,anmerkungen zur ,transkription3 ,schreibweise und ,interpunktion des ,originaltextes wurden bernommen2 lediglich offensichtliche ,druckfehler wurden korrigiert4 ,eine ,liste der vorgenommenen nderungen findet sich am ,ende des ,textes4 ,im ,original gesperrt gedruckter ,text wurde mit markiert4 ,im ,original in ,antiqua gedruckter ,text wurde mit markiert4 ,acht ,briefe an eine ,freundin ber ,clavier-,unterricht von ,johanna ,kinkel4 ,stuttgart und ,tbingen4 ,j4 ,g4 ,cotta'scher ,verlag4 #aheb4 ,vorwort4 ,die ,buch ist vorzugsweise fr musikalisch gebildete ,mtter bestimmt1 die1 entweder auf dem ,lande oder in kleinen ,stdten lebend1 beim ,mangel eines tchtigen ,clavierlehrers genthigt sind1 den ,unterricht ihrer ,kinder in diesem ,fach selbst zu leiten oder zu berwachen4 ,vielleicht drfte auch manche angehende junge ,lehrerin einige der darin enthaltenen ,beobachtungen ntzen knnen1 die ich whrend eines langjhrigen ,wirkens auf diesem ,gebiete gesammelt habe4 ,london1 ,januar #aheb4 ,j4 ,kinkel4 ,i4 ,du forderst meinen ,rath hinsichtlich des ,clavierunterrichts ,deiner ,tchter4 ,ich ergreife mit ,freuden diese ,veranlassung1 um manche ,erfahrung1 die ich in meinem ,fache machte1 aufzuzeichnen1 damit sie vielleicht auer ,dir noch einem weiteren ,kreise zu ,gute komme4 ,musiker von ,profession belehren zu wollen1 mchte ich mir nicht anmaen2 doch die ,classe von talentvollen und tiefer gebildeten ,clavierspielerinnen1 zu denen ich auch ,dich zhle1 die bei aller eigenen ,fertigkeit kaum im ,stande sein wrden1 ein ,kind selbst zu unterrichten1 werden mir vielleicht ,dank wissen1 wenn ich ihnen einige ,winke zur ,erlangung derjenigen ,methode gebe1 in der ich viele gnstige ,resultate erzielte4 ,mit ,hlfe der vielen trefflichen ,clavierschulen und ,etden1 welche die bewhrtesten ,meister seit einigen ,decennien herausgaben1 kann zwar jeder musikalische ,mensch1 der etwas ,geduld und klaren ,begriff hat1 ein ordentlicher ,lehrer werden1 doch bleibt es immer wnschenswerth1 den ,weg der eigenen ,erfahrung etwas abgekrzt zu bekommen4 ,auch ist es sehr bel1 wenn gleich ,anfangs die ,schler einen ,eindruck von ,unsicherheit dadurch erhalten1 da man verschiedene ,richtungen einzuschlagen sucht1 die man bei fortgeschrittener ,einsicht wieder verlassen mu4 ,ich brauche ,dir wohl nicht zu sagen1 in welcher ,ordnung man die ,noten und ,taktzeichen1 berhaupt die ,regeln des ,clavierspielens nach und nach den ,schlern beibringt4 ,du darfst nur eine anerkannte ,clavierschule zum ,grunde legen1 so hast ,du einen ,leitfaden fr die ganze ,dauer des ,unterrichts4 ,die ,clavierschule aber1 die ,du ,dir erwhlt hast1 mut ,du consequent durchfhren4 ,du magst immerhin1 zur ,ermunterung des ,schlers1 wenn er ermdet1 ein heiteres ,lieblingsstckchen als zeitweilige ,unterbrechung gestatten2 aber ,du mut dann wieder zur ,clavierschule zurckkehren4 ,sollte zufllig diejenige1 deren ,du ,dich bedienst1 nicht mit einer hinlnglichen ,zahl ,handstckchen versehen sein1 so erinnere ich ,dich1 da davon ein vollstndiges ,heft1 unter dem ,titel3 ,exercices prparatoires von ,aloys ,schmidt in jeder ,musikalienhandlung zu finden ist4 ,ich beschrnke mich darauf1 hinsichtlich des ersten ,unterrichts diejenigen ,punkte hervorzuheben1 die1 obgleich von grter ,wichtigkeit1 am hufigsten durch ,nichtbeachtung versumt werden4 ,hier steht obenan3 richtiges ,aufheben der ,finger und die ,beobachtung des grammatischen ,accents4 ,beide sind so leichte1 sich von selbst verstehende ,regeln1 da man sich fast schmt1 viele ,worte davon zu machen4 ,da aber manche ,spieler jahrelang ihre ,zeit mit vergeblichem ,lernen verdorben haben und alle ,schritte zurck und noch einmal thun mssen1 blo weil sie diese ersten ,stufen ungeduldig bersprungen haben1 ist es nicht berflssig1 jeden angehenden ,lehrer immer wieder von neuem darauf aufmerksam zu machen4 ,es ist bei verwhnten ,schlerinnen sehr milich1 mehr als ,eine schlechte ,manier auf ,einmal bekmpfen zu wollen1 denn das bestndige ,unterbrechen und ,tadeln von ,seiten des ,lehrers verwirrt und erbittert sie4 ,wende also ,deine ganze ,aufmerksamkeit zuvrderst auf den ,mechanismus der ,finger1 welchen die allerleichtesten ,handstckchen verlangen1 und bedenke1 da1 je strenger ,du den ,anfnger zur ,erlernung derselben verpflichtest1 um so eher ,du ein blhenderes ,feld mit ihm betrittst4 ,ich wei es3 demjenigen1 der zuerst in ,musik unterrichtet1 vergeht meist alle ,freude am ,lehren4 ,abwechselnd mu er ,schlern1 die vom frhern ,lehrer verwahrlost wurden1 die eingerostete ,gewohnheit austreiben1 ihre smmtlichen ,finger so zu sagen auf die ,claviatur festzukleben2 oder er mu kleine ,kinder unaufhrlich warnen1 da sie die ,finger nicht zu flach halten4 ,er fragt sich voll ,ungeduld1 ob es in der ,welt ein nichtigeres und langweiligeres ,amt geben knne4 ,er hat vielleicht tief in die ,seele der ,musik geschaut1 und soll nun seine geliebte ,kunst als die uerliche ,geschicklichkeit1 auf einem ,instrumente etwas zu spielen1 seinen ,schlern beibringen1 anstatt sie musikalisch denken1 empfinden zu lehren4 ,er mchte gerne der ,magnet sein1 der allen musikalischen ,inhalt seiner ,umgebung ans ,licht zauberte1 und einen ,boden des ,verstndnisses fr die ,werke der unsterblichen ,meister bereiten1 die fr ,jeden todt sind1 der die ,musik als ein gedankenloses ,spielzeug betreibt4 ,dieser ,mimuth des ,lehrers1 dessen erster ,eifer an den steifen ,fingern und dem langsamen ,begriff des ,anfngers abgeprallt ist1 theilt sich diesem sehr bald mit4 ,die ,finger der ,kinder besonders entbehren noch der nthigen ,muskelkraft1 um nach jedem ,ton elastisch aufzuspringen4 ,das bestndige ,mahnen3 ,finger auf6 ist ihnen widerwrtig1 und wenn gar der ,widerwille des ,lehrers gegen den handwerksmigen ,theil seines ,berufes permanent wird und sich in einem finstern1 ungeduldigen ,tone gegen seine ,zglinge entladet1 so zerstrt er in ihnen oft den ,keim knftiger guten ,leistungen4 ,die ,aufgabe des ,lehrers fr die erste ,stufe3 den ,mechanismus der ,finger auszubilden1 ist eben eine ,arbeit wie ein anderes ,handwerk1 bei dem er nicht lssig auf ,nebenunterhaltung sinnen darf4 ,mit demselben ,interesse hat er das ,leichterwerden der ,finger zu beobachten1 wie etwa der ,drechsler oder ,metallarbeiter das ,poliren seines ,stoffs4 ,wer keine ,geduld und ,freude auch bei den kleinsten ,erfolgen seines ,wirkens hat1 der hat kein ,lehrertalent4 ,versuche es nur und gieb ,dich einmal mit voller ungetheilter ,aufmerksamkeit der allergeringsten ,aufgabe hin1 ein ,kind eine ,tonleiter vollkommen gleichmig spielen zu lehren4 ,die ,lebhaftigkeit ,deines ,antheils1 die ,heiterkeit mit der ,du beachtest3 jetzt waren noch zwei undeutliche ,noten darin6 jetzt nur noch eine6 jetzt war sie ganz rein gespielt6 -- geht auf das ,kind mit ber4 ,es wird selbst auf seinen ,anschlag achten und mit ,lust jedes ,gelingen begren4 ,ueberwindest ,du in ,dir selbst ,trgheit und ,langeweile1 so reiest ,du zugleich den ,schler mit fort4 ,da ,du zwischen den trocknen ,uebungen abwechselnd eine anmuthigere ,composition zum ,vergngen des ,lernenden einschaltest1 ist nicht zu verwerfen1 wenn ,du die ,wahl so triffst1 da sie das ,studium derselben zugleich frdert und nicht den ,geschmack verdirbt4 ,in den ,etden der neuern ,componisten ist ohnehin das ,wohlklingende hinreichend neben dem ,ntzlichen bercksichtigt1 und haben die ,schler erst diese ,stufe erreicht1 so drfen sie nicht mehr ber ,mangel an ,unterhaltung beim ,ueben klagen4 ,es ist entschieden verderblich1 mit unruhiger ,hast von einem ,stck zum andern zu springen1 ehe das vorige fertig einstudirt war4 ,die ,schler mssen von vornherein die vollendete ,reinheit der ,ausfhrung als eine ,nothwendigkeit empfinden lernen1 der man sich nicht zu entziehen hat4 ,wenn ,du bedenkst1 da eine kleine ,unart in der ,fingerhaltung1 die ,anfangs unwichtig scheint1 spter einen freien geistvollen ,vortrag unmglich macht1 so wirst ,du nicht1 gleich manchen ,dilettanten1 die mechanische ,fertigkeit als eine ,art ,gegensatz zum seelenvollen ,spiel betrachten4 ,sie mu als ein ,mittel zum ,zweck vorher da sein1 ehe man dem ,schler das letztere zumuthen darf4 ,wie will ein ,spieler1 wenn er auch mit dem klarsten ,verstndni begabt ist1 die ,schnheit in der ,musik darstellen1 wenn ihm seine ,finger widerspenstig sind8 ,wer sich also dem ,geschft unterzieht1 einen ,anfnger zu bilden1 der sei redlich gegen denselben und eile nicht ber den prosaischen ,theil seines ,berufes hinweg1 um auf ,kosten des ,schlers sich selber etwas besser dabei zu amsiren4 ,,ii4 ,es ist allerdings eine starke ,forderung1 da ein ,clavierlehrer seinen ,zgling von der niedrigsten ,stufe bis zum ,gipfel