,anmerkungen zur ,transkription3 ,im ,original gesperrt gedruckter ,text wurde mit markiert4 ,schreibweise und ,interpunktion wurden bernommen2 lediglich offensichtliche ,druckfehler wurden korrigiert4 ,eine ,liste der vorgenommenen nderungen findet sich am ,ende des ,textes4 ,,thomas ,,morus ,,utopia ,verlag von ,philipp ,reclam jun4 ,leipzig ,,libellus ,,vere ,,aureus ,,nec minus salutaris quam festivus de optimo reip4 statu1 deque nova ,insula ,utopia autore clarissimo viro ,thoma ,moro inclutae civitatis ,londinensis cive vicecomite cura ,m4 ,petri ,aegidii ,antverpiensis1 arte ,theodorici ,martini ,alustensis1 ,typographi almae ,lovaniensium ,academiae nunc primum accuratissime editus4 ,cum gratia privilegio4 ,titel der ,erstausgabe aus dem ,jahre #aeaf ,,vorrede zu dem ,werke ber den besten ,zustand des ,staates ,thomas ,morus grt seinen ,peter gid aufs herzlichste4 ,fast schme ich mich1 mein liebster ,peter gid1 da ich ,dir dies ,bchlein ber den ,staat von ,utopien erst nach beinahe einem ,jahre schicke4 ,hast ,du es doch ohne ,zweifel innerhalb von anderthalb ,monaten erwartet1 da mir ja1 wie ,du wutest1 bei diesem ,werke die ,mhe der ,erfindung des ,stoffes abgenommen war und ich mir auch in betreff der ,gliederung nichts auszudenken brauchte4 ,denn ich hatte nur das wiederzugeben1 was ich mit ,dir zusammen ,raphael gerade so hatte erzhlen hren4 ,deshalb lag auch kein ,anla vor1 mich hinsichtlich des ,stiles abzumhen4 ,raphael konnte sich ja gar nicht gesucht ausdrcken2 denn erstens sprach er1 ohne da er es vorher wute und sich vorbereiten konnte1 sodann ist er1 wie ,du weit1 im ,lateinischen nicht so zu ,hause wie im ,griechischen1 und schlielich kommt meine ,rede der ,wahrheit um so nher1 je mehr sie sich seiner nachlssigen und schlichten ,ausdrucksweise nhert1 und um die ,wahrheit allein mu und will ich mich bei dieser ,sache kmmern4 ,ich gebe denn auch zu1 mein ,peter1 das1 was ich vorfand1 hatte mir so viel ,arbeit abgenommen1 da fast nichts mehr zu tun brigblieb4 ,andernfalls htte ja auch ,erfindung oder ,gliederung des ,stoffes nicht wenig ,zeit und ,studium eines nicht unbedeutenden und recht gelehrten ,geistes erfordert4 ,wrde man nun nicht blo eine der ,wahrheit entsprechende1 sondern auch geschmackvolle ,darstellung verlangen1 so htte ich das nicht leisten knnen1 auch wenn ich all meine ,zeit und all meinen ,eifer aufgewendet htte4 ,so aber1 da diese ,schwierigkeiten wegfielen1 die zu bewltigen viel ,schwei gekostet htte1 blieb einzig und allein die einfache ,aufzeichnung dessen brig1 was ich gehrt hatte1 und das war wirklich keine ,arbeit mehr4 ,aber selbst zur ,erledigung dieser so unbedeutenden ,arbeit lieen mir meine brigen ,geschfte fast noch weniger als keine ,zeit4 ,nehmen mich doch dauernd meine ,gerichtssachen in ,anspruch4 ,bald fhre ich einen ,proze1 bald bin ich ,beisitzer1 bald schlichte ich einen ,handel als ,schiedsrichter1 bald entscheide ich einen anderen als ,richter1 bald besuche ich diesen in einer amtlichen1 bald jenen in einer geschftlichen ,angelegenheit4 ,whrend ich so fast den ganzen ,tag auerhalb meines ,hauses fremden ,leuten und nur den ,rest meinen ,angehrigen widme1 kann ich fr mich1 d4 h4 fr meine ,studien1 nichts erbrigen4 ,denn komme ich nach ,hause1 so mu ich mit meiner ,frau plaudern1 mit den ,kindern schwatzen und mit dem ,gesinde sprechen4 ,alles das rechne ich zu meinen ,pflichten1 weil es erledigt werden mu4 ,es mu aber erledigt werden1 wenn man nicht in seinem eigenen ,hause ein ,fremdling sein will4 ,man mu sich berhaupt ,mhe geben1 so liebenswrdig wie mglich zu denen zu sein1 die einem die ,natur als ,begleiter auf dem ,lebenswege vorgesehen oder die der ,zufall oder eigene ,wahl dazu gemacht hat4 ,nur darf man sie nicht durch ,leutseligkeit verderben und die ,diener nicht durch ,nachsicht zu seinen ,herren werden lassen4 ber dem1 was ich angefhrt habe1 geht ein ,tag1 geht ein ,monat1 geht ein ,jahr hin4 ,wann also komme ich da zum ,schreiben8 ,und dabei habe ich noch gar nicht vom ,schlafen gesprochen und auch noch nicht einmal vom ,essen1 das bei vielen ,leuten nicht weniger ,zeit in ,anspruch nimmt als der ,schlaf1 der fast die ,hlfte der ,lebenszeit fr sich beansprucht4 ,aber fr mich gewinne ich nur so viel ,zeit1 wie ich mir vom ,schlafen und ,essen abstehle4 ,weil das nur wenig ist1 so habe ich die ,utopia auch nur langsam fertiggebracht2 weil es aber immerhin etwas ist1 so ist sie doch nun endlich fertig geworden1 und ich schicke sie ,dir zu1 damit ,du sie liest und mich darauf aufmerksam machst1 falls mir etwas entgangen sein sollte4 ,nun habe ich freilich in dieser ,beziehung ziemlich viel ,zutrauen zu mir -- ich wollte1 mit meinem ,geiste und mit meinem ,wissen stnde es ebenso wie mit meinem ,gedchtnis1 das mich nur manchmal im ,stiche lt --1 doch ist mein ,zutrauen nicht so gro1 da ich annehmen drfte1 mir knnte nichts entfallen sein4 ,denn auch mein ,famulus1 ,johannes ,clemens1 hat mich sehr bedenklich gestimmt4 ,wie ,du ja wohl weit1 war er damals dabei1 und ich lasse ihn an jeder ,unterhaltung teilnehmen1 aus der er etwas lernen kann2 denn von diesem ,schling1 der im ,lateinischen wie im ,griechischen zu grnen begonnen hat1 erhoffe ich dereinst einen guten ,ertrag4 ,soviel ich mich nmlich erinnere1 hat ,hythlodeus erzhlt1 jene ,brcke von ,amaurotum ber den ,flu ,anydrus sei #ejj ,doppelschritte lang4 ,mein ,johannes aber meinte1 man msse #bjj abziehen2 der ,flu sei dort nicht breiter als #cjj ,doppelschritte4 ,besinne ,dich doch bitte noch einmal darauf6 ,wenn ,du nmlich der gleichen ,meinung bist wie ,johannes1 so will auch ich zustimmen und einen ,irrtum meinerseits annehmen4 ,solltest ,du aber selbst ,dich nicht mehr besinnen knnen1 so bleibt stehen1 worauf ich mich selbst zu besinnen glaube4 ,wenn ich mich nmlich auch vor jeder falschen ,angabe in dem ,buche streng hten will1 so ziehe ich doch in ,zweifelsfllen die ,unwahrheit der ,lge vor1 weil ich ,tugend hher schtze als ,klugheit4 ,freilich wre dieser ,schaden leicht zu heilen1 wenn ,du ,raphael selbst mndlich oder schriftlich fragen wolltest4 ,das mut ,du sowieso tun wegen eines anderen ,bedenkens1 das uns gekommen ist1 ich wei nicht1 ob mehr durch meine oder ,deine oder ,raphaels eigene ,schuld4 ,denn weder ist es uns in den ,sinn gekommen1 danach zu fragen1 noch ihm1 es uns zu sagen1 in welcher ,gegend jenes neuen ,erdteils ,utopia liegt4 ,wahrhaftig1 wie gern wrde ich mit etwas ,geld von mir diese ,unterlassung ungeschehen machen6 ,denn erstens schme ich mich ein wenig1 nicht zu wissen1 in welchem ,meere die ,insel liegt1 von der ich so viel zu berichten wei2 sodann aber gibt es bei uns den einen und den anderen1 vor allem aber einen frommen ,theologen von ,beruf1 der darauf brennt1 ,utopia zu besuchen1 nicht aus eitlem und neugierigem ,verlangen1 ,neues zu sehen1 sondern um die verheiungsvollen ,keime unserer ,religion dort zu pflegen und noch zu vermehren4 ,um dabei ordnungsgem zu verfahren1 hat er beschlossen1 sich vorher einen ,missionsauftrag vom ,papste zu verschaffen und sich von den ,utopiern sogar zum ,bischof whlen zu lassen4 ,dabei strt es ihn durchaus nicht1 da er sich um dieses ,vorsteheramt erst bewerben mte4 ,allerdings ist sein ,ehrgeiz1 wie er meint1 deshalb gottgefllig1 weil er nicht durch ,rcksicht auf ,ehre oder ,gewinn1 sondern durch ,rcksicht auf die ,religion bedingt ist4 ,deshalb wende ,dich1 mein ,peter1 ich bitte ,dich darum1 entweder mndlich1 wenn es ,dir ohne ,umstnde mglich ist1 oder brieflich an ,hythlodeus und sorge dafr1 da in diesem meinen ,werke nichts ,falsches steht oder nichts ,wahres vermit wird4 ,und vielleicht ist es besser1 ihm das ,buch selbst zu zeigen4 ,einerseits nmlich ist niemand anders ebenso imstande1 einen etwaigen ,irrtum zu berichtigen1 anderseits kann er das selbst auch nur1 wenn er durchliest1 was ich geschrieben habe4 ,auerdem wirst ,du auf diese ,weise merken1 ob er damit einverstanden ist1 da ich dieses ,buch schreibe1 oder ob er rgerlich darber ist4 ,falls er sich nmlich vorgenommen hat1 seine ,abenteuer selbst aufzuzeichnen1 so mchte er vielleicht nicht -- und ich bestimmt auch nicht --1 da ich ihm ,duft und ,reiz seiner ,erzhlung im voraus wegnehme1 indem ich den ,staat ,utopia allgemein bekanntwerden lasse4 ,allerdings bin ich1 wenn ich ganz offen sein soll1 auch mir selber noch nicht recht im klaren1 ob ich das ,buch berhaupt erscheinen lasse4 ,denn der ,geschmack der ,menschen ist so verschieden1 und manche sind so eigensinnig1 so undankbar und so unsinnig in ihrem ,urteil1 da offenbar die ,leute viel glcklicher sind1 die in ,freude und ,frohsinn ihr eigenes ,ich befriedigen1 als diejenigen1 die sich zermrben in dem ,bestreben1 etwas zu verffentlichen1 was fr andere1 die whlerisch oder undankbar sind1 ein ,nutzen oder ein ,vergngen sein knnte4 ,die meisten haben keinen ,sinn fr literarische ,dinge2 viele verachten sie2 ein ,barbar lehnt alles als schwer ab1 was nicht gnzlich barbarisch ist2 gelehrte ,pedanten verschmhen alles als abgegriffen1 was nicht von veralteten ,ausdrcken strotzt2 manchen gefllt nur das ,alte1 den meisten nur das eigene ,wissen4 ,dieser ist so mrrisch1 da er von ,scherzen nichts wissen will1 dieser wieder so fade1 da er keine ,witze vertrgt2 manche sind so plattnasig1 da sie jedes ,nasermpfen scheuen wie ein von einem tollen ,hund ,gebissener das ,wasser1 andere wieder sind so wetterwendisch1 da sie im ,sitzen etwas anderes gelten lassen als im ,stehen4 ,manche sitzen in den ,kneipen1 urteilen am ,biertisch ber die ,talente der ,schriftsteller und verurteilen sie mit groem ,nachdruck1 ganz wie es ihnen beliebt1 indem sie einen jeden in seinen ,schriften gleichsam beim ,schopfe nehmen und ihn zausen1 wobei sie selbst aber vor der ,hand in ,sicherheit und1 wie man so sagt1 weit vom ,schu sind4 ,denn rundum sind sie so glatt und kahlgeschoren1 da sie auch nicht ein ,hrchen eines guten ,mannes an sich haben1 an dem man sie fassen knnte4 ,ferner gibt es ,leute1 die so undankbar sind1 da sie sich zwar ausgiebig an einem ,werke ergtzen1 dem ,verfasser aber trotzdem keine grere ,liebe entgegenbringen4 ,sie hneln den unhflichen ,gsten1 die sich mit einem ppigen ,mahle bewirten lassen und dann gesttigt heimgehen1 ohne dem1 der sie eingeladen hat1 ein ,wort des ,dankes zu sagen4 ,nun geh hin und richte fr ,leute mit so verwhntem ,gaumen1 von so verschiedenem ,geschmack und noch dazu von so dankbarer und lieber ,gesinnung auf ,deine eigenen ,kosten ein ,mahl her6 ,aber gleichwohl1 mein ,peter1 besprich1 was ich ,dir gesagt habe1 mit ,hythlodeus6 ,spter aber kann man sich ja diese ,frage der ,verffentlichung noch einmal berlegen4 ,sollte er indessen nichts dagegen haben1 so will ich bei dem1 was die ,herausgabe noch erfordert1 dem ,rate meiner ,freunde folgen und vor allem ,deinem1 da ich nun einmal die ,mhe des ,schreibens hinter mir habe und jetzt erst versptet zur ,einsicht komme4 ,lebe wohl1 mein liebster ,peter gid1 nebst ,deiner guten ,frau und behalte mich auch weiterhin lieb1 da ja auch ich ,dich noch lieber habe1 als es sonst meine ,gewohnheit ist6 ,,erstes ,,buch ,rede des trefflichen ,raphael ,hythlodeus ber den besten ,zustand des ,staates1 verffentlicht von dem erlauchten ,thomas ,morus1 ,brger und ,vicecomes der rhmlich bekannten britischen ,hauptstadt ,london4 ,krzlich hatte der siegreiche ,knig von ,england ,heinrich1 der achte dieses ,namens1 ein mit allen ,tugenden eines hervorragenden ,frsten gezierter ,herrscher1 einige nicht belanglose ,meinungsverschiedenheiten mit ,karl1 dem erhabenen ,knig von ,kastilien4 ,zu den ,verhandlungen darber und zur ,beilegung dieser ,streitigkeiten schickte mich ,knig ,heinrich als ,abgesandten nach ,flandern1 und zwar zusammen mit dem unvergleichlichen ,cuthbert ,tunstall1 den der ,knig erst krzlich unter beraus starkem und allgemeinem ,beifall mit dem ,amte des ,archivars betraut hat4 ber seine ,vorzge will ich nichts sagen1 nicht als ob ich frchtete1 infolge unserer ,freundschaft knnte mein ,urteil zu wenig den ,tatsachen entsprechen1 sondern weil seine ,tchtigkeit und ,gelehrsamkeit grer ist1 als ich sie rhmen knnte1 und auerdem berall bekannter und berhmter1 als da sie noch gerhmt zu werden brauchte1 ich mte denn1 wie man sagt1 die ,sonne mit der ,laterne zeigen wollen4 ,in ,brgge trafen wir -- so war es verabredet -- die ,beauftragten des ,knigs ,karl1 alles treffliche ,mnner4 ,unter ihnen befand sich der ,prfekt von ,brgge1 ein hochangesehener ,mann1 der ,fhrer und das ,haupt der ,abordnung2 ihr ,sprecher und ihre ,seele jedoch war ,georg ,temsicius1 der ,propst von ,cassel1 ein ,redner von einer nicht nur erworbenen1 sondern auch angeborenen ,beredsamkeit1 auerdem ein beraus erfahrener ,jurist und im ,verhandeln ein vortrefflicher ,meister durch seine ,begabung und bestndige ,praxis4 ,ein und das andere ,mal kamen wir zusammen1 ohne in gewissen ,fragen eine rechte ,einigung zu erzielen4 ,da verabschiedeten sich die anderen fr einige ,tage von uns und reisten nach ,brssel1 um sich bei ihrem ,frsten ,bescheid zu holen4 ,inzwischen begab ich mich -- die ,geschfte brachten es so mit sich -- nach ,antwerpen4 ,whrend meines ,aufenthaltes dort kam hufig auer anderen1 aber immer als liebster ,besucher1 ,peter gid aus ,antwerpen zu mir4 ,er geniet groes ,vertrauen bei seinen ,landsleuten und nimmt eine angesehene ,stellung ein1 verdient aber die angesehenste4 ,man wei nmlich nicht1 wodurch sich der junge ,mann mehr auszeichnet1 ob durch seine ,bildung oder seinen ,charakter2 ist er doch ein sehr guter ,mensch und zugleich ein groer ,gelehrter1 auerdem ein ,mann von lauterer ,gesinnung gegen alle1 seinen ,freunden gegenber aber von solcher ,herzlichkeit1 ,liebe1 ,treue und aufrichtigen ,neigung1 da man kaum einen oder den anderen irgendwo findet1 den man als einen ihm in jeder ,beziehung gleichwertigen ,freund bezeichnen mchte4 ,er besitzt eine seltene ,bescheidenheit2 niemandem liegt ,verstellung so fern wie ihm2 niemand ist schlichter und zugleich klger4 ,ferner kann er sich so gefllig und harmlos-witzig unterhalten1 da der so angenehme ,umgang und die so liebe ,plauderei mit ihm zu einem groen ,teile mich die ,sehnsucht nach der ,heimat und dem heimischen ,herd1 nach meiner ,frau und meinen ,kindern leichter ertragen lie2 denn schon damals war ich ber vier ,monate von daheim fort1 und in beraus bengstigender ,weise qulte mich das ,verlangen1 sie wiederzusehen4 ,eines ,tages hatte ich in der wunderschnen und vielbesuchten ,liebfrauenkirche am ,gottesdienst teilgenommen und schickte mich an1 nach ,beendigung der ,feier von dort in meine ,herberge zurckzukehren1 da sehe ich ,peter zufllig sich mit einem ,fremden unterhalten1 einem lteren ,manne mit sonnverbranntem ,gesicht und langem ,bart4 ,der ,mantel hing ihm nachlssig von der ,schulter herab1 und seinem ,aussehen und seiner ,kleidung nach war er ein ,seemann4 ,sobald mich ,peter erblickte1 kam er auf mich zu und grte4 ,als ich antworten wollte1 nahm er mich ein wenig beiseite und fragte3 ,siehst du den da8 ,dabei zeigte er auf den1 mit dem ich ihn hatte sprechen sehen4 ,den wollte ich gerade jetzt zu dir bringen4 -- ,er wre mir sehr willkommen gewesen1 antwortete ich1 und zwar deinetwegen4 -- ,nein1 sagte er1 vielmehr seinetwegen1 wenn du den ,mann nur schon kenntest4 ,denn niemand in der ganzen ,welt kann dir heutzutage so viel von unbekannten ,menschen und ,lndern erzhlen1 und1 wie ich wei1 bist du ja ganz versessen darauf1 so etwas zu hren4 -- ,also war meine ,vermutung1 sagte ich1 gar nicht so falsch4 ,denn gleich auf den ersten ,blick habe ich ihn als ,seemann erkannt4 -- ,und doch hast du dich stark geirrt2 er fhrt wenigstens nicht als ,palinurus1 sondern als ,odysseus oder vielmehr als ,plato4 ,denn dieser ,raphael -- so heit er nmlich1 und sein ,familienname ist ,hythlodeus -- ist nicht wenig bewandert im ,lateinischen und sehr bewandert im ,griechischen1 und zwar hat er die griechische ,sprache deshalb mehr getrieben als die der ,rmer1 weil er sich ganz der ,philosophie gewidmet und erkannt hatte1 da auf dem ,gebiete der ,philosophie im ,lateinischen nichts von irgendwelcher ,bedeutung vorhanden ist auer einigem von ,seneca und ,cicero4 ,dann berlie er sein vom ,vater ererbtes ,gut1 in dem er wohnte1 seinen ,brdern1 schlo sich -- er ist nmlich ,portugiese -- dem ,amerigo ,vespucci an1 um sich die ,welt anzusehen1 und war dessen stndiger ,begleiter auf den drei letzten seiner vier ,seereisen1 die man schon hier und da gedruckt lesen kann4 ,von der letzten jedoch kehrte er nicht mit ihm zurck4 ,er bemhte sich vielmehr darum und erprete von ,amerigo die ,erlaubnis1 zu jenen vierundzwanzig zu gehren1 die am ,ende der letzten ,seereise in einem ,kastell zurckgelassen wurden4 ,so blieb er denn dort zurck1 entsprechend seiner ,sinnesart1 die mehr nach einem ,aufenthalte in fremdem ,lande als nach einem ,grabmale verlangt4 ,fhrt er doch dauernd solche ,sprche im ,munde wie ',unter dem ,himmelsgewlbe ruht1 wer keine ,urne hat' und ',zum ,himmel ist es von berall her gleich weit'4 ,dieser ,wagemut wre ihm ohne ,gottes gndigen ,beistand nur allzu teuer zu stehen gekommen4 ,nach ,vespuccis ,abreise durchstreifte er dann zusammen mit fnf ,kameraden aus dem ,kastell zahlreiche ,lnder und gelangte schlielich durch einen wunderbaren ,zufall nach ,taprobane und von dort nach ,caliquit4 ,hier hatte er das ,glck1 portugiesische ,schiffe anzutreffen1 auf denen er schlielich wider ,erwarten heimkehrte4 ,als ,peter mit seiner ,erzhlung fertig war1 dankte ich ihm fr seine ,geflligkeit und seine ,bemhungen1 mir die ,unterhaltung mit einem ,manne zu ermglichen1 die mir seiner ,meinung nach willkommen war1 und wandte mich ,raphael zu4 ,wir begrten einander1 wechselten jene bei der ersten ,begegnung mit ,fremden allgemein blichen ,redensarten und gingen dann in meine ,wohnung4 ,hier setzten wir uns im ,garten auf eine ,rasenbank und fingen an1 miteinander zu plaudern4 ,da erzhlte uns denn ,raphael1 wie er es zusammen mit seinen im ,kastell zurckgebliebenen ,kameraden nach ,vespuccis ,abreise angestellt habe1 durch ,freundlichkeiten und ,schmeicheleien allmhlich die ,zuneigung der ,eingeborenen zu gewinnen1 nicht nur ohne ,gefahr1 sondern auch in ,freundschaft unter ihnen zu leben und damit auch noch die ,gunst und ,wertschtzung eines ,frsten -- sein und seines ,landes ,name sei ihm entfallen -- zu erlangen4 ,in seiner ,freigebigkeit -- so erzhlte er weiter -- versah dieser ihn und fnf seiner ,kameraden reichlich mit ,lebensmitteln und ,geld fr eine ,expedition1 die sie dann zu ,wasser mit ,fahrzeugen und zu ,lande mit ,wagen unternahmen und auf der sie ein hchst zuverlssiger ,fhrer zu anderen ,frsten geleitete1 an die sie warme ,empfehlungsschreiben mithatten4 ,dann gelangten sie nach einer ,reise von vielen ,tagen zu festen ,pltzen1 ,stdten und gar nicht schlecht eingerichteten volkreichen ,staaten4 ,zwar liegen unter dem quator1 wie ,raphael erzhlte1 und von da aus auf beiden ,seiten etwa bis zur ,grenze der ,sonnenbahn wste und der drrenden ,sonnenglut dauernd ausgesetzte ,einden3 ,unwirtlichkeit ringsum und ein trostloser ,anblick1 abschreckend alles und unkultiviert1 ,schlupfwinkel von wilden ,tieren und ,schlangen oder schlielich auch von ,menschen1 die ,bestien weder an ,wildheit noch an ,gefhrlichkeit nachstehen4 ,fhrt man aber weiter1 so wird alles allmhlich milder3 das ,klima weniger rauh1 die ,erde von einladendem ,grn schimmernd1 zahmer die ,natur der ,lebewesen4 ,endlich bekommt man ,menschen1 ,stdte und feste ,pltze zu ,gesicht1 und unter ihnen herrscht ein ununterbrochener ,handelsverkehr1 nicht nur untereinander und mit den ,nachbarn1 sondern auch mit fernen ,vlkern1 und zwar zu ,wasser und zu ,lande4 ,dadurch bot sich fr ,raphael die ,gelegenheit1 viele ,lnder diesseits und jenseits des ,meeres zu besuchen2 denn jedes ,schiff1 das ausgerstet wurde1 nahm ihn und seine ,begleiter sehr gern mit4 ,wie er erzhlte1 hatten die ,schiffe1 die sie in den ersten ,lndern zu sehen bekamen1 flache ,kiele und ,segel aus zusammengenhten ,papyrusblttern oder aus ,weidengeflecht1 anderswo auch aus ,huten4 ,auf der ,weiterfahrt begegneten sie ,schiffen mit spitzgeschnbelten ,kielen und ,segeln aus ,hanf2 am ,ende war alles so wie bei uns4 ,die ,seeleute waren nicht unerfahren in ,meeres- und ,himmelskunde4 ,aber einen auerordentlichen ,dank erntete ,raphael dafr1 da er sie im ,gebrauch des ,kompasses unterwies1 den sie bis dahin berhaupt noch nicht kannten4 ,deshalb hatten sie sich auch nur zaghaft ans ,meer gewhnt und vertrauten sich ihm nicht ohne ,grund nur im ,sommer an4 ,jetzt aber achten die ,seeleute im ,vertrauen auf den ,magnetstein die ,gefahren des ,winters gering1 allerdings mehr sorglos als gefahrlos4 ,daher besteht die ,gefahr1 diese ,erfindung1 die ihnen1 wie man glaubte1 groen ,vorteil bringen werde1 knne infolge ihrer ,unvorsichtigkeit groe ,schden verursachen4 ,was ,raphael an den einzelnen ,orten1 wie er erzhlte1 gesehen hat1 das alles hier mitzuteilen1 wrde zu weit fhren und ist auch nicht der ,zweck dieses ,buches4 ,vielleicht werde ich es einmal an anderer ,stelle erzhlen1 besonders alles das1 dessen ,kenntnis von ,nutzen ist1 wie z4 ,b4 in erster ,linie die richtigen und klugen politischen ,manahmen1 die er bei gesitteten ,vlkern wahrgenommen hat4 ,in betreff dieser ,dinge befragten wir ihn nmlich am meisten1 und ber sie sprach er auch am liebsten1 whrend wir es vorlufig unterlieen1 uns nach ,ungeheuern zu erkundigen1 dem ,langweiligsten1 das es gibt4 ,denn ,scyllen und ruberische ,celnonen1 menschenfressende ,lstrygonen und dergleichen abscheuliche ,ungeheuer sind fast berall zu finden1 aber ,brger1 die in einem vernnftig und weise geleiteten ,staate leben1 wohl nirgends4 ,wenn er nun aber auch bei jenen unbekannten ,vlkern viele verkehrte ,einrichtungen wahrgenommen hat1 so hat er doch auch nicht weniges aufgezhlt1 was als ,beispiel dienen kann1 die ,fehler unserer ,stdte1 ,nationen1 ,vlker und ,herrschaften zu verbessern1 und worber ich1 wie gesagt1 an anderer ,stelle einmal sprechen mu4 ,jetzt will ich nur seinen ,bericht ber ,sitten und ,einrichtungen der ,utopier wiedergeben1 wobei ich jedoch das ,gesprch vorausschicke1 in dessen ,verlauf ihn eine ,wendung dazu veranlate1 diesen ,staat zu erwhnen4 ,mit groer ,klugheit hatte ,raphael aufgezhlt1 was hier und dort falsch war -- sicherlich war es sehr viel auf beiden ,seiten des ,ozeans --1 dann aber auch1 welche ,manahmen bei uns und ebenso bei jenen anderen verstndiger sind4 ,er hatte nmlich ,sitten und ,einrichtungen eines jeden ,volkes so fest im ,gedchtnis1 als htte er an jedem von ihm besuchten ,orte sein ganzes ,leben zugebracht4 ,da staunte ,peter und meinte3 ,ich mu mich in der ,tat wundern1 mein ,raphael1 da du nicht in die ,dienste eines ,knigs trittst2 denn das wei ich zur ,genge3 es gibt keinen1 dem du nicht sehr willkommen wrest1 da du es mit diesem deinen ,wissen und dieser deiner ,kenntnis von ,gegenden und ,menschen verstehst1 ihn nicht blo zu unterhalten1 sondern auch durch ,beispiele zu belehren und ihm mit deinem ,rat zu helfen4 ,auf diese ,weise knntest du fr dich selbst ausgezeichnet sorgen und zugleich allen deinen ,angehrigen sehr ntzen4 ,was meine ,angehrigen betrifft1 erwiderte ,raphael1 so kmmern die mich wenig2 ihnen gegenber habe ich nmlich1 wie ich glaube1 meine ,pflicht so ziemlich erfllt4 ,denn was andere erst1 wenn sie alt und krank sind1 abtreten1 ja sogar auch dann nur ungern1 wenn sie es nicht lnger behalten knnen1 das habe ich unter meine ,verwandten und ,freunde verteilt1 und zwar zu einer ,zeit1 da ich nicht mehr blo gesund und frisch war1 sondern sogar schon in jungen ,tagen4 ,sie mten also1 meine ich1 mit meiner ,freigebigkeit eigentlich zufrieden sein und drften nicht auerdem noch verlangen und erwarten1 da ich mich ihretwegen einem ,knig als ,knecht verdinge4 ,halt6 sagte da ,peter4 ,ich meinte1 du solltest nicht ein ,knecht1 sondern ein ,diener von ,knigen werden4 ,das ist nur ein ganz kleiner ,unterschied1 antwortete ,raphael4 ,wie du die ,sache auch nennen magst1 sagte da ,peter1 ich bin jedenfalls der ,ansicht1 da das der ,weg ist1 nicht nur anderen in persnlichem und ffentlichem ,interesse zu ntzen1 sondern auch deine eigene ,lage glcklicher zu gestalten4 ,glcklicher8 auf einem ,wege1 vor dem mir graut8 fragte ,raphael4 ,jetzt lebe ich1 ganz wie es mir beliebt1 und das ist1 wie ich sicher vermute1 bei den wenigsten ,frstendienern der ,fall4 ,es gibt ja auch genug ,leute1 die sich um die ,freundschaft der ,mchtigen bemhen4 ,da sollte man es nicht fr einen groen ,verlust halten1 wenn diese auf mich und den einen oder den anderen meinesgleichen verzichten mssen4 ,es ist klar1 mein ,raphael1 erwiderte ich1 da du weder nach ,reichtum noch nach ,macht verlangst4 ,und frwahr1 einen ,mann von dieser deiner ,gesinnung verehre und achte ich nicht weniger als irgendeinen der ,mchtigsten4 ,indessen wirst du1 wie mir scheint1 durchaus deiner selbst und deiner edlen ,gesinnung1 ja eines wahren ,philosophen wrdig handeln1 wenn du es fertig brchtest1 selbst unter ,verzicht auf etwas persnliche ,bequemlichkeit1 deine ,begabung und deinen ,eifer dem ,wohle des ,gemeinwesens zu widmen4 ,das knntest du aber niemals mit so groem ,erfolge tun1 als wenn du zum ,rate eines groen ,frsten gehrtest und ihm richtige und gute ,ratschlge erteiltest1 und das wrdest du ja1 wie ich sicher wei1 tun4 ,denn ein ,frst ist gleichsam ein nie versiegender ,quell1 von dem sich ein ,sturzbach alles ,guten und ,bsen auf das ganze ,volk ergiet4 ,dein theoretisches ,wissen aber ist so vollkommen1 da du gar keine groe praktische ,erfahrung ntig hast1 und deine ,lebenserfahrung anderseits so gro1 da du gar kein theoretisches ,wissen brauchst1 um einen ausgezeichneten ,ratgeber jedes beliebigen ,knigs abzugeben4 ,da befindest du dich in einem doppelten ,irrtum1 mein lieber ,morus1 erwiderte ,raphael1 einmal hinsichtlich meiner und sodann hinsichtlich der ,sache selbst4 ,ich besitze nmlich gar nicht die ,fhigkeit1 die du mir zuschreibst1 und auch wenn ich sie im hchsten ,grade bese1 wrde ich doch selbst durch den ,verzicht auf meine ,mue den ,interessen des ,staates in keinerlei ,weise dienen4 ,erstens nmlich beschftigen sich die ,frsten selbst alle zumeist lieber mit militrischen ,dingen1 von denen ich nichts verstehe und auch nichts verstehen mchte1 als mit den segensreichen ,knsten des ,friedens1 und weit grer ist ihr ,eifer1 sich durch ,recht oder ,unrecht neue ,reiche zu erwerben als die schon erworbenen gut zu verwalten4 ,ferner ist von allen ,ratgebern der ,knige jeder entweder in ,wahrheit so weise1 da er den ,rat eines anderen nicht braucht1 oder er dnkt sich so weise1 da er ihn nicht gutheien mag4 ,dabei pflichten sie unter schmarotzerischen ,schmeicheleien den ungereimtesten uerungen derer bei1 die bei dem ,frsten in hchster ,gunst stehen und die sie sich deshalb durch ihre ,zustimmung verpflichten wollen4 ,und gewi ist es ganz natrlich1 da einem jeden seine eigenen ,einflle zusagen4 ,so findet der ,rabe ebenso wie der ,affe am eigenen ,jungen seinen ,gefallen4 ,wenn aber jemand im ,kreise jener ,leute1 die auf fremde ,meinungen eiferschtig sind oder die eigenen vorziehen1 etwas vorbringen sollte1 das1 wie er gelesen hat1 zu anderer ,zeit vorgekommen ist oder das er anderswo gesehen hat1 so benehmen sich die ,zuhrer gerade so1 als ob der ganze ,ruf ihrer ,weisheit gefhrdet wre und als ob man sie danach fr ,narren halten mte1 wenn sie nicht imstande sind1 etwas zu finden1 was sie an dem von den anderen ,gefundenen schlecht machen knnen4 ,wenn sie keinen anderen ,ausweg wissen1 so nehmen sie ihre ,zuflucht zu ,redensarten wie3 ,so hat es unseren ,vorfahren gefallen2 wren wir doch ebenso klug wie sie6 ,und nach einem solchen ,ausspruch setzen sie sich hin1 als htten sie damit die ,sache vllig und trefflich erledigt4 ,gerade als ob es eine groe ,gefahr bedeutete1 wenn sich jemand dabei ertappen lt1 in irgend etwas gescheiter zu sein als seine ,vorfahren6 ,und doch lassen wir alle ihre guten ,einrichtungen mit groem ,gleichmut gelten2 wenn sie aber bei irgend etwas htten klger zu ,werke gehen knnen1 so ergreifen wir sofort gierig diese ,gelegenheit und halten hartnckig daran fest4 ,das ist auch die ,quelle dieser hochmtigen1 sinnlosen und eigensinnigen ,urteile1 auf die ich schon oft gestoen bin1 besonders aber auch einmal in ,england4 ,hr einmal6 rief ich da1 du bist auch bei uns gewesen8 ,allerdings1 antwortete er1 und zwar habe ich mich dort einige ,monate aufgehalten1 nicht lange nach jener ,niederlage1 die den ,brgerkrieg ,westenglands gegen den ,knig durch eine beklagenswerte ,niedermetzelung der ,aufstndischen gewaltsam beendete4 ,in jener ,zeit hatte ich dem ehrwrdigen ,vater ,johannes ,morton1 dem ,erzbischof von ,canterbury1 ,kardinal und damals auch noch ,lordkanzler von ,england1 viel zu danken1 einem ,manne1 lieber ,peter -- dem ,morus erzhle ich damit nichts ,neues --1 den man nicht weniger wegen seiner ,klugheit und ,tchtigkeit als wegen seines ,ansehens verehren mu4 ,er war von mittlerer ,statur1 sein ,rcken war von seinem1 wenn auch hohen ,alter noch nicht gebeugt2 seine ,miene flte ,ehrfurcht1 nicht ,scheu ein4 ,im ,verkehr war er nicht unzugnglich1 aber doch ernst und wrdevoll4 ,er fand ein ,vergngen daran1 ,bittsteller bisweilen etwas schroffer anzureden1 aber nicht etwa in bser ,absicht1 sondern um die ,sinnesart und ,geistesgegenwart eines jeden auf die ,probe zu stellen4 ber letztere ,eigenschaft1 die ihm ja selber gleichsam angeboren war1 freute er sich stets1 wofern keine ,unverschmtheit damit verbunden war1 und sie schtzte er als geeignet zu der ,fhrung der ,geschfte4 ,seine ,rede zeugte von feiner ,bildung und ,energie2 