from the ,google ,print project47 ,einiges aus der ,geschichte der ,astronomie im ,alterthum4 ,rede zur ,feier des ,geburtstages ,sr4 ,maj4 des ,deutschen ,kaisers ,knigs von ,preussen ,wilhelm ,i4 gehalten an der ,christian-,albrechts-,universitt am #ag4 ,mrz #ahhc von ,dr4 ,friedrich ,blass ordentlichem ,professor der classischen ,philologie4 ,kiel #ahhc4 ,zu haben in der ,universitts-,buchhandlung4 ,druck von ,schmidt ,klaunig4 ,hochansehnliche ,versammlung6 ,auch uns vereinigt heute die sechsundachtzigste ,wiederkehr des ,geburtstagsfestes unsres erhabenen ,kaisers und ,knigs1 die in wenigen ,tagen bevorsteht4 ,allberall im deutschen ,reiche und weit jenseits der ,grenzen desselben1 wo nur berhaupt ,menschen deutschen ,stammes und deutscher ,sprache beisammen sind1 gedenkt man in diesen ,tagen mit ,freude und ,stolz des ,begrnders des deutschen ,reiches4 ,und es ist gut1 dass jhrlich eine ,zeit wiederkehrt1 die zu diesem ,gedenken auffordert und den ,anlass dazu giebt1 damit nicht die ,gewohnheit uns abstumpfe und uns das als alltglich und gewhnlich erscheinen lasse1 was doch nimmermehr gewhnlich ist4 ,wir alle1 die wir die grossen ,ereignisse der letzten ,decennien1 seitdem dieser ,herrscher den ,thron seiner ,vter bestieg1 mit ,bewusstsein durchlebt haben1 mssen es uns immer wiederholen3 wir sind begnstigt vor vielen andern ,geschlechtern4 ,nicht bloss1 weil wir das haben in ,erfllung gehen sehen1 was die ,hoffnung und die ,sehnsucht unsrer ,vter und ,grossvter war1 sondern auch weil es etwas besonderes ist1 mitbetheiligter1 wenn nicht gar mitwirkender ,zeuge grosser ,dinge und mitlebender ,genosse grosser ,mnner zu sein4 ,gleichwie jetzt unser ,volk1 in den altangestammten ,provinzen wenigstens1 immer noch in den ,erinnerungen an ,friedrich den ,grossen lebt1 und dieser ,frst mit seinen ,generlen1 einem ,seydlitz1 ,ziethen und so fort1 dem gewhnlichsten ,manne vertraute und geliebte ,gestalten sind1 so wird in kommenden ,zeiten in den alten und in den neuen ,provinzen1 ja vielmehr in ganz ,deutschland1 ,kaiser ,wilhelm ,i4 mit seinen ,prinzen und seinen ,genossen1 einem ,grafen ,moltke1 ,grafen ,roon1 ,frsten ,bismarck1 fr ,hoch und ,niedrig ein geliebter ,gegenstand gewohnter ,unterhaltung und1 im ,bilde1 des verehrenden tglichen ,anschauens sein4 ,billig also drfen wir mit ,stolz uns freuen1 dass diese ,gestalt fr uns nicht nur in der ,erinnerung lebt1 und mssen nicht am wenigsten auch die ,gnade dankbar preisen1 dass die ,flle der ,jahre das ,haupt unsres allverehrten ,kaisers und ,knigs noch nicht gebeugt hat4 ,denn wenn wir in die ,geschichte blicken1 so finden wir auch dies soweit entfernt gewhnlich zu sein1 dass es eher beispiellos ist4 ,gerade der heutige ,tag bringt uns die ,grsse dieser ,gnadengabe recht zum ,bewusstsein4 ,hochverehrte ,anwesende6 ,die ,universitten1 als die ,pflegerinnen der ,wissenschaft1 und nicht zum wenigsten unsre ,christian-,albrechts- ,universitt1 haben noch ganz besondre ,ursache zum ,dank und zur ,freude4 ,was unsre ,universitt dem deutschen ,reiche und seinem erhabenen ,begrnder verdankt1 steht zum ,theil sichtlich vor unsern ,augen4 ,das neue deutsche ,reich hat sich alsbald angeschickt1 auch die deutsche ,wissenschaft in allen ihren ,theilen zu pflegen und zu frdern4 ,zwar ist die ,wissenschaft international1 aber eben darum ein ,gegenstand edlen ,wettstreites unter den ,nationen1 und wenn wir ,deutschen schon vorher1 ehe wir ein geeinigtes ,volk wurden1 viel ,ruhm und ,ehren in diesem ,wettstreite erlangt haben1 so ziemt es sich jetzt vollends1 nicht zurckzubleiben4 ,so waren denn auch im verflossenen ,jahre1 durch die ,frsorge der ,regierung ,sr4 ,majestt1 die deutschen ,schiffe und die deutschen ,mnner der ,wissenschaft auf den fernsten ,punkten des ,erdballs zur ,stelle1 als es galt1 die seit mehr als zweitausend ,jahren von der ,wissenschaft gesuchte ,entfernung des ,himmelskrpers1 von dem die ,erde ihr ,licht und ihre ,wrme empfngt1 durch ,beobachtung des ,venusdurchganges endlich genau zu ermitteln4 ,es entspricht dem ,gebrauche bei ,feierlichkeiten1 wie die heutige1 wenn ich an dies vielbesprochene ,ereigniss des letzten ,jahres eine kurze rckschauende ,betrachtung anknpfe4 ,die ,wissenschaft ist wohl immer in rastlosem ,vordringen zur ,erforschung der ,geheimnisse der ,natur und des ,geistes begriffen1 aber daneben ist sie ebenso bestrebt1 nach rckwrts die ,verbindung mit den vergangenen ,geschlechtern zu erhalten und deren ,arbeit und ,thun sich zu vergegenwrtigen4 ,wie der einzelne ,mensch die ,erinnerungen aus seinem ,einzelleben pflegt1 so die ,wissenschaft die aus dem ,gesammtleben der ganzen ,menschheit4 ,eine solche rckschauende ,betrachtung der ,entwickelung der astronomischen ,wissenschaft muss nun1 wenn sie bis an die ,anfnge reichen will1 ber die ,grenzen der christlich-europischen ,cultur weit zurckgehen4 ,denn die ,astronomie ist lter als diese und zeigt schon durch ihre ,namen und ,kunstausdrcke1 dass sie von andern ,nationen und ,zeiten her berliefert worden ist4 ,ausdrcke wie ,zenith1 ,sternnamen wie ,aldebaran sind arabisch2 ,sirius und ,orion und die ganze ,menge der mythologischen ,figuren am ,himmel1 und dazu ,bezeichnungen wie ,pol1 ,ekliptik und so fort1 sind griechisch1 ebenso der ,name der ,wissenschaft4 ,neben diesen ,spuren1 welche die ,griechen und die sie ablsenden ,araber hinterlassen haben1 zeigt die ,flle lateinischer ,bezeichnungen1 als quator1 ,meridian1 ,venus1 dass die ,rmer auch in dieser ,beziehung die bermittler der griechischen ,wissenschaft an das ,abendland geworden sind4 ,diese lateinischen ,bezeichnungen sind eben aus dem ,griechischen bersetzt1 gleich wie andre deutsche1 als z4 ,b4 ,tag- und ,nachtgleiche1 aus dem ,lateinischen bersetzt sind2 gehen wir nun aber noch weiter zurck1 so finden wir1 dass wie die lateinischen ,planetennamen bersetzungen aus den griechischen ,gtternamen1 so auch diese griechischen selbst wieder bersetzungen sind1 und dass wir mit den ,griechen noch nicht die ersten ,anfnge erreicht haben4 ,diese sind vielmehr bei den orientalischen ,nationen1 den gyptern und ,chaldern1 und zumal bei den letzteren1 denen in der ,that ein keineswegs geringer ,bestand verdankt wird4 ,die ,namen der ,planeten sind ursprnglich die babylonischer ,gtter1 an deren ,stelle die ,griechen entsprechende aus ihrer eigenen ,gtterlehre setzten2 daher sind dann auch1 durch weitere bersetzung aus einer ,sprache in die andere1 die ,namen unsrer ,wochentage gekommen4 ,babylonisch ist auch die ,eintheilung des ,thierkreises in #ab ,zeichen und die ,benennung dieser ,zeichen2 die ,eintheilung des ,tages in zweimal zwlf ,stunden1 statt in irgend welche andre ,zahl1 und die der ,himmelskreise in sechsmal #fj ,grade und des ,grades in #fj ,minuten2 berall herrscht hier die ,zahl sechs mit ihren ,produkten1 wie vor ,tausenden von ,jahren so noch heute4 ,und doch drfte man nicht wohl von einer eigentlichen ,wissenschaft der ,astronomie bei den ,chaldern reden4 ,ich las krzlich den ,ausspruch eines bedeutenden ,mathematikers1 dass die ,naturwissenschaften berhaupt nur in dem ,masse wirklich als ,wissenschaft gelten knnten1 als sie mathematisch geworden seien4 ,ob nun dies bei den anderen ,naturwissenschaften zutrifft1 kommt mir nicht zu zu entscheiden2 unbestreitbar aber gilt es von der ,astronomie4 ,auch gengt nicht das ,zhlen und ,rechnen1 welches die ,chalder auf ,grund jahrhundertelanger ,beobachtung zur ,bestimmung der ,umlaufszeiten der ,planeten handhabten4 ,das war wohl ,material fr wissenschaftliche ,astronomie1 aber nicht diese selbst1 und die ,chalder sind mit ihren ,mitteln und ihrer ,methode nicht einmal zu der ,erkenntniss gekommen1 dass die ,erde eine ,kugel ist4 ,was sie aufbauten und ausbildeten1 war vielmehr die ,pseudowissenschaft der ,astrologie1 vermge deren sie freilich einen merkwrdigen ,einfluss nicht nur auf ,griechen und ,rmer1 sondern indirekt auch auf die modernen ,nationen bis ins #ag4 ,jahrhundert ausgebt haben4 ,mit ,recht also sagt ein ,schler ,platons1 dass die ,griechen hier wie sonst zwar die ,anregungen und ,anfnge von den ,barbaren berkmen1 aber das ,empfangene dann viel schner auszugestalten wssten4 ,die ,chalder blieben in der ,astrologie stecken1 die wissenschaftliche1 mit der ,mathematik aufgebaute ,astronomie ist1 wie die ,mathematik selbst1 eine ,schpfung der ,griechen4 ,freilich erst sehr allmhlich und niemals ganz hat auch dies begabteste ,volk des ,alterthums sich von kindlichen und aberglubischen ,vorstellungen ber die ,weltkrper zu befreien vermocht4 ,nicht frher als etwa im #d4 ,jahrhundert v4 ,chr41 in der ,zeit ,platons1 beginnt zugleich die ,mathematik und eine auf sie gegrndete ,astronomie einen grsseren ,aufschwung zu nehmen4 ,damals sind es zwei ,schulen1 die sich die ,ausbildung dieser ,wissenschaften angelegen sein lassen3 in ,athen die des ,platon1 in dem griechischen ,unteritalien und ,sicilien die der ,pythagoreer4 ,auf die letzteren wird die ,aufstellung des ,hauptproblems der alten ,astronomie zurckgefhrt1 welches sie so fassten3 was fr gleichmssige und kreisfrmige ,bewegungen man vorauszusetzen habe1 um den thatschlichen ,erscheinungen am ,himmel gerecht zu werden4 ,wir knnen hier tadeln1 dass das ,problem zu frh gestellt sei1 vor gengender ,feststellung der thatschlichen ,erscheinungen1 und ferner1 dass die ,lsung ungehriger ,weise durch zwei ,bedingungen prjudicirt wurde1 nmlich durch die geforderte ,gleichmssigkeit und ,kreisfrmigkeit der ,bewegungen4 ,es haben sich aber smmtliche ,astronomen des ,alterthums und auch die der ,neuzeit bis zu ,kepler an diese ,bedingungen gebunden2 selbst letzterer hat erst spt und mit ,widerstreben die kreisfrmige ,bewegung aufgeopfert4 ,bei den ,alten nun hngt diese ,forderung mit ihrer ,religion zusammen4 ,denn whrend der ,christ in den ,dingen am ,himmel nur eine ,schpfung sieht1 welche mit der ,erkenntniss zu beherrschen er sich berufen fhlt1 erblickte die antike ,menschheit1 ,schpfer und ,schpfung vermischend1 in der ,sonne und den anderen ,himmelskrpern sowie auch in der ,erde etwas unmittelbar ,gttliches1 einen ,gegenstand religiser ,verehrung4 ,ein ,mann wie ,platon will den ,atheismus bezwingen durch den ,hinweis auf die sichtbaren ,gtter1 d4 i4 ,sonne1 ,mond und ,sterne1 und die materialistische ,schule des ,epikur weiss diese beunruhigende ,gtterfurcht nicht anders fernzuhalten als indem sie1 mit dem ihr eignen ,dogmatismus1 aller ,mathematik zum ,trotz auf das ,dogma schwor1 dass die ,sonne nicht grsser sei als sie scheine1 d4 h4 etwa einen ,fuss breit4 ,erst das ,christenthum hat dem ,menschen die ,freiheit von der ,natur und die ,herrschaft ber sie zurckgegeben4 ,wenn nun aber1 gemss der antiken ,auffassung1 die ,gestirne ,gtter waren1 so schickte sich fr sie nur eine ganz gleichmssige ,bewegung1 und ferner keine andre als die allerregelmssigste und einfachste1 nmlich die ,kreisbewegung4 ,man wird ber diesen ,grundirrthum der antiken ,astronomie billiger urtheilen1 wenn man bedenkt1 dass an den scheinbaren ,unregelmssigkeiten der ,planetenbewegung1 welche die ,alten als nothwendig bloss scheinbar voraussetzten1 der berwiegend grsste ,theil wirklich bloss scheinbar ist1 und dass der erste ,fortschritt jedenfalls in der ,erkenntniss dieses trglichen ,scheines bestehen musste4 ,nachdem nun in der pythagoreischen und demnchst auch in der platonischen ,schule das astronomische ,problem so gestellt war1 entstand ein ,eifer es zu lsen1 der die ganze ,frische einer jungen ,wissenschaft zeigt4 ,man ging dabei im allgemeinen1 wie auch natrlich war1 von der ,annahme aus1 dass das ,ruhen der ,erde kein blosser ,schein sei1 dass also der ,himmel sich bewege4 ber die ,kugelgestalt der ,erde war man sich damals schon fast oder vllig einig2 um diese ,kugel herum nun dachte man sich andre ,kugeln gelegt1 zunchst die1 mit der sich der ,mond bewege1 dann weiter die ,kugeln oder ,sphren der ,planeten1 worunter auch der ,sonne1 und schliesslich alle umfassend die ,sphre des ,fixsternhimmels4 ,diese letztere bewege sich1 alle eingeschlossenen ,sphren mit sich reissend1 alle #bd ,stunden einmal von ,osten nach ,westen um die ,weltachse herum2 die eingeschlossenen ,sphren aber htten ausserdem jede ihre eigenthmliche ,bewegung1 in entgegengesetzter ,richtung und um eine anders liegende ,achse1 die der ,ekliptik4 ,von diesen ,annahmen nun1 die im ganzen ,alterthum herrschend geblieben sind1 war keine in dem ,masse unwahrscheinlich und unglaublich1 wie die tgliche ,bewegung des ,fixsternhimmels1 zumal da man schon frh mehr und mehr den ungeheuer weiten ,abstand der ,himmelskrper zu ahnen begann4 ,und ferner lag doch auch die berlegung nahe1 dass man den thatschlichen ,erscheinungen durch die ,annahme einer tglichen ,umdrehung der ,erde um ihre ,achse nicht minder gerecht werden knne4 ,wirklich ist diese ,ansicht sowohl in der pythagoreischen wie in der platonischen ,schule aufgestellt worden1 in letzterer von ,herakleides dem ,pontiker2 aus ersterer werden die ,syrakusier ,hiketas und ,ekphantos genannt1 bei denen1 und speziell bei ,hiketas1 auch die ,prioritt zu suchen ist4 ,andere ,pythagoreer hatten eine eigenthmliche ,lehre von einem uns stets unsichtbaren ,centralfeuer1 um welches ,erde1 ,sonne und ,planeten kreiseten2 die tgliche ,umdrehung des ,himmels wurde auch hierdurch beseitigt4 ,platon selbst gebraucht an einer ,stelle von der ,erde1 die er in den ,mittelpunkt des ,weltalls setzt1 einen mehrdeutigen ,ausdruck1 den man schon im ,alterthum auf ,achsendrehung bezogen hat3 aber da er daneben unzweideutig die ,drehung des ,himmels lehrt1 so ist fr ,achsendrehung in seinem ,system keine ,stelle4 ,aristoteles aber sucht jegliche ,bewegung der ,erde als unstatthaft nachzuweisen1 aus ,grnden der usserst mangelhaften antiken ,physik1 welche auf die ,entwickelung der ,astronomie einen sehr blen ,einfluss ausgebt hat4 ,indem man sich die ,welt als einheitliches ,ganzes aus den vier oder fnf ,elementen construirte1 wies man denselben ihren ,platz je nach der ,schwere nher dem ,mittelpunkte oder ferner von demselben an2 also musste die ,erde in der ,mitte sein1 die ,gestirne aber1 welche von dieser fern und ferner kreiseten1 aus den leichtesten ,elementen1 dem ,feuer und ther1 bestehen4 ,und auch gegen eine ,achsendrehung der ,erde hat ,aristoteles seine physikalischen ,grnde4 ,es waren berhaupt wahre ,berge von ,vorurtheilen zu berwinden1 und das ,verwunderliche ist schliesslich nicht1 dass man im allgemeinen sich nicht entschloss die ,erde zu bewegen1 sondern dass ,einzelne doch trotz aller ,vorurtheile dies thaten4 ,von demselben ,herakleides und den ,pythagoreern lesen wir auch1 dass sie den ,mond und die ,sterne fr besondre ,welten gleich der ,erde hielten1 jeden wie diese von seiner ,atmosphre umschlossen1 und von ,herakleides allein1 dass er wenigstens zwei der ,planeten1 den ,merkur und die ,venus1 nicht um die ,erde1 sondern um die ,sonne kreisen liess4 ,das sich hieraus ergebende ,weltsystem1 nicht unhnlich dem zur ,vermittelung zwischen dem antiken und dem coppernicanischen von ,tycho de ,brahe aufgestellten1 nannte man sonst wohl das gyptische1 indem man die ,stelle eines spten lateinischen ,autors dahin missverstand1 als htten die gypter dies gelehrt4 ,es findet sich aber bei einem andern spten ,lateiner dies ,system ohne weiteres als das richtige vorgetragen1 woraus zu schliessen1 dass dasselbe auch nach ,herakleides ,vertreter gefunden hat2 denn es ist gleich undenkbar1 dass jener ,autor es aus sich erfunden1 wie dass er es aus dem alten ,herakleides entnommen htte4 ,die ,sache ist die1 dass diese beiden inneren ,planeten aus sehr einfachen ,grnden sich immer nahe der ,sonne zeigen1 weswegen auch1 bei der anscheinend mit der ,sonne gleichen ,umlaufszeit1 die ,vertreter des gewhnlichen ,weltsystems fortwhrend stritten1 ob die ,sonne oder diese ,planeten1 und ob ,merkur oder ,venus hher stehe4 ,herakleides' ,aufstellung also bildet den ,anfang des die ,sonne ins ,centrum setzenden1 sogenannten heliocentrischen ,systems1 welches bald seine vollere ,ausbildung erhalten sollte4 ,aristoteles' zweiter ,nachfolger in der ,leitung der von ihm gegrndeten philosophischen ,schule war ,straton von ,lampsakos1 der ,physiker genannt1 weil er diesen ,theil der ,philosophie besonders pflegte4 ,er wich dabei von der aristotelischen ,lehre wesentlich ab1 nach der ,seite des ,materialismus1 indem er an die ,stelle des gttlichen ,baumeisters der ,welt den ,zufall setzte1 der den ersten ,anstoss zur ,bewegung der ,materie und zur ,entwickelung der in ihr wohnenden ,krfte gegeben4 ,von diesem ,standpunkte aus konnte er auch die ,dinge am ,himmel etwas vorurtheilsfreier betrachten1 als das einem ,platon oder ,aristoteles mglich war1 und so wird es wohl nicht zufllig sein1 dass aus seiner ,schule ein ,mann hervorging1 der die ,khnheit hatte1 zur ,erklrung der thatschlichen ,erscheinungen die der gewhnlichen entgegengesetzte ,hypothese aufzustellen4 ,es war dies ,aristarchos von ,samos1 dessen ,blthe ungefhr #bhj-bgj v4 ,chr4 fllt2 er lebte vielleicht in ,alexandria1 wo auch ,straton eine ,zeitlang als ,prinzen-,erzieher sich aufhielt4 ,denn nicht in ,athen und berhaupt nicht in dem griechischen ,mutterlande1 dessen geistige ,produktionskraft nachgerade fast erloschen war1 sondern in den alten und neuen griechischen ,grndungen im ,osten und ,westen1 als ,alexandria1 ,rhodos1 ,syrakus1 sind fortan die ,hauptsttten der ,wissenschaft1 ,literatur und ,kunst zu suchen4 ,aristarch's ,schrift nun1 in der er diese ,hypothese voranstellte1 ist verloren1 und auch die ,nachricht davon war dem ,coppernicus noch nicht bekannt1 whrend derselbe von ,hiketas' und ,herakleides' ,achsendrehung durch ,autoren1 wie ,cicero1 ,kunde hatte1 und auch von einem ,systeme1 wonach wenigstens die ,planeten sich um die ,sonne drehten4 ,wenn umgekehrt ,aristarch's ,schrift erhalten1 oder doch das ,wissen von ihr lebendig geblieben wre1 so wrden wir wohl unzweifelhaft unser ,weltsystem nicht das coppernicanische1 sondern das aristarchische nennen4 ,nun aber sind nicht einmal die ,einzelheiten der ,aufstellung vollstndig berliefert1 noch auch ,titel und ,inhalt der gesammten ,schrift mit ,sicherheit zu ermitteln4 ,dass ,aristarch die neue ,meinung in der ,form der ,hypothese brachte1 war nach der ursprnglichen ,fassung des ,problems ganz selbstverstndlich2 bewiesene ,wahrheit ist sie berhaupt erst spt geworden4 ,bestimmt bezeugt wird1 dass er die ,erde sowohl um ihre eigene ,achse1 als um die ,sonne sich bewegen liess2 um die ,erde kreisete der ,mond1 aus dessen gelegentlicher ,stellung zwischen ,erde und ,sonne ,aristarch gleich den ,vertretern des gewhnlichen ,systems die ,verfinsterungen der ,sonnenscheibe erklrte2 von den ,planeten hren wir nichts1 indess versteht sich von selbst1 dass er auch diesen eine ,bewegung um die ,sonne zutheilen musste4 ,diese bildete ihm das unbewegliche ,centrum der ,welt2 unbeweglich war auch der das ,centrum und die ,erdbahn umschliessende ,fixsternhimmel4 ,um aber dem ,einwurfe zu begegnen1 den schon ,aristoteles gegen eine ,fortbewegung der ,erde vorbringt1 dass nmlich dann die ,fixsterne den ,ort ihres ,erscheinens periodisch wechseln mssten1 nahm er alsbald den ,satz in seine ,hypothese auf1 dass sich die gesammte ,erdbahn zu der ,sphre der ,fixsterne nur wie der ,mittelpunkt zur ,oberflche der ,kugel verhalte4 ,der grosse ,archimedes1 der uns dies mittheilt1 nimmt an der ,form dieses ,satzes ,anstoss1 da doch der ,mittelpunkt gar keine ,grsse und folglich auch kein ,verhltniss zur ,oberflche habe2 er kann sich aber offenbar auch in die grossartige ,khnheit der ,anschauung nicht finden1 nach welcher nicht nur ,erde1 nicht nur ,sonne1 sondern auch die ganze ,bahn der ersteren um die letztere zu einem unmessbaren ,punkte wird1 wenn man die ,abstnde der ,fixsterne vergleicht4 ,archimedes1 der sich mit ,astronomie nur zum geringsten ,theil beschftigte und die richtige ,erkenntniss haben mochte1 dass vor weiterer ,ausbildung der ,mathematik und vor weiterer ,ansammlung genauer ,beobachtungen eine sichere ,construction der ,himmelserscheinungen nicht mglich sei1 spricht sich ber die gesammte ,hypothese weder billigend noch missbilligend aus2 ,andern aber gab sie grossen ,anstoss4 ,wir lesen eine usserung des stoischen ,philosophen ,kleanthes1 ,aristarch msse vor dem ,gerichte aller ,hellenen des ,religionsfrevels angeklagt werden1 weil er den ,heerd der ,welt verrcke1 die unbewegliche ,erde nmlich1 welche nach der alten ,anschauung der feste ,mittelpunkt der ,welt1 wie der ,heerd und seine ,personifikation1 die ,gttin ,hestia1 der des ,hauses war4 ,man muss aber wegen dieses hyperbolischen ,ausdrucks der ,entrstung nur nicht meinen1 dass ein wirklicher ,prozess gegen ,aristarch dazumal berhaupt mglich gewesen sei4 ,wohl waren die berlieferten ,anschauungen in den ,gemthern der ,gebildeten wie der ,ungebildeten mchtig und unbezwinglich2 aber hiervon war nur das die ,folge1 dass ,aristarch trotz seines sehr hohen ,ansehens als ,astronom seiner ,hypothese nicht ,eingang verschaffen konnte4 ,das heliocentrische ,system hat unseres ,wissens nachher nur noch einen ,vertreter gehabt1 den ,seleukos aus ,babylonien1 einen ,mann chaldischer ,herkunft1 aber griechisch gebildet1 dessen ,zeit man um die ,mitte des #b4 ,jahrhunderts v4 ,chr4 setzen kann4 ,er stellte die ,bewegung der ,erde um die ,sonne nicht bloss als ,hypothese1 sondern als ,thatsache hin und benutzte sie zur ,erklrung der ,erscheinungen von ,ebbe und ,fluth1 in einer eigenthmlichen1 unsern ,einsichten allerdings nicht entsprechenden ,weise4 ,wir sehen also1 dass die ,erkenntniss des ,weltsystems im ,alterthum gewissermassen eine rcklufige ,bewegung nimmt1 soweit dass bei ,ptolemus1 dessen ,almagest sozusagen das ,facit der gesammten astronomischen ,leistungen des ,alterthums darstellt1 die heliocentrische ,hypothese nicht einmal mehr bekmpft1 noch berhaupt erwhnt wird4 ,jedes ,zeitalter und jedes ,volk hat sein bestimmtes ,mass von ,erkenntniss1 welches es erreichen soll und erreicht2 fr die antike ,welt war hier die ,grenze1 innerhalb deren indess auch nach ,aristarch noch ausserordentlich viel geleistet worden ist4 ,denn auch das rechne ich unter die ,leistungen1 dass das gewhnliche ,weltsystem gerade durch die hchst vollkommene ,ausbildung1 die es unter den ,hnden grosser ,astronomen erfuhr1 in seiner ,unhaltbarkeit und ,unmglichkeit aufgewiesen wurde2 es war ja auch in der ,ordnung1 dass man die zunchstliegende ,annahme der ruhenden ,erde vorlufig festhielt und nun grndlich untersuchte1 ob man damit zur ,erklrung der thatschlichen ,erscheinungen auskommen konnte4 ,diese zur ,erklrung zu bringenden ,erscheinungen bestehen nun nicht nur in dem scheinbaren ,stillstehen und ,rckwrtsgehen der ,planeten1 sondern auch in der ,ungleichheit der ,zeitabschnitte1 in denen die ,sonne die vier vollkommen gleichen ,abschnitte1 in die man ihre ,bahn im ,thierkreise zerlegt1 zu durchlaufen scheint4 ,zur ,erklrung der ,planetenbewegung stellte ,plato's ,schler1 der bedeutende ,astronom und ,mathematiker ,eudoxos1 und nach ihm zu ,aristoteles' ,zeit ,kallippos von ,kyzikos ein ,system von vielen um denselben ,mittelpunkt liegenden ,sphren auf1 jede mit ihrer eigenthmlichen ,bewegung2 die ,planeten und ebenso ,sonne und ,mond waren jeder in einer dieser ziemlich solide gedachten ,sphren befestigt1 es gehrten aber ausserdem zu jedem noch mehrere sogenannte sternlose ,sphren1 um die den ,planeten tragende herumliegend4 ,es entstand somit ein hchst complicirtes ,system von ,bewegungen1 indem jede dieser usseren ,sphren des ,planeten auf die inneren einwirkte und ihre ,bewegung auf diese bertrug1 und die innerste1 den ,planeten tragende schliesslich die ,bewegungen aller anderen und ihre eigne in sich vereinigte4 ,aber man erkannte bald1 dass dieser ,weg ein heilloser und hoffnungsloser ,irrweg sei1 zumal da eine ,art von ,unregelmssigkeit schlechterdings ohne ,erklrung blieb1 die nmlich1 dass der ,mond und die ,planeten ,mars und ,venus augenfllig in ihrer scheinbaren ,grsse1 d4 i4 in ihrer ,entfernung vom ,mittelpunkte wechseln4 ,so verfielen denn die ,astronomen nach ,kallippos und vielleicht schon vor ihm auf eine andere ,art der ,erklrung4 ,sie gaben nmlich den gemeinsamen ,mittelpunkt der ,bahnen auf1 und theilten jeder ,planetenbahn einen besondern1 von dem ,mittelpunkte der ,welt1 d4 i4 der ,erde1 mehr oder weniger weit abliegenden ,mittelpunkt zu2 mit andern ,worten1 sie liessen ,sonne1 ,mond1 ,planeten sich in excentrischen ,kreisen um die ,erde bewegen4 ,somit mussten denn die ,weltkrper dieser bald nher1 bald ferner zu stehen kommen und darnach bald grsser1 bald kleiner erscheinen1 und auch jene ,unregelmssigkeit der ,sonne1 dass sie gleiche ,abschnitte ihrer scheinbaren ,bahn in ungleichen ,zeiten durchluft1 erhielt auf diese ,weise ihre vollkommen befriedigende ,erklrung4 ,denn wenn die wirkliche ,bahn der ,sonne eine andere1 der ,erde hier nher1 dort ferner liegende ist1 so sind auch die scheinbar gleichen ,abschnitte der ,bahn in ,wirklichkeit ungleiche1 und die ,sonne wird1 ohne in ,wahrheit ihre ,schnelligkeit zu steigern oder darin nachzulassen1 doch als schneller laufend erscheinen1 wenn sie die in ,wirklichkeit krzere ,strecke durchluft1 und umgekehrt als langsamer laufend1 wenn sie sich durch die lngere ,strecke bewegt4 ,fr die ,sonne1 d4 h4 thatschlich fr die ,bewegung der ,erde um die ,sonne1 hat sich denn auch das nachfolgende ,alterthum im ganzen bei dieser ,erklrung durch den excentrischen ,kreis beruhigt1 welche ja auch mit der ,keplerschen durch die elliptische ,bahn eine gewisse hnlichkeit hat4 ,es war allerdings vllig unerfindlich1 weshalb denn die ,sonne sich nicht um den ,mittelpunkt der ,welt1 sondern um einen von diesem ziemlich entfernten ,punkt1 der ganz im freien ,raume lag1 bewege2 aber um die physikalische ,erklrung kmmerten sich die ,astronomen wenig1 da sie laut dem ursprnglichen ,problem nur zu untersuchen hatten1 durch was fr gleichmssige und kreisfrmige ,bewegungen sich die thatschlichen ,erscheinungen erklren liessen4 ,auch ,kepler hat fr die von ihm construirten ,bewegungen die physikalische ,erklrung noch nicht gegeben1 sondern erst ,newton2 der erhebliche ,unterschied ist ja freilich1 dass sich das ,kepler'sche ,system physikalisch begrnden liess1 das der excentrischen ,kreise nimmermehr4 ,indess auch die ,alten waren mit diesem ,systeme noch keineswegs am ,ende ihrer ,mhen4 ,denn die ,bewegungen der mit der ,erde um die ,sonne kreisenden ,planeten1 und die des die ,erde begleitenden ,mondes erscheinen ganz erheblich complicirter1 und diese ,erscheinungen wurden nun den ,griechen mehr und mehr bekannt1 theils durch die fortgesetzte eigne ,beobachtung1 theils indem ihnen1 von den ,zeiten ,alexanders des ,grossen ab1 die vielhundertjhrigen babylonischen ,beobachtungen zugnglich wurden4 ,es kam auch das dazu1 dass durch eine ,reihe von ,erfindungen die ,instrumente zur ,beobachtung sich etwas vermehrten und verbesserten1 so ungeheuer weit auch gerade hier der ,abstand zwischen der modernen ,verfeinerung und ,prcision und den antiken ,anfngen geblieben ist4 ,ferner sind sehr wesentlich die im #c4 und #b4 ,jahrhundert