhabt1 der ,wohlstand befrdert1 und dabei eine unglaubliche ,menge der glnzendsten ,unternehmungen vollendet1 die der ,stadt ,rom die ,bewunderung der hinstrmenden ,welt verschafften4 ,dieser ,sixtus gehrte zu den seltenen ,mnnern1 denen ,alles zu gering ist1 was allein persnlichen ,ehrgeiz oder ,familieninteresse befriedigt1 die nichts ihrer ,aufmerksamkeit und ihrer ,bemhungen werth achten1 als ffentliche ,ordnung und ,wohlfahrt2 fr die nichts so groen ,reiz hat1 als was das ,interesse des menschlichen ,geistes angeht4 ,solche ,menschen knnen auch auf ,thronen geboren werden4 ,aber in der ,beurtheilung der ,bedrfnisse des ,privatlebens wird ihnen der immer berlegen sein1 der durch diese selbst hindurchgegangen ist4 ,hierin knnte ein ,vorzug der ,verfassung liegen1 worin die ,regenten nicht durch das ,recht der ,geburt bestimmt werden4 ,aber in welchem ,wahlreiche wird man durch jene ,eigenschaften auf den ,thron erhoben1 auer im geistlichen8 ,wenn in einem andern der ,privatmann hoffen darf1 die ,intriguen der ,familien und ,parteien durch persnliches ,verdienst zu berwinden1 so ist es nur der ,kriegsheld4 ,die ,geschichte des ,dejoces1 den die ,meder wegen seiner ,gerechtigkeitsliebe zum ,knige gewhlt haben1 gehrt in die alten ,zeiten1 von denen man gar viel erzhlen kann4 ,auf den ppstlichen ,stuhl aber sind in allen ,perioden von ,zeit zu ,zeit ,mnner erhoben1 von deren ,herkunft ,niemand etwas wute1 und die sich blos durch persnliche ,vorzge den ,weg gebahnt haben4 ,familienintrigue hat zwar oft auf die ,wahl von ,ppsten und auf die ,politik derselben einen entscheidenden ,einflu gehabt1 und die ,nepoten haben nicht blos in der innern ,staatsverwaltung1 in welcher ihnen keine stndischen ,rechte ,widerstand leisteten1 groen ,schaden gethan2 sie haben auch oft die ,staatshndel aller ,mchte von ,europa verwirrt1 die das ,ansehn des heiligen ,stuhls vielmehr htte besnftigen sollen4 ,die ,farnese1 die ,caraffa1 die ,barberini spielen keine schne ,rolle in der ,geschichte4 ,aber das ganze ,gebude der hohen ,kirche beruht so wesentlich auf der ,bildung des ,geistes1 ihre weltliche ,macht1 ,reichthum und ,einflu ist so sehr mit den ,anstalten fr wissenschaftliche ,cultur verwebt1 da ,verdienste um diese letztere immer in guten ,zeiten einen berwiegenden ,einflu haben1 und selbst in den schlechtesten nicht ganz zurckgesetzt werden knnen4 ,wenn man zum ,beispiel die ,schilderung liest1 die der ,cardinal ,bentivoglio1 selbst ein ausgezeichneter ,staatsmann und ,schriftsteller1 von dem ,cardinals-,collegium und dem ppstlichen ,hofe macht1 so wie er es unter ,clemens dem ,achten bei seinem ersten ,eintritte in die ,welt fand1 so erstaunt man ber die ,menge von ,cardinlen und andern hohen ,dignitaren1 die sich durch ,gelehrsamkeit oder durch groe ,geschicklichkeit in ,staatshandlungen zu ihrer ,wrde emporgeschwungen hatten1 ohne durch irgend etwas ,anderes empfohlen zu sein4 ,rom hat nicht zu allen ,zeiten eine so ehrwrdige ,prlatur besessen2 aber ,talenten1 ,einsichten und ,kenntnissen ist der ,weg zu hohen ,wrden niemals ganz verschlossen gewesen1 selbst nicht unter den ,ppsten1 die ihre ,erhebung keinen persnlichen ,vorzgen verdankten4 ,die deutsche hohe ,geistlichkeit1 welcher man das in mancher ,rcksicht verdiente ,lob durch einseitige ,schilderung aller ,nachtheile der ehemaligen deutschen ,reichsverfassung mit ,unrecht zu entziehen sucht1 ist jedoch hinsichtlich des persnlichen hervorstechenden ,glanzes einzelner ,prlaten weit hinter der italienischen zurckgeblieben4 ,man hat es schon in sehr frhen ,zeiten darauf angelegt1 den ,weg zu hohen ,stellen allen denen zu verschlieen1 die sich nur auf ,verdienste berufen konnten2 und diese ,bemhungen des deutschen ,adels1 alle ,stellen in hohen ,stiftern in dem ,kreise gewisser ,geschlechter festzuhalten1 in welchem sie nach einer gewissen ,billigkeitsrolle vertheilt werden mten1 ist nicht ohne ,wirkung geblieben4 ,in ,rom hat man nie lernen knnen1 so zu denken4 ,der ,besitzstand1 bei dem die deutschen ,prlaten sich so wohl befanden1 war gar nicht hinreichend1 die ,absichten und ,bedrfnisse der ganzen ,hierarchie zu befriedigen4 ,der ,einflu1 den sie immer zu erweitern strebte und nur mit ausnehmender und ununterbrochener ,aufmerksamkeit aufrecht erhalten konnte1 erforderte vielmehr eine groe ,thtigkeit und ,bekanntschaft mit der ganzen ,welt1 mit der vergangenen und mit der lebenden4 ,es ist daher ganz falsch1 was ,macchiavelli von der ,geistlichkeit sagt3 da ihre ,hupter auf ihren hohen ,stellen durch die ,kraft der ,trgheit1 die in alten ,einrichtungen liegt1 erhalten werden1 sie mgen sich auffhren wie sie wollen4 ,vielmehr hat sich in der ,geschichte keines einzigen ,staates deutlicher gezeigt1 wie viel wahrer ,verstand und gute ,gesinnung in der ,welt vermgen1 als gerade in der ,geschichte der ,ppste4 ,die ,philosophen und ,geschichtschreiber der neuern ,zeiten haben sich mit groem ,erfolge bemht1 die geistliche ,gewalt verhat zu machen1 indem sie ihr ,alles zur ,last legen1 was ,geistliche gethan haben1 ohne zu beachten1 ob sie die ,kraft dazu durch ihren geistlichen ,stand erhielten1 und ob man der ,herrschsucht ihr ,gift genommen htte1 wenn ihr das geistliche ,kleid ausgezogen wre4 ,die franzsischen ,schriftsteller insbesondere machen sehr bittere ,bemerkungen darber1 wie viel ,unheil die ,cardinle in der ,staatsverwaltung gestiftet4 ,richelieu und ,mazarin fanden es zwar sehr vortheilhaft1 ihrer ,person durch den rmischen ,purpur ,schutz zu verschaffen4 ,wrden sie aber anders regiert haben1 wenn sie als weltliche ,minister die ,macht besessen htten1 die sie nicht ihrer geistlichen ,wrde1 sondern persnlichem ,einflusse auf die ,gemther ihrer ,regenten verdankten8 ,der geistliche ,beruf hat freilich einem ,alberoni ,gelegenheit gegeben1 sich dem ,regenten von ,spanien zu nhern und das ,schicksal mehr als ,einer ,monarchie zum ,spiele seines ,ehrgeizes zu machen2 aber auch dem ,ximenes1 d',ossat und andern groen ,mnnern den ,weg zu ,stellen erffnet1 die den vorzglichsten ,menschen so schwer zu ,theil werden1 wenn sie nicht durch die ,geburt begnstigt sind4 ,die ,philosophie htte sich also begngen sollen1 die ,anmaungen der ,kirche in billige ,schranken zurckzuweisen1 ohne sie zu vernichten1 um dagegen ein fr die ,wrde der menschlichen ,natur eben so gefhrliches ,system der brgerlichen ,ordnung nach den ,gesetzen des uern ,rechts zu erheben4 ,das leichtsinnige und fehlerhafte ,urtheil des ,macchiavelli ber die geistlichen ,frsten erforderte diese ,betrachtungen ber die ,vortheile1 welche das ,system der katholischen ,hierarchie gewhrt4 ,es ist hier nicht der ,ort1 von den wesentlichen ,fehlern derselben zu reden1 welche die ,veranlassung zu der ,trennung der ,protestanten von ihr gegeben1 und die ,wiedervereinigung kaum mglich machen4 ,diese ,fehler werden nicht durch die ,vernderungen gehoben1 welche vermge der neuern ,denkart in der katholischen ,kirche entstanden sind1 und die ihr zugethanen ,vlker laufen daher ,gefahr1 die ,vortheile zu verlieren1 welche sie besaen1 ohne durch diejenigen entschdigt zu werden1 die die protestantischen errungen haben4 ,in dem kirchlichen ,systeme dieser ,letztern findet die ,einwirkung einer geistlichen ,gewalt auf ,staatsverhandlungen mit andern ,mchten gar nicht statt4 ,was aber ihren ,einflu auf innere ,landesangelegenheiten betrifft1 so kann hier nur der ,gesichtspunkt im ,allgemeinen angegeben werden1 von dem die ,untersuchung darber ausgehen mu4 ,es ist berhaupt das grte ,problem des natrlichen ,staatsrechts und der ,politik1 wem man in der brgerlichen ,gesellschaft die ,befugni ertheilen solle1 sich der willkrlichen ,gewaltthtigkeit zu widersetzen4 ,das ,gesetz ,gottes geht ber das ,gesetz der ,menschen4 ,seit den rasenden ,tyrannen ,roms1 die sich zu lebenden ,gttern erklrten1 hat selten ein ,regent gewagt1 seinen ,vlkern ins ,gesicht zu sagen1 er wolle1 da ihm mehr gehorcht werde1 als ,gott4 ,aber wie soll die ,stimme des unsichtbaren ,gottes durchdringen8 ,wer soll sie erklren8 ,soll derjenige1 den das ,volk fr ihren ,ausleger hlt1 gar keine weltliche ,macht in ,bewegung setzen knnen1 so wird er zu einer leeren ,stimme in der ,wste1 sobald es dem ,regenten gefllt4 ,soll er ,mittel besitzen1 sich ,gehorsam zu verschaffen1 so entsteht ein innerer ,krieg1 sobald seine ,vorschriften mit dem ,willen des weltlichen ,regenten disharmoniren4 ,diese letzten schrecklichen ,folgen hat die katholische ,kirche oft erfahren4 ,jenem ,nachtheile ist die protestantische ausgesetzt1 sobald die ,geistlichkeit1 wie es nach den eingeschrnkten ,ideen derer sein sollte1 die einem drren ,systeme zu ,gefallen alle ,verhltnisse mglichst vereinfachen1 als besoldete ,diener des ,regenten betrachtet werden1 welche bestellt sind1 ,moral zu predigen und die brgerlichen ,gesetze