leite1 whrend fast in allem brigen ,lernen fr jede abgegrenzte ,classe ein besonderer ,lehrer da ist1 der dem folgenden in die ,hnde arbeitet4 ,hier gilt gewi mehr als irgendwo der ,satz1 da der trefflichste ,professor oft der schlechteste ,schulmeister sei4 ,eigentlich besitzen wir bisher fast gar keine passenden ,lehrer fr die vorbereitenden ,stufen4 ,wir haben alle ,gradationen von geschickten und ungeschickten1 pflichttreuen und gewissenlosen ,lehrern1 aber kaum einen1 der sich damit bescheiden mchte1 seine ,schler bis zu einem bestimmten ,grad von ,fertigkeit emporzubringen und ihn dann einem hher gebildeten ,meister zu berlassen4 ,ein ,componist1 der sich seinen dichterischen ,trumen nur eine ,weile hingegeben hat1 kann sich unmglich auf den ,stundenschlag in die ,seele eines ,anfngers versetzen4 ,verfolgt er in ,gedanken eine recht glcklich gefundene ,melodie1 und ehe er sie fertig aufschreiben konnte1 tritt der ,zgling mit dem ,etdenheft in die ,stube1 so ist seine erste ,empfindung gegen ihn gewi die1 da er ihn tchtig durchprgeln und die ,treppe hinunter werfen mchte4 ,der ,schaffende hat einen natrlichen ,ha gegen den ihn strenden ,stmper1 und alles ,lehren ohne ,liebe ist wirkungslos4 ,es ist gar keine besondere musikalische ,begabung dazu nthig1 kleine ,kinder bei ihren ,stckchen zu beaufsichtigen1 ob sie die ,finger richtig setzen2 nur ,geduld und ,gewissenhaftigkeit4 ,so manche ,personen1 die den ,beruf eines ,clavierlehrers wie ein anderes ,gewerbe blo zu ihrem ,unterhalt ergreifen1 ohne dabei das ,bedrfni eines tieferen ,eindringens in den ,geist der ,musik zu empfinden1 knnten beraus ntzliche ,mitglieder in der ,kunstgenossenschaft werden1 wenn sie innerhalb bestimmter ,schranken genau ihre ,pflicht erfllten4 ,anstatt ihren unreifen ,zglingen mglichst frh den ,beethoven preiszugeben1 drften sie die ersten ,jahre blo zur ,bildung des ,gehrs1 des ,taktgefhls und der ,finger anwenden4 ,aus ihrer ,elementarschule trte dann ein in seiner ,art fertiger ,schler1 den ein hher gebildeter ,lehrer in eine geistigere ,sphre lenkte1 ohne stets durch das materielle ,hinderni steifer ,finger aufgehalten zu sein4 ,die1 sich mit seiner geringen ,aufgabe zu bescheiden1 ist die ,pflicht des ,lehrers der ersten ,stufe1 und er ist nur insofern ein guter ,lehrer1 als er diese nicht berschreitet4 ,soll ein ,kunsttempel ausgebaut werden1 so drfen nicht ,baumeister und ,bildhauer selbst ihre ,steine erst zusammenschleppen und behauen3 dazu sind ,handlanger besser4 ,indessen1 da es einstweilen nicht anders ist1 und hochbegabte musikalische ,naturen durch die ,umstnde nicht selten zu der untergeordnetsten ,thtigkeit im ,reich der ,kunst veranlat werden1 so wollen wir zu unserm ,thema zurckkehren4 ,es ist ein vielverbreitetes ,miverstndni1 die ,geschicklichkeit der ,finger blo nach dem ,grad ihrer ,schnelligkeit zu messen1 whrend darauf viel weniger ankommt1 als auf die ,fhigkeit des ,fingers3 jedem ,grad von ,strke oder ,schwche des ,drucks auf ein ,haar zu entsprechen4 ,der vierte ,finger ist von ,natur der unlenksamste4 ,trifft es sich nun1 da ihm eine besonders ausdrucksvolle ,note zugewiesen wird1 so geht diese wirkungslos verloren1 wenn er nicht beizeiten so erzogen ward1 da er den andern an ,kraft gleichsteht4 ,das allbekannte ,uebungsstckchen1 worin der vierte ,finger allein krftig ,achtel anschlgt1 whrend die brigen unbewegt ,taktnoten festhalten mssen1 ist dem ,spieler so nothwendig wie dem ,snger das ,ueben eines schwachen ,registertons4 ,man thut dergleichen ,aufgaben nicht ein fr allemal ab1 sondern sie begleiten einen durch die ganze ,zeit des ,lernens4 ,wenn man auf diese ,weise tglich nur eine ,minute lang den vierten ,finger bt1 so bringt man ihn bald mit den andern ins ,gleiche4 ,der kleine ,finger steht seiner ,krze wegen gewhnlich noch ber der ,claviatur1 wenn die andern hinlnglich gekrmmt sind1 um die ,tasten nieder zu drcken4 ,in der rechten ,hand sprt man weniger davon1 aber der linken erwchst ein groer ,uebelstand aus dieser ,gewohnheit4 ,dem kleinen ,finger sind die ,noten des ,grundbasses zugewiesen2 er soll das ,fundament vertreten1 auf dem die ganze ,harmonie ruht1 aber selten erfllt er seine ,aufgabe4 ,bleibt seine ,note nicht vllig aus1 so ist sie doch schwcher als die ,mittelstimmen1 whrend der ,ba eher eine krftigere ,frbung haben mte4 ,die wenigsten ,spieler sind sich dieses ,mangels selber bewut4 ,sie haben den ,willen1 ihren ,baton anzuschlagen2 sie spren auch wohl1 da der fnfte ,finger die ,taste berhrt1 aber sie beachten nicht1 da er sie nur zur ,hlfte niederdrckte1 ohne da der ,ton deutlich ansprach4 ,verfolgt der ,spieler sein ,stck auf den ,noten1 so ergnzt ihm die ,einbildungskraft den fehlenden ,ba dergestalt1 da er ihn gar nicht vermit4 ,damen sind besonders diesem ,hauptfehler unterworfen1 weil sie in ,gedanken die ,melodie zu verfolgen pflegen und keine ,empfindung von der grern ,wichtigkeit des ,fundamentalbasses haben4 ,wie manche ,spielerin habe ich beobachtet1 welche mit bedeutender ,fertigkeit ein langes ,stck spielte1 und linienweise die ,banoten auslie1 ohne es zu bemerken4 ,achte darauf1 da ,deine ,schler 7besonders bei vollgriffigen ,akkorden7 die linke ,hand immer etwas seitwrts nach dem ,ba zu halten1 so da der ,druck verstrkt in seiner ganzen ,schwere nach den beiden schwchern ,fingern hingeleitet wird4 ,gegen das ,ueberlegen eines ,fingers auf einen andern1 welches eine hufig vorkommende ,unart ist1 giebt es ein ganz einfaches ,mittel4 ,man steckt ein ,ringelchen mit einem spitzig vorstehenden ,stein1 oder bindet nur einen ,faden mit einem rauhen ,knoten an die betreffende ,stelle1 so gewhnt sich der ,nebenfinger bald1 auf seinem gehrigen ,platz zu bleiben4 ,,iii4 ,es versteht sich1 da man den ,anfngern nur die ,beobachtung des grammatischen ,accents zur ,pflicht mache1 und den oratorischen auf einige ,jahre hinausschiebe4 ,der erstere1 obschon man voraussetzen sollte1 da jeder ,musiker ihn kennt1 wird unbegreiflicher ,weise von den meisten ,lehrern stillschweigend bergangen4 ,man braucht nur ein provinzialstdtisches ,orchester spielen zu hren1 um den ,mangel des grammatischen ,accents hchst empfindlich zu spren4 ,kein inneres ,band hlt den ,zusammenklang der ,instrumente1 ,alles zerflattert1 als ob sie im nchsten ,augenblick umwerfen wollten4 ,dieses ,gefhl von ,unsicherheit1 das den ,zuhrer qult1 die ,unklarheit der ,akkorde selbst da1 wo kein entschieden falscher ,griff vorwaltet1 rhrt allein vom ,nichtwissen oder ,nichtbeachten der ,accente her4 ,es reicht dehalb durchaus nicht hin1 da ein ,lehrer seinem ,schler oberflchlich ein fr allemal diese ,regel mittheilt1 sondern ihr ,nichtbeachten mu jedesmal streng als ein ,fehler gergt werden3 man mu innehalten1 eben sowohl als ob eine falsche ,note gegriffen wre1 und einen vergessenen oder verkehrt angebrachten ,accent so lange korrigiren und wiederholen lassen1 bis er richtig steht4 ,am leichtesten begreifen ,kinder den ,accent1 wenn man ihnen seine ,uebereinstimmung mit den ,versfen klar macht4 ,die umstndlichen oder verwirrenden ,namen3 guter und schlechter ,takttheil1 schwere und leichte ,zeit1 ,niederstreich und ,aufstreich1 ,thesis und ,arsis1 unter welchen diese einfache ,regel in den ,clavierschulen behandelt wird1 verwechseln sie leicht1 oder bertreiben mit gezwungener ,steifheit die ,betonung des guten ,takttheils4 ,aber gelingt es ,dir1 ein bekanntes ,liedchen aufzufinden1 das gleichen ,rhythmus mit ihrem ,stckchen hat1 so brauchst ,du ihnen nur die falsch betont vorzudeklamiren1 um sie von der unausstehlichen ,wirkung schlecht markirter ,takttheile innerlich zu berzeugen4 ,ich will einmal annehmen1 ein ,kind spiele sein erstes ,stckchen im ,viervierteltakt2 sagst ,du ihm3 ,viertel eins und drei sind gute1 zwei und vier aber schlechte ,takttheile1 die erstern mssen um einen ,grad strker markirt sein als die beiden andern1 so wird es die ,ursache nicht einsehen und mit groer ,befangenheit ein steifes ,forte und ,piano abwechseln lassen4 ,die oben erwhnte ,weise hingegen setzt sich sogleich im ,gefhl fest4 ,z4 ,b4 eins zwei drei vier werden betont wie die ,worte3 ,liebe1 ,gute4 ,du sagst nicht ,liebeeh1 ,guteeh1 da der ,ausdruck auf die kurze ,silbe fllt2 eben so wenig setzest ,du beide ,silben mit breitem1 schlfrigem ,ton gleich lang gezogen neben einander4 ,gerade so unwillkrlich wie ,du im ,sprechen die eine ,silbe betonst und die andere fallen lssest1 so mut ,du ,dich gewhnen1 dem guten ,takttheil seinen leisen ,nachdruck zu geben4 ,wird dieser ,druck bertrieben1 so wird der ,vortrag roh und hlich2 das klingt so1 wie schlechte ,schauspieler deklamiren1 die mit einem ,schrei auf die eine ,silbe fallen