seine ,rechtserfahrung war gro1 seine ,begabung unvergleichlich1 sein ,gedchtnis geradezu fabelhaft stark4 ,diese ausgezeichneten ,naturanlagen vervollkommnete er noch durch ,studium und bung4 ,seinen ,ratschlgen schenkte der ,knig1 wie es schien1 whrend meiner ,anwesenheit das grte ,vertrauen1 und sie waren eine starke ,sttze fr den ,staat4 ,denn in frhester ,jugend und gleich von der ,schule weg an den ,hof gebracht1 war er sein ganzes ,leben lang in den wichtigsten ,geschften ttig gewesen und von mannigfachen ,schicksalsstrmen bestndig hin und her geworfen worden1 und dadurch hatte er sich unter vielen groen ,gefahren eine ,lebensklugheit erworben1 die nur schwer wieder verlorengeht1 wenn sie auf diese ,weise gewonnen wird4 ,als ich eines ,tages an seiner ,tafel sa1 wollte es der ,zufall1 da einer von euren ,laienjuristen zugegen war4 ,dieser begann -- ich wei nicht1 wie er darauf kam --1 eifrig jene strenge ,justiz zu loben1 die man damals in ,england ,dieben gegenber bte4 ,wie er erzhlte1 wurden allenthalben bisweilen zwanzig an einem ,galgen aufgehngt4 ,da nur sehr wenige der ,todesstrafe entgingen1 wundere er sich1 so meinte er1 um so mehr1 welch widriges ,geschick daran schuld sei1 da sich trotzdem noch berall so viele herumtrieben4 ,da sagte ich -- vor dem ,kardinal wagte ich es nmlich1 offen meine ,meinung zu uern --3 ,da brauchst du dich gar nicht zu wundern2 denn diese ,bestrafung der ,diebe geht ber das1 was gerecht ist1 hinaus und liegt nicht im ,interesse des ,staates4 ,als ,shne fr ,diebsthle ist die ,todesstrafe nmlich zu grausam1 und1 um vom ,stehlen abzuschrecken1 ist sie trotzdem unzureichend4 ,denn einerseits ist einfacher ,diebstahl doch kein so schlimmes ,verbrechen1 da es mit dem ,tode gebt werden mte1 anderseits aber gibt es keine so harte ,strafe1 diejenigen von ,rubereien abzuhalten1 die kein anderes ,gewerbe haben1 um sich den ,lebensunterhalt zu verdienen4 ,wie mir daher scheint1 folgt ihr in dieser ,sache -- wie ein guter ,teil der ,menschheit brigens auch -- dem ,beispiel der schlechten ,lehrer1 die ihre ,schler lieber prgeln als belehren4 ,so verhngt man harte und entsetzliche ,strafen ber ,diebe1 whrend man viel eher dafr htte sorgen sollen1 da sie ihren ,unterhalt haben1 damit sich niemand der grausigen ,notwendigkeit ausgesetzt sieht1 erst zu stehlen und dann zu sterben4 ,dafr ist ja doch zur ,genge gesorgt1 erwiderte er4 ,wir haben ja das ,handwerk und den ,ackerbau4 ,beides wrde sie ernhren1 wenn sie nicht aus freien ,stcken lieber ,gauner sein wollten4 ,halt1 so entschlpfst du mir nicht6 antwortete ich4 ,zunchst wollen wir nicht von denen reden1 die1 wie es hufig vorkommt1 aus inneren oder auswrtigen ,kriegen als ,krppel heimkehren wie vor einer ,reihe von ,jahren aus der ,schlacht gegen die ,cornwaller und unlngst aus dem ,kriege mit ,frankreich4 ,fr den ,staat oder fr den ,knig opfern sie ihre gesunden ,glieder und sind nun zu gebrechlich1 um ihren alten ,beruf wieder auszuben1 und zu alt1 um sich fr einen neuen auszubilden4 ,diese ,leute wollen wir also1 wie gesagt1 beiseite lassen1 da es nur von ,zeit zu ,zeit zu einem ,kriege kommt1 und betrachten wir nur das1 was tagtglich geschieht6 ,da ist zunchst die so groe ,zahl der ,edelleute4 ,selber mig1 leben sie wie die ,drohnen von der ,arbeit anderer1 nmlich von der der ,bauern auf ihren ,gtern1 die sie bis aufs ,blut aussaugen1 um ihre persnlichen ,einknfte zu erhhen4 ,das ist nmlich die einzige ,art von ,wirtschaftlichkeit1 die jene ,menschen kennen2 im brigen sind sie ,verschwender1 und sollten sie auch bettelarm dadurch werden4 ,auerdem aber scharen sie einen gewaltigen ,schwarm von ,tagedieben um sich1 die niemals ein ,handwerk gelernt haben1 mit dem sie sich ihr ,brot verdienen knnten4 ,diese ,leute wirft man sofort auf die ,strae1 sobald der ,hausherr stirbt oder sie selbst krank werden2 denn lieber fttert man ,faulenzer durch als ,kranke1 und oft ist auch der ,erbe gar nicht in der ,lage1 die vterliche ,dienerschaft weiter zu halten4 ,inzwischen leiden jene ,menschen tapfer ,hunger oder treiben tapfer ,straenraub4 ,was sollten sie denn sonst auch tun8 ,haben nmlich erst einmal ihre ,kleider und ihre ,gesundheit durch das ,herumstrolchen auch nur ein wenig gelitten1 so mag sie1 die infolge ihrer ,krankheit von ,schmutz starren und in ,lumpen gehllt sind1 kein ,edelmann mehr in ,dienst nehmen4 ,aber auch die ,bauern getrauen es sich nicht2 denn sie wissen ganz genau3 einer1 der in ,nichtstun und genieerischem ,leben gro geworden und gewohnt ist1 mit ,schwert und ,schild einherzustolzieren1 mit von ,eitelkeit umnebelter ,miene auf seine gesamte ,umgebung herabzublicken und jedermann im ,vergleich mit sich zu verachten1 eignet sich keineswegs dazu1 einem armen ,manne mit ,hacke und ,spaten fr geringen ,lohn und karge ,kost treu zu dienen4 ,und doch mssen wir gerade diese ,menschenklasse ganz besonders hegen und pflegen1 erwiderte der ,rechtsgelehrte4 ,denn gerade auf diesen ,mnnern1 die mehr ,mut und ,edelsinn besitzen als ,handwerker und ,landleute1 beruht die ,kraft und ,strke unseres ,heeres1 wenn es einmal ntig ist1 sich im ,felde zu schlagen4 ,in der ,tat1 antwortete ich1 ebenso gut knntest du sagen1 um des ,krieges willen msse man die ,diebe hegen und pflegen2 denn an ihnen wird es euch ganz gewi nie fehlen1 solange ihr diese ,menschenklasse noch habt4 ,und gewi1 ,ruber sind keine feigen ,soldaten und die ,soldaten nicht die feigsten unter den ,rubern3 so gut passen diese ,berufe zueinander4 ,indessen ist diese weitverbreitete ,plage keine ,eigentmlichkeit eures ,volkes2 sie ist nmlich fast allen ,vlkern gemeinsam4 ,frankreich z4 ,b4 sucht eine noch andere1 verderblichere ,pest heim3 das ganze ,land ist auch im ,frieden -- wenn jener ,zustand berhaupt ,frieden ist -- von ,sldnern berschwemmt und bedrngt4 ,sie sind aus demselben ,grunde da1 der euch bestimmt hat1 die faulen ,dienstleute hierzulande durchzufttern1 weil nmlich nrrische ,weise der ,ansicht gewesen sind1 das ,staatswohl erfordere die stndige ,bereitschaft einer starken und zuverlssigen ,schutztruppe besonders altgedienter ,soldaten2 denn zu ,rekruten hat man kein ,vertrauen4 ,daher mssen sie schon deshalb auf einen ,krieg bedacht sein1 um gebte ,soldaten zur ,hand zu haben1 und sie mssen sich nach ,menschen umsehen1 die kostenlos abgeschlachtet werden knnen1 damit nicht1 wie ,sallust so fein sagt1 ,hand und ,herz durch ,unttigkeit zu erschlaffen beginnen4 ,wie verderblich es aber ist1 derartige ,bestien zu fttern1 hat nicht blo ,frankreich zu seinem eigenen ,schaden erfahren2 auch das ,beispiel der ,rmer1 ,karthager1 ,syrer und vieler anderer ,vlker beweist es4 ,bei diesen allen haben die stehenden ,heere bald bei dieser und bald bei jener ,gelegenheit nicht blo die ,regierung gestrzt1 sondern auch das flache ,land und sogar die festen ,stdte zugrunde gerichtet4 ,aber wie unntig ist solch ein stehendes ,heer6 ,das kann man schon daraus ersehen1 da auch die franzsischen ,sldner1 die doch durch und durch gebte ,soldaten sind1 sich nicht rhmen knnen1 im ,kampfe mit euren ,aufgeboten sehr oft den ,sieg davongetragen zu haben4 ,ich will jetzt nichts weiter sagen2 es knnte sonst den ,anschein erwecken1 als wollte ich euch1 die ihr hier zugegen seid1 schmeicheln4 ,aber man kann gar nicht glauben1 da sich eure ,handwerker in der ,stadt und eure ungeschlachten ,bauern auf dem ,lande vor dem faulen ,tro der ,edelleute sehr frchten auer denjenigen1 denen es infolge ihrer krperlichen ,schwche an ,kraft und ,khnheit fehlt oder deren ,energie durch husliche ,not geschwcht wird4 ,so wenig ist also zu befrchten1 da diese ,leute etwa verweichlicht werden knnten1 wenn sie fr einen ntzlichen ,lebensberuf ausgebildet und in ,mnnerarbeit gebt werden4 ,vielmehr erschlaffen jetzt ihre gesunden und krftigen ,krper -- die ,edelleute geruhen nmlich1 nur ausgesuchte ,leute zugrunde zu richten -- durch ,nichtstun1 oder sie werden durch fast weibische ,beschftigung verweichlicht4 ,auf keinen ,fall liegt es1 will mir scheinen1 -- wie es sich auch sonst mit dieser ,sache verhalten mag -- im ,interesse des ,staates1 nur fr den ,kriegsfall1 den ihr doch nur habt1 wenn ihr ihn haben wollt1 eine unermeliche ,schar von ,menschen dieser ,sorte durchzufttern1 die den ,frieden so gefhrden1 auf den man doch um so viel mehr bedacht sein sollte als auf den ,krieg4 ,und doch ist das nicht der einzige ,zwang zum ,stehlen4 ,es gibt noch einen anderen1 der euch1 wie ich meine1 in hherem ,grade eigentmlich ist4 ,welcher ist das8 fragte der ,kardinal4 ,eure ,schafe1 sagte ich4 ,sie1 die gewhnlich so zahm und gengsam sind1 sollen jetzt so gefrig und wild geworden sein1 da sie sogar ,menschen verschlingen sowie ,felder1 ,huser und ,stdte verwsten und entvlkern4 ,in all den ,gegenden eures ,reiches nmlich1 wo die feinere und deshalb teurere ,wolle gewonnen wird1 gengen dem ,adel und den ,edelleuten und sogar bisweilen bten1 heiligen ,mnnern1 die jhrlichen ,einknfte und ,ertrgnisse nicht mehr1 die ihre ,vorgnger aus ihren ,gtern erzielten4 ,nicht zufrieden damit1 da sie mit ihrem faulen und ppigen ,leben der ,allgemeinheit nichts ntzen1 sondern eher schaden1 lassen sie kein ,ackerland brig1 zunen alles als ,viehweiden ein1 reien die ,huser nieder1 zerstren die ,stdte1 lassen nur die ,kirchen als ,schafstlle stehen und1 gerade als ob bei euch die ,wildgehege und ,parkanlagen nicht schon genug ,grund und ,boden der ,nutzbarmachung entzgen1 verwandeln diese braven ,leute alle bewohnten ,pltze und alles sonst irgendwo angebaute ,land in ,einden4 ,damit also ein einziger ,verschwender1 unersttlich und eine grausige ,pest seines ,vaterlandes1 einige tausend ,morgen zusammenhngenden ,ackerlandes mit einem einzigen ,zaun umgeben kann1 vertreibt man ,pchter von ,haus und ,hof4 ,entweder umgarnt man sie durch ,lug und ,trug oder berwltigt sie mit ,gewalt2 man plndert sie aus oder treibt sie1 durch ,gewaltttigkeiten bis zur ,erschpfung geqult1 zum ,verkauf ihrer ,habe4 ,so oder so wandern die ,unglcklichen aus1 ,mnner und ,weiber1 ,ehemnner und ,ehefrauen1 ,waisen1 ,witwen1 ,eltern mit kleinen ,kindern oder mit einer ,familie1 weniger reich an ,besitz als an ,zahl der ,personen1 wie ja die ,landwirtschaft vieler ,hnde bedarf4 ,sie wandern aus1 sage ich1 aus ihren vertrauten und gewohnten ,heimsttten und finden keinen ,zufluchtsort4 ,ihren gesamten ,hausrat1 der ohnehin keinen groen ,erls bringen wrde1 auch wenn er auf einen ,kufer warten knnte1 verkaufen sie um ein ,spottgeld1 wenn sie ihn sich vom ,halse schaffen mssen4 ,ist dann der geringe ,erls in kurzer ,zeit auf der ,wanderschaft verbraucht1 was bleibt ihnen dann schlielich anderes brig1 als zu stehlen und am ,galgen zu hngen -- nach ,recht und ,gesetz natrlich -- oder sich herumzutreiben und zu betteln1 obgleich sie auch dann als ,vagabunden eingesperrt werden1 weil sie herumlaufen1 ohne zu arbeiten8 ,und doch will sie niemand als ,arbeiter in ,dienst nehmen1 so eifrig sie sich auch anbieten4 ,denn mit der ,landarbeit1 an die sie gewhnt sind1 ist es vorbei1 wo nicht gest wird2 gengt doch ein einziger ,schaf- oder ,rinderhirt als ,aufsicht1 um von seinen ,herden ein ,stck ,land abweiden zu lassen1 zu dessen ,bestellung als ,saatfeld viele ,hnde notwendig waren4 ,so kommt es auch1 da an vielen ,orten die ,lebensmittel wesentlich teurer geworden sind4 ,ja1 auch die ,wolle ist so im ,preis gestiegen1 da eure weniger bemittelten ,tuchmacher sie berhaupt nicht mehr kaufen knnen und dadurch in der ,mehrzahl arbeitslos werden4 ,nachdem man nmlich die ,weideflchen so vergrert hatte1 raffte eine ,seuche eine unzhlige ,menge ,schafe hinweg1 gleich als ob ,gott die ,habgier der ,besitzer htte bestrafen wollen mit der ,seuche1 die er unter ihre ,schafe sandte und die -- so wre es gerechter gewesen -- die ,eigentmer selbst htte treffen mssen4 ,mag aber auch die ,zahl der ,schafe noch so sehr zunehmen1 der ,preis der ,wolle fllt nicht1 weil der ,handel damit1 wenn man ihn auch nicht ,monopol nennen darf1 da ja nicht blo einer verkauft1 sicher doch ein ,oligopol ist4 ,die ,schafe befinden sich nmlich fast smtlich in den ,hnden einiger weniger1 und zwar eben der reichen ,leute1 die keine ,notwendigkeit dazu drngt1 eher zu verkaufen1 als es ihnen beliebt1 und es beliebt ihnen nicht eher1 als bis sie beliebig teuer verkaufen knnen4 ,wenn ferner auch die brigen ,viehsorten in gleicher ,weise im ,preise gestiegen sind1 so ist dafr derselbe ,grund magebend1 und zwar hierfr erst recht1 weil sich nmlich nach ,zerstrung der ,bauernhfe und nach ,vernichtung der ,landwirtschaft niemand mehr mit der ,aufzucht von ,jungvieh abgibt4 ,jene ,reichen treiben nmlich nur ,schafzucht1 ziehen aber kein ,rindvieh mehr auf4 ,sie kaufen vielmehr anderswo ,magervieh billig auf1 msten es auf ihren ,weiden und verkaufen es dann fr viel ,geld weiter4 ,und nur deshalb empfindet man1 meine ich1 den ganzen ,schaden dieses ,verfahrens noch nicht in vollem ,umfange1 weil jene bis jetzt die ,preise nur dort hochgetrieben haben1 wo sie verkaufen4 ,schaffen sie aber erst einmal eine ,zeitlang das ,vieh schneller fort1 als es nachwachsen kann1 so nimmt dann schlielich auch dort1 wo es aufgekauft wird1 der ,bestand allmhlich ab1 und es entsteht dann durch starken ,mangel notwendigerweise eine ,notlage4 ,so hat die ruchlose ,habgier einiger weniger das1 was das ganz besondere ,glck dieser eurer ,insel zu sein schien1 gerade euer ,verderben werden lassen4 ,denn diese ,verteuerung der ,lebensmittel ist fr einen jeden der ,anla1 soviel ,dienerschaft wie mglich zu entlassen3 wohin1 so frage ich1 wenn nicht zur ,bettelei oder1 wozu man ritterliche ,gemter leichter berreden kann1 zur ,ruberei8 ,was soll man aber dazu sagen1 da sich zu dieser elenden ,verarmung und ,not noch lstige ,verschwendungssucht gesellt8 ,denn sowohl die ,dienerschaft des ,adels wie die ,handwerker und fast ebenso die ,bauern selbst1 ja1 alle ,stnde berhaupt1 treiben viel bermigen ,aufwand in ,kleidung und zu groen ,luxus im ,essen4 ,denke ferner an die ,kneipen1 ,bordelle und an die andere ,art von ,bordellen1 ich meine die ,weinschenken und die ,bierhuser1 schlielich an die so zahlreichen nichtsnutzigen ,spiele1 wie ,wrfelspiel1 ,karten1 ,wrfelbecher1 ,ball-1 ,kugel- und ,scheibenspiel6 ,treibt nicht alles dies seine ,anbeter geradeswegs zum ,raube auf die ,strae1 sobald sie ihr ,geld vertan haben8 ,bekmpft diese verderblichen ,seuchen6 ,trefft die ,bestimmung1 da diejenigen1 die die ,gehfte und lndlichen ,siedlungen zerstrt haben1 sie wieder aufbauen oder denen abtreten1 die zum ,wiederaufbau bereit sind und bauen wollen6 ,schrnkt jene blen ,aufkufe der ,reichen und die ,freiheit ihres ,handels ein1 der einem ,monopol gleichkommt6 ,die ,zahl derer1 die vom ,miggang leben1 soll kleiner werden2 der ,ackerbau soll wieder aufleben2 die ,wollspinnerei soll wieder in ,gang kommen1 damit es eine ehrbare ,beschftigung gibt1 durch die jene ,schar von ,tagedieben einen nutzbringenden ,erwerb findet1 sie1 die die ,not bisher zu ,dieben gemacht hat oder die jetzt ,landstreicher oder mige ,dienstmannen sind und ohne ,zweifel dereinst ,diebe sein werden6 ,soviel steht fest3 wenn ihr diesen belstnden nicht abhelft1 so mgt ihr euch umsonst eurer ,gerechtigkeit bei der ,bestrafung von ,diebsthlen rhmen6 ,eure ,justiz blendet wohl durch den ,schein1 aber gerecht oder ntzlich ist sie nicht4 ,wenn ihr den ,menschen eine klgliche ,erziehung zuteil werden und ihren ,charakter von zarter ,jugend an allmhlich verderben lat1 um sie offenbar erst dann zu bestrafen1 wenn sie als ,erwachsene die ,schandtaten begehen1 die man von ,kindheit an bei ihnen dauernd erwartet hat1 was tut ihr da anderes1 ich bitte euch1 als da ihr sie erst zu ,dieben macht und dann bestraft8 ,schon whrend ich so sprach1 hatte sich jener ,rechtsgelehrte zum ,reden fertig gemacht und sich entschlossen1 jene bliche ,methode der ,schuldisputanten anzuwenden1 die sorgfltiger wiederholen als antworten2 in dem ,grade macht fr sie ihr ,gedchtnis einen guten ,teil ihres ,ruhmes aus4 ,was du da sagst1 klingt in der ,tat recht hbsch1 erwiderte er4 ,freilich darf man nicht vergessen1 da du als ,fremder ber diese ,dinge mehr nur etwas hast hren als genau erforschen knnen1 was ich mit wenigen ,worten beweisen werde4 ,und zwar will ich zuerst deine ,ausfhrungen der ,reihe nach durchgehen2 sodann will ich zeigen1 worin du dich infolge von ,unkenntnis unserer ,verhltnisse getuscht hast2 zum ,schlu will ich alle deine ,thesen entkrften und widerlegen4 ,um also mit dem ersten ,teile meines ,versprechens zu beginnen1 so hast du1 wie mir scheint1 444 ,still6 rief da der ,kardinal4 ,da du nmlich so anfngst1 wirst du1 wie mir scheint1 nicht mit einigen wenigen ,worten nur antworten wollen4 ,deshalb soll dir fr den ,augenblick die ,mhe zu antworten erspart bleiben4 ,wir wollen dir jedoch diese ,verpflichtung uneingeschrnkt fr eure nchste ,zusammenkunft aufheben1 die ich schon morgen stattfinden lassen mchte1 falls ihr1 du und ,raphael1 nichts anderes vorhaben solltet4 ,inzwischen aber htte ich von dir1 mein ,raphael1 sehr gern gehrt1 warum du der ,ansicht bist1 ,diebstahl sei nicht mit dem ,tode zu bestrafen1 und welche andere ,strafe du selbst vorschlgst1 die mehr dem ffentlichen ,interesse entspricht2 denn dafr1 den ,diebstahl einfach zu dulden1 bist du doch gewi auch nicht4 ,wenn man aber jetzt sogar trotz der ,lebensgefahr das ,stehlen nicht lt1 welche ,gewalt oder welche ,befrchtung knnte dann die ,verbrecher abschrecken1 nachdem ihnen erst einmal ihr ,leben gesichert ist8 ,wrden sie es nicht so auffassen1 als ob die ,milderung der ,strafe sie gewissermaen durch eine ,prmie zum ,verbrechen geradezu ermuntere8 ,ich bin durchaus der ,ansicht1 gtiger ,vater1 erwiderte ich1 da es ganz ungerecht ist1 einem ,menschen das ,leben zu nehmen1 weil er ,geld gestohlen hat2 denn auch smtliche ,glcksgter knnen meiner ,meinung nach ein ,menschenleben nicht aufwiegen4 ,wollte man nun aber sagen1 diese ,strafe solle die ,rechtsverletzung oder die bertretung der ,gesetze1 nicht das gestohlene ,geld aufwiegen1 mte man dann nicht erst recht jenes strengste ,recht als grtes ,unrecht bezeichnen8 ,denn weder darf man ,gesetze nach ,art eines ,manlius billigen1 so da bei einer ,gehorsamsverweigerung auch in den leichtesten ,fllen sofort das ,schwert zum ,todesstreiche gezckt wird1 noch so stoische ,grundstze1 da man die ,vergehen alle als gleich beurteilt und der ,ansicht ist1 es sei kein ,unterschied1 ob einer einen ,menschen ttet oder ihm nur ,geld raubt1 ,vergehen1 zwischen denen berhaupt keine hnlichkeit oder ,verwandtschaft besteht1 wenn ,recht und ,billigkeit berhaupt noch etwas gelten4 ,gott hat es verboten1 jemanden zu tten1 und wir tten so leichten ,herzens um eines gestohlenen ,smmchens willen8 ,sollte es aber jemand so auffassen wollen1 als ob jenes gttliche ,gebot die ,ttung eines ,menschen nur insoweit verbiete1 als sie nicht ein menschliches ,gesetz gebietet1 was steht dann dem im ,wege1 da die ,menschen auf dieselbe ,weise unter sich festsetzen1 inwieweit ,unzucht zu dulden sei und ,ehebruch und ,meineid8 ,gott hat einem jeden die ,verfgung nicht nur ber ein fremdes1 sondern sogar ber das eigene ,leben genommen2 wenn aber menschliches bereinkommen1 sich unter gewissen ,voraussetzungen gegenseitig tten zu drfen1 so viel gelten soll1 da es seine dienstbaren ,geister von den ,bindungen jenes ,gebotes befreit und diese dann ohne jede gttliche ,strafe ,menschen ums ,leben bringen drfen1 die ,menschensatzung zu tten befiehlt1 bleibt dann nicht jenes ,gottesgebot nur insoweit in ,geltung1 als ,menschenrecht es erlaubt8 ,und so wird es in der ,tat dahin kommen1 da auf dieselbe ,weise die ,menschen festsetzen1 inwieweit ,gottes ,gebote beachtet werden sollen6 ,und schlielich hat sogar das mosaische ,gesetz1 obwohl erbarmungslos und hart1 da es fr ,sklavenseelen1 und zwar fr verstockte1 erlassen war1 den ,diebstahl trotzdem nur mit ,geld und nicht mit dem ,tode bestraft4 ,wir wollen doch nicht glauben1 da ,gott mit dem neuen ,gesetz der ,gnade1 durch das er als ,vater seinen ,kindern gebietet1 uns grere ,freiheit gewhrt hat1 gegeneinander zu wten6 ,das sind die ,grnde1 die ich gegen die ,todesstrafe vorzubringen habe4 ,in welchem ,grade aber widersinnig und sogar verderblich fr den ,staat eine gleichmige ,bestrafung des ,diebes und des ,mrders ist1 das wei1 meine ich1 jeder4 ,wenn nmlich der ,ruber sieht1 da einem1 der wegen bloen ,diebstahls verurteilt ist1 keine geringere ,strafe droht1 als wenn der ,betreffende auerdem noch des ,mordes berfhrt wird1 so veranlat ihn schon diese eine berlegung zur ,ermordung desjenigen1 den er andernfalls nur beraubt htte4 ,denn abgesehen davon1 da fr einen1 der ertappt wird1 die ,gefahr nicht grer ist1 gewhrt ihm der ,mord sogar noch grere ,sicherheit und mehr ,aussicht1 da die ,tat unentdeckt bleibt1 da ja der1 der sie anzeigen knnte1 beseitigt ist4 ,whrend wir uns also bemhen1 den ,dieben durch allzu groe ,strenge ,schrecken einzujagen1 spornen wir sie dazu an1 gute ,menschen umzubringen4 ,was ferner die bliche ,frage nach einer besseren ,art der ,bestrafung anlangt1 so ist diese viel leichter zu finden als eine noch weniger gute4 ,warum sollten wir denn eigentlich an der ,ntzlichkeit jener ,methode der ,bestrafung von ,verbrechen zweifeln1 die1 wie wir wissen1 in alten ,zeiten so lange den ,rmern zugesagt hat1 die doch so groe ,erfahrung in der ,staatsverwaltung besaen8 ,diese pflegten nmlich berfhrte ,schwerverbrecher zur ,arbeit in den ,steinbrchen und ,bergwerken zu verurteilen1 wo sie dauernd ,fesseln tragen muten4 ,jedoch habe ich in dieser ,beziehung auf meinen ,reisen bei keinem ,volke eine bessere ,einrichtung gefunden als in ,persien bei den sogenannten ,polyleriten1 einem ansehnlichen ,volke mit einer recht verstndigen ,verfassung1 das dem ,perserknig nur einen jhrlichen ,tribut zahlt1 im brigen aber unabhngig ist und nach eigenen ,gesetzen lebt4 ,sie wohnen weitab vom ,meere1 sind fast ganz von ,bergen eingeschlossen1 begngen sich in jeder ,beziehung durchaus mit den ,ertrgnissen ihres ,landes und pflegen mit anderen ,vlkern wenig ,verkehr4 ,infolgedessen sind sie auch1 einem alten ,herkommen ihres ,volkes entsprechend1 nicht auf ,erweiterung ihres ,gebietes bedacht4 ,innerhalb dieses selbst aber bieten ihnen ihre ,berge sowie das ,geld1 das sie dem ,eroberer zahlen1 mhelos ,schutz vor jeder ,gewalttat4 ,vllig frei vom ,kriegsdienst1 fhren sie ein nicht ebenso glnzendes wie bequemes ,leben in mehr ,glck als ,vornehmheit und ,berhmtheit1 ja nicht einmal dem ,namen nach1 meine ich1 hinreichend bekannt auer in der ,nachbarschaft4 ,wer nun bei den ,polyleriten wegen ,diebstahls verurteilt wird1 gibt das ,gestohlene dem ,eigentmer zurck1 nicht1 wie es anderswo ,brauch ist1 dem ,landesherrn1 weil dieser nach ihrer ,meinung auf das gestohlene ,gut ebenso wenig ,anspruch hat wie der ,dieb selbst4 ,ist es aber abhanden gekommen1 so ersetzt und bezahlt man seinen ,wert aus dem ,besitz der ,diebe1 den ,rest behalten ihre ,frauen und ,kinder unverkrzt1 und die ,diebe selbst verurteilt man zu ,zwangsarbeit4 ,nur wenn schwerer ,diebstahl vorliegt1 sperrt man sie ins ,arbeitshaus1 wo sie ,fufesseln tragen mssen2 sonst behalten sie ihre ,freiheit und verrichten ungefesselt ffentliche ,arbeiten4 ,zeigen sie sich widerspenstig und zu trge1 so legt man sie zur ,strafe nicht in ,fesseln1 sondern treibt sie durch ,prgel zur ,arbeit an2 ,fleiige dagegen bleiben von ,gewaltttigkeiten verschont2 nur des ,nachts schliet man sie in ,schlafrume ein1 nachdem man sie durch ,namensaufruf kontrolliert hat4 ,die dauernde ,arbeit ist die einzige ,unannehmlichkeit in ihrem ,leben4 ,ihre ,verpflegung ist nmlich nicht krglich4 ,fr diejenigen1 die ffentliche ,arbeiten verrichten1 wird sie aus ffentlichen ,mitteln bestritten1 und zwar in den einzelnen ,gegenden auf verschiedene ,weise4 ,hier und da nmlich deckt man den ,aufwand fr sie aus ,almosen2 wenn diese ,methode auch unsicher ist1 so bringt doch bei der mildttigen ,gesinnung jenes ,volkes keine andere einen reicheren ,ertrag4 ,anderswo wieder sind gewisse ffentliche ,einknfte fr diesen ,zweck bestimmt4 ,in manchen ,gegenden findet dafr auch eine feste ,kopfsteuer ,verwendung4 ,ja1 an einigen ,orten verrichten die ,strflinge keine ,arbeit fr die ffentlichkeit1 sondern1 wenn ein ,privatmann ,lohnarbeiter braucht1 so mietet er die ,arbeitskraft eines beliebigen von ihnen auf dem ,markte fr den betreffenden ,tag und zahlt dafr einen festgesetzten ,lohn1 nur etwas weniger1 als er fr freie ,lohnarbeit wrde zahlen mssen4 ,auerdem steht ihm das ,recht zu1 faule ,sklaven zu peitschen4 ,auf diese ,weise haben sie niemals ,mangel an ,arbeit1 und auer seinem ,lebensunterhalt verdient jeder tglich noch etwas1 was er an die ,staatskasse abfhrt4 ,sie allein sind alle in eine bestimmte ,farbe gekleidet und tragen das ,haar nicht vollstndig geschoren1 sondern nur ein ,stck ber den ,ohren verschnitten1 und das eine ,ohr ist etwas gestutzt4 ,speise1 ,trank und ,kleidung von seiner ,farbe darf sich jeder von seinen ,freunden geben lassen2 wer dagegen ein ,geldgeschenk gibt oder annimmt1 wird mit dem ,tode bestraft2 und nicht weniger gefhrlich ist es auch fr einen ,freien1 aus irgendeinem ,grunde von einem ,strfling ,geld anzunehmen1 und ebenso fr die ,sklaven -- so nennt man nmlich die ,strflinge --1 ,waffen anzurhren4 ,jede ,landschaft macht ihre ,sklaven durch ein eigenes1 unterscheidendes ,zeichen kenntlich1 das abzulegen bei ,todesstrafe verboten ist4 ,dieselbe ,strafe trifft auch den1 der sich auerhalb seines ,bezirks sehen lt oder mit einem ,sklaven eines anderen ,bezirks ein ,wort spricht4 ,die ,planung einer ,flucht ist ebenso gefhrlich wie ihre ,ausfhrung2 schon von einem solchen ,plane gewut zu haben1 bedeutet fr den ,sklaven den ,tod und fr den ,freien ,knechtschaft4 ,dagegen sind auf ,anzeigen ,preise ausgesetzt1 und zwar erhlt ein ,freier ,geld1 ein ,sklave dagegen die ,freiheit2 beiden aber gewhrt man ,verzeihung und ,straflosigkeit1 auch wenn sie von der ,sache gewut haben4 ,dadurch will man verhten1 da es mehr ,sicherheit bietet1 auf einem schlimmen ,plane zu beharren als ihn zu bereuen4 ,so also ist diese ,angelegenheit gesetzlich geregelt1 wie ich es beschrieben habe4 ,wie menschlich und zweckmig dieses ,verfahren ist1 kann man leicht einsehen4 bt es doch nur insoweit ,strenge aus1 als die ,verbrechen beseitigt werden2 dabei kostet es kein ,menschenleben1 und die beltter werden so behandelt1 da sie gar nicht anders knnen1 als gut zu sein und den ,schaden1 den sie vorher angerichtet haben1 durch ihr weiteres ,leben wieder gutzumachen4 ,da ferner ,strflinge in ihre alte ,lebensweise verfallen knnten1 ist durchaus nicht zu befrchten4 ,infolgedessen halten sich auch ,fremde1 die irgendwohin reisen mssen1 unter keiner anderen ,fhrung fr sicherer als unter der jener ,sklaven1 die dann von einer ,gegend zur anderen unmittelbar wechseln4 ,denn sie besitzen nichts1 was sie zu einem ,raubberfall reizen knnte3 in der ,hand haben sie keine ,waffe1 ,geld wrde ihre verbrecherische ,tat nur verraten1 und der ,ertappte mte mit ,bestrafung und vlliger ,aussichtslosigkeit1 irgendwohin fliehen zu knnen1 rechnen4 ,wie sollte es nmlich jemand auch fertig bringen1 vllig unbemerkt zu fliehen1 wenn sich seine ,kleidung in jedem ,stck von der seiner ,landsleute unterscheidet8 ,er mte sich denn gerade nackend entfernen4 ,ja1 auch in dem ,falle wrde den ,ausreier das ,ohr verraten4 ,aber knnten die ,strflinge nicht vielleicht an eine ,verschwrung gegen den ,staat denken8 ,wre das nicht doch eine ,gefahr8 ,als ob irgendeine ,gruppe solch eine ,hoffnung hegen drfte1 ehe nicht die ,sklaven zahlreicher ,landschaften unruhig geworden und aufgewiegelt sind1 denen es nicht einmal erlaubt ist zusammenzukommen1 miteinander zu sprechen oder sich gegenseitig zu gren1 die also noch viel weniger eine ,verschwrung anzetteln knnten6 ,sollte man ferner annehmen drfen1 sie wrden diesen ,plan inzwischen unbesorgt ihren ,anhngern anvertrauen1 whrend sie doch wissen1 da ,verschweigen gefhrlich1 ,verrat aber hchst vorteilhaft ist8 ,und dabei hat niemand so gnzlich die ,hoffnung aufgegeben1 doch irgendwann einmal die ,freiheit wieder zu erlangen1 wenn er sich gehorsam zeigt und eine ,besserung in der ,zukunft zuversichtlich erwarten lt4 ,wird doch in jedem ,jahre ein paar ,sklaven zum ,lohn fr geduldiges ,ausharren die ,freiheit wieder geschenkt4 ,so sprach ich4 ,als ich dann noch hinzufgte1 es liege meiner ,meinung nach gar kein ,grund vor1 dieses ,verfahren nicht auch in ,england anzuwenden1 und zwar mit viel grerem ,erfolg als jenen ,rechtsbrauch1 den der ,jurist so sehr gelobt hatte1 da erwiderte mir dieser sofort3 ,niemals liee sich dieser ,brauch in ,england einfhren1 ohne da der ,staat dadurch in die grte ,gefahr geriete6 ,und bei diesen ,worten schttelte er den ,kopf1 verzog den ,mund und schwieg dann1 und alle ,anwesenden stimmten ihm zu4 ,da meinte der ,kardinal3 ,man kann nicht so leicht voraussagen1 ob die ,sache gnstig oder ungnstig ausgeht1 solange man sie berhaupt noch nicht erprobt hat4 ,aber nach ,verkndigung eines ,todesurteils knnte ja der ,landesherr einen ,aufschub der ,vollstreckung anordnen und unter ,einschrnkung der ,privilegien der ,asylsttten dieses neue ,verfahren erproben4 ,sollte es sich durch den ,erfolg als zweckmig bewhren1 so wre es wohl richtig1 es zur dauernden ,einrichtung zu machen4 ,andernfalls knnte man ja die vorher ,verurteilten auch dann noch hinrichten1 und das wre von nicht geringem ,vorteil fr den ,staat und nicht ungerechter1 als wenn es gleich geschhe1 und auch in der ,zeit des ,aufschubs knnte keine ,gefahr daraus erwachsen4 ,ja1 wie mir sicher scheint1 wrde dieselbe ,behandlung auch den ,landstreichern gegenber sehr angebracht sein2 denn gegen sie haben wir zwar bis jetzt eine ,menge ,gesetze erlassen1 aber trotzdem noch nichts erreicht4 ,sobald der ,kardinal das gesagt hatte -- dasselbe1 worber sich alle verchtlich geuert hatten1 als sie es von mir hrten --1 wetteiferte jeder1 ihm das hchste ,lob zu spenden1 besonders jedoch seinem ,vorschlag in betreff der ,landstreicher1 weil er den von sich aus hinzugefgt hatte4 ,vielleicht wre es besser1 das1 was jetzt folgte1 gar nicht zu erwhnen -- es war nmlich lcherlich --1 aber ich will es doch erzhlen2 denn es war nicht bel und gehrte in gewissem ,sinne zu unserer ,sache4 ,es stand zufllig ein ,schmarotzer dabei1 der offenbar den ,narren spielen wollte1 sich aber so schlecht verstellte1 da er mehr einem wirklichen ,narren glich1 indem er mit so faden uerungen nach ,gelchter haschte1 da man hufiger ber seine ,person als ber seine ,worte lachte4 ,zuweilen jedoch uerte der ,mensch auch etwas1 was nicht ganz so albern war1 so da er das ,sprichwort besttigte3 ,wer viel wrfelt1 hat auch einmal ,glck4 ,da meinte einer von den ,tischgenossen1 ich htte mit meiner ,rede gut fr die ,diebe gesorgt und der ,kardinal auch noch fr die ,landstreicher2 nun bleibe nur noch brig1 von ,staats wegen auch noch die zu versorgen1 die durch ,krankheit oder ,alter in ,not geraten und arbeitsunfhig geworden seien4 ,la mich das machen6 rief da der ,spavogel4 ,ich will auch das in ,ordnung bringen6 ,denn es ist mein sehnlicher ,wunsch1 mich vom ,anblick dieser ,sorte ,menschen irgendwie zu befreien4 ,mehr als einmal sind sie mir schwer zur ,last gefallen1 wenn sie mich mit ihrem ,klagegeheul um ,geld anbettelten4 ,niemals jedoch konnten sie das schn genug anstimmen1 um auch nur einen ,pfennig von mir zu erpressen4 ,es ist bei mir nmlich immer das eine von beiden der ,fall3 entweder habe ich keine ,lust1 etwas zu geben1 oder ich habe nicht die ,mglichkeit dazu1 weil ich nichts zu geben habe4 ,infolgedessen werden die ,bettler jetzt allmhlich vernnftig4 ,um sich nmlich nicht unntig anzustrengen1 reden sie mich gar nicht mehr an1 wenn sie mich vorbergehen sehen4 ,so wenig erhoffen sie von mir noch etwas1 in der ,tat nicht mehr1 als wenn ich ein ,priester wre4 ,aber jetzt befehle ich1 ein ,gesetz zu erlassen1 dem zufolge alle jene ,bettler ohne ,ausnahme auf die ,benediktinerklster verteilt und zu sogenannten ,laienbrdern gemacht werden2 die ,weiber aber1 ordne ich an1 sollen ,nonnen werden4 ,da lchelte der ,kardinal und stimmte im ,scherz zu1 die anderen dann auch im ,ernst4 ,indessen heiterte dieser ,witz ber die ,priester und ,mnche einen ,theologen1 einen ,klosterbruder1 so auf1 da er1 sonst ein ernster1 ja beinahe finsterer ,mann1 jetzt gleichfalls anfing1 ,spa zu machen4 ,aber auch so1 rief er1 wirst du die ,bettler nicht loswerden1 wenn du nicht auch fr uns ,klosterbrder sorgst6 ,aber das ist doch schon geschehen1 erwiderte der ,parasit4 ,der ,kardinal hat ja vortrefflich fr euch gesorgt1 indem er fr die ,tagediebe ,zwangsarbeit festsetzte2 denn ihr seid doch die grten ,tagediebe4 ,da blickten alle auf den ,kardinal4 ,als sie aber sahen1 da er auch diese ,bemerkung nicht zurckwies1 fingen sie alle an1 sie mit groem ,vergngen aufzunehmen2 nur der ,klosterbruder machte eine ,ausnahme4 ,der nmlich1 mit solchem ,essig bergossen1 geriet dermaen in ,zorn und ,hitze -- worber ich mich auch gar nicht wundere --1 da er sich nicht mehr beherrschen konnte und zu schimpfen anfing4 ,er nannte den ,menschen einen ,taugenichts1 einen ,verleumder1 einen ,ohrenblser und ein ,kind der ,verdammnis und fhrte zwischendurch schreckliche ,drohungen aus der ,heiligen ,schrift an4 ,jetzt aber begann der ,witzbold ernsthaft zu spaen1 und da war er ganz in seinem ,element4 ,zrne nicht1 lieber ,bruder6 sagte er4 ,es steht geschrieben3 ',durch standhaftes ,ausharren sollt ihr euch das ,leben gewinnen4' ,darauf erwiderte der ,klosterbruder -- ich will nmlich seine eigenen ,worte wiedergeben --3 ,ich zrne nicht1 du ,galgenstrick1 oder ich sndige wenigstens nicht damit4 ,denn der ,psalmist sagt3 ',zrnt und sndigt nicht6' ,darauf ermahnte der ,kardinal den ,klosterbruder in sanftem ,tone1 sich zu migen4 ,doch der antwortete3 ,herr1 ich spreche nur in redlichem ,eifer1 wie ich es tun mu4 ,denn auch heilige ,mnner haben einen redlichen ,eifer bewiesen1 weswegen es heit3 ',der ,eifer um dein ,haus hat mich verzehrt'4 ,und in den ,kirchen singt man3 ',die ,sptter ,elisas1 ,whrend er hinaufsteigt zum ,hause ,gottes1 ,bekommen den ,eifer des ,kahlkopfs zu spren'1 wie ihn vielleicht auch dieser ,sptter da1 dieser ,possenreier1 dieser ,bruder ,liederlich noch zu spren bekommen wird4 ,du handelst vielleicht in ehrlicher ,erregung1 sagte der ,kardinal1 aber mir will scheinen1 es wrde mglicherweise frmmer1 bestimmt aber klger von dir sein1 wenn du nicht mit einem trichten und lcherlichen ,menschen einen lcherlichen ,streit beginnen wolltest4 ,nein1 ,herr1 das wrde nicht klger von mir sein1 erwiderte er4 ,sagt doch selbst der weise ,salomo3 ',antworte dem ,narren gem seiner ,narrheit6'1 wie ich es jetzt tue und ihm die ,grube zeige1 in die er fallen wird1 wenn er nicht recht auf der ,hut ist4 ,wenn nmlich die vielen ,sptter ,elisas1 der doch nur ein ,kahlkopf war1 den ,eifer des ,kahlkopfes zu spren bekommen haben1 um wieviel mehr wird ein einziger ,sptter den ,eifer der vielen ,klosterbrder zu spren bekommen1 unter denen sich doch viele ,kahlkpfe befinden6 ,und auerdem haben wir ja noch eine ppstliche ,bulle1 auf ,grund deren alle1 die sich ber uns lustig machen1 der ,kirchenbann trifft4 ,sobald der ,kardinal sah1 da der ,streit kein ,ende nehmen wollte1 gab er dem ,schmarotzer einen ,wink1 sich zu entfernen1 und brachte die ,rede auf ein anderes ,thema1 das auch ,anklang fand4 ,bald darauf stand er von der ,tafel auf1 entlie uns und widmete sich seinen ,lehnsleuten1 deren ,anliegen er sich anhrte4 ,sieh da1 mein lieber ,morus1 wie lang ist doch die ,geschichte geworden1 mit der ich dich belstigt habe6 ,ich htte mich entschieden geschmt1 so ausfhrlich zu werden1 wenn du es nicht dringend zu wissen verlangt httest und wenn es mir nicht den ,eindruck gemacht htte1 als wolltest du auch nicht ein ,wort von jenem ,gesprch ausgelassen wissen2 mit solcher ,aufmerksamkeit hrtest du mir zu4 ,ich mute dies jedoch alles erzhlen -- freilich htte es wesentlich krzer geschehen knnen --1 um die ,urteilsfhigkeit dieser ,leute ins rechte ,licht zu rcken3 wovon sie nmlich nichts wissen wollten1 als sie es aus meinem ,munde hrten1 eben das billigten sie auf der ,stelle1 als es der ,kardinal billigte1 und zwar gingen sie in ihrer ,lobhudelei so weit1 da sie sich sogar die ,einflle seines ,schmarotzers1 die sein ,herr im ,scherz nicht zurckwies1 in schmeichlerischer ,weise gefallen lieen und sie beinahe fr ,ernst nahmen4 ,daraus kannst du ermessen1 wie hoch die ,hflinge mich mit meinen ,ratschlgen einschtzen wrden4 ,in der ,tat1 mein lieber ,raphael1 erwiderte ich1 deine ,erzhlung war ein groer ,genu fr mich2 so klug und treffend zugleich hast du alles gesagt4 ,auerdem war es mir whrenddem so1 als befnde ich mich wieder in meiner ,heimat1 und nicht blo dies1 sondern als erlebte ich gewissermaen noch einmal meine ,kindheit1 bei der angenehmen ,erinnerung an jenen ,kardinal1 an dessen ,hofe ich als ,knabe erzogen worden bin4 ,lieb und wert warst du mir ja auch sonst schon1 mein ,raphael1 aber um wieviel teurer du mir durch die so hohe ,ehrung des ,andenkens an jenen ,mann geworden bist1 kannst du dir kaum vorstellen4 ,im brigen kann ich bis jetzt meine ,ansicht in keinerlei ,weise ndern2 ich bin vielmehr entschieden der ,meinung1 wenn du dich entschlieen knntest1 deine ,abneigung gegen die ,frstenhfe aufzugeben1 so knntest du mit deinen ,ratschlgen der ffentlichkeit den grten ,nutzen stiften4 ,deshalb ist dies deine hchste ,pflicht1 die ,pflicht eines braven ,mannes4 ,und wenn vollends dein ,plato der ,ansicht ist1 die ,staaten wrden erst dann glcklich sein1 wenn entweder die ,philosophen ,knige seien oder die ,knige sich mit ,philosophie befaten1 wie fern wird da das ,glck noch sein1 wenn es die ,philosophen sogar fr unter ihrer ,wrde halten1 den ,knigen ihren guten ,rat zuteil werden zu lassen4 ,sie sind nicht so ungefllig1 antwortete er1 da sie das nicht gern tun wrden -- sie haben es ja auch schon durch die ,verffentlichung zahlreicher ,bcher getan --1 wenn nur die ,machthaber bereit wren1 die guten ,ratschlge auch zu befolgen4 ,aber ohne ,zweifel hat ,plato richtig vorausgesehen1 da die ,knige nur dann die ,ratschlge philosophierender ,mnner gutheien werden1 wenn sie sich selbst mit ,philosophie beschftigen4 ,sind sie doch von ,kindheit an mit verkehrten ,meinungen getrnkt und von ihnen angesteckt1 was ,plato in eigener ,person am ,hofe des ,dionysius erfahren mute4 ,oder meinst du nicht1 ich wrde auf der ,stelle fortgejagt oder verspottet werden1 wenn ich am ,hofe irgendeines ,knigs gesunde ,manahmen vorschlge und verderbliche ,saaten schlechter ,ratgeber auszureien versuchte8 ,wohlan1 stelle dir vor1 ich lebte am ,hofe des ,knigs von ,frankreich und se mit in seinem ,rate1 whrend man in geheimster ,zurckgezogenheit unter dem ,vorsitze des ,knigs selbst in einem ,kreise der klgsten ,mnner mit groem ,eifer darber verhandelt1 mit welchen ,rnken und ,machenschaften der ,knig es fertig bringen kann1 ,mailand zu behaupten1 jenes immer aufs neue abfallende ,neapel wiederzugewinnen1 ferner ,venedig zu vernichten und sich ganz ,italien zu unterwerfen1 sodann ,flandern1 ,brabant und schlielich ganz ,burgund seinem ,reiche einzuverleiben und auerdem noch andere ,vlker1 in deren ,land der ,knig schon lngst im ,geiste eingefallen ist4 ,hier rt der eine1 mit den ,venetianern ein ,bndnis zu schlieen1 aber nur fr so lange1 als es den ,franzosen ,nutzen bringt2 mit ihnen gemeinschaftliche ,sache zu machen1 ja auch einen ,teil der ,beute ihnen anzuvertrauen und dann wieder zurckzuverlangen1 wenn alles nach ,wunsch gegangen ist2 ein anderer wieder schlgt vor1 deutsche ,landsknechte anzuwerben2 ein dritter1 ,schweizer mit ,geld kirre zu machen2 ein vierter1 sich die ,gunst der kaiserlichen ,majestt durch ,gold wie durch ein ,weihgeschenk zu erkaufen4 ,ein anderer wieder rt dem ,frsten1 sich mit dem ,knig von ,aragonien gtlich zu einigen und ihm gleichsam als ,unterpfand des ,friedens das ,knigreich ,navarra abzutreten1 das ihm aber gar nicht gehrt4 ,unterdessen will ein anderer den ,prinzen von ,kastilien durch eine ,aussicht auf eine ,verschwgerung ins ,garn locken und einige ,granden seines ,hofes durch eine bestimmte ,barzahlung auf die ,seite ,frankreichs ziehen4 ,nun aber stt man auf die allergrte ,schwierigkeit1 was man nmlich bei alledem in betreff ,englands beschlieen soll3 immerhin msse man mit ihm doch wenigstens ,friedensverhandlungen anknpfen und das immer unsicher bleibende ,bndnis durch recht starke ,bande befestigen2 die ,englnder solle man zwar ,freunde nennen1 ihnen aber wie ,feinden mitrauen und deshalb die ,schotten fr jeden ,fall schlagfertig1 gleichsam auf ,posten1 in ,bereitschaft halten und sie sofort auf die ,englnder loslassen1 sobald sich diese irgendwie rhrten4 ,auerdem msse man einen hohen1 in der ,verbannung lebenden ,adligen untersttzen1 und zwar im geheimen -- eine offene ,protektion lassen nmlich die ,vertrge nicht zu --1 der den englischen ,thron fr sich beanspruche4 ,das solle fr den ,knig von ,frankreich eine ,handhabe sein1 den ,knig von ,england im ,zaume zu halten1 dem er nicht trauen drfe4 ,und nun denke dir1 hier1 bei einem solchen ,drange der ,geschfte1 wenn so viele ausgezeichnete ,mnner um die ,wette ,ratschlge fr den ,krieg erteilen1 stnde ich armseliges ,menschenkind auf und hiee pltzlich den ,kurs ndern1 schlge vor1 ,italien aufzugeben1 und behauptete1 man msse im ,lande bleiben2 das eine ,knigreich ,frankreich sei schon fast zu gro1 als da es ein einziger gut verwalten knne2 der ,knig solle doch nicht glauben1 er drfe noch an die ,einverleibung anderer ,reiche denken2 und ich riete ihnen dann weiter1 dem ,beispiele der ,achorier zu folgen1 eines ,volkes1 das der ,insel ,utopia im ,sdosten gegenberliegt4 ,in alten ,zeiten hatten sie einmal einen ,krieg gefhrt1 um ihrem ,knig den ,besitz eines zweiten ,reiches zu sichern1 das er auf ,grund einer alten ,verwandtschaft als sein ,erbe beanspruchte4 ,als sie endlich ihr ,ziel erreicht hatten1 muten sie jedoch einsehen1 da die ,behauptung des ,landes keineswegs leichter war als seine ,eroberung1 da vielmehr ohne ,unterla ,auflehnungen im ,inneren oder berflle auf die ,unterworfenen von auen daraus entstanden1 da sie so dauernd entweder fr oder gegen jene kmpfen muten1 da sich niemals die ,mglichkeit bot1 das ,heer zu entlassen1 da sie selber inzwischen ausgebeutet wurden1 da ihr ,geld ins ,ausland ging1 da sie ihr ,blut fr ein wenig ,ruhm eines ,fremden vergossen1 da der ,friede im ,inneren durchaus nicht gesicherter war1 da der ,krieg die ,moral verdarb1 da die ,raubsucht den ,menschen gleichsam in ,fleisch und ,blut berging1 da die ,rauflust infolge der ,metzeleien zunahm und da man die ,gesetze nicht mehr achtete4 ,und das alles1 weil der ,knig sein ,interesse1 das durch die ,sorge fr zwei ,reiche zersplittert wurde1 jedem einzelnen nicht nachdrcklich genug zuwenden konnte4 ,da nun die ,achorier sahen1 diese so schlimmen ,zustnde wrden auf andere ,weise kein ,ende nehmen1 faten sie endlich einen ,entschlu und lieen ihrem ,frsten in beraus hflicher ,form die ,wahl1 welches ,reich von beiden er behalten wolle2 beide knne er nmlich nicht lnger behalten2 sie seien ein zu groes ,volk1 um von einem 'halbierten' ,knig regiert zu werden1 wie sich ja auch niemand gern mit einem anderen seinen ,maultiertreiber wrde teilen wollen4 ,so sah sich denn jener brave ,frst gezwungen1 sein neues ,reich einem seiner ,freunde zu berlassen -- der brigens bald darauf gleichfalls verjagt wurde -- und sich mit dem alten zu begngen4 ,ferner wrde ich darauf hinweisen1 da alle diese kriegerischen ,versuche1 die um des ,knigs willen so viele ,vlker in ,unruhe versetzen wrden1 durch irgendein ,migeschick schlielich doch ohne ,erfolg enden knnten1 nachdem seine ,geldmittel erschpft und sein ,volk ruiniert seien4 ,ich wrde ihm deshalb raten1 sein ererbtes ,reich nach ,mglichkeit zu pflegen und zu frdern und es zu hchster ,blte zu bringen1 seine ,untertanen zu lieben und sich von ihnen lieben zu lassen1 mit ihnen zusammen zu leben1 sie mit ,milde zu regieren und andere ,reiche in ,frieden zu lassen1 da ihm ja schon genug und bergenug zugefallen sei4 ,mit was fr ,ohren1 meinst du1 mein ,morus1 mte man da wohl meine ,rede aufnehmen8 ,wahrhaftig1 nicht mit sehr geneigten1 erwiderte ich4 ,fahren wir also fort6 sagte er4 ,die ,ratgeber irgendeines ,knigs debattieren und klgeln mit ihm aus1 mit welchen ,schelmenstreichen sie ,gelder fr ihn aufhufen knnen4 ,einer rt dazu1 den ,geldwert zu erhhen1 wenn der ,knig selber eine ,zahlung zu leisten hat1 ihn aber anderseits unter das rechte ,ma zu senken1 wenn ihm eine ,zahlung zu leisten ist4 ,auf diese ,weise bezahlt er eine groe ,schuld mit wenig ,geld und erhlt fr eine kleine ausstehende ,forderung viel4 ,ein anderer wieder schlgt vor1 eine ,kriegsgefahr vorzutuschen1 unter diesem ,vorwand ,geld aufzubringen und dann zum geeignet erscheinenden ,zeitpunkt ,frieden zu schlieen1 und zwar unter feierlichen ,zeremonien2 dadurch solle der breiten ,masse des dummen ,volkes vorgegaukelt werden1 der fromme ,frst habe offenbar aus ,mitleid kein ,menschenblut vergieen wollen4 ,ein dritter ruft ihm gewisse alte1 von ,motten angefressene und lngst nicht mehr angewendete ,gesetze ins ,gedchtnis1 nach denen sich kein ,mensch mehr richte1 weil sich niemand besinnen knne1 da sie berhaupt jemals erlassen worden seien1 und er fordert ihn auf1 ,strafgelder fr diese ,nichtbefolgung einzuziehen3 kein ,ertrag sei ergiebiger und zugleich ehrenhafter1 da er ja die ,maske der ,gerechtigkeit zur ,schau trage4 ,ein vierter wieder fordert den ,knig auf1 unter ,androhung hoher ,geldstrafen eine ,menge ,verbote zu erlassen1 zumeist von ,handlungen1 die nicht den ,interessen des ,volkes dienen1 gegen ,geld aber ,leuten ,dispens zu erteilen1 deren ,privatinteressen ein ,verbot im ,wege steht4 ,auf diese ,weise ernte er den ,dank des ,volkes und habe doppelten ,gewinn1 einmal aus der ,bestrafung der ,leute1 die ihre ,erwerbsgier ins ,netz lockt1 und sodann aus dem ,verkauf der ,vorrechte an andere1 fr um so mehr ,geld natrlich1 je gewissenhafter der ,frst ist2 denn ein guter ,herrscher begnstigt nur ungern einen ,privatmann zum ,nachteile seines ,volkes und deshalb nur fr viel ,geld4 ,wieder ein anderer sucht den ,knig zu berreden1 ,richter anzustellen1 die in jeder beliebigen ,sache zu seinen ,gunsten entscheiden2 auerdem solle er sie einladen1 in seinem ,palaste und in seiner ,gegenwart ber seine ,angelegenheiten zu verhandeln2 dann werde keiner seiner ,prozesse so offensichtlich faul sein1 da nicht einer der ,richter1 sei es aus ,lust am ,widerspruch oder aus ,scheu vor ,wiederholung von schon ,gesagtem oder im ,haschen nach der kniglichen ,gunst irgendeinen ,ritz entdecken wrde1 in den man eine ,rechtsverdrehung einklemmen knne4 ,wenn dann erst einmal bei ,meinungsverschiedenheit der ,richter ber die an sich vllig klare ,sache debattiert und die ,wahrheit in ,frage gestellt werde1 so biete sich dem ,knig die gnstige ,gelegenheit1 das ,recht zu seinem eigenen ,vorteil auszulegen1 und die anderen wrden sich aus ,hochachtung oder aus ,furcht seiner ,meinung anschlieen4 ,und in diesem ,sinne fllt dann spter der ,gerichtshof unbedenklich das ,urteil2 denn es kann ja niemandem an einem ,vorwand fehlen1 sich zugunsten des ,frsten zu entscheiden4 ,gengt es ihm doch1 da entweder die ,billigkeit fr ihn spricht oder der ,wortlaut des ,gesetzes oder die gewaltsam verdrehte ,auslegung des ,sinnes eines ,schriftstckes oder1 was gewissenhaften ,richtern schlielich mehr gilt als alle ,gesetze1 des ,frsten unbestreitbares ,recht der obersten ,entscheidung4 ,kurz1 alle ,ratgeber sind der gleichen ,ansicht und wirken zusammen im ,sinne jenes ,wortes des ,crassus1 keine ,menge ,gold sei gro genug fr einen ,frsten1 der ein ,heer unterhalten msse4 ,auerdem kann nach ihrer ,meinung ein ,knig gar kein ,unrecht tun1 mag er es auch noch so sehr wnschen2 denn der gesamte ,besitz aller seiner ,untertanen wie auch diese selbst sind1 so glauben sie1 sein ,eigentum1 und jedem einzelnen gehrt nur so viel1 wie ihm seines ,knigs ,gnade noch lt4 ,der aber mu groen ,wert darauf legen1 da dieser ,rest mglichst gering ist2 denn seine ,sicherheit beruht darauf1 da sein ,volk nicht durch ,reichtum oder ,freiheit bermtig wird1 weil beides eine harte und ungerechte ,herrschaft weniger geduldig ertragen lt1 whrend anderseits ,armut und ,not abstumpfen1 geduldig machen und den ,untertanen in ihrer ,bedrngnis den grozgigen ,geistesschwung der ,emprung nehmen4 ,nun stelle dir wieder vor1 ich stnde jetzt noch einmal auf und behauptete1 alle diese ,plne seien fr den ,knig unehrenhaft und verderblich2 denn nicht nur seine ,ehre1 sondern auch seine ,sicherheit beruhe weniger auf seinem eigenen ,reichtum als auf dem seiner ,untertanen4 ,ich wrde dann weiter ausfhren1 da sich diese einen ,knig nicht in dessen1 sondern in ihrem eigenen ,interesse whlen1 um nmlich1 dank seiner eifrigen ,bemhung1 selber in ,ruhe und ,sicherheit vor ,gewalttaten zu leben4 ,deshalb hat der ,frst1 so wrde ich weiter sagen1 die ,pflicht1 mehr auf seines ,volkes ,wohlergehen als auf sein eigenes bedacht zu sein1 genau so wie es die ,pflicht eines ,hirten ist1 mehr fr die ,ernhrung seiner ,schafe als fr seine eigene zu sorgen1 wenigstens in seiner ,eigenschaft als ,schafhirt4 ,denn in der ,armut des ,volkes einen ,schutz zu sehen1 ist1 wie schon die ,erfahrung lehrt1 ein gewaltiger ,irrtum4 ,wo knnte man nmlich mehr ,zank und ,streit finden als unter ,bettlern8 ,und wer ist eifriger auf ,umsturz bedacht als der1 dem seine augenblickliche ,lage so gar nicht gefallen will8 ,oder wen beseelt schlielich ein khneres ,verlangen nach einem allgemeinen ,durcheinander1 in der ,hoffnung auf irgend welchen ,gewinn1 als den1 der nichts mehr zu verlieren hat8 ,sollte nun aber wirklich ein ,knig von seinen ,untertanen so sehr verachtet oder gehat werden1 da er sie nicht anders im ,zaume halten kann1 als indem er mit ,mihandlungen1 ,ausplnderung und ,gterparzellierung gegen sie vorgeht und sie an den ,bettelstab bringt1 dann wre es wirklich besser fr ihn1 er legte seine ,herrschaft nieder1 als da er sie mit ,hilfe solcher ,knste behauptet2 sie retten ihm wohl den ,namen seiner ,herrschaft1 aber ihrer ,erhabenheit geht er bestimmt verlustig4 ,denn es ist eines ,knigs nicht wrdig1 ber ,bettler zu herrschen1 sondern vielmehr ber reiche und glckliche ,menschen4 ,eben das meint sicherlich der hochgemute und geistig berlegene ,fabricius mit der ,antwort1 er wolle lieber ,reichen gebieten als selber reich sein4 ,und in der ,tat6 ,als einzelner in ,vergngen und ,genssen schwimmen1 whrend ringsherum andere seufzen und jammern1 das heit nicht ,hter eines ,thrones1 sondern eines ,kerkers sein4 ,kurzum3 wie es demjenigen ,arzte an jeder ,erfahrung fehlt1 der eine ,krankheit nur durch eine andere zu heilen versteht1 so mag der seine vllige ,unfhigkeit zur ,herrschaft ber ,freie ruhig eingestehen1 der das ,leben der ,staatsbrger nur dadurch zu bessern wei1 da er ihnen nimmt1 was das ,leben lebenswert macht4 ,ja wahrhaftig1 er soll doch lieber seine ,trgheit oder seinen ,stolz aufgeben2 denn diese ,laster ziehen ihm in der ,regel die ,verachtung oder den ,ha seines ,volkes zu4 ,er soll rechtschaffen von seinen ,mitteln leben und seine ,ausgaben den ,einnahmen anpassen4 ,er soll ferner die ,missetaten einschrnken und lieber durch richtige ,belehrung seiner ,untertanen verhten1 als sie erst anwachsen zu lassen und dann zu bestrafen4 ,gesetze1 die gewohnheitsmig aus der bung gekommen sind1 soll er nicht aufs ,geratewohl erneuern1 zumal wenn sie schon lange nicht mehr angewendet und niemals vermit worden sind4 ,er soll auch niemals fr ein derartiges ,vergehen eine ,geldstrafe einziehen1 was der ,richter auch einem ,privatmanne als unbillig und unlauter untersagen wrde4 ,ferner wrde ich jenen ,ratgebern ein ,gesetz der ,macarenser mitteilen1 die gleichfalls nicht eben weit von ,utopia entfernt wohnen4 ,an dem ,tage seiner ,regierungsbernahme verpflichtet sich nmlich ihr ,knig unter ,darbringung feierlicher ,opfer eidlich1 nie auf einmal mehr als tausend ,pfund ,gold oder den entsprechenden ,wert in ,silber in seinen ,kassen zu haben4 ,diese ,bestimmung soll ein vortrefflicher ,knig getroffen haben1 dem das ,wohl seines ,landes mehr als sein persnlicher ,reichtum am ,herzen lag4 ,mit dieser ,manahme wollte er in seinem ,volke einer ,geldknappheit infolge ,anhufung einer zu groen ,geldsumme vorbeugen4 ,er sah nmlich ein1 dieser ,betrag werde fr den ,monarchen gro genug sein zum ,kampfe gegen die ,rebellen und gro genug fr die ,monarchie zur ,abwehr feindlicher ,angriffe2 dagegen sei er nicht gro genug1 um zu ,einfllen in fremdes ,gebiet ,lust zu machen4 ,das war der hauptschlichste ,grund fr den ,erla des genannten ,gesetzes4 ,der nchste ,grund aber war1 da jener ,knig glaubte1 auf diese ,weise einen ,mangel an den ,zahlungsmitteln verhtet zu haben1 die tglich im ,handelsverkehr der ,brger im ,umlauf waren4 ,auch war er der ,ansicht1 ein ,knig werde bei allen unvermeidlichen ,ausgaben1 die den ,staatsschatz ber das gesetzliche ,ma hinaus belasten1 keine ,mglichkeiten zu einer gewaltsamen ,manahme suchen4 ,einen solchen ,knig werden die ,bsen frchten und die ,guten lieben4 ,wrde ich also dies und noch mehr dergleichen bei ,leuten vorbringen1 die leidenschaftlich den entgegengesetzten ,grundstzen huldigen1 was fr tauben ,ohren wrde ich da wohl predigen8 ,stocktauben1 ohne ,zweifel1 erwiderte ich4 ,und in der ,tat1 darber wundere ich mich auch gar nicht4 ,auch will es mir1 um die ,wahrheit zu sagen1 nicht angebracht erscheinen1 derartige ,reden zu halten und solche ,ratschlge zu erteilen1 die1 wie man sicher wei1 niemals befolgt werden4 ,was knnte denn auch der ,nutzen einer so ungewhnlichen ,rede sein1 oder wie sollte sie berhaupt eine ,wirkung ausben auf ,leute1 die von einer ganz anderen berzeugung voreingenommen und tief durchdrungen sind8 ,unter lieben ,freunden1 im vertraulichen ,gesprch1 ist solches theoretisches ,philosophieren nicht ohne ,reiz1 aber in einem ,rate von ,frsten1 wo mit gewichtiger ,autoritt ber ,fragen von ,bedeutung verhandelt wird1 ist fr so etwas kein ,platz4 ,da haben wir ja1 rief er1 was ich immer sagte3 ,an ,frstenhfen will man eben von ,philosophie nichts wissen4 ,gewi1 erwiderte ich1 es ist wahr3 nichts von dieser rein theoretischen ,philosophie1 die da meint1 jeder beliebige ,satz sei berall am ,platze4 ,aber es gibt ja noch eine andere ,art von ,philosophie1 die die besonderen ,bedingungen ihres ,landes und ihrer ,zeit besser kennt4 ,ihr ist die ,bhne1 auf der sie zu spielen hat1 bekannt1 sie pat sich ihr an und fhrt ihre ,rolle in dem ,stck1 das gerade gegeben wird1 gefllig und mit ,anstand durch4 ,das ist die ,philosophie1 die fr dich in ,betracht kommt4 ,wie wre es brigens1 wenn du bei der ,auffhrung einer ,komdie des ,plautus1 gerade whrend die ,haussklaven untereinander ,possen treiben1 in der ,tracht eines ,philosophen auf der ,bhne erschienest und aus der ,octavia die ,stelle hersagtest1 in der ,seneca mit ,nero disputiert8 ,wre es da nicht besser1 du trtest nur als ,statist auf1 anstatt ,unpassendes zu deklamieren und dadurch eine solche ,tragikomdie vorzufhren8 ,du wrdest ja das ,stck1 das man gerade spielt1 verderben und ber den ,haufen werfen1 indem du so ganz ,verschiedenartiges durcheinandermengst1 selbst wenn das1 was du bringst1 der wertvollere ,beitrag wre4 ,was fr ein ,stck gerade aufgefhrt wird1 darin mut du so gut wie mglich mitspielen1 und du darfst das ganze ,stck nicht deshalb in ,unordnung bringen1 weil dir ein hbscheres von einem anderen ,verfasser in den ,sinn gekommen ist4 ,so ist es im ,staate1 so bei den ,beratungen der ,frsten4 ,kann man verkehrte ,meinungen nicht mit der ,wurzel ausrotten und kann man beln1 die sich durch lange ,gewohnheit eingenistet haben1 nicht nach seiner innersten berzeugung abhelfen1 so darf man deshalb doch nicht gleich den ,staat im ,stiche lassen und im ,sturme das ,schiff nicht deshalb preisgeben1 weil man den ,winden nicht ,einhalt gebieten kann4 ,man darf auch nicht den ,menschen eine ungewhnliche und lstige ,rede aufdrngen1 die1 wie man wei1 auf ,leute1 die entgegengesetzter ,meinung sind1 gar keinen ,eindruck machen wird4 ,man mu es lieber auf einem ,umwege versuchen und sich bemhen1 an seinem ,teile alles geschickt zu behandeln und1 was man nicht zum ,guten wenden kann1 wenigstens zu einem mglichst kleinen bel werden zu lassen4 ,denn unmglich knnen alle ,verhltnisse gut sein1 solange nicht alle ,menschen gut sind4 ,darauf aber werde ich wohl noch manches ,jahr warten mssen4 ,dieses ,verhalten1 meinte er1 htte nichts anderes zur ,folge1 als da ich1 in dem ,bestreben1 die ,raserei anderer zu heilen1 selber mit ihnen zu rasen anfinge4 ,denn wenn ich die ,wahrheit sagen will1 so mu ich so reden2 ob es dagegen eines ,philosophen wrdig ist1 die ,unwahrheit zu sagen1 wei ich nicht4 ,mir wenigstens widerstrebt es4 ,es mag schon sein1 da meine ,rede jenen ,leuten vielleicht unwillkommen und lstig ist4 ,trotzdem aber sehe ich nicht ein1 warum sie ihnen bis zur ,unschicklichkeit ungewhnlich erscheinen sollte4 ,wenn ich nun entweder das anfhrte1 was ,plato in seinem ,staate fingiert1 oder das1 was die ,utopier in ihrem ,staate tun1 so knnte das1 obgleich es an sich das ,bessere wre -- und das ist es auch wirklich --1 doch unpassend erscheinen1 weil es hier ,privatbesitz der einzelnen gibt1 dort aber alles gemeinsamer ,besitz aller ist4 ,wie ist es denn nun aber eigentlich mit meiner ,rede8 ,abgesehen davon1 da den ,leuten1 die auf einem anderen ,wege kopfber vorwrtsstrzen wollen1 ein ,mann nicht lieb sein kann1 der sie zurckruft und auf ,gefahren aufmerksam macht1 was enthielt sie denn sonst1 das nicht berall gesagt werden drfte oder sogar gesagt werden sollte8 ,mte man freilich alles als unerhrt und widersinnig beiseite lassen1 was verkehrter menschlicher ,anschauung zufolge als seltsam erscheint1 dann mten wir unter den ,christen das meiste von allem geheimhalten1 was ,christus gelehrt und uns so streng zu verleugnen verboten hat1 da er uns sogar geboten hat1 auch das1 was er seinen ,jngern nur ins ,ohr geflstert hatte1 ffentlich auf den ,dchern zu verknden4 ,steht doch diese ,lehre zum grten ,teile weit weniger im ,einklang mit unseren heutigen ,sitten als meine ,rede1 nur da die ,volksredner in ihrer ,schlauheit1 wie mir scheint1 deinen ,rat befolgt haben4 ,als sie nmlich sahen1 da die ,menschen nur ungern ihr ,verhalten der ,vorschrift ,christi anpaten1 paten sie umgekehrt seine ,lehre1 als wre sie biegsam wie ein ,richtma aus ,blei1 den herrschenden ,sitten an1 damit beides einigermaen wenigstens in bereinstimmung miteinander gebracht wrde4 ,ich kann aber nicht einsehen1 welchen ,nutzen sie damit gestiftet haben1 auer da die ,bosheit grere ,sicherheit geniet1 und ich selbst wrde in der ,tat in dem ,rate eines ,frsten ebensowenig ,nutzen stiften4 ,entweder nmlich wrde ich eine abweichende ,meinung uern -- das wre dann genau so1 als wenn ich gar nichts sagte --1 oder eine zustimmende1 und damit wrde ich zum ,helfershelfer ihres ,wahnsinns1 wie ,micio bei ,terenz sagt4 ,denn was jenen von dir erwhnten ,umweg anlangt1 so kann ich nicht einsehen1 was fr eine ,bewandtnis es damit haben soll4 ,du meinst1 