,anmerkungen zur ,transkription3 ,der ,text wurde originalgetreu bertragen4 ,lediglich einige offensichtliche ,fehler wurden korrigiert4 ,eine ,liste smtlicher vorgenommener nderungen befindet sich am ,ende des ,textes4 ,im ,original kursiv gesetzter ,text wurde mit markiert4 ,im ,original gesperrt gesetzter ,text wurde mit markiert4 ,im ,original fett gesetzter ,text wurde mit markiert4 ,,philosophische ,,vortr,,ge ,,ver,,ffentlicht ,,von ,,der ,,kantgesellschaft4 ,,unter ,,mitwirkung ,,von ,,hans ,,vaihinger ,,und ,,max ,,frischeisen-,k,,hler ,,herausgegeben ,,von ,,arthur ,,liebert4 ,nr4 #bb4 ,heinrich von ,kleist und die ,kantische ,philosophie von ,ernst ,cassirer ,berlin ,verlag von ,reuther ,reichard #aiai ,kantgesellschaft4 ,vorstand3 ,gottfried ,meyer1 ,dr4 med4 7h4 c471 ,geh4 ,oberreg4-,rat1 ,kurator der ,universitt ,halle a4 ,s41 ,reilstr4 #ec4 brige ,mitglieder des ,verwaltungs-,ausschusses3 ,max ,frischeisen-,khler1 ,dr41 a4 o4 ,professor an der ,universitt ,halle a4 ,s41 ,mozartstr4 #bd4 ,karl ,gerhard1 ,dr41 ,geh4 ,reg4-,rat1 ,direktor d4 ,univ4-,bibliothek ,halle a4 ,s41 ,karlstr4 #cf4 ,berthold von ,kern1 ,exz41 ,dr4 med4 et phil4 7h4 c471 ,prof41 ,obergeneralarzt1 ,berlin-,steglitz1 ,hohenzollernstr4 #f4 ,heinrich ,lehmann1 ,dr4 phil4 7h4 c471 ,dr4 med4 7h4 c471 ,geheimer ,kommerzienrat1 ,halle a4 ,s41 ,burgstr4 #df4 ,paul ,menzer1 ,dr41 o4 4 ,professor an der ,universitt ,halle a4 ,s41 ,fehrbellinstr4 #b4 ,rudolf ,stammler1 ,dr4 jur4 et phil4 7h4 c471 ,geh4 ,reg4-,rat1 o4 4 ,prof4 an der ,universitt ,berlin1 ,charlottenburg1 ,knesebeckstr4 #bj-ba4 ,theodor ,ziehen1 ,dr41 ,geh4 ,med4-,rat1 o4 4 ,professor an der ,universitt ,halle a4 ,s41 ,ulestr4 #a4 ,geschftsfhrer4 ,hans ,vaihinger1 ,dr41 ,geh4 ,reg4-,rat1 o4 4 ,prof4 a4 d4 ,universitt ,halle a4 ,s41 ,reichardtstr4 #ae4 ,arthur ,liebert1 ,dr41 ,dozent a4 d4 ,berl4 ,handels-,hochschule1 ,berlin ,w4 #ae1 ,fasanenstr4 #dh4 99 99 99 99 99 ,die ,kantgesellschaft ist gelegentlich der hundertsten ,wiederkehr des ,todestages ,immanuel ,kants 7#ab4 ,februar #aijd7 von ,prof ,dr4 ,hans ,vaihinger begrndet worden4 ,sie verfolgt den ,zweck1 von der ,grundlage der ,kantischen ,philosophie aus die ,weiterentwicklung der ,philosophie berhaupt zu frdern4 ,ohne ihre ,mitglieder irgendwie zur ,gefolgschaft gegenber der ,kantischen ,philosophie zu verpflichten1 hat die ,kantgesellschaft keine andere ,tendenz als die von ,kant selbst ausgesprochene1 durch das ,studium seiner ,philosophie philosophieren zu lehren4 ,ihren ,zweck sucht die ,kantgesellschaft in erster ,linie zu verwirklichen durch die ,kantstudien2 die ,mitglieder der ,kantgesellschaft erhalten diese ,zeitschrift 7jhrlich #d ,hefte im ,umfang von ca4 #ce ,bogen #efj ,seiten7 unentgeltlich zugesandt2 dasselbe ist der ,fall mit den ,ergnzungsheften der ,kantstudien1 welche jedesmal eine grere geschlossene ,abhandlung enthalten 7gewhnlich #c-e im ,jahre im ,gesamt-,umfang von ca4 #dej-eej ,seiten74 ,auerdem erhalten die ,mitglieder kostenlos jhrlich #a-b ,bnde der ,neudrucke seltener philosophischer ,werke des #ah4 und #ai4 ,jahrh41 sowie die von der ,gesellschaft verffentlichten ,philosophischen ,vortrge1 ebenfalls #c-e in einem ,jahre4 ,das ,geschftsjahr der ,kantgesellschaft ist das ,kalenderjahr2 der ,eintritt kann aber jederzeit erfolgen4 ,die bis dahin erschienenen ,verffentlichungen des betr4 ,jahrganges werden den ,neueintretenden nachgeliefert4 ,satzungen1 ,mitgliederverzeichnis u4 s4 w4 sind unentgeltlich durch den stellv4 ,geschftsfhrer ,dr4 ,arthur ,liebert1 ,berlin ,w4 #ae1 ,fasanenstr4 #dh1 zu beziehen1 an den auch die ,beitrittserklrungen sowie der ,jahresbeitrag 7,mark #bj4--7 zu richten sind4 ,vortrag1 gehalten in der ,berliner ,abteilung der ,kantgesellschaft am #ae4 ,november #aiah4 7,fr den ,zweck der ,verffentlichung sind die ,ausfhrungen um den #b4 ,teil ergnzt worden74 #a4 ,goethes ,wort1 da alles ,lebendige eine ,atmosphre um sich her bilde1 gilt in ganz besonderem ,mae auch von den groen philosophischen ,gedankenbildungen4 ,sie alle stehen nicht lediglich abgelst im leeren ,raume des ,begriffs und der ,abstraktion1 sondern sie bewhren sich nach den verschiedensten ,seiten hin als lebendige geistige ,triebkrfte4 ,ihr wahrhafter ,bestand tritt erst in dieser ,mannigfaltigkeit der ,wirkungen1 die sie auf ihre ,zeit und auf die groen ,individuen ben1 ganz hervor4 ,aber in dieser ,breite der ,wirkung liegt freilich zugleich fr die ,schrfe und ,bestimmtheit ihres ,begriffs eine unmittelbare ,gefahr4 ,je mchtiger der ,strom anschwillt1 um so schwerer wird es1 in ihm und seinem ,laufe die ,reinheit der ursprnglichen ,quelle wieder zu erkennen4 ,so sieht sich hier der ,historiker der ,philosophie und der allgemeinen ,geistesgeschichte hufig vor ein eigentmliches methodisches ,dilemma gestellt4 ,er kann nicht darauf verzichten1 einen philosophischen ,grundgedanken von systematischer ,kraft und ,bedeutung in seine geschichtlichen ,verzweigungen und ,weiterbildungen zu verfolgen3 denn erst in dieser ,form des ,wirkens erfllt sich sein konkret geschichtliches ,sein4 ,aber auf der anderen ,seite scheint damit die charakteristische ,bestimmtheit1 die ,einheit und ,geschlossenheit1 die der ,gedanke im ,geiste seines ersten ,urhebers besa1 mehr und mehr verloren zu gehen4 ,indem der ,gedanke fortzuschreiten scheint1 rckt er damit leise von ,ort zu ,ort4 ,die ,flle der geschichtlichen ,wirksamkeit scheint er nur auf ,kosten seiner logischen ,klarheit gewinnen zu knnen2 der anfnglich feste ,umri des ,begriffs verwischt sich mehr und mehr1 je weiter wir seinen mittelbaren und abgeleiteten historischen ,folgen nachgehen4 ,nirgends tritt dieser ,sachverhalt und dieses ,schicksal der groen philosophischen ,systeme deutlicher als in der ,entwicklung der ,kantischen ,philosophie zutage4 ,die ,kantische ,lehre hat von ihrem ersten ,auftreten an ihre innere ,lebendigkeit dadurch erwiesen1 da sie die verschiedenartigsten geistigen ,elemente und ,krfte an sich zog und mit ihnen und aus ihnen eine neue eigentmliche ,atmosphre um sich herum schuf4 ,aber immer unkenntlicher scheint durch diesen ,dunstkreis1 der sich um ihn lagert1 der eigentliche gedankliche ,kern des ,kantischen ,systems zu werden4 ,die ,philosophiegeschichte wie die allgemeine ,geistesgeschichte zeigen hier die gleiche typische ,entwicklung4 ,ebenso heterogen und widerstreitend wie die theoretisch-spekulative ,auslegung der ,kantischen ,grundlehren bei ,fichte und ,schelling1 bei ,schopenhauer1 ,fries und ,herbart gewesen ist1 ist auch der ,eindruck gewesen1 den ,geister wie ,herder und ,goethe1 ,schiller und ,kleist von ihr empfangen haben4 ,sie alle suchten in ihr nicht in erster ,linie eine abstrakt-begriffliche ,doktrin1 sondern sie empfanden sie als unmittelbare ,lebensmacht4 ,aber indem sie sie in dieser ,weise aufnahmen1 teilten sie ihr zugleich das eigene charakteristische ,lebensgefhl mit4 ,im positiven und im negativen ,sinne1 in dem ,widerstand1 den sie der ,kantischen ,lehre leisten und in der ,gewalt1 mit der sie sich durch sie ergreifen und bestimmen lassen1 sprechen alle diese ,mnner zugleich die eigene ,gesamtanschauung vom ,inhalt und ,sinn des ,daseins aus und bringen sich die ,grundrichtung ihres ,strebens zu subjektiver ,bewutheit und ,klarheit4 ,keiner hat diese ,bedeutung der ,kantischen ,lehre tiefer und innerlicher erfahren1 als ,heinrich von ,kleist -- und sie tritt gerade deshalb bei ihm um so eindringlicher hervor1 als er sich ihr mit der ganzen ,kraft und ,leidenschaft1 mit der ganzen persnlichen ,energie seines ,wesens widersetzt hat4 ,wenn ,goethe der ,kantischen ,philosophie von ,anfang an mit einer gewissen heiteren ,gelassenheit und ,sicherheit gegenbersteht1 um dann doch durch ,motive1 die in seiner eigenen ,entwicklung lagen1 mehr und mehr in ihren ,bannkreis zu geraten1 wenn ,schiller sich ihr1 nach der ersten genaueren ,kenntnis1 mit unbedingtem ,eifer hingibt und nicht eher ruht1 als bis er sie in eindringendem methodischen ,studium ganz durchdrungen und bewltigt hat2 -- so scheint ,kleist weder zu dem einen noch zum andern die ,kraft zu besitzen4 ,er strubt sich gegen den ,gedanken1 da auch er eines von den ,opfern der ,torheit werden solle1 deren die ,kantische ,philosophie schon so viele auf dem ,gewissen habe1 aber er fhlt sich andererseits ohnmchtig1 das dialektische ,netz1 das sich dichter und dichter um ihn legt1 mit einem raschen ,entschlu zu zerreien4 ,er unterliegt einer geistigen ,gewalt1 die er sich nicht zu deuten wei1 -- die er seinem eigenen ,wesen und seiner ,natur als fremd empfindet4 ,und damit ist fr ihn das ,ganze seines geistigen ,seins vernichtet4 ,mein einziges und hchstes ,ziel -- so klagt er -- ist gesunken2 ich habe keines mehr4 ,denn es ist nicht dieses oder jenes ,resultat der ,weltbetrachtung1 das ihm durch ,kant geraubt ist1 sondern das ,ganze dessen1 was er bisher an rein inneren ,forderungen1 an logischen und ethischen ,postulaten in sich trug4 ,der ,wahrheitsbegriff selbst hat seinen ,sinn und ,gehalt verloren4 ,ich hatte schon als ,knabe -- so schreibt ,kleist in jenem bekannten ,brief an ,wilhelmine -- mir den ,gedanken angeeignet1 da die ,vervollkommnung der ,zweck der ,schpfung wre4 ,ich glaubte1 da wir einst nach dem ,tode von der ,stufe der ,vervollkommnung1 die wir auf diesem ,sterne erreichten1 auf einem andern weiter fortschreiten wrden1 und da wir den ,schatz von ,wahrheiten1 den wir hier sammelten1 auch dort einst brauchen knnten4 ,aus diesem ,gedanken bildete sich so nach und nach eine eigene ,religion und das ,bestreben1 nie auf einen ,augenblick hienieden still zu stehen1 und immer unaufhrlich einem hhern ,grade von ,bildung entgegenzuschreiten1 ward bald das einzige ,prinzip meiner ,ttigkeit4 ,bildung schien mir das einzige ,ziel1 das des ,bestrebens1 ,wahrheit der einzige ,reichtum1 der des ,besitzes wrdig ist4 ,nun aber zeigt ihm die ,kantische ,philosophie1 wie er sie begreift1 wie in diesem ,ziele sich eine bloe ,illusion des ,verstandes verbirgt4 ,wir knnen nicht entscheiden1 ob das1 was wir ,wahrheit nennen1 wahrhaft ,wahrheit ist1 oder ob es uns nur so scheint4 ,ist das letzte1 so ist die ,wahrheit1 die wir hier sammeln1 nach dem ,tode nicht mehr -- und alles ,bestreben1 ein ,eigentum sich zu erwerben1 das uns auch in das ,grab folgt1 ist vergeblich 444 ,seit diese ,ueberzeugung1 nmlich1 da hienieden keine ,wahrheit zu finden ist1 vor meine ,seele trat1 habe ich nicht wieder ein ,buch angerhrt4 ,ich bin unttig in meinem ,zimmer umhergegangen1 ich habe mich an das offene ,fenster gesetzt1 ich bin hinausgelaufen ins ,freie1 eine innerliche ,unruhe trieb mich zuletzt in ,tabagien und ,kaffeehuser1 ich habe ,schauspiele und ,konzerte besucht1 um mich zu zerstreuen -- -- -- und dennoch war der einzige ,gedanke1 den meine ,seele in diesem ueren ,tumulte mit glhender ,angst bearbeitete1 immer nur dieser3 dein einziges1 dein hchstes ,ziel ist gesunken4 ,mit der ,gegenstndlichkeit und ,bestimmtheit1 die schon den groen ,dichter kennzeichnet1 ist hier der innere ,kampf dargestellt1 den die ,kantische ,lehre in ,kleist erregt hat4 ,und doch3 wenn man die ,briefe ,kleists an die ,braut und an die ,schwester aus dieser ,zeit wieder und wieder liest1 wenn man sie frheren brieflichen ,aeuerungen gegenberstellt und sie mit der ,gesamtheit dessen vergleicht1 was uns ber seine ,jugend und ,bildungsgeschichte bekannt ist1 so knpfen sich hier immer neue ,rtsel und ,probleme4 ,zunchst nmlich besteht kein ,zweifel daran1 da es nicht der berhaupt erste ,eindruck der ,kantischen ,philosophie ist1 der in diesen ,kleistischen ,briefen zum ,ausdruck kommt4 ,die ,briefe an ,wilhelmine und ,ulrike sind am #bb4 und #bc4 ,mrz #ahja geschrieben2 aber schon im ,august #ahjj hatte ein ,brief an die ,schwester eine eigene ,schrift ,kleists ber die ,kantische ,philosophie1 die noch in ,frankfurt abgefat sein mu1 erwhnt und um ihre ,zusendung gebeten4 ,und er hatte um diese ,zeit ,kants ,lehre nicht nur flchtig kennen gelernt1 sondern er hatte ihr bereits in seinem eigenen ,lebensplan -- man wei1 welches ,gewicht dieses ,wort fr dem jungen ,kleist besitzt1 -- eine bestimmte ,stelle zugewiesen4 ,im ,november #ahjj spricht er zu ,wilhelmine von dem ,plan1 nach ,paris zu gehen1 um die neueste ,philosophie nach ,frankreich1 wo man bisher von ihr noch gar keine ,kenntnis habe1 zu verpflanzen4 ,konnte ,kleist einen solchen ,plan fassen1 noch ehe er selbst mit den ,grundzgen der ,kantischen ,lehre vertraut war8 ,und in der ,tat hatte er sich1 wie eine genauere ,betrachtung des ,briefwechsels zeigt1 damals mit der ,kantischen ,lehre wenigstens insoweit vertraut gemacht1 da ihm die ,kantische ,begriffssprache und ,terminologie in den ,hauptzgen gelufig geworden war4 ,eine ,stelle in einem ,schreiben an ,wilhelmine vom ,mai #ahjj ordnet eine ,frage1 die er ihr vorlegt und die er in der bekannten pedantischen ,umstndlichkeit dieser ,jugendbriefe entwickelt1 den drei ,gesichtspunkten unter1 was der ,verstand1 was die ,urteilskraft und was die ,vernunft an ihr zu erfassen vermge2 wobei diese drei ,funktionen genau nach der ,weisung1 die eine ,stelle der ,kantischen ,anthropologie gibt1 gegen einander abgegrenzt und einander gegenbergestellt werden4 ,noch bedeutsamer und charakteristischer aber ist es1 da ,kleist um diese ,zeit in seinen religionsphilosophischen ,ueberzeugungen vllig auf ,kantischem ,boden steht4 ,mit ,recht hat man auf die vielfachen wrtlichen ,anklnge verwiesen1 die seine ,briefe an einzelne ,stellen der ,kantischen ,religion innerhalb der ,grenze der bloen ,vernunft enthalten4#a ,der ,gedanke des reinen moralischen ,vernunftglaubens1 wie ,kant ihn entwickelt und wie er ihn allem religisen ,afterdienst entgegengesetzt hatte1 war in ,kleist vllig lebendig geworden4 ,auf ,grund dieses ,gedankens schiebt er auch die ,frage nach der individuellen ,fortdauer des ,individuums als bloe spekulative ,grbelei beiseite4 ,weder in transzendenten ,glaubensvorstellungen ber einen ,gott und ein ,jenseits1 noch in der ,erfllung uerlicher religiser ,gebruche -- so erklrt er -- kann der eigentliche ,kern der ,religion bestehen2 denn sonst wrde die ,religion selbst zu einem zweideutigen und wandelbaren ,dinge1 das in jedem ,augenblick und an allen ,orten der ,erde verschieden wre4 ,aber in uns flammt eine ,vorschrift -- und die mu gttlich sein1 weil sie ewig und allgemein ist1 sie heit3 erflle ,deine ,pflicht2 und dieser ,satz enthlt die ,lehren aller ,religionen4 ,alle anderen ,stze folgen aus diesem und sind in ihm gegrndet1 oder sie sind nicht darin begriffen1 und dann sind sie unfruchtbar und unntz4 ,da ein ,gott sei1 da es ein ewiges ,leben1 einen ,lohn fr die ,tugend1 eine ,strafe fr das ,laster gebe1 das alles sind ,stze1 die in jenem nicht gegrndet sind1 und die wir also entbehren knnen4 ,denn gewi sollen wir sie nach dem ,willen der ,gottheit selbst entbehren knnen1 weil sie es uns selbst unmglich gemacht hat1 es einzusehen und zu begreifen4 ,wrdest ,du nicht mehr tun1 was recht ist1 wenn der ,gedanke an ,gott und ,unsterblichkeit nur ein ,traum wre8 ,ich nicht4 ,daher bedarf ich zwar zu meiner ,rechtschaffenheit dieser ,stze nicht2 aber zuweilen1 wenn ich meine ,pflicht erfllt habe1 erlaube ich mir1 mit stiller ,hoffnung an einen ,gott zu denken1 der mich sieht und an eine frohe ,ewigkeit1 die meiner wartet 444 ,aber dieser ,glaube sei irrig oder nicht -- gleichviel6 ,es warte auf mich eine ,zukunft oder nicht -- gleichviel6 ,ich erflle fr dieses ,leben meine ,pflicht1 und wenn ,du mich fragst1 warum81 so ist die ,antwort leicht3 eben weil es meine ,pflicht ist4 ,ich schrnke mich daher mit meiner ,ttigkeit ganz fr dies ,erdenleben ein4 ,ich will mich nicht um meine ,bestimmung nach dem ,tode kmmern1 aus ,furcht darber meine ,bestimmung fr dieses ,leben zu vernachlssigen 444 ,dabei bin ich berzeugt1 gewi in den groen ewigen ,plan der ,natur einzugreifen1 wenn ich nur den ,platz ganz erflle1 auf den sie mich in dieser ,erde setzte4 ,nicht umsonst hat sie mir diesen gegenwrtigen ,wirkungskreis angewiesen und gesetzt1 ich vertrumte diesen und forschte dem zuknftigen nach -- ist denn nicht die ,zukunft eine kommende ,gegenwart und will ich denn auch diese ,gegenwart wieder vertrumen8 #a ,s4 ,wilh4 ,herzog1 ,h4 v4 ,kleist #aiaa1 ,s4 #fe4 ,wir muten diese beiden ,briefstellen -- die