v4 ,chr4 gemachten ausserordentlichen ,fortschritte der ,mathematik4 ,so kam man denn zur ,erklrung der ,bewegungen noch auf eine andere ,construction1 die der sogenannten ,epicykeln4 ,thatschlich ist die ,bewegung des ,mondes eine derartige1 dass er um die kreisende ,erde selber herumkreist2 nicht unhnlich der eines ,punktes auf einem kleinen ,maschinenrade1 welches an dem ,rande eines sich drehenden grsseren befestigt ist und nun theils mit diesem gedreht wird1 theils daneben noch seine eigene ,bewegung hat4 ,die ,alten nun construirten sich die ,bewegung des ,mondes so1 dass er um einen ,punkt seiner ,bahn1 dieser ,punkt aber mit dem kreisenden ,monde sich um die ,erde bewege2 sie dachten sich die ,erde gleichsam inmitten jenes grossen ,rades1 sagen wir an der ruhenden ,achse befestigt1 und zwar auch nicht gleich weit von den ,punkten des ,umfangs entfernt1 den ,mond aber am ,umfange des kleinen ,rades1 und sie nannten nun dies kleine ,rad oder vielmehr den entsprechenden ,drehungskreis den ,epicykel4 ,es ist begreiflich1 dass man beim ,monde mit einer solchen ,construktion einigermassen auskam1 da sie den ,thatsachen entspricht1 sowie man an ,stelle der ,erde die ,sonne1 die ,erde aber in das bei den ,alten leere ,centrum des kleinen ,kreises setzt4 ,bei den ,planeten aber langte weder diese ,erklrung noch irgend eine andre zu1 so dass hieran1 trotz aller scharfsinnigen ,versuche1 das antike ,system mit der ruhenden ,erde zu ,schanden geworden ist4 ,der grsste aller ,astronomen des ,alterthums1 ,hipparchos1 hat dies indirekt auch selber anerkannt1 indem er bei den ,planeten auf eine eigne ,erklrung verzichtete1 und sich auf den ,nachweis der ,unhaltbarkeit der bisherigen ,erklrungen beschrnkte4 ,hipparchos1 von dessen zahlreichen ,schriften leider nur eine einzige1 noch dazu eine mehr populre und wissenschaftlich nicht bedeutende erhalten ist1 stammte aus ,nica in ,bithynien1 lebte aber nachher theils1 wie es scheint1 in ,alexandrien1 theils und vornehmlich auf ,rhodos2 seine astronomischen ,beobachtungen lassen sich von #afa-abf v4 ,chr4 verfolgen4 ,das ,schicksal der griechischen ,wissenschaft war1 dass er keinen ,nachfolger in seinem ,werke fand1 ausser dreihundert ,jahre spter den ,claudius ,ptolemus1 der seinen ,almagest grsstentheils mit ,hipparch's ,methoden und mit ,hipparch's ,beobachtungen herstellte4 ,mit dem zweiten ,jahrhundert v4 ,chr4 nmlich ging nicht nur die politische ,blthe der griechischen und halbgriechischen ,staaten des ,ostens allenthalben zu ,ende1 sondern auch die frische und ,neues erzeugende ,kraft der griechischen ,wissenschaft und berhaupt des griechischen ,geistes4 ,die ,zeit der ,kaiser1 besonders derer am ,anfange des zweiten ,jahrhunderts n4 ,chr41 brachte nur noch eine ,nachblthe1 der auch ,ptolemus angehrt4 ,hipparch nun verfasste1 um nur ,einiges anzufhren1 ein ausgedehntes ,werk ber ,trigonometrie1 deren er bei seinen ,berechnungen vor allem bedurfte2 ferner eine ,schrift ber die genaue ,lnge des ,sonnenjahres1 eine andre ber die genaue ,dauer des ,mondumlaufes1 sodann1 wie wenigstens ,plinius sagt1 eine ,tabelle der ,sonnen- und ,mondfinsternisse1 auf sechshundert ,jahre fr eine ,reihe von rtern der ,erde vorausberechnet2 wiederum1 als nothwendige und doch bisher noch fast vllig mangelnde ,grundlage fr astronomische ,beobachtungen1 entwarf er eine ,himmelskugel und eine ,planisphre1 auf denen die ,sternbilder und ,sterne nach ,lnge und ,breite genau eingetragen waren1 und ein ,verzeichniss von mehr als #ajjj so bestimmten ,sternen4 ,eben dies fhrte ihn auf seine berhmte ,entdeckung der rckschreitenden ,bewegung der ,tag- und ,nachtgleichenpunkte1 indem er bei ,vergleichung seiner ,bestimmungen von ,sternen mit einigen wenigen ihm vorliegenden lteren solche ,unterschiede fand1 die ihm durch die ,ungenauigkeit jener lteren ,messungen nicht gengend erklrt schienen4 ,er trug allerdings seine nachmals vollauf besttigte ,theorie nur als ,vermuthung vor1 und so verfuhr er berall1 wo ihm das ,material einschliesslich seiner eignen ,messungen noch nicht den wnschenswerthen ,grad von ,genauigkeit und ,zuverlssigkeit zu haben schien4 ,denn neben dem unermdlichen ,fleisse und der ,genauigkeit und ,sorgfalt1 die so weit ging1 wie sie mit jenen ,instrumenten der ,alten nur immer gehen konnte1 wird ihm besonders seine ,wahrheitsliebe nachgerhmt1 jene nmlich1 die den ,unterschied zwischen ,hypothesen und erwiesenen ,thatsachen1 unbeirrt durch ,eigenliebe1 nicht verkennt und nicht verwischt1 sondern im ,gegentheil immer hervorkehrt1 und die ganz gewiss eins der entschiedensten ,kennzeichen echter ,wissenschaftlichkeit ist4 ,eben als ,mann der ,wissenschaft liess er auch1 wie es scheint1 die ,construktionen der ,philosophen1 die sich dazumal vermassen berall die ,ursachen und die letzten ,grnde hchst ungengend festgestellter ,erscheinungen erkennen zu knnen1 unbeachtet bei ,seite1 wofr ihm jene mit einem ,bedauern seiner mangelhaften ,erkenntniss vergolten haben4 ,dagegen sehen wir aus der erhaltenen ,schrift1 dass er auch philologisch gebildet war3 gleichwie berhaupt die ,gelehrten auch noch in jener ,zeit eine gewisse ,universalitt der ,bildung anstrebten4 ,unter seine astronomischen ,leistungen gehrt nun auch eine ,berechnung der ,entfernung und der ,grsse von ,sonne und ,mond mit ,hlfe der auch heute noch dazu benutzten sogenannten ,parallaxe1 und damit werden wir wieder auf unsern ,ausgangspunkt zurckgefhrt4 ,denselben ,gegenstand behandelt die einzige1 wenigstens im ,auszuge erhaltene ,schrift des ,aristarch von ,samos2 aber die ,methode ist hier noch eine andre1 viel unzulnglichere1 und aus der ,vergleichung sieht man1 welche ,fortschritte die ,astronomie mit den hundert bis hundertfunfzig ,jahren zwischen ,beiden gemacht hat4 ,aristarch schickt seiner ,beweisfhrung sechs ,hlfsannahmen voraus1 von denen einige auch von der gefrderten ,astronomie gebilligt wurden1 andre aber ganz und gar nicht4 ,so gleich die zweite1 dass die gesammte ,erde in ,vergleich zu der ,sphre1 d4 i4 dem ,umlaufskreise des ,mondes1 sich nur wie ein unmessbarer ,punkt verhalte4 ,hiermit wird nmlich die ,parallaxe sogar mit ,beziehung auf den ,mond1 wo sie am allergrssten ist1 von vornherein aufgehoben1 und der einzig geeignete ,weg zur ,lsung des ,problems versperrt4 ,die ,sache ist die4 ,wenn wir auf der ,erde am fernsten ,horizonte1 etwa im ,norden1 einen hervorragenden ,punkt haben1 einen ,kirchthurm z4 ,b41 und ferner ungefhr in der ,richtung dieses ,punktes1 nicht allzuweit von uns entfernt1 ein ,haus oder dergleichen1 so ist es klar1 dass1 wenn wir uns in der ,richtung von ,ost nach ,west oder von ,west nach ,ost eine gewisse ,strecke fortbewegen1 die ,stellung des ,hauses und des ,thurmes zu einander sich verschieben wird1 so dass der ,thurm bald rechts vom ,hause erscheint1 bald verdeckt von demselben1 bald links hervortretend4 ,messen wir nun die von uns zurckgelegte ,strecke und den ,winkel zwischen beiden ,gegenstnden1 wie sie von den beiden ,endpunkten aus erscheinen1 und zwischen einem ,gegenstande und dem etwa durch einen ,baum markirten andern ,endpunkte der ,strecke1 so sind wir mittels der ,trigonometrie im ,stande1 die ,entfernung der ,gegenstnde zu berechnen1 und aus dem scheinbaren ,durchmesser auch den wirklichen ,durchmesser4 ,auf dieselbe ,weise nun verschiebt der ,mond1 wenn wir unsern ,standort auf der ,erde um eine bedeutende1 sagen wir einige hundert ,meilen betragende ,strecke wechseln1 seine ,stellung zu den ,fixsternen1 so dass ein bestimmter ,stern bald rechts vom ,monde erscheint1 bald von ihm bedeckt wird1 bald links hervortritt4 ,darnach ergeben sich ,methoden1 die ,entfernung und ,grsse des ,mondes zu berechnen1 aus seiner ,parallaxe1 d4 i41 nach dem ursprnglichen ,wortsinne1 dem ,unterschiede seiner ,stellung zu den ferneren ,himmelskrpern oder den ,himmelskreisen1 welcher durch die besondern ,standorte auf der ,erde hervorgebracht wird4 hnlich verhlt es sich mit der ,sonne1 und mit ,sonne und ,mond zugleich1 wenn bei der ,sonnenfinsterniss dieser vor jener vorbergeht1 und mit ,sonne und ,venus und sofort4 ,nur fr die ,fixsterne ist wegen ihrer ungeheuren ,entfernung die ,parallaxe gleich ,null1 und so setzte auch ,hipparch im ,verhltniss zum ,fixsternhimmel die gesammte ,erde einem ,punkte gleich1 durchaus aber nicht im ,verhltniss zur ,entfernung des ,mondes oder der ,sonne1 sondern hier suchte er die ,parallaxe zu finden4 ,ein andres wichtiges ,stck fr die ,berechnung ist die mglichst genaue ,bestimmung des scheinbaren ,durchmessers von ,sonne und ,mond4 ,hier finden wir nun zu unserm ,erstaunen unter ,aristarchs ,prmissen die1 dass der scheinbare ,durchmesser des ,mondes #b ,grad oder #a_/ahj der ,peripherie des ,himmels betrage1 d4 i4 etwa viermal mehr als die richtige ,messung ist4 ,und doch konnte das schon der ,augenschein lehren1 dass ein ,zeichen des ,thierkreises1 d4 i4 #a_/ab des ganzen ,kreises1 von #ae nebeneinander gedachten ,monden noch lange nicht ausgefllt wurde1 also auch nicht der ganze ,kreis von #ahj4 ,unser ,erstaunen wchst1 wenn wir bei ,archimedes lesen1 dass derselbe ,aristarch den scheinbaren ,sonnendurchmesser auf #a_/b ,grad oder #a_/gbj des ,thierkreises bestimmte1 was annhernd richtig ist4 ,sonne und ,mond erscheinen aber ziemlich gleich gross1 und nun soll ein ,astronom sich eingebildet haben1 dass die ,sonne viermal kleiner ausshe8 ,und doch wird jene ,prmisse in der ,schrift wirklich so benutzt1 freilich1 was wieder merkwrdig ist1 ohne dass die schliesslichen ,resultate dadurch verflscht wrden2 im ,gegentheil1 wenn man einen viermal kleineren ,werth einsetzt1 so bleibt doch1 was ,aristarch ber das ,verhltniss von ,sonnen-1 ,erd- und ,monddurchmesser und ber das ,verhltniss der ,abstnde der beiden ,himmelskrper herausrechnet1 genau so stehen4 ,da nun dies durchaus nicht wie ,zufall aussieht1 so wird man annehmen mssen1 dass der ,astronom sich ber die ,falschheit der ,prmisse keineswegs tuschte1 aber ,grnde hatte1 doch mit ihr als mit einer gegebenen zu rechnen1 da er den ,fehler unschdlich fand2 in der ursprnglichen1 vollstndigen ,schrift wird ja wohl eine ,aufklrung darber gegeben sein4 ,ebenso auch wohl darber1 dass er die gesammte ,erde als ,punkt ansetzte und den ,standort des ,beobachters mit dem ,mittelpunkte der ,erde identificirte1 whrend doch aus den brigen ,annahmen und ,rechnungen sich ableiten lsst1 dass der ,erddurchmesser mehr als den #eg4 ,theil der ,mondbahn ausmache1 der gegenber er als unmessbar kleine ,grsse bezeichnet wird4 ,aber ,aristarch verstand es eben noch nicht1 mittelst der ,parallaxe selbst zu berechnen1 und so strich er sie lieber ganz1 um nicht durch sie seine ,rechnungen ohne wesentlichen ,nutzen complicirt zu machen4 ,was er nun an sonstigen ,methoden und ,construktionen hat1 ist zwar an sich nicht zu beanstanden und zeigt ausserordentlichen ,scharfsinn1 reicht