man msse auf ihm zu erreichen suchen1 da die ,verhltnisse1 wenn man sie nun einmal nicht grndlich bessern kann1 wenigstens geschickt behandelt werden und sich1 soweit das geht1 mglichst wenig schlecht gestalten4 ,denn von ,vertuschen kann hier keine ,rede sein1 und die ,augen darf man nicht zudrcken4 ,die schlechtesten ,ratschlge sollen offen gebilligt und die verderblichsten ,verfgungen unterschrieben werden4 ,ein ,schurke1 ja fast ein ,hochverrter wrde sein1 wer unheilvolle ,beschlsse in arglistiger ,weise doch guthiee4 ,ferner bietet sich einem gar keine ,gelegenheit1 sich irgendwie ntzlich zu machen1 wenn man unter solche ,amtsgenossen gert1 die auch den besten ,mann verderben1 anstatt sich selbst durch ihn bessern zu lassen4 ,der ,umgang mit diesen verdorbenen ,menschen wird dich entweder auch verderben1 oder1 wenn du auch selbst unbescholten und ohne ,schuld bleibst1 so wirst du doch fremder ,bosheit und ,torheit zum ,deckmantel dienen4 ,so viel fehlt also daran1 da du mit jenem deinen ,umwege etwas zum ,besseren wenden knntest4 ,deshalb erklrt auch ,plato mit einem wunderschnen ,gleichnis1 warum sich die ,weisen mit ,fug und ,recht von politischer ,bettigung fernhalten sollen4 ,sie sehen nmlich1 wie das ,volk auf die ,straen strmt und ununterbrochen von ,regengssen durchnt wird1 knnen es aber nicht dazu bewegen1 sich vor dem ,regen in ,sicherheit zu bringen und in die ,huser zu gehen4 ,weil sie aber wissen1 da sie1 wenn sie auch auf die ,strae gehen1 nichts weiter erreichen1 als da sie selbst mit einregnen1 so bleiben sie im ,hause und sind damit zufrieden1 wenigstens selber in ,sicherheit zu sein1 wenn sie schon fremder ,torheit nicht steuern knnen4 ,wenn ich freilich ganz offen meine ,meinung kundgeben soll1 mein lieber ,morus1 so mu ich sagen3 ich bin in der ,tat der ,ansicht1 berall1 wo es noch ,privateigentum gibt1 wo alle an alles das ,geld als ,mastab anlegen1 wird kaum jemals eine gerechte und glckliche ,politik mglich sein1 es sei denn1 man will dort von ,gerechtigkeit sprechen1 wo gerade das ,beste immer den ,schlechtesten zufllt1 oder von ,glck1 wo alles unter ganz wenige verteilt wird und wo es auch diesen nicht in jeder ,beziehung gut geht1 der ,rest aber ein elendes ,dasein fhrt4 ,so erwge ich denn oft die so klugen und ehrwrdigen ,einrichtungen der ,utopier1 die so wenig ,gesetze und trotzdem eine so ausgezeichnete ,verfassung haben1 da das ,verdienst belohnt wird und trotz gleichmiger ,verteilung des ,besitzes allen alles reichlich zur ,verfgung steht4 ,und dann vergleiche ich im ,gegensatz dazu mit ihren ,gebruchen die so vieler anderer ,nationen1 die nicht aufhren zu ordnen1 von denen allen aber auch nicht eine jemals so richtig in ,ordnung ist4 ,bei ihnen bezeichnet jeder1 was er erwirbt1 als sein ,privateigentum2 aber ihre so zahlreichen ,gesetze1 die sie tagtglich erlassen1 reichen nicht aus1 jemandem den ,erwerb dessen1 was er sein ,privateigentum nennt1 oder seine ,erhaltung oder seine ,unterscheidung von fremdem ,besitz zu sichern1 was jene zahllosen ,prozesse deutlich beweisen1 die ebenso ununterbrochen entstehen1 wie sie niemals aufhren4 ,wenn ich mir das so berlege1 werde ich ,plato doch besser gerecht und wundere mich weniger darber1 da er es verschmht hat1 fr jene ,leute irgendwelche ,gesetze zu erlassen1 die eine auf ,gesetzen beruhende gleichmige ,verteilung aller ,gter unter alle ablehnen4 ,in seiner groen ,klugheit erkannte er offensichtlich ohne weiteres1 da es nur einen einzigen ,weg zum ,wohle des ,staates gibt3 die ,einfhrung der ,gleichheit des ,besitzes4 ,diese ist aber wohl niemals dort mglich1 wo die einzelnen ihr ,hab und ,gut noch als ,privateigentum besitzen4 ,denn1 wo jeder auf ,grund gewisser ,rechtsansprche an sich bringt1 soviel er nur kann1 teilen nur einige wenige die gesamte ,menge der ,gter unter sich1 mag sie auch noch so gro sein1 und lassen den anderen nur ,mangel und ,not brig4 ,und in der ,regel ist es so1 da die einen in hchstem ,grade das ,los der anderen verdienen2 denn die ,reichen sind habgierige1 betrgerische und nichtsnutzige ,menschen1 die ,armen dagegen bescheidene und schlichte ,mnner1 die durch ihre tgliche ,arbeit dem ,gemeinwesen mehr als sich selbst ntzen4 ,ich bin daher der festen berzeugung1 das einzige ,mittel1 auf irgendeine gleichmige und gerechte ,weise den ,besitz zu verteilen und die ,sterblichen glcklich zu machen1 ist die gnzliche ,aufhebung des ,privateigentums4 ,solange es das noch gibt1 wird der weitaus grte und beste ,teil der ,menschheit die bengstigende und unvermeidliche ,last der ,armut und der ,kmmernisse dauernd weiterzutragen haben4 ,sie kann wohl ein wenig erleichtert werden1 das gebe ich zu2 aber sie vllig zu beseitigen1 das ist1 so behaupte ich1 unmglich4 ,man knnte ja fr den ,besitz des einzelnen an ,grund und ,boden ein bestimmtes ,hchstma festsetzen und ebenso eine bestimmte ,grenze fr das ,barvermgen2 man knnte auch durch ,gesetze einer zu groen ,macht des ,frsten und einer zu groen ,anmaung des ,volkes vorbeugen4 ,ferner knnte man die ,erlangung von mtern durch allerlei ,schliche oder durch ,bestechung und die ,forderung von ,aufwand whrend der ,amtsttigkeit unterbinden4 ,andernfalls nmlich bietet sich ,gelegenheit1 sich das verausgabte ,geld durch ,betrug und ,raub wieder zu verschaffen1 und man sieht sich gezwungen1 reichen ,leuten die mter zu geben1 die man lieber ,fhigen htte geben sollen4 ,durch solche ,gesetze kann man die erwhnten belstnde wohl mildern und abschwchen1 ebenso wie man kranke ,krper in hoffnungslosem ,zustande durch unablssige warme ,umschlge zu strken pflegt4 ,aber auf eine vollstndige ,behebung der belstnde und auf den ,eintritt eines erfreulichen ,zustandes darf man ganz und gar nicht hoffen1 solange jeder noch ,privateigentum besitzt4 ,ja1 whrend man an der einen ,stelle zu heilen sucht1 verschlimmert man die ,wunde an anderen ,stellen4 ,so entsteht abwechselnd aus der ,heilung des einen die ,krankheit des anderen2 denn niemandem kann man etwas zulegen1 was man einem anderen nicht erst weggenommen hat4 ,aber ich bin gerade der entgegengesetzten ,meinung1 erwiderte ich1 da man sich nmlich niemals dort wohl fhlen kann1 wo ,gtergemeinschaft herrscht4 ,denn wie knnte die ,menge der ,gter ausreichen1 wenn jeder sich um die ,arbeit drckt1 weil ihn ja keine ,rcksicht auf ,erwerb zur ,arbeit anspornt und weil ihn die ,mglichkeit1 sich auf den ,flei anderer zu verlassen1 trge werden lt8 ,aber wenn auch die ,not die ,menschen zur ,arbeit anstacheln sollte1 wrde man da nicht dauernd durch ,mord und ,aufruhr in ,gefahr schweben1 falls niemand auf ,grund irgendeines ,gesetzes das1 was er erwirbt1 als sein ,eigentum schtzen knnte8 ,zumal wenn die ,autoritt der ,behrden und die ,achtung vor ihnen geschwunden ist1 wie knnte dann fr beides ,platz sein bei ,menschen1 zwischen denen keinerlei ,unterschied besteht8 ,das kann ich mir nicht einmal vorstellen4 ber diese deine ,ansichten wundere ich mich gar nicht1 erwiderte ,raphael2 denn von einem solchen ,staate hast du entweder gar keine ,anschauung oder nur eine falsche4 ,wrest du jedoch mit mir in ,utopien gewesen und httest du dort mit eigenen ,augen die ,sitten und ,einrichtungen kennengelernt1 wie ich es getan habe1 der ich ber fnf ,jahre dort gelebt habe und gar nicht wieder htte fortgehen mgen1 auer um die ,kenntnis von dieser neuen ,welt zu verbreiten1 so wrdest du entschieden zugeben1 du habest nirgends anderswo ein ,volk mit einer guten ,verfassung gesehen auer dort4 ,und doch1 sagte ,peter gid1 wirst du mich in der ,tat nur schwer davon berzeugen knnen1 da es in jener neuen ,welt ein ,volk mit besserer ,verfassung gibt als in dieser uns bekannten4 ,haben wir doch hier ebenso kluge ,kpfe1 und die ,staatswesen sind1 meine ich1 lter als dort2 auch verdanken unsere ,kulturgter ihre ,entstehung zum grten ,teile langer ,erfahrung1 wobei ich nicht unerwhnt lassen will1 da bei uns manches durch ,zufall entdeckt worden ist1 was zu erdenken kein ,scharfsinn ausgereicht htte4 ber das ,alter der ,staaten wrdest du richtiger urteilen knnen1 erwiderte jener1 wenn du die ,geschichtswerke ber jene ,welt genau gelesen httest4 ,darf man ihnen glauben1 so hat es dort frher ,stdte gegeben als bei uns ,menschen4 ,alles aber1 was bis heute der ,scharfsinn erfunden oder der ,zufall entdeckt hat1 konnte hier wie dort vorhanden sein4 ,im brigen ist es meine feste berzeugung3 ,mgen wir jenen ,leuten auch an ,gaben des ,geistes voraussein1 an ,eifer und ,flei bleiben wir trotzdem weit hinter ihnen zurck4 ,wie nmlich aus ihren ,chroniken hervorgeht1 hatten sie vor unserer ,landung dort niemals etwas von unserer ,welt gehrt -- sie nennen uns ,ultraquinoktialen --1 auer da in alten ,zeiten1 vor nunmehr #abjj ,jahren1 in der ,nhe der ,insel ,utopia ein vom ,sturm dorthin verschlagenes ,schiff durch ,schiffbruch unterging4 ,dabei warfen die ,wellen etliche ,rmer und gypter an den ,strand1 die dann nie wieder fortgingen4 ,und nun sieh1 wie die ,utopier in ihrem ,fleie diese in ihrer ,art einzige ,gelegenheit ausnutzten6 ,es gab im ganzen rmischen ,reiche keine irgendwie ntzliche ,kunstfertigkeit1 die sie nicht von den gestrandeten ,fremdlingen erlernt oder die sie nicht1 im ,besitze der ,keime ihrer ,kenntnis1 weiter ausgebildet htten4 ,von solchem ,vorteil war es fr sie1 da auch nur ein einziges ,mal ein paar ,leute von hier dorthin verschlagen wurden4 ,sollte aber ein hnlicher glcklicher ,zufall frher einmal jemanden von dort hierher gebracht haben1 so ist das heute ebenso gnzlich vergessen1 wie sich vielleicht sptere ,geschlechter auch meines ,aufenthaltes dort nicht mehr erinnern werden4 ,und whrend sich die ,utopier schon bei der ersten ,berhrung mit uns alle unsere ntzlichen ,erfindungen aneigneten1 wird es dagegen lange dauern1 bis wir irgendeine ,einrichtung bernehmen1 die bei ihnen besser ist als bei uns4 ,dies halte ich auch fr den ,hauptgrund dafr1 da trotz unserer geistigen und materiellen berlegenheit ihr ,staat dennoch klger verwaltet wird und glcklicher aufblht4 ,also1 mein lieber ,raphael1 sagte ich1 so bitte ich dich dringend1 gib uns eine ,beschreibung der ,insel und fasse dich nicht zu kurz1 sondern erlutere uns der ,reihe nach ,landschaft1 ,flsse1 ,stdte1 ,menschen1 ,sitten1 ,einrichtungen1 ,gesetze1 kurz alles1 was wir1 wie du meinst1 gern kennenlernen wollen6 ,du kannst aber annehmen1 da wir alles wissen mchten1 was wir bis jetzt nicht wissen4 ,nichts werde ich lieber tun1 erwiderte er2 denn das habe ich noch frisch im ,gedchtnis4 ,aber die ,sache erfordert ,zeit4 ,so wollen wir denn hineingehen1 sagte ich1 und frhstcken2 dann nehmen wir uns ,zeit1 ganz wie es uns beliebt6 ,einverstanden6 erwiderte er4 ,und so gingen wir ins ,haus und frhstckten4 ,danach kehrten wir an den alten ,platz zurck und nahmen auf derselben ,bank ,platz4 ,den ,dienern sagte ich1 wir wollten von niemandem gestrt werden4 ,dann erinnerten ,peter gid und ich den ,raphael an sein ,versprechen4 ,als er uns nun in solcher ,spannung und ,erwartung sah1 sa er erst eine ,weile schweigend und nachdenklich da1 dann begann er folgendermaen4 7,ende des ersten ,buches4 ,es folgt das zweite47 ,,zweites ,,buch ,des ,raphael ,hythlodeus ,rede ber den besten ,zustand des ,staates ,von ,thomas ,morus ,die ,insel der ,utopier hat in der ,mitte -- da ist sie nmlich am breitesten -- eine ,ausdehnung von #bjj ,meilen1 ist ber eine groe ,strecke hin nicht viel schmler und nimmt nach den beiden ,enden zu allmhlich ab4 ,diese runden die ganze ,insel zu einem ,halbkreise von #ejj ,meilen ,umfang ab und geben ihr die ,gestalt des zunehmenden ,mondes4 ,zwischen den beiden ,hrnern befindet sich eine ,meeresbucht von etwa elf ,meilen ,breite4 ,land umgibt diese gewaltige ,wasserflche auf allen ,seiten und schtzt sie vor ,winden4 ,sie ist weniger strmisch bewegt und gleicht mehr einem ruhigen ,see von ungeheurer ,ausdehnung1 macht fast die ganze ,ausbuchtung des ,landes zu einem ,hafen und ermglicht den ,schiffsverkehr nach allen ,richtungen4 ,die ,einfahrt in den ,hafen gefhrden auf der einen ,seite ,untiefen und auf der anderen ,klippen4 ,etwa in der ,mitte ragt ein einzelner ,felsen empor1 der aber ungefhrlich ist4 ,auf ihm steht ein ,turm1 in den die ,utopier eine ,besatzung gelegt haben4 ,die brigen ,klippen sind unsichtbar und deshalb gefhrlich4 ,die ,fahrstraen kennen nur die ,eingeborenen1 und so kann ein ,auslnder ohne einen ,lotsen aus ,utopien nur schwer in diese ,bucht eindringen2 knnten doch die ,utopier selber kaum ohne ,gefahr dort einlaufen1 wenn nicht gewisse ,seezeichen vom ,strande aus die ,richtung angben1 und durch ihre ,umsetzung wren sie imstande1 jeder auch noch so groen feindlichen ,flotte den ,untergang zu bereiten4 ,auf der anderen ,seite liegen gut besuchte ,hfen4 ,aber berall ist der ,zugang zum ,lande so stark durch ,natur oder ,kunst befestigt1 da auch nur eine ,handvoll ,verteidiger selbst gewaltige ,truppenmassen abwehren knnte4 brigens war dieses ,land1 wie man berichtet und wie der ,augenschein deutlich zeigt1 vor ,zeiten noch keine ,insel4 ,vielmehr hat erst ,utopus1 der als ,eroberer die ,insel nach sich benannt hat -- bis dahin hie sie ,abraxa -- und der den rohen und unkultivierten ,volksstamm in ,kultur und ,gesittung auf eine solche ,hhe gebracht hat1 da er die brigen ,vlker bertrifft1 das ,land zur ,insel gemacht4 ,kaum war er nmlich dort gelandet und ,herr des ,landes geworden1 so lie er eine ,strecke von #ae ,meilen auf der ,seite1 wo die ,halbinsel mit dem ,festlande zusammenhing1 ausstechen und fhrte so das ,meer ringsherum4 ,da er zu dieser ,arbeit1 um sie nicht als ,schmach empfinden zu lassen1 nicht nur die ,eingeborenen zwang1 sondern auerdem alle seine ,soldaten hinzuzog1 verteilte sie sich auf eine gewaltige ,menge ,menschen1 und so wurde das ,werk mit unglaublicher ,schnelligkeit vollendet4 ,bei den ,nachbarvlkern aber1 die es anfangs als ein aussichtsloses ,beginnen ins ,lcherliche gezogen hatten1 erregte der ,erfolg ,staunen und ,schrecken4 ,die ,insel hat #ed ,stdte1 alle gerumig und prchtig1 in ,sprache1 ,sitten1 ,einrichtungen und ,gesetzen einander vllig gleich4 ,sie sind alle in derselben ,weise angelegt und haben1 soweit das bei der ,verschiedenheit des ,gelndes mglich ist1 dasselbe ,aussehen4 ,die geringste ,entfernung zwischen ihnen betrgt #bd ,meilen2 anderseits wieder ist keine so abgelegen1 da man nicht von ihr aus eine andere an einem ,tage zu ,fu erreichen knnte4 ,aus jeder ,stadt kommen alljhrlich drei erfahrene ,greise in ,amaurotum zusammen1 um sich ber gemeinsame ,angelegenheiten der ,insel zu beraten4 ,diese ,stadt wird nmlich als erste und als ,hauptstadt betrachtet1 weil sie gleichsam im ,herzen des ,landes und somit fr die ,abgeordneten aller ,landesteile bequem liegt4 ,ackerland ist den ,stdten planmig zugeteilt1 und zwar so1 da einer jeden nach jeder ,richtung hin mindestens #ab ,meilen ,anbauflche zur ,verfgung stehen1 nach manchen ,richtungen hin jedoch noch viel mehr1 nmlich dort1 wo die ,stdte weiter auseinanderliegen4 ,keine ,stadt ist auf ,erweiterung ihres ,gebietes bedacht2 denn die ,einwohner betrachten sich mehr als seine ,bebauer denn als seine ,besitzer4 ,auf dem flachen ,lande haben die ,utopier ,hfe1 die zweckmig ber die ganze ,anbauflche verteilt und mit landwirtschaftlichen ,gerten versehen sind2 in ihnen wohnen ,brger1 die abwechselnd dorthin ziehen4 ,jeder lndliche ,haushalt zhlt an ,mnnern und ,frauen mindestens #dj ,kpfe1 wozu noch zwei zur ,scholle gehrige ,knechte kommen4 ,einem ,haushalte stehen ein ,hausvater und eine ,hausmutter vor1 gesetzte und an ,erfahrung reiche ,personen1 und an der ,spitze von je #cj ,familien steht ein ,phylarch4 ,aus jeder ,familie wandern jhrlich #bj ,personen in die ,stadt zurck1 nachdem sie zwei ganze ,jahre auf dem ,lande zugebracht haben1 und werden durch ebensoviel neue aus der ,stadt ersetzt4 ,diese werden dann von denen1 die schon ein ,jahr dort gewesen sind und deshalb grere ,erfahrung in der ,landwirtschaft besitzen1 angelernt1 um ihrerseits wiederum im folgenden ,jahre andere zu unterweisen4 ,dadurch will man ,fehler in der ,getreideversorgung verhten1 die infolge ,mangels an ,erfahrung gemacht werden knnten1 wenn alle dort zu gleicher ,zeit unerfahrene ,neulinge wren4 ,diese ,sitte1 mit den ,bebauern zu wechseln1 ist zwar die gewhnliche1 weil niemand gegen seinen ,willen und nur unter ,zwang das mhsamere ,leben auf dem ,lande lnger ohne ,unterbrechung zubringen soll2 viele jedoch1 denen die ,landwirtschaft von ,natur ,freude macht1 erwirken sich einen ,aufenthalt von mehr ,jahren4 ,die ,ackerbauer bestellen das ,land1 treiben ,viehzucht1 beschaffen ,holz und fahren es bei ,gelegenheit zu ,wasser oder zu ,lande nach der ,stadt4 ,kcken ziehen sie in gewaltiger ,menge auf1 und zwar mit ,hilfe einer wunderbaren ,vorrichtung4 ,sie lassen nmlich die ,hhnereier nicht von den ,hennen ausbrten1 sondern setzen sie in groer ,zahl einer gleichmigen ,wrme aus1 erwecken sie dadurch zum ,leben und ziehen dann die ,kcken gro4 ,kaum sind diese ausgeschlpft1 so laufen sie den ,menschen wie ihren ,mttern nach und erkennen sie immer wieder4 ,pferde ziehen die ,utopier in ganz geringer ,zahl auf1 und zwar nur sehr feurige ,tiere2 sie sind einzig und allein fr bungen der ,jugend in der ,reitkunst bestimmt4 ,denn alle ,arbeit bei der ,feldbestellung oder beim ,transport verrichten ,ochsen4 ,sie sind zwar1 wie die ,utopier offen zugeben1 nicht so feurig wie die ,pferde1 besitzen aber dafr ihrer ,meinung nach mehr ,ausdauer und eine grere ,widerstandsfhigkeit gegen ,krankheiten4 ,auerdem erfordert ihr ,unterhalt weniger ,aufwand an ,mhe und ,kosten1 und zuletzt sind sie1 wenn sie ausgedient haben1 doch noch fr die ,ernhrung zu gebrauchen4 ,getreide verwenden die ,utopier nur zur ,brotbereitung2 denn als ,getrnk dient ihnen ,wein von ,trauben oder pfeln oder ,birnen oder schlielich auch ,wasser1 das sie bisweilen unvermischt trinken1 oft aber auch mit ,honig oder ,sholz verkocht1 das es bei ihnen in nicht geringer ,menge gibt4 ,den ,verbrauch von ,lebensmitteln durch die ,stadt und ihre ,umgebung haben sie zwar ermittelt und kennen ihn ganz genau1 trotzdem bauen sie viel mehr ,getreide an und ziehen auch viel mehr ,vieh auf1 als fr den ,eigenbedarf ntig ist1 um dann den berschu an ihre ,nachbarn abzugeben4 ,alles1 was sie an ,hausrat brauchen1 den es auf dem ,lande nicht gibt1 verlangen sie von der ,stadt und erhalten es auch ohne jede ,gegenleistung bereitwillig von den ,behrden2 denn die meisten von ihnen kommen sowieso in jedem ,monat an einem ,feiertage in der ,stadt zusammen4 ,wenn die ,erntezeit naht1 melden die ,phylarchen der ,ackerbauer den stdtischen ,behrden1 wieviel ,brger sie ihnen schicken sollen4 ,diese ,schar ,erntearbeiter trifft am festgesetzten ,tage rechtzeitig ein1 und bei gutem ,wetter erledigt man dann so ziemlich an einem einzigen ,tage die gesamte ,erntearbeit4 ,die ,stdte1 namentlich ,amaurotum ,wer eine ,stadt kennt1 kennt alle3 so vllig hnlich sind sie einander1 soweit nicht die ,beschaffenheit des ,gelndes dem entgegensteht4 ,ich will deshalb irgendeine beschreiben2 es kommt nmlich wirklich nicht viel darauf an1 welche4 ,aber welche lieber als ,amaurotum8 ,denn keine verdient es mehr1 da dieser ,stadt die brigen die ,wrde als ,sitz des ,senats bertragen haben und da ich sie infolge meines ununterbrochenen fnfjhrigen ,aufenthaltes dort besser als jede andere kenne4 ,amaurotum also liegt am flachen ,abhange eines ,berges und ist fast quadratisch angelegt4 ,denn in voller ,breite beginnt die ,stadt ein wenig unterhalb des ,gipfels und erstreckt sich etwa zwei ,meilen weit bis zum ,flusse ,anydrus1 wobei sie sich lngs des ,ufers betrchtlich lnger hinzieht4 ,der ,anydrus entspringt aus einer schwachen ,quelle #hj ,meilen oberhalb ,amaurotums1 wird dann durch den ,zuflu anderer ,wasserlufe1 darunter zweier von mittlerer ,gre1 wasserreicher und breiter und ist vor der ,stadt selbst eine halbe ,meile breit4 ,bald darauf nimmt er an ,breite noch mehr zu und mndet dann #fj ,meilen weiter in den ,ozean4 ,auf dieser ganzen ,strecke zwischen der ,stadt und dem ,meere sowie noch ein paar ,meilen oberhalb der ,stadt hemmen ,ebbe und ,flut in ihrem sechsstndigen ,wechsel den schnellen ,lauf des ,flusses4 ,wenn die ,meeresflut #cj ,meilen tief eindringt1 drngt sie das ,wasser des ,flusses zurck und fllt sein ,bett vollstndig mit ihren ,wellen4 ,das ,fluwasser nimmt dann noch ein ganzes ,stck weiter stromaufwrts den ,salzgeschmack des ,meeres an2 von da ab wird es allmhlich wieder s1 fliet klar durch die ,stadt und drngt der bei ,ebbe zurckstrmenden ,flut fast bis zur ,mndung rein und unvermischt nach4 ,die ,brcke1 die ,amaurotum mit dem gegenberliegenden ,ufer verbindet1 besteht nicht aus hlzernen ,pfeilern und ,balken1 sondern ist ein ,steinbau mit einem wunderschnen ,brckenbogen4 ,sie befindet sich an der ,stelle1 die vom ,meere am weitesten entfernt ist1 damit die ,schiffe an dieser ganzen ,seite der ,stadt ungehindert entlangfahren knnen4 ,es gibt dort noch einen anderen ,wasserlauf1 der zwar nur klein1 aber recht ruhig und erfreulich ist4 ,er entspringt auf demselben ,berge1 auf dem die ,stadt liegt1 fliet mitten durch sie und mndet in den ,anydrus4 ,weil seine ,quelle ein ,stck auerhalb der ,stadt liegt1 haben sie die ,amaurotaner ringsum mit ,befestigungen umgeben1 die bis zur ,stadt reichen4 ,so gehrt die ,quelle zur ,stadt1 und beim ,einbruch einer feindlichen ,macht kann das ,wasser nicht abgefangen und abgelenkt oder verdorben werden4 ,von dort aus leitet man es in ,rhren aus gebranntem ,stein in verschiedenen ,richtungen zu den unteren ,stadtteilen4 ,lt das irgendwo die ,beschaffenheit des ,gelndes nicht zu1 so sammelt man in gerumigen ,zisternen das ,regenwasser1 das dann den gleichen ,dienst leistet4 ,eine hohe und breite ,mauer mit zahlreichen ,trmen und ,schutzwehren umgibt die ,stadt auf allen ,seiten2 ein trockener1 aber tiefer1 breiter und durch ,dorngestrpp unwegsamer ,graben umzieht die ,stadtmauer auf drei ,seiten2 auf der vierten dient der ,flu selbst als ,wehrgraben4 ,die ,straen sind ebenso zweckmig fr den ,wagenverkehr wie fr den ,windschutz angelegt4 ,die ,huser sind keineswegs unansehnlich2 man bersieht ihre lange und lngs der ganzen ,strae ununterbrochene ,reihe von der gegenberliegenden ,huserfront aus4 ,der ,weg zwischen diesen beiden ,fronten ist #cj ,fu breit4 ,an der ,rckseite der ,huser zieht sich die ganze ,strae entlang eine breite ,gartenanlage hin1 die von der ,rckseite anderer ,huserreihen eingezunt ist4 ,jedes ,haus hat einen ,eingang von der ,strae her und eine ,hintertr1 die in den ,garten fhrt4 ,die ,tren haben zwei ,flgel1 lassen sich durch einen leisen ,druck mit der ,hand ffnen und schlieen sich dann von selbst wieder1 so da ein jeder ins ,haus hinein kann3 so wenig ist irgendwo etwas ,eigentum eines einzelnen2 denn sogar die ,huser wechselt man alle zehn ,jahre1 und zwar verlost man sie4 ,auf die erwhnten ,grten halten die ,utopier groe ,stcke4 ,in ihnen haben sie ,wein1 ,obst1 ,gemse und ,blumen in solcher ,pracht und ,pflege1 da es alles bertrifft1 was ich irgendwo an ,fruchtbarkeit und gutem ,geschmack gesehen habe4 ,ihren ,eifer dabei spornt nicht blo ihr ,vergngen an der ,gartenarbeit an1 sondern auch der ,wettstreit der ,straenzge in der ,pflege der einzelnen ,grten4 ,und sicherlich wird man nicht leicht in der ganzen ,stadt etwas finden1 was fr die ,brger ntzlicher oder unterhaltsamer wre1 und1 wie es scheint1 hat deshalb auch der ,grnder des ,reiches auf nichts grere ,sorgfalt verwendet als auf derartige ,grten4 ,wie es nmlich heit1 hat ,utopus selber gleich von ,anfang an diesen ganzen ,plan der ,stadt festgelegt4 ,die ,ausschmckung jedoch und den weiteren ,ausbau berlie er den ,nachkommen in der ,erkenntnis1 da ein ,menschenalter dazu nicht ausreichen werde4 ,daher steht in den ,geschichtsbchern der ,utopier1 die die ,geschichte von #agfj ,jahren seit ,eroberung der ,insel umfassen1 fleiig und gewissenhaft geschrieben sind und von ihnen aufbewahrt werden1 die ,huser seien im ,anfang niedrig gewesen1 eine ,art ,baracken und ,htten1 ohne ,sorgfalt aus irgendwelchem ,holz errichtet1 die ,wnde mit ,lehm verschmiert1 mit spitzen ,giebeln und ,strohdchern4 ,aber heutzutage ist jedes ,haus ein stattlicher ,bau von drei ,stockwerken2 die ,auenseite der ,wnde besteht aus ,granit oder einer anderen harten oder auch gebrannten ,steinmasse1 die inwendig mit ,schutt ausgefllt wird4 ,die ,dcher sind flach und mit einer gewissen ,stuckmasse belegt1 die nicht teuer1 aber so zusammengesetzt ist1 da sie nicht brennt und noch wetterfester als ,blei ist4 ,vor den ,winden schtzen sich die ,utopier durch ,fenster aus ,glas1 das dort sehr viel verwendet wird2 bisweilen benutzen sie auch an dessen ,stelle dnne ,leinwand1 die sie mit durchsichtigem l oder einer ,bernsteinmasse bestreichen4 ,das hat den doppelten ,vorteil1 da mehr ,licht und weniger ,wind durchgelassen wird4 ,die ,obrigkeiten ,je dreiig ,familien whlen sich alljhrlich einen ,vorsteher2 in der alten ,landessprache heit er ,syphogrant1 in der jngeren ,phylarch4 ,zehn ,syphogranten mit ihren ,familien unterstehen einem ,vorgesetzten1 der jetzt ,protophylarch genannt wird1 in alten ,zeiten aber ,tranibore hie4 ,schlielich ernennen die ,syphogranten in ihrer ,gesamtheit1 zweihundert an der ,zahl1 auch den ,brgermeister4 ,nachdem sie sich eidlich verpflichtet haben1 den nach ihrer ,ansicht ,tchtigsten zu whlen1 ernennen sie auf ,grund geheimer ,abstimmung einen der vier ,brger1 die ihnen das ,volk namhaft macht1 zum ,brgermeister2 jedes ,stadtviertel whlt nmlich einen und schlgt ihn dem ,senat vor4 ,das ,amt wird auf ,lebenszeit verliehen1 wenn dem nicht der ,verdacht entgegensteht1 es gelste den ,inhaber nach ,alleinherrschaft4 ,die ,traniboren whlt man jhrlich1 doch wechselt man mit ihnen nicht ohne triftige ,grnde4 ,die brigen ,beamten werden alle auf ein ,jahr gewhlt4 ,alle drei ,tage1 im ,bedarfsfalle bisweilen auch fter1 kommen die ,traniboren mit dem ,brgermeister zu einer ,beratung zusammen1 besprechen ,stadtangelegenheiten und entscheiden rasch etwa vorliegende ,privatstreitigkeiten1 die brigens ganz selten sind4 ,zu den ,senatssitzungen werden regelmig zwei ,syphogranten hinzugezogen1 die jeden ,tag wechseln2 dabei ist vorgesehen1 da keine stdtische ,angelegenheit entschieden wird1 ber die nicht drei ,tage vor der ,beschlufassung im ,senat verhandelt worden ist4 ,auerhalb des ,senats oder der ,volksversammlungen ber allgemeine ,angelegenheiten zu beraten1 ist bei ,todesstrafe verboten4 ,diese ,bestimmung soll eine tyrannische ,unterdrckung des ,volkes und eine nderung der ,verfassung durch eine ,verschwrung des ,brgermeisters und der ,traniboren erschweren4 ,und eben deshalb wird auch jede wichtige ,angelegenheit vor die ,versammlungen der ,syphogranten gebracht2 diese besprechen sie mit den ,familien1 beraten dann unter sich und teilen ihre ,entscheidung dem ,senat mit4 ,zuweilen kommt die ,sache vor den ,rat der ganzen ,insel4 ,auch ist es eine ,gewohnheit des ,senats1 ber einen ,antrag nicht gleich an dem ,tage zu beraten1 an dem er zum ersten ,male eingebracht wird1 sondern die ,verhandlung auf die nchste ,sitzung zu verschieben4 ,es soll nmlich niemand unbedachtsam mit dem herausplatzen1 was ihm zuerst auf die ,zunge kommt1 und dann mehr auf die ,verteidigung seiner ,ansicht als auf das ,interesse der ,stadt bedacht sein4 ,auch soll niemand das ,gemeinwohl der ,erhaltung der guten ,meinung von seiner ,person opfern1 in einer ,art sinnloser und verkehrter ,scham1 weil er sich nicht merken lassen will1 da er es im ,anfang an der ntigen ,voraussicht hat fehlen lassen1 whrend er doch von vornherein darauf htte bedacht sein mssen1 lieber berlegt als rasch zu sprechen4 ,die ,handwerke ,ein ,gewerbe betreiben alle1 ,mnner und ,frauen ohne ,unterschied3 den ,ackerbau1 und auf ihn versteht sich jedermann4 ,von ,jugend auf werden sie darin unterwiesen1 zum ,teil durch ,unterricht in den ,schulen1 zum ,teil auch auf den ,feldern in der ,nhe der ,stadt1 wohin man sie wie zu einem ,spiele fhrt4 ,hier sehen sie der ,arbeit nicht blo zu1 sondern ben sie auch aus und strken bei dieser ,gelegenheit zugleich ihre ,krperkrfte4 ,neben der ,landwirtschaft1 die1 wie gesagt1 alle betreiben1 erlernt jeder noch irgendein ,handwerk als seinen besonderen ,beruf4 ,das ist in der ,regel entweder die ,tuchmacherei oder die ,leineweberei oder das ,maurer- oder das ,zimmermanns- oder das ,schmiedehandwerk4 ,in keinem anderen ,berufe nmlich ist dort eine nennenswerte ,anzahl ,menschen beschftigt4 ,denn der ,schnitt der ,kleidung ist1 abgesehen davon1 da sich die ,geschlechter sowie die ,ledigen und die ,verheirateten in der ,tracht voneinander unterscheiden1 auf der ganzen ,insel einheitlich und stets der gleiche in jedem ,lebensalter1 wohlgefllig frs ,auge1 bequem fr die ,krperbewegung und vor allem fr ,klte und ,hitze berechnet4 ,diese ,kleidung fertigt sich jede ,familie selber an4 ,von den obenerwhnten anderen ,gewerben aber erlernt jeder eins1 und zwar nicht nur die ,mnner1 sondern auch die ,frauen4 ,letztere jedoch1 als die krperlich ,schwcheren1 ben nur die leichteren ,gewerbe aus2 in der ,regel verarbeiten sie ,wolle und ,flachs2 den ,mnnern weist man die brigen1 mhsameren ,beschftigungen zu4 ,meistenteils erlernt jeder das vterliche ,handwerk2 denn dazu neigen die meisten von ,natur4 ,hat aber jemand zu einem anderen ,berufe ,neigung1 so nimmt ihn durch ,adoption eine ,familie auf1 die dasjenige ,gewerbe betreibt1 zu dem er ,lust hat4 ,dabei sorgen nicht nur sein ,vater1 sondern auch die ,behrden dafr1 da er zu einem wrdigen und ehrbaren ,familienvater kommt4 ,ja1 wenn jemand ein ,handwerk grndlich erlernt