eine aus einem ,brief vom #ai4 ,september #ahjj1 die andere aus einem ,brief vom #bb4 ,mrz #ahja -- bestimmt und ausfhrlich einander gegenberstellen3 denn in dieser ,entgegensetzung tritt mit voller ,schrfe das ,problem hervor1 das ,kleists inneres ,verhltnis zur ,kantischen ,lehre in sich schliet4 ,was vermochte den ,schler ,kants1 der ,kleist schon im ,september #ahjj gewesen ist1 an der ,kantischen ,lehre so zu ergreifen1 da er jetzt seine gesamte ,vergangenheit und all sein bisheriges ,streben pltzlich vor sich versinken sah8 ,welches neue ,moment ist es gewesen1 das in ihm diese ,erschtterung aller seiner frheren ,grundberzeugungen bewirkte8 ,war es der ,fortgang von ,kants ethischen und religionsphilosophischen ,schriften zu seinen theoretischen ,hauptwerken1 war es das intensive ,studium der ,kritik der reinen ,vernunft1 wodurch dieser pltzliche ,umschwung sich in ,kleist vollzog8 ,man hat es allgemein behauptet1 ohne da doch hierfr1 soviel ich sehe1 ein wirklich bndiger ,beweis erbracht worden wre4 ,denn das traditionelle ,schlagwort von dem ,alleszermalmer ,kant1 dessen ,gewalt nun auch ,kleist an sich erfahren htte -- ein ,schlagwort1 das in diesem ,zusammenhang regelmig wiederzukehren pflegt -- besagt und erklrt im ,grunde nicht das mindeste4 ,als der ,alleszermalmer mochte ,kant der lteren ,generation1 der ,generation ,mendelssohns erscheinen1 die sich nach und nach daran gewhnt hatte1 in den ,lehrstzen des herrschenden ,wolffischen ,schulsystems und in den ,dogmen der rationalistischen ,metaphysik1 nicht nur ,wahrheit1 sondern die ,wahrheit schlechthin zu sehen4 ,seither aber waren zwei ,jahrzehnte vergangen1 in denen die positive ,kraft und der positive ,gehalt der ,kantischen ,lehre nach allen ,seiten hin unverkennbar hervorgetreten war4 ,was ,kleist im besonderen an der ,kantischen ,lehre abstie -- so schreibt ,wilhelm ,herzog1 der das ,verhltnis ,kleists zu ,kant von allen ,biographen ,kleists am eingehendsten behandelt hat -- war die fragwrdige ,relativitt aller ,dinge1 war die eisige ,skepsis1 die ihm aus jener nchternen ,beschrnkung angrinste4 ,er ersehnte das ,absolute und ,kant lehrte ihn1 da nichts feststeht4 ,aber wo und wann htte ,kant1 htte die ,kritik der reinen ,vernunft etwas derartiges gelehrt8 ,man mag allenfalls1 obwohl uerst ungenau und irrefhrend1 die kritische ,philosophie als die ,lehre von der ,relativitt aller ,dinge bezeichnen3 aber eine ,relativierung des ,wahrheitsbegriffs ist offenbar das genaue ,gegenteil von dem1 was sie geschichtlich und systematisch erstrebt hat4 ,hatte nicht ,kant selbst mit wachsendem ,nachdruck1 mit leidenschaftlicher ,heftigkeit seinen transzendentalen ,idealismus dem psychologischen ,idealismus ,berkeleys gegenbergestellt und hatte er den ,unterschied beider ,lehrbegriffe nicht darein gesetzt1 da ,berkeleys ,idealismus die ,sinnenwelt und die ,erfahrung in lauter ,schein verwandle1 whrend seine ,absicht umgekehrt darauf gehe1 die ,wahrheit der ,erfahrung zu begreifen und zu begrnden8 ,oder war es eine ,wahrheit von anderer ,form und ,herkunft1 als die empirische ,wahrheit1 die ,kleist durch ,kants ,lehre vernichtet fand8 ,was die sogenannte metaphysische ,wahrheit1 was den ,versuch betrifft1 aus reiner theoretischer ,vernunft ber transzendente ,probleme und ,gegenstnde zu urteilen1 so war ihm freilich durch ,kants ,kritik der ,boden entzogen4 ,aber auf sie hatte auch ,kleist selbst1 wie seine ,beurteilung der religisen ,fragen im ,brief vom ,september #ahjj beweist1 innerlich bereits ,verzicht geleistet4 ,und wie immer er ber sie urteilen mochte3 das eine stand fr ihn jedenfalls fest1 da unser ,urteil ber den ,sinn und ,wert des ,lebens selbst von der ,entscheidung dieser ,frage in keiner ,weise abhngig sein knne und drfe4 ,denn dieser ,wert -- das hatte ,kleist noch eben in echt ,kantischen ,wendungen betont -- kann nicht auf die ,annahme dieses oder jenes ,lehrsatzes1 nicht auf ein ,wissen gegrndet sein1 das zu erreichen nicht in unserer ,macht steht1 sondern er mu sich auf den ,wert grnden1 den die ,persnlichkeit sich selbst gibt und den nur sie allein1 unabhngig von allen fremden ,sttzen und ,hilfen1 sich zu geben vermag4 ,und was diesen ethischen ,selbstwert als solchen und seine ,gewiheit betrifft1 so war nicht der geringste ,zweifel daran mglich1 da ,kant ihn immer und berall1 in seinen theoretischen wie in seinen ethischen und religionsphilosophischen ,schriften1 mit der gleichen unerschtterlichen ,sicherheit behaupet hatte -- da er ihn als allgemeingltig und notwendig1 da er ihn in jedem ,sinne als schlechthin unbedingt1 ja als den eigentlichen ,ausdruck des ,unbedingten berhaupt1 ansah4 ,so blieb hier nur die ,wahrheit der ,wissenschaft3 die ,wahrheit der ,mathematik und ,physik brig1 die ,kleist durch die kritische ,lehre als bedroht und als vernichtet htte ansehen knnen4 ,aber konnte er bersehen1 da die ,mathematik in der ,kritik der reinen ,vernunft berall als der ,stolz der ,vernunft bezeichnet und gerhmt war1 und da gerade der ,anteil an ihr es ist1 der im kritischen ,system auch den ,wahrheits- und ,wissenschaftswert aller anderen theoretischen ,disziplinen begrndet8 ,mute ,kleist1 der sich selber damals um die ,physik und ihr wissenschaftliches ,verstndnis bemhte1 nicht die gewaltige theoretische ,arbeit begreifen und wrdigen1 die ,kant daran gesetzt hatte1 die ersten apriorischen ,grnde dieser ,wissenschaft zu finden und ihr erst dadurch die ,festigkeit eines geschlossenen ,systems zu geben8 ,wies nicht eben die ,grundfrage der ,kritik der reinen ,vernunft3 die ,frage1 wie synthetische ,urteile apriori mglich seien1 immer wieder auf dieses ,ziel1 auf das ,ziel der objektiven ,begrndung des physikalischen ,wissens in allgemeinen und notwendigen ,vernunftstzen hin8 ,aber auch wenn man annimmt1 da ,kleist1 der ,kant nicht mit khler sachlicher ,kritik1 sondern mit der hchsten subjektiven ,leidenschaft und mit subjektiver ,befangenheit las1 ber alle diese feinen methodischen ,unterschiede hinwegging und da er sich lediglich dem ,gesamteindruck des ,lehrbegriffs des transzendentalen ,idealismus berlie1 so sind damit keineswegs alle ,schwierigkeiten beseitigt4 ,denn eben dieser ,lehrbegriff mute ,kleist seinen allgemeinen ,grundzgen nach schon vor dem entscheidenden ,brief an ,wilhelmine bekannt sein4 ,er wird in ,kants ethischen und religionsphilosophischen ,schriften berall vorausgesetzt und er bildet den latenten ,mittelpunkt1 auf den alles andere immer wieder zurckfhrt4 ,man kann in ,kants ,schriften1 welches ,thema sie immer behandeln mgen1 keinen ,schritt vorwrts tun1 ohne dieser1 die gesamte ,gedankenwelt ,kants beherrschenden ,voraussetzung allenthalben zu begegnen4 ,die ,lehre ,kants vom ,intelligiblen1 vom ,noumenon der ,freiheit bleibt unverstndlich1 ohne ihr notwendiges1 methodisches ,korrelat -- ohne die ,lehre von der ,phnomenalitt der sinnlich-empirischen ,wirklichkeit4 ,wenn also ,kleist jetzt durch diese ,lehre in einem ganz neuen ,sinne ergriffen und wenn er durch sie berwltigt wurde1 so mu es ein neues gedankliches ,motiv gewesen sein1 das ihm aus ihr entgegentrat2 -- so mu es eine vllig neue ,beleuchtung gewesen sein1 in der er nunmehr das ,ganze der kritisch-idealistischen ,lehren erblickte4 ,wir sehen somit3 je weniger wir uns mit bloen allgemeinen ,schlagworten begngen1 je tiefer wir in den geistigen ,proze einzudringen suchen1 der sich in ,kleist vollzogen hat1 und je konkreter wir die ,anschauung dieses ,prozesses in uns zu gestalten suchen1 um so mehr hufen sich die ,rtsel und ,schwierigkeiten4 ,wie aber1 wenn sich ein anderes ,werk1 als die ,kritik der reinen ,vernunft namhaft machen liee1 aus welchem ,kleist seine neue ,ansicht vom ,wesen des transzendentalen ,idealismus geschpft haben knnte1 und aus dem auch die neue ,stellungnahme1 die er jetzt zu ihm einnimmt1 unmittelbar verstndlich wrde8 ,kleist spricht in seinem ,bericht an ,wilhelmine von der neueren sogenannten ,kantischen ,philosophie1 mit der er seit kurzem bekannt geworden sei4 ,ein ,ausdruck1 der gewi auffallen mu1 denn von ,kant und seiner ,lehre wute damals in ,deutschland -- wie ein oft zitierter ,vers besagt -- jedes ,kind oder glaubte davon etwas zu wissen4 ,was bedeutete also diese merkwrdige ,umschreibung8 ,man wrde sie sofort verstehen1 wenn das ,werk1 auf das ,kleist sich hier bezieht1 sich selbst zwar als getreuen ,ausdruck der ,kantischen ,lehre bezeichnete und ausgab -- wenn aber die ,frage1 ob dieser ,anspruch zu ,recht bestand1 noch unentschieden und strittig war4 ,nun war im ,jahre #ahjj -- kaum ein ,jahr vor dem ,briefe ,kleists an ,wilhelmine -- eine ,schrift erschienen1 die schon in ihrer ,vorrede aussprach1 da sie all das1 was auerhalb der ,schule von der neueren ,philosophie brauchbar sei1 vollstndig darstellen wolle3 -- vorgetragen in derjenigen ,ordnung1 in der es sich dem kunstlosen ,nachdenken entwickeln mte4 ,die tieferen ,zurstungen1 welche gegen ,einwrfe und ,ausschweifungen des verknstelten ,verstandes gemacht werden1 das1 was nur ,grundlage fr andere positive ,wissenschaften ist1 endlich1 was blo fr die ,pdagogik in weitestem ,sinne1 d4 h4 fr die bedachte und willkrliche ,erziehung des ,menschengeschlechtes gehrt1 sollte von dem ,umfange derselben ausgeschlossen bleiben 44444 ,das ,buch ist sonach nicht fr ,philosophen von ,profession bestimmt 44 ,es sollte verstndlich sein fr alle ,leser1 die berhaupt ein ,buch zu verstehen vermchten 44 ,es sollte anziehen und erwrmen und den ,leser krftig von der ,sinnlichkeit zum ,uebersinnlichen fortreien 44 ,wer mit der ,denkweise1 mit den ,bildungsidealen und der inneren ,bildungsgeschichte des jungen ,kleist vertraut ist1 der wird sich sagen mssen1 wie sehr ihn schon die ,ankndigung eines derartigen ,zieles ergreifen mute4 ,und da sein ,interesse auf das ,buch1 dem sie angehrte1 gelenkt wurde1 dafr mute1 wenn nichts anderes1 so schon der bloe ,titel sorgen1 der ber dem ,buch stand4 ,die ,bestimmung des ,menschen sollte in ihm gelehrt werden4 ,das aber war das groe ,thema1 das in ,kleists ,jugendbriefen fort und fort wiederkehrte1 das ihn selbst unablssig beschftigte und das er mit ermdender ,hartnckigkeit immer von neuem mit den ,freunden1 mit der ,schwester1 mit der ,braut errterte4 ,la uns beide1 liebe ,wilhelmine1 -- so schrieb er z4 ,b4 im ,jahre #ahjj aus ,wrzburg -- unsere ,bestimmung ganz ins ,auge fassen1 um sie knftig einst ganz zu erfllen4 ,dahin allein wollen wir unsere ganze ,ttigkeit richten4 ,wir wollen alle unsere ,fhigkeiten ausbilden1 eben nur um diese ,bestimmung zu erfllen 44 ,urteile selbst1 wie knnen wir beschrnkte ,wesen1 die wir von der ,ewigkeit nur ein so unendlich kleines ,stck1 unser spannenlanges ,erdenleben bersehen1 wie knnen wir uns getrauen1 den ,plan1 den die ,natur fr die ,ewigkeit entwarf1 zu ergrnden4 ,und wenn dies nicht mglich ist1 wie kann irgend eine gerechte ,gottheit von uns verlangen1 in diesen ihren ewigen ,plan einzugreifen1 von uns1 die wir nicht einmal imstande sind1 ihn zu denken4 ,aber die ,bestimmung unseres irdischen ,daseins1 die knnen wir allerdings unzweifelhaft herausfinden1 und diese zu erfllen1 das kann daher die ,gottheit auch wohl mit ,recht von uns fordern4 ,nehmen wir an1 da ,kleist in der intellektuellen ,stimmung1 die aus diesem ,brief spricht1 einen ,monat spter in ,berlin wieder eintraf3 mute er in ihr nicht fast notwendig und mit lebendigstem ,anteil nach einem ,buche greifen1 das damals soeben erschienen war und das die ,bestimmung des ,menschen zum ,thema und ,fichte zum ,verfasser hatte8 ,fichte stand damals -- von allem andern abgesehen -- im ,mittelpunkt des allgemeinen1 des ffentlich-politischen und des ffentlich-literarischen ,interesses4 ,der ,atheismusstreit1 der ihn gezwungen hatte1 sein ,lehramt in ,jena aufzugeben1 war berall noch in frischer ,erinnerung4 ,berlin war das erste ,asyl gewesen1 das er gegenber der fortdauernden ,verfolgung der kurschsischen ,regierung gefunden hatte und das ,haus ,friedrich ,schlegels und ,dorothea ,veits bot ihm die erste gastliche ,aufnahme4 ,erwgt man weiterhin1 da ,kleist1 als er von seiner ,wrzburger ,reise nach ,berlin zurckkehrte1 bereits die erste ,fhlung mit den dortigen literarischen ,zirkeln gewann -- ein ,brief an ,ulrike aus dieser ,zeit berichtet1 da er wenig in ,gesellschaften komme1 da aber von allen ,kreisen die jdischen ihm die liebsten sein wrden1 wenn sie nicht so pretis mit ihrer ,bildung tten -- so mu man es von vornherein fr sehr unwahrscheinlich halten1 da er an einer ,erscheinung wie ,fichte und an einem ,werk1 auf das er sich so vielfltig hingewiesen sah und das sich ihm zudem durch die versprochene populre ,form der ,darstellung empfahl1 achtlos vorbergegangen sein sollte4 ,aber freilich besitzen alle diese ueren ,momente fr sich allein keine ,beweiskraft4 ,zu einer ,entscheidung knnen wir nur aus dem sachlichen ,inhalt des ,fichteschen ,werks heraus und aus dem ,vergleich dieses ,inhalts mit den ,kleistischen ,briefen gelangen4 ,die ,bestimmung des ,menschen ist fr ,fichtes eigene literarische und philosophische ,entwicklung von entscheidender ,bedeutung3 sie bezeichnet genau und scharf den ,wendepunkt1 an welchem die ,wissenschaftslehre jene neue ,richtung nimmt1 durch welche sie schlielich in die sptere religionsphilosophische ,fassung des ,systems bergeht4 ,fichte steht in dieser ,wendung unter dem bestimmenden ,einflu von ,fr4 ,heinr4 ,jacobis ,glaubenslehre4 ,der gesamte dritte positiv-aufbauende ,teil des ,fichteschen ,werkes ist der ,entwicklung des ,glaubensbegriffs und dem ,nachweis gewidmet1 da alle wahrhafte ,realitt1 die uns zugnglich sei1 uns nur im ,glauben gegeben und durch ihn allein vermittelt werde4 ,jacobis ,wort1 da wir alle im ,glauben geboren werden1 wird hierbei ausdrcklich zitiert und verstrkt4 ,welche ,gestalt aber nimmt nun1 von diesem ,punkte aus gesehen1 der theoretische ,lehrbegriff des transzendentalen ,idealismus an8 ,er bildet von jetzt ab nicht mehr das endgltige1 schlechthin abschlieende ,resultat1 sondern nur einen ,durchgangspunkt der ,betrachtung1 der freilich als solcher unentbehrlich ist4 ,aus dem ,standpunkt des ,zweifels1 wie ihn der erste ,teil der ,schrift1 und aus dem ,standpunkt des ,wissens1 wie ihn der zweite ,teil der ,schrift entwickelt1 leuchtet erst die ,notwendigkeit jenes ,glaubens hervor1 zu dem sie uns als letztes ,ergebnis der philosophischen ,reflexion hinfhren will4 ,der ,zweifel entsteht und er verschrft sich mehr und mehr1 indem wir unsern ,begriff der ,natur1 mit welchem unsere unbefangene ,betrachtung notwendig beginnt1 mit den sittlichen ,postulaten1 mit dem ,gedanken der ,freiheit und ,selbstverantwortung vergleichen1 die wir gleichfalls als unabweisliche ,forderung in uns tragen4 ,die ,natur kann1 sofern sie berhaupt gedacht wird1 nur als schlechthin lckenloser ,zusammenhang von ,dingen und ,krften1 nur als eine in sich geschlossene ,abfolge von ,ereignissen gedacht werden1 in der jeder sptere ,zustand durch den voraufgehenden vollstndig und eindeutig bedingt ist4 ,auch alle ,erscheinungen des menschlichen ,bewutseins1 auch all das1 was wir ,willensentscheidung und ,willensuerung nennen1 mssen wir diesem ,zusammenhang eingeordnet und untergeordnet denken4 ,der ,wille ist selbst nur eine spezielle ,form der wirkenden ,naturkrfte1 die mit der ,gesamtheit ihrer brigen ,formen in genauester ,verknpfung steht und von ihnen im strengsten ,sinne abhngig bleibt4 ,nicht ich wirke1 sondern jene allgemeine ,potenz1 jenes ,system von ,krften1 das wir mit dem ,namen ,natur bezeichnen1 wirkt in mir3 und dem ,ich bleibt nur das ,zusehen1 nur das abbildliche ,bewutsein dieser ,wirksamkeit4 ,alles was da ist1 ist durchgngig bestimmt2 es ist1 was es ist1 und schlechthin nichts anderes4 ,in jedem ,teil des ,seins lebt und wirkt das ,ganze1 weil jeder ,teil nur durch das ,ganze ist1 was er ist2 durch dieses aber notwendig das ist4 ,gib der ,natur den ,lauf eines ,muskels1 die ,biegung eines ,haares an einem bestimmten ,individuum1 und sie wird dir1 wenn sie im ,ganzen denken und dir antworten knnte1 daraus alle guten ,taten und alle ,untaten seines ,lebens von ,anbeginn bis an sein ,ende angeben4 ,der ,tugendhafte ist eine edle1 der ,lasterhafte eine unedle und verwerfliche1 jedoch aus dem ,zusammenhange des ,universums notwendig erfolgende ,natur4 ,umsonst erhebt gegen dieses festgefgte ,system des ,determinismus das sittliche ,gefhl und der sittliche ,wunsch in uns ,einspruch3 der ,determinismus1 der nichts anderes als der ,ausdruck des ,denkens selbst und seines obersten ,prinzips3 des ,satzes vom ,grunde ist1 erklrt zuletzt auch diese ihm scheinbar widerstreitenden ,wnsche und vermag auch ihre ,notwendigkeit einzusehen und zu deduzieren4 ,auf dem ,boden des ,naturbegriffs ist somit schlechterdings keine andere ,lsung mglich2 hier gibt es kein ,ausweichen vor der letzten entscheidenden ,konsequenz4 ,wie aber1 wenn wir uns gerade ber dieses ,fundament in unserer ,reflexion zu erheben vermchten1 wenn wir einsehen1 da es keine absolute1 sondern nur eine relative ,geltung besitzt8 ,ist denn das1 was wir ,natur1 was wir das ,sein und die ,wirklichkeit der ,dinge nennen1 ein feststehendes1 fr uns nicht weiter auflsbares undurchdringliches ,faktum -- oder ist es nicht vielmehr ein ,begriff1 den wir selbst1 den unser ,intellekt und unser ,wissen an die ,betrachtung der ,phnomene heranbringt8 ,und wenn dem so wre3 -- so wren wir freilich mit einem ,schlage von dem unentrinnbaren ,zwange1 mit dem die ,dinge uns bisher bedrohten1 befreit4 ,man setze an die ,stelle der ,dinge an sich die ,vorstellung von den ,dingen1 man entwickle die ,regeln1 nach denen diese ,welt der ,vorstellung aus ursprnglichen ,elementen1 aus den ersten ,anfangsdaten der ,empfindung sich entwickelt und aufbaut3 und die ganze ,frage nimmt sofort eine andere ,gestalt an4 ,der ,zwang des ,seins zerrinnt und lst sich auf1 in dem ,mae1 als wir das ,sein selbst als ein bloes ,bild begreifen1 das der ,gedanke vor sich hinstellt4 ,und eben in der ,vermittlung dieser ,einsicht besteht die charakteristische ,aufgabe des ,wissens4 ,das ,wissen ist keine ,wiedergabe und ,reprsentation eines fr sich bestehenden absoluten ,seins3 sondern es zeigt umgekehrt1 da dieses angeblich absolute ,sein ein ,trugbild ist1 das unsere ,reflexion und unsere ,einbildungskraft vor uns hinstellen4 ,der ,trug ist bewltigt1 sobald er einmal durchschaut ist2 -- sobald wir eingesehen haben1 wie er entsteht und nach den ,gesetzen des denkenden ,bewutseins entstehen mu4 ,jetzt fhlen wir uns der fatalistischen ,notwendigkeit der ,welt und des ,weltzusammenhangs entrckt3 denn wir begreifen1 da es nur die selbstndigen und dennoch unwillkrlichen und insofern notwendigen ,akte der ,intelligenz1 da es ihre ursprnglichen ,setzungen und ,tathandlungen sind1 auf denen die ,mglichkeit jeder ,vorstellung von einem ,dasein der ,dinge beruht4 ,die ,freiheit wird uns zurckgegeben1 indem gleichzeitig die absolute1 die dogmatische ,substantialitt der ,welt versinkt4 -- ,kehren wir nunmehr1 ehe wir der weiteren ,ausfhrung dieses ,grundgedankens bei ,fichte nachgehen1 wieder zu ,kleist und zu seinem ,brief zurck4 ,es ist bekannt1 da ,kleist1 um ,wilhelmine die ,grundlehren des transzendentalen ,idealismus zu verdeutlichen1 von einem populren ,vergleich und ,beispiel ausgeht4 ,wenn alle ,menschen statt der ,augen grne ,glser htten1 so wrden sie urteilen mssen1 die ,gegenstnde1 welche sie dadurch erblicken1 sind grn -- und nie wrden sie entscheiden knnen2 ob ihr ,auge ihnen die ,dinge zeigt1 wie sie sind1 oder ob es nicht etwas zu ihnen hinzutut1 was nicht ihnen1 sondern dem ,auge gehrt4 ,so ist es mit dem ,verstande4 ,wenn dieser ,vergleich die ,summe der ,lehren der ,kritik der reinen ,vernunft ziehen wollte1 so wre er seltsam genug2 denn gerade ,kant hatte immer von neuem davor gewarnt1 das1 was er die ,subjektivitt der ,anschauungsformen und der ,kategorien nannte1 durch ganz unzulngliche ,beispiele1 die dem ,gebiet der ,subjektivitt der ,sinnesqualitten entnommen sind1 belegen und verdeutlichen zu wollen4 ,fr ihn1 als ,kritiker der ,erkenntnis1 besteht hier eine schlechthin nicht zu verwischende methodische ,grunddifferenz2 denn von ,farben und ,tnen lassen sich1 wie er prgnant und nachdrcklich betont1 keine synthetischen ,urteile apriori1 keine wahrhaft allgemeingltigen und notwendigen ,erkenntnisse und ,wahrheiten gewinnen4 ,so steht insbesondere die ,raumanschauung fr ,kant mit der ,farbenempfindung niemals auf der gleichen ,linie1 sondern bleibt ihrem ,wahrheitscharakter nach von ihr durchaus verschieden4 ,anders aber war das ,verhltnis1 wie es sich nunmehr bei ,fichte darstellte4 ,zwar den ,vergleich mit dem ,sehen durch grne ,glser werden wir bei ihm nicht anzutreffen glauben2 denn hier handelt es sich1 wie ,kleist selbst in einem spteren ,briefe an ,wilhelmine erklrt1 um eine eigene ,zutat ,kleists1 die er nur vorbergehend zur populren ,verdeutlichung des ,gedankens benutzte4 ,ich habe mich -- ,so schreibt er -- nur des ,auges in meinem ,briefe als eines erklrenden ,beispiels bedient1 weil ich ,dir selbst die trockene ,sprache der ,philosophie nicht vortragen konnte4 ,aber was nun in dieser ,sprache bei ,fichte wirklich vorgetragen wurde3 das war nicht nur die ,lehre von der ,subjektivitt der ,farben und ,tne1 sondern von der ebenso unbedingten und ausschlielichen ,subjektivitt unserer gesamten ,wahrnehmungs- und ,anschauungswelt4 ,in aller ,wahrnehmung -- so belehrt in der ,bestimmung des ,menschen der ,fichtesche ,geist das ,ich1 mit dem er seine ,zwiesprache hlt -- nimmst du zunchst nur dich selbst und deinen eigenen ,zustand wahr2 und was nicht in dieser ,wahrnehmung liegt1 wird berhaupt nicht wahrgenommen4 ,ich wrde nicht mde werden1 es in allen ,wendungen zu wiederholen1 wenn ich befrchten mte1 da du es noch nicht begriffen1 dir noch nicht unvertilgbar eingeprgt httest4 -- ,kannst du sagen3 ich bin mir uerer ,gegenstnde bewut8 -- ,keineswegs -- erwidert das ,ich -- wenn ich es genau nehme2 denn das ,sehen und ,fhlen usw41 womit ich die ,dinge umfasse1 ist nicht das ,bewutsein selbst1 sondern nur dasjenige1 dessen ich mir am ersten und unmittelbarsten bewut bin4 ,der ,strenge nach knnte ich nur sagen3 ich bin mir meines ,sehens oder ,fhlens der ,dinge bewut 4444 ,nun so vergi denn nie wieder1 was du jetzt klar eingesehen hast4 ,in aller ,wahrnehmung nimmst du lediglich deinen eigenen ,zustand wahr4 ,und an dieser prinzipiellen ,entscheidung wird nicht das mindeste gendert1 wenn wir nun von den sinnlichen ,qualitten zu den ,gegenstnden des mathematisch-physikalischen ,wissens1 wenn wir von der ,welt der ,tastempfindungen1 des ,geruchs und des ,geschmacks1 der ,gesichts- und ,gehrsempfindungen zu der ,welt des ,raumes und der ,krper im ,raume bergehen4 ,der ,raum ist freilich kein ,empfindungsinhalt2 denn jeder ,empfindungsinhalt ist als solcher ein schlechthin ,unausgedehntes1 auf einen bloen unfehlbaren ,punkt ,bezgliches4 ,aber da wir nun ber diesen bloen ,punkt hinausgehen -- da wir ihn zur ,linie und ,flche und da wir schlielich die ,flche zum ,krper erweitern1 das ist ebenfalls eine ,notwendigkeit1 die lediglich in den ,gesetzen des ,bewutseins1 in den ,gesetzen unserer anschauenden ,intelligenz und in nichts anderem gegrndet ist4 ,nicht die absolute ,existenz einer ueren ,sache ergreifen wir hierin1 sondern nur die ,notwendigkeit unserer eigenen ,anschauung1 der aber kraft ihrer ,natur diese ,kraft des ,hinausgehens ber den bloen punktuellen ,empfindungsinhalt innewohnt4 ,was wir die ,gewiheit der ,auenwelt zu nennen pflegen1 das ist also auch hier nichts anderes als die ,gewiheit jener objektivierenden ,bedeutung1 die der ,anschauung selber eigen ist4 ,wir erfassen den ,raum und die ,krperwelt nicht dadurch1 da wir sie passiv in unser ,bewutsein aufnehmen und sie als ein fr sich ,vorhandenes in ihm nur abspiegeln2 sondern wir schauen in beiden nur unsere eigene ,funktion der ,verknpfung von ,punkten1 ,linien und ,flchen an4 ,es handelt sich nicht um eine ,abbildung des ,aeuern durch das ,innere1 sondern um eine ,projektion des ,innern zum ,aeuern4 ,so gilt es auch hier ohne jede ,einschrnkung3 das ,bewutsein des ,gegenstandes ist nur ein nicht dafr erkanntes ,bewutsein meiner ,erzeugung einer ,vorstellung vom ,gegenstande4 ,du siehst sonach ein1 da alles ,wissen lediglich ein ,wissen von dir selbst ist1 da dein ,bewutsein nie ber dich selbst hinausgeht1 und da dasjenige1 was du fr ein ,bewutsein des ,gegenstandes hltst1 nichts ist als ein ,bewutsein deines ,setzens eines ,gegenstandes1 welches du nach einem inneren ,gesetze deines ,denkens mit der ,empfindung zugleich notwendig vollziehst4 ,und nun -- so fhrt wiederum der ,geist in seiner ,belehrung des ,ich fort -- nun wird dir vollkommen klar sein1 wie etwas1 das doch aus dir selbst hervorgeht1 dir als ein ,sein auer dir erscheinen knne1 ja notwendig erscheinen msse4 ,du bist zur wahren ,quelle der ,vorstellungen von ,dingen auer dir hindurchgedrungen 444 ,du selbst bist das ,ding2 du selbst bist durch den innersten ,grund deines ,wesens1 deine ,endlichkeit vor dich selbst hingestellt1 und aus dir selbst hinausgeworfen2 und alles1 was du auer dir erblickst1 bist immer du selbst4 ,man hat dieses ,bewutsein sehr passend ,anschauung genannt 444 7,er ist7 ein ttiges ,hinschauen dessen1 was ich anschaue1 ein ,herausschauen meiner selbst aus mir selbst -- -- --4 ,darum ist auch dieses ,ding dem ,auge deines ,geistes durchaus durchsichtig1 weil es dein ,geist selbst ist4 ,du teilst1 du begrenzest1 du bestimmst die mglichen ,formen der ,dinge und die ,verhltnisse dieser ,formen vor aller ,wahrnehmung vorher 4444 ,es gibt keinen ueren ,sinn1 denn es gibt keine uere ,wahrnehmung4 ,wohl aber gibt es eine uere ,anschauung -- nicht des ,dinges -- sondern diese uere ,anschauung -- dieses1 auerhalb des subjektiven und ihm als vorschwebend erscheinende ,wissen -- ist selbst das ,ding1 und es gibt kein anderes4 ,das also ist der ,kreis1 in welchen nach ,fichte das ,ich und sein ,wissen gebannt ist2 -- und in welchem freilich beide zugleich als unumschrnkte ,herrscher walten4 ,denn der ,gedanke von einem blinden ,zwange der ,natur1 der das ,ich gefangen hielte1 ist jetzt zugleich mit dem ,gedanken von dem absoluten ,dasein einer solchen ,natur beseitigt4 ,das ,ich ist frei geworden2 denn wenn es in der realistischen ,grundansicht als ein bloer ,teil und als ein ,produkt der ,natur erschien1 so erscheint jetzt vielmehr die ,natur als sein ,werk1 als das ,werk seines ,wissens und seines ,verstandes4 ,die ,bedingung freilich1 an welche diese ,selbstbefreiung geknpft bleibt1 ist1 da der neu errungene ,welt- und ,wissensbegriff nicht verndert2 da also das ,wissen nicht als ein ,wissen von der ,realitt selbst1 sondern als ein ,wissen von ,vorstellungen1 ein ,wissen von ,bildern erkannt wird4 ,abermals wird dieses ,resultat in ,fichtes ,bestimmung des ,menschen in unerbittlicher ,schroffheit hingestellt4 ,vergebens lehnt sich das ,ich noch einmal gegen alle ,konsequenzen1 die in diesem ,gedanken liegen1 auf3 es mu sie hinnehmen und anerkennen4 ,es gibt berall kein ,dauerndes1 weder auer mir1 noch in mir1 sondern nur einen unaufhrlichen ,wechsel4 ,ich wei berall von keinem ,sein1 und auch nicht von meinem eigenen4 ,es ist kein ,sein 444 ,bilder sind3 sie sind das ,einzige1 was da ist1 und sie wissen von sich nach ,weise der ,bilder3 -- ,bilder1 die vorberschweben1 ohne da etwas sei1 dem sie vorberschweben1 die durch ,bilder von den ,bildern zusammenhngen1 ,bilder ohne etwas in ihnen ,abgebildetes1 ohne ,bedeutung und ,zweck 4444 ,alle ,realitt verwandelt sich in einen wunderbaren ,traum4 ,verzweifelnd sucht das ,ich bei dem ,geiste1 von dem es diese ,lehre empfangen1 irgend eine ,hilfe und ,rettung gegen dieses vllige ,versinken ins ,nichts3 es wird nur um so tiefer und erbarmungsloser in dieses ,nichts zurckgestoen4 ,du wolltest wissen von deinem ,wissen4 ,wunderst du dich1 da du auf deinem ,wege auch nichts weiter erfuhrst1 als -- wovon du wissen wolltest1 von deinem ,wissen selbst2 und mchtest du1 da es anders sei8 44 ,alles ,wissen aber ist nur ,abbildung1 und es wird in ihm immer etwas gefordert1 das dem ,bilde entspreche4 ,deine ,forderung kann durch kein ,wissen befriedigt werden1 und ein ,system des ,wissens ist notwendig ein ,system bloer ,bilder1 ohne alle ,realitt1 ,bedeutung und ,zweck 4444 ,und das ist denn das einzige ,verdienst1 das ich an dem ,systeme1 das wir soeben mit einander gefunden1 rhme3 es zerstrt und vernichtet den ,irrtum4 ,wahrheit geben kann es nicht2 denn es ist in sich selbst absolut leer4 ,nun suchst du denn doch etwas auer dem bloen ,bilde liegendes ,reelles -- mit deinem guten ,rechte1 wie ich wohl wei -- und eine andere ,realitt1 als die soeben vernichtete 4444 ,aber du wrdest dich vergebens bemhen1 sie durch dein ,wissen und aus deinem ,wissen zu erschaffen1 und mit deiner ,erkenntnis zu umfassen4 ,hast du kein anderes ,organ1 sie zu ergreifen1 so wirst du sie nimmer finden4 ,denken wir uns ,kleist als ,leser dieser ,stze -- welchen ,eindruck mute er von ihnen empfangen6 ,sein ,schmerz1 seine ,verzweiflung und ,vernichtung wren jetzt vllig erklrt4 ,in der ,vorrede zur ,bestimmung des ,menschen hatte sich ,fichte einen ,leser gewnscht1 der alles1 was in der ,schrift gesagt werde1 nicht nur historisch fasse1 sondern der wirklich und in der ,tat whrend des ,lesens mit sich selbst rede1 hin und her berlege1 ,resultate ziehe1 ,entschlieungen fasse und durch eigene ,arbeit und ,nachdenken1 wie aus sich selbst1 diejenige ,denkart entwickle und sie in sich aufbaue1 deren bloes ,bild ihm im ,buche vorgelegt werde4 ,wenn es irgend einen ,leser gab1 der dazu bestimmt war1 diese ,forderungen bedingungslos zu erfllen1 so war es ,heinrich von ,kleist4 ,er hat niemals einen ,gedanken1 der ihm nahe trat1 blo historisch aufgenommen2 er lebte in den groen gedanklichen ,entscheidungen1 in die er die ganze ,glut und die ganze ,kraft seiner ,seele hineinlegte4 ,und er drang berall auf unbedingte ,wahrhaftigkeit3 auf ein rcksichtsloses ,entweder -- ,oder4 ,wenn wirklich das ,wissen als solches absolut leer1 wenn es ein ,system bloer ,bilder ohne alle ,realitt1 ,bedeutung und ,zweck war1 so hatte es fr ihn jeglichen1 auch nur relativen und mittelbaren ,wert1 mit dem sich ein weniger aufs ,unbedingte gestellter ,geist htte begngen und trsten knnen1 verloren4 ,ich habe mich zwingen wollen zur ,arbeit -- so schreibt er an die ,schwester -- -- aber mich ekelt vor allem1 was ,wissen heit4 ,ich kann nicht einen ,schritt tun1 ohne mir deutlich bewut zu sein1 wohin ich will8 -- ,zwar war die ,vernichtung des ,wissens bei ,fichte selbst nicht das letzte ,ergebnis1 mit dem er seine ,schrift beschlo2 zwar war hier1 wie wir gesehen haben1 auf ein anderes geistiges ,organ hingedeutet1 kraft dessen die ,welt des ,seins1 die soeben durch die philosophische ,reflexion zerstrt worden war1 auf einer neuen ,grundlage und mit neuen ,mitteln wieder aufgebaut werden sollte4 ,aber selbst wenn wir annehmen1 da ,kleist diesen weiteren ,entwicklungen noch mit der gleichen gedanklichen ,intensitt und ,energie gefolgt ist1 so begreifen wir doch1 da sie ihm keine wahrhafte ,beruhigung und ,befriedigung zu geben imstande waren4 ,die besondere ,form und ,eigenart von ,fichtes ,glaubensbegriff1 der hier als die letzte ,lsung erschien1 vermochte er zweifellos nicht vllig zu durchschauen4 ,dieser ,begriff ist in den ,darlegungen des ,schluteils der ,bestimmung des ,menschen noch nicht zu wahrhafter ,schrfe und ,klarheit entwickelt3 -- auch der moderne ,leser wrde ,mhe haben1 ihn nach seiner ,eigentmlichkeit zu wrdigen1 wenn er nicht ,fichtes sptere religionsphilosophischen ,werke zum ,vergleich und zur ,erluterung heranziehen knnte4 ,so mochte ,kleist in ,fichtes ,entscheidung1 die die ,frage dem ,wissen entzog1 um sie dem ,glauben zuzuweisen1 nur eine ,flucht in das religise ,gefhl sehen1 die er als bloes ,kompromi verschmhte und von sich wies4 ,gewi3 sein ,wunsch und seine ,sehnsucht weisen auch ihn1 nachdem er einmal den ,zusammenbruch des ,wissens in sich erfahren hatte1 oft genug auf einen solchen ,ausweg hin4 ,ach1 ,wilhelmine1 so schreibt er kurz darauf aus ,dresden1 indem er von seiner ,teilnahme an einem katholischen ,gottesdienst erzhlt -- unser ,gottesdienst ist keiner4 ,er spricht nur zu dem kalten ,verstande1 aber zu allen ,sinnen ein katholisches ,fest4 ,mitten vor dem ,altar1 an seiner untersten ,stufe1 kniete jedesmal1 ganz isoliert von den andern1 ein gemeiner ,mensch1 das ,haupt auf die hheren ,stufen gebckt1 betend mit ,inbrunst4 ,ihn qulte kein ,zweifel1 er glaubt4 -- ,ich hatte eine unbeschreibliche ,sehnsucht mich neben