einzuschrfen4 ,wo sollte wol ein solcher bestellter ,officialis der ,sittlichkeit den ,muth hernehmen1 seinem ,herrn1 den alle ,welt frchtet1 ins ,gewissen zu reden8 ,friedrich ,wilhelm dem ,ersten von ,preuen hat doch ein ,landprediger den ,vers aus der ,bibel vorgehalten3 ,wer einen ,menschen stiehlt81 um damit seine gottlose ,menschenruberei fr die ,potsdamer ,garde zu strafen4 ,wer wird dergleichen unternehmen drfen1 wenn es weder ,vorsteher der ,nation gibt1 die von ihr1 und nicht vom ,regenten abhngen2 noch auch ,lehrer gttlicher ,weisheit1 die einen hhern ,beruf anerkennen1 als ein ,bestallungspatent6 ,die ,reformatoren der ,kirche haben dies ,alles wohl gefhlt4 ,sie verkannten ihren ,beruf nicht4 ,sie haben den geistlichen ,stand1 dem die ,sorge anvertraut ist1 eine hhere ,bildung des ,menschengeschlechts zu erhalten1 nicht zu ,dienern des irdischen ,gemeinwesens1 zu ,staatsdienern herabgewrdigt4 ,die ,frsten der ,zeit haben sich nicht vermge ihrer frstlichen ,wrde zu ,huptern der ,hierarchie erklrt4 ,das htte das damalige ,volk nicht gelitten4 ,die deutschen ,frsten haben als natrliche ,beschtzer der ,kirche1 deren mchtigste ,glieder sie waren1 die bischflichen ,rechte und ,pflichten auf sich genommen1 nachdem die ,gemeinden sich von der katholischen ,hierarchie losgemacht hatten4 ,dieser wesentliche ,unterschied wird kaum mehr beachtet1 seitdem die ,speculationen ber das ,staatsrecht und ber die ,staatsklugheit eine angeblich metaphysische ,wendung genommen haben1 vermge deren ein strenges ueres ,recht das ,wesentliche aller sittlichen ,verhltnisse der brgerlichen ,gesellschaft ausmachen soll3 da doch die ,menschen1 aus denen der ,staat besteht1 die ,gesetze ber ueres ,recht nicht eher begreifen1 und die ,verpflichtung sie zu besolden nicht anerkennen1 bis sie durch viele religise ,bemhungen und moralischen ,unterricht dazu fhig gemacht sind4 #ab4 ,der ,hauptgedanke1 auf welchen diese lehrreiche ,darstellung der vergangenen italienischen ,zeiten fhrt1 ist ganz allgemein wahr und zu allen ,zeiten ntzlich4 ,selbst ist der ,mann4 ,jeder mu sich selbst zu schtzen suchen1 so viel er kann4 ,man darf nie ,andere fr sich tapfer1 vorsichtig1 klug sein lassen und sie dafr bezahlen2 denn wer ,schtze hat1 fremden ,schutz zu erkaufen1 dem werden sie gerade von demjenigen genommen1 den er zum ,wchter zu bestellen dachte4 ,der ,genu des ,reichthums erschlafft und nimmt selbst dem1 welchem es nicht an ,einsicht fehlt1 die ,kraft zu handeln4 ,daher hat groer ,reichthum der ,vlker von jeher schlimme ,perioden herbeigefhrt3 entweder ,unterjochung von ,auen oder ,revolutionen im ,innern1 wodurch die ,leitung der ffentlichen ,angelegenheiten und das ,eigenthum der ,nation in die ,hnde derjenigen ,classen gerieth1 die bis dahin noch keinen ,antheil am ,ueberflusse gehabt hatten4 ,hieraus ergibt sich auch die ,ursache1 warum ,seemchte1 trotz des grten ,reichthums und selbst des bertriebensten ,luxus1 den er veranlat1 gro und mchtig bleiben knnen4 ,die ,quelle ihrer ,schtze fhrt das ,heilmittel selbst bei sich4 ,die ,schifffahrt gelingt nur durch die uerste ,anstrengung aller ,krfte des ,geistes und des ,krpers4 ,daher nthigt der ,seehandel1 der den grten ,gewinn bringt1 zugleich zu dem emsigsten ,bestreben nach einer ,ausbildung1 die auch im ,kriege ,ueberlegenheit gibt4 ,wenn eine ,seemacht jemals andere ,nationen in ,sold nhme1 um fr sich die ,gefahren und ,mhseligkeiten der ,schifffahrt zu bernehmen1 so wre sie verloren4 ,aber auch nur dann4 ,die groe ,seefahrt und die ,gesetze1 die sie veranlat1 werden gewhnlich nur aus dem eingeschrnkten ,gesichtspunkte des ,handelsgewinns angesehen4 ,die ,veranstaltungen1 die sich darauf beziehen1 sind aber noch weit wichtiger in moralischer ,rcksicht4 ,sie befrdern die ernsthafte ,beschftigung und ,abhrtung1 sie erhalten einen mnnlichen ,charakter in der ,nation4 ,und da das ,seewesen einer groen ,menge von wissenschaftlichen ,kenntnissen bedarf1 so entsteht daraus das ,phnomen einer kriegerischen ,macht1 die zugleich alle ,knste des ,friedens zu vervollkommnen sucht2 wohingegen eine sehr kriegerische ,nation auf dem festen ,lande immer ,gefahr luft1 in ,rohheit der ,sitten zurckzusinken4 #ae4 ,macchiavelli kannte die ,begriffe von ,recht und ,sittlichkeit und ihren ,einflu auf die ,menschen sehr wohl4 ,aber sie galten ihm nur als ,erscheinungen im menschlichen ,gemthe1 die gleich andern ,neigungen und ,vorteilen in die ,berechnungen ber die ,triebfedern der menschlichen ,handlungen mit aufgenommen werden muten1 ohne ihnen einen ,werth an sich selbst zuzugestehen4 ,eben so kannte einer von seinen ,schlern1 die ihn am besten begriffen hatten1 die sittlichen ,triebfedern der ,menschen gut genug1 um sie fr seine ,zwecke und zu dem ,verderben derer zu mibrauchen1 die er dadurch zu seinen ,werkzeugen machte4 ,aber dieser ,mann1 ,napoleon der ,erste1 verkannte die ,natur der ,dinge1 wenn er die ganze lebende ,welt um ihn her nur im ,verhltnisse zu seiner ,person beurteilte1 und in ,beziehung auf sich ordnen wollte4 ,er whnte1 sich fr ein personificirtes ,schicksal erklren zu drfen4 ,der mchtigste ,mensch bleibt doch immer nur ein ,triebrad des ,schicksals unter vielen4 ,er ist und bleibt abhngig1 so wie ,andre1 nur auf andre ,art4 ,es ist daher etwas ,verkehrtes in der ,sinnesart1 die alles ,allgemeine1 ,hhere1 ,edlere der ,persnlichkeit unterordnet1 und deshalb kann sie schon vor dem ,richterstuhle des bloen ,verstandes nicht bestehen2 wohingegen derjenige1 der sein persnliches ,interesse hheren ,zwecken unterordnet1 auch alsdann mit sich einig bleibt1 wenn er diese verfehlt1 und sogar1 wenn er selbst darber untergeht4 #af4 ,diese ,bemerkungen sind von der grten ,wichtigkeit fr jeden ,regenten4 ,die ,freigebigkeit ist eine natrliche ,eigenschaft des hohen ,sinnes4 ,man fhlt sich ber andre ,menschen erhaben1 indem man ihnen wohl thut4 ,sie ist also ganz eigentlich eine frstliche ,tugend4 ,der ,geiz hat etwas ,kleinliches und ist daher in einer hohen ,stelle unanstndig4 ,bei dem1 der nach der ,herrschaft strebt1 kommt noch hinzu1 da er des ,beistandes so ,mancher bedarf1 und denselben durch alle ,mittel suchen1 ihn also auch oft erkaufen mu4 ,betrachtet man aber die ,folgen1 so sieht man auf der ,seite der ,freigebigkeit undankbare ,gnstlinge1 die immer mehr fordern1 je mehr sie erhalten haben2 ganze ,classen1 die als ein ,recht ansehen1 was ,einem unter ihnen zugestanden worden2 die1 wenn sie das gesammte frstliche ,gut unter sich getheilt haben1 denjenigen gering schtzen1 der nichts mehr zu geben hat und sich gegen ihn auflehnen2 milungene ,unternehmungen1 weil es an ,mitteln fehlt2 unbelohntes ,verdienst1 ungerechte ,vorenthaltung rechtmiger ,forderungen1 allgemeine ,unzufriedenheit1 zuletzt ,verachtung4 ,der ,geiz hingegen1 nicht aber die ,habsucht1 die vielmehr mit leichtsinniger ,verschwendung nahe verwandt ist1 kann wol mit ,gerechtigkeitsliebe bestehen4 ,strenge ,wirthschaftlichkeit macht den ,grund aller guten ,regierung aus4 ,ist aber der ,geiz nicht die ,folge ernstester ,ueberlegung und ,vorsicht1 entspringt er vielmehr aus ,neigung1 so fllt er auf die ,gegenstnde1 welche nicht die wichtigsten sind1 sondern nur die nchsten2 er lt groe ,dinge fahren1 um ,kleinigkeiten zu ergreifen1 freut sich nicht ber den ,zweck der guten ,haushaltung1 sondern nur ber das ,ersparen selbst1 mignnt daher ,jedem die wohlverdiente ,belohnung geleisteter ,dienste und erzeugt allmhlich die tiefe ,abneigung1 welche derjenige stets einflt1 dessen ,macht man frchtet1 ohne seinen ,charakter zu achten4 #ag4 ,die ,lehren dieses ,kapitels sind einleuchtend4 ,dennoch wird es ,mnnern von menschenfreundlicher ,gemthsart sehr schwer1 sie anzunehmen4 ,sie hoffen immer1 die ,menschen werden zu ihren ,gunsten eine ,ausnahme machen4 ,ihre eignen ,gesinnungen verleiten sie auch in ,andern entsprechende zu wnschen - vergeblich zu erwarten4 ,aber es wird im ,gegentheil demjenigen1 der einmal im ,rufe der ,menschenliebe steht1 von allen ,seiten angesonnen1 sich gefallen zu lassen1 was keinem ,andern widerfhrt1 und das ist der wahre ,grund1 warum die angebliche ,tugend der ,gutmtigkeit - sehr verschieden von der ,liebe zum ,guten - so allgemein erhoben wird4 ,sie ist in ,wahrheit nur ,schwche eines harmlosen ,gemths und schon im ,privatleben verchtlich4 ,wer den ,menschen im ,ernste wohl will und fr sie thtig sein mchte1 mu kmpfen und berwinden1 den widerstrebenden ,eigennutz der ,schlechtgesinnten in ,furcht setzen1 die ,schwachen zwingen mitzuwirken und oft diejenigen selbst1 denen er wohlthun will1 nthigen1 ihr eigenes ,bestes zu besorgen4 ,im ffentlichen ,leben gibt es gar keinen greren ,fehler1 als jene ,gutmthigkeit1 die immer nachgibt3 ,schlechte schont und ,gute preisgibt2 bescheidene ,selbstverleugnung vorschtzt1 um zurckzubleiben1 wo es die ,pflicht erfordert1 hervorzutreten1 und die verchtlichste ,feigheit mit dem nichtswrdigen ,ruhme der ,sndhaftigkeit im ,leiden1 da wo man sich wehren sollte1 beschnigt4 ,vorzglich ist ,nachgibigkeit und unzeitige ,schonung im ,verhltnisse zu ,untergebenen verderblich4 ,die ,liebe zu ,vorgesetzten erfordert einen berwiegenden ,zusatz von ,achtung4 ,diese ist mit der ,furcht nher verwandt1 als mit der ,zuneigung4 ,ein anderer ,bestandtheil der ,liebe zu ,vorgesetzten ist ,vertrauen auf ihren ,schutz4 ,dazu gehrt wieder die ,ueberzeugung1 da ,andre sich vor ihnen frchten4 ,in einem andern ,sinne als ,macchiavelli es behauptet1 ist es in der ,that wahr3 die ,furcht ist das ,band der brgerlichen ,gesellschaft4 #ah4 ,unter allen ,lehren1 die ,macchiavelli den ,groen gibt1 haben diese den allgemeinsten ,beifall gefunden4 ,auf ihn berufen sich alle ,staatsmnner1 die ,vertrge und ,zusagen brechen und den ,betrug mit dem ,namen der ,politik rechtfertigen mchten4 ,doch hat ein so erfahrener ,mann unmglich sagen wollen1 da ohne ,gefahr immer und immer nur betrogen werden knne4 ,das hat er auch nicht gesagt1 denn er verlangt ja von seinem ,frsten1 da er gegen ,tugend und ,laster nur gleichgiltig sein1 ,eines wie das ,andere ben und beides nur als ,mittel gebrauchen solle1 ,absichten zu erreichen4 ,die ,groen und ,mchtigen begehren gewhnlich von den ,fesseln moralischer ,gesetze befreit zu werden1 um ihre ,leidenschaften zu befriedigen4 ,das aber gewhrt ihnen ,macchiavelli nicht4 ,es fordert vielmehr keine noch so strenge ,moral1 so groe ,aufopferungen1 als diejenige ,staatskunst1 welche von keiner ,moral etwas wissen will1 und ,alles1 was der ,mensch thut1 den kalten ,berechnungen des ,verstandes unterwirft1 um einen einzigen ,zweck zu erreichen4 ,wer danach strebt1 ,herrschaft zu erringen1 und wenn er sie hat1 zu erweitern1 darf nichts ,anderes wnschen4 ,macchiavelli sagt gar nicht1 der ,frst darf sich ber die ,moralitt ganz wegsetzen1 sobald es ihm beliebt1 weil er mchtig genug ist1 es ungestraft zu thun4 ,dazu kannte er das ,volk zu gut und beurtheilte zu richtig1 was auf dasselbe wirkt4 ,er verlangt aber vollkommene ,gleichgiltigkeit gegen die ,tugenden im ,herzen selbst4 ,der ,frst soll den ,redlichen und ,unredlichen spielen1 so wie es die ,umstnde verlangen4 ,es ist also auch nicht damit gethan1 sich gegen ,gefhl und ,gewissen abzuhrten und bei keinem ,verbrechen anzustoen1 das in den ,plan des ,ehrgeizes gehrt4 ,wer dies leistet1 hat nur die ,hlfte der ,forderung erfllt4 ,er mu sich daneben das ,ansehn aller ,tugenden geben4 ,hier aber erkennt man den scharfsinnigen ,beobachter der ,menschen gar nicht4 ,aristoteles1 der in seiner ,politik 7im fnften ,buche1 elften ,kapitel7 dem ,tyrannen ,lebensregeln gibt1 die berhaupt mit dem ,macchiavelli ziemlich bereinstimmen1 verlangt ebenfalls1 da er den ,schein aller ,tugenden annehme1 die ihm fehlen4 ,so nthig sind die wahrhaft kniglichen ,tugenden jedem ,herrscher1 da er den ,ruf1 sie zu besitzen1 nie ganz entbehren kann4 ,aber ,aristoteles rth ihm1 sich ihnen mglichst zu nhern1 davon anzunehmen1 was er nur vermag1 und wenigstens den ,schein der andern zu suchen4 ,macchiavelli hingegen verbietet ihm die ,tugenden selbst1 weil sie ihm hinderlich sein wrden2 verlangt aber dabei1 da er ihren ,schein annehme1 so oft er ihrer ,wirkung nicht entbehren kann4 ,kann nun wol der bloe ,schein diese hervorbringen8 ,wir sehen schon im gewhnlichen ,leben1 wie wenig ,zutrauen und welche tiefe ,abneigung diejenigen ,menschen erregen1 denen es nur auf den ,effect ankommt1 die sich daher selbst immer im ,auge haben und einen ,spiegel mit sich umhertragen4 ,sie mgen sich noch so gut darauf verstehen1 andre ,menschen anzufhren1 sie werden dennoch bald fr das erkannt1 was sie sind4 ,in den kleinsten ,zgen ihres ,betragens liegt ein ,hte dich68 das seine ,wirkung nicht verfehlt4 ,die ,groen sind vielleicht mchtig genug1 das vorwitzige ,urtheil ihrer ,unterthanen zu unterdrcken4 ,aber auch der ,nachwelt8 ,und doch hat schwerlich jemals ein ,frst existirt1 der ,geist genug hatte1 die schwere ,rolle zu spielen1 die ,macchiavelli vorzeichnet1 ohne den ,wunsch zu hegen1 da er auch nach seinem ,tode so beurtheilt werden mchte1 als er sich bemht1 vor seinen ,zeitgenossen zu erscheinen4 ,wer mchtig genug ist1 ehrlich handeln zu knnen1 thut daher immer noch besser1 der ,heuchelei zu entsagen4 ,so lange ,verstand gegen ,verstand kmpft und der ,macchiavellische ,frst sich auf seinem wohlbekannten ,fechterboden befindet1 wo ,verrath und ,treulosigkeit von beiden ,seiten angewendet werden1 die ,absichten durchzusetzen1 wird stets der ,schlaueste den ,sieg davontragen4 ,wenn es aber darauf ankommt1 nicht den ,listigen zu berlisten1 sondern die ,ehrlichkeit zu bercken und die gerade ,einfalt des ,herzens sich nicht mehr anfhren lassen will1 so vermag alle ,kunst nichts mehr1 und ,satan selbst hat nicht ,verstand genug1 um die ,tugenden des ,gemths zu ersetzen1 die fortan allein etwas auszurichten vermgen4 ,was insbesondere die ,wortbrchigkeit betrifft1 von der ,macchiavelli als von einer notwendigen und gewhnlichen ,sache redet1 so bedarf es einer genauen ,bestimmung1 wann sie dem ,frsten erlaubt sein kann4 ,es ist ein alter und mit religiser ,ehrfurcht bewhrter ,ausspruch1 da das ,wort der ,frsten heilig sein solle4 ,die ,wahrhaftigkeit ist berhaupt das ,band1 das die menschliche ,gesellschaft zusammenhlt4 ,selbst die einzelne ,lge kann nur da etwas wirken1 wo ,wahrheit allgemeine ,regel ist4 ,von ,andern verlangt sie daher auch ein ,jeder1 und der rgste ,lgner schreit immer am lautesten gegen den ,betrug1 der gegen ihn gespielt wird4 ,die ganze ,welt aber vereinigt ihre ,stimme1 denjenigen1 der sich nicht etwa einmal eine ,unwahrheit oder einen ,wortbruch zu ,schulden kommen lt1 sondern in dessen ,charakter es liegt1 durchaus unwahr zu sein1 wie eine ,pest der ,gesellschaft zu fliehen4 ,die ,natur hat aber dem ,menschen die ,list nicht umsonst gegeben4 ,sie ist die ,schutzwehr des ,schwachen gegen ,strkere2 sein ,vertheidigungsmittel gegen bermchtige ,gewaltttigkeit4 ,mit ,recht sagt daher ,macchiavelli1 da der ,frst sich darauf verstehen msse1 den ,fuchs und den ,lwen zu spielen4 ,weil er unter ,menschen wandelt1 die mehr von der thierischen ,natur an sich haben1 als vom ,geistigen1 so mu er gleichfalls die ,bestie herauskehren1 wenn es ,noth thut4 ,beides soll er knnen1 den ,fuchs spielen und den ,lwen4 ,der ,lwe ist stark1 wirft ,alles nieder und verzehrt1 was ihm gefllt4 ,wenn er theilt1 so nimmt er das beste ,stck1 weil er ,lwe heit4 ,der ,fuchs hilft sich mit ,list1 um zu erlangen1 was er zu seiner ,erhaltung bedarf4 ,aber den ,wolf1 den ,feind aller ,geselligkeit1 der selbst mit seines ,gleichen nur ,verbindungen des ,augenblickes eingeht1 um ber den ,dritten herzufallen und nie in einer friedlichen ,gemeinschaft angetroffen wird1 dieses ganz ungesellige ,thier soll kein ,mensch jemals nachahmen4 ,vielmehr soll ja der ,frst1 wie ,macchiavelli selbst sagt1 den ,lwen machen1 um die ,wlfe zu vertreiben4 ,noch in andern ,stellen seiner ,werke spricht er nachdrcklich gegen diejenigen1 die wie die ,wlfe unter ,menschen leben4 ,wenn denn also dem ,menschen die ,schlauheit des ,fuchses gegeben ist1 damit er die ,wlfe ins ,verderben ziehe1 gegen die er sich nicht wehren kann1 wohlan1 so gebrauche die ,list1 so oft sie nothwendig ist4 ,lge1 brich dein ,wort1 verschwre dich1 verleite deinen ,gegner durch die hinterlistigsten ,vorspiegelungen und stich ihm den ,dolch ins ,herz1 indem du ihn umarmst4 ,aber beweise1 da dies ,alles nothwendig war1 um dich von der ,noth zu befreien1 die die ,bosheit ber dich brachte3 und du bist gerechtfertigt4 ,zeige1 da es nothwendig war1 um das dir anvertraute ,volk vom ,untergange zu retten - und du wirst als ein wohlthtiger ,schutzgeist verehrt werden4 ,wer kann sich der lebhaftesten ,theilnahme erwehren1 wenn die ,unternehmungen des selbstschtigen1 unersttlichen1 gegen ,wohl und ,wehe der ,menschen gefhllosen ,ehrgeizes und der ,habsucht durch die ,verschlagenheit des ,unterdrckten auf den ,urheber der ,mihandlung zurckfallen8 ,es ist um so viel notwendiger1 die ,knste der ,list und ,verstellung richtig zu wrdigen1 da sie einen ganz eigenthmlichen ,reiz fr die ,groen haben1 der aus den besondern ,verhltnissen ihrer ,lage entspringt4 ,wer so viel vermag1 sollte man denken1 wird sich die ,mhe nicht geben wollen1 sich zu verbergen4 ,so ,vieles kommt ihren geringsten ,wnschen entgegen4 ,sie brauchen kaum zu wollen1 so geschieht schon1 was ihnen angenehm ist4 ,wie selten hat ,einer von denen1 die sich ihnen nahen1 die ,dreistigkeit1 etwas zu tadeln1 das sie thun4 ,aber das ,alles trifft doch nur die ,kleinigkeiten1 die ihre eignen persnlichen ,neigungen angehen4 ,in ,allem1 was zu ihrem politischen ,leben gehrt1 ist