hat und noch ein anderes dazu erlernen will1 so ist ihm das auf demselben ,wege mglich4 ,versteht er dann beide1 so bt er aus1 welches er will1 es sei denn1 da die ,stadt eins von beiden ntiger braucht4 ,die besondere und beinahe einzige ,aufgabe der ,syphogranten ist es1 sich angelegentlich darum zu kmmern1 da niemand unttig herumsitzt1 sondern da jeder sein ,gewerbe mit ,flei betreibt1 ohne sich jedoch1 gleich einem ,lasttiere1 in ununterbrochener ,arbeit vom frhesten ,morgen an bis in die tiefe ,nacht abzumhen2 denn das wre eine mehr als sklavische ,plackerei4 ,und doch ist das fast berall das ,los der ,arbeiter1 auer bei den ,utopiern4 ,diese teilen nmlich den ,tag mitsamt der ,nacht in vierundzwanzig gleiche ,stunden ein und kennen eine ,arbeitszeit von nur sechs ,stunden4 ,drei ,stunden arbeiten sie am ,vormittag2 danach essen sie zu ,mittag und halten eine ,rast von zwei ,stunden4 ,dann arbeiten sie wieder drei ,stunden und beschlieen den ,tag mit dem ,abendessen4 ,da sie die erste ,stunde von ,mittag an rechnen1 gehen sie gegen acht ,uhr zu ,bett2 acht ,stunden brauchen sie zum ,schlafen4 ber all die ,zeit zwischen den ,stunden der ,arbeit1 des ,schlafes und des ,essens darf ein jeder nach seinem ,belieben verfgen1 nicht etwa um sie durch ,schwelgerei und ,trgheit schlecht auszuntzen1 sondern um die arbeitsfreie ,zeit nach ,herzenslust auf irgendeine andere ,beschftigung nutzbringend zu verwenden4 ,die meisten treiben in diesen ,pausen literarische ,studien4 ,es herrscht nmlich der ,brauch1 tglich in den frhen ,morgenstunden ffentliche ,vorlesungen zu halten2 zu ihrem ,besuche sind diejenigen verpflichtet1 die zu wissenschaftlicher ,arbeit namentlich ausgewhlt sind4 ,aus jedem ,stande aber strmt eine gewaltige ,menge ,hrer1 ,mnner wie ,frauen1 zu den ,vorlesungen1 die einen zu diesen1 die anderen zu jenen1 je nach ihren persnlichen ,neigungen4 ,wenn jedoch einer auch diese ,zeit lieber auf seine berufliche ,ttigkeit verwenden will1 was bei vielen der ,fall ist1 deren ,geist sich nicht zur ,hhe wissenschaftlicher ,betrachtung erhebt1 so hindert man ihn nicht daran2 er erntet vielmehr sogar noch ,lob1 weil er sich dem ,staate ntzlich macht4 ,nach dem ,abendessen verbringen die ,utopier noch eine ,stunde mit ,spielen1 whrend des ,sommers in ihren ,grten1 whrend des ,winters aber in jenen ,slen1 in denen sie gemeinsam essen4 ,entweder treiben sie dort ,musik1 oder sie erholen sich in der ,unterhaltung4 ,das ,wrfeln und andere solche ungehrige und verderbliche ,spiele sind ihnen nicht einmal bekannt2 blich jedoch sind bei ihnen zwei dem ,schach nicht unhnliche ,spiele4 ,das eine ist der ,zahlenkampf1 bei dem die ,zahlen einander stechen2 bei dem anderen kmpfen1 in ,schlachtreihe aufgestellt1 die ,tugenden mit den ,lastern4 ,in diesem ,spiele zeigt sich sehr hbsch der ,streit der ,laster untereinander und ihre einmtige ,verbundenheit gegen die ,tugenden1 ebenso welche ,laster und ,tugenden einander entgegengesetzt sind1 mit welchen ,krften ferner die ,laster offen gegen die ,tugenden kmpfen und mit welchen ,rnken und ,listen sie versteckt angreifen1 mit welchen ,hilfsmitteln anderseits die ,tugenden die ,krfte des ,lasters brechen1 mit welchen ,knsten sie ihre ,versuchungen vereiteln und auf welche ,weise endlich die eine oder die andere ,partei den ,sieg davontrgt4 ,um aber einer irrtmlichen ,auffassung eurerseits vorzubeugen1 mssen wir an dieser ,stelle einen ,punkt genauer betrachten4 ,wenn die ,utopier nmlich nur sechs ,stunden arbeiten1 knnte man vielleicht meinen1 es msse das einen ,mangel an den notwendigen ,gtern zur ,folge haben4 ,aber gerade das ,gegenteil ist der ,fall4 ,diese ,arbeitszeit gengt nicht nur1 sondern wird nicht einmal ganz gebraucht zur ,produktion eines ,vorrats an allem1 was zu den ,bedrfnissen oder ,annehmlichkeiten des ,lebens gehrt4 ,das werdet auch ihr einsehen1 wenn ihr euch berlegt1 ein wie groer ,teil des ,volkes in anderen ,lndern unttig dahinlebt3 erstens fast alle ,frauen1 also die ,hlfte der ,gesamtheit1 oder wenn irgendwo die ,frauen arbeiten1 schnarchen dort meistens an ihrer ,stelle die ,mnner2 auerdem dann die ,priester und die sogenannten frommen ,mnner1 was fr eine groe und faule ,schar ist das6 ,nimm noch all die ,reichen und besonders die ,grundbesitzer dazu1 die man allgemein als ,standespersonen und ,edelleute bezeichnet6 ,zu ihnen rechne noch ihre ,dienerschaft1 jenen ganzen zusammengesplten ,haufen von ,raufbolden und ,windbeuteln6 ,vergi schlielich auch die krftigen und gesunden ,bettler nicht1 die ihren ,miggang mit irgendeinem ,gebrechen bemnteln1 und die ,zahl der ,leute1 die durch ihre ,ttigkeit fr die gesamten ,bedrfnisse der ,sterblichen sorgen1 wirst du dann viel geringer finden1 als du angenommen hast4 ,und nun berlege dir1 wie wenige von diesen selbst mit wirklich notwendigen ,arbeiten beschftigt sind6 ,da nmlich bei uns das ,geld der ,mastab fr alles ist1 mssen wir viele vllig unntze und berflssige ,gewerbe betreiben1 die blo der ,verschwendung und der ,genusucht dienen4 ,wrde man nmlich diese ganze ,masse1 die jetzt im ,arbeitsproze steht1 nur auf die so wenigen ,gewerbe verteilen1 die ein angemessener natrlicher ,bedarf erfordert1 so wrde ein groer berflu an ,waren entstehen1 und die ,preise wrden notwendigerweise zu tief sinken1 als da die ,handwerker ihren ,lebensunterhalt davon bestreiten knnten4 ,aber wenn alle die1 die jetzt ihre ,krfte in nutzloser ,ttigkeit verzetteln1 und wenn noch dazu der ganze ,schwarm derer1 die jetzt in ,nichtstun und ,trgheit erschlaffen und von denen jeder einzelne so viel von den ,produkten verbraucht1 die die ,arbeitskraft anderer liefert1 wie zwei der ,arbeiter1 wenn man also alle diese zu ,arbeiten1 und zwar zu ntzlichen1 verwendete1 so wrde1 wie leicht einzusehen ist1 ungemein wenig ,zeit mehr als reichlich gengen1 um alles zu beschaffen1 was zum ,leben notwendig oder ntzlich ist2 du kannst auch noch hinzusetzen1 zum ,vergngen1 soweit es echt und natrlich ist4 ,und das besttigen in ,utopien die ,tatsachen selber4 ,denn dort sind in einer ganzen ,stadt einschlielich ihrer nchsten ,umgebung aus der ,gesamtzahl der nach ,alter und ,krften zur ,arbeit tauglichen ,mnner und ,frauen kaum fnfhundert von ihr befreit4 ,unter ihnen sind die ,syphogranten zwar nach dem ,gesetz zur ,arbeit nicht verpflichtet1 sie machen aber von dieser ,bestimmung keinen ,gebrauch1 um die anderen durch ihr ,beispiel um so leichter zur ,arbeit anzuspornen4 ,dieselbe ,vergnstigung genieen diejenigen1 denen das ,volk auf ,vorschlag der ,priester und auf ,grund geheimer ,abstimmung der ,syphogranten dauernde ,arbeitsbefreiung zur ,durchfhrung ihrer ,studien bewilligt4 ,erfllt einer von ihnen die auf ihn gesetzte ,hoffnung nicht1 so stt man ihn wieder unter die ,handarbeiter zurck4 ,nicht selten tritt aber auch das ,gegenteil ein1 da nmlich ein ,handwerker jene freien ,stunden so eifrig auf das ,studium verwendet und durch seinen ,flei so groe ,fortschritte macht1 da man ihn von der ,handarbeit befreit und in die ,klasse der ,gebildeten aufrcken lt4 ,aus deren ,stande nimmt man die ,gesandten1 ,priester1 ,traniboren und schlielich den ,brgermeister selber1 den die ,utopier in ihrer alten ,sprache ,barzanes und in ihrer jngeren ,ademus nennen4 ,da nun fast die ganze brige ,masse des ,volkes weder unttig noch mit unntzen ,gewerben beschftigt ist1 kann man leicht ermessen1 in wie wenigen ,stunden viel ntzliche ,arbeit geleistet wird4 ,zu dem von mir ,erwhnten kommt fr die ,utopier noch die ,erleichterung hinzu1 da bei ihnen die meisten unentbehrlichen ,gewerbe weniger ,arbeit als bei anderen ,vlkern erfordern4 ,erstens nmlich ist bei diesen zum ,bau oder zur ,ausbesserung von ,gebuden deshalb so vieler ,hnde ,arbeit dauernd notwendig1 weil der zu wenig wirtschaftliche ,erbe das ,haus1 das sein ,vater erbaut bat1 allmhlich verfallen lt4 ,was er mit ganz geringen ,kosten htte erhalten knnen1 mu sein ,nachfolger mit groen ,kosten erneuern4 ,ja1 hufig sagt auch ein ,haus1 das dem einen ungeheuer viel ,geld gekostet hat1 dem verwhnten ,geschmack des anderen nicht zu4 ,da sich dieser nicht darum kmmert1 verfllt es in kurzer ,zeit1 und sein ,besitzer baut sich an anderer ,stelle ein neues ,haus fr nicht weniger ,geld4 ,aber bei den ,utopiern kommt es1 dank der allgemeinen ,ordnung und dank ihrer ,verfassung1 nur ganz selten vor1 da man einen neuen ,platz fr den ,bau eines ,hauses sucht4 ,und sie beheben nicht nur rasch die vorhandenen ,schden1 sondern beugen auch drohenden vor4 ,infolgedessen bleiben ihre ,gebude bei ganz geringem ,aufwand an ,arbeit beraus lange erhalten1 und die ,bauhandwerker haben bisweilen kaum etwas zu tun1 auer da sie angewiesen werden1 daheim ,bauholz zu bearbeiten und bisweilen ,steine quadratisch zu behauen und fertigzumachen1 damit gegebenenfalls ein ,haus schneller hochkommt4 ,beachte ferner1 wie wenig ,arbeit zur ,anfertigung der ,kleidung der ,utopier erforderlich ist6 ,zunchst tragen sie bei der ,arbeit einfach ,leder oder ,felle1 die bis zu sieben ,jahren halten4 ,beim ,ausgehen ziehen sie einen mantelhnlichem ,rock ber1 der jene grberen ,unterkleider verdeckt4 ,diese ,rcke haben auf der ganzen ,insel die gleiche ,farbe1 und zwar die ,naturfarbe des ,stoffes4 ,die ,utopier verbrauchen also nicht blo viel weniger wollenes ,tuch1 als das anderswo der ,fall ist1 sondern der ,stoff kostet ihnen auch viel weniger4 ,aber noch weniger ,arbeit macht die ,herstellung von ,leinwand1 und deshalb trgt man sie auch noch mehr4 ,beim ,leinen sieht man nur auf ,weie1 bei der ,wolle nur auf ,sauberkeit2 feinere ,webart wird gar nicht bezahlt4 ,und whrend sonst nirgends einer ,person vier oder fnf wollene ,oberkleider von verschiedener ,farbe und ebenso viele ,untersachen aus ,seide gengen -- etwas eleganteren ,leuten nicht einmal zehn --1 begngt sich hier in ,utopien ein jeder mit nur einem ,anzug1 und zwar zumeist fr zwei ,jahre4 ,warum sollte sich dort jemand auch mehr ,kleidung wnschen8 ,wenn er sie nmlich bekme1 wre er weder besser vor der ,klte geschtzt1 noch wrde er in seiner ,kleidung auch nur um ein ,haar hbscher aussehen4 ,da die ,utopier also alle in ntzlichen ,gewerben beschftigt sind und diese selbst auch eine geringere ,arbeitszeit erfordern1 braucht man sich nicht zu wundern1 da bisweilen alle ,erzeugnisse im berflu vorhanden sind4 ,dann fhrt man eine ungeheure ,menge ,arbeiter zur ,ausbesserung ffentlicher ,straen1 die schadhaft geworden sind1 aus der ,stadt hinaus2 sehr oft setzt man aber auch1 wenn sich keinerlei ,arbeit der ,art ntig macht1 die ,arbeitszeit von ,staats wegen herab4 ,die ,behrden zwingen nmlich die ,brger nicht zu unntiger ,arbeit2 denn die ,einrichtung dieses ,staates hat das eine ,hauptziel im ,auge1 soweit es die dringenden ,bedrfnisse des ,staates erlauben1 den ,sklavendienst des ,krpers nach ,mglichkeit einzuschrnken1 damit die dadurch gewonnene ,zeit auf die freie ,ausbildung des ,geistes verwendet werden kann4 ,darin liegt nmlich nach ihrer ,ansicht das ,glck das ,lebens4 ,der ,verkehr der ,utopier miteinander ,doch glaube ich nunmehr darlegen zu mssen1 auf welche ,weise die ,brger miteinander verkehren1 welche inneren wirtschaftlichen ,beziehungen bestehen und wie die ,verteilung der ,gter vor sich geht4 ,die ,brgerschaft besteht also aus ,familien1 die zumeist aus ,verwandten zusammengesetzt sind4 ,denn sobald die ,frauen krperlich reif sind1 werden sie verheiratet und ziehen dann in die ,wohnungen ihrer ,mnner4 ,dagegen verbleiben die ,shne und deren mnnliche ,nachkommen in ihren ,familien und unterstehen der ,gewalt des ,familienltesten1 soweit dieser nicht infolge seines ,alters kindisch geworden ist2 dann tritt der ,nchstlteste an seine ,stelle4 ,um aber eine zu starke ,abnahme oder eine bermig groe ,zunahme der ,bevlkerung zu verhindern1 darf keine ,familie1 deren es in jeder ,stadt -- die in dem zugehrigen ,landbezirk nicht mitgerechnet -- #fjjj gibt1 weniger als zehn und mehr als sechzehn ,erwachsene haben2 die ,zahl der ,kinder kann man ja nicht im voraus festsetzen4 ,diese ,bestimmung lt sich mit ,leichtigkeit aufrechterhalten1 indem man die berzhligen ,mitglieder der bergroen ,familien in zu kleine versetzt4 ,sollte aber einmal eine ganze ,stadt mehr ,einwohner haben1 als sie haben darf1 so fllt man mit dem berschu die ,einwohnerzahl geringer bevlkerter ,stdte des ,landes auf4 ,wenn aber etwa die ,menschenmasse der ganzen ,insel mehr als billig anschwellen sollte1 so bestimmt man aus jeder ,stadt ohne ,ausnahme ,brger1 die auf dem nchstgelegenen ,festlande berall da1 wo viel berflssiges ,ackerland der ,eingeborenen brachliegt1 eine ,kolonie nach ihren heimischen ,gesetzen einrichten unter ,hinzuziehung der ,einwohner des ,landes1 falls sie mit ihnen zusammenleben wollen4 ,mit diesen zu gleicher ,lebensweise und zu gleichen ,sitten vereint1 verwachsen sie dann leicht miteinander1 und das ist fr beide ,vlker von ,vorteil4 ,sie erreichen es nmlich durch ihre ,einrichtungen1 da ein ,land1 das vorher dem einen ,volke zu klein und unergiebig erschien1 jetzt fr beide ,vlker mehr als genug hervorbringt4 ,diejenigen ,eingeborenen aber1 die es ablehnen1 nach den ,gesetzen der ,kolonisten zu leben1 vertreiben diese aus dem ,gebiet1 das sie selber fr sich in ,anspruch nehmen1 und gegen die1 die ,widerstand leisten1 greifen sie zu den ,waffen4 ,denn das ist nach ,ansicht der ,utopier der gerechteste ,kriegsgrund1 wenn irgendein ,volk die ,nutznieung und den ,besitz eines ,stckes ,land1 das es selbst nicht nutzt1 sondern gleichsam zwecklos und unbebaut in ,besitz hat1 anderen untersagt1 denen es nach dem ,willen der ,natur ihren ,lebensunterhalt liefern soll4 ,wenn aber einmal infolge eines ,unglcksfalles die ,einwohnerzahl einiger ihrer ,stdte so sehr sinken sollte1 da sie aus anderen ,teilen der ,insel unter ,wahrung der ,gre einer jeden ,stadt nicht wieder ergnzt werden kann -- wie es heit1 ist das seit ,menschengedenken nur zweimal infolge einer heftig wtenden ,seuche der ,fall gewesen --1 so lt man die ,brger aus der ,kolonie zurckkommen und fllt mit ihnen die ,einwohnerzahl der ,stdte wieder auf4 ,die ,utopier sehen es nmlich lieber1 da ihre ,kolonien eingehen1 als da die ,einwohnerzahl einer der ,stdte ihrer ,insel zurckgeht4 ,doch ich komme auf das ,zusammenleben der ,brger zurck4 ,der lteste ist1 wie gesagt1 das ,oberhaupt der ,familie4 ,die ,frauen dienen ihren ,mnnern1 die ,kinder ihren ,eltern und so berhaupt die ,jngeren den lteren4 ,jede ,stadt zerfllt in vier gleiche ,teile4 ,in der ,mitte eines jeden befindet sich ein ,markt fr alle ,arten von ,waren4 ,dorthin schafft man die ,arbeitserzeugnisse einer jeden ,familie in bestimmte ,huser1 und die einzelnen ,warengattungen sind gesondert auf ,speicher verteilt4 ,jeder ,familienvater verlangt dort1 was er selbst und die ,seinen brauchen1 und nimmt alles1 was er haben will1 mit1 und zwar ohne ,bezahlung und berhaupt ohne jede ,gegenleistung4 ,warum sollte man ihm nmlich auch etwas verweigern8 ,alles ist ja im berflu vorhanden1 und man braucht nicht zu befrchten1 da jemand die ,absicht hat1 mehr zu verlangen1 als er braucht4 ,denn warum sollte man annehmen1 es werde jemand ber seinen ,bedarf hinaus fordern1 wenn er sicher ist1 da es ihm niemals an etwas fehlen wird8 ,werden doch bei jedem ,lebewesen ,habsucht und ,raubgier durch die ,furcht vor ,mangel hervorgerufen und beim ,menschen allein auerdem noch durch ,stolz1 da er es sich zum ,ruhme anrechnet1 durch ein ,prahlen mit berflssigen ,dingen die anderen zu bertreffen2 fr diese ,art ,fehler ist in den ,einrichtungen der ,utopier berhaupt kein ,platz4 ,mit den erwhnten ,mrkten sind andere fr ,lebensmittel verbunden2 auf diese bringt man auer ,gemse1 ,obst und ,brot auch ,fische und ,fleisch4 ,die ,tiere sind auerhalb der ,stadt auf geeigneten ,pltzen1 wo man ,blut und ,schmutz in flieendem ,wasser abwaschen kann1 von ,sklaven gettet und gereinigt worden4 ,die ,brger sollen sich nmlich nicht an das ,schlachten von ,tieren gewhnen1 weil man der ,ansicht ist1 die ,gewhnung an diese ,ttigkeit ertte allmhlich das ,mitleid1 den edelsten ,zug unseres ,wesens4 ,auch soll nichts ,schmutziges und ,unreines in die ,stadt gebracht werden1 dessen ,fulnis die ,luft verpesten und eine ,krankheit einschleppen knnte4 ,auerdem stehen in jeder ,strae1 gleichweit voneinander entfernt1 einige gerumige ,hallen1 von denen jede ihren eigenen ,namen hat4 ,hier wohnen die ,syphogranten1 und jeder dieser ,hallen sind dreiig ,familien zugeteilt1 auf jeder ,seite fnfzehn1 die dort ihre ,mahlzeiten einzunehmen haben4 ,die ,kcheneinkufer einer jeden ,halle finden sich zu einer bestimmten ,stunde auf dem ,markte ein1 melden die ,zahl der ,esser und fordern die ,lebensmittel an4 ,in erster ,linie bercksichtigt man bei dieser ,verteilung die ,kranken1 die in den ffentlichen ,krankenhusern gepflegt werden4 ,im ,stadtbezirk gibt es nmlich vier1 ein ,stck von der ,stadt entfernt2 sie sind so gerumig1 da man sie fr ebenso viele kleine ,stdte halten knnte4 ,dadurch ist es mglich1 eine auch noch so groe ,zahl ,kranker ohne ,mangel an ,raum und deshalb bequem unterzubringen sowie die an ansteckenden ,krankheiten ,leidenden von den anderen recht weit zu entfernen4 ,diese ,krankenhuser sind so eingerichtet und mit allem1 was zur ,gesundheitspflege gehrt1 so reichlich ausgestattet1 die ,pflege ist so rcksichtsvoll und gewissenhaft1 und die erfahrensten rzte sind so unermdlich ttig1 da1 wenn auch niemand gegen seinen ,willen dort ,aufnahme findet1 doch wohl jeder in der ,stadt im ,krankheitsfalle lieber im ,krankenhaus als daheim liegt4 ,nachdem der ,einkufer fr die ,kranken die ,lebensmittel nach rztlicher ,vorschrift empfangen hat1 verteilt man weiterhin das ,beste gleichmig auf die ,hallen je nach deren ,kopfzahl4 ,nur auf den ,brgermeister1 den ,oberpriester und die ,traniboren nimmt man besondere ,rcksicht sowie auf ,gesandte und alle etwa anwesenden ,auslnder4 ,doch sind letztere nur vereinzelt und selten zu sehen2 aber auch fr sie stehen1 wenn sie sich im ,lande aufhalten1 bestimmte ,wohnungen eingerichtet bereit4 ,in den erwhnten ,hallen findet sich die gesamte ,syphograntie1 durch den ,klang einer ehernen ,trompete aufgefordert1 zu den festgesetzten ,stunden des ,mittags- und ,abendessens ein1 mit ,ausnahme der in den ,hospitlern oder daheim liegenden ,kranken4 ,indes darf sich jedermann1 wenn der ,bedarf der ,hallen gedeckt ist1 ,lebensmittel vom ,markt mit nach ,hause geben lassen2 man wei nmlich1 da das niemand ohne ,grund tun wird4 ,denn wenn es auch keinem verwehrt ist1 zu ,hause zu essen1 so tut das doch niemand gern1 da es fr unanstndig gilt und tricht wre1 sich mhsam ein schlechtes ,mahl zuzubereiten1 whrend in der ,halle ganz in der ,nhe ein reichliches und ausgezeichnetes ,essen zu haben ist4 ,in einer solchen ,halle verrichten ,sklaven alle schmutzigeren und mhsameren ,arbeiten1 dagegen besorgen das ,kochen und ,zubereiten der ,speisen sowie die ,vorbereitung des ganzen ,mahles ausschlielich die ,frauen der einzelnen ,familien1 und zwar abwechselnd4 ,je nach der ,zahl der ,esser speist man an drei oder mehr ,tischen4 ,die ,mnner haben ihre ,pltze an der ,wand1 die ,frauen dagegen an der ,auenseite der ,tische4 ,so knnen sie1 wenn es ihnen pltzlich bel wird1 was bei ,schwangeren bisweilen vorkommt1 ohne ,strung der ,tischordnung aufstehen und zu den stillenden ,mttern gehen4 ,diese sitzen nmlich mit ihren ,suglingen fr sich in einem besonders zu diesem ,zweck bestimmten ,speiseraum1 wo es nie an ,feuer und reinem ,wasser fehlt2 auch sind dort ,wiegen vorhanden1 so da die ,mtter ihre ,kleinen niederlegen oder1 wenn sie wollen1 am ,feuer aus den ,windeln nehmen1 sich frei bewegen lassen und mit ihnen spielen knnen1 damit sie wieder frisch und munter werden4 ,jede ,mutter stillt ihr ,kind selber1 soweit das nicht ,tod oder ,krankheit unmglich macht4 ,tritt dieser ,fall ein1 so besorgen die ,frauen der ,syphogranten rasch eine ,amme2 und das ist bald geschehen2 denn die ,frauen1 die dazu imstande sind1 bieten sich zu keiner ,verrichtung lieber an1 da solches ,mitleid allgemeines ,lob findet und der ,sugling spter in der ,amme seine ,mutter sieht4 ,in der ,ammenstube sitzen auch alle ,kinder unter fnf ,jahren2 die brigen ,unmndigen -- dazu rechnet man die noch nicht ,heiratsfhigen beiderlei ,geschlechts -- bedienen entweder bei ,tisch oder1 soweit sie noch zu jung dazu sind1 stehen sie doch dabei1 und zwar in tiefstem ,schweigen4 ,sie essen1 was ihnen die am ,tische ,sitzenden reichen1 und haben keine besondere ,tischzeit4 ,am ersten ,tisch in der ,mitte sitzen der ,syphogrant und seine ,frau4 ,das ist der oberste ,platz1 von dem aus man die gesamte ,gesellschaft bersieht2 denn dieser ,tisch steht im obersten ,teile des ,speisesaales quer4 ,an den ,syphogranten und seine ,frau schlieen sich zwei der ltesten an2 an allen ,tischen sitzt man nmlich zu viert4 ,falls aber ein ,tempel in der betreffenden ,syphograntie liegt1 sitzen der ,priester und seine ,frau so mit dem ,syphogranten zusammen1 da sie den ,vorsitz fhren4 ,auf beiden ,seiten folgen dann ,jngere1 danach wieder ,greise2 auf diese ,weise sitzen im ganzen ,saale die ,gleichaltrigen nebeneinander und doch auch mit anderen ,altersstufen zusammen4 ,wie es heit1 hat man diese ,einrichtung deshalb getroffen1 damit die ,wrde der ,alten und die ,ehrfurcht vor ihnen die ,jngeren von ungehriger ,ausgelassenheit in ,rede und ,benehmen abhlt2 denn nichts1 was bei ,tische gesprochen oder getan wird1 kann den ,nachbarn ringsum entgehen4 ,die einzelnen ,gnge werden nicht vom ersten ,platze aus der ,reihe nach gereicht1 sondern die besten ,gerichte werden immer zuerst allen lteren vorgesetzt1 deren ,pltze besonders kenntlich sind2 danach bedient man die brigen ohne ,unterschied4 ,jedoch geben die ,greise von ihren ,leckerbissen ganz nach ,belieben den ,umsitzenden ab2 um sie nmlich im ganzen ,saale in gengender ,menge zu verteilen1 sind es nicht genug4 ,auf diese ,weise bleibt den lteren die ihnen zukommende ,ehre gewahrt1 und trotzdem wird der ,allgemeinheit die gleiche ,bevorzugung zuteil4 ,zu ,beginn einer jeden ,mittags- und ,abendmahlzeit wird ein ,text moralischen ,inhalts vorgelesen1 der jedoch nur kurz ist1 damit man der ,sache nicht berdrssig wird4 ,im ,anschlu daran fhren die lteren ehrbare ,gesprche1 die weder trocken noch ohne ,witz sind4 ,indessen halten sie nicht etwa whrend des ganzen ,essens lange ,reden2 sie hren vielmehr auch den jungen ,leuten gern zu4 ,ja1 sie veranlassen sie absichtlich zum ,reden1 um von dem ,charakter und ,geist eines jeden einen ,begriff zu bekommen1 wenn er sich in der bei einem ,mahle herrschenden ,ungebundenheit offenbart4 ,die ,mittagsmahlzeiten sind ziemlich schlicht1 die ,abendmahlzeiten dagegen reichlicher2 denn auf jene folgt ,arbeit1 auf diese ,schlaf und nchtliche ,ruhe1 und diese hilft nach ,ansicht der ,utopier besser verdauen4 ,bei keinem ,abendessen fehlt es an ,musik1 und bei jedem ,nachtisch gibt es allerlei ,leckereien4 ,auch verbrennt man ,rucherwerk1 verspritzt wohlriechendes ,salbl und bietet alles auf1 um die ,tischgenossen zu erheitern4 ,die ,utopier neigen nmlich viel zu sehr zu solcher ,frhlichkeit1 um ein ,vergngen1 das keinen ,schaden anrichtet1 fr verboten zu halten4 ,derart also ist das gesellige ,leben in der ,stadt2 auf dem ,lande dagegen1 wo man weiter auseinander wohnt1 it jeder fr sich zu ,hause4 ,dort fehlt es nmlich keiner ,familie an irgend etwas zum ,leben2 denn die ,leute auf dem ,lande sind es ja1 die alles das liefern1 wovon die ,stdter leben4 ,die ,reisen der ,utopier ,wer das ,verlangen haben sollte1 seine ,freunde in einer anderen ,stadt zu besuchen oder sich auch nur den ,ort selbst anzusehen1 erhlt von seinem ,syphogranten und ,traniboren mit ,leichtigkeit die ,erlaubnis dazu1 wenn er irgendwie abkmmlich ist4 ,man schickt dann eine gewisse ,anzahl ,urlauber zusammen ab und gibt ihnen ein ,schreiben des ,brgermeisters mit1 in dem die ,reisegenehmigung besttigt und der ,tag der ,rckkehr vorgeschrieben ist4 ,die ,reisenden bekommen einen ,wagen mit einem staatlichen ,sklaven gestellt1 der das ,ochsengespann fhren und besorgen mu2 wenn sie aber nicht gerade ,frauen bei sich haben1 weisen sie den ,wagen als lstig und hinderlich zurck4 ,obgleich sie auf der ganzen ,reise nichts mit sich fhren1 fehlt es ihnen doch an nichts2 sie sind ja berall zu ,hause4 ,sollten sie sich irgendwo lnger als einen ,tag aufhalten1 so bt jeder daselbst sein ,gewerbe aus und wird von seinen ,handwerksgenossen aufs freundlichste behandelt4 ,wenn sich aber jemand auerhalb seines ,wohnbezirks eigenmchtig herumtreiben und ohne amtlichen ,urlaubsschein aufgegriffen werden sollte1 so betrachtet man ihn als ,ausreier1 bringt ihn mit ,schimpf und ,schande in die ,stadt zurck und zchtigt ihn streng2 im ,wiederholungsfalle bt er mit dem ,verlust seiner ,freiheit4 ,wenn aber jemanden die ,lust anwandeln sollte1 auf seinen heimatlichen ,fluren spazierenzugehen1 so hindert ihn niemand daran1 vorausgesetzt1 da er die ,erlaubnis seines ,hausvaters und die ,einwilligung seiner ,frau hat4 ,wohin er aber auch aufs ,land kommt1 nirgends gibt man ihm etwas zu essen1 ehe er nicht das dort vor dem ,mittags- oder ,abendessen bliche ,arbeitspensum erledigt hat2 unter dieser ,bedingung kann er ganz nach ,belieben innerhalb des ,gebietes seiner ,stadt spazierengehen4 ,wird er sich doch auf diese ,weise der ,stadt ebenso ntzlich machen1 als wenn er sich in ihr selber aufhielte4 ,ihr seht schon1 in ,utopien gibt es nirgends eine ,mglichkeit zum ,miggang oder einen ,vorwand zur ,trgheit4 ,keine ,weinschenken1 keine ,bierhuser1 nirgends ein ,bordell1 keine ,gelegenheit zur ,verfhrung1 keine ,schlupfwinkel1 keine ,sttten der ,liederlichkeit2 jeder ist vielmehr den ,blicken der ,allgemeinheit ausgesetzt1 die ihn entweder zur gewohnten ,arbeit zwingt oder ihm nur ein ehrbares ,vergngen gestattet4 ,diese ,lebensfhrung des ,volkes hat notwendig einen berflu an jeglichem ,lebensbedarf zur ,folge1 und da alle gleichmig daran teilhaben1 ist es ganz natrlich1 da es ,arme oder gar ,bettler berhaupt nicht geben kann4 ,im ,senat von ,mentiranum1 wo sich1 wie erwhnt1 alljhrlich drei ,abgeordnete aus jeder ,stadt einfinden1 stellt man zunchst fest1 wovon es in den einzelnen ,bezirken einen berschu gibt und worin irgendwo der ,ertrag zu gering gewesen ist4 ,dann gleicht man alsbald den ,mangel der einen ,bezirke durch den berflu der anderen aus1 und zwar geschieht das unentgeltlich1 ohne da die ,geber von den ,empfngern eine ,entschdigung erhalten4 ,dafr aber1 da eine ,stadt irgendeiner anderen aus ihren ,bestnden ohne ,gegenforderung liefert1 erhlt sie auch wieder1 was sie braucht1 von einer ,stadt1 der sie nichts gegeben hat4 ,so bildet die ganze ,insel gleichsam eine einzige ,familie4 ,nachdem aber die ,utopier sich selbst zur ,genge mit ,vorrten versorgt haben1 was nach ihrer ,ansicht erst dann der ,fall ist1 wenn sie wegen der ,unsicherheit des ,ertrags im darauffolgenden ,jahre fr einen ,zeitraum von zwei ,jahren vorgesorgt haben1 fhren sie aus dem berschu eine groe ,menge ,getreide1 ,honig1 ,wolle1 ,leinen1 ,holz1 ,scharlach- und ,purpurfarben1 ,felle1 ,wachs1 ,seife1 ,leder sowie auerdem ,vieh in andere ,lnder aus4 ,von dem allen schenken sie ein ,siebentel den ,armen des betreffenden ,landes1 den ,rest aber verkaufen sie zu migem ,preise4 ,dieser ,handel bringt ihnen nicht nur diejenigen ,waren ins ,land1 an denen es ihnen fehlt -- das ist aber fast nichts weiter als ,eisen --1 sondern auerdem eine groe ,menge ,silber und ,gold4 ,weil sie das schon lange so halten1 haben sie an diesen ,metallen berall einen unglaublich groen berflu4 ,daher legen sie jetzt auch nicht sonderlich viel ,gewicht darauf1 ob sie gegen bar oder auf ,kredit verkaufen und den bei weitem grten ,teil ihrer ,forderungen als ,auenstnde haben4 ,doch lehnen sie bei der ,ausstellung von ,schuldscheinen die ,brgschaft von ,privatpersonen regelmig ab und verlangen immer auf ,grund formell ausgestellter ,scheine die ,brgschaft der ,stadt4 ,diese zieht dann am ,zahltage den ,betrag von den ,privatschuldnern ein1 legt ihn in die ,stadtkasse und hat bis zu seiner ,anforderung durch die ,utopier den ,zinsgenu4 ,diese verlangen aber niemals den grten ,teil zurck2 nach ihrer ,ansicht ist es nmlich eine ,ungerechtigkeit1 anderen etwas wegzunehmen1 was fr sie von ,nutzen ist1 ihnen selbst aber keinen ,nutzen bringt4 ,wenn sie dagegen erforderlichenfalls einen ,teil des betreffenden ,geldes einem anderen ,volke leihen wollen1 so verlangen sie es dann erst zurck oder auch1 wenn sie selbst ,krieg fhren mssen4 ,fr diesen einen ,zweck nmlich heben sie jenen gesamten ,schatz1 den sie im ,lande haben1 auf1 um an ihm in uerster oder pltzlicher ,gefahr einen ,rckhalt zu haben1 vor allem aber1 um damit fr unmig hohen ,sold auslndische ,soldaten anzuwerben2 denn diese setzen sie lieber der ,gefahr aus als ihre eigenen ,brger4 ,auerdem wissen sie1 da in der ,regel die ,feinde selber mit viel ,geld sich kaufen und gegeneinander hetzen lassen1 sei es durch ,verrat oder auch durch ,entzweiung4 ,aus diesem ,grunde sorgen die ,utopier fr einen ,staatsschatz von unermelichem ,werte4 ,er ist aber in ihren ,augen kein eigentlicher ,schatz2 sie halten es damit vielmehr so1 da ich mich in der ,tat schme1 es zu erzhlen1 weil ich frchten mu1 man wird meinen ,worten nicht glauben4 ,und meine ,befrchtung ist um so berechtigter1 je mehr ich mir bewut bin1 wie schwer man mich selbst dazu htte bringen knnen1 es einem anderen zu glauben1 wenn ich es nicht persnlich erlebt htte4 ,es kann ja gar nicht anders sein1 als da etwas um so weniger ,glauben findet1 je mehr es von den ,bruchen der ,zuhrer abweicht4 ,da freilich auch die brigen ,einrichtungen der ,utopier so wesentlich anders als die unsrigen sind1 wird sich ein kluger ,beurteiler der ,dinge vielleicht weniger wundern1 wenn sie auch ,gold und ,silber auf eine ,weise benutzen1 die mehr ihrem eigenen als unserem ,brauche entspricht4 ,da die ,utopier nmlich selber kein ,geld verwenden1 sondern es nur fr einen ,fall aufsparen1 der ebensogut eintreten wie nicht eintreten kann1 so schtzt niemand von ihnen ,gold und ,silber1 woraus das ,geld gemacht wird1 hher1 als es ihrem natrlichen ,werte angemessen ist4 ,wer sieht da nicht1 wie weit dort ,gold und ,silber unter dem ,eisen stehen6 ,und in der ,tat ist ,eisen fr die ,menschheit ebenso lebensnotwendig wie ,wasser und ,feuer1 whrend weder ,gold noch ,silber von ,natur einen ,vorzug besitzt1 den wir nicht mit ,leichtigkeit entbehren knnten2 nur halten es die ,menschen in ihrer ,torheit wegen seines seltenen ,vorkommens fr so besonders wertvoll4 ,und dabei hat doch im ,gegenteil die ,natur1 wie eine beraus gtige ,mutter1 uns gerade ihre besten ,gaben offen und frei vor ,augen gestellt1 wie die ,luft1 das ,wasser und die ,erde selbst1 das ,nichtige und ,unntze dagegen sehr weit entrckt4 ,wrde nun ,gold und ,silber bei den ,utopiern in irgendeinem ,turme versteckt1 so knnte der trichte ,argwohn der groen ,masse den ,brgermeister und den ,senat verdchtigen1 sie wollten das ,volk auf hinterlistige ,weise betrgen1 um selber irgendwelchen ,vorteil daraus zu ziehen4 ,wenn sie ferner ,schalen und andere derartige ,schmiedearbeiten aus ,gold und ,silber herstellen lieen1 so knnte einmal der ,fall eintreten1 da man sie wieder einschmelzen und zur ,soldzahlung an die ,truppen verwenden mte1 und natrlich wrden dann die ,besitzer der ,gegenstnde1 das sehen sie ein1 sich nur ungern wieder entreien lassen1 woran sie allmhlich ,freude gefunden haben4 ,um es zu alledem nicht kommen zu lassen1 haben sich die ,utopier ein ,mittel ausgedacht1 das mit ihren brigen ,einrichtungen ebenso bereinstimmt1 wie es von den unsrigen stark abweicht1 da ja bei uns ,gold so hoch geschtzt und so sorgfltig aufbewahrt wird1 und das deshalb nur denen1 die es aus ,erfahrung kennen1 glaubhaft erscheint4 ,whrend sie nmlich zum ,essen und ,trinken nur ,gefe aus ,ton und ,glas benutzen1 die zwar sehr hbsch aussehen1 aber trotzdem billig sind1 fertigen sie aus ,gold und ,silber nicht blo fr die ,gemeinschaftshallen1 sondern auch fr die ,privathuser allenthalben ,nachtgeschirre und sonstige zu ganz gewhnlichem ,gebrauch bestimmte ,gefe an4 ,auerdem stellen sie aus denselben ,metallen ,ketten und starke ,fufesseln zur ,bestrafung der ,sklaven her1 und schlielich hngen von den ,ohren derer1 die durch irgendein ,verbrechen ihre ,ehre verloren haben1 goldene ,ringe herab2 man steckt ihnen goldene ,ringe an die ,finger1 hngt ihnen eine goldene ,halskette um und legt einen goldenen ,reif um ihren ,kopf4 ,so sorgen die ,utopier mit allen ,mitteln dafr1 da ,gold und ,silber bei ihnen in ,verruf kommt1 und so erklrt es sich auch1 da in ,utopien bei einer sich etwa ntig machenden ,ablieferung alles ,goldes und ,silbers1 dessen gewaltsame ,wegnahme den anderen ,vlkern fast ebensolche ,schmerzen bereitet1 als wenn man ihnen die ,eingeweide auseinanderrisse1 niemand glauben wrde1 auch nur einen ,heller einzuben4 ,auerdem sammeln die ,utopier an den ,ksten ,perlen1 in gewissen ,felsen sogar ,diamanten und ,karfunkel4 ,doch suchen sie nicht danach1 sondern nur1 was sie zufllig finden1 schleifen sie4 ,damit putzen sie ihre kleinen ,kinder4 ,in ihren ersten ,lebensjahren prahlen diese gern mit solchem ,schmuck und sind stolz darauf2 sobald sie aber ein wenig lter werden und merken1 da sich nur ,kinder mit derartigem ,tand abgeben1 legen sie diesen ,schmuck ab1 und zwar ohne besondere ,ermahnung von seiten ihrer ,eltern1 sondern einfach1 weil sie sich seiner schmen1 genau so wie bei uns die ,kinder1 wenn sie erst grer werden1 von ihren ,nssen1 ,knpfen und ,puppen nichts mehr wissen wollen4 ,wie stark aber diese ,lebensgewohnheiten der ,utopier1 die von denen der brigen ,vlker so sehr abweichen1 ihr ganzes ,empfinden verndern1 ist mir niemals so klar zum ,bewutsein gekommen wie bei einer ,gesandtschaft der ,anemolier4 ,diese kam nach ,amaurotum1 als ich gerade dort war1 und da wichtige ,fragen zur ,verhandlung standen1 waren schon vor ihr jene frher erwhnten drei ,abgeordneten aus jeder ,stadt eingetroffen4 ,nun waren allen ,gesandten der ,nachbarvlker1 die schon frher dorthin gekommen waren1 die ,sitten der ,utopier bekannt4 ,sie wuten1 da prunkvolle ,kleidung dort durchaus nicht angesehen war1 da man ,seide geradezu verachtete und da ,goldschmuck sogar in blen ,ruf brachte4 ,deshalb hatten sie sich daran gewhnt1 in mglichst bescheidener ,kleidung zu erscheinen4 ,die ,anemolier aber wohnten weiter entfernt von den ,utopiern und hatten deshalb weniger ,verkehr mit ihnen unterhalten4 ,als sie nun hrten1 die ,utopier trgen alle die gleiche grobe ,tracht1 waren sie berzeugt1 sie trieben deshalb keinen ,aufwand1 weil es ihnen an den ntigen ,mitteln dazu fehle1 und beschlossen daher1 mehr eitel als klug1 prchtig wie ,gtter herausgeputzt aufzutreten und die ,augen der armseligen ,utopier durch den ,glanz ihrer prunkvollen ,kleidung zu blenden4 ,so zogen denn die drei ,gesandten an der ,spitze eines ,gefolges von dreihundert ,mann in die ,stadt ein1 alle in bunter1 die meisten in seidener ,kleidung1 die ,gesandten selbst -- sie gehrten nmlich daheim zum ,adel -- in golddurchwirkten ,gewndern1 mit groen ,halsketten und ,ohrringen aus ,gold1 an den ,fingern goldene ,ringe1 die ,filzkappen mit ,bndern geschmckt1 die von ,perlen und ,edelsteinen funkelten1 kurz1 mit all den ,dingen geputzt1 die bei den ,utopiern ,strafen fr ,sklaven oder ,schandmale ,ehrloser oder ,spielzeug kleiner ,kinder sind4 ,und so lohnte es sich der ,mhe zu sehen1 wie den ,anemoliern der ,kamm schwoll1 als sie ihren ,prunk mit der ,kleidung der ,utopier verglichen2 die ,bevlkerung war nmlich in ,menge auf die ,straen gestrmt4 ,anderseits aber machte es nicht weniger ,spa zu beobachten1 wie grndlich sie sich in ihrer ,hoffnung und ,erwartung getuscht sahen und wie wenig sie den ,eindruck machten1 mit dem sie gerechnet hatten4 ,denn in den ,augen aller ,utopier1 nur einige ganz wenige ausgenommen1 die bei irgendeiner passenden ,gelegenheit ins ,ausland gekommen waren1 war jener ganze glnzende ,aufwand eine ,schmach4 ,sie grten gerade die ,niedrigsten an ,stelle ihrer ,herren mit ,ehrerbietung1 die ,gesandten selbst aber hielten sie wegen ihrer goldenen ,ketten fr ,sklaven und lieen sie vorbergehen1 ohne ihnen berhaupt eine ,ehrenbezeigung zu erweisen4 ,ja1 auch die ,knaben httest du sehen sollen1 die ihre ,edelsteine und ,perlen schon lngst weggeworfen hatten4 ,beim ,anblick der ,edelsteine an den ,filzkappen der ,gesandten riefen und stieen sie ihre ,mtter an und sagten3 ,sieh doch1 ,mutter1 was fr ein groer ,schelm da noch die ,perlen und ,edelsteinchen trgt1 als wenn er ein kleines ,kind wre6 ,und die ,mutter erwiderte gleichfalls ganz ernsthaft3 ,sei still1 mein ,junge6 ,das wird einer von den ,narren der ,gesandten sein4 ,andere wieder bemngelten die goldenen ,ketten3 sie seien zu nichts zu brauchen1 weil sie so dnn seien1 da der ,sklave sie mit ,leichtigkeit zerbrechen knne2 anderseits wieder seien sie so locker1 da er sie1 wenn er ,lust habe1 abschtteln und ungehindert und frei ausreien knne1 wohin er wolle4 ,die ,gesandten hatten sich erst ein paar ,tage in ,amaurotum aufgehalten und schon eine ,unmenge ,gold in niedrigster ,verwendung gesehen2 auch hatten sie gemerkt1 da das ,gold hier ebenso gering wie bei ihnen daheim hochgeschtzt wurde2 auerdem sahen sie in den ,ketten und ,fufesseln eines einzigen ,sklaven1 der flchtig geworden war1 mehr ,gold und ,silber zusammen verarbeitet1 als die gesamte ,ausstattung der drei ,gesandten wert war4 ,da lieen sie die ,flgel hngen und legten beschmt jenen ganzen ,aufputz ab1 mit dem sie sich in so anmaender ,weise gebrstet hatten1 vor allem aber1 nachdem sie durch vertrautere ,unterhaltung mit den ,utopiern ihre ,sitten und ,anschauungen kennengelernt hatten4 ,sind doch diese ganz verwundert darber1 wie einem ,menschen das unsichere ,gefunkel eines drftigen ,juwels oder ,edelsteinchens berhaupt ,freude machen kann1 whrend er irgendeinen ,stern und schlielich die ,sonne selbst anschauen darf1 und wie jemand so albern sein kann1 da er sich selber wegen eines ,gewebes aus feinerer ,wolle vornehmer dnkt1 wenn diese ,wolle selbst1 mag der ,faden auch noch so fein sein1 frher einmal auf dem ,rcken eines ,schafes gesessen hat und inzwischen doch auch nichts anderes als ,wolle gewesen ist4 ,ebenso wundern sich die ,utopier darber1 da das ,gold1 das seiner ,natur nach so unntz ist1 jetzt berall in der ,welt so hoch geschtzt wird1 da der ,mensch selbst1 durch den und vor allem zu dessen ,nutzen es diesen ,wert erlangt hat1 viel weniger gilt als das ,gold selber1 und zwar so viel weniger1 da irgendein ,dmlack1 geistlos wie ein ,holzklotz und ebenso schlecht wie dumm1 trotzdem eine ,menge kluger und braver ,diener hat1 allein deshalb1 weil er zufllig einen groen ,haufen ,goldstcke sein eigen nennt4 ,wenn nun irgendeine ,fgung des ,geschicks oder ein ,trick der ,gesetze1 der1 ebenso wie das ,schicksal1 das ,unterste zu oberst kehrt1 dieses ,gold dem ,herrn des ,hauses nimmt und es dem allerschlimmsten ,taugenichts seines ,gesindes zukommen lt1 so wrde jener ohne ,zweifel bald darauf wie ein ,anhngsel und eine ,zugabe seiner ,mnzen unter die ,dienerschaft seines ehemaligen ,dieners geraten4 ,und noch mehr ist man erstaunt1 ja geradezu emprt ber das unsinnige ,gebaren der ,leute1 die jene ,reichen1 denen sie nichts schuldig und denen sie nicht verpflichtet sind1 aus keinem anderen ,grunde1 als weil sie reich sind1 wie ,gtter anbeten1 und zwar auch dann1 wenn sie ihren schmutzigen ,geiz zu genau kennen1 um nicht mit tdlicher ,sicherheit zu wissen1 da sie bei deren ,lebzeiten von dem groen ,geldhaufen auch nicht einen roten ,heller bekommen4 ,diese und andere derartige ,ansichten der ,utopier sind das ,ergebnis teils ihrer ,erziehung in einem ,staate1 dessen ,einrichtungen von den ,torheiten der geschilderten ,art weit entfernt sind1 teils ihrer ,beschftigung mit ,wissenschaft und ,literatur4 ,allerdings sind in jeder ,stadt nur wenige von den anderen ,arbeiten befreit1 um sich ausschlielich der ,ausbildung ihres ,geistes zu widmen1 nmlich diejenigen1 bei denen man von ,kind auf hervorragende ,anlagen1 ausgezeichnete ,begabung und ,neigung zu wissenschaftlicher ,beschftigung beobachtet hat4 ,trotzdem aber genieen alle ,kinder ,unterricht1 und ein guter ,teil des ,volkes1 ,mnner und ,frauen1 beschftigt sich das ganze ,leben hindurch in den erwhnten arbeitsfreien ,stunden mit den ,wissenschaften4 ,der ,unterricht wird in der ,landessprache erteilt2 sie verfgt nmlich ber einen reichen ,wortschatz1 zeichnet sich durch ,wohllaut aus und ist wie keine andere zur ,wiedergabe von ,gedanken geeignet4 ,in annhernd derselben ,art1 jedoch berall auf verschiedene ,weise etwas zu ihrem ,nachteil verndert1 ist sie ber einen groen ,strich jenes ,erdteils verbreitet4 ,von allen unseren ,philosophen1 deren ,namen in dieser uns bekannten ,welt berhmt sind1 war den ,utopiern vor unserer ,ankunft auch nicht ein einziger1 nicht einmal gerchtweise1 bekannt geworden2 und doch haben sie in ,musik1 ,dialektik1 ,arithmetik und ,geometrie etwa dieselben ,entdeckungen gemacht wie unsere alten ,meister4 ,wenn sie aber auch die ,alten beinahe in allem erreicht haben1 so sind sie allerdings hinter den ,erfindungen der modernen ,dialektiker weit zurckgeblieben2 sie haben nmlich auch nicht eine einzige der in der ,kleinen ,logik so scharfsinnig ausgedachten ,regeln ber ,restriktion1 ,amplifikation und ,supposition erfunden1 die hierzulande allenthalben schon die ,kinder auswendig lernen4 ,wie sie ferner keineswegs den zweiten ,intentionen nachzuforschen vermochten1 so war auch nicht einer von ihnen imstande1 den sogenannten ,menschen berhaupt zu sehen1 der doch1 wie ihr wit1 ein wahrer ,kolo und grer als jeder ,riese ist und auf den wir damals auch noch mit den ,fingern gezeigt haben4 ,dagegen kennen sie ganz genau den ,lauf der ,gestirne und die ,bewegung der ,himmelskreise4 ,ja1 sie haben sich auch ,instrumente von verschiedener ,gestalt mit ,kunst und ,geschick ausgedacht1 mit deren ,hilfe sie die ,bewegungen und ,stellungen der ,sonne1 des ,mondes und ebenso der brigen bei ihnen sichtbaren ,gestirne aufs genaueste erfat haben4 ,aber von ,gunst und ,migunst der ,planeten und von jenem ganzen ,schwindel der ,prophezeiung aus den ,sternen lassen sie sich nicht einmal etwas trumen4 ,regen1 ,wind und die brigen ,wettervernderungen sagen sie aus gewissen ,anzeichen voraus1 die sie aus langer ,erfahrung kennen4 ber die ,ursachen all dieser ,erscheinungen aber1 ber ,ebbe und ,flut sowie ber den ,salzgehalt des ,meeres und schlielich ber den ,ursprung und die ,natur des ,himmels und der ,erde lehren sie zum ,teil dasselbe wie unsere alten ,philosophen4 ,wie diese aber schon untereinander verschiedener ,meinung sind1 so stimmen auch die ,utopier mit ihren neuen ,erklrungen fr die ,naturerscheinungen mit ihnen allen zum ,teil nicht berein1 sind aber auch untereinander nicht in jeder ,beziehung derselben ,ansicht4 ,in der ,moralphilosophie behandeln die ,utopier dieselben ,fragen wie wir4 ,sie stellen ,errterungen an ber die ,gter des ,geistes und des ,krpers sowie ber die ueren ,gter1 ferner ob diese alle oder nur die ,gaben des ,geistes als ,gter bezeichnet werden drfen2 auch untersuchen sie das ,wesen der ,tugend und der ,lust4 ,aber die erste und wichtigste aller ,streitfragen ist die1 worin wohl die ,glckseligkeit des ,menschen besteht1 ob in einem ,dinge oder in mehreren4 ,in diesem ,punkte aber neigen sie1 wie es scheint1 mehr als billig zu der ,ansicht derer1 die fr das ,vergngen eintreten1 worin sie entweder das menschliche ,glck berhaupt oder doch wenigstens seinen wesentlichsten ,bestandteil erblicken4 ,und worber man sich noch mehr wundern mu1 sie sttzen ihre so sinnenfreudige ,ansicht auch mit ,beweisgrnden1 die sie ihrer ,religion entnehmen1 einer ernsten und strengen1 ja fast dsteren und harten ,lehre4 ,wenn sie nmlich ber die ,glckseligkeit verhandeln1 so verbinden sie stets gewisse ,grundstze ihrer ,religion mit der ,philosophie1 die mit ,vernunftgrnden arbeitet2 denn ohne diese ,grundstze ist die ,vernunft nach ,ansicht der ,utopier zu ungengend und zu schwach1 um fr sich allein die wahre ,glckseligkeit zu erforschen4 ,diese ,grundstze sind folgende3 ,die ,seele ist unsterblich und durch die ,gte ,gottes zur ,glckseligkeit geschaffen2 fr unsere ,tugenden und guten ,werke erwarten uns nach diesem ,leben ,belohnungen1 fr unsere ,missetaten aber ,strafen4 ,diese ,anschauungen sind zwar religiser ,natur1 aber nach ,ansicht der ,utopier fhrt schon die ,vernunft dazu1 an sie zu glauben und sie zu billigen4 ,nach ,beseitigung dieser ,grundstze1 so erklren sie ohne jedes ,bedenken1 wird niemand so tricht sein zu meinen1 er drfe dem ,vergngen nicht auf jede ,weise1 auf rechte und unrechte1 nachjagen4 ,nur msse man sich1 so erklren sie weiter1 davor hten1 ein greres ,vergngen durch ein kleineres beeintrchtigen zu lassen oder einem ,vergngen mit schmerzhaften ,rckwirkungen nachzugehen4 ,denn den dornenvollen und beschwerlichen ,pfad der ,tugend zu wandeln und dabei nicht blo auf des ,lebens ,annehmlichkeiten zu verzichten1 sondern auch den ,schmerz freiwillig zu ertragen1 und zwar ohne ,aussicht auf irgendwelchen ,gewinn -- was knnte nmlich wohl auch der ,gewinn sein1 wenn man nach dem ,tode nichts erreichen soll1 nachdem man dieses ganze ,leben freudlos1 also jmmerlich1 zugebracht hat8 -- das ist in den ,augen der ,utopier das ,sinnloseste1 was es geben kann4 ,nun liegt aber nach ihrer ,meinung das ,glck nicht in jeder ,art von ,vergngen1 sondern nur in einem rechtschaffenen und ehrbaren2 zu diesem nmlich1 als zu dem hchsten ,gut1 zieht1 so sagen sie1 die ,tugend selbst unsere ,natur hin1 whrend nach ,ansicht der ,gegenpartei einzig und allein die ,tugend unser ,glck bedingt4 ,die ,tugend besteht nmlich1 wie die ,utopier meinen1 in einem naturgemen ,leben1 sofern uns ,gott dazu geschaffen hat2 naturgem aber lebt der1 der in allem1 was er begehrt und meidet1 den ,geboten der ,vernunft gehorcht4 ,die ,vernunft entfacht ferner im ,menschen vor allem anderen die ehrfurchtsvolle ,liebe zur gttlichen ,majestt1 und dieser verdanken wir es ja1 da wir sind und an der ,glckseligkeit teilnehmen drfen4 ,sodann mahnt uns die ,tugend und regt uns dazu an1 ein mglichst sorgenfreies und frohes ,leben zu fhren und allen unseren ,mitmenschen1 entsprechend unserer natrlichen ,gemeinschaft mit ihnen1 zur ,erreichung des gleichen ,zieles zu verhelfen4 ,denn noch nie ist jemand ein so finsterer und strenger ,anhnger der ,tugend und entschiedener ,feind des ,vergngens gewesen1 da er von dir ,anstrengungen1 ,nachtwachen und ,kasteiungen verlangte1 ohne nicht gleichzeitig dir aufzugeben1 die ,not und das ,ungemach anderer nach ,krften zu lindern1 und ohne es nicht im ,namen der ,menschlichkeit fr lobenswert zu halten1 da ein ,mensch dem anderen ,heil und ,trost spendet4 ,wenn nun die hchste ,menschlichkeit darin besteht -- und keine ,tugend ist dem ,menschen eigentmlicher --1 den ,kummer der ,mitmenschen zu lindern1 ihre ,traurigkeit zu beheben und in ihr ,leben wieder die ,freude1 das heit das ,vergngen1 zu bringen1 wie sollte da nicht die ,natur einen jeden anspornen1 die gleiche ,wohltat auch sich selber zuteil werden zu lassen8 ,denn entweder ist ein angenehmes1 das heit dem ,vergngen gewidmetes ,leben verwerflich1 dann darfst du nicht blo niemandem zu einem ,vergngen verhelfen1 sondern mut es sogar von allen nach ,mglichkeit fernhalten1 da es ihnen ja schdlich ist und den ,tod bringt4 ,oder aber1 wenn du anderen ein ,vergngen als etwas ,gutes nicht blo verschaffen darfst1 sondern sogar verschaffen sollst1 warum dann nicht vor allem dir selbst1 dem du doch nicht weniger als anderen gewogen sein solltest8 ,denn wenn die ,natur dich zur ,gte gegen andere mahnt1 verlangt sie doch nicht gleichzeitig von dir schonungslose ,strenge gegen dich selbst4 ,ein angenehmes ,leben also1 das heit eben das ,vergngen1 sagen die ,utopier1 stellt uns die ,natur selbst gleichsam als ,ziel aller unserer ,handlungen hin1 und ein ,leben nach ihrer ,vorschrift ist in ihren ,augen ,tugend4 ,die ,natur aber ruft auch die ,menschen auf1 sich gegenseitig zu einem ,leben in grter ,frhlichkeit zu verhelfen4 ,und das tut sie sicherlich mit ,fug und ,recht2 denn keiner ist so erhaben ber das allgemeine ,menschenschicksal1 da die ,natur fr ihn allein sorgen mte1 sie1 die alle1 die sie durch die ,gleichheit der ,gestalt zu einer ,gemeinschaft zusammenfat1 in gleicher ,weise hegt und pflegt4 ,und eben darum heit sie dich auch immer wieder darauf achten1 auf deinen eigenen ,vorteil nicht so bedacht zu sein1 da du anderen dabei schadest4 ,deshalb drfen auch nach ,ansicht der ,utopier nicht blo die ,vertrge zwischen ,privatpersonen nicht verletzt werden1 sondern auch die ffentlichen ,bestimmungen ber die ,teilung der ,lebensgter1 das heit der materiellen ,grundlage des ,vergngens1 ,bestimmungen1 die entweder ein guter ,frst auf gesetzlichem ,wege erlassen oder die ein ,volk auf ,grund einer allgemeinen bereinkunft getroffen hat1 ohne durch ,tyrannei in seiner ,willensuerung beschrnkt oder durch ,betrug umgarnt zu sein4 ,ohne ,verletzung dieser ,gesetze fr dein persnliches ,wohlergehen zu sorgen1 erfordert die ,klugheit1 auerdem das allgemeine ,wohl im ,auge zu haben1 das ,pflichtgefhl2 aber darauf auszugehen1 einem anderen sein ,vergngen zu rauben1 wofern man nur sein eigenes erjagt1 das ist in der ,tat ,unrecht4 ,sich selber dagegen etwas zu nehmen1 um es anderen zu dem1 was sie haben1 noch dazuzugeben1 das eben ist eine ,pflicht der ,menschlichkeit und ,gte und bringt einem stets mehr ,glck wieder ein1 als es einem nimmt4 ,denn die ,wohltaten anderer vergelten als ,gegenleistung das gute ,werk1 und das bloe ,bewutsein1 etwas ,gutes getan zu haben1 sowie die ,erinnerung an die wohlwollende ,liebe derer1 denen man ,gutes getan hat1 bereiten dem ,herzen eine ,freude1 die grer ist1 als es jenes ,vergngen des ,krpers gewesen wre1 auf das man verzichtet hat4 ,und endlich vergilt ,gott1 wovon sich ein glubiges ,gemt mit ,leichtigkeit aus der ,religion berzeugt1 ein kurzes und geringes ,vergngen dereinst mit unermelicher und ewig whrender ,freude4 ,so sind denn die ,utopier nach sorgfltiger ,untersuchung und genauer ,erwgung der ,sache zu der ,ansicht gekommen1 da alle unsere ,handlungen1 und darunter auch die tugendhaften selbst1 letzten ,endes auf das ,vergngen und damit auf die ,glckseligkeit abzielen4 ,vergngen nennen die ,utopier jede ,bewegung und jeden ,zustand des ,krpers und des ,geistes1 worin wir unter ,anleitung der ,natur mit ,behagen verweilen4 ,nicht ohne ,grund fgen sie hinzu1 da die ,natur es so haben will4 ,denn von ,natur bereitet alles das ,wohlbehagen1 was man nicht auf dem ,wege des ,unrechts begehrt oder wodurch nichts anderes ,angenehmeres verlorengeht oder was keine ,mhe und ,arbeit im ,gefolge hat2 und danach verlangt nicht blo das sinnliche ,begehren1 sondern auch die gesunde ,vernunft4 ,anderseits aber gibt es ,dinge1 die die ,menschen gegen die ,ordnung der ,natur flschlich als angenehm bezeichnen1 und zwar auf ,grund eines ganz trichten ,sprachgebrauchs1 gerade als ob wir es in der ,hand htten1 mit den ,worten auch die ,dinge zu ndern4 ,alle diese ,dinge sind nach ,ansicht der ,utopier wertlos fr die ,glckseligkeit1 ja sogar ihr im hchsten ,grade hinderlich1 und zwar deshalb1 weil sie die ganze ,seele des ,menschen1 in der sie sich einmal festgesetzt haben1 mit einer verkehrten ,meinung ber das ,vergngen im voraus erfllen1 um fr wahre und reine ,freuden nirgends ,platz zu lassen4 ,es gibt nmlich sehr viele ,dinge1 die zwar ihrer eigentlichen ,natur nach durchaus nicht anziehend1 sondern im ,gegenteil sogar meist recht unangenehm sind1 die aber trotzdem infolge der trichten ,lockung ruchloser ,begierden nicht blo fr die hchsten ,gensse gehalten1 sondern auch sogar zu den wichtigsten ,angelegenheiten des ,lebens gerechnet werden4 ,zu denen1 die den falschen ,vergngen dieser ,art nachgehen1 zhlen die ,utopier diejenigen1 die sich selber1 wie frher erwhnt1 um so besser dnken1 je besser sie angezogen sind2 dabei irren sie sich in diesem einen ,punkte zweifach4 ,denn sie sind nicht weniger im ,irrtum1 wenn sie ihren ,anzug1 als wenn sie sich selbst fr etwas ,besseres halten4 ,warum sollte nmlich im ,hinblick auf die ,brauchbarkeit der ,kleidung ein ,tuch aus feinerem ,gewebe besser sein als eins aus grberem8 ,und doch ist jenen ,leuten der ,kamm geschwollen1 als ob sie von ,natur und nicht durch einen bloen ,irrtum etwas ,besseres wren1 und sie meinen1 sie gewnnen auch dadurch etwas an ,wert4 ,deshalb beanspruchen sie auch1 gleich als sei das ihr gutes ,recht1 fr ihren eleganteren ,anzug eine ,ehrenbezeigung1 auf die sie in einfacherer ,kleidung gar nicht wagen wrden zu hoffen1 und sind unwillig1 wenn sie beim ,vorbergehen nicht weiter beachtet werden4 ,aber ist nicht gerade auch dieses ,verlangen nach eitlen und nutzlosen ,ehrenbezeigungen ebenso unvernnftig8 ,denn wie kann wohl der entblte ,scheitel oder das gebeugte ,knie eines anderen ein natrliches und wahres ,vergngen bereiten8 ,wird das vielleicht einen ,schmerz in deinen eigenen ,knien heilen8 ,oder wird es das hitzige ,fieber in deinem eigenen ,kopfe lindern8 ,in der ,vorstellung eines solchen ,scheinvergngens schmeicheln sie sich und klatschen sie sich ,beifall1 weil sie zufllig von ,vorfahren abstammen1 von denen eine lange ,reihe fr reich gegolten hat -- einen anderen ,adel gibt es ja heutzutage nicht --1 fr reich besonders an ,landgtern1 und sie dnken sich nicht um ein ,haar weniger vornehm1 wenn ihnen auch ihre ,vorfahren von ihrem ,reichtum nichts hinterlassen oder wenn sie ihr ,erbe selber verprat haben4 ,zu den ,leuten dieser ,art rechnen die ,utopier auch die schon erwhnten ,liebhaber von ,gemmen und ,edelsteinen1 und sie kommen sich gewissermaen wie ,gtter vor1 wenn sie einmal einen ausnehmend wertvollen ,stein erwerben1 zumal wenn er von der zu ihrer ,zeit und in ihrem ,lande besonders geschtzten ,art ist2 denn nicht berall und nicht zu jeder ,zeit behalten die gleichen ,arten ihren ,wert4 ,sie kaufen aber einen ,edelstein nur ohne ,goldfassung und ,umhllung1 und auch dann nur1 wenn der ,verkufer einen ,eid und ,brgschaft dafr leistet1 da die ,gemme und der ,juwel echt sind2 solche ,angst haben sie1 da der ,augenschein sie tuschen knnte4 ,warum aber sollte dir1 der du den ,edelstein nur betrachten willst1 ein knstlicher weniger ,vergngen machen1 den dein ,auge von einem echten nicht zu unterscheiden vermag8 ,beide mten eigentlich den gleichen ,wert haben1 fr dich1 bei ,gott1 genau so wie fr einen ,blinden4 ,was soll man ferner von denen sagen1 die berflssige ,schtze aufbewahren1 nicht um sich ber die ,verwendung des ,haufens ,geld1 sondern nur ber seinen ,anblick zu freuen8 ,genieen sie etwa eine echte ,freude1 oder narrt sie nicht vielmehr nur ein ,scheinvergngen8 ,oder wie steht es mit denen1 die den entgegengesetzten ,fehler begehen und das ,gold1 das sie niemals verwenden1 ja vielleicht auch niemals wieder zu ,gesicht bekommen werden1 vergraben und aus ,angst vor seinem ,verlust es wirklich verlieren8 ,denn verlierst du dein ,gold nicht1 wenn du es der ,verwendung durch dich selbst und vielleicht durch die ,menschen berhaupt entziehst und der ,erde zurckgibst8 ,und doch bist du ausgelassen froh darber1 da du deinen ,schatz versteckt hast1 als brauchtest du nun keine ,sorge mehr zu haben4 ,sollte dir aber jemand den ,schatz stehlen1 ohne da du etwas von diesem ,diebstahl merkst1 und solltest du zehn ,jahre danach sterben1 was macht es dir da in dem ganzen ,zeitraum von zehn ,jahren1 um den du den ,verlust deines ,geldes berlebt hast1 aus1 ob es gestohlen oder noch vorhanden war8 ,sicherlich hast du in beiden ,fllen den gleichen ,nutzen davon gehabt4 ,zu diesen so unpassenden ,freuden rechnen die ,utopier auch die der ,glcksspieler1 deren unsinniges ,gebaren ihnen nur vom ,hrensagen1 nicht aus ,erfahrung bekannt ist1 und auerdem die der ,jger und ,vogelsteller4 ,denn was ist das fr ein ,vergngen1 so sagen sie1 die ,wrfel auf das ,spielbrett zu werfen8 ,und dabei tut man das so oft1 da schon aus der hufigen ,wiederholung ein berdru entstehen knnte1 wenn wirklich ein ,vergngen damit verbunden wre4 ,oder wie knnte es angenehm sein und nicht vielmehr ,widerwillen erregen1 das ,gebell und ,geheul der ,hunde zu hren8 ,oder inwiefern macht es mehr ,vergngen1 wenn ein ,hund einem ,hasen als wenn er einem anderen ,hunde nachjagt8 ,denn in beiden ,fllen handelt es sich doch um den gleichen ,vorgang3 es wird gelaufen -- wenn dir das ,laufen ,freude machen sollte4 ,wenn dich aber die ,aussicht auf ,mord fesselt oder wenn du auf die ,zerfleischung wartest1 die sich vor deinen ,augen abspielen soll1 so mte es doch eher dein ,mitleid erregen1 wenn du mit ansehen mut1 wie das arme ,hslein von dem ,hunde zerrissen wird1 der ,schwache von dem ,strkeren1 der ,scheue und ,furchtsame von dem ,wilden1 der ,harmlose schlielich von dem ,grausamen4 ,die ,utopier haben deshalb dieses ganze ,geschft des ,jagens als eine der ,freien unwrdige ,beschftigung den ,metzgern zugewiesen1 deren ,handwerk sie1 wie oben erwhnt1 von ,sklaven ausben lassen4 ,ihrer ,anschauung nach ist nmlich die ,jagd die niedrigste ,verrichtung dieses ,handwerks1 die brigen sind in ihren ,augen ntzlicher und ehrbarer1 weil sie die ,tiere weit mehr schonen und nur aus ,notwendigkeit tten1 whrend der ,jger einzig und allein im ,morden und ,zerfleischen des armen ,tieres sein ,vergngen sucht4 ,dieses ,lustgefhl beim ,anblick des ,mordens hat nach ,ansicht der ,utopier sogar beim ,morden der ,tiere seinen ,ursprung in einer grausamen ,gemtsstimmung oder artet schlielich infolge stndiger ,wiederholung des so rohen ,vergngens in ,grausamkeit aus4 ,diese und alle sonstigen ,gensse derart -- es gibt nmlich deren unzhlige -- hlt zwar die groe ,masse der ,menschen fr ,vergngen1 die ,utopier dagegen erklren rund heraus1 mit dem wahren ,vergngen habe das alles gar nichts zu tun1 da ihm von ,natur alles ,erfreuliche fehle4 ,denn wenn es auch fr gewhnlich den ,sinn mit ,wohlbehagen erfllt1 was ja die ,aufgabe des ,vergngens zu sein scheint1 so gehen die ,utopier doch nicht von ihrer ,meinung ab4 ,der ,grund dafr ist nmlich nicht die ,natur der ,sache selbst1 sondern die ble ,gewohnheit der ,menschen4 ,sie ist schuld daran1 da man ,bitteres als s hinnimmt1 genau so wie schwangere ,frauen1 deren ,geschmack gestrt ist1 ,pech und ,talg fr ser als ,honig halten4 ,aber das ,urteil eines einzelnen1 das durch ,krankheit oder ,gewhnung getrbt ist1 kann die ,natur nicht ndern1 die des ,vergngens ebensowenig wie die anderer ,dinge4 ,von den nach ihrer ,ansicht echten ,vergngen unterscheiden die ,utopier verschiedene ,arten1 und zwar weisen sie die einen der ,seele und die anderen dem ,leibe zu4 ,zu den ,vergngen der ,seele zhlen sie die geistige ,bettigung sowie das ,wohlbehagen1 das die ,betrachtung der ,wahrheit hervorruft4 ,dazu kommt das angenehme ,bewutsein eines untadeligen ,lebenswandels und die sichere ,hoffnung auf die ,glckseligkeit nach dem ,tode4 ,die krperliche ,lust zerfllt in zwei ,arten4 ,die erste ist die1 die unsere ,sinne mit einem deutlichen ,wohlbehagen erfllt4 ,das geschieht zum ,teil durch die ,erneuerung derjenigen ,bestandteile unseres ,krpers1 die durch die ,wrmeerzeugung in