ihm niederzuwerfen und zu weinen4 -- ,ach1 nur einen ,tropfen ,vergessenheit1 und mit ,wollust wollte ich katholisch werden4 ,aber der unbedingte ,wahrheitssinn und der unbedingte ,wahrheitsmut1 den ,kleist bis zur inneren ,selbstvernichtung festhlt1 siegt immer wieder ber jede derartige ,stimmung und ,anwandlung4 ,auch als ,wilhelmine ihn auf seinen ersten ,brief hin mit ,gefhlsgrnden zu trsten versuchte1 weist er dies ruhig und bestimmt von sich4 ,er wei1 da der ,konflikt1 der auf dem ,boden des ,denkens entstanden ist1 auch auf eben diesem ,boden gelst und zum ,austrag gebracht werden mu4 ,ich ehre dein ,herz und deine ,bemhung mich zu beruhigen -- so erwidert er -- aber der ,irrtum liegt nicht im ,herzen1 er liegt im ,verstande und nur der ,verstand kann ihn heben4 -- -- ,liebe ,wilhelmine1 ich bin durch mich selbst in einen ,irrtum verfallen1 ich kann mich auch nur durch mich selbst wieder heben4 ,und in der ,tat3 welche innere ,beruhigung htte es ,kleist gewhren knnen1 wenn die ,lsung des ,problems einfach vom ,gebiet des ,wissens ins ,gebiet des ,glaubens verschoben wurde8 ,das ,verdikt ber die ,nichtigkeit des ,wissens selbst blieb dem ungeachtet in aller ,schrfe bestehen4 ,auf das ,wissen aber1 auf die rein theoretische ,erkenntnis war der ,lebensplan ,kleists1 wie er ihn damals begriff1 ausschlielich gestellt4 ,wenn dieses ,wissen fr das hchste ,ziel der menschlichen ,bestimmung als unzulnglich erkannt war1 so hatte1 so bedurfte er kein anderes ,ziel mehr4 ,er warf es von sich1 da ihm sein wesentlicher ,gehalt verloren war4 ,wir stehen hier vor einem ,proze1 der nicht nur als ein uerliches ,schicksal ,kleists zu begreifen und zu beurteilen ist1 sondern der tief in seinem ,charakter und seiner ganzen seelischen ,grundrichtung wurzelt4 ,wir finden hier die gleiche typische ,form wieder1 die allen groen innerlichen ,krisen im ,leben ,kleists eigentmlich ist4 ,wie hier vor dem ,wissen1 so stand er spter1 als er nach jahrelangem ,ringen den ,guiscard endgltig verworfen hatte1 vor seinem dichterischen ,beruf4 ,und wie spter1 so kannte er hier keine ,schranke1 kein ,begngen mit einem ,mehr oder ,weniger4 ,ich habe in ,paris -- so schreibt er -- mein ,werk1 so weit es fertig war1 durchlesen1 verworfen und verbrannt2 und nun ist es aus4 ,der ,himmel versagt mir den ,ruhm1 das grte der ,gter der ,erde2 ich werfe ihm1 wie ein eigensinniges ,kind1 alle brigen hin4 ,fr eine ,natur wie diese gab es im ,denken so wenig wie im ,leben ein bloes ,kompromi1 gab es1 wenn er ber eine bestimmte ,grenze des ,begreifens vorgedrungen war1 kein ,zurck mehr1 wie zerstrend auch die ,folgen sein mochten1 die er fr sich selbst voraussah4 -- ,noch auf ein ueres ,moment kann hier zuletzt hingewiesen werden1 das immerhin im ,ganzen unserer ,betrachtung nicht ohne ,bedeutung ist4 ,in dem ersten ,brief an ,wilhelmine berichtet ,kleist1 da er sich in seiner ,verzweiflung ber das ,ergebnis1 zu welchem er sich durch die ,kantische ,philosophie hingefhrt sah1 zuerst seinem ,freunde ,rhle mitgeteilt und anvertraut und da dieser ihn auf einen vor kurzem erschienenen ,roman ,der ,kettentrger verwiesen habe4 ,es herrscht in diesem ,buche -- so sagte er ihm -- eine sanfte freundliche ,philosophie1 die ,dich gewi ausshnen wird mit allem1 worber ,du zrnst4 ,es ist wahr -- so fhrt ,kleist in seiner ,erzhlung fort -- er selbst hatte aus diesem ,buche einige ,gedanken geschpft1 die ihn sichtbar ruhiger und weiser gemacht hatten4 ,ich fate den ,mut1 diesen ,roman zu lesen4 ,die ,rede war von ,dingen1 die meine ,seele schon lngst selber bearbeitet hatte4 ,was darin gesagt ward1 war von mir schon lngst im voraus widerlegt 444 ,und das soll die ,nahrung sein fr meinen brennenden ,durst8 ,der sehr seltene ,kettentrger ist mir bisher leider nicht zugnglich gewesen3 aber nach einem ,referat1 das ,minde-,pouet in seiner ,ausgabe von ,kleists ,briefen von ihm gegeben hat1 handelt es sich in ihm um einen krausen1 mit unmglichen ,geister-1 ,zauber- und ,liebesgeschichten durchsetzten ,roman1 der dartun will1 da jedes ,menschen ,bestreben1 sein ,schicksal zu lenken1 fruchtlos sei1 da wir unfrei und gebunden sind4 ,und eine solche ,schrift konnte ,rhle ,kleist als ,heilung gegen die ,wirkung der ,lektre der ,kritik der reinen ,vernunft empfehlen8 ,was in aller ,welt hatte die freundliche ,philosophie dieses ,kettentrgers mit der ,kantischen ,erkenntniskritik1 mit der transzendentalen ,aesthetik und der transzendentalen ,analytik zu tun8 ,nimmt man dagegen an1 da ,kleist von ,fichtes ,bestimmung des ,menschen herkam und da er den ,inhalt und ,gedankengang dieses ,buches in groen ,zgen vor ,rhle entwickelte -- so wrde auch dieser ,umstand sich klren4 ,denn wir erinnern uns1 da alle ,deduktionen ,fichtes ber ,wert und ,unwert der ,erkenntnis vom ,problem der ,willensfreiheit ihren ,ausgang genommen hatten4 ,um die ,mglichkeit der menschlichen ,freiheit zu retten1 mute die ,welt der ,dinge in eine ,welt der ,bilder aufgelst werden1 die der ,verstand nach eigenen ,gesetzen selbstttig entwirft4 ,wie aber1 wenn man auf dieses ,ziel verzichtete2 -- wenn es einen ,weg gab1 sich mit den ,gedanken der ,willensunfreiheit zu vershnen und ihn in einem milderen und freundlicheren ,lichte erscheinen zu lassen8 ,dann fiel -- so schien es -- mit dem ,ziel auch das ,mittel fort2 dann konnte die realistische ,ansicht behauptet und mit ihr auch dem ,wissen die ,rolle1 ein ,ausdruck der absoluten ,wirklichkeit zu sein1 erhalten werden4 ,kleist freilich war bereits zu tief in den ,kern des ,problems eingedrungen1 als da er sich mit einer derartigen ,scheinlsung htte begngen knnen4 ,immer tiefer grbelte er gerade in dieser ,zeit nicht nur der ,mglichkeit des ,wissens1 sondern auch der ,mglichkeit des ,wollens1 der freien sittlichen ,entscheidung nach4 ,und auch hier sah er sich alsbald vor eine ,grenze des ,begreifens gefhrt4 ,wir glauben frei zu sein -- aber ist nicht auch dieser ,glaube eine leere ,illusion8 ,werden wir nicht hin- und hergetrieben von dem unberechenbarsten ,zufall1 der tglich und stndlich in unser ,geschick eingreifen und ihm eine vllig neue ,wendung geben kann8 ,als ,kleist1 weil ,ulrike ihm halb wider seinen ,willen ihre ,begleitung nach ,paris angeboten hat1 gezwungen ist1 ,psse fr sich und die ,schwester zu fordern2 als er1 um diese ,psse zu erhalten1 wissenschaftliche ,studien als ,zweck der ,reise angeben und sie zum ,teil wirklich auf sich nehmen mu1 whrend er entschlossen war1 der ,wissenschaft auf dieser ,reise fr immer zu entfliehen1 da wird in ihm wieder die ,empfindung mchtig1 wie das blinde ,verhngnis mit dem ,menschen spielt4 ,ach ,wilhelmine -- so schreibt er -- wir dnken uns frei und der ,zufall fhrt uns allgewaltig an tausend feingesponnenen ,fden fort4 -- ,auch in den ,briefen von der ,reise kehrt fort und fort diese ,reflexion und die ,stimmung1 die sie in ihm weckt1 wieder4 ,mit ,recht hat man hier einen der frhesten wesentlichen ,keime zu der ersten tragischen ,dichtung ,kleists1 zu der ,konzeption der ,familie ,schroffenstein gesehen4#b ,und auch weiterhin wurzelt die ,tragik bei ,kleist in diesem seinen ,grundgefhl4 ,was ,goethe in seiner ,straburger ,rede von ,shakespeare gesagt hat1 da alle seine ,dichtungen sich um den geheimen ,punkt drehen1 an dem die ,eigentmlichkeit unseres ,ich1 die prtendierte ,freiheit unseres ,willens1 mit dem notwendigen ,gang des ,ganzen zusammenstt3 das gilt auch fr die ,dichtung ,kleists4 ,von diesem geheimen ,punkt aus lassen sich die ,kleistschen ,gestalten1 lassen sich ,alkmene und ,robert ,guiscard1 ,penthesilea und ,kthchen1 ,kohlhaas und die ,marquise von ,o 444 erst wahrhaft deuten4 ,wenn wirklich ,fichtes ,schrift es gewesen ist1 die das ,problem der ,willensfreiheit zuerst in seiner ganzen ,schrfe und ,klarheit vor ,kleist hingestellt hat1 so liee sich begreifen1 da sie fr ,kleist von ,anfang an mehr als eine abstrakte theoretische ,spekulation bedeuten mute3 denn die abstrakte begriffliche ,errterung berhrte hier in ihm selbst ein seelisches ,motiv1 das fr seine gesamte dichterische ,gefhlsauffassung des ,welt- und ,lebenszusammenhangs entscheidend war4 -- #b ,s4 ,otto ,brahm1 ,heinrich v4 ,kleist1 ,berlin1 #ahhe1 ,s4 #ge f4 #b4 ,wichtiger jedoch als die ,frage1 aus welcher ,quelle ,kleist seine ,kenntnis vom ,lehrbegriff des transzendentalen ,idealismus geschpft hat1 ist die andere ,frage1 welche innere ,wendung sich1 unter dem ,einflu dieses ,lehrbegriffs1 nunmehr in ,kleist vollzieht und welche ,bedeutung die intellektuelle ,krise1 die er hier durchlebt hat1 fr das ,ganze seiner ,knstlerschaft gewinnt4 ,und hier lt sich -- so paradox es zunchst erscheinen mag -- in der ,tat behaupten1 da ,kleist in dieser ,krise nicht nur zu einer neuen theoretischen ,weltansicht gelangt ist1 sondern da er erst in ihr und durch sie seine knstlerische ,grundrichtung wahrhaft begriffen hat4 ,das ist das ,eigentmliche in ,kleists ,entwicklung1 was in dieser ,form vielleicht in der ,lebensgeschichte keines anderen groen ,dichters wiederkehrt1 da es ein gedankliches ,erlebnis ist1 das gleichzeitig die produktiven dichterischen ,krfte in ihm gelst und befreit und das ihm selbst erst zum vollen ,bewutsein dieser ,krfte verholfen hat4 ,die theoretische und ethische ,lebensansicht des jungen ,kleist ist vor der entscheidenden ,einwirkung des transzendentalen ,idealismus durch die ,grundanschauungen des achtzehnten ,jahrhunderts1 durch die ,philosophie der deutschen ,aufklrung bestimmt4 ,mit altkluger ,weisheit entwickelt der erste philosophische ,aufsatz1 den wir von ,kleist besitzen1 seine ,anweisung den sicheren ,weg des ,glcks zu finden und ungestrt1 auch unter den grten ,drangsalen des ,lebens1 ihn zu genieen1 diese ,auffassung4 ,man hat schon in dieser ,abhandlung und in den ,spekulationen ber das ,verhltnis von ,glck und ,tugend1 die sie enthlt1 ,anklnge an ,kant und ,spuren einer ersten ,lektre ,kantischer ,schriften zu finden geglaubt3 -- aber im ,ganzen ist die unbedingte und unmittelbare ,identitt von ,glck und ,tugend1 von ,glckseligkeit und ,glckwrdigkeit1 die hier gelehrt wird1 den ethischen ,grundlehren ,kants weit eher entgegengesetzt als verwandt4 ,will man hier nach irgend einer literarischen ,quelle und ,anregung suchen1 so knnte sie nur in der durch ,kant bekmpften und verdrngten ,popularphilosophie des achtzehnten ,jahrhunderts oder aber in antiken1 insbesondere in stoischen ,lehren gefunden werden4 ,reminiszenzen an solche ,lehren1 an ,ciceros oder ,senecas moralphilosophische ,schriften sind in dem ,aufsatz unverkennbar -- und auch sein ,gesamtergebnis fllt mit dem klassischen ,resultat der stoischen ,ethik1 mit dem ,gemeinspruch1 da das wahre ,glck keine ,folge der ,tugend1 sondern da es vielmehr die ,tugend selbst sei1 zusammen4 ,in jedem ,fall bedeutet dieser ,aufsatz des ,zweiundzwanzigjhrigen kaum mehr als eine versptete ,schulbung1 die aber noch keinerlei ,hinweis auf die sptere originale ,grundanschauung enthlt4 ,auch die pdagogischen ,bildungsideale1 die ,kleist in den ,briefen dieser ,zeit entwickelt1 greifen ber diesen ,kreis nicht hinaus4 ,da auch alle sittliche1 alle ,persnlichkeits- und ,charakterbildung im wesentlichen durch die ,aufklrung des ,verstandes bedingt sei1 gilt hier berall als feststehend4 ,nur von einer derartigen ,ansicht aus erklrt sich die ,pedanterie1 der trockene ,ernst und die abstrakte ,grndlichkeit1 mit denen ,kleist in seinen ,briefen die ,fragen zu ,denkbungen fr die ,schwester und fr die ,braut formuliert und sie unerbittlich bis zur vollstndigen befriedigenden ,lsung durchnimmt4 ,ueberall herrscht die ,ueberzeugung1 da nur durch solche bewute ,arbeit des abstrakten ,denkens der ,mensch zu seinem eigentmlichen1 ihm wahrhaft zukommenden ,wert emporgehoben werden kann4 ,welcher andern ,herrschaft -- so apostrophiert ,kleist die ,schwester -- bist du unterworfen1 als allein der ,herrschaft der ,vernunft8 ,aber dieser sollst du dich auch vollkommen unterwerfen4 ,etwas mu dem ,menschen heilig sein4 ,uns beiden1 denen es die ,zeremonien der ,religion und die ,vorschriften des konventionellen ,wohlstandes nicht sind1 mssen um so mehr die ,gesetze der ,vernunft heilig sein 444 ,wer sichert uns 44 unser inneres ,glck zu1 wenn die ,vernunft es nicht tut8 ,nur kraft der fortschreitenden ,aufklrung des ,verstandes und der immer weitergehenden ,verdeutlichung der ,begriffe vermag das ,ich die ,stelle1 die ihm im groen ,plan der ,welt zugewiesen ist1 zu erkennen und zu erfllen1 -- vermag es weiterhin1 sich ber sich selber zu einer hheren ,stufe der ,geistigkeit zu erheben4 ,dich1 mein geliebtes ,mdchen ausbilden -- so schreibt ,kleist an ,wilhelmine1 indem er ihr seinen ,entschlu mitteilt1 frei von jeder ueren amtlichen oder gesellschaftlichen ,bindung zu leben1 -- ist das nicht etwas ,vortreffliches8 ,und dann1 mich selbst auf eine ,stufe nher der ,gottheit zu stellen -- -- o la mich1 la mich6 ,das ,ziel ist gewi hoch genug und erhaben1 da gibt es gewi ,stoff genug zum handeln -- und wenn ich auch auf dieser ,erde nirgends meinen ,platz finden sollte1 so finde ich vielleicht auf einem anderen ,sterne einen um so besseren4 ,in alledem ist nichts enthalten1 was nicht ,gemeingut der deutschen ,geistesbildung des achtzehnten ,jahrhunderts gewesen wre4 ,ueberall klingt jene metaphysische ,ansicht von der ,stellung des ,ich zur ,welt und zur ,gottheit hindurch1 die ihren vollendeten systematischen ,ausdruck in der ,leibnizischen ,monadologie gefunden hatte4 ,weit ber den ,kreis der philosophischen ,schulen hinaus hatte diese ,ansicht sich als wirksam erwiesen4 ,sie bildet fr ,lessings ,erziehung des ,menschengeschlechts das eigentliche gedankliche ,fundament1 wie sie andererseits in der dithyrambischen ,jugendphilosophie ,schillers1 in den ,gedichten der ,anthologie und in der ,theosophie des ,julius fortwirkt4 ,alles1 was wir das ,sein1 was wir die ,wirklichkeit der ,dinge nennen1 lst sich fr die ,betrachtung der ,vernunft in ein einziges ,geisterreich auf1 das nach ,stufen intellektueller ,klarheit und ,vollkommenheit geordnet ist4 ,aus dem ,kelch dieses ,geisterreiches schumt auch dem hchsten gttlichen ,wesen erst seine wahrhafte ,unendlichkeit3 es erkennt und wei sich selbst1 indem es sich in der ,flle und ,mannigfaltigkeit der geschaffenen ,geister als ebensoviel lebendigen ,spiegeln seiner selbst beschaut4 ,das ,universum bildet einen einzigen groen ,zweckzusammenhang1 der sich der menschlichen1 sinnlich-eingeschrnkten und sinnlich-verworrenen ,ansicht zwar nur fragmentarisch und unvollkommen darstellt1 der sich aber der fortschreitenden ,einsicht des ,verstandes immer reiner und bestimmter offenbart4 ,was wir von unserem beschrnkten ,standpunkt aus ,mngel der ,welt zu nennen pflegen1 das sind daher in ,wahrheit nur ,mngel unserer ,einsicht in die ,welt und ihre teleologische ,gesamteinheit4 ,sie wrden verschwinden1 wenn wir es vermchten1 unser ,auge -- ebenso wie es ,copernicus fr seine ,umbildung der gewhnlichen kosmologischen ,ansicht gefordert hatte -- ganz in die ,sonne1 in das ,licht der reinen ,vernunfterkenntnis zu stellen4 ,leibniz stellt es einmal als ,grundsatz dieses intellektualistischen ,optimismus auf3 da die ,dinge1 je mehr sie in ihre wahrhaften ,grundelemente zerlegt werden1 dem ,verstand um so mehr ,genge bieten4 ,die gleiche ,grundberzeugung gibt auch der frhesten ,philosophie des jungen ,kleist ihr ,geprge4 ,die wahre ,fhigkeit des ,weisen -- so fhrt der ,aufsatz den sicheren ,weg des ,glcks zu finden aus -- besteht darin1 ,honig aus jeder ,blume zu saugen2 er kennt den groen ,kreislauf der ,dinge1 und freut sich daher der ,vernichtung1 wie des ,segens1 weil er wei1 da in ihr wieder der ,keim zu neueren und schneren ,bildungen liegt4 ,auch durch den ,einflu ,rousseaus1 den ,kleist offenbar frh erfahren hat1 ist in seiner ,gesamtansicht zunchst keine entscheidende ,aenderung eingetreten4 ,mit ,berufung auf ,rousseau kmpft er jetzt gegenber den einseitigen und konventionellen ,forderungen des ,verstandes fr die unveruerlichen ,rechte des ,gefhls und des ,herzens -- aber die geistige ,struktur seines ,weltbildes und sein intellektualistischer ,unterbau werden dadurch nicht berhrt4 ,dies ist geschichtlich durchaus verstndlich3 denn ,rousseaus ,kritik des ,verstandes ist politisch und sozial1 nicht aber erkenntnistheoretisch und metaphysisch gerichtet4 ,sie wendet sich gegen willkrliche gesellschaftliche ,satzungen2 -- aber es ist das ,recht der ,natur1 es ist das ursprngliche ,recht der ,vernunft selbst1 das sie gegen diese ,satzungen ins ,feld fhrt4 ,auf der ,grundlage der ,vernunft soll eine neue soziale ,ordnung errichtet werden1 wie andererseits die innere ,welt des ,einzelnen von der ,gebundenheit durch das religise ,dogma befreit werden und sich aus sich selbst heraus nach eigenem ,gesetz gestalten soll4 ,wenn ,kleist1 in seinem ,wrzburger ,religionsbrief an ,wilhelmine ausfhrt1 da die ,gottheit zwar das ,tun des ,menschen in ,anspruch nehmen1 nicht aber gerechter ,weise von ihm einen ,glauben an ,dinge fordern knne1 deren ,erkenntnis sie selbst ihm ein fr allemal versagt habe --3 so spricht aus der ,gesamtheit dieser ,betrachtungen nicht nur die ,kantische ,religionsansicht1 sondern es ist zugleich das ,glaubensbekenntnis des savoyischen ,vikars1 das hier ersichtlich nachwirkt4 ,dieses ,glaubensbekenntnis ordnet sich der ,gesamtheit seiner ,weltbetrachtung lckenlos ein4 ,denn der ,satz ,le tout est bien gilt fr ,rousseau1 wie er fr ,leibniz gegolten hatte4 ,auch er glaubt an einen durchgngigen teleologischen ,grundplan der ,vorsehung1 den die ,vernunft seinem ,bestand und seinen inhaltlichen ,hauptzgen nach zu erfassen vermag2 auch er glaubt an die ursprngliche1 durch keine ,erbsnde befleckte ,gte der menschlichen ,natur -- und dieser doppelte ,glaube bildet die ,voraussetzung1 von der aus er die ,enge und ,beschrnktheit der gesellschaftlichen ,kultur1 der willkrlichen menschlichen ,satzungen bekmpft4 ,der transzendentale ,idealismus bildet auch an diesem ,punkte die ,grenzscheide der ,zeiten und die ,grenzscheide der ,geister4 ,wie er in theoretischer ,hinsicht eine ,revolution der ,denkart in sich schliet1 so entzieht er auch dem praktisch-metaphysischen ,begriff der ,vollkommenheit1 der bisher die gemeinsame ,grundlage der philosophischen ,systeme gebildet hatte1 den ,boden4 ,beide ,leistungen gehren in ihrer allgemeinen geistesgeschichtlichen ,tendenz zusammen4 ,der ,kritik der theoretischen ,erkenntnis entspricht die ,kritik der theoretischen ,gottesbeweise1 insbesondere des bekanntesten und populrsten unter ihnen3 des teleologischen ,beweises4 ,das ,milingen aller philosophischen ,versuche in der ,theodizee ist damit ein fr allemal festgestellt4 ,die theoretische ,vernunft kann sich mit ihren ,begriffen nicht mehr vermessen1 ein ,bild der besten ,welt zu entwerfen und dem ,ich seine ,stelle in dieser ,welt anzuweisen4 ,diese ,konsequenz der kritischen ,lehre ist ,kleist freilich1 als er mit den ,schriften ,kants zuerst bekannt wurde1 nicht sogleich zu deutlichem ,bewutsein gekommen4 ,er entnimmt aus diesen ,schriften -- aus der ,anthropologie und der ,religion innerhalb der ,grenzen der bloen ,vernunft -- bezeichnender ,weise zunchst diejenigen ,lehrstcke1 in denen ,kant eher als der ,vollender1 wie als der ,zerstrer der ,aufklrungsphilosophie erscheinen konnte4 ,kants ,lehre vom praktischen ,vernunftglauben und seine ,abweisung aller transzendenten ,begrndung der sittlichen ,gebote schienen in dieser ,richtung zu liegen4 ,aber in dem ,mae1 als ,kleist nun weiterhin -- gleichviel von welcher ,seite her und auf wessen ,anregung hin -- zu dem eigentlichen originalen ,sinn und ,gehalt des kritischen ,idealismus vordrang1 mute auch die ,kluft zwischen dieser ,lehre und seiner bisherigen ,welt- und ,lebensansicht ihm deutlich werden4 ,was jetzt von ihm gefordert wurde1 war der ,verzicht auf jene unmittelbare ,einheit des ,theoretischen und ,praktischen1 des ,denkzusammenhangs und des sittlichen ,weltzusammenhangs1 die bisher die naive ,voraussetzung all seines ,denkens gebildet hatte4 ,man begreift1 wie diese ,forderung1 nachdem er sie einmal in ihrer vollen ,schrfe erfat hatte1 ,kleist aufs tiefste erschttern mute4 ,denn nun war fr ihn die moralische ,begreiflichkeit der ,welt berhaupt aufgehoben4 ,die ,wahrheit1 die wir mit unserem ,verstande theoretisch einzusehen vermgen1 hatte zum mindesten ihren universellen1 ihren kosmischen ,sinn eingebt4 ,die ,struktur des ,alls1 der ,plan der ,vorsehung bleibt fr uns in undurchdringliches ,dunkel gehllt4 ,der ,geist1 der ber die ,welt herrscht -- so schreibt ,kleist spter einmal an ,rhle -- kann im tiefsten ,grunde seines ,wesens kein bser ,geist sein2 aber er ist und bleibt ein unbegriffener ,geist4 ,die ,last dieser ,unbegreiflichkeit hat ,kleist von nun ab tiefer und tiefer empfunden4 ,der traditionelle ,optimismus seiner ,jugendphilosophie wandelt sich jetzt in die ihm eigene dichterische1 in die eigentlich tragische ,weltanschauung4 ,in allen seinen ,dichtungen1 in den ,schroffensteinern und im ,kohlhaas1 in der ,penthesilea1 in der ,marquise von ,o 4441 im ,erdbeben von ,chili ist dieser neue ,ton vernehmbar4 ,die ,menschen bei ,kleist1 die dichterischen ,gestalten1 in denen er sein eigenes ,wesen am tiefsten ausgeprgt hat1 streben alle leidenschaftlich nach ,klarheit2 -- sie fordern diese ,klarheit als ihr sittliches ,grundrecht4 ,gott der ,gerechtigkeit -- so ruft ,sylvester in den ,schroffensteinern aus -- ,sprich deutlich mit dem ,menschen1 da er 's wei auch1 was er soll6 ,aber dieser ,ruf bleibt ungehrt1 ,sylvester mu erfahren1 da ein grausiger ,zufall1 ein sinnlos-tckisches ,geschick mit ihm gespielt hat3 's ist abgetan1 wenn ihr euch totschlagt1 ist es ein ,versehen6 444 ,die ,welt wird dem ,menschen1 der ,mensch wird sich selbst zum ,rtsel1 weil ,gott es ihm geworden ist4 ,keine ,anstrengung des ,denkens vermag dieses ,rtsel zu entwirren3 wir knnen nur versuchen1 ins ,unbewute hinabzugleiten und in ihm ,vergessenheit zu finden1 ,sonst waren die ,augenblicke -- so schreibt ,kleist in der ,zeit der intellektuellen ,krise1 im ,mai #ahja -- wo ich mich meiner selbst bewut ward1 meine schnsten -- jetzt mu ich sie vermeiden1 weil ich mich und meine ,lage fast nicht ohne ,schaudern denken kann4 ,aber dieses ,bestreben1 ins ,unbewute unterzutauchen und in ihm vor den unlslichen ,widersprchen des ,seins und des ,denkens ,rettung zu finden1 bleibt bei ,kleist von den eigentlich romantischen ,tendenzen nichtsdestoweniger klar geschieden4 ,auch die ,romantik verkndet die ,lehre von der ,irrationalitt des ,seins1 von der ,ohnmacht des ,denkens1 die ,wirklichkeit zu erfassen4 ,aber was ,kleist als einen harten ,verzicht empfand1 der ihn im ,innersten erschtterte3 -- das bedeutet fr sie nur die ,gelegenheit1 sich in freier ,ironie ber die ,welt der ,dinge und ihre angebliche ,notwendigkeit zu erheben4 ,sie schwelgt in dem ,gefhl der ,unbegreiflichkeit des ,seins1 sie sucht es auf und steigert es1 -- weil sie darin erst der ganzen ,macht der knstlerischen ,phantasie bewut zu werden glaubt4 ,von solchem sthetischen ,illusionismus ist ,kleist weit entfernt4 ,was den ,romantikern nur die willkommene ,handhabe zu einem berlegenen ,spiel der ,einbildungskraft war3 -- das fhrt ihn zu einem tragischen ,zusammenbruch seiner selbst und seiner inneren ,welt4 ,es ist bezeichnend1 da die ,romantik1 trotz aller theoretischen ,bemhungen und ,spekulationen ber die ,tragdie1 kein wahrhaft groes tragisches ,kunstwerk geschaffen hat4 ,sie liebte es auf die unergrndliche ,dialektik des ,seins1 auf die ,lehre vom ,gegensatz hinzuweisen2 aber sie hat eben durch diese ihre ironisch-skeptische ,gesamthaltung dem ,gegensatz selbst seine ,schrfe und seinen tragischen ,ernst genommen4 ,kleist hingegen ist ganz erfllt von diesem ,ernst4 ,er sucht nicht die mystischen ,schauer des ,unbegreiflichen1 nicht das ,ineinanderspielen und das ,verschwimmen aller ,formen der ueren und inneren ,welt3 sondern er stellt beide ,welten in klarem und scharfen ,umri gegeneinander1 um darin freilich ihre ,unvereinbarkeit und ,unvershnlichkeit um so tiefer und leidvoller zu empfinden4 ,in diesem ,verhltnis des ,innern und ,aeuern1 in dieser ,stellung von ,seele und ,welt1 liegt erst der abschlieende ,zug von ,kleists gedanklicher und dichterischer ,gesamtansicht4 ,die romantische ,phantasie drngt dahin1 nicht nur das objektive1 sondern auch das subjektive ,sein aufzulsen2 nicht nur die reale ,bestimmtheit der ,welt1 sondern auch die ,bestimmtheit des ,ich preiszugeben4 ,wie in einer schwebenden und traumhaften ,dmmerung gehen hier die ,gestalten des ,auen und ,innen1 die ,bilder des ,seins und die ,bilder des seelischen ,geschehens ineinander ber4 ,die ,bestimmtheit des ,tragischen aber fordert die volle ,bestimmtheit des ,ich1 fordert die ,einheit und ,geschlossenheit des ,charakters und der ,persnlichkeit4 ,diese ,geschlossenheit ist es1 die der ,dichtung ,kleists ihre ,eigenheit gibt4 ,gegenber aller ,verwirrung des ,weltlaufs1 gegenber aller unbegriffenen und im letzten ,grunde unbegreiflichen ,gewalt des ,schicksals behauptet sich hier die innere ,welt in ihrer ,klarheit1 ihrer ,reinheit und ,sicherheit4 ,in dieser ,hinsicht stellen alle dichterischen ,gestalten ,kleists den ,kampf dar1 den er selbst unablssig gegen ,welt und ,schicksal gefhrt hat4 ,von ihnen allen gilt1 was er einmal von der ,penthesilea gesagt hat3 da in ihr sein innerstes ,wesen1 der ganze ,schmerz zugleich und der ganze ,glanz seiner ,seele liege4 ,die unbedingte und unbeirrbare ,gewiheit des ,gefhls1 das sich niemals vllig im ,wirrsal des ueren ,geschehens verliert1 sondern sich aus diesem ,chaos immer wieder in seinem eigenen unverbrchlichen ,gesetz herstellt1 gibt die durchgngige und einheitliche ,richtung des tragischen ,grundprozesses bei ,kleist4 ,auch der ,erzhler ,kleist verweilt mit ,vorliebe bei dieser ,dialektik2 bei diesem ,gegensatz zwischen der ,verwirrung der ueren und der unaufheblichen und unzerstrbaren ,ordnung der inneren ,welt4 ,als ,kohlhaas die letzte ,besttigung des ,unrechts1 das ihm widerfahren ist1 erhalten hat1 da zuckt in ihm mitten durch den ,schmerz die ,welt in einer so ungeheuren ,unordnung zu erblicken1 die innerliche ,zufriedenheit empor1 seine eigene ,brust nunmehr in ,ordnung zu sehen4 ,die tragische ,rckwendung aber liegt darin1 da er in dem ,augenblick1 da er dieser inneren ,ordnung uere ,geltung zu verschaffen sucht1 wieder der ,gewalt1 dem ,unrecht und der unbegreiflichen ,verkettung des ,aeueren verfllt4 ,statt die ,welt zu retten und einzurenken1 verwirrt und vernichtet er das eigene innere ,sein4 ,sein ,rechtgefhl1 das einer ,goldwage glich wird jetzt zu einer ,schwrmerei krankhaftester und migeschaffener ,art1 die ihn und die ,welt um ihn her zerstrt4 ,von einer anderen ,seite her erblicken wir den gleichen tragischen ,proze dort1 wo er sich uns nicht im ,tun1 sondern im ,leiden darstellt -- wo die innere ,welt1 statt zu versuchen1 ihre ,regel dem ueren ,sein und ,geschehen aufzuprgen1 sich rein in sich selbst zurckzieht und sich damit in sich selbst herstellt4 ,wir legen diesen ,gegensatz nicht blo durch eine uerliche begriffliche ,reflexion in die dichterischen ,gestalten ,kleists hinein3 sondern er selbst hat ihn empfunden und mit berraschender ,schrfe ausgesprochen4 ,vom ,kthchen von ,heilbronn sagt er einmal1 da es die ,kehrseite der ,penthesilea sei3 ein ,wesen1 das eben so mchtig sei durch gnzliche ,hingebung1 als jene durch ,handeln4 ,und er wiederholt diese ,aeuerung und gibt ihr eine noch bestimmtere begrifflich-epigrammatische ,zuspitzung in einem ,briefe an ,collin3 wer das ,kthchen liebt1 dem kann die ,penthesilea nicht ganz unbegreiflich sein2 sie gehren ja wie das und - der ,algebra zusammen und sind ein und dasselbe ,wesen1 nur unter entgegengesetzten ,bezeichnungen gedacht4 ,diese ,entgegensetzung ist keine einmalige und zufllige1 sondern sie geht durch die gesamte ,kleistische ,dichtung hindurch4 ,so gewinnt die ,marquise von ,o 444 bei allem ,unbegreiflichen1 das sie umgibt1 die innere ,ruhe und ,sicherheit wieder1 indem ihr ,verstand1 stark genug1 in ihrer sonderbaren ,lage nicht zu reien1 sich ganz unter der groen1 heiligen und unerklrlichen ,einrichtung der ,welt gefangen gibt4 ,hierin erst offenbart sich ihr wahrhaftes1 rein innerlich gerichtetes ,heldentum4 ,und derselbe ,zug ist es1 der offenbar ein ,grundmotiv fr ,kleists ,konzeption der ,erzhlung der ,zweikampf gebildet hat4 ,den ,stoff fr diese ,novelle hat ,kleist aus der ,chronik ,froissards geschpft -- und er hat ihn in der ,geschichte eines merkwrdigen ,zweikampfs1 in den ,berliner ,abendblttern in wesentlich unvernderter ,gestalt nacherzhlt4 ,aber eigentliche dichterische ,form gewann fr ihn dieser ,stoff erst durch das neue ,moment1 das die ,kleistische ,erzhlung hinzubringt3 durch die ,kraft1 mit der ,littegarde das ,gefhl1 das in ihrer ,brust lebt1 wie einen ,felsen emportrmt und es gegen ,himmel und ,erde1 gegen den vernichtenden ,schuldbeweis des gttlichen ,urteils selbst behauptet4 ,auch das ,gottesurteil gewhrt keine zweifellose und sichere ,antwort2 sondern es wird1 als ,rekurs auf ein ueres ,beweismittel1 selbst in die ,fragwrdigkeit und ,zweideutigkeit alles ,aeueren verstrickt4 ,aber indem1 auch dieser hchsten ,macht und ,autoritt gegenber1 die innere ,welt nicht an sich selber irre wird1 entdeckt sich ihr damit der wahrhafte ,mittelpunkt von dem aus sich nun die ,klarheit ber ,inhalt und ,sinn des ,geschehens wiederherstellt4 ,nicht dem ,verstande1 nicht der ,abwgung der ,beweisgrnde1 gibt sich der unbegriffene ,geist1 der in der ,welt waltet1 zu erkennen4 ,wo liegt die ,verpflichtung der hchsten gttlichen ,weisheit -- so sagt ,friedrich im ,zweikampf zu ,littegarde -- die ,wahrheit1 im ,augenblick der glaubensvollen ,anrufung selbst1 anzuzeigen und auszusprechen8 ,die geheimnisvolle innere ,ordnung lt sich durch kein zudringliches ,fragen und ,forschen entrtseln2 -- dem ,menschen mu es gengen1 wenn er1 indem er sich unter sie gefangen gibt1 die ,sicherheit des eigenen ,selbst bewahrt4 ,auch ,alkmenes ,gestalt und ,alkmenes ,geschick stellt sich fr ,kleist im ,lichte dieser ,gesamtanschauung dar3 -- und von ihr aus empfngt seine ,behandlung des ,amphitryon-,stoffes erst ihr unverkennbar eigenes ,geprge1 gewinnt sie dasjenige1 was ,kleist von ,molire scheidet und was den ,kleist'schen ,amphitryon zum ,werk eines groen tragischen ,dichters macht4 ,auch das ,verhltnis ,kleists zu ,goethe und der ,gegensatz zwischen beiden lt sich von diesem ,punkt aus genauer verstehen4 ,wenn ,nietzsche sagt1 da ,goethe sich von ,kleist abgewandt habe1 weil er an ihm das ,tragische1 die unheilbare ,seite der ,natur empfand1 whrend er selbst konziliant und heilbar war1 so ist in diesem ,urteil nur der ,gegensatz selbst1 nicht das geistige ,motiv1 aus dem er zuletzt stammt1 bezeichnet4 ,dieses ,motiv liegt vielleicht darin1 da ,goethe nicht nur in der ,zeit des vollendeten ,klassizismus1 sondern von den ersten ,anfngen seiner dichterischen ,entwicklung an der ,welt und der ,natur von einer ganz anderen ,seite her naht1 als ,kleist4 ,ihm wird die ,welt im pantheistischen ,naturgefhl des ,lyrikers lebendig und von innen her verstndlich3 -- und was dieses ,gefhl ihm gegeben hat1 das wird ihm spter in der ,arbeit der wissenschaftlichen ,forschung1 in der fortschreitenden ,vertiefung der scientia intuitiva die er vom ,ganzen des ,seins und ,werdens erringt1 ,zug fr ,zug besttigt4 ,so empfindet er alles1 was ihm als ,dichter oder als ,forscher gelingt1 als die unmittelbare ,bewhrung jenes ersten ,grundgefhls3 als eine aus dem ,innern am ,aeuern sich entwickelnde ,offenbarung1 die den ,menschen seine ,gotthnlichkeit erahnen lt4 ,es ist eine ,synthese von ,welt und ,geist1 welche von der ewigen ,harmonie des ,daseins die seligste ,versicherung gibt4 ,und diese ,harmonie des ,goetheschen ,weltgefhls wird nun in der klassischen ,zeit zu einer ,forderung1 zu einem unbedingten ,postulat der sthetischen ,theorie ,goethes erhoben4 ,die ,kraft und ,gre1 wie die sachliche ,schranke dieser ,theorie liegt in diesem ,zusammenhang begrndet4 ,suchet in euch -- so ruft ,goethe einmal den jungen ,knstlern zu -- so werdet ihr alles finden1 und erfreut euch1 wenn da drauen1 wie ihr es immer heien mget1 eine ,natur liegt1 die ,ja und ,amen zu allem sagt1 was ihr in euch gefunden habt6 ,eine solche ,natur1 ein ,drauen zu finden1 das seiner inneren ,forderung wahrhaft entsprochen htte3 dies bleibt ,kleist versagt4 ,er sieht1 seit er auf die ersten unreifen ,versuche einer theoretischen ,theodizee verzichtet hat1 nur die unberbrckbare ,kluft zwischen dem ,gesetz der inneren und dem