und die andere unhrbar lispeln4 ,lt man ihn aus1 so klingt jede ,melodie wie das ,lallen eines ,kindes oder das ,radebrechen der ,sprache von einem ,auslnder4 ,den ,unwissenden geschieht es fast immer1 da ihnen der ,ton just auf dem guten ,takttheil nicht deutlich anspricht1 und der darauf folgende auf dem schlechten um so gewaltsamer hervorstolpert4 ,zum ,abgewhnen dieser ,unart sind wieder die ersten ,handstckchen und leichtesten ,etden zweckmig zu bentzen4 ,schler1 die schon das falsche ,accentuiren als eine eingerostete ,gewohnheit mitbringen1 kann man allerdings nur dadurch heilen1 da man sie eine ,zeitlang nthigt1 den guten ,takttheil ganz bertrieben zu markiren und nachher das ,zuviel geduldig wieder ausschleift4 ,ihre andern ,migriffe behandle man lieber so lange mit einiger ,milde1 aber man necke sie jedesmal unbarmherzig1 wenn ihre ,finger falsch deklamiren4 ,der ,sechsachteltakt prgt sich ,kindern etwa durch die ,worte3 ,freundliche1 ,liebliche ein1 die man sie statt3 ein zwei drei vier fnf sechs ein paarmal deklamiren lt4 ,man hat eine ,anekdote drucken lassen1 welche berichtet1 wie der berhmte ,philosoph ,moses ,mendelssohn von ,kirnberger die ,theorie der ,musik lernen wollte1 und dieser sich vergebens abmhte1 ihm begreiflich zu machen1 da ,dreiviertel- und ,sechsachteltakt verschieden seien4 ,er htte ja nur zu sagen gebraucht3 ,dreiviertel sind drei ,trochen und ,sechsachtel zwei ,daktylen1 so htte das seinem gelehrten ,schler gewi besser eingeleuchtet1 als seine ,benennung3 ,tripeltakt und gerader ,takt4 ,wessen ,gefhl die richtige musikalische ,deklamation frh eingeprgt wurde1 der hat den ,vortheil1 da der gute ,takttheil in seinem ,spiel wie ein leiser ,pulsschlag in einem lebendigen ,organismus empfunden wird1 ohne sich je1 die ,grazie des ,vortrags strend1 aufzudrngen4 ,in dem ,spiel desjenigen1 der erst spter diese ,regel nachgelernt hat1 pickt der ,accent eher wie ein ,uhrwerk und giebt uns den ,eindruck von etwas ,automatischem4 ,dennoch mchte ich noch lieber die geschmacklos heftige ,accentuiren dulden1 als es ganz und gar entbehren4 ,wie leicht finden sich beim ,primavista-,spielen in vierhndigen ,stcken1 oder beim grern ,zusammenwirken diejenigen zurecht1 die den guten ,takttheil in ,fleisch und ,blut spren1 whrend jeder1 der dieses ,wegweisers entbehrt1 beim geringsten ,versehen sogleich stecken bleibt4 ,wenn ,du ,spieler hrst1 die bei bedeutender ,fertigkeit einen total charakterlosen ,anschlag haben1 so kannst ,du sicher sein1 da sie vom ,unterschied der ,takttheile nie etwas gehrt haben4 ,macht man sie darauf aufmerksam1 so wollen sie ihre ,unwissenheit nicht gestehen1 schieben die ,sache als etwas ,gleichgltiges weg und meinen1 es sei die ,hauptsache1 da man mit ,gefhl spiele4 ,als ob ein ,mensch mit ,gefhl spielen knne1 dem der falsche ,accent einmal fest in den ,fingern sitzt6 ,eine unendliche ,confusion ist in den musikalischen ,unterricht durch die ,unwissenheit der ersten ,autoritten gekommen1 welche die ,theorie der ,takttheile feststellten4 ,schlgt man die ,generalbabcher auf1 so findet man den guten ,takttheil ,thesis genannt1 whrend die ,metrik im ,vers die entsprechende ,stelle als ,arsis bezeichnet4 ,obgleich in der ,vokalmusik die ,accente zusammentreffen mssen1 lt man musikalisch oder sprachlich angewendet diesen ,begriff sich widersprechen4 ,alte ,theoretiker geben hiervon eine erstaunungswrdig naive ,erklrung2 sie sagen nmlich3 ,arsis und ,thesis bedeutet ,hebung und ,senkung4 ,da nun beim guten ,takttheil der ,taktstock sich senkt 7was auch ,aufstreich und ,niederstreich bedeuten71 so versteht es sich1 da die accentuirte ,note die ,thesis heien mu4 ,es wre sehr zu wnschen1 da ein ,musiker von allgemeiner ,berhmtheit endlich durch eine ffentliche ,erklrung diese lcherliche ,wort- und ,begriffsconfusion aufhbe4 ,schlielich erinnere ich ,dich noch an eine ,feinheit im ,beachten des grammatischen ,accents1 nmlich die1 da sich jeder ,takttheil1 er sei ein guter oder ein schlechter1 nochmals in kleinere ,theilchen spaltet1 die wieder unter sich mehr oder weniger ,gewicht bekunden4 ,passagen von ,sechzehnteln oder ,triolen zum ,beispiel gewinnen sehr1 wenn durch einen unmerklichen ,druck des ,fingers ihre kleinen ,gliederungen in ,drei- oder ,vierzahl eben nur geahnt wird4 ,doch um solche ,superfeinheiten des ,anschlags bis in die letzten ,consequenzen durchzufhren1 gehrt sich schon eine ziemlich gebte ,hand1 und den ,anfnger verschone man lieber mit dieser ,forderung4 ,ueber ,anschlag wird in der musikalischen ,welt viel berflssiges ,gerede gemacht2 ich wollte ,dich dehalb nur an die vorstehenden ,mngel desselben erinnern1 weil sie mir mit wenigen ,ausnahmen bei allen neuen ,schlern wiederkehrten4 ,leute1 die der ,rococo-,periode des ,clavierspielens anhngen1 verstehen unter schnem ,anschlag nur eine ,art von halbem ,stackato in den ,lufen1 welches sie mit einer ,perlenschnur zu vergleichen belieben4 ,man knnte bei diesem ,anschlag zwar eben sowohl an einen ,korb ausgeschtteter trockner ,erbsen erinnert werden4 ,abgesehen von der ,geschmacklosigkeit dieser ,manier1 wenn sie durchgngig angebracht wird1 ist es schon dewegen verkehrt1 auf sie1 als auf das ,grundprincip des ,anschlags1 einen ,werth zu legen1 weil die ,lufe und ,verzierungen1 zu denen sie allenfalls pat1 eher ,nebensache sind1 whrend alles ,tiefere3 ,groartigkeit1 ,innigkeit des ,gefhls1 von dem ,spieler allein durch richtiges ,accentuiren zur ,darstellung gebracht wird4 ,,iv4 ,mit ,gefhl spielen6 ,wie soll man die bezeichnenden ,worte finden1 um dem ,schler diesen vagen ,ausdruck begreiflich zu machen4 ,ein ,gesanglehrer hat es leicht1 da der ,text der ,gesnge den besten ,commentar fr die ,melodie abgiebt4 ,bei der ,instrumentalmusik knnen wir hingegen nur gleichniweise die ,poesie bentzen1 um sie demjenigen nher zu bringen1 der nicht ,musik als ,musik begreift1 sondern den sie erst dann recht interessirt1 wenn sie noch nebenher etwas ,anderes bedeutet4 ,es ist nun die ,aufgabe des gebildeteren ,musiklehrers1 erwachsenen ,schlern gegenber diejenige ,bezeichnung zu errathen1 fr welche ihre ,subjektivitt am empfnglichsten ist4 ,die ,musik1 sich uernd in der ,form des ,clavierspiels1 hlt man in unsern ,tagen fast unerllich zur ,bildung einer jungen ,dame der mittlern und hhern ,stnde4 ,ob mit ,recht1 darber will ich ,dir ein anderesmal mein ,glaubensbekenntni aussprechen4 ,genug1 ,talentvolle und ,talentlose lernen jahrelang ,clavier1 und sie fordern natrlich1 da es der ,lehrer mit einer ,kunstfertigkeit gewissenhaft nehme1 der sie so groe ,opfer bringen4 ,alle wnschen mit ,gefhl zu spielen1 und doch liegt es schon im ,worte ,gefhl1 da man es nicht lernen kann1 wenn es einem nicht gegeben ist4 ,setzt man indessen das ,wort3 mit ,verstndni spielen1 an die ,stelle1 so zeigt sich1 da die vom ,lehrer dem ,schler bertragen werden kann4 ,es sind ,mittel vorhanden1 um eine bestimmte ,empfindung im musikalischen ,vortrage darzustellen4 ,legato1 staccato1 forte1 piano1 und vor ,allem der oratorische ,accent dienen dazu4 ,wo diese vom ,componisten vorgeschrieben stehn1 reicht es hin1 den ,schler daran zu erinnern1 da er solche ,zeichen treu beobachtet4 ,aber es ist unmglich1 da ein ,componist jeder ,note den ,grad des ,sforzando beifgte1 ohne da von der ,masse der ,zeichen unser ,auge vllig verwirrt wrde4 ,also kommen wir doch wieder auf das ,gefhl zurck1 welches uns eingiebt1 wie stark wir betonen drfen1 ohne da die ,grazie verletzt werde1 wie stark wir betonen mssen1 um die dem ,tonstck innewohnende ,leidenschaft zur ,anschauung zu bringen4 ,oft kommen in ,einem ,takt mehrere oratorische ,accente nach einander vor1 von denen jeder einen andern ,grad der ,betonung erhalten mu4 ,whrend das ,wesen des grammatischen ,accents regelmige ,wiederkehr ist1 und der ,schler ihn dehalb bald begreift1 giebt das ,unvermuthete1 ,regellose im ,charakter des ,oratorischen dem ,lehrer keinen ,anhaltspunkt1 ihn dem ,schler so zu bezeichnen1 da er ihn beim nchstenmal selbst herausfindet4 ,am ehesten ist er ihm durch eine ,analogie mit der ,deklamation verstndlich zu machen4 ,vom ,lehrer setze ich voraus1 da ihm die ,tonsprache aufgeschlossen sein mu4 ,ist er aber eine noch so innerlich musikalische ,natur1 die ganz in ,tnen denkt und empfindet1 so kommt davon nichts seinem ,schler zu ,gute1 wenn er nicht seine innern ,anschauungen mitzutheilen wei4 ,er mu sich also neben der musikalischen auch eine allgemeine ,bildung1 vor allem seinem ,redevortrag die uerste ,klarheit und ,sicherheit aneignen4 ,er mu ,geistesgegenwart genug haben1 um fr jedes ,musikstck sofort eine ,analogie zu finden1 die es dem ,schler falich macht4 ,er mu in seinem ,gedchtni passende ,dichterworte bereit haben1 um sie mit einer ,musikstelle zu vergleichen1 bei der er die oratorischen ,accente aufweisen soll4 ,bei sehr talentvollen ,schlern sind diese ,umstndlichkeiten kaum erforderlich2 bei talentlosen prallen sie sogar meist ab4 ,aber zwischen talentvoll und talentlos giebt es eine lange ,reihe von ,abstufungen1 fr welche eine und dieselbe ,methode nicht ausreicht4 ,nimm nur eine ,verschiedenheit als ,beispiel an4 ,eine ,schlerin1 die treffliches ,gehr und ,taktgefhl1 eine leichte ,hand und dabei nur ,sinn fr die oberflchlichsten ,walzerkompositionen besitzt2 eine andere1 der die ,natur steife ,finger und fast gar kein eigentlich musikalisches ,talent gegeben hat1 die aber das ,edelste und ,grte in der ,musik begreift und geniet1 wenn ,du es ihrem vielfach gebildeten ,verstande auf anderem ,wege nahe bringst4 ,du wirst es einsehen1 da ,du mit diesen ,beiden eine ganz verschiedene ,sprache reden mut4 ,die erstere kannst ,du nur auf rein musikalischem ,wege von der ,nichtigkeit ihrer bisherigen ,richtung berzeugen1 indem ,du ihr wiederholt die ,erfordernisse einer guten ,melodie1 ,harmonie und die eines schnen ,rhythmus mit ,beispielen am ,clavier praktisch erklrest1 und die chte ,musik mit derjenigen vergleichst1 der diese drei ,grundbedingungen fehlen4 ,der andern wirst ,du die ,verwandtschaft des vorliegenden ,musikstckes mit dem ,schnen aus einem fremden ,gebiet aufweisen mssen1 um ihr ,interesse dafr zu gewinnen4 ,bei allen ,schlern dieser letztern ,klasse mu man ablauschen1 welche ihre anderweitigen ,naturanlagen1 ,liebhabereien und ,geschicklichkeiten sind1 um etwa durch die ,phantasie der ,musik ,eingang zu schaffen1 wenn es auf sentimentalem ,wege nicht gelingen will1 oder um etwa einen ,vergleich aus der ,malerei zu entlehnen1 wenn bei ihnen der ,sinn fr ,farbe und ,gestalt mehr ausgebildet sein sollte1 als das ,gefhl fr ,ton und ,takt4 ,so frdert jedes ,wissen des ,lehrers von andern ,bildungsgegenstnden den ,schler1 wenn er es an der rechten ,stelle anwendet1 oft weit mehr1 als wenn er sich noch so tief in die musikalische ,grammatik vergraben htte4 ,manche ,schler besitzen nur die eine ,hlfte des musikalischen ,talents1 nmlich die ,auffassung ohne die ,darstellungsgabe1 oder umgekehrt4 ,den ,erstern ntzest ,du durch ,vorspielen am meisten1 den ,letztern durch mndliche ,erklrung4 ,einem oberflchlichen jungen ,mdchen erscheint eine isolirte ,melodie um so schner1 weil die ,armuth einer rhythmuslosen1 vielleicht nur auf zwei ,akkorde gebauten ,begleitung ihre ,gedanken nicht in ,anspruch nimmt4 ,ueberhaupt die ,melodie ist ihr ,alles1 und der ,ba ist fr sie eine ganz berflssige ,zugabe4 ,sonderbarer ,weise behaupten sie von einer ,composition1 die in allen ,theilen ,reichthum und ,flle hat1 z4 ,b4 von einer ,fuge etwa3 sie habe keine ,melodie4 ,das heit nun recht den ,wald vor ,bumen nicht sehen1 denn bei der ,fuge ist jede ,einzelstimme eine gleichberechtigte ,melodie1 aber vier ,melodien auf einmal zu hren1 dazu fehlt ihren ,ohren so zu sagen der ,ueberblick4 ,du mut von ,zeit zu ,zeit eine ganz vorzgliche ,composition vor solchen ,schlern analysiren und sie nthigen1 ihre ,aufmerksamkeit auf deren innern ,bau zu richten4 ,dann geht ihnen das ,bewutsein von der ,macht eines harmonisch bewegten ,basses und selbststndiger ,mittelstimmen auf4 ,so wie sie vorher jede ,composition trocken fanden1 bei der sie den ,zauber der ,melodie zu vermissen glaubten1 so wird ihnen bald kein harmonisch rmliches ,werk so verfhrerisch klingen1 weil es etwa den wohlfeilen ,vorzug einer hbschen ,oberstimme hat4 ,endlich versume nicht1 die ,rhythmusprobe vorzunehmen1 indem ,du ein ,thema von allen melodischen und harmonischen ,zuthaten entkleidet1 auf einen einzigen ,ton reducirest4 ,ist ein ,rhythmus wahrhaft originell und belebt1 so interessirt er uns noch1 wenn wir ihn mit den ,fingern auf den ,tisch trommeln4 ,eben sowohl kommen die ,schwchen der ,erfindung unlugbar zum ,vorschein1 wenn seine ,monotonie nicht mehr von der buntfarbigen ,melodie bertncht ist4 ,auf diese ,weise gewinnt der ,schler einen ,ausgangspunkt1 von dem er selbst prfen mag1 ob die ,musik1 die ihm gefllt1 stichhaltig bleibt oder nicht4 ,es ist schon viel gewonnen1 wenn er einsieht1 da ihm eine ,musik darum nicht gefallen hat1 weil sie ihm zu hoch war1 und da er im entgegengesetzten ,falle sich beschmt bekennen mu1 da er sich am ,gemeinen besser ergtzte4 ,selbsterkenntni ist auch in diesem speziellen ,falle der erste ,schritt zur ,weiterbildung4 ,v4 ,an eine ,erwhnung zu ,anfang meines vorigen ,briefes nochmals anknpfend1 spreche ich es als meine besondere ,meinung aus1 da alle nicht von ,natur musikalisch organisirten ,personen besser das ,singen und ,spielen bleiben lieen1 als uns arme ,clavierlehrer zu ,mrtyrern der ,geduld zu machen4 ,warum gerade die ,musik eine so ausschlieliche gesellschaftliche ,mode geworden ist1 begreife ich nicht4 ,ein gebildetes ,haus1 in dem kein ,clavier stnde1 glte fr eine ,unmglichkeit4 ,mdchen1 die kein ,gedicht richtig vorlesen knnen1 lernen dennoch singen4 ,kaum1 da man eine ,gesellschaft besuchen kann1 ohne ,musik ausstehen zu mssen1 und was fr entsetzliche ,musik6 ,musikfreunde und ,musikfeinde werden gleich empfindlich durch den ,anblick eines geffneten ,claviers mit zwei ,lichtern darauf berhrt1 wenn sie einen ,salon zur ,erholung betreten4 ,die ,musiciren zwischen der ,unterhaltung ist eine auflsende ,sure fr das ,gesprch4 ,hat man zum ,glck einen verstehenden ,menschen gefunden1 mit dem man die hchsten ,interessen durchsprechen kann1 drngen sich einem die ,gedanken in ,flle entgegen zu wechselseitigem ,austausch1 so schneidet uns die anregendste ,mittheilung pltzlich der ,schreckensruf ab3 ,von der ,alpe tnt das ,horn4 ,du bezwingst ,deine ,ungeduld1 hrst das hundertmal gehrte ,lied mit verbissenem ,ingrimm zu ,ende1 und nimmst das vorige ,thema wieder auf4 ,ehe ,du ,deinem ,freunde eine ,lebensfrage bndig beantworten konntest1 ergeht an ,dich schon die andere vom ,clavier her3 ,mein ,herz1 ich will dich fragen1 was ist die ,liebe8 sag6 ,du verlierst endlich alle ,lust1 an ein so zerstckeltes ,gesprch die mindeste ,aufmerksamkeit zu wenden1 und lssest alles indolent an ,dich herankommen1 ,geklimper und ,geschwtz1 ,thee und ,kuchen1 wie es fllt4 ,eine ,hauptursache der ,geistlosigkeit unserer meisten deutschen ,gesellschaften ist die unausstehliche ,musiciren1 das man den ,leuten aufdringt1 ohne zu fragen1 ob sie ,geschmack daran finden4 ,wenn ,jemand ,musik hren will1 so gehe er ins ,concert1 und wenn er ,conversation sucht1 in ,gesellschaft4 ,wie tckisch ist es nun1 einen mit der ,aussicht auf ,conversation in eine ,gesellschaft zu locken1 und ihn dann zu zwingen1 ,musik anzuhren4 ,das ,geringste wre doch1 es einem vorher ehrlich zu sagen1 es wird ,musik gemacht1 damit man seine ,ohren weit genug flchten kann4 ,der ,musiker1 der tglich in dem ,traumleben von ,klngen befangen ist1 bedarf zu seiner ,erholung eines totalen ,heraustretens aus dieser ,sphre geistiger ,dmmerung in die sonnenhellen ,regionen des ,verstandes1 wo der ,gedanke am ,gedanken die elektrischen ,funken schlgt4 ,welch ein ,genu ist eine wohlgeordnete1 sich wie ein ,kunstwerk entwickelnde ,conversation6 ,in hchster ,virtuositt verstehen wohl nur die ,franzosen sie zu fhren1 und darum mssen wir auch den ,namen selbst ihrer ,sprache entlehnen4 ,da unsere ,unterhaltung die ,sache nicht genau bezeichnet1 beweist sich schon aus dem ,mibrauch1 musikalische ,abendunterhaltungen an ihre ,stelle zu setzen4 ,wie nothwendig bedrften viele ,frauen dieser ,kunst der edleren ,conversation1 die den klaren ,blick ber alle ,zustnde schrft6 ,statt dessen sitzen sie schweigend mit ihren ,strickzeugen in der ,gesellschaft1 und lassen die ,musik nur eben auf ihre ,sinne wirken1 um des ,denkens berhoben zu sein4 ,diejenigen1 die noch eine ,stufe tiefer stehen1 schwatzen zwischen der ,musik ,allotria1 und betrachten sie in unbegreiflicher ,rohheit nur als ein ,mittel1 um die ,pausen zu verdecken1 die etwa im ,gesprch entstehen knnten4 ,gesellschaft und ,musik stehen jetzt wie ,staat und ,kirche2 mit beiden kann es nur besser werden1 wenn sie scharf gesondert bleiben4 ,mu die ,geselligkeit durchaus die ,allianz irgend einer ,kunst suchen1 um sich ber das ,gemeine emporzuheben1 so whle sie doch lieber die der ,conversation analogere ,poesie als die ,musik4 ,wie unbekannt bleiben unsere grten lyrischen ,dichter im ,verhltni zu den geringsten ,liedercomponisten6 ,rein darum1 weil die ,sitte unsern ,damen nur gestattet1 singend1 nicht aber sprechend sich vor grern ,kreisen zu produciren4 ,wie viel mehr bildend wrde die ,poesie