unserem ,inneren verbraucht sind -- diese fhrt uns nmlich ,essen und ,trinken wieder zu --1 zum ,teil auch durch ,ausscheidung der in unserem ,krper berflssigen ,stoffe4 ,das wird erreicht durch ,reinigung der ,eingeweide von den ,exkrementen oder durch ,zeugung von ,kindern oder wenn das ,jucken eines ,krperteils durch ,reiben oder ,kratzen gelindert wird4 ,bisweilen aber entsteht auch ein ,vergngen1 das unserem ,krper weder etwas zufhrt1 wonach die ,organe verlangen1 noch diese von etwas ,lstigem befreit4 ,es ist aber eine ,lustempfindung1 die unsere ,sinne trotzdem mit einer ,art geheimer ,gewalt1 aber in einer deutlich sichtbaren ,erregung zu kitzeln1 anzuregen und an sich zu ziehen vermag2 ein solches ,vergngen bereitet die ,musik4 ,die zweite ,art des krperlichen ,vergngens erblicken die ,utopier in einem ruhigen und gleichmigen ,zustand des ,krpers1 das heit also in der durch keinerlei ,unbehagen gestrten ,gesundheit des einzelnen4 ,diese ruft ja1 falls kein ,schmerz sie beeintrchtigt1 schon an und fr sich ,wohlbehagen hervor1 selbst wenn keine von auen kommende ,lust auf den ,krper einwirken sollte4 ,zwar tritt sie weniger hervor und reizt die ,sinne weniger als jene ungestme ,lust an ,essen und ,trinken2 nichtsdestoweniger jedoch gilt sie vielen in ,utopien als das grte1 fast allen aber als ein groes ,vergngen und gleichsam als die ,grundlage und der ,grundstein aller ,vergngen4 ,denn sie allein macht unser ,leben ruhig und lebenswert1 und ohne sie ist bei keinem und nirgends noch ,raum fr irgendein ,vergngen4 ,denn auch wenn man gar keine ,schmerzen hat1 dabei aber nicht gesund ist1 so ist doch dieser ,zustand in den ,augen der ,utopier kein ,vergngen1 sondern ,stumpfheit4 ,schon lngst gilt bei ihnen die ,lehre der ,philosophen nicht mehr1 die da meinten1 man drfe eine bestndige und ungestrte ,gesundheit deshalb nicht fr ein ,vergngen halten1 weil das ,vorhandensein eines solchen nur infolge einer ,erregung von auen her zu merken sei2 auch diese ,frage ist nmlich eifrig bei den ,utopiern errtert worden4 ,vielmehr sind sie jetzt im ,gegenteil fast alle darin einig1 da die ,gesundheit sogar ganz besonders als ein ,vergngen anzusehen ist4 ,da nmlich mit der ,krankheit1 so sagen sie1 der ,schmerz verbunden ist1 der der unvershnliche ,feind des ,vergngens ist1 ebenso wie die ,krankheit der ,feind der ,gesundheit1 warum sollte dann nicht anderseits mit einer ungestrten ,gesundheit das ,vergngen verbunden sein8 ,dabei ist es nach ihrer ,ansicht ohne ,belang1 ob man die ,krankheit selber als ,schmerz oder den ,schmerz nur als ,begleiterscheinung der ,krankheit bezeichnet2 die ,wirkung sei ja in beiden ,fllen gleich stark4 ,mag nun die ,gesundheit entweder ein ,vergngen an und fr sich oder nur seine notwendige ,ursache sein1 wie das ,feuer die ,ursache der ,hitze ist1 ohne ,zweifel ist die ,wirkung in beiden ,fllen die1 da ein ,mensch1 der sich einer eisernen ,gesundheit erfreut1 ein ,vergngen empfinden mu4 ,auerdem1 so sagen sie1 wenn wir essen1 was geschieht da anderes1 als da die ,gesundheit1 die allmhlich erschttert worden war1 im ,bunde mit der ,speise gegen den ,hunger ankmpft8 ,whrend der betreffende ,mensch selbst dabei wieder erstarkt und seine gewohnte ,kraft wiedererlangt1 bereitet ihm die ,gesundheit jenes ,vergngen1 das uns so erquickt4 ,wird nun aber die ,gesundheit1 die sich schon whrend des ,kampfes freut1 nicht erst recht froh sein1 wenn sie den ,sieg errungen hat8 ,ist sie endlich wieder glcklich im ,besitze ihrer alten ,strke1 um die allein sie den ganzen ,kampf gefhrt hat1 wird sie dann etwa gefhllos werden und ihr ,glck nicht erkennen und keinen groen ,wert darauf legen8 ,da man nmlich sagt1 man knne die ,gesundheit nicht empfinden1 ist nach ,meinung der ,utopier ganz falsch4 ,wer empfindet denn nicht1 so sagen sie1 wenn er nicht gerade schlft1 da er gesund ist1 auer dem1 der es eben nicht ist8 ,wer liegt in so festen ,banden des ,stumpfsinns oder der ,lethargie1 da er nicht zugeben sollte1 die ,gesundheit bereite ihm ,freude und ,genu8 ,was ist aber ,genu anderes als eine andere ,bezeichnung fr ,vergngen8 ,nach alledem schtzen die ,utopier besonders die geistigen ,vergngen2 sie halten sie nmlich fr die ersten und wesentlichsten von allen1 und in der ,hauptsache entstehen sie nach ihrer ,meinung aus der bung der ,tugend und dem ,bewutsein eines rechtschaffenen ,lebenswandels4 ,unter den krperlichen ,vergngen stellen sie die ,gesundheit an erste ,stelle2 denn die ,annehmlichkeit des ,essens und ,trinkens und alle anderen ,ergtzlichkeiten der ,art betrachten sie zwar als erstrebenswert1 aber nur um der ,gesundheit willen4 ,solcherlei nmlich sei nicht an und fr sich erfreulich1 sondern nur insofern1 als es einer sich heimlich einschleichenden ,krankheit entgegenwirke4 ,wie deshalb der ,verstndige eher ,krankheiten vorbeugen als nach ,arznei verlangen und lieber die ,schmerzen beseitigen als zu ,trostmitteln greifen msse1 so sei es besser1 man habe diese ,art ,vergngen gar nicht ntig1 als da man darin ein ,linderungsmittel erblicke4 ,sollte wirklich jemand in dieser ,art ,vergngen sein ,glck sehen1 so msse er notwendig zugeben1 er werde dann erst am glcklichsten sein1 wenn ihm ein ,leben in bestndigem ,hunger1 ,durst1 ,jucken1 ,essen1 ,trinken1 ,kratzen und ,reiben beschieden sei4 ,da ein solches ,leben aber nicht blo hlich1 sondern auch jmmerlich wre1 sieht jeder ein4 ,diese ,gensse sind in der ,tat die niedrigsten1 weil sie keineswegs reiner ,natur sind2 denn immer sind sie von den entgegengesetzten ,schmerzen begleitet4 ,so ist mit dem ,genu des ,essens der ,hunger verbunden1 und zwar in einem recht ungleichen ,verhltnis4 ,denn der ,schmerz ist nicht nur heftiger1 sondern hlt auch lnger an1 da er ja eher als das ,vergngen entsteht und erst zusammen mit ihm vergeht4 ,vergngen dieser ,art also sind nach ,ansicht der ,utopier nicht zu schtzen1 soweit sie nicht zum ,leben notwendig sind4 ,doch haben sie auch an ihnen ihre ,freude und erkennen dankbar die ,liebe der ,mutter ,natur an1 die ihre ,kinder mit den verlockendsten ,lustgefhlen zu den fr sie immer wieder lebensnotwendigen ,verrichtungen anspornt4 ,wie wrde uns nmlich unser ,leben anekeln1 wenn wir ebenso wie die brigen ,krankheiten1 die uns seltener befallen1 auch diese tglichen ,erkrankungen an ,hunger und ,durst durch ,gifte und bittere ,arzneien bekmpfen mten6 ,was dagegen ,schnheit1 ,strke und ,gewandtheit anlangt1 so hegen und pflegen die ,utopier sie mit ,vorliebe als eigentliche und willkommene ,gaben der ,natur4 ,als eine ,art angenehme ,wrze des ,lebens schtzen sie auch diejenigen ,gensse1 die uns ,auge1 ,ohr und ,nase vermitteln und die die ,natur ausschlielich fr den ,menschen1 und zwar in besonderer ,weise1 geschaffen hat2 denn keine andere ,gattung von ,lebewesen hat ein ,auge fr die ,schnheit des ,weltgebudes oder wird irgendwie von ,wohlgerchen angenehm berhrt1 soweit sie nicht ihre ,nahrung danach unterscheiden1 oder hat ein ,gehr fr die verschiedenen ,abstnde harmonischer und dissonierender ,tne4 ,bei allen diesen ,genssen aber sehen die ,utopier darauf1 da nicht ein kleinerer einem greren im ,wege ist und da niemals ein ,vergngen den ,schmerz im ,gefolge hat1 was1 wie sie meinen1 notwendig bei einem nicht ehrbaren ,vergngen der ,fall ist4 ,den ,reiz der ,schnheit dagegen zu verachten1 die ,krfte zu schwchen1 die ,beweglichkeit zu ,trgheit werden zu lassen1 seinen ,krper durch ,fasten zu erschpfen1 seiner ,gesundheit ,gewalt anzutun und auch sonst von den ,lockungen der ,natur nichts wissen zu wollen1 es sei denn1 da man sein ,glck nur deshalb nicht wahrnimmt1 um desto eifriger fr das ,wohl seiner ,mitmenschen oder fr das des ,staates besorgt zu sein -- eine ,mhe1 fr die man als ,entschdigung eine grere ,freude von ,gott erwartet --1 aber sich zu kasteien1 ohne jemandem zu ntzen1 sondern lediglich um eines nichtigen ,schattens von ,tugend willen oder um ,migeschick1 das einem aber vielleicht niemals widerfhrt1 leichter zu ertragen3 das ist1 so meinen die ,utopier1 ganz widersinnig1 eine ,grausamkeit gegen sich selbst und der bitterste ,undank gegen die ,natur2 denn dadurch verzichtet man auf alle ihre ,wohltaten1 gleich als ob man es verschmhte1 ihr irgendwie zu ,dank verpflichtet zu sein4 ,das ist die ,ansicht der ,utopier ber die ,tugend und das ,vergngen1 und1 wie sie glauben1 kann man keine finden1 mit der menschliche ,vernunft der ,wahrheit nher kommt1 es mte denn sein1 da eine vom ,himmel gesandte ,religion einem ,menschen noch frmmere ,gedanken eingibt4 ,ob sie damit recht oder unrecht haben1 knnen wir aus ,mangel an ,zeit nicht genau untersuchen1 auch ist das gar nicht ntig2 denn wir haben es ja nur unternommen1 von ihren ,einrichtungen zu erzhlen1 nicht aber diese in ,schutz zu nehmen4 ,wie es sich aber auch mit den angefhrten ,grundstzen der ,utopier verhalten mag1 davon bin ich fest berzeugt3 nirgends ist das ,volk tchtiger1 und nirgends ist der ,staat glcklicher als in ,utopien4 ,die ,utopier sind krperlich gewandt und rstig2 auch besitzen sie mehr ,krfte1 als ihre ,statur erwarten lt2 doch ist diese nicht unansehnlich4 ,der ,boden ist zwar nicht berall fruchtbar und das ,klima nicht besonders gesund1 aber sie hrten sich gegen die ,witterung durch eine mige ,lebensweise so sehr ab und verbessern die ,beschaffenheit des zu bestellenden ,landes mit solchem ,eifer1 da nirgends in der ,welt der ,ertrag an ,feldfrucht und ,vieh reicher ist und nirgends die ,menschen langlebiger und widerstandsfhiger gegen ,krankheiten sind4 ,deshalb kann man in ,utopien die ,landleute nicht nur die blichen ,arbeiten verrichten sehen1 wie sie die von ,natur geringere ,fruchtbarkeit des ,bodens durch ,kunst und ,flei steigern1 sondern man kann auch beobachten1 wie irgendwo ein ,wald vollstndig ausgerodet und anderswo wieder angepflanzt wird4 ,dabei gibt nicht die ,rcksicht auf den ,ertrag1 sondern auf den ,transport den ,ausschlag2 das ,holz soll sich nmlich in grerer ,nhe des ,meeres oder der ,flsse oder der ,stdte selbst befinden1 weil sein ,transport von weither auf dem ,landwege beschwerlicher ist als der des ,getreides4 ,die ,utopier sind ein gewandtes1 witziges und kunstfertiges ,volk4 ,es geniet gern seine ,mue1 besitzt aber auch ntigenfalls gengend ,ausdauer in krperlicher ,arbeit4 ,sonst ist es in der ,tat keineswegs arbeitswtig1 doch kennt es keine ,ermdung1 wenn es sich um geistige ,interessen handelt4 ,als wir den ,utopiern von der griechischen ,literatur und ,wissenschaft erzhlten -- ber die ,lateiner sprachen wir nicht1 weil von ihnen1 wie wir meinten1 hchstens die ,historiker und ,dichter ihren lebhaften ,beifall finden wrden --1 staunten wir1 mit welchem ,eifer sie darauf bestanden1 unter unserer ,anleitung ,griechisch grndlich lernen zu drfen4 ,so begannen wir denn mit dem ,unterricht1 anfangs mehr deshalb1 um nicht den ,anschein zu erwecken1 als wollten wir uns nicht der ,mhe unterziehen1 als weil wir mit irgendeinem ,erfolg gerechnet htten4 ,sobald wir aber ein kleines ,stck vorangekommen waren1 lie uns ihr ,flei erkennen1 da wir unseren ,eifer nicht umsonst aufwenden wrden2 denn die ,utopier begannen1 die ,buchstaben so mhelos nachzuschreiben1 die ,worte so gelufig auszusprechen1 so schnell sich einzuprgen und so getreu zu wiederholen1 da es uns wie ein ,wunder vorkam4 ,allerdings gehrten die ,leute1 die nicht blo aus freien ,stcken und aus ,begeisterung1 sondern auch auf ,grund einer ,verfgung des ,senats das ,studium des ,griechischen begannen1 zu den erlesensten ,geistern der ,gebildeten und standen in reifem ,alter4 ,und so hatten sie denn noch vor ,ablauf von drei ,jahren in ihrer sprachlichen ,ausbildung keine ,lcken mehr und konnten gute ,schriftsteller1 abgesehen von ,schwierigkeiten infolge einer fehlerhaften ,textstelle1 ohne ,ansto lesen und verstehen4 ,wie ich wenigstens vermute1 eigneten sie sich die ,kenntnis der griechischen ,sprache auch wegen ihrer teilweisen ,verwandtschaft mit der ,landessprache leichter an4 ,ich nehme nmlich an1 die ,utopier stammen von den ,griechen ab2 denn in ihrer fast persisch klingenden ,sprache haben sich noch in den ,orts- und ,amtsnamen ,spuren des ,griechischen erhalten4 ,im ,begriff1 meine vierte ,seereise nach ,utopien anzutreten1 nahm ich an ,stelle von ,waren einen ziemlich groen ,packen ,bcher mit an ,bord1 weil ich fest entschlossen war1 lieber gar nicht statt nach kurzer ,zeit schon heimzukehren4 ,so besitzen denn die ,utopier folgendes von mir3 die meisten ,werke ,platos1 mehrere ,schriften des ,aristoteles1 sodann ,theophrasts ,buch ber die ,pflanzen1 das aber leider an mehreren ,stellen lckenhaft ist4 ,whrend der ,seefahrt hatte ich nmlich auf das ,buch weniger ,obacht gegeben1 und so hatte sich eine ,meerkatze seiner bemchtigt und1 ausgelassen und spielig1 hier und da ein paar ,bltter herausgerissen und zerfetzt4 ,von den ,grammatikern haben sie nur den ,lascaris2 den ,theodorus habe ich nmlich gar nicht mitgenommen1 ebenso kein ,wrterbuch1 auer ,hesych und ,dioscorides4 ,plutarchs kleine ,schriften haben sie sehr gern1 und auch ,lucians ,witz und ,anmut fesseln sie4 ,von den ,dichtern besitzen sie ,aristophanes1 ,homer und ,euripides1 ferner ,sophocles in den kleinen ,typen des ,aldus1 von den ,historikern ,thucydides1 ,herodot sowie ,herodian4 ,sogar aus dem ,gebiet der ,medizin hatte mein ,reisegefhrte ,tricius ,apinatus etwas mitgebracht1 nmlich einige kleine ,schriften des ,hippocrates und die ,mikrotechne ,galens4 ,gerade auf diese beiden ,bcher legen die ,utopier groen ,wert2 denn wenn sie die ,heilkunde auch wohl weniger als alle anderen ,vlker brauchen1 so steht sie doch nirgends in grerer ,achtung1 und zwar schon deshalb1 weil man in ,utopien ihre ,kenntnis zu den schnsten und ntzlichsten ,teilen der ,philosophie rechnet4 ,mit ihrer ,hilfe erforscht man nmlich die ,geheimnisse der ,natur1 und man glaubt1 nicht blo einen wunderbaren ,genu davon zu haben1 sondern auch die hchste ,gunst des ,schpfers und ,werkmeisters der ,natur zu gewinnen4 ,man ist ja der ,meinung1 er habe nach ,art der brigen ,knstler den sehenswerten ,mechanismus dieser ,welt fr den ,menschen zur ,betrachtung ausgestellt und ihn allein in seinem ,inneren fr eine so gewaltige ,schpfung aufnahmefhig gemacht1 und deshalb sei ihm ein wibegieriger und achtsamer ,betrachter und ,bewunderer seines ,werkes lieber als einer1 der ein so erhabenes und wundervolles ,schauspiel stumpf und unerschttert nicht beachtet4 ,so sind denn die ,utopier infolge ihrer wissenschaftlichen ,ausbildung erstaunlich begabt fr technische ,erfindungen1 die etwas dazu beitragen1 das ,leben angenehm und bequem zu machen4 ,zwei ,erfindungen jedoch verdanken sie uns1 die ,buchdruckerkunst und die ,herstellung des ,papiers1 aber doch nicht uns allein1 sondern zu einem guten ,teile auch sich selber4 ,als wir ihnen nmlich die ,bcher zeigten1 die ,aldus auf ,papier gedruckt hatte1 und ihnen von dem zur ,papierfabrikation notwendigen ,material und von den ,druckverfahren mehr blo etwas erzhlten1 statt ihnen die ,sache zu erklren -- keiner von uns besa nmlich in einer der beiden ,knste praktische ,erfahrung --1 errieten sie sogleich uerst scharfsinnig das ,verfahren1 und1 whrend sie bis dahin nur auf ,huten1 ,rinde und ,papyrusbast schrieben1 versuchten sie nunmehr sofort1 ,papier herzustellen und zu drucken4 ,im ,anfang wollte es ihnen nicht so recht gelingen1 aber durch hufigere ,versuche kamen sie bald dahinter und brachten es dann in beiden ,knsten so weit1 da es keinen ,mangel an ,exemplaren griechischer ,autoren geben knnte1 wenn anders ,handschriften vorhanden wren4 ,zur ,zeit aber steht den ,utopiern nichts weiter zur ,verfgung1 als was ich erwhnt habe2 das aber haben sie bereits in vielen tausend ,exemplaren durch den ,druck vervielfltigt4 ,wer aus ,schaulust nach ,utopien kommt1 wird mit offenen ,armen aufgenommen1 wenn er sich durch eine besondere ,begabung oder durch ,kenntnis vieler ,lnder auszeichnet1 die er sich auf langen ,reisen im ,ausland erworben hat1 und wenn sich seine ,aufnahme dadurch empfiehlt4 ,aus diesem ,grunde war den ,utopiern auch unsere ,landung willkommen2 denn sie hren gern von dem ,geschehen berall in der ,welt4 ,zu ,handelszwecken dagegen kommen ,fremde nicht gerade hufig hin4 ,was sollte man denn auch dort einfhren auer ,eisen oder ,gold und ,silber1 das aber jeder doch lieber mit heimbringen mchte8 ,was sie aber aus ihrem eigenen ,lande auszufhren haben1 das verschiffen sie auf ,grund reiflicher berlegung lieber selber1 als da sie es von anderen holen lassen1 einmal1 um die ,vlker des ,auslands ringsum genauer kennenzulernen1 und sodann1 um nicht ihrer nautischen bung und ,erfahrung verlustig zu gehen4 ,die ,sklaven ,als ,sklaven verwenden die ,utopier weder ,kriegsgefangene1 auer wenn sie selber den ,krieg gefhrt haben1 noch ,shne von ,sklaven noch schlielich jemanden1 den sie bei anderen ,vlkern als ,sklaven kaufen knnen4 ,ihre ,sklaven sind vielmehr ,mitbrger1 die wegen eines ,verbrechens zu ,sklaven gemacht1 oder1 was weit hufiger der ,fall ist1 ,leute1 die in ,stdten des ,auslands wegen irgendeiner ,missetat zum ,tode verurteilt wurden4 ,von letzteren holen sich die ,utopier einen groen ,teil ins ,land2 bisweilen zahlen sie fr sie nur einen geringen ,preis1 noch fter auch gar nichts4 ,diese beiden ,arten von ,sklaven mssen nicht nur dauernd arbeiten1 sondern auch ,fesseln tragen4 ,ihre eigenen ,landsleute aber behandeln die ,utopier noch hrter2 denn sie sind in ihren ,augen deshalb noch verworfener und verdienen deshalb noch schwerere ,strafen1 weil sie sich trotz der vortrefflichen ,anleitung zur ,tugend1 die sie durch eine ausgezeichnete ,erziehung gehabt haben1 dennoch nicht von einem ,verbrechen haben abhalten lassen4 ,eine andere ,klasse von ,sklaven bilden diejenigen1 die es als arbeitsame und arme ,tagelhner eines fremden ,volkes vorziehen1 aus freien ,stcken bei den ,utopiern ,sklavendienste zu leisten4 ,diese behandeln sie anstndig und nicht viel weniger gut als ihre ,mitbrger2 nur haben sie ein klein wenig mehr ,arbeit zu leisten1 da sie ja daran gewhnt sind4 ,will einer von ihnen wieder fort1 was aber nur selten der ,fall ist1 so hlt man ihn weder wider seinen ,willen zurck1 noch lt man ihn ohne irgendein ,geschenk ziehen4 ,die ,kranken pflegt man1 wie erwhnt1 mit groer ,liebe1 und man tut unbedingt alles1 um sie durch eine gewissenhafte ,behandlung mit ,arznei oder ,dit wieder gesund zu machen4 ,sogar die1 die an unheilbaren ,krankheiten leiden1 sucht man zu trsten1 indem man sich zu ihnen setzt1 sich mit ihnen unterhlt und ihnen schlielich alle mglichen ,erleichterungen schafft4 ,ist jedoch die ,krankheit nicht blo unheilbar1 sondern qult und martert sie den ,patienten auch noch dauernd1 dann stellen ihm die ,priester und obrigkeitlichen ,personen vor1 er sei allen ,ansprchen1 die das ,leben an ihn stelle1 nicht mehr gewachsen1 falle anderen nur zur ,last und berlebe1 sich selber zur ,qual1 bereits seinen eigenen ,tod4 ,er solle deshalb nicht darauf bestehen1 seiner ,krankheit noch lnger ,gelegenheit zu geben1 ihn zu verzehren2 er mge vielmehr ohne ,zgern seinem ,leben ein ,ende machen1 da es ja fr ihn nur noch eine ,qual sei1 und sich in ,zuversicht und guten ,mutes von diesem traurigen ,leben wie von einem ,kerker oder einer qulenden ,sorge entweder selbst frei machen oder sich mit seinem ,einverstndnis von anderen seiner ,pein entreien lassen4 ,das werde klug sein1 da er durch seinen ,tod nicht das ,glck1 sondern nur die ,qual seines ,lebens vorzeitig beende2 zugleich aber werde er ein frommes und heiliges ,werk vollbringen1 da er ja in diesem ,falle nur den ,rat der ,priester1 der ,deuter des gttlichen ,willens1 befolge4 ,wer sich nun dadurch berreden lt1 stirbt entweder freiwillig den ,hungertod oder lt sich betuben und wird so ohne eine ,todesempfindung erlst4 ,gegen seinen ,willen aber bringen die ,utopier niemanden ums ,leben2 auch lassen sie es keinem trotz seiner ,weigerung1 freiwillig aus dem ,leben zu scheiden1 an irgendeinem ,liebesdienst fehlen4 ,sich berreden zu lassen und so zu sterben1 gilt als ehrenvoll4 ,wer sich aber das ,leben nimmt aus einem ,grunde1 den ,priester und ,senat nicht billigen1 den hlt man weder der ,beerdigung noch der ,verbrennung fr wrdig2 zu seiner ,schande lt man ihn unbestattet und wirft ihn in irgendeinen ,sumpf4 ,das ,weib heiratet nicht vor dem #ah41 der ,mann aber erst nach erflltem #bb4 ,lebensjahre4 ,wenn ein ,mann oder ein ,weib vor der ,ehe geheimen ,geschlechtsverkehrs berfhrt wird1 so trifft ihn oder sie strenge ,strafe1 und beide drfen berhaupt nicht heiraten1 es sei denn1 da der ,brgermeister ,gnade fr ,recht ergehen lt4 ,aber auch der ,hausvater und die ,hausmutter1 in deren ,hause die ,schandtat begangen wurde1 sind in hohem ,mae bler ,nachrede ausgesetzt1 da sie1 wie man meint1 ihre ,pflicht nicht gewissenhaft genug erfllt haben4 ,die ,utopier ahnden dieses ,vergehen deshalb so streng1 weil sich1 wie sie voraussehen1 nur selten zwei ,leute zu ehelicher ,gemeinschaft vereinigen wrden1 wenn man den zgellosen ,geschlechtsverkehr nicht energisch unterbnde2 denn in der ,ehe mu man sein ganzes ,leben mit nur einer ,person zusammen verbringen und auerdem so mancherlei ,beschwernis geduldig mit in ,kauf nehmen4 ,ferner beobachten sie bei der ,auswahl der ,ehegatten mit ,ernst und ,strenge einen ,brauch1 der uns jedoch hchst unschicklich und beraus lcherlich vorkam4 ,eine gesetzte1 ehrbare ,matrone zeigt nmlich dem ,freier das ,weib1 sei es ein ,mdchen oder eine ,witwe1 nackt2 und ebenso zeigt anderseits ein sittsamer ,mann den ,freier nackt dem ,mdchen4 ,diese ,sitte fanden wir lcherlich1 und wir tadelten sie als anstig2 die ,utopier dagegen konnten sich nicht genug ber die auffallende ,torheit all der anderen ,vlker wundern4 ,wenn dort1 so sagten sie1 jemand ein ,fllen kauft1 wobei es sich nur um einige wenige ,geldstcke handelt1 ist er so vorsichtig1 da er sich trotz der fast vlligen ,nacktheit des ,tieres nicht eher zum ,kaufe entschliet1 als bis der ,sattel und alle ,reitdecken abgenommen sind2 denn unter diesen ,hllen knnte ja irgendeine schadhafte ,stelle verborgen sein4 ,gilt es aber1 eine ,ehefrau auszuwhlen1 eine ,angelegenheit1 die ,genu oder ,ekel frs ganze ,leben zur ,folge hat1 so geht man mit solcher ,nachlssigkeit zu ,werke1 da man das ganze ,weib kaum nach einer ,handbreit seines ,krpers beurteilt4 ,man sieht sich nichts weiter als das ,gesicht an -- der brige ,krper ist ja von der ,kleidung verhllt --1 und so bindet man sich an die ,frau und setzt sich dabei der groen ,gefahr aus1 da der ,ehebund keinen rechten ,halt hat1 wenn spter etwas ,ansto erregen sollte4 ,denn einerseits sind nicht alle ,mnner so klug1 nur auf den ,charakter zu sehen1 anderseits aber ist auch in den ,ehen kluger ,mnner ,schnheit des ,krpers eine nicht unwesentliche ,zugabe zu den ,vorzgen des ,geistes4 ,auf jeden ,fall aber knnen jene ,kleiderhllen eine ,hlichkeit verbergen1 die so abstoend wirkt1 da sie imstande ist1 ,herz und ,sinn eines ,mannes seiner ,frau vllig zu entfremden1 da eine krperliche ,trennung nicht mehr mglich ist4 ,wenn nun solch ein hliches ,aussehen die ,folge irgendeines ,unglcksfalles erst nach der ,heirat ist1 so mu sich jedes in sein ,schicksal fgen2 dagegen ist durch gesetzliche ,bestimmungen zu verhten1 da jemand vor der ,eheschlieung einer ,tuschung zum ,opfer fllt4 ,die ,utopier muten das um so angelegentlicher ihre ,sorge sein lassen1 weil sie allein von den ,vlkern jener ,himmelstriche sich mit nur einer ,gattin begngen und weil eine ,ehe dort nur selten anders als durch den ,tod gelst wird1 wenn nicht gerade ,ehebruch oder unertrglich schlechte ,auffhrung die ,scheidung veranlassen4 ,wird nmlich einer von beiden ,teilen auf diese ,weise beleidigt1 so erhlt er vom ,senat die ,erlaubnis zu einer neuen ,ehe2 der schuldige ,teil dagegen lebt ehrlos bis an sein ,ende und darf keine neue ,ehe eingehen4 ,da aber jemand seine ,frau1 die nichts verbrochen hat1 wider ihren ,willen nur deshalb verstt1 weil sie einen krperlichen ,unfall erlitten hat1 duldet man allerdings auf keinen ,fall2 denn man hlt es fr eine ,grausamkeit1 jemanden gerade dann im ,stiche zu lassen1 wenn er des ,trostes am meisten bedarf1 und man ist der ,meinung1 der alternde ,gatte werde dann nicht mehr sicher und fest darauf vertrauen knnen1 da ihm die eheliche ,treue gehalten wird1 da das ,alter ,krankheiten mit sich bringt und schon an und fr sich eine ,krankheit ist4 ,zuweilen jedoch kommt es vor1 da die ,ehegatten charakterlich nicht recht miteinander harmonieren4 ,wenn dann beide jemand anders finden1 mit dem sie glcklicher zu leben hoffen1 so trennen sie sich in gtlicher ,vereinbarung und gehen eine neue ,ehe ein1 allerdings nicht ohne ,genehmigung des ,senats1 der ,scheidungen erst nach sorgfltiger ,untersuchung der ,sache durch seine ,mitglieder und deren ,ehefrauen zult4 ,aber auch dann machen die ,senatoren die ,scheidung nicht leicht1 weil sie wissen1 da die ,aussicht1 ohne ,schwierigkeit eine neue ,ehe eingehen zu knnen1 keineswegs dazu dient1 die ,liebe der ,ehegatten zu festigen4 ,ehebrecher bestraft man mit uerst harter ,sklaverei4 ,waren beide ,teile verheiratet1 so knnen die ,gatten1 denen das ,unrecht widerfhrt1 ihre schuldigen ,ehepartner verstoen und1 wenn sie ,lust haben1 sich gegenseitig oder1 wen sie sonst wollen1 heiraten4 ,wenn dagegen der eine beleidigte ,teil den anderen noch weiter liebt1 obgleich er es so wenig verdient1 so kann die ,ehe gesetzlich fortbestehen1 falls der beleidigte ,teil gewillt ist1 dem zur ,zwangsarbeit verurteilten in die ,sklaverei zu folgen4 ,bisweilen erregen auch die ,reue des einen und die pflichteifrige ,zuneigung des anderen ,teiles das ,mitleid des ,brgermeisters1 so da er dem schuldigen ,gatten wieder die ,freiheit erwirkt4 ,wer aber dann rckfllig wird1 mu mit dem ,leben ben4 ,fr die brigen ,verbrechen sieht das ,gesetz keine bestimmten ,strafen vor1 sondern der ,senat setzt in jedem ,falle1 je nachdem ihm das ,vergehen schwer erscheint oder nicht1 die ,strafe fest4 ,die ,mnner zchtigen ihre ,frauen und die ,eltern ihre ,kinder1 wenn die ,missetat nicht so schlimm ist1 da das ,interesse der ,moral eine ffentliche ,bestrafung verlangt4 ,in der ,regel ahndet man die schwersten ,verbrechen mit ,zwangsarbeit2 denn man ist der ,meinung1 das sei fr die ,verbrecher nicht weniger hart und zugleich fr den ,staat nicht weniger vorteilhaft1 als wenn man die ,schuldigen schleunigst abschlachte und stracks aus dem ,wege schaffe4 ,einmal nmlich bringt ihre ,arbeit mehr ,nutzen als ihre ,hinrichtung1 und sodann schrecken sie durch ihr warnendes ,beispiel fr lngere ,zeit andere von hnlicher ,untat ab4 ,sollten sie sich aber in solcher ,lage widersetzlich und aufsssig benehmen1 so schlgt man sie schlielich tot wie wilde ,tiere1 die weder ,kerker noch ,ketten bndigen knnen4 ,denen aber1 die sich geduldig fgen1 nimmt man nicht gnzlich jede ,hoffnung4 ,wenn nmlich eine lange ,leidenszeit ihren ,widerstand gebrochen hat und wenn sie eine ,reue zur ,schau tragen1 die bekundet1 da sie ihre ,schuld mehr drckt als ihre ,strafe1 so wird ihre ,zwangsarbeit bisweilen durch ein ,wort des ,brgermeisters1 bisweilen aber auch durch ,volksbeschlu entweder erleichtert oder erlassen4 ,wer zur ,unzucht verleitet1 setzt sich ebenso groer ,gefahr aus wie der1 der sie begeht4 ,bei jeder ,schandtat kommt nmlich in den ,augen der ,utopier der bestimmte und wohlberlegte ,versuch der ,tat selbst gleich2 denn1 so meinen sie1 was den ,versuch nicht zur ,tat werden lie1 darf dem nicht zum ,vorteil gereichen1 an dem es gar nicht gelegen hat1 da der ,versuch nicht zur ,tat wurde4 -- ,possenreier machen den ,utopiern viel ,spa4 ,sie zu beleidigen ist in ihren ,augen eine groe ,ungehrigkeit4 ,doch finden sie nichts dabei1 wenn man sich mit ihrer ,torheit einen ,spa macht2 denn das ist nach ihrer ,meinung fr die ,possenreier selber von grtem ,vorteil4 ,ist aber jemand so ernst und finster1 da er ber nichts1 was ein ,narr tut oder spricht1 lacht1 so darf man ihrer ,ansicht nach einen ,narren seiner ,obhut nicht anvertrauen2 sie frchten nmlich1 er werde ihn nicht nachsichtig genug behandeln1 weil er von ihm nicht nur keinen ,nutzen1 sondern nicht einmal ,erheiterung haben werde1 und diese ,begabung ist ja seine einzige ,strke4 ,einen ,migestalteten und ,krppel zu verlachen1 ist nach ,meinung der ,utopier schimpflich und hlich1 und zwar nicht fr den1 der verspottet wird1 sondern fr den ,sptter2 denn dieser ist so tricht1 jemandem etwas als ,fehler zum ,vorwurf zu machen1 was zu vermeiden gar nicht in seiner ,macht lag4 ,wie es nmlich in den ,augen der ,utopier einerseits eine ,nachlssigkeit und ,trgheit ist1 sich seine krperliche ,schnheit nicht zu erhalten1 so ist es anderseits eine ,schande und ,unverschmtheit1 die ,schminke zu ,hilfe zu nehmen4 ,wissen sie doch aus persnlicher ,erfahrung1 da eine ,frau die ,achtung und ,liebe ihres ,mannes durch keinerlei ,aufputz des ueren in gleicher ,weise wie durch ,sittsamkeit und ,ehrerbietung gewinnt4 ,wenn sich nmlich auch manche ,mnner durch bloe ,schnheit fangen lassen1 so ist doch keiner ohne ,tugend und ,gehorsam auf die ,dauer festzuhalten4 ,die ,utopier schrecken nicht blo durch ,strafen von ,schandtaten ab1 sondern geben auch durch die ,aussicht auf ,ehrungen einen ,anreiz zur ,tugendhaftigkeit4 ,zu diesem ,zweck errichten sie berhmten und um den ,staat besonders verdienten ,mnnern auf dem ,markte ,standbilder zur ,erinnerung an ihre ,taten2 zugleich aber soll der ,ruhm der ,vorfahren ihre ,nachkommen mit ,nachdruck zur ,tugend anspornen4 ,wer sich ein ,amt zu erschleichen sucht1 geht der ,aussicht verlustig1 berhaupt ein ,amt zu erlangen4 ,die ,utopier verkehren in liebevoller ,weise