es ganz anders4 ,sie finden in den verwickelten ,anstalten der brgerlichen ,ordnung1 in der ,organisation der ,gewalt selbst1 mit der sie ihren ,willen vollziehen1 ,schwierigkeiten und ,widerstand4 ,sie verachten die ,menschen und mibrauchen sie ohne ,scheu4 ,dennoch knnen sie dieselben nicht zu ,maschinen machen4 ,der unumschrnkteste ,monarch mu sich herablassen1 ihre eignen ,gesinnungen und ,empfindungen zu schonen4 ,auerdem ist ,alles1 was ihn umgibt1 unaufhrlich beschftigt1 von jeder seiner ,aeuerungen ,vortheil zu ziehen4 ,er lernt bald1 da ,alles1 was von ihm herkommt1 von der grten ,wichtigkeit ist und oft ,wirkungen thut1 die ihn selbst berraschen4 ,wenn er nicht etwa von dem ,feuer eines ungestmen ,temperaments beherrscht wird1 das keinen ,zwang ertrgt1 so wird er in sich selbst mitrauisch und geneigt zur ,verstellung4 ,kommt hierzu noch eine verkehrte ,bildung des ,geistes1 entschuldigt er bei sich selbst den ,mangel an ,entschlossenheit und ,muth mit dem ,grundsatze1 es sei besser1 ,alles1 was auf geradem ,wege zweifelhaft sein knnte1 mit versteckter ,kunst zu ,stande zu bringen2 findet er ein ,vergngen darin1 ,schwierigkeiten aufzusuchen1 und bewundert seinen eignen ,verstand1 wenn er mit seinen ,mittelchen die ,kraft des ,willens zu ersetzen sucht1 - so entsteht zuletzt ein ,gewebe1 darin sich der ,knstler1 der es angelegt hat1 selbst verstrickt und verliert4 ,die ,wirkungen der ,politik1 die ,macchiavelli lehrt1 haben sich niemals deutlicher gezeigt1 als in der ,geschichte der ,familie1 fr die sein ,buch zunchst bestimmt war4 ,lorenzo von ,medici1 dem er es zugeeignet hat1 ist nicht ,herr von ,florenz geworden4 ,aber er scheint doch von den ,rathschlgen1 die ihm hier ertheilt werden1 ,gebrauch gemacht zu haben4 ,er hatte1 wie es scheint1 ,anlage zu einem ,schler des ,macchiavelli im praktischen ,leben4 ,ein frher ,tod unterbrach seine ,ausbildung4 ,aber er vererbte diesen ,schatz von ,grundstzen auf seine ,tochter4 ,catharina von ,medici nahm sie mit sich nach ,frankreich4 ,dort ward das florentinische ,gewchs von den ,landsleuten1 die sie dahin begleiteten1 sorgfltig gepflegt4 ,die ,geschichte der franzsischen ,nation hat dadurch eine ganz eigne und ihrem ursprnglichen ,charakter fremde ,wendung genommen4 ,der ,herzog von ,retz1 den ,catharina aus ,florenz kommen lie1 hatte einen entscheidenden ,einflu auf die ,entschlieungen ,karl des ,neunten und ,heinrich des ,dritten1 und brachte ,plne zur ,reife1 die in franzsischen ,gemthern schwerlich gediehen wren4 ,mehrere ,italiener umgaben ,heinrich den ,dritten4 ,unter diesen der ,abbate del ,bene1 von dem sich jener ,monarch1 dessen ,charakter und dessen ,leben ein sonderbares ,gemisch von ,wollust1 ,trgheit1 ,leichtsinn und tiefer ,verstellung1 dreister ,thtigkeit und ,grausamkeit war1 in den ,stunden1 wo es ihn anwandelte1 ,politik zu studiren1 den ,tacitus1 ,polybius und mehr als diese den ,frsten von ,macchiavelli vorlesen lie47#be7 ,die ,lehren1 die er hier vernahm1 bte er auch dann und wann einzeln1 nach ,laune aus4 ,und damit bekrftigte er selbst recht nachdrcklich die ,bemerkung seines ,lehrers1 da die ,menschen selten den ,muth und die ,beharrlichkeit haben1 etwas recht und ganz zu sein1 und da sie eben dadurch zu ,grunde gehen4 ,die ,mutter aber war anders4 ,beides1 natrliche ,anlage und ,bildung durch die ,lehren des ,meisters in der italienischen ,politik1 vereinigten sich in ihr1 und in ihrer ,lage fanden sich ,veranlassungen1 die ganze ,rolle zu spielen1 die er vorgezeichnet hatte4 ,ihre ,ansprche auf die ,regentschaft whrend der ,minderjhrigkeit ihrer ,shne waren zweifelhaft4 ,so weit befand sie sich mit dem ,frsten des ,macchiavelli in gleichen ,verhltnissen1 und die ,schwierigkeiten1 die ihr entgegenstanden1 wurden noch durch ihre fremde ,abkunft vermehrt4 ,groe persnliche ,vorzge waren erforderlich1 sie zu berwinden1 und solche hat sie unstreitig besessen4 ,catharina von ,medici hatte so viel ,verstand und ,talent1 als irgend eines der ,weiber1 die in der ,geschichte berhmt geworden sind4 ,der begeisterte ,verehrer ihrer ,vorzge1 der ,geschichtschreiber ,davila1 hlt ihr bei der ,erzhlung ihres ,todes folgende ,standrede3 ,die groen ,eigenschaften dieser ,frau1 welche dreiig ,jahre lang die ,augen von ganz ,europa auf sich gezogen hat1 erhellen besser aus ihrer ,geschichte1 als ich sie in wenigen ,worten darstellen knnte4 ,ihr ,verstand war unerschpflich an ,mitteln1 um die unerwarteten ,zuflle zu verbessern1 und die ,wirkungen des blen ,willens der ,menschen zu vereiteln4 ,hierdurch ertrug sie whrend der ,minderjhrigkeit ihrer ,shne die ,last der brgerlichen ,kriege1 whrend welcher sie zu gleicher ,zeit den ,religionseifer1 die ,widerspenstigkeit der ,unterthanen1 die ,bedrngnisse des ,schatzes1 die ,verstellung der ,groen und die ungeheuern ,unternehmungen des ,ehrgeizes bekmpfte4 ,ihre ,bestndigkeit1 ihr hoher ,sinn1 womit sie1 eine ,fremde1 es unternahm1 das ,ruder der ,regierung den einheimischen ,groen zum ,trotze zu ergreifen1 womit sie sich desselben bemchtigte und es festhielt gegen alle ,knste der ,widersacher und den ,schlgen des ,schicksals zum ,trotze1 hatte mehr ,aehnlichkeit mit dem ,geiste eines in den groen ,welthndeln gebildeten ,mannes1 als mit der ,gesinnung eines an die ,weichlichkeit des ,hofes gewhnten und von ihrem ,eheherrn unterdrckten ,weibes4 ,aber die ,geduld1 die ,gewandtheit1 die ,migung1 womit sie sich zu behaupten wute1 und ungeachtet des in ihrem ,sohne selbst gegen sie allmhlich entstandenen ,argwohns die ,regierung so festhielt1 da er es nicht wagte1 ohne ihren ,rath und ohne ihre ,einwilligung zu handeln1 selbst da1 wo er ihr nicht traute3 dieses ist der grte ,beweis und das krftigste ,kunststck ihrer vorzglichen ,gaben4 ,daneben wute sie sich stets ber die natrlichen weiblichen ,schwchen zu erheben und unterlag nie den kleinlichen ,neigungen1 welche vom rechten ,wege abfhren4 ,sie hatte einen hellen ,verstand1 wahrhaft knigliche ,anmuth in ihrem ,benehmen gegen die ,menschen1 mchtiges ,talent zu reden1 lebendige ,neigung sich freigebig und geneigt gegen die ,guten zu beweisen1 den bittersten und unvershnlichen ,ha gegen die ,andern4 ,sie lie nicht ab1 ihre ,anhnger zu begnstigen und zu erhhen1 und dennoch konnte sie es nicht dahin bringen1 da der franzsische ,stolz ihre italienische ,geburt vergessen htte4 ,die unruhigen ,kpfe hrten nie auf1 sie als die ,feindin ihrer ,absichten zu hassen1 und insbesondere ist sie von den ,hugenotten verleumdet worden1 als wenn sie nur aus unbegrenzter ,begierde zu herrschen ,rathschlge gegeben1 wodurch ,frankreich doch aus den grten ,gefahren gerettet worden ist4 ,mit allen diesen ,tugenden war sie der allgemeinen ,unvollkommenheit der menschlichen ,natur unterworfen und hatte ihre ,fehler4 ,man hielt dafr1 ihr sei durchaus nicht zu trauen3 etwas zu allen ,zeiten1 vorzglich aber und ganz besonders zu den unsrigen ,gewhnliches4 ,sie drstete mehr nach ,blut oder verachtete das ,menschenblut wenigstens mehr1 als ihrem ,geschlechte wohl ansteht1 und es ward bei vielen ,gelegenheiten offenbar1 da sie alle und jede ,mittel1 auch die ungerechtesten und verrtherischsten gut fand1 um nur zu ihrem ,zwecke zu gelangen4 ,aber bei billigen ,beurtheilern werden diese ,fehler1 welche die ,noth der ,zeiten veranlate1 durch die erwhnten groen ,eigenschaften bedeckt48 ,wenn man nun diese groe ,knigin1 dieses ,ideal italienischer ,politik1 deren ,bild ,davila hier beinahe mit denselben ,ausdrcken entwirft1 womit ,macchiavelli seinen ,frsten zeichnet2 wenn man sie nher betrachtet und ihre ,geschichte erwgt1 so wie sie von ihrem ,lobredner selbst erzhlt wird1 was findet man denn fr groe ,wirkungen ihrer hochberhmten ,eigenschaften8 ,die schlaue ,frau wute durch ein verstecktes ,spiel1 durch die ,knste der verfhrerischen ,list1 die sie in der ,that im vollkommensten ,mae auszuben verstand1 alle ,parteien in gewissem ,gleichgewicht und sich ber sie erhaben zu erhalten4 ,jede dieser ,parteien ward zwar bald inne1 da mit ihr gespielt werde1 mute sich aber diesem ,spiele hingeben1 so oft es ihr gefiel1 es wieder anzuknpfen1 weil sie anfangs als ,regentin die rechtmige ,gewalt und nachmals als geliebte und gefrchtete ,mutter einen entscheidenden ,einflu hatte4 ,der heimliche ,widerwille und das ,mitrauen1 mit welchen diese ,nachgibigkeit bestndig verbunden war1 vereitelte aber auch auf jener ,seite alle ernstlichen ,unterhandlungen1 und so ward es unmglich1 so lange sie lebte1 die brgerlichen ,unruhen beizulegen1 welche ,frankreich solche ,uebel zugefgt haben1 da man wirklich nicht einsieht1 wovon ,catharina das ,reich errettet haben soll4 ,die innern ,kriege1 die ,frankreich vierzig ,jahre lang zerrissen haben1 wurden beendigt1 indem der rechtmige ,erbe der ,krone zu der ,kirche bertrat1 welcher bei weitem der grte ,theil des ,volkes leidenschaftlich anhing4 ,heinrich dem ,vierten war es lange vorher gesagt1 er werde den ,thron von ,frankreich nie besteigen1 wenn er das ,volk nicht durch diesen ,schritt vershnte4 ,er war selbst davon berzeugt und ging ,jahre lang damit um1 durfte es aber nicht wagen1 aus ,besorgni1 die ,partei1 die ihm schon anhing1 zu verlieren1 ohne der andern gewi zu sein4 ,catharina hatte schon ,unterhandlungen mit ihm angefangen1 die dahin fhren sollten1 und durch deren glcklichen ,ausgang das1 was einmal geschehen mute1 zum ,besten der franzsischen ,nation viel frher geschehen wre4 ,was vereitelte denn diese ,bemhungen der klgsten ,frau ihrer ,zeiten8 ,der geringe ,umstand allein3 der kleine ,naturfehler1 ber den ,davila so leicht weggeht3 - ,ihr war nicht zu trauen48 - ,nachdem sie unzhlige ,male gelogen und betrogen hatte1 da konnte sich auch der treuherzigste ,mensch auf der ,erde nicht mehr von ihr anfhren lassen4 ,solche ,politik ist gut1 um ,kriege anzuzetteln4 ,wenn man aber das ,feuer auslschen mchte1 das durch so schlaue ,knste angefacht ist1 so findet man selbst mit ,erstaunen1 da alle die ,werkzeuge1 wodurch der feine ,verstand so bewunderungswrdiges ,machwerk zu ,stande gebracht hat1 nichts mehr vermgen2 da das einzige ,wort eines zuverlssigen redlichen ,mannes eine sicherere ,grundlage abgibt1 als die knstlichsten ,veranstaltungen der ,list1 und da ,achtung und ,zutrauen der ,menschen krftigere ,mittel sind1 etwas ,groes zu vollbringen1 als die ,ueberlegenheit des ,verstandes1 wenn sie gemibraucht wird1 ,andere zu bethren1 die sich fr die erlittene ,demthigung mit unvershnlicher ,erbitterung rchen1 sobald sie knnen4 ,lange vor dem ,macchiavelli und ,davila hatte schon der jngere ,philipp von ,macedonien ein ,beispiel davon gegeben1 was die ,geschichte des ,betrugs und der ,list fr einen ,ausgang nimmt4 ,er versuchte sich zum ,oberhaupte der ,griechen zu machen1 um den ,rmern die ,spitze zu bieten4 ,ungefhr so wie ,csar ,borgia sich eine berwiegende ,macht in ,italien zu erwerben trachtete1 um den ,fremden zu widerstehen4 ,und mit denselben ,mitteln4 ,was war das ,ende8 ,er hatte in allen griechischen ,staaten so viel ,mitrauen1 so viel heimliche und ffentliche ,feindschaft erregt1 da es ihm unmglich ward1 die ,nation mit sich zu vereinigen4 ,er unterlag im ,kampfe1 ohne nur einmal von seinem eignen ,volke bedauert zu werden4 ,die ,menschen hren indessen nicht auf1 den ,verstand ohne alle ,beziehung auf die ,eigenschaften des ,gemths1 die ihm zur ,unterlage dienen mssen1 wenn er wahren ,werth haben soll1 ausschlielich zu bewundern4 ,der scheinbare ,erfolg seiner ,kunststcke im ,einzelnen verleitet sie nicht allein zu dem ,vorurtheile1 da es in der ,welt nur auf ,verstand ankomme2 sie verkennen auch seine ,natur4 ,das sichere treffende ,urtheil1 welches in verwickelten ,verhltnissen das ,geringfgige bersieht und den ,punkt festhlt1 auf den ,alles ankommt1 ist ihnen zu einfach4 ,ein ,gewebe von kleinen ,knsteleien1 von ,auswegen des ,augenblicks1 die immer tiefer in die ,verwicklung fhren1 von verschmitzten ,rnken1 gefllt ihnen besser4 ,doppelzngigkeit1 ,falschheit und ,list1 ber deren zweckmigen ,gebrauch ,macchiavelli selbst ,lehren gibt1 die wol einiges ,bedenken erregen knnten1 ob man sich auch zutrauen drfe1 sie so anzuwenden2 diese ,untugenden gelten am ,ende fr ,beweise von ,verstand und ,talent1 oder sollen den ,mangel daran ersetzen4 ,wer gar keine ,lust hat1 die ,maske des ,lwen vorzunehmen1 die ihn auch schlecht kleiden wrde1 glaubt genug gelernt zu haben1 wenn er zu lgen1 zu betrgen1 sein ,wort zu brechen wei4 ,so ist es zu gewissen ,zeiten in der ,geschichte dahin gekommen1 da man berall1 wo sich ,jemand in vollendeter ,nichtswrdigkeit nur recht schamlos beweist1 den ,geist von ,macchiavelli's ,frsten zu erkennen geglaubt hat4 ,zu diesem aber gehrt die ,tapferkeit des entschlossenen ,gemths eben sowol1 als die ,gewandtheit des listigen4 ,nur in dieser ,beziehung vertrgt die ,welt die ,unredlichkeit4 ,der ,abscheu1 den diese einflt1 nimmt dabei den ,charakter einer grauenvollen ,bewunderung an2 geht aber in ,verachtung ber1 sobald diese nachlt3 ,du sublime au ridicule il n'y a qu'un pas68 #ai4 ,interessant ist der ,rath ,macchiavelli's an den neuen ,frsten1 sich nicht an den ,weibern seiner ,unterthanen zu vergreifen4 ,einem gebornen ,prinzen wird es ja nicht schwer1 solche ,neigungen zu befriedigen4 ,die ,weiber kommen ihm natrlich stets entgegen4 ,er ist immer allein schn1 klug1 liebenswrdig4 ,er hat also wenig ,versuchung1 die ,schranken zu bertreten1 die ihm der ,anstand vorschreibt1 und in der frstlichen ,erziehung wird auf die ,erhaltung des ,anstandes so viel ,werth gelegt1 da er ihn wol einmal verletzen1 aber sich schwerlich ganz darber wegsetzen wird4 ,anders der ,privatmann1 der zur ,unabhngigkeit von den ,gesetzen1 die ,andre binden1 gelangt ist und keine ,scheu vor dem ffentlichen ,urtheile hat1 er ergibt sich den ,ausschweifungen der ,wollust nicht allein aus ,sinnlichkeit oder ,eitelkeit1 sondern oft aus bloem ,uebermuthe4 ,manche neue ,frsten haben einen ,genu darin gesucht1 ihre ,unterthanen auf diese ,art zu beschimpfen1 und die hierdurch gereizte ,rache hat mehr ,frsten das ,leben gekostet1 als der ,patriotismus von ,republikanern4 ,der neue ,frst selbst beschftigt sich grtentheils mit herrschschtigen ,plnen und wird durch die ,rcksicht auf diese einigermaen zurckgehalten4 ,aber ,shne und ,brder1 die ihre ,erhebung nicht eignen ,bemhungen verdanken1 verlieren alle ,besinnung im ,rausche der neuen ,gre4 ,unzhlige ,beispiele finden sich in der ,geschichte der rmischen ,imperatoren und des neuen ,italiens4 ,eines lag dem ,macchiavelli vermuthlich zunchst vor ,augen4 ,der alte ,pandolfo ,petrucci von ,siena lie morden1 zwang reiche ,erbinnen1 seine ,anhnger zu heirathen1 und verfuhr berhaupt gewaltthtig mit den ,brgern1 wo es in seinen ,plan gehrte4 ,dabei behauptete er sich bis an das ,ende seiner ,tage4 ,aber sein ,sohn1 ,borghese ,petrucci1 der die ,frchte der vterlichen ,bemhungen von frher ,jugend an einerntete1 wute nicht was ,alles beginnen1 um sie zu genieen4 ,er beraubte ,diesen und ,jenen1 verfhrte und mibrauchte mit ,gewalt ,weiber und ,tchter4 ,dafr ward er verjagt4 ,nicht besser machte es in ,florenz selbst ,alessandro von ,medici1 der nach ,macchiavelli's ,tode nicht durch eigne ,talente und ,bemhungen1 sondern durch ,protection ,herzog geworden war3 auch er ward deshalb ermordet4 ,die ,geschichte des sechzehnten ,jahrhunderts enthlt noch mehrere ,beweise1 bis zu welchem ,unsinne der ,uebermuth der ,emporkmmlinge die unnatrlichsten ,ausschweifungen der ,wollust treiben kann4 ,was zum ,beispiel ein ,pietro ,luigi ,farnese1 ,sohn des ,papstes ,paul des ,dritten1 mit dem ,erzbischofe von ,bologna vorgenommen1 als dieser ihn bei einem feierlichen ,einzuge bewillkommte1 grenzt beinahe an das ,unglaubliche 4444 #bb4 ,es ist bereits einige ,male ,pandolfo ,petrucci erwhnt1 der sich zum ,oberhaupte des ,staats von ,siena aufgeworfen hatte1 ohne jedoch den ,namen eines ,herrn zu fhren4 ,er verdankte den ruhigen ,besitz seiner hohen ,stelle vorzglich dem ,antonio ,giordani von ,venafro1 der die ,aemter eines ,richters und ffentlichen ,lehrers zu ,siena bekleidet hatte1 und dem ,pandolfo als ,staatssecretair und in ,gesandtschaften diente4 ,den ,ratschlgen dieses ,mannes werden die feine ,politik und das feste ,benehmen1 seiner grausamen ,gemthsart aber auch die ,mordthaten zugeschrieben1 wodurch sein ,gnner sich emporschwang und erhielt4 ,von der ,sinnesart des ,giordani und zugleich vom ,geiste der damaligen ,zeit kann die ,antwort als ,probe dienen1 die er als ,gesandter dem ,papst ,alexander dem ,sechsten gab4 ,dieser fragte ihn1 wie er es anfange1 die ,sieneser zu regieren8 - ,mit ,lgen1 heiligster ,vater48 - ,der alte ,petrucci brachte es dahin1 da sein ,sohn ,borghese ,petrucci 7seine ,mutter war eine ,borghese7 nach seinem ,tode in seine ,stelle einrckte4 ,aber der leichtsinnige und ausschweifende junge ,mensch hatte nicht so viel gesunden ,verstand1 dem alten ,rathgeber seines ,vaters zu folgen4 ,er hatte einen ,gnstling1 ,pochintesta1 der sich die ausschweifendsten ,mihandlungen seiner ,mitbrger erlaubte4 ,antonio rieth ihm1 sich durch die ,hinrichtung desselben die ,liebe des ,volkes zu erwerben4 ,er aber ergab sich ihm1 dem geliebten ,genossen aller eigenen ,bubenstcke1 immer mehr1 anstatt ihn zu zchtigen4 ,die ,partei1 welche den ,borghese ,petrucci zu verdrngen suchte1 bemerkte bald1 wo seine ,strke lag1 und fing damit an1 ihm den ,antonio verdchtig zu machen4 ,der gedankenlose ,borghese ging in diese ,falle und ertheilte dem beschwerlichen ,mentor den ,abschied mit angeblichem ,bedauern und in der ,einkleidung eines ,rathes1 er mge der allgemeinen ,abneigung ausweichen und sich