in alle ,kanle dringen1 wenn sich die ,frauenwelt mit gleichem ,eifer ihrer ,verbreitung annehmen wollte1 als sie es bisher mit der ,musik gethan6 ,sonderbar1 da ein junges ,mdchen sich nicht scheut1 vor ,hunderten zu singen1 aber vor ,zittern und ,beben in der kleinsten ,gesellschaft kein ,gedicht recitiren knnte4 ,und doch1 wie schlecht kennen die ,mdchen hier ihren ,vortheil6 ,die ,wahl des ,lieblingsdichters und der ,ton der ,stimme1 mit der sie seine ,verse sprchen1 vergnnte ihnen einen unmittelbareren ,seelenergu1 als die geheimnivolle ,tonsprache1 die so ,wenige zu deuten verstehen4 ,ihre eignen ,gefhle idealisch darzustellen1 ist angebornes ,bedrfni jeder ,mdchenseele4 ,daher dieser ,drang zu singen1 selbst wo ,stimme und ,talent fehlen4 ,nun kmmt noch ein uerer ,impuls hinzu1 der1 wie ich frchte1 hufig die ,schuld trgt1 da ,mdchen ohne inneren ,beruf zur ,musik sich dennoch in ihren ,tempel drngen3 ich meine1 da wir so vorherrschend im musikalischen ,zeitalter leben1 da singende und clavierspielende ,mdchen sich vor ihren nicht musicirenden ,schwestern eines ungerechten ,vorzugs erfreuen4 ,sie werden schon in frhester ,jugend in grere ,kreise gezogen1 mehr beachtet1 und verheirathen sich eher als andere1 deren ,eigenschaften unbemerkt bleiben4 ,mdchen von kaltem ,gemthe erscheinen oft seelenvoller als andere1 weil sie wohleinstudirte ,empfindungen mit einer melodischen ,stimme ausdrcken1 zu denen sie selbst gar nicht befhigt sind4 ,andere1 die sich nicht mit diesem ,blendwerk umgeben knnen1 haben vielleicht tiefes ,gefhl1 aber ihre unmusikalischen ,laute lassen es wie eine bittere ,ironie erscheinen4 ,die ,letztern mten zu ihrem eignen ,wohl nothwendig aus der ,musik ausgeschieden und zu ,vertreterinnen der ,redekunst angewiesen werden4 ,du wirst diesen ,brief eine seltsame ,abschweifung nennen1 indem ich1 whrend ich versprach1 ,dich auf der ,bahn des musikalischen ,unterrichts zu frdern1 mich auch einmal gegen die ,musik erklre4 ,aber ich wei1 da durch die vielen ungehrigen ,elemente unsere ,kunst nur zerfressen wird1 und ich mchte jede ,mutter warnen1 aus bloer ,modesucht einen ,theil der ,lebenszeit ihres ,kindes dem ,erlernen derselben aufzuopfern1 wenn es nicht natrliches ,talent oder groe ,vorliebe dafr uert4 ,,vi4 ,ein ,zuwachs an musicirenden ,individuen wre der ,kunstwelt jetzt eigentlich weniger vonnthen1 als eine ,vermehrung derjenigen1 die ,musik wahrhaft zu genieen und zu beurtheilen verstnden4 ,seit ,anbeginn der ,musikgeschichte ist man dasselbe ,geschwtz von den ,dilettanten gewhnt1 da mit irgend einem ,gtzen der ,gipfel erreicht sei1 und da die ,modernen nicht mehr komponiren knnten4 ,schade1 da durch diese musikalische ,kleinstdterei so manches ,talent zu ,tode gedrckt wird4 ,alle1 welche unfhig sind1 die ,kunst im ,ganzen und ,groen zu berschauen1 heften sich an die ,namen berhmter ,personen4 ,die sogenannten ,leitkenner in den kleinen ,stdten1 denen das ,publikum blindlings nachplaudert1 kreiren sich gewhnlich ein paar musikalische ,honoratioren1 worunter ,beethoven stets obenan stehen mu1 mit denen sie es allein fr schicklich halten1 umzugehen1 und jeder ,musiker bt bei ihnen an ,vornehmheit ein1 der die musikalische ,menschheit daneben in ihrer ,wrde bestehen lt4 ,sie pflegen sehr salbungsvoll von den vielen falschen ,quinten zu reden1 die man bei den modernen ,componisten finden soll1 indem ihnen etwas vorschwebt1 was sie einmal von zwei reinen ,quintenfortschreitungen gehrt haben4 ,die ,kinder der ,leitkenner werden in dieser komischen ,hochnsigkeit geboren und erzogen und wollen schon1 ehe sie die ,tonleitern begriffen haben1 die ,sonate pathtique spielen4 ,damit die folgende ,generation nicht denselben ,alpdruck vererbt erhalte1 unter dem wir whrend unseres ,strebens geseufzt haben1 wre es das beste ,mittel1 die ,kenntni der ,musikgeschichte in weitern ,kreisen einzufhren4 ,nicht die genauen ,kenner des ,alten sind es1 die sich feindselig dem ,neuen entgegenstemmen1 sondern immer die ,unwissenden und ,nichtsknner4 ,die ,leute1 die am heftigsten auf den ,sebastian ,bach schwren1 und vorgeben1 nichts lieber als eine ,fuge zu hren1 sind die1 welche1 wenn man ihnen ein ,vorspiel nebst ,fuge aus dem wohltemperirten ,clavier spielt1 ganz ernsthaft sagen3 die erste ,fuge hat mir am besten gefallen1 die zweite war nicht so schn4 ,unter der vermeintlichen ersten ,fuge verstehen sie das ,vorspiel1 welches sie seiner populren ,lufe wegen besser begreifen1 als die wirkliche ,fuge4 ,die ,curiosum ist mir fast jedesmal vorgekommen1 wenn ich einem ,leitkenner ein ,prludium nebst ,fuge von ,bach vorspielte4 ,tadelst ,du das ,mindeste an einer ,beethoven'schen ,composition aus den triftigsten ,grnden1 so sind sie unverschmt genug1 ,dir vorzuhalten1 da erst die knftige ,generation befhigt sein werde1 diesen ,meister ganz zu verstehen2 spielst ,du ihnen aber ein wenig bekanntes ,stck des groen ,meisters anonym vor1 so finden sie es sehr trivial4 ,das ,alles zerfllt in sich selbst1 wenn man den geschichtlichen ,gang der ,musik verfolgt4 ,wie oft zeigen uns die vergangenen ,jahrhunderte einen scheinbaren obersten ,hhepunkt1 von dem aus die ,zeitgenossen kein ,aufwrts mehr annehmen1 und wie hat das folgende ,jahrhundert stets solchen ,aberglauben zu ,schanden gemacht6 ,eben so sicher ist es1 da der ,geist1 den ein ,componist am frappantesten darstellt1 ,geist einer ganzen ,epoche ist1 und da sich beide in steter ,wechselwirkung gegenseitig anregen4 ,wollen wir ein gerechtes ,urtheil ber einen ,meister1 so mssen wir die ,werke seiner ,zeitgenossen und die verbindenden ,glieder1 die eine ,epoche an die andere knpfen1 eben so grndlich studiren1 als die ,werke1 die ausschlielich seinen ,namen tragen4 ,es verschwindet uns dann freilich der ,nimbus eines einzelnen ,hauptes1 aber wir gewinnen dafr ein ,ganzes und ,allgemeines4 ,du wirst mir entgegnen1 da die ,zeit eines ,schlers1 der die ,musik als ein ,nebenfach betreibt1 nicht ausreiche1 ihm einen ,ueberblick ber deren ,gesammtgebiet zu verschaffen1 ohne seine ,fortschritte im ,spielen zu schmlern4 ,inde bedenke1 da es wichtiger ist1 den ,schler zu einem wirklich musikalischen ,menschen zu bilden1 als die ,zahl der ,claviervirtuosen zu vermehren1 denn diese sind nchst den ,bravoursngern wohl die unmusikalischsten ,personen auf der ,welt4 ,ein ,claviervirtuose verbraucht fast alle seine ,zeit1 um die ,geschwindigkeit der ,finger zu erlangen1 welche zu seinen unaussprechlich schweren und sonst vllig werthlosen ,kunststcken nthig ist4 ,daneben erwirbt er sich selten ,verstndni und ,urtheil1 denn durch den ausschlielichen ,verkehr mit dem ,allerkleinlichsten der ,kunst1 wird er stumpf und gleichgltig gegen ihr ,hchstes1 wenn es ihm einmal entgegentritt4 ,solche bloen ,techniker sind meist die eitelsten1 fadesten1 unleidlichsten ,personen1 denen sich der ganze ,sternenhimmel nur um ihre ,lufe und ,triller zu drehen scheint4 ,der erhabenste ,gedanke lt sie kalt1 weil er nicht in ,vierundsechzigsteln ausgedrckt ist1 und sie halten ,jeden fr einen ,heuchler1 der eine so einfache ,musik entzckend findet4 ,ueber die ,entstehung der ,musik1 ihre ,entwicklung1 ihren ,zusammenhang mit den andern ,erscheinungen auf knstlerischen ,gebieten haben sie nie nachgedacht -- genug fr sie1 da das ,clavier erfunden ist2 damit ist ihre ,wibegier hinlnglich gestillt4 ,mir sind concertgebende ,virtuosen vorgekommen1 die den ,namen ,hndel nie gehrt hatten4 ,einer1 welcher in der ,meinung war1 es sei ein neuer ,componist1 uerte1 als er zuerst eine seiner ,compositionen hrte3 dieser junge ,mann werde wohl wenig ,glck in der ,welt machen4 ,wenn ,jeder1 der tglich ein paar ,stunden auf die musikalische ,technik wendet1 davon nur eine halbe dem ,studium der ,geschichte seiner ,kunst zuwendete1 so wrde sich die kleine ,einbue an ,fingergeschwindigkeit reichlich belohnen4 ,unsere ,dilettanten sollten doch einsehen1 wie lcherlich es ist1 den ,virtuosen nachzuffen1 und lieber ihren ,ehrgeiz auf den wissenschaftlichen ,theil der ,musik richten4 ,wer aber weiter nichts will1 als ein paar ,clavierstcke spielen lernen1 der sollte sich mindestens allen ,urtheilens und ,mitsprechens enthalten1 um nicht eine unsglich lcherliche ,figur abzugeben4 ,,vii4 ,ein geschichtliches ,studium der ,musik ohne alle und jede theoretischen ,kenntnisse mchte wohl unmglich sein4 ,selbst der bloe ,clavierspieler kann den ,generalba schwer entbehren1 und kein ,lehrer sollte einem vorgerckten ,schler ein ,stck einben1 ber dessen innern ,bau jener sich in vlliger ,unwissenheit befnde4 ,wer gar keine ,akkordenlehre kennt1 der spielt meist die ,noten wie ein ,kind1 das ein lateinisches ,gedicht auswendig gelernt hat1 