,anmerkungen zur ,transkription3 ,der ,text stammt aus3 ,das ,land ,goethes #aiad-aiaf4 ,ein vaterlndisches ,gedenkbuch4 ,herausgegeben vom ,berliner ,goethebund4 ,stuttgart und ,berlin3 ,deutsche ,verlangs-,anstalt #aiaf4 ,s4 #cg-ch4 ,schreibweise und ,interpunktion des ,originaltextes wurden bernommen4 ,vergnglichkeit ,vor einiger ,zeit machte ich in ,gesellschaft eines schweigsamen ,freundes und eines jungen1 bereits rhmlich bekannten ,dichters einen ,spaziergang durch eine blhende ,sommerlandschaft4 ,der ,dichter bewunderte die ,schnheit der ,natur um uns1 aber ohne sich ihrer zu erfreuen4 ,ihn strte der ,gedanke1 da all diese ,schnheit dem ,vergehen geweiht war1 da sie im ,winter dahingeschwunden sein werde1 aber ebenso jede menschliche ,schnheit und alles ,schne und ,edle1 was ,menschen geschaffen haben und schaffen knnten4 ,alles1 was er sonst geliebt und bewundert htte1 schien ihm entwertet durch das ,schicksal der ,vergnglichkeit1 zu dem es bestimmt war4 ,wir wissen1 da von solcher ,versenkung in die ,hinflligkeit alles ,schnen und ,vollkommenen zwei verschiedene seelische ,regungen ausgehen knnen4 ,die eine fhrt zu dem schmerzlichen ,weltberdru des jungen ,dichters1 die andere zur ,auflehnung gegen die behauptete ,tatschlichkeit4 ,nein1 es ist unmglich1 da all diese ,herrlichkeiten der ,natur und der ,kunst1 unserer ,empfindungswelt und der ,welt drauen1 wirklich in ,nichts zergehen sollten4 ,es wre zu unsinnig1 und zu frevelhaft daran zu glauben4 ,sie mssen in irgend einer ,weise fortbestehen knnen1 allen zerstrenden ,einflssen entrckt4 ,allein diese ,ewigkeitsforderung ist zu deutlich ein ,erfolg unseres ,wunschlebens1 als da sie auf einen ,realittswert ,anspruch erheben knnte4 ,auch das ,schmerzliche kann wahr sein4 ,ich konnte mich weder entschlieen1 die allgemeine ,vergnglichkeit zu bestreiten1 noch fr das ,schne und ,vollkommene eine ,ausnahme zu erzwingen4 ,aber ich bestritt dem pessimistischen ,dichter1 da die ,vergnglichkeit des ,schnen eine ,entwertung desselben mit sich bringe4 ,im ,gegenteil1 eine ,wertsteigerung6 ,der ,vergnglichkeitswert ist ein ,seltenheitswert in der ,zeit4 ,die ,beschrnkung in der ,mglichkeit des ,genusses erhht dessen ,kostbarkeit4 ,ich erklrte es fr unverstndlich1 wie der ,gedanke an die ,vergnglichkeit des ,schnen uns die ,freude an demselben trben sollte4 ,was die ,schnheit der ,natur betrifft1 so kommt sie nach jeder ,zerstrung durch den ,winter im nchsten ,jahre wieder1 und diese ,wiederkehr darf im ,verhltnis zu unserer ,lebensdauer als eine ewige bezeichnet werden4 ,die ,schnheit des menschlichen ,krpers und ,angesichts sehen wir innerhalb unseres eigenen ,lebens fr immer schwinden1 aber diese ,kurzlebigkeit fgt zu ihren ,reizen einen neuen hinzu4 ,wenn es eine ,blume giebt1 welche nur eine einzige ,nacht blht1 so erscheint uns ihre ,blte darum nicht minder prchtig4 ,wie die ,schnheit und ,vollkommenheit des ,kunstwerks und der intellektuellen ,leistung durch deren zeitliche ,beschrnkung entwertet werden sollte1 vermochte ich ebensowenig einzusehen4 ,mag eine ,zeit kommen1 wenn die ,bilder und ,statuen1 die wir heute bewundern1 zerfallen sind1 oder ein ,menschengeschlecht nach uns1 welches die ,werke unserer ,dichter und ,denker nicht mehr versteht1 oder selbst eine geologische ,epoche1 in der alles ,lebende auf der ,erde verstummt ist1 der ,wert all dieses ,schnen und ,vollkommenen wird nur durch seine ,bedeutung fr unser ,empfindungsleben bestimmt1 braucht dieses selbst nicht zu berdauern und ist darum von der absoluten ,zeitdauer unabhngig4 ,ich hielt diese ,erwgungen fr unanfechtbar1 bemerkte aber1 da ich dem ,dichter und dem ,freunde keinen ,eindruck gemacht hatte4 ,ich schlo aus diesem ,mierfolg auf die ,einmengung eines starken affektiven ,moments1 welches ihr ,urteil trbte1 und glaubte dies auch spter gefunden zu haben4 ,es mu die seelische ,auflehnung gegen die ,trauer gewesen sein1 welche ihnen den ,genu des ,schnen entwertete4 ,die ,vorstellung1 da dies ,schne vergnglich sei1 gab den beiden ,empfindsamen einen ,vorgeschmack der ,trauer um seinen ,untergang1 und da die ,seele von allem ,schmerzlichen instinktiv zurckweicht1 fhlten sie ihren ,genu am ,schnen durch den ,gedanken an dessen ,vergnglichkeit beeintrchtigt4 ,die ,trauer ber den ,verlust von etwas1 das wir geliebt oder bewundert haben1 erscheint dem ,laien so natrlich1 da er sie fr selbstverstndlich erklrt4 ,dem ,psychologen aber ist die ,trauer ein groes ,rtsel1 eines jener ,phnomene1 die man selbst nicht klrt1 auf die man aber anderes ,dunkle zurckfhrt4 ,wir stellen uns vor1 da wir ein gewisses ,ma von ,liebesfhigkeit1 genannt ,libido1 besitzen1 welches sich in den ,anfngen der ,entwicklung dem eigenen ,ich zugewendet hatte4 ,spter1 aber eigentlich von sehr frhe an1 wendet es sich vom ,ich ab und den ,objekten zu1 die wir solcher ,art gewissermaen in unser ,ich hineinnehmen4 ,werden die ,objekte zerstrt oder gehen sie uns verloren1 so wird unsere ,liebesfhigkeit 7,libido7 wieder frei4 ,sie kann sich andere ,objekte zum ,ersatz nehmen oder zeitweise zum ,ich zurckkehren4 ,warum aber diese ,ablsung der ,libido von ihren ,objekten ein so schmerzhafter ,vorgang sein sollte1 das verstehen wir nicht und knnen es derzeit aus keiner ,annahme ableiten4 ,wir sehen nur1 da sich die ,libido an ihre ,objekte klammert und die verlorenen auch dann nicht aufgeben will1 wenn der ,ersatz bereit liegt4 ,das also ist die ,trauer4 ,die ,unterhaltung mit dem ,dichter fand im ,sommer vor dem ,krieg statt4 ,ein ,jahr spter brach der ,krieg herein und raubte der ,welt ihre ,schnheiten4 ,er zerstrte nicht nur die ,schnheit der ,landschaften1 die er durchzog1 und die ,kunstwerke1 an die er auf seinem ,wege streifte1 er brach auch unseren ,stolz auf die ,errungenschaften unserer ,kultur1 unseren ,respekt vor so vielen ,denkern und ,knstlern1 unsere ,hoffnungen auf eine endliche berwindung der ,verschiedenheiten unter ,vlkern und ,rassen4 ,er beschmutzte die erhabene ,unparteilichkeit unserer ,wissenschaft1 stellte unser ,triebleben in seiner ,nacktheit blos1 entfesselte die bsen ,geister in uns1 die wir durch die ,jahrhunderte whrende ,erziehung von ,seiten unserer ,edelsten dauernd gebndigt glaubten4 ,er machte unser ,vaterland wieder klein und die andere ,erde wieder fern und weit4 ,er raubte uns sovieles1 was wir geliebt hatten1 und zeigte uns die ,hinflligkeit von manchem1 was wir fr bestndig gehalten hatten4 ,es ist nicht zu verwundern1 da unsere an ,objekten so verarmte ,libido mit umso grerer ,intensitt besetzt hat1 was uns verblieben ist1 da die ,liebe zum ,vaterland1 die ,zrtlichkeit fr unsern ,nchsten und der ,stolz auf unsere ,gemeinsamkeiten jh verstrkt worden sind4 ,aber jene anderen1 jetzt verlorenen ,gter1 sind sie uns wirklich entwertet worden1 weil sie sich als so hinfllig und widerstandsunfhig erwiesen haben8 ,vielen unter uns scheint es so1 aber ich meine wiederum1 mit ,unrecht4 ,ich glaube1 die so denken und zu einem dauernden ,verzicht bereit scheinen1 weil das ,kostbare sich nicht als haltbar bewhrt hat1 befinden sich nur in der ,trauer ber den ,verlust4 ,wir wissen1 die ,trauer1 so schmerzhaft sie sein mag1 luft spontan ab4 ,wenn sie auf alles ,verlorene verzichtet hat1 hat sie sich auch selbst aufgezehrt1 und dann wird unsere ,libido wiederum frei1 um sich1 insoferne wir noch jung und lebenskrftig sind1 die verlorenen ,objekte durch mglichst gleich kostbare oder kostbarere neue zu ersetzen4 ,es steht zu hoffen1 da es mit den ,verlusten dieses ,krieges nicht anders gehen wird4 ,wenn erst die ,trauer berwunden ist1 wird es sich zeigen1 da unsere ,hochschtzung der ,kulturgter unter der ,erfahrung von ihrer ,gebrechlichkeit nicht gelitten hat4 ,wir werden alles wieder aufbauen1 was der ,krieg zerstrt hat1 vielleicht auf festerem ,grund und dauerhafter als vorher4 ,wien1 ,november #aiae4 ,sigm4 ,freud