der ueren ,welt1 zwischen dem ,gefhl und der gebrechlichen ,einrichtung der ,welt4 ,denn was ihn fesselt1 ist nicht das ,bild der ,natur1 zu deren ,flle und deren groartiger ,konsequenz sich ,goethe aus aller ,verworrenheit des menschlichen1 des sozialen ,seins immer wieder geflchtet hatte2 sondern ihn bewegt von ,anfang an das menschliche ,geschick in seiner ,unbegreiflichkeit1 in seiner ,irrationalitt und seinem ,widerspruch4 ,mit so vollendeter gegenstndlicher ,deutlichkeit ,kleist in seinen ,briefen und seinen ,erzhlungen jeden ,zug seiner ,menschen und jeden kleinsten ,zug des objektiven ,geschehens hervortreten lt1 so sparsam1 so verschlossen und krglich ist er mit jedem ,ausdruck unmittelbarer lyrischer ,naturempfindung4 ,wenn er einmal -- wie im ,erdbeben von ,chili -- ein vollendetes landschaftliches ,gemlde schafft1 so soll auch dies ihm nur einen augenblicklichen lichten ,hintergrund bilden1 von dem sich die tragische ,verwirrung menschlicher ,schicksale um so schrfer abhebt4 ,aber wenn ,goethe sich von diesem ,kleistischen ,bilde des ,seins abwandte1 -- wenn er in ihm nur ,hypochondrie und selbstqulerische ,strung der ewigen ,harmonie des ,daseins sah1 so war dieses ,urteil freilich einseitig und ungerecht2 denn es ahnte nichts von dem seelisch-geistigen ,gesamtzusammenhange1 aus welchem die dichterische ,welt ,kleists herauswuchs und durch den sie bestimmt bleibt4 ,wir betrachten indes hier diese ,grundform der ,kleistschen ,dichtung nur insoweit1 als sich in ihr zugleich der fundamentale ,wandel in seiner theoretischen ,grundanschauung widerspiegelt4 ,man begreift jetzt1 was die ,erschtterung1 die ,kleist durch die ,kantische ,philosophie erfahren hat1 auch fr seine dichterische ,entwicklung bedeuten mute4 ,hier erst war er an dem einheitlichen ,telos der ,welt1 das seine erste jugendliche ,philosophie noch unbekmmert vorausgesetzt hatte1 irre geworden3 hier erst sah er sich1 auch von der ,seite der theoretischen ,reflexion her1 zu jenem durchgngigen ,dualismus gefhrt1 der bei ihm das tragische ,grundmotiv bildet4 ,seine ,gedankenwelt wird erst jetzt zum adquaten ,ausdruck seiner ursprnglichen seelischen ,stimmungswelt4 ,auch seine ,sprache und sein ,stil gewinnen von nun ab eine neue ,prgung4 ,noch verwertet er in seinen ,briefen1 in den ,bildern1 die er braucht1 die ,aufzeichnungen seines ,ideenmagazins2 aber die bewute verstandesmige ,absichtlichkeit1 mit der er zuvor versucht hatte1 wissenschaftlich-theoretisches ,material in ,material der ,anschauung und der bildenden ,phantasie umzumnzen1 tritt von jetzt ab mehr und mehr zurck4 ,in dem ,mae1 als das ,gefhl sich des eigenen ,gesetzes und der eigenen ,unergrndlichkeit bewut wird1 gewinnt es auch seine eigene ,sprache und ,ausdrucksform4 ,was ,kleist erfahren hatte1 schien den vlligen ,zusammenbruch seiner intellektuellen ,welt zu bedeuten3 aber aus ihm rang sich nun seine ,gefhls- und ,phantasiewelt erst wahrhaft durch und stellte sich in ihrer ,bestimmtheit und individuellen ,eigentmlichkeit in objektiven knstlerischen ,gestalten dar4 #c4 ,ist ,kleist nach der ,epoche1 in der er enttuscht und verzweifelt alles ,wissen von sich warf1 nochmals zu ,kant und seinen ,schriften zurckgekehrt8 ,es gibt dafr1 soviel ich sehe1 keinen unmittelbaren und zweifellosen ,beweis2 aber eine ,reihe uerer und innerer ,anzeichen deutet in der ,tat darauf hin4 ,die ,briefe ,kleists werden freilich in bezug auf allgemeine theoretische ,fragen immer schweigsamer und bieten immer geringeren ,ertrag4 ,die breite ,diskussion theoretischer ,einzelprobleme1 die den ersten ,jugendbriefen ,kleists eigentmlich ist1 verschwindet in dem ,mae1 als ,kleist sich mehr und mehr als ,dichter erkennt und die neuen knstlerischen ,plne und ,aufgaben von ihm ,besitz nehmen4 ,immerhin zeigen seine kleineren ,prosa-,aufstze -- von denen insbesondere die in ,knigsberg verfate ,abhandlung ,ueber die allmhliche ,verfertigung der ,gedanken beim ,reden auch ein wahrhaft theoretisches ,meister- und ,kabinettstck ist1 -- da allgemein-psychologische und philosophische ,fragen ihn noch vielfach beschftigen4 ,eine ,stelle des letzteren ,aufsatzes1 in der1 unter ,berufung auf ,kant1 auf die ,sokratische maieutische ,kunst1 auf die ,hebeammenkunst der ,gedanken hingewiesen wird1 zeigt1 da ,kleist damals die kurz zuvor erschienenen1 von ,rink herausgegebenen ,kantischen ,vorlesungen ber ,pdagogik gelesen haben mu4#c ,spter wird in einer ,rezension der ,berliner ,abendbltter eine ,kantische1 angeblich der ,kritik der ,urteilskraft entnommene ,aeuerung erwhnt1 da der menschliche ,verstand und die ,hand des ,menschen zwei auf notwendige ,weise zueinander gehrige und aufeinander berechnete ,dinge seien4 ,reinhold ,steig hat in seiner ,ausgabe von ,kleists kleinen ,schriften1 dieser ,stelle1 die in der ,kritik der ,urteilskraft tatschlich nicht aufzufinden ist1 die ,kantische ,herkunft berhaupt absprechen wollen3 -- in ,wahrheit handelt es sich jedoch um eine bekannte ,aeuerung ,kants in der ,anthropologie1 die ,kleist hier in freier ,weise wiedergibt4#d ,das ,zitat ist daher als solches freilich irrig2 aber schon dieser ,irrtum spricht dafr1 da ,kleist die ,kritik der ,urteilskraft wirklich gekannt haben mu4 ,auch aus seinem ueren ,lebensgang wird man es fr sehr wahrscheinlich halten mssen1 da er zur ,kantischen ,lehre im einzelnen und im ganzen1 noch oft zurckgefhrt wurde4 ,der ,kreis1 in den er1 im ,jahre #ahje1 in ,knigsberg eintrat1 mute fr ihn eine solche ,rckkehr fast unvermeidlich machen4 ,kant selbst war im ,jahre zuvor gestorben2 aber noch lebten diejenigen1 die bis in sein hchstes ,alter hinein1 mit ihm in vertrautem ,verkehr gestanden und die seine ,persnlichkeit und ,lehre noch aus unmittelbarer eigener ,anschauung kannten4 ,mit dem ,kriegsrat ,scheffner trat ,kleist1 wie in ,scheffners ,selbstbiographie berichtet wird1 kurz nach seiner ,ankunft in ,knigsberg in nheren ,verkehr2 -- und sein ,studium der ,staats- und ,kommunalwissenschaften fhrte ihn dem ,manne zu1 der von allen ,freunden ,kants das tiefste ,verstndnis fr sein geistiges ,wesen und fr das ,ganze seiner ,lehre besa4 ,christian ,jakob ,kraus war von ,kant selbst stets als eines der ersten spekulativen ,genies geschtzt worden2 ,kants ,biographen berichten1 da er ihn an ,schrfe und ,tiefe des ,geistes mit ,kepler zu vergleichen liebte4 ,nur ,kraus' peinliche ,grndlichkeit und die bis zum ,hypochondrischen gesteigerte ,gewissenhaftigkeit1 mit der er alle seine ,arbeiten immer von neuem nachprfte und umformte1 ehe er sich zu ihrer ,herausgabe entschlo1 haben ihn an der ,abfassung grerer theoretischer ,werke gehindert und ihn schlielich ganz ins praktische ,feld gedrngt4 ,gewohnt auf intellektuellem ,gebiet stets mit den hchsten ,mastben zu messen1 war er fr sich selbst mehr und mehr jener ,misologie verfallen1 die ,kant schon frhzeitig an ihm bemerkt und beklagt hatte4#e ,immerhin wird man annehmen drfen1 da ,kleist aus den ,vorlesungen eines solchen ,lehrers auch manche tiefere und allgemeinere intellektuelle ,anregung empfangen hat4 ,auch zu dem ,manne1 der jetzt in ,knigsberg den philosophischen ,lehrstuhl ,kants inne hatte1 war ,kleist1 kurz nachdem er dort eingetroffen1 in nahe ,beziehungen getreten4 ,durch eine eigentmliche ,verkettung der ,umstnde fand er in ,traugott ,wilh4 ,krug den ,gatten seiner frheren ,verlobten1 ,wilhelminens v4 ,zenge2 -- und nach ,ueberwindung der ersten ,befangenheit kam es zwischen ihm und dem ,krug'schen ,hause bald zu einem tglichen vertrauten ,verkehr4 ,da hierbei zwischen ,kleist und ,krug auch philosophische ,fragen zur ,sprache kamen und da ,kleist dadurch mehr als bisher in die ,einzelheiten der ,kantischen ,lehre eingefhrt wurde1 darf man vielleicht vermuten4 ,denn ,krug war zwar in keiner ,hinsicht ein selbstndiger und schpferischer ,denker2 aber er war immerhin ein getreuer ,hter des ,kantischen geistigen ,erbguts1 das er festzuhalten und als ,ganzes gegenber den ,spekulationen der ,nachfolger zu behaupten suchte4 #c ,vgl4 die ,bemerk4 von ,reinhold ,steig in seiner ,ausgabe der ,kleistschen ,prosaschriften3 ,kleists ,werke1 hg4 v4 ,erich ,schmidt1 ,bd4 ,,iv1 #hj u4 #bdi4 #d ,kants ,anthropologie1 ,akad4-,ausg41 ,,vii1 #cbc vgl4 ,r4 ,steig1 a4 a4 ,o4 ,s4 #abi u4 #bfj f4 #e ,kant an ,marcus ,herz1 #d4 ,februar #aggi4 ,bedeutsamer freilich als alle diese ,erwgungen1 die sich nur auf uere ,beziehungen sttzen und die daher lediglich hypothetischen ,wert besitzen1 sind alle jene ,momente1 die in ,kleists ,schriften auf ein nheres ,verhltnis zur ,philosophie und insbesondere zur idealistischen ,lehre hinweisen4 ,da er der ,entwicklung dieser ,lehre gefolgt ist1 ja da er in sie mit einer eigenen und originalen gedanklichen ,wendung eingegriffen hat3 dafr enthalten namentlich ,kleists sptere ,abhandlungen aus den ,berliner ,abendblttern mancherlei ,belege4 ,du schreibst mir -- so heit es z4 ,b4 in dem bekannten ,brief eines ,malers an seinen ,sohn -- da du eine ,madonna malst und da dein ,gefhl dir1 fr die ,vollendung dieses ,werkes1 so unrein und krperlich dnkt1 da du jedesmal1 bevor du zum ,pinsel greifst1 das ,abendmahl nehmen mchtest1 um es zu heiligen4 ,la dir von deinem alten ,vater sagen1 da dies eine falsche1 dir von der ,schule1 aus der du herstammst anklebende ,begeisterung ist 444 ,der ,mensch1 um dir ein ,beispiel zu geben1 das in die ,augen springt1 gewi1 er ist ein erhabenes ,geschpf2 und gleichwohl in dem ,augenblick1 da man ihn macht1 ist es nicht ntig1 da man dies mit vieler ,heiligkeit bedenke4 ,ja derjenige1 der das ,abendmahl darauf nhme1 und mit dem bloen ,vorsatz ans ,werk ginge1 seinen ,begriff davon in der ,sinnenwelt zu konstruieren1 wrde unfehlbar ein uerliches und gebrechliches ,wesen hervorbringen2 dagegen derjenige1 der in einer heitern ,sommernacht ein ,mdchen ohne weitere ,gedanken kt1 zweifelsohne einen ,jungen zur ,welt bringt1 der nachher auf rstige ,weise zwischen ,erde und ,himmel herumklettert und den ,philosophen zu schaffen gibt4 ,hier ist neben dem ,spott ber eine verfehlte ,tendenz in der bildenden ,kunst die ironische ,wendung gegen ,fichtes ,philosophie unverkennbar2 wie denn in der ,abwehr des ,versuchs den ,begriff vom ,menschen in der ,sinnenwelt konstruieren zu wollen1 sogar die ,fichte'sche ,terminologie1 in parodistischer ,nachahmung1 sich vernehmen lt4 ,bestimmter und in einem weit positiveren ,sinne tritt sodann der ,zusammenhang mit der gleichzeitigen ,philosophie zutage1 wenn ,kleist1 in der gedanklich-tiefsten und originellsten ,abhandlung1 die er geschaffen1 in dem ,aufsatz ,ueber das ,marionettentheater seine eigene sthetische ,grundansicht entwickelt4 ,es sind ,motive und ,grundzge der ,kantischen und der ,fichte-,schellingschen ,philosophie1 die hier berall die latente ,voraussetzung bilden und denen ,kleist freilich in der ,anwendung auf das sthetische ,sonderproblem1 das ihn beschftigt1 eine neue ,bedeutung und eine berraschende ,konsequenz abgewinnt4#f ,kants ,analytik des ,schnen1 wie sie sich in der ,kritik der ,urteilskraft darstellt1 findet ihren letzten ,abschlu in der ,lehre vom ,genie4 ,das ,genie ist fr die transzendentale ,kritik der ,ausdruck der sthetischen ,gesetzlichkeit selbst4 ,in ihm herrscht nicht ,willkr1 sondern die hchste ,regel2 aber eine ,regel1 die nicht in der ,reflexion und im abgezogenen ,wissen1 sondern nur im ,schaffen selbst hervortritt4 ,es waltet unbewut gleich der ,natur selbst -- whrend das1 was es hervorbringt1 doch ein in jedem kleinsten ,teile zweckvolles ,ganze ist und daher als ,werk der hchsten knstlerischen ,absicht erscheint4 ,es herrscht in ihm eine eigene ,notwendigkeit -- aber diese ,notwendigkeit wird sofort zerstrt1 sobald wir versuchen1 sie in die ,form des ,begriffs zu bringen und sie in abstrakt-allgemeinen ,vorschriften auszusprechen4 ,so treten in ihm ,individualitt und ,allgemeingltigkeit1 ,freiheit und ,notwendigkeit1 ,bewutes und ,unbewutes in ein durchaus neues ,verhltnis4 ,die ,lehre1 die ,kant hier in methodischer ,absicht aufstellt1 um die transzendentale ,eigengesetzlichkeit des ,schnen und der ,kunst von der ,gesetzlichkeit der ,erkenntnis und des ,willens kritisch abzugrenzen1 wird fr ,schelling sodann zum eigentlichen ,anfangs- und ,endpunkt1 zum ,a und ,o der idealistischen ,spekulation4 ,er verknpft sie mit dem ,gedanken der produktiven ,einbildungskraft1 aus dem heraus ,fichte den ,gegensatz von ,ich und ,nicht-,ich zu deduzieren und in all seiner ,bestimmtheit genetisch zu entwickeln versucht hatte4 ,auch das1 was wir das ,sein1 was wir die ,welt der ,dinge nennen1 entsteht uns nach ,fichte nur in einer unbewuten ,schpferttigkeit4 ,diese ,ttigkeit ist notwendig1 sofern sie in unbedingten ,gesetzen der ,intelligenz gegrndet ist und jegliche ,einmischung der ,willkr1 die nur im eingeschrnkten empirischen ,ich ihre ,stelle hat1 schlechterdings ausschliet3 -- aber sie ist zugleich im hchsten ,sinne als frei zu bezeichnen1 da es nur das eigene ursprngliche ,wesen der ,intelligenz ist1 das sich in ihr ausprgt4 ,in einer gesetzlichen ,stufenfolge entsteht auf diese ,weise fr das ,ich der ,inhalt seiner ,empfindungswelt1 entstehen die ,formen von ,raum und ,zeit1 entsteht die ,welt der ,krper1 als der materiellen ,objekte und die ,mannigfaltigkeit der empirisch-psychologischen ,subjekte4 ,fichte selbst hatte bereits -- wenngleich nur in einem gelegentlichen ,aperu -- von diesem ,punkte aus eine ,brcke zur sthetischen ,spekulation zu schlagen versucht4 ,die ,eigenart der ,kunst -- so spricht es eine ,bemerkung im ,system der ,sittenlehre aus --#g besteht darin1 da sie den transzendentalen ,standpunkt zum gemeinen 7d4 h4 zum natrlichen7 macht4 ,in der ,kunst ist das1 was auf dem ,gebiete der ,theorie und der begrifflichen ,erkenntnis1 auf dem ,gebiet der eigentlichen ,wissenschaftslehre1 das eigentliche ,problem bildet1 unmittelbar aufgedeckt und aufgelst4 ,die ,eigentmlichkeit des theoretischen ,ich1 die die ,wissenschaftslehre als solche zu begreifen und die sie als notwendig einzusehen sucht1 besteht darin1 da sich ihm sein unbewutes ,produzieren in das fertige ,produkt einer ,welt verwandelt3 in ein ,produkt1 das uns1 so lange die transzendentale ,reflexion uns noch nicht ber seinen ,ursprung aufgeklrt hat1 als ein absolut selbstndiges und fremdartiges ,sein erscheinen mu4 ,in der ,kunst hingegen stellen wir zwar gleichfalls eine ,welt der ,anschauung objektiv vor uns hin3 aber dies geschieht derart1 da wir sie dabei zugleich als die unsere1 als ein ,werk der produktiven ,einbildungskraft wissen4 ,und von hier fhrt nun unmittelbar der ,weg zu jener spekulativen ,umgestaltung des ,geniebegriffs weiter1 die wir in ,schellings ,system des transzendentalen ,idealismus vollzogen sehen4 ,die genetische ,methode des ,schellingschen ,idealismus zeigt uns1 wie die ,natur sich stufenweise zum ,geist entfaltet1 wie das ,unbewute zum ,bewutsein sich emporringt4 ,aber nachdem nun dieser ,gesamtproze durchlaufen ist1 stellt sich auf der obersten ,stufe des ,geistes selbst wieder eine eigentmliche ,rckwendung ein4 ,die hchste geistige ,ttigkeit erhebt sich ebenso hoch ber das blo reflektierende ,bewutsein1 wie dieses reflektierende ,bewutsein sich ber die bewutlose ,natur erhob4 ,das ,ende des ,prozesses kehrt zum ,anfang zurck3 das ,schaffen des ,genies steht1 als unbewutes1 wieder der ,natur gleich1 whrend es sich als vollendeter ,ausdruck des spezifisch-geistigen ,tuns von ihr zugleich charakteristisch unterscheidet4 -- #f ,die nahen ,beziehungen1 die zwischen dem spekulativen ,grundgedanken des ,aufsatzes ber das ,marionettentheater und der romantisch-idealistischen ,philosophie bestehen1 sind in der interessanten und gehaltvollen ,schrift von ,hanna ,hellmann ber ,kleist 7,h4 v4 ,kleist1 ,darstellung des ,problems1 ,heidelberg #aiaa7 eingehend dargelegt worden4 ,als ,vertreter dieser romantischen ,philosophie wird jedoch hier im wesentlichen nur ,schelling1 ,novalis und ,friedrich ,schlegel genannt1 whrend ,fichte1 auf dessen ,wissenschaftslehre doch auch ,novalis' und ,schlegels ,spekulationen durchweg basieren1 fast vllig bergangen wird4 ,was den ,versuch betrifft1 den ,grundgedanken des ,aufsatzes ber das ,marionettentheater als das ,symbol zu erweisen1 aus dem auch die ,dichtung ,kleists durchgngig zu verstehen und zu deuten sei1 und die drei ,stufen vom ,schema des ,marionettentheaters im ,amphitryon1 in der ,penthesilea1 im ,kthchen und im ,prinzen von ,homburg wiederzufinden1 so gestehe ich freilich1 da ich von ihm nicht berzeugt worden bin4 ,da ,kleist ,metaphysiker gewesen ist1 wie es nur je ein ,dichter war1 scheint mir durch ,hanna ,hellmanns ,darstellung nicht erwiesen3 zum mindesten handelt es sich hier um eine ,metaphysik1 die selbst so rein knstlerischer ,art ist1 da sie sich in die ,grundbegriffe und ,grundgegenstze der romantischen ,philosophie 7wie in den ,gegensatz des ,ideellen und ,reellen7 nicht ohne ,zwang einfgen lt4 #g ,fichte1 ,smtl4 ,werke hg4 von ,j4 ,h4 ,fichte1 ,,iv1 #cec4 ,von diesen allgemeinen ,prmissen aus begreift man erst ganz die besondere ,these1 die ,kleists ,aufsatz ber das ,marionettentheater durchfhrt4 ,auch ,kleist scheidet das ,wesen der knstlerischen ,ttigkeit scharf und bestimmt von allem begrifflichen1 allem blo reflektierenden ,bewutsein4 ,dieses letztere wirkt freilich1 so lange wir uns gleichsam in der ,mitte des sthetischen ,gebiets halten1 so lange wir das knstlerische ,durchschnittstalent und seine ,leistung betrachten1 berall als ,faktor mit4 ,aber weit entfernt1 den eigentlichen ,gehalt der knstlerischen ,leistung zu begrnden1 greift es in sie vielmehr strend und verwirrend ein4 ,alle echte knstlerische ,grazie beruht auf der ,naivitt1 beruht also auf dem ,ausschlu der ,reflexion4 ,wir mssen unter oder ber ihr stehen1 wir mssen die ,reflexion entweder noch nicht erreicht oder sie wieder hinter uns gelassen haben1 um der hchsten sthetischen ,forderung zu gengen4 ,das mechanisch-unbewute ,tun und die hchste geistige ,spontaneitt1 -- die ,marionette und das ,genie1 sind in dieser ,hinsicht fr uns ,ausprgungen ein und derselben ,wahrheit4 ,in dem ,mae1 als in der organischen ,welt die ,reflexion dunkler und schwcher wird1 tritt die ,grazie darin immer strahlender und herrschender hervor4 ,doch so wie sich der ,durchschnitt zweier ,linien1 auf der einen ,seite eines ,punkts1 nach dem ,durchgang durch das ,unendliche pltzlich wieder auf der andern ,seite einfindet1 oder das ,bild des ,hohlspiegels1 nachdem es sich in das ,unendliche entfernt hat1 pltzlich wieder dicht vor uns tritt3 so findet sich auch1 wenn die ,erkenntnis durch ein ,unendliches gegangen ist1 die ,grazie wieder ein2 so da sie zu gleicher ,zeit in demjenigen menschlichen ,krperbau am reinsten erscheint1 der entweder gar keins oder ein unendliches ,bewutsein hat2 d4 h4 in dem ,gliedermann oder in dem ,gott4 ,hier liegt der ,punkt1 wo die beiden ,enden der ringfrmigen ,welt ineinander greifen4 ,wir mssen vorwrts1 wir mssen die ganze ,bahn der ,erkenntnis durchmessen1 um zuletzt wieder in den ,stand der ,unschuld zurckzukehren4 ,das ,paradies ist verriegelt und der ,cherub hinter uns2 wir mssen die ,reise um die ,welt machen1 und sehen1 ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist4 -- ,freilich mute sich in eben dieser epigrammatischen ,wendung fr ,kleist wiederum das ,unbefriedigende zeigen1 das jeder blo dialektischen ,bezeichnung und ,lsung der fundamentalen geistigen ,probleme anhaftet4 ,die ,antithese zur ,reflexion1 die hier aufgestellt ist1 gehrt selber noch ganz dem ,gebiet und den ,mitteln der ,reflexion an4 ,ueber dies ,gebiet scheinen wir uns erst wahrhaft erheben zu knnen1 indem wir die ,frage vom ,denken in das ,tun verlegen4 ,immer bestimmter nimmt ,kleist1 von dem ,augenblick an1 als die groen politischen ,aufgaben der ,zeit ihn ergreifen1 diese ,richtung4 ,an die ,stelle des ,grbelns und ,spekulierens1 an die ,stelle der theoretischen ,besinnung ber allgemeine ,ziele und ,aufgaben1 soll das entschlossene1 auf das nchste praktische ,ziel gerichtete ,handeln treten4 ,hier wenn irgendwo mu die eigentliche ,lsung der ,konflikte des ,daseins gesucht werden4 ,immer wieder wird in den ,berliner ,abendblttern dieses ,thema variiert3 es findet sich ebenso in den ,betrachtungen ber den ,weltlauf1 wie in der ,paradoxe von der ,ueberlegung1 in der parodistischen ,aufstellung eines allerneusten ,erziehungsplans wie in der ,betrachtung ber ,wissen1 ,schaffen1 ,zerstren1 ,erhalten wieder4#h ,im ,tun allein liegt die ,rettung2 das ,tun aber kann nicht warten1 bis das ,wissen mit seinen ,erwgungen und ,bedenken zu ,ende gelangt ist4 ,es mu glauben und wagen2 es mu in den ,gang der ,dinge eingreifen1 unbekmmert darum1 ob sich die ,wirkung und der ,erfolg dieses ,eingreifens im voraus berechnen lt4 ,das aber ist eben das ,grundbel der ,deutschen1 da sie dieses unmittelbar befreiende ,tun mehr und mehr verlernt haben4 ,ihr ,verstand hat -- wie es im ,katechismus der ,deutschen heit --1 durch einige scharfsinnige ,lehrer einen ,ueberreiz bekommen2 sie reflektieren1 wo sie empfinden oder handeln sollten4 ,da auch diese ,bemerkung ,kleists -- so befremdlich dies vielleicht auf den ersten ,blick erscheinen mag -- in erster ,linie auf ,fichte zielt1 kann kaum zweifelhaft sein2 es wird durch die ,epigramme1 die ,kleist im ,phoebus gegen den ,pdagogen ,fichte und seinen ,plan einer neuen ,nationalerziehung gerichtet hat1 unmittelbar besttigt4 ,alle ,pdagogik erschien ,kleist jetzt nur noch wie ein beschwerlicher ,umweg4 ,der ,mensch braucht nicht erst durch eine ausgeklgelte ,erziehung gebildet1 er braucht nicht durch irgendwelches philosophische ,system1 das doch stets von fragwrdigem ,wert bleibt1 knstlich gemodelt zu sein3 es gengt1 ihm die ,bahn des entschlossenen ,handelns zu weisen und ihn alsdann getrost den eigenen ,krften zu berlassen4 ,auf welch schwankender ,grundlage stnde auch das ,gebude des menschlichen ,glckes und die ,zukunft des menschlichen ,geschlechts1 wenn es auf der ,wahrheit irgendwelcher abstrakter ,theorien beruhte6 ,wie milich wrde es mit der ,sittlichkeit aussehen1 wenn sie kein tieferes ,fundament htte1 als das sogenannte gute ,beispiel eines ,vaters oder einer ,mutter1 und die platten ,ermahnungen eines ,hofmeisters oder einer franzsischen ,mamsell4 -- ,aber das ,kind ist kein ,wachs1 das sich in eines ,menschen ,hnden zu einer beliebigen ,gestalt kneten lt3 es lebt1 es ist frei2 es trgt ein unabhngiges und eigentmliches ,vermgen der ,entwicklung und ein ,muster aller innerlichen ,gestaltung in sich4 ,man sieht1 bis zu welchem ,grade ,kleist1 der einst selbst ein so fanatischer ,pdagoge gewesen war1 jetzt allen ,theorien gram geworden ist1 sofern sie beanspruchen1 den ,vorrang vor dem ,leben und ,tun zu besitzen und beides nach ihrem ,muster zu bilden4 ,daher bot ihm auch die so energische und aktive ,richtung der ,fichteschen ,lehre kein ,genge4 ,fichtes ,system wollte im eigentlichen und radikalen ,sinne ,philosophie der ,tat sein1 aber es schien eben darum die ,tat wieder durch die ,philosophie zu ersetzen2 es schien das ,reflektieren ber das ,tun zum ,ausgangspunkt und zur ,bedingung des ,tuns selbst zu machen4 ,der ,politiker ,kleist war es1 der sich jetzt gegen diese ,forderung des ,theoretikers einer nationalen ,politik wandte4 ,nehmen wir brigens an1 da ,kleist schon frher mit ,fichte bekannt geworden war -- da die ,bestimmung des ,menschen es gewesen war1 die einst in ihm die entscheidende geistige ,krise hervorgerufen hatte1 so wrde dadurch auch auf seine sptere ,haltung gegen ,fichte neues ,licht fallen4 ,er htte dann an sich selbst die zerstrende ,kraft erfahren1 die der theoretische ,radikalismus besitzt1 wenn er unmittelbar ins ,leben eingreift und die ,gesamtrichtung des ,lebens zu bestimmen sucht3 -- und aus diesem ,erlebnis heraus wandte er sich nun immer energischer gegen die bloe ,spekulation und verwies ihr gegenber1 auf den unmittelbaren praktischen ,entschlu und die praktische ,tat als einziges ,heilmittel4 #h ,vgl4 ,reinh4 ,steigs ,ausg4 der ,kleist'schen ,prosaschriften2 ,werke hg4 von ,erich ,schmidt1 ,,iv1 ,s4 #afc1 #ahj1 #ahb1 #baj1 #bfe1 #bgf4 ,aber eben die nationalen und politischen ,tendenzen1 die ,kleist jetzt ganz erfllten1 scheinen ihm nun auf der andern ,seite ein neues ,verstndnis fr die ,ethik ,kants und fr ihren entscheidenden ,grundgedanken3 fr die ,gleichsetzung von ,autonomie und ,freiheit erffnet zu haben4 ,fr diese letzte eingreifende ,wandlung1 die ,kleists ,verhltnis zu ,kant erfahren zu haben scheint1 lt sich freilich aus den ,briefen ,kleists kein unmittelbares ,zeugnis anfhren4 ,aber die ,dichtung ,kleists spricht hier eine um so deutlichere und berzeugendere ,sprache4 ,nur wer den ,stil und ,charakter dieser ,dichtung vllig verkennt1 knnte freilich daran denken ihr irgendwelche allgemeine philosophische ,ideen unterlegen und sie aus ihnen erklren zu wollen4 ,aber wie der ,prinz von ,homburg verglichen mit ,kleists frheren dramatischen ,werken1 mit dem ,guiscard und den ,schroffensteinern1 mit ,kthchen und ,penthesilea1 einen vllig eigenen und neuen ,stimmungsgehalt besitzt -- so spricht sich in ihm unverkennbar auch eine neue geistige ,gesamthaltung aus4 ,die tragische ,problematik selbst hat sich hier vertieft und erweitert4 ,auch die ,tragik des ,prinzen von ,homburg geht1 wie die aller ,kleistischen ,gestalten1 auf die ,verwirrung des ,gefhls zurck1 die er in sich erlebt4 ,in dem ,augenblick1 in dem er sich im hchsten ,triumphgefhl des ,sieges und in leidenschaftlicher ,liebe und ,hingebung dem ,kurfrsten naht1 sieht er sich von diesem zurckgestoen -- sieht er sich der starren und fhllosen ,strenge des ,gesetzes berantwortet4 ,vergebens versucht er1 in der ,unterredung mit ,hohenzollern1 dem ,unbegreiflichen den ,glauben zu versagen1 -- versucht er1 den ,tatsachen zum ,trotz1 sich auf sein innerstes ,gefhl vom ,kurfrsten zurckzuziehen3 im ,anblick des offenen ,grabes bricht die ,selbstgewiheit dieses ,gefhls zusammen4 ,und nun ist alles andere1 was seinem ,leben ,wert und ,gehalt gab1 zugleich vernichtet4 ,es ist ein tragisches ,paradoxon1 aber ein ,moment von hchster psychologischer ,wahrheit und ,kraft1 da in diesem ,augenblick1 in welchem er allen ideellen ,gehalt des ,daseins versinken sieht1 das ,gefhl des ,daseins selbst1 der bloe ,lebenstrieb als solcher in ihm um so mchtiger hervorbricht4 ,er klammert sich an die nackte ,existenz1 als das einzige1 was ihm geblieben ist2 er begehrt nur noch das ,leben1 ohne ,inhalt und ,zweck1 im ,kreis herumzujagen1 bis es am ,abend niedersinkt und stirbt4 ,denn noch begreift er die ,macht1 die ihm gegenbersteht1 nur als eine physische ,macht1 der er seinen ungebrochenen und unbedingten physischen ,lebenswillen entgegenstellt4 ,der ,brief des ,kurfrsten erst bringt die ,peripetie4 ,in dem ,moment1 da der ,prinz sich selber zur ,entscheidung aufgerufen fhlt1 ist diese ,entscheidung bereits gefallen4 ,denn jetzt naht ihm sein ,geschick nicht mehr als ein dunkler ,zwang1 gegen den er sich mit allen ,krften des individuellen ,seins und der individuellen ,empfindung zur ,wehr setzt4 ,er versteht die ,gewalt1 der er unterliegt2 und dieses ,verstndnis ist mit ihrer freien ,anerkennung gleichbedeutend4 ,in dem ,gegensatz zwischen ,ich und ,welt1 wie er sich sonst in der ,dichtung ,kleists darstellte und entfaltete1 ist jetzt ein neues ,motiv zur ,geltung gelangt4 ,den ,kleist'schen ,helden war1 gleichviel ob sie diesen ,gegensatz leidend oder ttig auffaten1 ob sie sich gegen die ,einrichtung der ,welt leidenschaftlich erhoben oder sich ihr unterwarfen1 dennoch der eine ,zug gemeinsam3 da sie sich der ,welt als einem durch und durch ,rtselvollen und ,irrationalen gegenber fanden4 ,sie konnten sich ihr mit ihrem ,verstand gefangen geben und sich ihr in schweigender ,duldung unterordnen2 aber der unbedingten ,klarheit und ,sicherheit des ,innern blieb doch stets das ,aeuere1 blieben ,schicksal und ,welt als dumpfe und unbegriffene ,mchte1 die den ,menschen bestimmen1 gegenberstehen4 ,im ,prinzen von ,homburg aber stellt sich ein neues ,verhltnis der ,grundmomente her1 aus denen der tragische ,gegensatz und die tragische ,entscheidung hervorwachsen4 ,auch hier steht die individuelle ,welt des ,gefhls gegen eine objektive ,macht2 aber diese ,macht gehrt selbst einer anderen ,ordnung1 als bisher1 an4 ,es ist nicht die ,objektivitt des ,seins und ,geschehens1 sondern die des ,sollens1 die den einzelnen bestimmt und bindet4 ,diese ,objektivitt aber kann nicht anders berwunden werden1 als indem das ,individuum sie frei anerkennt und sie damit in ihrem wahrhaft notwendigen ,grunde begreift4 ,des ,gesetzes strenge ,fessel bindet nur den ,sklavensinn1 der es verschmht3 wo die ,forderung1 die an den ,willen des ,individuums ergeht1 in diesen ,willen selbst aufgenommen wird1 da hat sie ihre uerliche zwingende ,gewalt verloren4 ,und nicht nur im ,prinzen von ,homburg selbst1 sondern auch im ,kurfrsten vollzieht sich eine analoge1 wenngleich entgegengerichtete ,entwicklung3 und aus dem ,gegeneinander dieser beiden inneren ,bewegungen geht erst der eigentliche dramatische ,grundproze hervor4 ,wie der ,kurfrst zuerst dem ,prinzen gegenbertritt1 -- da ist er nichts anderes als der ,hter und der ,vollstrecker des objektiven ,gesetzeswillens4 ,nur von dem reinen ,inhalt des ,gesetzes selbst1 nur von seiner unbedingten und unbeugsamen ,forderung ist die ,rede2 -- nicht von dem ,subjekt1 an welches die ,forderung ergeht4 ,nun aber1 in dem ,gesprch mit ,natalie1 offenbart sich mit einem ,male1 wie in dieser rein-sachlichen ,haltung1 in diesem ,richterspruch1 der ohne ,ansehen der ,person ergeht1 auch der ,anspruch und das tiefere ,recht der freien ,persnlichkeit verletzt ist4 ,und von dieser ,einsicht erfhrt nun auch die so geschlossene und festgefgte ,welt des ,kurfrsten eine innere ,erschtterung4 ,verwirrt und im uersten ,erstaunen hrt er den ,bericht ,nataliens an4 ,in diesem ,moment begreift und fhlt er1 wie die ,aufgabe des ,rechts erst zur ,hlfte erfllt ist1 wenn nur die objektiv rechtliche ,ordnung als solche hergestellt und ihrem ,gebot gengt wird4 ,wie er den ,sieg verwarf1 den ,zufall und ,willkr ihm errungen haben1 so verwirft er jetzt auch eine ,form des ,rechtsspruchs1 die auf ,willkr gegrndet scheint1 weil sie sich an den passiven ,gehorsam1 statt an die eigene ,einsicht und an das subjektive ,gefhl des ,rechts selbst wendet4 ,hier erfat er die neue ,aufgabe1 die er von jetzt ab sich selbst und dem ,prinzen gegenber durchfhrt4 ,der eigentlich sittliche1 nicht der physische ,vollzug des ,gesetzes liegt nicht in der tatschlichen ,vollstreckung des ,urteilsspruches2 er gehrt nicht der ,welt des ,geschehens und ,daseins1 sondern der ,welt des ,bewutseins an4 ,sobald im ,bewutsein des ,prinzen die klare und sichere ,entscheidung gefallen ist1 bedarf es keiner weiteren rechtlichen ,zurstungen mehr3 denn nur aus dem ,mittelpunkt des ,willens und der freien ,persnlichkeit geht der wahrhafte1 der eigentlich gesicherte ,bestand der ,gesetzesordnung selbst hervor4 ,zwischen dem ,kurfrsten und dem ,prinzen aber steht ,kottwitz1 -- und fr ihn freilich gilt jene dialektisch-dramatische ,entwicklung nicht1 die sich in beiden vollzieht4 ,denn er ist ganz aus einem ,gu3 er ist am ,anfang1 was er am ,ende ist4 ,fr ihn gibt es keinen ,gegensatz zwischen dem1 was sein ,gefhl1 was sein ,herz und dem1 was das ,gesetz ihm gebietet3 denn was er als seine ,pflicht erkennt1 das ist zugleich der ,inhalt seiner ,liebe und seiner freien ,hingabe4 ,so stellt sich hier1 in der unmittelbar-konkreten ,einheit der ,persnlichkeit1 die wahrhafte ,synthese zwischen der objektiven ,notwendigkeit des ,pflichtgebots und dem ,recht der freien ,subjektivitt her4 ,das ,gesetz stellt die allgemeine ,regel des ,handelns auf2 aber die ,anwendung dieser ,regel1 die letzte ,entscheidung darber1 was sie im gegebenen einzelnen ,fall erheischt1 kann nur aus der ,kraft und aus der ,selbstverantwortung des ,individuums heraus erfolgen4 ,kein bloes ,schema1 keine ein fr allemal feststehende ,schablone kann das ,ich dieser ursprnglichen selbstverantwortlichen ,entschlieung entheben4 ,die ,szene1 in der ,kottwitz vor dem ,kurfrsten diese ,grundanschauung verteidigt1 ist ganz individuell1 ganz dramatisch gestaltet2 -- sie entspringt aus der konkreten ,anschauung der ,situation und der besonderen ,charaktere4 ,aber nichtsdestoweniger gewinnt diese ,szene zugleich eine allgemeine ideelle ,prgung4 ,die ,rechtfertigung des ,prinzen und seiner ,tat geht wie von selbst in die ,darlegung jenes spitzfindigen ,lehrbegriffs der ,freiheit ber1 den ,kottwitz nun vor dem ,kurfrsten entfaltet4 ,von neuem zeigt sich darin1 