ohne dessen ,sinn zu kennen4 ,ein anderes ,gleichni bezeichnet ,dir wohl genauer1 was ich meine3 ein ,maler1 der nicht ,anatomie studirt hat1 wird nie den menschlichen ,krper so ausdrucksvoll malen1 als ein anderer1 welcher genau wei1 welche ,muskel sich unter der ,haut bewegt4 ,sogar dem ,faltenwurf siehst ,du es an1 ob der ,maler nur die ,oberflche seines ,gegenstandes beobachtet hat4 ,ganz ebenso hrst ,du aus dem ,vortrag des ,spielers heraus1 ob ihm das ,skelett der ,composition bewut ist oder nicht4 ,es giebt zwar groe ,talente1 deren musikalisches ,ahnungsvermgen sie ohne alle ,kenntnisse an ein weiteres ,ziel fhrt1 als andere ,minderbegabte trotz ihres ,wissens erreichen1 aber das hebt meine ,behauptung nicht auf1 denn was htten jene mit den ,kenntnissen erreichen knnen1 was wrden diese ohne sie geblieben sein8 ,ein ,dilettant1 der es nur so weit gebracht hat1 da er ,musik von der ,schwierigkeit der leichtern ,mozartschen ,sonaten bewltigen kann1 mte soviel ,generalba verstehen1 da er ein ,vorspiel oder eine ,begleitung zu einem ,liedchen improvisiren und in jede ,tonart transponiren knnte4 ,die ist eine so kleine ,anforderung1 und doch1 wie viel mehr ,werth htte fr ,jeden ein solches ,knnen1 als das fertigste ,spielen eines schweren ,clavierconcerts8 ,die ,generalbastudien1 wie ich mir sie fr das ,bedrfni junger ,mdchen etwa denke1 die der ,musik als nur einem ,theil ihrer allgemeinen ,bildung wenig ,zeit opfern knnen1 drfen freilich nicht so eingerichtet werden1 da sie blo auf dem ,papier bleiben1 und nach unendlicher ,schreiberei endlich das ,resultat eines hchst trockenen ,compositionsversuches erzielt wird4 ,nein1 sogleich auf dem ,clavier mu jeder neugewonnene ,akkord praktisch angewendet und1 wo er in fremden ,compositionen vorkommt1 wieder erkannt werden4 ,die spornt den ,trieb1 mehr zu wissen1 und mit jedem neueroberten ,fubreit wchst die ,freude und das ,interesse an der ,musik4 ,wie verehrungswrdig schauen den ,schler die ,rthsel in den reichhaltigern ,kunstwerken an1 deren ,gre er nun zu ahnen beginnt1 da sein ,ariadnefaden nicht mehr ausreicht1 um in ihre labyrinthischen ,tiefen einzudringen -- und wie sinkt in seinen ,augen alles ,seichte und blo ,aeuerliche1 wenn er den rmlichen ,stoff durchschaut1 mit dem das ,blendwerk hingestellt wurde6 ,und das ist schon ein ,gewinn1 wenn der ,schler einsieht3 hier ist eine ,leistung ber meinen ,horizont1 die darf ich mit meinem ,urtheil nicht antasten2 oder3 jenes gefllt mir zwar1 weil es dem ,ohr schmeichelt1 aber ich sehe dennoch ein1 da es eine werthlose ,arbeit ist4 ,ist er sich bewut1 da ihm etwas ,dummes gefallen und ein ,erhabenes fremd bleiben konnte1 so qult er den ,knstler nicht mehr mit albernem ,kunstgeschwtz1 denn die ist und bleibt1 wie sich der ,schaffende auch darber hinwegsetzen mge1 ein stetes ,hemmni fr den ,fortschritt der ,musik4 ,alles ,mathematische ist fr die weibliche ,natur mit einer besondern ,schwierigkeit verknpft2 darum das ,erlahmen der meisten ,schlerinnen1 wenn der ,generalba sie erst in die umgekehrten ,contrapunkte fhrt1 deren ,princip der ,mann spielend auffat4 ,man mu auerordentlich kleine ,schritte machen und so geduldig sein1 wie bei eines ,kindes ersten ,redeversuchen4 ,la mich ,dir beschreiben1 welches ,gngelband ich mir ausgesonnen habe1 um das ,system der verwandten ,tonarten jungen ,mdchen rasch und leicht einzuprgen4 ,ein ,rigorist wird es vielleicht verspotten2 aber da es sich mir in unzhligen ,fllen praktischer erwiesen hat1 als das bisherige aus den ,bchern1 so habe ich jedenfalls die ,erfahrung fr mich4 ,zuerst wird eine ,tabelle auf ,notenpapier von zwlf ,systemen linirt1 und1 dem ,quintenzirkel nachfolgend1 jede ,tonleiter hineingeschrieben1 so da ,c-dur oben anfngt1 auf der siebenten ,linie ,fis-dur mit ,ges-dur verwechselt wird und ,f-dur die unterste ,linie beschliet4 ,nun wird auf die ,prime und die ,quinte der ,dreiklang gesetzt1 vorher darauf aufmerksam gemacht1 da die ,intervalle desselben schon in der ,tonleiter enthalten waren1 und oben die ,namen ,tonica und ,dominante angeschrieben4 ,damit haben sie das ganze ,blatt herunter die ,uebersicht des wichtigen ,dominante-,akkords auf der fnften ,stufe einer jeden ,tonart4 ,jetzt mssen sie kleine ,stckchen erfinden1 in denen blo diese beiden ,akkorde abwechseln3 hierin ist kein ,irren mglich2 denn wenn sie nur mit der ,tonica anfangen und aufhren1 so stimmt es immer4 ,sie drfen zur ,abwechselung weite und enge ,arpeggien daraus machen1 und nichts ist ihnen verboten1 als da ,ober- und ,unterstimme in ,quinten und ,oktaven fortschritten4 ,eher drfen sie keinen ,schritt weiter1 bis sie darin fest sind4 ,die ,allerunachtsamste selbst hat sich leicht gemerkt1 da das einfachste ,mittel hierzu ist1 mit der rechten ,hand herunter zu greifen1 wenn die ,linke steigt1 und umgekehrt1 oder da die eine ,hand einen kleinen ,schritt machen mu1 wenn die andere einen groen thut4 ,so darf man denn bald der ,schlerin noch einen dritten ,akkord preisgeben1 nmlich den ,dreiklang auf der ,unterdominante 7vierte ,stufe der ,tonleiter72 der ist wieder leicht zu finden3 ,tonica in der ,mitte1 von da fnf ,tne herauf mit der ,linken zur ,dominante1 oder vom ersten ,ausgangspunkt fnf ,tne zurck zur ,unterdominante4 ,ueberhaupt darf die ,linke1 bis die verwandten ,tonarten der ,tabelle smmtlich vorgekommen sind1 nichts greifen als den ,grundbaton4 ,alle ,umkehrungen verwirren die ,anfngerinnen1 ehe sie alle ,dreiklnge in ihrer ersten natrlichen ,gestalt mit den verschiedenen ,lagen sich fest eingeprgt haben4 ,fllt ihnen keine neue ,form mehr ein1 um aus jenen drei ,akkorden ein ,stzchen zu bauen1 so mu der ,lehrer ihnen nachhelfen und ihnen irgend eine neue ,figur innerhalb derselben zeigen4 ,fast die meisten ,volkslieder lassen sich mit diesen drei ,akkorden begleiten1 und thut man gar einen ,mollakkord hinzu1 so ist ja beinahe der ,stoff vorhanden1 um eine ganze italienische ,oper zu machen4 ,der nchste ,akkord1 den man in den ,kreis mit hineinzieht1 ist am besten3 der ,dreiklang auf der sechsten ,stufe der ,tonleiter1 dem man die ,ueberschrift3 ,parallel-,tonart1 giebt1 denn unter diesem ,namen kennen ihn die ,schlerinnen schon vom ersten ,erlernen der ,tonleiter auf dem ,claviere her4 ,dieser ,akkord pat wieder berall hin1 und zwischen jedem der vorherigen harten1 strengen ,dreiklnge1 bildet er ein weiches1 weiblich vermittelndes ,element4 ,will man schnell vorwrts kommen1 so lasse man die ,schlerinnen die alten ,figuren wieder anbringen1 denen ja ohnehin durch das ,hinzutreten der ,molltonart nun eine frische ,mannigfaltigkeit zugewachsen ist4 ,in dieser ,weise fhrt man ruhig fort1 jeden neu hinzugekommenen ,akkord durch alle ,tonarten anbringen zu lassen1 wobei man1 wie oben erwhnt wurde1 ,alles1 nur keine ,quinten- und ,oktavenfortschreitungen zwischen ,ober- und ,unterstimme dulden darf4 ,nach der ,parallel-,tonart lt sich am leichtesten der weiche ,dreiklang auf der zweiten ,stufe der ,tonleiter einflechten1 zuletzt1 als der schwierigste1 der auf der dritten ,stufe 7,mediante74 ,man mache den ,schler darauf aufmerksam1 da dieser am natrlichsten nach der ,dominante1 mit der er am nchsten verwandt ist1 angebracht werden kann4 ,ist dieser ,gang vollendet1 und das geht bei einer ,schlerin1 die nur irgend musikalisches ,gehr hat1 in einem ,monat reichlich1 so macht sie von selbst keine ,quinten- und ,oktavenfortschreitungen mehr4 ,lehrst ,du sie nun noch den ,hauptseptimen-,akkord richtig anbringen und auflsen1 so kann sie sich fr alle ,dilettantenbedrfnisse selbst helfen4 ,hat sie den ,trieb1 weiter zu gehen1 so fge der ,tabelle die ,umkehrungen der ,akkorde bei1 und lehre sie dieselben ebenso1 wie das ,vorige1 nach und nach behandeln1 wobei ,du aber ohne schriftliche ,aufgaben zugleich nicht fertig werden wirst4 ,dann mndet die ,sache ferner vollstndig in den ,generalba ein1 in die ,kenntni smmtlicher ,akkorde1 ,vorhalte1 ,modulationen u4 s4 w41 wozu ein dilettirendes ,frauenzimmer keine ,zeit hat1 und im ,fall sie es auch lernte1 wenn ihr die ,schpferkraft fehlt1 nichts damit zu machen wte4 ,sehr besonnenen ,naturen kann man hchstens die verschiedenen leitereigenen ,septimenakkorde noch beibringen4 ,groen ,talenten wird nach diesem ,vorhergehenden die vollstndige ,theorie ein unerlliches ,bedrfni werden4 ,aber der ,lehrer darf nicht auer ,acht lassen1 welchen ,schnitt in alles ,lernen der ,frauen die ,heirath macht4 ,diese ,rcksicht allein schon macht es nthig1 fr ,dilettantinnen bestimmte ,stufen anzuordnen1 auf denen es mglich ist1 sich so festzustellen1 da sie im ,laufe des ,lebens das ,erlernte nicht mehr verlieren knnen4 ,,viii4 ,in einem groartigen ,tonstck scheinen