entfernen4 ,recht wohl1 erwiderte ,jener1 ich werde ,ihnen das ,quartier bestellen4 ,der junge ,frst mute wirklich bald nachfolgen4 ,die ,petrucci hatten es mit den republikanisch gesinnten ,florentinern gehalten4 ,die ,revolution zu ,florenz1 wodurch die ,medici in demselben ,jahre wieder eingesetzt wurden1 als ,pandolfo starb 7#aeab71 zog also natrlich auch in ,siena eine ,katastrophe nach sich1 wodurch unter dem ,schutze ,papst ,leo ,x4 ,rafael ,petrucci1 ,bischof von ,grosseto und ,castellan des ,castel ,sant' ,angelo zu ,rom1 ein ,vetter und geschworener ,feind des ,borghese ,petrucci und ,anhnger der ,medici1 statt des vertriebenen ,borghese auf kurze ,zeit ,oberhaupt von ,siena geworden war4 ,antonio von ,venafro war glcklich nach seiner ,vaterstadt entkommen und beschlo daselbst sein ,leben in ,ruhe4 ,borghese aber ward wahnsinnig und starb bald darauf in ,neapel4 ,der ,frst von ,siena und sein ,minister mgen in ,einem verdienten ,schicksale untergegangen sein und mit so vielen ,andern vergessen werden4 ,was gehen sie uns weiter an8 ,aber das ,mittel1 wodurch der alte ,rathgeber entfernt und der ,frst seiner ,sttze beraubt worden1 verdient ,aufmerksamkeit4 ,dieser lie sich berreden1 sein ,freund sei allgemein verhat2 durch die ,entfernung desselben werde ihm die ,liebe des ,volkes erhalten und seine ,herrschaft gesichert werden4 ,eben so erregten die ,gnstlinge ,knigs ,karl des ,zweiten von ,england1 denen der unbestechliche ,clarendon im ,wege war1 zuerst ein leises ,gemurmel3 der ,kanzler fange an verhat zu werden1 er sei auch gar zu wenig nachgibig1 sein ,benehmen allzu rauh4 ,es fanden sich ihrer bald genug1 die mit einstimmten1 weil er sich geweigert hatte1 ihre unziemlichen ,begehren zu erfllen1 und so gelangte eine angeblich allgemeine ,stimme vor den ,thron1 der ,knig msse seinen ,minister entfernen1 um selbst bei dem ,volke beliebt zu bleiben4 ,clarendon mute weichen1 und nur sein ,andenken hat eine versptete ,genugthuung von der unparteiischen ,nachwelt erhalten4 ,noch viele andere ,frsten sind in hnliche ,schlingen gefallen4 ,auch bessere1 und diese eben durch den ,mibrauch1 den man von ihren vorzglichsten ,eigenschaften gemacht hat2 ihrer ,achtung gegen das ffentliche ,urtheil und gegen die ,gesinnungen des ,volkes4 ,dazu gehrt wahrlich nicht einmal die ,schlauheit eines ,arlington oder ,buckingham4 #bc4 ,nie ist das alte1 wenn man so sagen will1 abgedroschene ,kapitel der ,moral die uralte ,lehre1 die schon jener griechische ,philosoph beim ,stobus seinem jungen ,prinzen ertheilt3 ,hte dich vor ,schmeichlern68 so lebendig und eindringend vorgetragen als hier4 ,nur ist der ,satz3 ,die ,menschen sind ihrer ,natur nach schlecht8 hier nicht recht passend1 wenigstens zu allgemein gefat4 ,die ,menschen sind nicht alle schlecht - wenn auch unlugbar die berwiegende ,mehrzahl4 ,sie sind nicht alle eigenntzig1 von strflichen ,leidenschaften getrieben1 wahrer ,zuneigung und ,vertrauens unwerth4 ,durfte wol ,heinrich der ,vierte den ,sully fr schlecht halten8 ,und htte dieser eine solche ,meinung ertragen8 ,aber nur ein ,frst1 der wie dieser die ,schmeichelei verschmht1 kann einen ,sully finden4 ,macchiavelli hat vorhin in ,kapitel #bb selbst einen ,minister aufgestellt1 dem der ,frst unbedingt vertrauen und den er in sein eignes ,schicksal verflechten soll4 ,der ,autor durfte doch kaum gemeint haben1 da der ,frst dies mit einem schlechten81 wenn auch noch so klugen ,menschen wagen solle4 #be4 ,die ,geschichte der groen ,weltereignisse sowol als die einfache ,lebenserfahrung besttigt ohne ,zweifel die in diesem ,kapitel vorgetragenen ,lehren4 - ,jedes ,zeitalter hat seinen eignen ,charakter4 ,es hat nicht allein eine jede ,generation ihren besondern ,geschmack1 ihre eigenthmlichen ,grundstze und ,empfindungsweisen1 sondern auch viele ,begebenheiten1 welche zufllig scheinen1 weil ihr ,zusammenhang mit den ,gesinnungen und ,neigungen der ,menschen nicht klar vor ,augen liegt1 nehmen etwas von jenem eigenthmlichen ,geiste der ,zeit an4 ,nur derjenige kann hoffen1 eine groe ,wirkung hervorzubringen1 dessen ,talente in gewissem ,verhltnisse zu seinen ,zeitgenossen stehen1 und der in das1 was sie treiben1 auf die rechte ,art eingreift4 ,dies ,verhltni des einzelnen handelnden ,mannes zu dem1 was ihn umgibt1 lt sich nicht immer in bestimmten ,ausdrcken angeben und auf ,grundstze zurckfhren4 ,der ,beobachter der ,welt stt in der ,geschichte und im tglichen ,leben hufig auf ein unerklrliches ,etwas1 welches vollkommen gut ausgesonnene ,plne vereitelt4 ,es war nicht die rechte ,zeit4 ,ein altes ,sprchwort sagt3 ,der ,mensch1 der des ,morgens mit dem linken ,fue zuerst aus dem ,bette tritt1 stt den ganzen ,tag ber allenthalben an und luft ,gefahr1 ein ,bein zu brechen48 ,wer das ,unglck hat1 in seine ,laufbahn mit einem ersten falschen ,schritte einzutreten1 kommt den ganzen ,tag seines ,lebens ber nicht in den rechten ,tact1 und findet stets ,widerstand4 ,die grten ,talente1 ja auch ,vorzge des ,gemths1 haben nur eine gewisse ,zeit1 whrend welcher sie vollgiltig sind4 ,glcklich1 wenn ein gnstiges ,geschick den ,mann von vorzglichem ,geiste abfordert1 ehe die ,periode abgelaufen ist1 in welcher er etwas zu leisten vermag2 oder wenn er den rechten ,augenblick trifft1 sich aus der thtigen ,welt herauszuziehen1 um dem herben ,schicksale zu entgehen1 ungeachtet der grten ,anstrengung1 geringeren1 aber gerade jetzt besser angebrachten ,krften weichen zu mssen4 ,macchiavelli sah selbst wohl ein1 da es unmglich ist1 dem ,menschen vorzuschreiben1 wie er handeln soll1 ohne darauf ,rcksicht zu nehmen1 ob er1 nach seiner individuellen ,gemthsart1 gerade er so handeln kann4 ,in einem ,briefe an ,piero ,soderini1 worin er nicht mit der feierlichen ,miene des ,lehrers der ,frsten auftritt1 sondern vertraulich seine ,meinung mittheilt1 drckt er es ganz vortrefflich aus4 ,so wie die ,natur18 sagt er1 den ,menschen verschiedene ,gesichter gegeben hat1 so haben sie auch verschiedene ,gemthskrfte und verschiedene ,launen4 ,auf der andern ,seite sind auch die ,zeiten gar sehr von einander verschieden4 ,demjenigen gelingt ,alles ad votum1 der es mit dem ,zeitalter in seinem ,verfahren recht trifft1 und derjenige ist unglcklich1 der mit demselben in ,widerspruch gerth4 ,die ,zeiten und die ,umstnde ndern sich aber gar oft1 ohne da die ,menschen ihre ,einflle und ,handlungsweise danach abndern4 ,wer so gescheidt wre1 ,zeit und ,umstnde allemal zu kennen und sich danach zu richten1 wrde immer glcklich sein oder sich doch vor ,unglck hten4 ,so wrde der ,weise wirklich den ,sternen und dem ,schicksale zu gebieten scheinen4 ,aber solche gibt es nicht3 die ,menschen knnen ihre ,natur nicht so ndern48 ,knnen das die ,menschen nicht8 ,hngt ihr ,betragen also auch nicht blos von der richtigen ,beurtheilung der ,umstnde allein ab8 ,bestimmt wirklich die eigenthmliche ,gemthsart1 der ,charakter des ,menschen1 auf welche ,art er in das ,gewebe der ,begebenheiten1 das ihn umgibt1 eingreifen1 und ob er etwas ausrichten werde8 ,so ist es ja falsch1 worauf doch das ganze ,system des ,macchiavelli beruht3 da der ,frst sich ohne ,vorliebe fr irgend ,etwas ganz allein von der kalten ,beurtheilung leiten lassen msse1 um in seinen ,unternehmungen glcklich zu sein4 ,am ,schlusse des ,kapitels1 wo er ,alles bersieht1 was der ,frst gethan haben mag1 und das ,schicksal aller seiner ,unternehmungen so treffend weissagt1 gesteht der ,lobredner des ,verstandes selbst ein1 da zu einem groen ,manne etwas ganz ,anderes erfordert wird als ,verstand1 und da es die ,krfte des ,gemths sind1 welche die ,rolle bestimmen1 die er spielen wird4 #bf4 ,das ,schlukapitel1 der ,aufruf zur ,abschttelung der fremdherrlichen ,ketten1 hat jetzt fr uns nur als ein ,meisterstck der ,beredtsamkeit ,interesse4 ,es fand sich thatschlich damals in ,italien kein ,frst1 der der ,unternehmung gewachsen gewesen wre1 durch neue ,anordnungen der ,nation ,einheit und ,unabhngigkeit zu verschaffen4 ,die ,intrigue fuhr daher fort1 das ,land zu zerreien1 und die ,vlker blieben ein ,spiel fremder ,mchte4 - ,der ,historiker ,sismonde de ,sismondi sucht 7in seiner ,histoire des republiques de l',italie7 die ,ursachen des tiefen ,verfalls des italienischen ,volkes seit dem fnfzehnten ,jahrhundert in dem ,untergange der groen ,republiken in der ,lombardei1 wodurch zuletzt auch das ,ende der ,freistaaten in ,mittelitalien und die ,unterwerfung der ganzen ,nation unter fremde ,herrschaft herbeigefhrt worden ist4 ,es ist begreiflich1 da die rohe ,gewaltthtigkeit1 wodurch die ,herrschaft in allen ,landschaften und ,stdten von ,italien unzhlige ,male genommen und verloren worden1 in ,unbndigkeit des schwelgerischen ,genusses berging1 und da allgemeine ,erschlaffung erfolgen mute1 sobald ,nachfolger und ,enkel jener ,emporkmmlinge zum