aber1 auch abgesehen von der ,ungenauigkeit der ,messungen1 zur ,gewinnung gengend prcisirter ,ergebnisse nicht aus4 ,immerhin ist in ,bezug auf die ,grsse des ,mondes sein ,ergebniss nicht allzufalsch2 denn er findet den ,durchmesser des ,mondes ungefhr dreimal kleiner als den der ,erde1 whrend er in der ,that nahezu viermal kleiner ist4 ,wie gross er den ,erddurchmesser annahm1 wird nirgends angedeutet2 der berhmte ,eratosthenes von ,kyrene1 der etwa um eine ,generation jnger war1 berechnete den ,erdumfang bereits auf einige #ajj ,meilen richtig4 ,bezglich der ,sonne hatte schon ,eudoxos erschlossen1 dass sie grsser als die ,erde sei2 von der ,wahrheit aber1 dass ihr ,durchmesser den der ,erde um mehr als das ,hundertfache bertreffe1 blieb das ganze ,alterthum noch weit entfernt1 und ,aristarch setzte wenigstens ein hheres ,maass als alle seine ,vorgnger1 nmlich etwa das ,siebenfache des ,erddurchmessers4 ,ebenso1 whrend thatschlich die ,entfernung der ,sonne das ,vierhundertfache von der des ,mondes ist1 berechnete ,aristarch sie als kleiner denn das ,zwanzigfache4 ,die ,entfernung des ,mondes aber im ,verhltniss zu seinem eigenen ,durchmesser ist durch die ,bestimmung des scheinbaren ,durchmessers alsbald gegeben2 also hier kommt bei dem ,fehler1 der bezglich des letzteren vorliegt1 etwas recht ,falsches heraus4 ,die ,spteren1 ,hipparch und ,ptolemus1 erkannten erstlich1 dass der ,mond durchaus nicht immer gleich weit entfernt sei2 sodann massen sie genau den ,durchmesser1 wie er bei den verschiedenen ,abstnden erschien1 und bedienten sich auch noch weiterer ,beobachtungen und ,methoden1 mit denen sie1 und namentlich ,ptolemus1 ,entfernung und ,grsse dieses uns nchsten ,himmelskrpers annhernd richtig bestimmten4 ,die ,sonne1 bei der die ,parallaxe so sehr viel kleiner ist1 vermochte ,ptolemus nicht weiter zu entfernen als schon ,aristarch im ,verhltniss zum ,monde gethan2 ,hipparch aber fand wenigstens das ,doppelte dieser ,entfernung1 und ebenso nahezu den doppelten ,durchmesser1 nmlich mehr als das ,zwlffache des ,erddurchmessers1 wogegen ,ptolemus auf das #e #a_/b;fache zurckfiel4 ,wir finden vielleicht das von den ,alten ,erreichte gering1 im ,vergleich zu dem was wir erreicht haben4 ,es wre auch kein gutes ,zeugniss fr uns1 wenn wir nicht solche ,fortschritte gemacht htten4 ,in den dreihundert ,jahren seit ,coppernicus haben die europischen ,nationen fast alle wetteifernd an dem ,ausbau der ,wissenschaft gearbeitet2 was in ,italien oder ,deutschland geleistet war1 wurde in ,frankreich oder ,england fortgefhrt1 und so weiter mit bestndiger ,wechselwirkung4 ,im ,alterthum waren es wesentlich die ,griechen allein1 welche forschten2 ein ,rmer glaubte viel zu thun1 wenn er sich nur die ,resultate aneignete4 ,und dazu waren die ,griechen1 vollends nach ,hipparchs ,zeiten1 eine abnehmende und erschpfte ,nation4 ,bis dahin aber war in etwa #cjj ,jahren der ,fortschritt der ,erkenntniss ein relativ wohl noch grsserer als der in der ,neuzeit2 denn dreihundert ,jahre vor ,hipparch hatte der freieste ,denker1 ,anaxagoras1 doch erst zu behaupten gewagt1 dass die ,sonne grsser als der ,peloponnes sei1 und auch das war schon eine wissenschaftliche ,that1 gegenber den kindlichen ,anschauungen der anderen damaligen grossen ,geister4 ,die ,alten selber haben es gefhlt und ausgesprochen3 ,das ,volk einer kommenden ,zeit wird vieles uns unbekannte wissen2 nicht auf einmal erschliesst die ,natur ihre ,geheimnisse2 wir halten uns fr ,eingeweihte1 und stehen doch erst noch an der ,thr4 ,auch uns mchte immer noch eine gleiche ,bescheidenheit geziemen4 ,hochverehrte ,anwesende6 ,die ,wissenschaft1 auch als ,ganzes genommen1 ist nur eins der ,gebiete1 welche dem ,menschen von seinem ,schpfer zum ,anbau zugewiesen sind4 ,ebenso glnzend wie die ,namen der grossen ,forscher erscheinen in der ,geschichte der ,menschheit andre ,namen1 die der ,dichter1 der ,knstler1 die der ,grnder und ,leiter von ,staaten und ,nationen1 im ,kriege und im ,frieden4 ,und es ist nicht einmal das ,wissen und die ,erkenntniss1 so hoch sie zu schtzen sind1 das ,hchste im ,menschen1 noch das was ihm seinen eigentlichen ,werth verleiht1 sondern dies ist sein ,wollen und ,streben und die ,selbsthingabe1 und das ,thun und die ,thaten1 welche aus dieser entspringen4 ,wir haben das hohe ,glck1 in unserm erhabenen ,monarchen eine ,persnlichkeit anschauen zu drfen1 deren ganzes ,leben und ,thun die ,selbsthingabe an das ,wohl seiner ,vlker darstellt1 und deren ,thaten nicht der ,kunst eines ,geschichtsschreibers bedrfen1 um unvergesslich zu sein4 ,vereinigen wir uns daher am heutigen ,tage zu dem ,wunsche aus tiefstem ,herzen1 dass dieses leuchtende ,vorbild noch lange unter uns bleibe1 ein ,schirmherr des ,friedens nach aussen und nach innen1 ein hochherziger ,pfleger jedes edeln menschlichen ,strebens4 ,,gott ,,segne ,,und ,,erhalte ,,unsern ,,allergn,,digsten ,,kaiser ,,und ,k,,nig ,,wilhelm ,i4 ,,er ,,lebe ,,hoch6 ,anmerkungen zur ,transkription3 ,gesperrt gesetzter ,text wurde mit gesperrter ,text ausgezeichnet1 fett gesetzter ,text in ,,grossbuchstaben dargestellt4 ,die ,schreibweise der groen ,umlaute ,ae1 ,oe und ,ue wurde in 1 und gendert4 ,gegenber der gedruckten ,version wurden folgende ,satzfehler korrigiert3 original3 ,claudius ,ptolemaeus ebook3 ,claudius ,ptolemus original3 der auch ,ptolemaeus ebook3 der auch ,ptolemus ,andere ,inkonsistenzen im ,text wurden beibehalten4