wie stark und einheitlich das dramatische ,grundthema des ,prinzen von ,homburg in den mannigfachsten ,variationen durch alle besonderen ,gestalten hindurchwirkt3 ,willst du das ,heer1 das glhend an dir hngt1 ,zu einem ,werkzeug machen1 gleich dem ,schwerte ,das tot in deinem goldnen ,grtel ruht8 ,der rmste ,geist1 der in den ,sternen fremd1 ,zuerst solch eine ,lehre gab6 ,die schlechte1 ,kurzsicht'ge ,staatskunst1 die1 um eines ,falles1 ,da die ,empfindung sich verderblich zeigt1 ,zehn andere vergit1 im ,lauf der ,dinge1 ,da die ,empfindung einzig retten kann6 ,schtt' ich mein ,blut dir1 an dem ,tag der ,schlacht1 ,fr ,sold1 sei's ,geld1 sei's ,ehre1 in den ,staub8 ,behte ,gott1 dazu ist es zu gut6 ,was6 meine ,lust hab'1 meine ,freude ich1 ,frei und fr mich1 im stillen1 unabhngig1 ,an deiner ,trefflichkeit und ,herrlichkeit1 ,am ,ruhm und ,wachstum deines groen ,namens6 ,das ist der ,lohn1 dem sich mein ,herz verkauft6 ,worte dieser ,art1 die ganz aus der unmittelbaren leidenschaftlichen ,empfindung hervorquellen1 wird man gewi nicht als bloe dramatische ,umschreibung irgendwelcher abstrakten philosophischen ,grundberzeugungen deuten wollen4 ,und doch ist unverkennbar1 da ,kleist jetzt1 mitten in der ,reinheit der knstlerischen ,gestaltung1 zugleich in einer neuen ,gedankenwelt steht1 die ihn bestimmt und bewegt4 ,der ,name ,kants drngt sich hier unwillkrlich auf4 ,denn wer auer ,kant hatte in dieser ,schrfe und ,klarheit den ,gegensatz zwischen ,willen und ,willkr1 zwischen den wechselnden ,antrieben des subjektiven ,affekts und der ,objektivitt und ,notwendigkeit des allgemeinen und allgemeingltigen ,gesetzes verkndet8 ,es braucht hier kaum der besonderen ,hinweise3 denn es handelt sich hier um das einheitliche immer wiederkehrende intellektuelle ,motiv1 aus dem das ,ganze der ,kantischen ,ethik hervorgegangen ist4 ,verstand1 ,witz und ,urteilskraft -- so heit es in der ,grundlegung zur ,metaphysik der ,sitten -- und wie die ,talente des ,geistes sonst heien mgen1 oder ,mut1 ,entschlossenheit1 ,beharrlichkeit im ,vorsatze1 als ,eigenschaften des ,temperaments1 sind ohne ,zweifel in mancher ,absicht gut und wnschenswert2 aber sie knnen auch uerst bse und schdlich werden1 wenn der ,wille1 der von diesen ,naturgesetzen ,gebrauch machen soll und dessen eigentmliche ,beschaffenheit darum ,charakter heit1 nicht gut ist4 ,dieser sittliche ,grundwert des ,charakters kann nur im ,widerstreit zu dem ,spiel der ,affekte und ,gefhle gewonnen werden1 die1 so edel1 so erhaben sie sich auch dnken mgen1 sich doch zuletzt als bloe ,anwandlungen und ,aufwallungen ohne dauernde und fortwirkende ,kraft erweisen4 ,von hier aus nimmt ,kant den ,kampf gegen die ,willkr1 den ,ueberschwang und die ,schwrmerei jeder bloen ,gefhlsbestimmung auf1 durch den er -- wie ,goethe geurteilt hat -- die ,moral1 die vor ihm schlaff und knechtisch geworden war1 wieder in ihrer bersinnlichen ,bedeutung aufrichtete und die ,epoche von der ,weichlichkeit zurckbrachte1 in die sie versunken war4#i ,das ist noch nicht die echte moralische ,maxime unseres ,verhaltens1 die unserem ,standpunkte unter vernnftigen ,wesen1 als ,menschen1 angemessen ist1 wenn wir uns anmaen1 gleichsam als ,volontre1 uns mit stolzer ,einbildung ber den ,gedanken von ,pflicht hinwegzusetzen und als vom ,gebote unabhngig blo aus eigener ,lust das tun zu wollen1 wozu fr uns kein ,gebot ntig wre4 ,wir stehen unter einer ,disziplin der ,vernunft und mssen in allen unseren ,maximen der ,unterwrfigkeit unter derselben nicht vergessen1 ihr nichts zu entziehen oder dem ,ansehen des ,gesetzes 7ob es gleich unsere eigene ,vernunft gibt7 durch eigenliebigen ,wahn dadurch etwas abkrzen1 da wir den ,bestimmungsgrund unseres ,willens1 wenngleich dem ,gesetze gem1 doch worin anders1 als im ,gesetz selbst und in der ,achtung fr dieses ,gesetz setzten4 ,hier ist das ,moment bezeichnet1 das fr ,kant1 nach der psychologischen ,seite hin1 als die eigentliche ,lsung der grundlegenden ,antithese zwischen der ,objektivitt und ,unbedingtheit des reinen ,gesetzes und den subjektiven1 menschlichen ,triebfedern des ,handelns erscheint4 ,die ,achtung vor dem ,gesetz gehrt selbst der ,sphre des ,gefhls an3 aber sie ist kein pathologisches sondern ein rein praktisches ,gefhl4 ,sie geht nicht aus der sinnlichen ,rezeptivitt1 sondern allein und ausschlielich aus der intellektuellen und sittlichen ,spontaneitt hervor4 ,kraft dieses ihres ,ursprungs geht sie niemals auf ,sachen1 sondern jederzeit nur auf ,personen4 ,und in diesem ethischen ,grundbegriff der ,person entdeckt ,kant nun das neue ,korrelat zum reinen ,gesetzesbegriff3 ein ,korrelat1 kraft dessen dieser selbst erst seinen vollen ,gehalt und seine spezifische ,eigenart gewinnt4 ,im ,prinzip der ,autonomie des ,handelns geht der ,gedanke des ,selbst mit dem ,gedanken des ,gesetzes in eins zusammen4 ,der ,mensch und berhaupt jedes vernnftige ,wesen existiert als ,zweck an sich selbst1 nicht blo als ,mittel zum beliebigen ,gebrauche fr diesen oder jenen ,willen 444 ,der praktische ,imperativ wird also folgender sein3 handle so1 da du die ,menschheit sowohl in deiner ,person1 als in der ,person eines jeden anderen jederzeit zugleich als ,zweck1 niemals blo als ,mittel brauchst4 #i ,goethe zu ,kanzler v4 ,mller4 #bi4 ,april #ahah4 ,vergegenwrtigt man sich diesen allgemeinen gedanklichen ,umri der ,kantischen ,ethik und stellt man ihm die dichterische ,anschauungs- und ,stimmungswelt des ,prinzen von ,homburg gegenber1 so treten die feinen und tiefen ,beziehungen1 die zwischen beiden obwalten1 sogleich zutage4 ,es bedarf hier keiner ins einzelne gehenden ,parallelisierung3 ja gerade eine solche wrde das wahre geistige ,verhltnis nur unzureichend und oberflchlich bezeichnen4 ,denn der ,prinz von ,homburg ist ebensowenig als irgend ein anderes ,kleistisches ,werk1 ein ,thesenstck4 ,die ,dialektik1 die in ihm wirksam ist1 ist durch und durch dramatische ,dialektik1 die nicht von ,tendenzen und ,ideen1 sondern von ,gestalten und ,charakteren ausgeht4 ,aber eben in der ,art1 wie ,kleist jetzt seine ,menschen und ihre inneren ,gegenstze sieht1 prgt sich ein neuer ,zug1 eine vernderte ,stellung zu der ,gesamtheit der ,lebensprobleme und der groen ,lebensentscheidungen aus4 ,wir glauben zu erkennen1 wie die ,kantische ,lehre bei dieser inneren ,wandlung mitgewirkt hat2 -- aber freilich hat hierbei ihre eigene ,grundform eine bezeichnende ,umgestaltung erfahren4 ,auf der ,grundlage des ,kantischen ,pflichtbegriffs erwchst bei ,kleist1 im ,zusammenhang mit den ,antrieben der ,zeit und mit seinen eigenen politischen ,wnschen und ,forderungen1 eine neue konkrete ,form des ,allgemeinen3 die ,allgemeinheit eines neuen nationalen und eines neuen ,staatsgefhls4 ,so glauben wir zu sehen1 wie das1 was ,kleist mit ,kant verbindet und was ihn von ,kant trennt1 nicht auf einen einzelnen ,moment seines ,lebens beschrnkt bleibt1 sondern wie dieses ,verhltnis der ,anziehung und ,abstoung in allen ,lebensphasen1 wenngleich in verschiedener ,strke und ,deutlichkeit1 wiederkehrt4 ,noch einmal tritt hier deutlich hervor1 was ,kants ,philosophie1 nicht als schulmiges ,system1 sondern als unmittelbar lebendige geistige ,macht fr ihre ,zeit bedeutet hat4 ,man hat von ,kleist gesagt1 da er sich von den ,klassikern der deutschen ,literatur1 von ,goethe1 ,schiller1 ,herder dadurch unterscheide1 da diese nicht nur als ,knstler1 sondern auch als vorbildliche ,typen gewirkt htten1 die uns auf ein gemeinsames ideales ,ziel der ,bildung hinweisen4 ,kleist gehrt gar nicht zu den ,frderern dieser dauernden ,renaissance als ein ,mann1 der nie den ,gttern der ,vergangenheit oder der ,gegenwart gedient1 der nie eine ,erziehungstendenz oder eine ,humanittsidee vertreten hat4#aj ,in der ,tat wird man den eigentlichen ,mastab fr ,kleist1 fr sein ,wesen und seine ,dichtung immer nur seiner ,individualitt selbst1 nicht der allgemeinen ,entwicklung der deutschen ,geistes- und ,bildungsgeschichte entnehmen knnen4 ,das ,gesetz und die innere ,norm seiner ,knstlerschaft steht dieser groen ,entwicklungslinie als ein ,eigenes und ,selbstndiges gegenber4 ,auch wenn man versucht hat1 das ,ganze von ,kleists ,dichtung aus dem metaphysischen ,lebensgefhl1 das in ihm wirksam war1 zu begreifen und abzuleiten1 so ist doch das ,gefhl1 auf das man hier hinzielt1 so eigener ,art und gehrt so rein und vllig der ,sphre des ,knstlers an1 da es sich sofort zu verdunkeln und zu verwirren scheint1 wenn man versucht1 es in die abstrakte ,begriffssprache1 in die ,kategorien und ,termini der systematischen ,philosophie zu bersetzen4 ,aber gerade weil ,kleist in dieser ,weise abseits steht1 empfindet man um so strker die ,beziehungen1 die nichtsdestoweniger zwischen ihm und der groen intellektuellen ,bewegung der ,zeit bestehen4 ,fr die tiefe ,wirkung1 die insbesondere die ,kantische ,lehre in allen geistigen ,lebenskreisen gebt hat1 ist gerade die ,kraft1 mit der sie auch in das ,leben und ,schaffen dieses ,einsamen eingegriffen hat1 der ihr eher zu widerstreben1 als sie zu suchen schien1 ein berzeugender ,beweis4 #aj ,eloesser1 ,kleists ,leben1 ,werke und ,briefe 7,tempel-,verlag7 ,s4 #bgb4 ,,verlag ,,von ,,reuther ,,reichard ,,in ,,berlin ,w4 #ce4 ,von den ,philosophischen ,vortrgen1 verffentlicht von der ,kantgesellschaft1 sind bis jetzt erschienen3 ,heft #a_/b4 ,das ,realittsproblem von ,dr4 ,max ,frischeisen-,khler1 ,prof4 a4 d4 ,univ4 ,halle a4 ,s4 ,mk4 #b4--4 ,heft #c4 ,denkmittel der ,mathematik im ,dienste der exakten ,darstellung erkenntniskritischer ,probleme von ,dr4 ,fr4 ,kuntze1 ,priv4-,doz4 a4 d4 ,univ4 ,berlin4 ,mk4 #a4--4 ,heft #d4 ,einleitung in die ,grundfragen der sthetik von ,ober-,generalarzt ,prof4 ,dr4 ,berth4 von ,kern4 ,mk4 #a4--4 ,heft #e4 ber ,platos ,ideenlehre von ,dr4 ,paul ,natorp1 ord4 ,prof4 a4 d4 ,univ4 ,marburg4 ,mk4 #a4--4 ,heft #f4 ,religion und ,kulturwerte von ,dr4 ,jonas ,cohn1 ,prof4 a4 d4 ,univ4 ,freiburg i4 ,br4 ,mk4 #a4--4 ,heft #g4 ,zur ,logik der ,geschichtswissenschaft von ,dr4 ,kurt ,sternberg4 ,mk4 #a4bj4 ,heft #h4 ber das ,eigentmliche des deutschen ,geistes von ,dr4 ,hermann ,cohen1 ord4 ,prof4 a4 d4 ,univ4 ,marburg4 #b4 und #c4 ,auflage4 ,mk4 --4#hj4 ,heft #i4 ,die religise ,erfahrung als philosophisches ,problem von ,dr4 ,konstantin sterreich1 ,prof4 a4 d4 ,universitt ,tbingen4 ,mk4 #a4--4 ,heft #aj4 ,der ,geltungswert der ,metaphysik von ,dr4 ,arthur ,liebert1 stellv4 ,geschftsfhrer d4 ,kantgesellschaft4 ,mk4 #a4--4 ,heft #aa4 ,was heisst ,hegelianismus8 ,von ,georg ,lasson1 ,pastor in ,berlin4 ,mk4 --4#hj4 ,heft #ab4 ,das ,problem der historischen ,zeit von ,dr4 ,georg ,simmel1 ,prof4 a4 d4 ,univ4 ,straburg4 ,mk4 --4#hj4 ,heft #ac4 ,machtverhltnis und ,machtmoral von ,dr4 phil4 ,alfred ,vierkandt1 ,prof4 a4 d4 ,univ4 ,berlin4 ,mk4 #a4fj4 ,heft #ad4 ,individualismus1 ,universalismus1 ,personalismus von ,dr4 phil4 ,ottmar ,dittrich1 ,prof4 a4 d4 ,univ4 ,leipzig4 ,mk4 #a4--4 ,heft #ae4 ,wechselseitige ,erhellung der ,knste von ,dr4 ,oskar ,walzel1 ,geh4 ,hofrat1 ,prof4 a4 d4 ,technischen ,hochschule in ,dresden4 ,mk4 #b4dj4 ,heft #af4 ,das ,verhltnis der ,logik zur ,mengenlehre von ,geh4 ,medizinal-,rat ,prof4 ,dr4 ,theodor ,ziehen1 o4 4 ,professor a4 d4 ,universitt ,halle4 ,mk4 #b4--4 ,heft #ag4 ,die ,gegenstndlichkeit des ,kunstwerks von ,dr4 phil4 ,emil ,utitz1 ,prof4 a4 d4 ,univ4 ,rostock4 ,mk4 #b4--4 ,heft #ah4 ber den ,zufall von ,d4 ,dr4 ,adolf ,lasson1 weil4 ,professor an der ,universitt ,berlin4 #b4 ,auflage4 ,mk4 #b4--4 ,heft #ai4 ,neubegrndung der ,ethik aus ihrem ,verhltnis zu den besonderen ,gemeinschaftswissenschaften von ,professor ,dr4 ,albert ,grland4 ,mk4 #b4--4 ,heft #bj4 ,grundgedanken der personalistischen ,philosophie von ,dr4 ,william ,stern1 ,professor am ,allgemeinen ,vorlesungswesen in ,hamburg4 ,mk4 #b4--4 ,heft #ba4 ,hermann ,cohens philosophische ,leistung unter dem ,gesichtspunkte des ,systems von ,paul ,natorp1 ,professor an der ,universitt ,marburg4 ,mk4 #a4dj4 ,heft #bb4 ,heinrich von ,kleist und die ,kantische ,philosophie von ,ernst ,cassirer1 ,prof4 a4 d4 ,universitt ,berlin4 ,mk4 #b4--4 ,buchdruckerei von ,max ,dietrich1 ,berlin ,w4 #ej4 ,liste der vorgenommenen nderungen3 erbracht worden wre4 ,denn das tradionelle ,schlagwort von dem erbracht worden wre4 ,denn das traditionelle ,schlagwort von dem war die fragwrdige ,relativitt aller ,dinge1 war die eisige ,skepsis1 war die fragwrdige ,relativitt aller ,dinge1 war die eisige ,skepsis1 gelehrt8 ,man mag allerfalls1 obwohl uerst ungenau und irrefhrend1 gelehrt8 ,man mag allenfalls1 obwohl uerst ungenau und irrefhrend1 ,schriften1 mit der gleichen unerschtterlichen ,sicherheit behaupet ,schriften1 mit der gleichen unerschtterlichen ,sicherheit behauptet ,kritik der reinen ,vernunft3 die ,frage1 wie synthetische ,urteile ,kritik der reinen ,vernunft3 die ,frage1 wie synthetische ,urteile als die ,kritik der reinen ,vernunft namhaft machen liee1 aus welchem als die ,kritik der reinen ,vernunft namhaft machen liee1 aus welchem das ,ich1 mit dem er seine ,zwiesprache hlt -- nimmst du zunchst das ,ich1 mit dem er seine ,zwiesprache hlt -- nimmst du zunchst -- nun wird dir vollkommen klar sein1 wie etwas1 das doch aus dir -- nun wird dir vollkommen klar sein1 wie etwas1 das doch aus dir zur ,arbeit -- so schreibt er an die ,schwester -- -- aber mich ekelt zur ,arbeit -- so schreibt er an die ,schwester -- -- aber mich ekelt von ,kleist hingestellt hat1 so liee sich begreifen1 da sie vor ,kleist hingestellt hat1 so liee sich begreifen1 da sie die ,schwester -- bist du unterworfen1 als allein der ,herrschaft der die ,schwester -- bist du unterworfen1 als allein der ,herrschaft der ist das nicht etwas ,vortreffliches8 ,und dann1 mich selbst auf ist das nicht etwas ,vortreffliches8 ,und dann1 mich selbst auf nur fragmentarisch und unvollkomemn darstellt1 der sich aber der nur fragmentarisch und unvollkommen darstellt1 der sich aber der ,die traditionelle ,optimismus seiner ,jugendphilosophie wandelt sich ,der traditionelle ,optimismus seiner ,jugendphilosophie wandelt sich ,krise1 im ,mai #ahja -- wo ich mich meiner selbst bewut ward1 meine ,krise1 im ,mai #ahja -- wo ich mich meiner selbst bewut ward1 meine gttlichen ,weisheit -- so sagt ,friedrich im ,zweikampf zu ,littegarde gttlichen ,weisheit -- so sagt ,friedrich im ,zweikampf zu ,littegarde -- die ,wahrheit1 im ,augenblick der glaubensvollen ,anrufung selbst1 -- die ,wahrheit1 im ,augenblick der glaubensvollen ,anrufung selbst1 in diesem ,zusammenhang begrndet4 ,suchet in euch -- so ruft ,goethe in diesem ,zusammenhang begrndet4 ,suchet in euch -- so ruft ,goethe jetzt1 was die ,erschtterung1 die ,kleist durch die kantische jetzt1 was die ,erschtterung1 die ,kleist durch die ,kantische der vllige ,zusammenbruch seiner intellektuellen ,welt zu bedeuten3 den vlligen ,zusammenbruch seiner intellektuellen ,welt zu bedeuten3 #d ,kants ,anthropolog,ie1 ,akad4-,ausg41 ,,vii1 #cbc vgl4 ,r4 #d ,kants ,anthropologie1 ,akad4-,ausg41 ,,vii1 #cbc vgl4 ,r4 bekannten ,brief eines ,malers an seinen ,sohn -- da du eine bekannten ,brief eines ,malers an seinen ,sohn -- da du eine ihn beschftigt1 eine neue ,bedeuutng und eine berraschende ,konsequenz ihn beschftigt1 eine neue ,bedeutung und eine berraschende ,konsequenz #g ,fichte1 ,smtl4 ,werke hg4 von ,j1 ,h4 ,fichte1 ,,iv1 #cec4 #g ,fichte1 ,smtl4 ,werke hg4 von ,j4 ,h4 ,fichte1 ,,iv1 #cec4 ,naivitt1 beruht also auf den ,ausschlu der ,reflexion4 ,wir mssen ,naivitt1 beruht also auf dem ,ausschlu der ,reflexion4 ,wir mssen oder in dem ,gott4 ,hier liegt der ,punkt1 wo die beiden ,enden der oder in dem ,gott4 ,hier liegt der ,punkt1 wo die beiden ,enden der ,witz und ,urteilskraft -- so heit es in der ,grundlegung zur ,metaphysik ,witz und ,urteilskraft -- so heit es in der ,grundlegung zur ,metaphysik der ,sitten -- und wie die ,talente des ,geistes sonst heien mgen1 oder der ,sitten -- und wie die ,talente des ,geistes sonst heien mgen1 oder besonderen ,gemeinschaftswlssenschaften von ,professor besonderen ,gemeinschaftswissenschaften von ,professor ,dr4 ,albert ,grland4 ,m4 #b4--4 ,dr4 ,albert ,grland4 ,mk4 #b4--4 ,vorlesungswesen in ,hamburg4 ,m4 #b4--4 ,vorlesungswesen in ,hamburg4 ,mk4 #b4--4 an der ,universitt ,marburg4 ,m4 #a4dj4 an der ,universitt ,marburg4 ,mk4 #a4dj4 ,m4 #b4--4 ,mk4 #b4--4