ruhigen ,besitze der ,gewalt gelangten4 ,aber dagegen schtzt auch die republikanische ,verfassung nicht4 ,in der ,geschichte von ,venedig entwickelt sich zufolge der ,darstellung1 welche ,daru 7,histoire de la republique de ,venise7 aus urkundlichen ,quellen entworfen hat1 in ihrem ,entstehen1 ,fortschreiten und ,verfallen der ,verfassung derselbe ,charakter1 der den gleichzeitigen italienischen ,einzelherrschern eigen ist4 ,in den ,bewegungen eines von ,parteien zerrissenen ,volkes werden alle ,anlagen des ,geistes und des ,gemthes gereizt1 sich zu entwickeln1 aber nicht blos die schlechten1 auch die besten und edelsten4 ,man sieht daher in ,republiken1 auch in ,zeiten der grten ,verdorbenheit1 einzelne groe ,brgerseelen aufstehen2 dahingegen unter der ,tyrannei nichts von ,allem aufkommt1 was bei ,macchiavelli virt heit4 ,sie verschwand sehr bald in ,florenz unter den ,groherzogen1 und von dieser ,seite hat die frhere ,erhebung der ,visconti und ,sforza zu ,herren von ,mailand der ,nation viel geschadet4 ,aber die ,unabhngigkeit von ,italien wrde schwerlich durch die ,herstellung der mailndischen ,republik bewirkt sein4 ,diese wrde gleich den toscanischen ,freistaaten nur dahin gestrebt haben1 schwchere ,nachbarn zu unterdrcken1 statt mit ihnen einen groen ,verein zu bilden1 um sich gegen fremde ,uebermacht zu schtzen4 ,schon vormals hatte die ,geschichte des alten ,griechenlands ein ,gleiches gezeigt4 ,wenn man nun den ganzen mit ,macchiavelli zurckgelegten ,weg hier nochmals mit einem ,blicke bersieht1 so wird man von einer sonderbaren ,empfindung ergriffen4 ,jedes einzelne ,urtheil1 jeder ,rath1 jeder ,anschlag ist so zutreffend1 da man der berredenden ,kraft nirgends widerstehen kann1 sobald man sich einmal von dem ,rade hat ergreifen lassen1 welches unaufhaltsam mit sich fortreit4 ,vorausgesetzt1 da der erste ,schritt einmal geschehen sei1 so kann er nicht besser verfolgt werden4 ,es mu ,alles so kommen1 wie ,macchiavelli sagt4 ,man mu also auch so handeln1 wie er angibt1 um die ,abgrnde zu vermeiden1 zwischen denen sich der ,weg hinzieht4 ,dennoch bleibt immer in der ,tiefe des ,gemths etwas1 das widerstrebt und die ,ueberzeugung zu ,schanden macht4 ,macchiavelli kann dreist seine ,leser auffordern1 etwas gegen seine einzelnen ,urtheile einzuwenden4 ,aber wer knnte wol das ,ganze fr mehr als fr ein ,spiel des ,verstandes halten8 ,das ist es eben3 das ganze ,buch ist nur die ,frucht des ,verstandes4 ,von ,theilnahme am ,schicksale der ,menschen1 von ,rcksichten auf ihre ,empfindungen1 von ihrer ,zufriedenheit als einem ,zwecke an sich selbst ist gar nicht die ,rede4 ,man vermit durchaus ,alles1 was vom ,gemthe abhngt und aus der ,empfindung fr ,andere entspringt1 oder was der ,sinn fr einen erhabenen schnen ,zweck eingeben knnte4 ,daher bleibt der ,leser immer unbefriedigt1 so viel er auch zu bewundern findet4 ,moralisches ,gefhl hat ,macchiavelli entweder gar nicht gehabt1 oder es ist in ihm von politischen ,leidenschaften ganz unterdrckt4 ,was aber bloer ,verstand zu leisten vermag1 das hat er erreicht4 ,und deswegen ist im ,einzelnen so viel von ihm zu lernen2 auch fr den1 der die ganze ,denkungsart und die ,grundstze1 die im ,buche herrschen1 verabscheut4 ,niemals hat ein politischer ,schriftsteller die ,handlungen der ,menschen und ihre ,folgen mit mehr ,scharfsinn entwickelt1 und gerade vom gewhnlichen ,fehler der ,scharfsinnigen findet sich bei ihm keine ,spur3 von der ,ueberfeinheit4 ,keiner hat jemals besser gewut1 jedesmal den ,punkt1 auf den ,alles ankommt1 zu treffen4 ,so wie man von seinem groen ,landsmanne ,michel ,angelo erzhlt1 da er immer mit dem ,meiel in den ,marmor geradezu hinein gehauen und auf ein ,haar getroffen habe1 wie weit er gehen msse1 eben so gibt ,macchiavelli immer mit ,einem ,worte das ,rechte an1 verwirft alle ,knsteleien1 die nur verwirren1 und sagt den ,mchtigen auf den ,kopf zu1 was in ihrem ,sinne tief verborgen liegt4 ,hiermit stimmt auch sein ,vortrag berein4 ,es ist bekannt1 da die ,italiener ihn fr ihren besten ,prosaisten halten4 ,von der ,weitschweifigkeit1 dem verwickelten und weit ausgesponnenen ,periodenbau der meisten italienischen ,schriftsteller1 von diesem allgemeinen ,fehler1 der fast der ,sprache selbst eigen zu sein scheint1 ist er ganz frei4 ,die ,vollkommenheiten seines ,vortrages1 der gedrngte ,inhalt und der krftige ,ausdruck sind aber am auffallendsten im ,buche vom ,frsten4 ,dieses thut denn auch eine ,wirkung1 welche der grten ,erwartung entspricht1 die der ,verfasser davon gehabt haben mag4 ,man fhlt1 da es unmglich ist1 besser anzugeben1 wie man die ,herrschaft erwerben und behaupten knne1 sobald es nur um dieses zu thun ist1 und alles ,andere nicht beachtet werden soll4 ,aber das ,bild dieser ,herrschaft steht auch in ,begleitung aller furchtbaren ,genien1 die sie herbeigefhrt haben1 der ,gewalt1 der ,list1 der ,treulosigkeit1 ,heuchelei und ,schamlosigkeit1 mit ihrem ,gefolge1 dem dumpfen ,mitrauen der ,unterworfenen1 und der tiefen ,verschlossenheit ihres gedemthigten ,herzens1 dies ,alles steht in der schrecklichsten ,verbindung zu einem ,ganzen vor den ,augen des ,lesers1 und lt nicht ab1 ihn zu verfolgen4 ,wer die ,geschichte selbst durchgedacht hat1 wird unablssig aufgefordert1 immer wieder aufs ,neue zu prfen1 wie denn diese ,resultate der ,beobachtung dessen1 was geschieht und was geschehen kann1 mit den ,grundstzen ber das1 was geschehen sollte1 die ,niemand verlugnen kann1 in ,uebereinstimmung gebracht werden mgen4 ,diese ,untersuchung1 deren ,hauptmomente in den ,bemerkungen ber das ,buch angegeben sind1 ist um so viel interessanter1 da es nicht nothwendig ist1 eine gnzliche ,unempfindlichkeit gegen das ,wohl andrer ,menschen1 und einen selbstschtigen ,ehrgeiz bei dem ,schler ,macchiavelli's vorauszusetzen4 ,ein ,kopf1 der von schwrmerischen ,plnen zur ,verbesserung des ,menschengeschlechts und seiner ,verhltnisse im ,groen eingenommen ist1 kann sich auch wol verleiten lassen1 alle einzelnen ,menschen als ,werkzeuge seiner gutgemeinten groen ,absichten anzusehen und alle ,verpflichtungen1 die sich auf die gewhnlichen ,vorschriften der ,sittlichkeit grnden1 einem erdichteten hhern moralischen ,zwecke aufzuopfern4 ,so ist der ,geist der ,politik1 die ,macchiavelli lehrt1 auch in philosophischer ,gestalt und mit einer moralischen ,larve1 in dem ,grundsatze1 da der ,zweck die ,mittel heilige1 zum ,vorschein gekommen4 ,so sehr aber dieser ,lehrsatz auch von den ,leidenschaften begnstigt wird1 die sich vortrefflich darauf verstehen1 ihre ,wnsche dem angeblichen hhern ,zwecke unterzuschieben1 so ist doch die gewhnliche ,moral zu tief in den ,empfindungen gegrndet1 als da man hufig ,menschen finden sollte1 die sich in einem ganz consequenten ,betragen darber weggesetzt htten4 ,dieses geheime ,gefhl der moralischen ,bande wird oft unterdrckt1 erwacht aber immer wieder4 ,daher kommt es denn1 da die ,menschen in ihrem ,benehmen 7so lautet eine der berhmtesten und treffendsten ,bemerkungen ,macchiavelli's in seinen ,discursen8 #a1 #bg7 nie ganz gut oder ganz bse sind1 und eben deswegen in so vielen groen ,unternehmungen verunglcken4 ,sie mchten wohl3 aber da sie doch nicht drfen1 so wollen sie auch nicht recht4 ,sie fangen an1 in ,hoffnung1 der ,zufall werde das ,uebrige thun4 ,verweigert dieser seinen ,beistand1 so bedenken sie sich1 ,schritte zu thun1 von denen sie doch voraussehen konnten1 da sie unvermeidlich sein wrden4 ,einige ,treulosigkeit1 einige ,verrtherei1 einige ,verletzung der allgemeinen ,gesetze der ,sittlichkeit hlt ,jeder im ,gedrnge der ,umstnde fr erlaubt1 und verzeiht man einander allenfalls4 ,wenn es aber dadurch so weit gekommen ist1 da ein letzter dreister ,streich zum ,ziele fhren wrde1 so versagt das ,herz4 ,wren die ,menschen etwas besser1 so blieben sie von ,unternehmungen zurck1 die sie in solche ,verwicklungen fhren2 wren sie etwas schlechter1 so verfolgten sie ihre ,zwecke ohne ,bedenklichkeit bis ans ,ende1 opferten alles ,andre auf und verlren vielleicht ,manches1 erhielten aber doch das ,eine1 worauf es abgesehen war4 ,sie erhielten es vielleicht in einzelnen ,fllen4 ,aber wohin fhrt ein ganz consequentes unsittliches ,betragen8 ,lassen sich dadurch ,zwecke erreichen1 die eines wirklich groen ,geistes wrdig wren8 ,macchiavelli selbst gesteht ein1 da es dazu nicht hinreicht1 indem er von seinem ,idealfrsten verlangt1 er solle trotz seiner innern ,gleichgiltigkeit gegen die ,moralitt den ,anschein und den ,ruf aller ,tugenden erwerben1 die er ihn im ,herzen zu verachten befiehlt4 ,was aber davon zu halten ist1 das haben wir vorher gesehen4 ,ende4 ,,anmerkungen #a ,man vergleiche zu dem ,folgenden ,macaulay's geistvolle ,abhandlung ,macchiavelli8 in ,mllenhoffs gewandter ,uebersetzung 7,univ4-,bibl4 ,nr4 #aahc74 #b ,wir besitzen darber