die ,tonarten in ihrem ,kampfe mit einander gleich sich entwickelnden ,naturkrften zum ,licht empor zu dringen1 endlich ,gestalten anzunehmen und ihr ,stck ,weltgeschichte mit zu erleben4 ,doch ergtzt uns auch schon im ,kleinen die humoristische ,intrigue1 die in der gewhnlichsten ,sonate von der ,familie der ,tonarten in immer wechselnder ,scene aufgefhrt wird4 ,da tritt zum ,eingange der ,dreiklang der ,tonica gleich dem ,hausherrn im vollen ,gefhl seiner ,wrde auf und beginnt ein ,gesprch mit seiner ,hausfrau ,dominante1 und ermahnt den ,sohn ,subdominant und die beiden ,medianten1 seine holden ,tchter1 zu allem ,guten4 ,er geht auf ,reisen und es gefllt der ,frau ,dominante1 in seiner ,abwesenheit auch einmal die ,hosen anzuziehen1 oder mit andern ,worten1 sich das ,subsemitonium zu vindiciren1 wodurch am ,ende des ersten ,abschnittes die ,tuschung so vollkommen wird1 da jeder meint1 jetzt sei die ,dominante der ,herr im ,hause4 ,aber die vermeintliche ,tonica versteht es schlecht1 sich in ihrer ,herrschaft zu behaupten4 ,die ,kinder rebelliren gleich zu ,anfang des zweiten ,theils3 der ,subdominant ldt keck seine befreundeten ,nachbarn ein und kehrt mit ihnen im tollen ,gelage das ,haus um4 ,allerhand verbuhlte ,septimenakkorde kommen von nah und fern und umschwrmen die ,medianten4 ,die ,dominante strebt vergebens1 ,ordnung zu stiften2 endlich mit lang aushaltendem ,ruf mahnt sie den ,vater zur ,heimkehr4 ,wute man im ,mittelsatz nicht mehr1 wer ,herr noch wer ,diener sei1 so schwinden alle ,zweifel1 wenn der chte ,dreiklang der ,tonica in seiner angestammten ,legitimitt das ,haus wieder betritt4 ,alle die brigen ,dreiklnge scheinen nur ,entschuldigungen wegen des ,vorhergegangenen zu den ,fen ihres ,herrschers zu legen1 der ihnen freundlich vergiebt1 sie auf die ihnen gebhrenden ,stufen zurckweist und in einem ,schluakkord1 dem auch der ,bswilligste nichts mehr entgegen zu setzen hat1 seine thatenreiche ,laufbahn glnzend beendet4 99 99 99 99 99 ,um einige ,jahrzehnte hinter uns liegt eine ,epoche der ,claviercomposition1 deren ,vertreter ihre beste ,kraft an ,nebendingen verschwendeten4 ,der ,kern eines ,musikstcks1 oft von bedeutender ,schnheit1 war in einen ,wust von arabeskenhaften ,flitterpassagen eingehllt1 der wie ein ,reifrock die natrliche ,form entstellte4 ,ein ,normal-,clavier-,concert jener ,zeit dauert etwa drei ,viertelstunden2 es enthlt1 wenn man die blichen ,cantilene-,stellen im ersten ,theil1 dem ,adagio und ,rondo zusammenzhlt1 fnf ,melodien1 jede etwa sechzehn ,takte lang2 alles ,uebrige sind ,lufe und ,sprnge1 wobei die ,durchfhrung jener wenigen ,melodien den begleitenden ,instrumenten berlassen bleibt4 ,der grte ,werth ward auf die ,mannigfaltigkeit der schwierigen ,kunststcke fr die ,finger gelegt1 welche im raschesten ,tempo aufgefhrt werden muten1 auch wurden diese von den ,zuhrern immer mit rauschendem ,applaus belohnt4 ,die ,virtuosen bildeten nun die ,finger auf ,kosten des ,geistes aus1 opferten ihrer ,eitelkeit das knstlerische ,gewissen1 und traten nur mit solchen ,stcken ffentlich auf1 deren ,einstudiren auch dem ,gebtesten viele ,monate ,lebenszeit kostete4 ,der ,kunstfreund1 wenn er auch ein augenblickliches ,vergngen beim ,anhren eines solchen mit ,anmuth und ,geschicklichkeit vorgetragenen ,stcks empfand1 konnte sich nicht verhehlen1 da nichts wahrhaft ,schnes durch dessen ,schwierigkeiten erreicht wurde1 da sie vielmehr nur dazu da waren1 das ,publikum in ein dummes ,erstaunen zu setzen4 ,anders ist es nun geworden1 wo das ,schwere wenigstens einem hhern knstlerischen ,zweck zu dienen strebt1 obgleich der alte ,mibrauch noch nicht unbedingt abgethan ist4 ,die ,mehrzahl der neuesten ,claviercompositionen erfordert vor ,allem einen feinen und seelenvollen ,vortrag2 die mechanischen ,schwierigkeiten sind so ziemlich in den ,hintergrund gedrngt worden2 auch wird der herrschende ,gedanke darin nicht durch ewige ,wiederholungen und ,variationen abgeschwcht3 eher drfte man ihnen eine zu gedrngte ,krze zum ,vorwurf machen4 99 99 99 99 99 ,den ersten ,ansto hierzu hat ,felix ,mendelssohn durch seine allbeliebten ,lieder ohne ,worte gegeben2 sie verhalten sich zu dem frhern ,clavierconcert1 wie das einfache ,lied zur prtenzisen ,bravourarie4 ,ihr ,inhalt ist wie bei jenem der ,seelenergu1 den eine frhliche oder wehmthige ,stimmung hervorruft1 das ,landschaftsbild1 ,jagd und ,wasserfahrt und so weiter4 ,einige bestimmte ,gattungen findet man1 wenn auch im ,gedanken und der ,ausfhrung sehr verschieden1 doch in verwandten ,zgen in jedem ,hefte wieder4 ,so ist z4 ,b4 ,nr4 ,i jedesmal eine getragene ,melodie in sehr sanften ,modulationen1 ber einer etwas bewegtern arpeggirten ,begleitung schwebend1 welche die leise ,sehnsucht unausgesprochener ,liebe1 oder die holde ,ruhe in der seligsten ,erfllung ausdrckt4 ,ein ,lied der schmerzlichen ,klage folgt1 oder ein wildes ,reiterlied1 wo wir im dunkeln ,wald den ,sturm und den ,regen brausen hren1 der die ,hufschlge des ,rosses und den trotzigen ,sang des einsamen ,gesellen begleiten4 ,die leidenschaftlose ,melodie religiser ,inbrunst oder stiller ,ergebung in ein hheres ,walten ist nicht minder unverkennbar in mehreren von diesen ,liedern ausgedrckt4 ,es ist nicht eben ,choral oder hergebrachter ,kirchenstyl1 aber die ,heiligkeit und ,wrde der ,akkorde und ,rhythmen ist durch und durch von ,gebethauch umflossen4 ,das venetianische ,gondellied ist einigemal in gleich gelungener ,weise vertreten4 ,sehr fein hat ,mendelssohn durch die ,wahl der ,tonarten und die ,lage der ,akkorde den ,zauber der ,sternennacht heraufbeschworen4 ,wer nur die beiden ersten ,takte beobachtet1 der kann nicht mehr zweifeln1 da hier kein ,bild des farbenhellen ,tages sich aufrollen wird4 ,tiefer und tiefer umhllen uns dunkle ,schatten1 ein eigner feuchter ,schimmer entwickelt sich aus den ,baakkorden1 als schauten wir hinab in das grne ,meer2 nun kommen im ruhigen ,takt die ,ruderschlge1 von einer wellenfrmigen ,begleitung umspielt1 kleine abgestoene ,terzengnge geben tuschend den ,klang der ,guitarre wieder1 die den zweistimmigen melancholisch langgezogenen ,gesang begleiten1 der aus dem ,innern der ,gondel fernhin ber die ,laguna schallt4 ,das ,lied ,nr4 ,,iii im ersten ,heft1 in der heitern goldgrnen ,tonart ,a-dur1 fhrt der ,phantasie ein ,jagdbild in frischester ,kraft und ,anmuth vor4 ,hrnerklnge laden in den dunkeln ,forst1 die ,rosse im ,galopp1 die wallenden ,federbsche ritterlicher ,gestalten fliegen uns vorber2 die ,harmonie malt ein ,harren1 ,suchen1 ,hin- und ,herirren1 endlich das ,auffinden der ,spur4 ,nun jubelt ,alles auf2 durch das ,dickicht hindurch strzen sie1 wo die verschlungenen ,zweige sich rauschend ffnen und schlieen4 ,ein letztes ,geraschel im ,laub1 ein fernes ,verhallen1 und wie ein aufwirbelndes ,staubwlkchen schliet die zierlichste suselnde ,roulade1 von wenigen ,tnen gefolgt1 ab1 als sei ,alles nur ein ,traum gewesen4 ,das ,lied ,nr4 ,,iv im zweiten ,heft zeichnet das stille ,wandeln neben einem pltschernden ,bach4 ,die spielende ,figur im ,ba gleitet wie krystallklare ,wellen ber reinliche ,kiesel dahin4 ,die ,schlupassage1 die sich aus diesem ,ba entwickelt und mit lieblichster ,grazie aufsteigt1 gleicht dem ,abendwind1 der im ,fluge ein paar ,apfelblthen mit sich emporwirbelt und dem ,wanderer auf den ,pfad streut4 ,auch ein ,duett zwischen ,ba und ,oberstimme ist diesen ,liedern ohne ,worte beigefgt1 und wie sich versteht1 ein zrtliches ,duett4 ,es gilt fr eine der schnsten ,nummern der ,sammlung1 und gewi mit ,recht1 wenn es auch1 zufolge seiner bestimmt ausgeprgten ,form1 nicht so manche phantastische ,deutung zult1 wie viele von den andern4 ,ein anderes1 welches den ,charakter des ,volksliedes trgt1 wird vielfach von den ,dilettanten gepriesen1 hat aber fr ein verfeinertes ,gehr etwas ,verletzendes durch die ,verdoppelungen der ,oktavengnge1 welche allerdings den ,volksgesang in seiner ,eigentmlichkeit wiederspiegeln4 ,im fnften ,hefte findet sich unter ,nr4 ,,ii eine ,art ,triumphgesang1 der stark wie ein ,freiheitslied klingt4 ,gut1 da fr die deutsche ,polizei die reine ,tonsprache ,sanskrit ist1 sonst wrde sie solch einen ,rhythmus verbieten4 ,es ist ein kettenzermalmender ,uebermuth darinnen1 der den ,hrer begeistert und elektrisirt4 ,sollte wirklich der ,drang der damaligen ,zeit auch in das harmlose ,clavier gefahren sein und sich dort einen ,ausweg gesucht haben1 als ihm das ,wort versperrt war8 ,doch das ist ja die ,magie der ,tonkunst1 da jede ,zeit das heraushrt oder hineinlegt1 was ihr heiestes ,bedrfni ist4 99 99 99 99 99 ,an der ,reform der ,claviermusik im ,allgemeinen hat einen eben so groen ,antheil als ,mendelssohn1 ,friedrich ,chopin1 ein ,pole von ,geburt4 ,whrend ,mendelssohns feiner ,verstand1 sein hochgebildeter ,geschmack die ,auswchse der vorhergegangenen ,periode hinweggetilgt oder zurechtgebogen1 die ,formen vereinfacht1 den ,inhalt vergeistigt1 im ,ganzen aber auf dem vorhandenen ,boden fortgebaut hat1 brach ,chopins ,genialitt bisher unbekannte ,bahnen in die romantischen ,dmmerungen der wunderbarsten ,harmonien4 ,seine ,musik steht neben der ,mendelssohn'schen wie das ,mhrchen neben der ,geschichte4 ,sie ist nicht so gesund1 noch so wahrhaft und verstndig1 hat aber dafr all den schwlen ,zauber1 die ahnungsvollen ,schauer des ,mhrchens4 ,es wre gar nicht unmglich1 auch einen ,kenner1 der zum erstenmal eine ,mendelssohn'sche ,melodie hrte1 glauben zu machen1 es sei eine von ,mozart oder ,beethoven1 die er noch nicht kenne2 so nah verwandt ist trotz aller ,originalitt ,mendelssohn diesen seinen groen ,vorbildern4 ,chopins ,melodien hingegen sind unerhrt1 keine hnliche ist vor ihnen erfunden worden4 ,daher kmmt es wohl1 da bei seinem ersten ,auftreten fast alle ,personen ber vierzig ,jahr ihn haten und ihn ganz unfalich fanden1 whrend die ,jugend sich leidenschaftlich fr ihn begeisterte4 ,fragen wir nun1 was das ist1 das uns bei ,chopin so namenlos erschttert1 mit ,grauen und ,entzcken erfllt1 so findet sich eine ,lsung1 die ,manchem erst recht wie eine ,fabel erscheinen mchte3 ,chopin will die ,vierteltne erlsen1 die jetzt nur wie gespenstige ,doppelgnger schattenhaft zwischen den unharmonischen ,verwechslungen auftauchen4 ,um diese ,ansicht zu rechtfertigen1 mssen wir ein paar gute ,schritte rckwrts in die ,musikgeschichte blicken4 ,in den frhesten ,jahrhunderten christlicher ,zeitrechnung1 wo man nicht das ,ohr1 sondern die mathematische ,berechnung entscheiden lie1 welche ,intervalle wohl oder bel klingen mten1 schritten die mehrstimmigen ,stze in ,quinten und ,oktaven neben einander fort1 denn ,terzen galten fr unertrgliche ,dissonanzen4 ,also gerade das1 was wir jetzt als die abscheulichste ,harmoniefolge empfinden1 galt damals als die einzig richtige4 ,das menschliche ,ohr war noch nicht hinreichend gebildet1 um nher liegende ,zusammenklnge zu unterscheiden4 ,die ,quinte1 allenfalls die ,quarte lag ihm noch weit genug aus einander2 wahrscheinlich aber machte die kleine ,terz 7diese schmeichlerische1 wollstige ,lieblingin unsers ,gehrs7 damals denselben ,eindruck1 wie uns jetzt etwa die kleine ,sekunde1 oder die bermige ,prime1 ,c und ,cis zusammen angeschlagen4 ,denken wir uns nun die ,vierteltne mit in unser ,intervallen-,system aufgenommen1 so wurde die ,sekunde vielleicht dasselbe fr die ,zukunft1 was uns jetzt die ,terz ist4 ,jeder1 der in die ,geschichte der ,musik geblickt1 wird sich der ,revolution erinnern1 welche die erste ,einfhrung der ,terz1 auf welcher der ,sturz des alten und der ganze ,bau unsers jetzigen musikalischen ,systems gegrndet ist1 hervorrief4 ,welcher ,zeitrume bedurfte es1 bis sie als wohlklingend anerkannt war4 ,nun verdanken wir ihr die ,reihenfolge der herrlichsten ,harmonien1 die seit ,jahrhunderten1 einander immer berbietend1 unsere ,seele erfrischten4 ,aber manchmal will es scheinen1 als sei nun doch der ,quell beinahe ausgeschpft2 mehr und mehr klingen die neuern ,melodien wie ,nachahmungen oder oberflchliche ,vernderungen der oft dagewesenen ltern1 und das ,ohr seufzt nach ganz ,neuem1 ,unerhrtem4 ,emancipirt die ,vierteltne1 so habt ihr eine neue ,tonwelt6 ,aber uns1 die wir an die lngst bestandene ,einteilung in halbe ,tne gewhnt sind1 wird die ,neuerung schauerlich und wie ein bloes ,gerusch von ,dissonanzen klingen3 doch vielleicht schon begrt die nchst- oder drittfolgende ,generation1 wenn sie erst mit der ,muttermilch die fremden ,klnge eingesogen hat1 in ihnen eine frischerstandene1 doppelt reiche ,kunst4 ,an dieser mysterisen ,pforte scheint ,chopin zu rtteln2 seine ,melodien schleichen widerstrebend durch die halben ,tne1 als tasteten sie nach feinern1 vergeistigtern ,nancen1 als die vorhandenen seinen ,intentionen bieten4 ,ist einmal diese ,pforte gesprengt1 so sind wir abermals um einen ,schritt nher den ewigen ,naturlauten3 denn warum knnen wir die ,aeolsharfe1 das ,waldesrauschen1 die zauberischen ,laute des ,wassers nicht treu in ,tne fassen1 nur schwach nachahmen1 weil unsere sogenannten ganzen und halben ,tne zu plump und lckenhaft auseinander liegen1 whrend die ,natur nicht blo ,viertel- und ,achteltne1 sondern die unendliche1 kaum in ,klang-,atome zersetzte ,skala besitzt6 ,es ist1 als ob ein ,chopin'sches ,notturno darnach ringe1 die ,stimmung hervorzurufen1 die uns in tiefster1 einsamster ,mitternacht umweht1 wenn wir auf einer hohen freien ,stelle horchend stehen1 und alle die flsternden ,laute wach werden1 die sonst das ,tagesgerusch bertnt4 ,da fliet es von den ,sternen herab1 steigt aus den ,thalgrnden auf1 und klingt zu ,einem kaum hrbaren ,etwas zusammen4 ,es ist nicht ,schwirren1 es ist nicht ,tnen1 was die weite ,atmosphre erfllt3 doch sie ist da1 diese ,musik der ,nacht1 fr die es keinen ,namen giebt -- keiner kann sie weglugnen1 der sie einmal belauscht4 ,den ,weltschmerz und die ,zerrissenheit der ,jugend seiner ,zeit hat auch ,chopin wie kein anderer ,componist ausgesprochen4 ,ironisch hat er diese ,empfindungen in seine zahlreichen ,mazurken ausgegossen1 die aber von ,tnzen nichts als den ,namen und den ,dreiviertelstakt haben4 99 99 99 99 99 ,beliebter beim grern ,publikum als ,chopins ,compositionen1 sind ihres ,glanzes und ihrer leichtern ,falichkeit wegen die von ,thalberg1 welche mehr den ,fingern der ,spieler1 als dem ,begriff der ,hrer ,anstrengung zumuthen4 ,sie sind ohne ,geist1 aber voller ,anmuth1 und verrathen weniger ,erfindung als geschickte ,bearbeitung4 ,das leichte1 frhliche ,element sddeutscher1 eigentlich ,wienerischer ,eleganz und ,lebenslust spiegelt sich darin4 ,es sind treffliche ,saloncompositionen1 und als solche wohl kaum bisher berboten4 99 99 99 99 99 ,zwischen ,thalberg und ,chopin mitten inne steht ,adolf ,henselt1 gediegener als der erste1 minder genial als der zweite1 von jedem aber einen kleinen ,antheil der ,vorzge vereinigend4 ,gleich ,chopin schildert er ,naturbilder1 aber nicht ihren schauerlichen ,rthselzauber1 sondern nur die schimmernde oberflchliche ,erscheinung4 ,aus der unerschpften ,tiefe der schmerzlichsten ,gefhle nimmt er die vergiftete ,pfeilspitze hinweg1 und zeigt uns nur hchstens ein helles ,blutstrpfchen auf einer schneeweien ,brust4 ,so gleiend wie ,thalbergs ,raketenpassagen sind die seinigen auch nicht1 aber sie beruhen auf einer durchdachtern harmonischen ,grundlage4 ,eine ,eigenheit ,henselts1 die ,viele ihm nachahmen1 sind die fremdartigen1 bermig mit ,kreuzen und ,been belasteten ,tonarten1 die er whlt1 und wodurch 7man kann es nicht lugnen7 mancher gewhnlichere ,gedanke origineller scheint1 als er wirklich ist4 ,diese ,unart erschwert ohne ,noth den ,dilettanten manches populre ,stck4 ,man sollte wirklich das heilige ,des-dur1 das tragische ,as- und ,es-mol1 das in dunkeln ,purpur gehllte ,fis-dur nicht so fr jede ,lappalie mibrauchen2 dieser ,frevel beraubt die genannten ,tonarten nach und nach ihres ,nimbus2 sie werden gewhnlich wie ,g und ,d1 und fr ,geistererscheinungen und groe ,affekte wird den ,componisten ihr bequemstes ,mittel weggefischt4 ,man ist jetzt schon so verwhnt1 da ,einem oft eine wirklich achtungswrdige ,composition1 die in einer schlichten ,tonart auftritt und nur durch den innern ,gehalt etwas gelten will1 neben einer minder geistvollen1 die mit ,doppelkreuzen und ,been gewrzt ist1 auf den ersten ,augenblick flach und arm erscheint4 ,es 7die7 ist die ein ganz hnliches ,begegni1 wie man es hufig auf den ,kunstausstellungen erfhrt4 ,fast alle ,landschaften prangen in rother ,abendbeleuchtung oder empfangen ein zerrissenes ,licht durch die ,lcke einer ,gewitterwolke4 ,sieht man daneben eine vortreffliche ,composition mit einem natrlichen ,grn im gesunden ,tageslicht1 so braucht das ,auge lange ,zeit1 bis es erkennt1 da diese chte ,wahrheit und die frher gesehenen nur ,blendung waren4 99 99 99 99 99 ,beethovens grere ,claviersonaten1 die einzig und unvergleichbar dastehen1 keiner ,zeit und ,moderichtung angehren1 sollte das letzte ,studium des ausgebildeten ,spielers sein1 das er erst dann unternimmt1 wenn er sich selbst ,rechenschaft von dem darin wohnenden ,geiste geben kann4 ,im folgenden werden alle genderten ,textzeilen angefhrt1 wobei jeweils zuerst die ,zeile wie im ,original1 danach die genderte ,zeile steht4 man ihnen ein ,vorspiel nebst ,fuge aus dem wohltemporirten ,clavier man ihnen ein ,vorspiel nebst ,fuge aus dem wohltemperirten ,clavier