hinreichend befriedigende ,quellen4 ,macchiavelli's florentinische ,geschichte schliet zwar schon mit #adib1 aber seine brigen ,werke enthalten auch einzelne ,zge zur ,beurtheilung der folgenden ,begebenheiten4 ,neben ,guicciardini's italienischer ,geschichte haben wir eine ,menge florentinischer ,geschichtsbcher4 ,auer dem fleiigen ,benedetto ,varchi1 der eine vollstndige und ausfhrliche ,erzhlung aller ,begebenheiten1 an denen er ,anfangs selbst ,antheil genommen1 aus den besten ,quellen1 welche ihm von allen ,seiten erffnet wurden1 zusammengetragen hat1 und der ,geschichte des ehrlichen ,nardi1 die vorzglich wegen der ,nachrichten von dem schwrmerischen ,demagogen ,savonarola merkwrdig ist1 sind noch ein paar ,werke vorhanden1 in deren ,verfassern man den ,geist wahrer ,staatsmnner nicht verkennen kann4 ,bernardo ,segni1 ein ,schwestersohn des ,niccolo ,capponi1 welcher whrend der ,jahre #aebg und #aebh1 bei dem letzten ,versuche1 die ,republik herzustellen1 ,haupt des ,staats und ,anfhrer derer war1 die eine auf ,gerechtigkeit und ,billigkeit gegrndete ,verfassung einzufhren wnschten1 und ,filippo de ,nerli1 ein verstndiger ,freund republikanischer ,freiheit1 und genauer ,bekannter der ,mnner welche frher im ,jahre #aebb einen vergeblichen ,versuch machten1 eine ,republik herzustellen1 und deren vornehmster ,rathgeber ,macchiavelli war4 ,nerli schlo sich nachmals im ,gedrnge des demokratischen ,fanatismus an die ,medici an1 die allein ,schutz gegen die ,wuth des erhitzten ,pbels geben konnten1 und ward zuletzt unter den ,herzgen ,senator4 ,sein ,werk enthlt die besten ,anzeigen und treffendsten ,beurteilungen der so oft vernderten ,verfassung4 ,die ,erzhlung geht bis #aeee4 #c ,memorie ,storico-,critiche della ,citt di ,siena1 che servono alla vita civile di ,pandolfo ,petrucci dal #adhj al #aeab4 da ,gio4 ,ant4 ,pecci1 ,patrizio ,sienese4 ,siena #agee4 #d ,diese wenigen ,nachrichten finden sich in der ,geschichte ,filippo de' ,nerli's1 welcher alle genannten ,personen und besonders den ,macchiavelli genau gekannt hatte1 und der ,partei selbst wohlwollte4 #e ,varchi1 ,geschichte von ,florenz4 ,sie war also bekannt4 ,schon dieser ,umstand spricht gegen die ,vermuthung1 da das ,buch nur ein geheimer ,rathgeber des ,frsten habe sein sollen1 dem es zugeeignet ist4 ,auerdem aber ist der ,ton des ,buchs vom ,frsten mit dieser ,ansicht nicht zu vereinigen4 ,zu einem solchen ,zwecke htte der ,verfasser doch bestimmte ,anwendungen auf die ,verhltnisse des ,augenblicks machen1 und ,maregeln gegen die ,mitwerber um die ,herrschaft von ,italien und gegen einzelne ,staaten angeben mssen3 und dazu wre ,macchiavelli sehr geschickt gewesen1 wie seine ,berichte an die florentinische ,regierung whrend seiner hufigen ,gesandtschaften beweisen ,aber das ,buch vom ,frsten hat ganz den ,charakter eines literarischen ,kunstwerks4 ,als ein solches bertrifft es nicht allein ,alles1 was damit verglichen werden knnte1 sondern auch die brigen ,schriften des ,verfassers selbst4 ,und ein solches ,meisterstck sollte er nicht fr die ,welt bestimmt haben86 - - - - #f ,fnfzig solcher ,mnner machte er zu ,staatsrthen mit hohem ,range und hoher ,besoldung1 wofr sie sich um ,nichts bekmmern durften - angenehme ,sinecuren1 wie sie hnlich noch heute im gelobten ,preuen einige evangelische ,domherren haben1 die fr einen ,jahresgehalt von ca4 #cf1jjj ,mark einmal jhrlich eine ,quittung unterschreiben und ein opulentes ,frhstck verzehren mssen6 - #g ,gaultier de ,brienne1 der als ,erbe eines ,kreuzfahrers den ,titel ,herzog von ,athen fhrte4 #h ,die erste ,veranlassung zu der berhmten ,verschwrung der ,pazzi gegen die ,medici lag in der ,heirath eines ,pazzi mit einer reichen ,erbin1 welcher man ihr ,erbrecht unter dem ,vorwande zweifelhafter ,gesetze1 in der ,that aber dem ,lorenzo von ,medici zu ,gefallen entzog1 um die ,familie seines ,gegners zu entkrften4 #i ,man behauptet zwar1 das ,buch sei #aeae gedruckt1 also nicht allein bei ,lebzeiten des ,verfassers1 sondern sogar auch des ,lorenzo1 dem es dedicirt ist4 ,allein der ,herausgeber einer vollstndigen ,sammlung aller ,werke des ,macchiavelli 7,florenz1 #aghb1 in #f ,quartbnden71 behauptet1 ,niemand habe den angeblichen ,druck gesehen2 der erste sei vom ,jahre #aecb1 wo ,giunti es mit ,privileg des ,papstes edirte4 #aj ,ueber die ,widmung vgl4 ,mllenhoff1 ,macaulay's kritische ,aufstze1 ,bd4 #b1 ,macchiavelli1 7,univ4-,bibl4 ,no4 #aahc7 ,s4 #di4 #aa ,man denkt jetzt 7#ahgi7 an ,lothringen oder ,bosnien6 #ab ,erinnerung an ,ovids 7,remed4 ,am4 #ia7 ,vers3 ,principiis obsta1 sero medicina paratur4 #ac ,della ,rovere1 der den ,namen ,julius der ,zweite gefhrt hat4 #ad ,wer in einer ausfhrlichen ,erzhlung der ,thaten dieses ,menschen ein ,beispiel aus der alten ,geschichte lesen will1 wie weit kriegerische ,eigenschaften in ,verbindung mit gnzlicher ,immoralitt es darin bringen knnen1 groe ,dinge auszufhren1 die nichts bleibendes ,gutes erzeugen der lese ,diodor1 ,buch #ai und #bj4 #ae ,ein groer ,liebling des florentinischen ,pbels1 den im ,jahre #acha die ,obrigkeit wegen einer ,gewaltthtigkeit1 die er beging1 um ihr einen verhafteten unruhigen ,kopf zu entreien 7eine ,unternehmung1 an der der ,pbel ,wohlgefallen zu finden pflegt71 hinrichten lie1 ohne da der ,aufstand1 auf den er hoffte1 erfolgt wre4 ,ja1 es fand im ,gegentheil auch diese ,hinrichtung ,beifall4 #af ,ein ,krieger von englischer ,abkunft1 der am ,ende des vierzehnten ,jahrhunderts das ,handwerk trieb1 wodurch so viele in der ,folge als ,condottieri berhmt wurden4 #ag ,die italienischen ,worte misero und avaro sind von den deutschen1 durch welche sie bersetzt werden knnen1 in der feinern ,bestimmung des ,sinnes etwas verschieden4 ,uebrigens ist filzig von geizig zu unterscheiden3 geizig ist1 wer noch daneben zu erwerben trachtet2 filzig1 wer sich enthlt zu benutzen1 was er besitzt4 #ah ,das ist nun freilich eine beraus khne ,interpretation der griechischen ,sage6 #ai ,ferdinand von ,arragonien scheint gemeint zu sein4 #bj ,er besann sich1 ob er den ,antrag annehmen solle4 ,da ihm zugeredet ward1 wenn er ein chter ,bentivoglio sei1 so wrde er den ,antrag nicht ablehnen1 und das ,volk von ,bologna ihn auch nicht verlassen1 wagte er den ,schritt3 und nun kam es auch so4 ,er bewies sich des ,blutes wrdig1 das man in ihm voraussetzte1 und machte sein ,recht dadurch geltend4 ,so viel vermag die ,geburt1 wenn sie nicht allein ,alles thun soll4 #ba ,catharina1 ,tochter des ,francesco ,sforza und ,schwester des ,ludwig4 ,ihr ,gemahl war ,hieronymus ,riario1 ,neffe ,papst ,sixtus des ,vierten4 #bb ,eine weitere ,ausfhrung der in diesem ,kapitel enthaltenen ,gedanken findet man in den ,discorsi ber den ,livius im #b4 ,buche1 #bd4 ,kapitel4 #bc ,vorzglich wahre ,sentenz6 #bd ,nardi erzhlt im #f4 ,buche seiner ,geschichte von ,florenz1 da die ,astrologen dem ,papste ,leo ,x4 in den ersten ,monaten seiner ,regierung vorhergesagt haben1 sein ,bruder ,giuliano 7der als ,herzog von ,nemours starb7 werde ,knig von ,neapel1 und sein ,neffe ,lorenzo ,herzog von ,mailand werden4 #be ,das erzhlt ,davila1 der durch seinen ,bruder1 einen ,kammerherrn der ,catharina1 mit ,heinrich dem ,dritten und seinem ,hofe genau bekannt war4 ,davila1 selbst ein ,italiener1 spricht von der ,catharina und ihren ,shnen mit der sympathetischen ,empfindung des ,landmanns4 ,daher ist seine ,geschichte dieses mehr italienischen als franzsischen ,hofes so natrlich1 so lebendig1 so anziehend4 ,er fhlte ganz anders1 wie die florentinischen ,gemther gesinnt waren1 als franzsische ,schriftsteller4 ,in den ,erzhlungen solcher ,geschichtschreiber sieht man die ,menschen selbst vor sich2 in den ,bemerkungen andrer ber die ihnen fremden ,gestalten entgeht das ,eigenthmlichste und ,feinste4 ,ueber cht franzsische ,charaktere mu man hingegen franzsische ,schriftsteller lesen3 ber ,heinrich den ,vierten den ,voltaire4 ,den ,helden der ,galanterie und des ,point d'honneur stellt dieser mit eben so vielem ,talente dar1 als ,davila die ,catharina1 die er wegen ihres verschmitzten ,herrschertalents vergttert4 ,,bemerkungen ,,zur ,,textgestalt ,die ,originalausgabe ist in ,fraktur gesetzt4 ,in ,antiqua gesetzt sind in ihr einzelne ,wrter aus fremden ,sprachen4 ,sie sind hier durch ,unterstrich 77 gekennzeichnet1 ebenso wie gesperrt gesetzte ,wrter4 ,das ,inhaltsverzeichnis wurde vom ,ende des ,textes an den ,anfang versetzt4 ,zeichensetzung und ,rechtschreibung wurden nicht vereinheitlicht4 ,korrektur von offensichtlichen ,druckfehlern3 ,seite #bf3 ,entschossenheit8 gendert in ,entschlossenheit8 ,seite #hj3 e gne8 gendert in eigne8 ,seite #hh3 e ne8 gendert in eine8 ,seite #id3 ,vermg n8 gendert in ,vermgen8 ,seite #ie3 ,sei en8 gendert in ,seiten8 ,seite #if3 gelt nd8 gendert in geltend8 ,seite #acd3 lauge8 gendert in lange8