miteinander1 und auch die obrigkeitlichen ,personen sind weder anmaend noch schroff4 ,sie heien ,vter1 und als solche zeigen sie sich auch4 ,aus freien ,stcken erweist man ihnen die gebhrende ,ehre1 und man lt sich nicht dazu zwingen4 ,nicht einmal den ,brgermeister macht eine besondere ,tracht oder ein ,diadem kenntlich1 sondern nur ein ,bschel hren1 das er trgt1 wie das ,kennzeichen des ,oberpriesters eine ,wachskerze ist1 die ihm vorangetragen wird4 ,gesetze haben die ,utopier in ganz geringer ,zahl2 fr ,leute von solcher ,disziplin gengen ja auch beraus wenige4 ,ja1 das mibilligen sie vor allem anderen bei fremden ,vlkern1 da dort nicht einmal eine ,flut von ,gesetzbchern und ,kommentaren ausreicht4 ,ihnen selbst aber kommt es hchst unbillig vor1 wenn sich jemand durch ,gesetze verpflichten soll1 die entweder zu zahlreich sind1 als da er sie durchlesen knnte1 oder zu dunkel1 als da sie jedermann verstndlich wren4 ,ferner wollen sie von ,advokaten berhaupt nichts wissen1 weil diese die ,prozesse so gerissen fhren und ber die ,gesetze so spitzfindig disputieren4 ,nach ,ansicht der ,utopier ist es nmlich von ,vorteil1 wenn jeder seine ,sache selber vertritt und das1 was er seinem ,anwalt erzhlen wrde1 dem ,richter mitteilt2 auf diese ,weise werde es1 so sagen sie1 weniger ,winkelzge geben und die ,wahrheit komme eher ans ,licht4 ,wenn nmlich jemand spricht1 den kein ,anwalt ,falschheit gelehrt hat1 so wgt der ,richter das einzelne1 was er vorbringt1 geschickt und klug ab und steht ,leuten von harmloserem ,charakter gegen die ,verleumdungen verschlagener ,gegner bei4 ,das lt sich bei anderen ,vlkern wegen der ,riesenmenge hchst verwickelter ,gesetze nur schwer durchfhren1 bei den ,utopiern dagegen ist jeder einzelne gesetzeskundig4 ,einmal nmlich ist die ,zahl ihrer ,gesetze1 wie gesagt1 sehr gering1 und sodann halten sie die am wenigsten geknstelte ,auslegung fr die gegebenste4 ,denn wenn alle ,gesetze1 so sagen sie1 nur dazu erlassen werden1 jedermann an seine ,pflicht zu erinnern1 so wird dieser ,zweck durch eine feinere ,auslegung1 die nur wenige verstehen1 auch nur bei sehr wenigen erreicht2 dagegen ist eine einfachere und nherliegende ,erklrung der ,gesetze einem jeden verstndlich4 ,was aber nun die groe ,masse anlangt1 die an ,zahl strkste ,klasse1 die der ,ermahnung am meisten bedarf1 was macht es der aus1 ob man berhaupt kein ,gesetz gibt oder ob man ein schon bestehendes ,gesetz in einem ,sinne auslegt1 den jemand nur mit viel ,geist und in langer ,errterung herausfinden kann8 ,damit kann sich weder der hausbackene ,verstand des gemeinen ,mannes befassen1 noch lt ihm sein ,leben1 das von der ,beschaffung des ,unterhaltes ausgefllt ist1 die ,zeit dazu4 ,diese ,vorzge der ,utopier veranlassen ihre ,nachbarn1 obwohl sie frei und selbstndig sind -- viele von ihnen sind durch die ,utopier schon vor alters von der ,tyrannei befreit worden --1 sich von ihnen ihre obrigkeitlichen ,personen1 teils auf je ein ,jahr1 teils auf fnf ,jahre1 zu erbitten4 ,nach ,ablauf ihrer ,amtszeit geleiten die ,fremden sie mit ,ehre und ,lob nach ,utopien zurck und nehmen wieder neue ,leute in die ,heimat mit4 ,und diese ,vlker sorgen in der ,tat aufs beste fr das ,wohlergehen ihres ,staates4 ,da nmlich dessen ,heil und ,verderben von der ,fhrung der ,beamten abhngt1 htten sie keine klgere ,wahl treffen knnen4 ,denn einerseits sind diese ,fremden durch keinerlei ,bestechung vom ,wege der ,tugend abzubringen1 da sie ja bei ihrer bald wieder erfolgenden ,heimkehr nicht lange ,nutzen von dem ,gelde haben wrden2 anderseits sind ihnen die fremden ,brger unbekannt1 und so lassen sie sich nicht von unangebrachter ,zuneigung oder ,abneigung gegen irgend jemand leiten4 ,wo aber diese beiden bel1 ,parteilichkeit und ,geldgier1 die ,urteile beeinflussen1 da ertten sie sogleich alle ,gerechtigkeit1 den ,lebensnerv des staatlichen ,lebens4 ,diese ,vlker1 die sich von den ,utopiern ihre ,obrigkeiten erbitten1 werden von ihnen ,genossen genannt1 die brigen aber1 denen sie ,wohltaten erwiesen haben1 ,freunde4 ,bndnisse1 wie sie die brigen ,vlker so oft untereinander abschlieen1 brechen und wieder erneuern1 gehen die ,utopier mit keinem ,volke ein4 ,wozu denn ein ,bndnis8 sagen sie4 ,gengen nicht die natrlichen ,bande der ,menschen untereinander8 ,wer diese nicht achtet1 sollte der sich etwa durch ,worte gebunden fhlen8 ,zu dieser ,ansicht kommen die ,utopier wohl besonders dadurch1 da in jenen ,lndern ,bndnisse und ,vertrge der ,frsten in der ,regel zu wenig gewissenhaft gehalten werden4 ,und in der ,tat ist in ,europa1 und zwar vor allem in den ,teilen1 wo christlicher ,glaube und christliche ,religion herrschen1 die ,majestt der ,vertrge berall heilig und unverletzlich1 teils infolge der ,gerechtigkeit und ,redlichkeit der ,frsten selbst1 teils infolge der ,ehrerbietung und ,scheu der ,geistlichkeit gegenber1 die selber keine ,verpflichtung auf sich nimmt1 ohne sie aufs gewissenhafteste einzuhalten1 die aber auch smtlichen brigen ,frsten befiehlt1 ihre ,versprechen auf alle ,weise zu erfllen1 dagegen diejenigen1 die sich weigern1 mit strenger ,kirchenstrafe dazu zwingt4 ,mit ,recht frwahr meinen sie1 es mte hchst schimpflich erscheinen1 wenn die ,bndnisse jener ,mnner ,treu und ,glauben vermissen lieen1 die in besonderem ,sinne ,glubige heien4 ,in jener neuen ,welt dagegen1 die von der unsrigen fast weniger noch durch den quator als durch ,lebensweise und ,sitten geschieden ist1 kann man sich auf ,vertrge berhaupt nicht verlassen4 ,je zahlreicher und feierlicher die ,formalitten sind1 mit denen ein ,vertrag gleichsam verknotet ist1 um so schneller wird er gebrochen1 weil es keine ,mhe macht1 seinen ,wortlaut zu verdrehen4 ,die ,leute dort setzen nmlich einen ,vertrag bisweilen ganz verzwickt auf4 ,infolgedessen sind sie auch niemals auf ,grund so fester ,bindungen zu fassen1 da sie nicht durch irgendeine ,masche entschlpfen und in gleicher ,weise mit der ,vertragstreue ,spott und ,hohn treiben knnten4 ,wenn sie solch eine hinterlistige ,gesinnung1 ja solch einen ,lug und ,trug in einem ,vertrag von ,privatleuten fnden1 so wrden sie unter starkem ,stirnrunzeln laut schreien1 das sei ein ,verbrechen1 das den ,galgen verdiene1 und natrlich gerade die ,leute1 die sich rhmen1 ihren ,frsten selber dazu geraten zu haben4 ,die ,folge davon ist1 da entweder die gesamte ,gerechtigkeit nur als eine niedrige ,tugend des gemeinen ,mannes erscheint1 die sich tief unter den ,thron des ,knigs duckt1 oder da es zum mindesten zwei ,arten von ,gerechtigkeit gibt4 ,die eine kommt dem gemeinen ,manne zu1 geht zu ,fu1 kriecht am ,boden und ist ringsum von zahlreichen ,fesseln gehemmt1 um nirgends eine ,umzunung berspringen zu knnen4 ,die andere ist die ,tugend der ,frsten1 erhabener als die des ,volkes1 aber in ebenso weitem ,abstand auch freier1 die sich alles erlauben darf1 was ihr gefllt4 ,diese ,treulosigkeit der ,frsten in jenen ,lndern1 die ihre ,vertrge so schlecht halten1 ist meiner ,meinung nach auch der ,grund1 da die ,utopier grundstzlich keine abschlieen2 mglicherweise aber wrden sie ihre ,ansicht ndern1 wenn sie hier lebten4 ,freilich erscheint es ihnen berhaupt als ein unheilvoller ,brauch1 ein ,bndnis einzugehen1 mag es auch noch so gewissenhaft gehalten werden4 ,denn es veranlat die ,vlker zu der ,annahme1 da sie zu gegenseitiger ,feindschaft im ffentlichen wie im privaten ,leben geschaffen seien und da sie mit ,fug und ,recht gegeneinander wten1 falls nicht ,bndnisse dem im ,wege stehen1 gerade als ob keinerlei natrliche ,gemeinschaft zwei ,vlker miteinander verbnde1 die nur ein winziger ,zwischenraum1 sei es ein ,hgel oder ein ,bach1 trennt4 ,ja1 selbst wenn ,vertrge abgeschlossen sind1 so erwchst daraus nach ihrer ,ansicht noch keine ,freundschaft2 es bleibt vielmehr immer noch die ,mglichkeit1 den anderen zu bervorteilen1 soweit man es aus ,unbedachtsamkeit bei der ,festsetzung des ,wortlauts unterlassen hat1 mit gengender ,vorsicht eine ,bestimmung mit aufzunehmen1 die jene ,mglichkeit ausschliet4 ,die ,utopier aber sind im ,gegenteil der ,meinung1 man drfe niemanden als ,feind betrachten1 der einem kein ,unrecht getan hat4 ,in ihren ,augen ist die ,gemeinschaft der ,natur so gut wie ein ,bndnis und bindet die ,menschen durch gegenseitiges ,wohlwollen strker und fester aneinander als durch ,vertrge1 durch die ,gesinnung strker und fester als durch ,worte4 ,das ,kriegswesen ,den ,krieg verabscheuen die ,utopier als etwas ganz ,bestialisches mehr als alles andere1 und doch gibt sich mit ihm keine ,art von ,bestien so dauernd ab wie der ,mensch4 ,der ,anschauung fast aller ,vlker zuwider halten die ,utopier nichts fr so unrhmlich wie den ,ruhm1 den man im ,kriege gewinnt4 ,mgen sie sich nun auch bestndig an dafr festgesetzten ,tagen in der ,kriegskunst ben1 und zwar nicht blo die ,mnner1 sondern auch die ,frauen1 um im ,bedarfsfalle kriegstchtig zu sein1 so beginnen sie einen ,krieg doch nicht ohne weiteres1 sondern nur zum ,schutze ihrer eigenen ,grenzen oder zur ,vertreibung der ins ,land ihrer ,freunde eingedrungenen ,feinde oder aus ,mitleid mit irgendeinem ,volk1 das unter dem ,drucke der ,tyrannei leidet1 um es mit ihrer eigenen ,macht vom ,sklavenjoch des ,tyrannen zu befreien1 und das tun sie lediglich aus ,menschenliebe4 ,ihren ,freunden indessen leisten sie ihre ,hilfe nicht immer nur zur ,verteidigung1 sondern bisweilen auch1 damit diese ein ,unrecht1 das man ihnen zugefgt hat1 vergelten und rchen knnen4 ,jedoch greifen die ,utopier erst dann ein1 wenn man sie noch vor ,beginn der ,feindseligkeiten um ,rat fragt1 wenn sie den ,kriegsgrund billigen1 wenn das1 worum der ,streit geht1 zwar zurckgefordert1 aber noch nicht zurckgegeben ist1 und wenn auf ihre ,veranlassung hin der ,krieg begonnen wird4 ,dazu entschlieen sie sich nicht nur dann1 wenn ihren ,freunden bei einem feindlichen ,einfall ,beute geraubt wird1 sondern auch dann1 und zwar mit noch weit grerer ,erbitterung1 wenn sich deren ,kaufleute irgendwo in der ,welt unter dem ,scheine des ,rechts eine ,rechtsverdrehung gefallen lassen mssen indem man entweder unbillige ,gesetze zum ,vorwand nimmt oder gute verkehrt auslegt4 ,und so kam es auch zu dem ,kriege1 den die ,utopier kurz vor unserer ,zeit fr die ,nephelogeten gegen die ,alaopoliten fhrten1 aus keinem anderen ,grunde1 als weil den ,kaufleuten der ,nephelogeten im ,lande der ,alaopoliten unter dem ,scheine des ,rechts ,unrecht getan worden war1 wenigstens wie es den ,utopiern schien4 ,mochte es sich nun in diesem ,falle um ,recht oder ,unrecht handeln1 jedenfalls kam es zu einem ,rachekrieg1 in dem sich zu den ,streitkrften und dem ,ha beider ,parteien auch noch die ,leidenschaften und ,hilfsmittel der ,nachbarvlker gesellten und der dadurch so blutig wurde1 da die blhendsten ,vlker zum ,teil stark erschttert1 zum ,teil schwer heimgesucht wurden und immer ein bel aus dem anderen entstand4 ,das ,unglck endete schlielich mit der ,versklavung und ,unterwerfung der ,alaopoliten1 die so unter die ,herrschaft der ,nephelogeten kamen -- die ,utopier kmpften nmlich nicht fr ihre eigenen ,interessen --1 die ,nephelogeten aber waren in der ,bltezeit der ,alaopoliten keineswegs mit diesen zu vergleichen gewesen4 ,mit solchem ,nachdruck rchen die ,utopier ein ihren ,freunden zugefgtes ,unrecht1 auch wenn es sich dabei nur um ,geld handelt2 in ihren eigenen ,angelegenheiten dagegen zeigen sie nicht den gleichen ,eifer4 ,wenn sie nmlich einmal irgendwo betrogen werden und eine ,einbue an ,geld und ,gut dabei erleiden1 so gehen sie in ihrem ,zorn1 vorausgesetzt1 da mit dem ,verlust kein ,schaden an ,leib und ,seele verbunden ist1 nur so weit1 da sie bis zur ,leistung von ,genugtuung mit dem betreffenden ,volke keinen ,handel mehr treiben4 ,dabei liegen ihnen die ,interessen ihrer ,mitbrger nicht etwa weniger am ,herzen als die ihrer ,genossen2 ber deren ,geldverlust aber sind sie trotzdem deshalb aufgebrachter1 weil die ,kaufleute ihrer ,freunde unter der ,einbue schwer zu leiden haben1 da diese etwas von ihrem ,privatbesitz verlieren1 ihren ,mitbrgern dagegen nur etwas auf ,rechnung des ,staates verlorengeht1 berdies nur von daheim reichlich vorhandenem und in gewissem ,sinne berflssigem ,gut -- sonst knnte man es ja nicht ins ,ausland ausfhren --1 so da der einzelne den ,verlust gar nicht so empfindet4 ,deshalb ist es in den ,augen der ,utopier auch eine zu groe ,grausamkeit1 durch den ,tod vieler einen ,schaden zu rchen1 dessen nachteilige ,folgen keiner von ihnen weder am ,leben noch am ,lebensbedarf deutlich zu spren bekommt4 ,wird jedoch einer ihrer ,landsleute irgendwo auf ungerechte ,weise mihandelt oder gar gettet1 so lassen die ,utopier den ,tatbestand durch ihre ,gesandten ermitteln1 ganz gleich1 ob der ,anschlag vom ,staat oder von einer ,privatperson ausgegangen ist1 und sind nur durch ,auslieferung der ,schuldigen von einer sofortigen ,kriegserklrung abzuhalten4 ,die ,ausgelieferten bestrafen sie fr ihr ,vergehen entweder mit dem ,tode oder mit ,sklavenarbeit4 ,ein blutiger ,sieg bereitet den ,utopiern nicht nur ,verdru1 sondern sie schmen sich sogar seiner1 weil sie sich sagen1 es sei eine ,torheit1 auch noch so kostbare ,waren zu teuer zu kaufen4 ,haben sie aber durch ,geschick und ,list den ,sieg errungen und den ,feind bezwungen1 so prahlen sie laut damit1 feiern aus diesem ,anla von ,staats wegen einen ,triumph und errichten ein ,siegesdenkmal1 als htten sie eine ,heldentat vollbracht4 ,ihrer ,mannhaftigkeit und ,tapferkeit rhmen sie sich nmlich immer erst dann1 wenn sie so gesiegt haben1 wie es kein ,lebewesen auer dem ,menschen vermocht htte1 das heit mit den ,krften des ,geistes4 ,denn mit den ,krften des ,krpers1 so sagen sie1 fhren ,bren1 ,lwen1 ,eber1 ,wlfe1 ,hunde und die brigen wilden ,tiere den ,kampf2 die meisten von ihnen sind uns zwar an ,kraft und ,wildheit berlegen1 aber alle zusammen bertreffen wir an ,geist und ,vernunft4 ,nur das eine haben die ,utopier bei einem ,kriege im ,auge3 das zu erreichen1 was sie schon frher htten erreichen mssen1 um sich den ,krieg zu ersparen2 oder wenn das sachlich unmglich ist1 so nehmen sie an denen1 die sie fr schuldig halten1 eine so grimmige ,rache1 da der ,schrecken ,leute1 die dasselbe wagen wollten1 in ,zukunft davon abhlt4 ,das sind die ,ziele1 die sie sich fr ihr ,vorhaben stecken und die sie rasch zu erreichen suchen1 aber so1 da sie mehr darauf bedacht sind1 die ,gefahr zu vermeiden1 als ,lob und ,ruhm zu ernten4 ,deshalb lassen sie sogleich nach der ,kriegserklrung heimlich und zu gleicher ,zeit an den ,punkten des feindlichen ,landes1 die am besten zu sehen sind1 ,proklamationen1 die das ,siegel ihres ,staates tragen1 in groer ,zahl anschlagen4 ,in ihnen versprechen sie dem1 der den gegnerischen ,frsten umbringt1 riesige ,belohnungen2 sodann setzen sie geringere1 aber gleichwohl noch recht ansehnliche ,preise auf die ,kpfe einzelner ,personen1 die sie in denselben ,anschlgen namentlich anfhren4 ,das sind die ,mnner1 die sie nchst dem ,frsten selber fr die ,urheber des ,planes halten1 den man gegen sie geschmiedet hat4 ,welchen ,betrag sie aber auch fr den ,mrder aussetzen1 sie zahlen ihn in doppelter ,hhe dem1 der ihnen einen von den ,gechteten lebend bringt1 und ebenso suchen sie die ,gechteten selbst durch die gleichen ,belohnungen und auerdem durch die ,zusicherung von ,straflosigkeiten gegen ihre ,genossen aufzuhetzen4 ,so kommt es schnell dahin1 da jene auch die anderen ,menschen mit ,argwohn betrachten1 sich einander selbst kein rechtes ,vertrauen mehr schenken und auch keine rechte ,treue mehr halten und daher in grter ,furcht und nicht geringerer ,gefahr leben4 ,denn1 wie bekannt1 ist es schon mehr als einmal vorgekommen1 da die ,gechteten zu einem groen ,teil und vor allem der ,frst selber von denen verraten wurden1 auf die sie die grte ,hoffnung setzten4 ,so leicht verleiten ,belohnungen zu jedem beliebigen ,verbrechen4 ,fr diese ,prmien setzen die ,utopier auch keine bestimmte ,hhe fest4 ,indem sie vielmehr die ,gre der ,gefahr bedenken1 zu der sie verleiten1 bemhen sie sich1 sie durch die ,hhe der ,belohnungen aufzuwiegen1 und aus diesem ,grunde stellen sie nicht nur eine unermeliche ,menge ,gold in ,aussicht1 sondern auch recht ertragreiche ,landgter an ganz sicheren ,orten in den ,lndern ihrer ,freunde1 und zwar als dauernden ,besitz1 und halten ihr ,versprechen mit gewissenhafter ,treue4 ,dieser ,brauch1 den ,feind gegen ,gebot zu kaufen1 den andere ,vlker als ,beweis einer entarteten ,gesinnung und als grausame ,untat verwerfen1 ist in den ,augen der ,utopier ein hohes ,lob4 ,ja1 sie dnken sich auch klug1 weil sie auf diese ,weise die grten ,kriege ohne jeden ,kampf vllig zu ,ende bringen1 und sogar human und mitleidsvoll1 weil sie mit dem ,tode einiger weniger ,schuldiger das ,leben zahlreicher ,unschuldiger erkaufen1 die sonst im ,kampfe gefallen wren1 teils aus den ,reihen der ,ihrigen1 teils aus denen der ,feinde1 deren ,menge und ,masse sie fast ebenso bedauern wie ihre eigenen ,landsleute2 wissen sie doch recht wohl1 da jene einen ,krieg nicht aus freien ,stcken anfangen1 sondern weil die blinde ,leidenschaft ihrer ,frsten sie dazu treibt4 ,kommen sie auf diese ,weise nicht weiter1 so sen und nhren sie ,zwietracht1 indem sie dem ,bruder des ,frsten oder sonst einem aus dem ,adel ,hoffnung auf den ,thron machen4 ,wenn die ,parteien im ,inneren versagen1 so wiegeln die ,utopier die ,nachbarvlker des ,feindes auf und verwickeln sie in einen ,krieg mit ihm1 indem sie irgendeinen alten ,vorwand hervorsuchen1 woran es ja ,knigen niemals fehlt4 ,haben sie diesen ,vlkern ihren ,beistand im ,kriege versprochen1 so stellen sie ihnen reichlich ,geld zur ,verfgung1 ,hilfskrfte aus den ,reihen ihrer ,brger jedoch nur ganz sprlich2 denn diese sind ihnen so auerordentlich lieb und wert1 und sie schtzen sich gegenseitig so hoch1 da sie einen ihrer ,landsleute nur ungern gegen den feindlichen ,frsten austauschen wrden4 ,gold und ,silber dagegen1 dessen gesamte ,menge sie einzig und allein fr diesen ,zweck aufbewahren1 geben sie von ,herzen gern hin2 sie knnten ja ebenso bequem leben1 auch wenn sie es vollstndig aufbrauchten4 ,denn auer dem ,reichtum im ,inland besitzen sie ja noch1 wie frher erwhnt1 bei den meisten ,vlkern des ,auslands einen unermelichen ,schatz von ,guthaben4 ,so werben sie denn berall ,sldner an1 vornehmlich aus dem ,volk der ,zapoleten1 und lassen sie in den ,krieg ziehen4 ,diese wohnen #ejj ,meilen stlich von ,utopien4 ,unkultiviert1 roh und wild1 wie sie sind1 lassen sie deutlich merken1 da sie inmitten von ,wldern und rauhen ,bergen aufgewachsen sind4 ,sie sind ein krftiger ,volksstamm1 unempfindlich gegen ,hitze1 ,klte und ,anstrengung1 unbekannt mit allen ,annehmlichkeiten des ,lebens1 nicht begeistert fr den ,ackerbau1 nachlssig in ,wohnung und ,kleidung und nur fr die ,viehzucht interessiert4 ,zu einem groen ,teile leben sie von ,jagd und ,raub4 ,einzig und allein zum ,krieg geboren1 suchen die ,zapoleten eifrig nach einer ,gelegenheit zur ,teilnahme an einem solchen1 und finden sie eine1 so ergreifen sie sie mit ,leidenschaft1 ziehen in groer ,zahl auer ,landes und bieten sich fr wenig ,geld dem ersten besten an1 der ,soldaten sucht4 ,dies ,handwerk1 den ,tod zu suchen1 ist das einzige ihres ,lebens1 das sie verstehen4 ,fr ihren ,dienstherrn schlagen sie sich mit ,hingebung und unbestechlicher ,treue4 ,doch verpflichten sie sich nicht bis zu einem bestimmten ,termin1 sondern wenn sie ,partei ergreifen1 so tun sie das nur unter der ,bedingung1 da sie am nchsten ,tage auf seiten des ,feindes stehen drfen1 falls dieser ihnen hheren ,sold bietet2 ebenso kehren sie dann am bernchsten ,tage1 durch eine ,kleinigkeit ,geld mehr verlockt1 wieder zurck4 ,nur selten kommt es zu einem ,kriege1 in dem sie nicht zu einem groen ,teile auf beiden ,seiten kmpfen4 ,so werden tglich ,blutsverwandte1 bisher ,sldner der gleichen ,partei und einander die besten ,kameraden1 bald darauf auseinandergerissen1 geraten in feindliche ,heere1 treffen als ,gegner aufeinander und metzeln sich gegenseitig nieder wie erbitterte ,feinde1 die ihre ,abstammung vergessen haben und nicht mehr an ihre frhere ,freundschaft denken4 ,dabei veranlat sie kein anderer ,grund zur gegenseitigen ,vernichtung1 als da zwei feindliche ,frsten sie fr ein paar lumpige ,geldstcke gemietet haben4 ,dieses ,geld berechnen sie sich so genau1 da sie sich durch die ,erhhung des tglichen ,soldes um nur einen ,heller zu einem ,wechsel der ,partei verleiten lassen4 ,so hat sich in ihren ,herzen rasch die ,habgier eingenistet1 von der sie jedoch keinen ,vorteil haben2 was sie nmlich mit ihrem ,blute gewinnen1 verbrauchen sie alsbald wieder mit einer ,verschwendung1 die gleichwohl armselig ist4 ,dieses ,volk kmpft fr die ,utopier gegen alle ,welt1 weil niemand anderswo seine ,dienstleistung so gut bezahlt wie diese4 ,wie sich nmlich die ,utopier nach guten ,menschen umsehen1 um sie in ihrem ,dienst ntzlich zu verwenden1 so werben sie auch diese ,schurken an1 um sie zu mibrauchen4 ,ntigenfalls machen sie ihnen lockende ,versprechungen und setzen sie an den gefhrlichsten ,punkten ein4 ,meist kommt dann ein groer ,teil von ihnen niemals wieder zurck und kann die versprochenen ,belohnungen gar nicht anfordern4 ,den berlebenden aber zahlen die ,utopier gewissenhaft aus1 was sie versprochen haben1 um sie zu hnlichen ,wagnissen anzuspornen4 ,sie fragen nmlich nicht danach1 wie viele von ihnen durch ihre ,schuld ums ,leben kommen1 weil sie sich1 wie sie meinen1 das grte ,verdienst um die ,menschheit erwerben wrden1 wenn sie den ,erdkreis von jenem ,abschaum eines so greulichen und ruchlosen ,volkes grndlich subern knnten4 ,nchst den ,zapoleten verwenden die ,utopier auch die ,streitkrfte desjenigen ,volkes1 fr das sie zu den ,waffen greifen1 und die ,hilfsscharen ihrer anderen ,freunde2 an letzter ,stelle erst ziehen sie ihre ,mitbrger heran4 ,aus deren ,mitte nehmen sie einen ,mann von erprobter ,tapferkeit und stellen ihn an die ,spitze des gesamten ,heeres4 ,ihm ordnen sie zwei ,mann unter in der ,art1 da beide nur als ,privatleute gelten1 solange der ,oberbefehlshaber dienstfhig ist2 wird er jedoch gefangengenommen oder fllt er1 so tritt der eine von jenen beiden gleichsam sein ,erbe an1 und ihn ersetzt gegebenenfalls der andere1 damit nicht in den bunten ,wechselfllen der ,kriege infolge einer ,gefhrdung des ,fhrers das ganze ,heer in ,unordnung gert4 ,in jeder ,stadt hebt man ,freiwillige aus2 man pret nmlich niemanden wider seinen ,willen zum ,kriegsdienst auerhalb der ,grenzen seiner ,heimat1 weil man der berzeugung ist1 da einer1 der von ,natur etwas furchtsam ist1 nicht nur selbst sich nicht tapfer zeigen1 sondern auch seine ,kameraden mit seiner ,angst anstecken wird4 ,bricht aber der ,feind ins ,land ein1 so steckt man die ,feiglinge dieser ,art im ,falle krperlicher ,tauglichkeit auf die ,schiffe unter bessere ,soldaten oder verteilt sie auf die einzelnen ,festungen1 von wo sie nicht ausreien knnen4 ,sie mssen sich vor ihren ,kameraden schmen1 haben den ,feind unmittelbar vor sich und sehen keine ,mglichkeit zur ,flucht3 so vergessen sie ihre ,furcht und werden oft durch hchste ,not zu mutigen ,mnnern4 ,so wenig aber einerseits ein ,utopier wider seinen ,willen zu einem auswrtigen ,kriege fortgeschleppt wird1 so wenig hindert man anderseits die ,frauen1 mit ihren ,mnnern ins ,feld zu ziehen2 ja1 man fordert sie dazu noch auf und spornt sie dazu an1 indem man sie lobt4 ,die ,frauen1 die mitausrcken1 stellt man an der ,front mit ihren ,mnnern in eine ,reihe2 auerdem hat ein jeder ,kmpfer seine ,kinder1 ,verwandten und ,angehrigen um sich1 damit sich diejenigen einander aus nchster ,nhe beistehen knnen1 die die ,natur am strksten zu gegenseitiger ,hilfe anspornt4 ,die hchste ,schmach ist es fr einen ,gatten1 ohne den anderen heimzukommen1 oder fr einen ,sohn1 seinen ,vater zu berleben4 ,infolgedessen kmpft man1 wenn es zum ,handgemenge kommt und die ,feinde standhalten1 in einem langen und unheilvollen ,ringen bis zur ,vernichtung4 ,zwar suchen die ,utopier mit allen ,mitteln zu verhten1 in eigener ,person kmpfen zu mssen1 wofern sie nur den ,krieg mit ,hilfe einer ,schar gemieteter ,stellvertreter zu ,ende bringen knnen2 wenn es sich jedoch nicht vermeiden lt1 da sie selber mitkmpfen1 so nehmen sie den ,kampf ebenso unerschrocken auf1 wie sie sich vorher klug zurckgehalten haben1 solange es mglich war4 ,und beim ersten ,angriff gehen sie nicht mit wildem ,ungestm vor2 vielmehr wchst ihre ,strke langsam und allmhlich und je lnger der ,kampf dauert4 ,dabei sind sie so unbeugsamen ,sinnes1 da sie sich eher niedermetzeln als in die ,flucht schlagen lassen2 denn das beruhigende ,bewutsein1 da ein jeder daheim zu leben hat1 sowie die ,befreiung von der qulenden ,sorge um das ,los ihrer ,nachkommen -- eine ,besorgnis1 die sonst berall einen tapferen ,sinn lhmt1 -- machen die ,kmpfer hochgemut1 so da sie den ,gedanken1 sich besiegen zu lassen1 als unwrdig von sich weisen4 ,auerdem flt ihnen ihre militrische ,erfahrung ,zuversicht ein1 und schlielich spornt sie die gute ,erziehung1 die sie in der ,schule und durch die trefflichen ,einrichtungen ihres ,staates von ,kind auf genossen haben1 noch mehr zur ,tapferkeit an4 ,infolgedessen ist in ihren ,augen das ,leben weder so wertlos1 da sie es blindlings vergeuden1 noch so bertrieben wertvoll1 da sie damit geizen und sich in schimpflicher ,weise daran klammern1 wenn die ,ehre dazu rt1 es hinzugeben4 ,wenn der ,kampf allerorten am wildesten tobt1 nehmen sich die auserlesensten ,jnglinge1 die sich dazu verschworen und geweiht haben1 den feindlichen ,fhrer zum ,gegner2 auf ihn dringen sie offen ein1 ihn greifen sie aus dem ,hinterhalt an1 und aus der ,ferne wie aus der ,nhe gehen sie auf ihn los1 und in einem langen und lckenlosen ,keil -- denn die wegen ,ermdung ausfallenden ,kmpfer werden bestndig durch frische ersetzt -- strmen sie gegen ihn an4 ,nur selten kommt es vor1 da er nicht niedergestochen wird oder da er nicht lebendig in die ,gewalt seiner ,feinde gert1 es sei denn1 da er sich durch die ,flucht rettet4 ,ist der ,sieg auf seiten der ,utopier1 so metzeln sie nicht wild darauf los2 statt die ,geschlagenen umzubringen1 nehmen sie sie lieber gefangen4 ,auch verfolgen sie die ,fliehenden niemals so blindlings1 da sie bei alledem nicht wenigstens noch eine geordnete und kampfbereite ,schar zurckbehielten4 ,wenn daher ihre brigen ,verbnde geschlagen sind und sie erst mit dem letzten den ,sieg errungen haben1 so lassen sie die ,feinde lieber ganz und gar entfliehen1 als da sie sich dazu entschlieen1 die ,fliehenden mit ungeordneten ,verbnden ihrer ,truppen zu verfolgen4 ,sie vergessen nmlich nicht1 was ihnen selbst mehr als einmal widerfahren ist4 ,die ,masse ihres gesamten ,heeres war vllig besiegt2 die ,feinde jubelten ber ihren ,sieg und zerstreuten sich hier und da auf der ,verfolgung4 ,die ,utopier dagegen hatten einige wenige ihrer ,leute im ,hinterhalt aufgestellt1 die auf gnstige ,gelegenheiten lauerten4 ,sie griffen die ,feinde1 die vereinzelt umherschwrmten und es in voreiliger ,sorglosigkeit an der ntigen ,vorsicht fehlen lieen1 pltzlich an und vernderten das ,ergebnis der ganzen ,schlacht4 ,sie wanden den ,feinden den ,sieg1 der ihnen schon sicher war und an dem sie nicht mehr gezweifelt hatten1 aus den ,hnden und besiegten als ,besiegte wiederum die ,sieger4 ,es ist schwer zu sagen1 ob die ,utopier einen ,hinterhalt mit grerer ,schlauheit zu legen oder mit grerer ,vorsicht zu vermeiden wissen4 ,man knnte meinen1 sie trfen ,vorbereitungen zur ,flucht1 wenn sie alles andere eher im ,sinne haben1 und umgekehrt1 wenn sie die ,absicht haben zu fliehen1 knnte man meinen1 sie dchten an nichts weniger4 ,fhlen sie sich nmlich hinsichtlich ihrer ,zahl oder ,stellung zu sehr im ,nachteil1 so ziehen sie bei ,nacht in aller ,stille ab oder tuschen den ,feind durch irgendeine ,kriegslist1 oder sie gehen bei ,tage so allmhlich und in so guter ,ordnung zurck1 da es ebenso gefhrlich ist1 sie whrend des ,abrckens anzugreifen wie whrend des ,anstrmens4 ,ihr ,lager befestigen sie beraus sorgfltig mit einem sehr tiefen und breiten ,graben1 wobei sie die ausgehobene ,erde nach innen werfen4 ,dazu verwenden sie keine ,tagelhner1 sondern die ,soldaten selbst besorgen die ,arbeit1 und das gesamte ,heer hilft dabei mit1 ausgenommen die ,posten1 die bewaffnet vor dem ,wall ,wache halten1 um pltzliche berflle abzuwehren4 ,und so legen die ,utopier bei so zahlreicher ,mitarbeit starke und weitausgedehnte ,befestigungen wider alles ,erwarten in kurzer ,zeit an4 ,die ,waffen1 die die ,utopier verwenden1 sind stark genug zur ,abwehr von ,angriffen1 ohne jedoch jede ,art von ,bewegung oder ,haltung zu hindern2 ja nicht einmal beim ,schwimmen empfindet man sie als lstig4 ,denn in voller ,ausrstung schwimmen zu lernen1 gehrt zu den ,anfangsgrnden der militrischen ,ausbildung der ,utopier4 ,im ,kampf aus der ,ferne benutzen sie ,pfeile1 die sie mit groer ,kraft und zugleich mit bester ,treffsicherheit abschieen1 und zwar nicht blo zu ,fu1 sondern sogar vom ,pferde aus4 ,im ,nahkampf aber fhren sie keine ,schwerter1 sondern xte1 die durch ihre ,schrfe oder ,schwere tdlich verwunden1 je nachdem man sie zum ,hieb oder ,stich verwendet4 ,in der ,erfindung von ,kriegsmaschinen beweisen die ,utopier ganz besonderen ,scharfsinn2 die fertigen ,maschinen halten sie mit grter ,sorgfalt geheim1 damit sie nicht bekannt werden1 ehe man sie braucht1 und nicht mehr ,spott und ,hohn erregen als ,nutzen stiften4 ,bei ihrer ,herstellung achtet man besonders darauf1 da sie leicht zu fahren und bequem zu lenken sind4 ,einen ,waffenstillstand1 den die ,utopier mit dem ,feind abschlieen1 halten sie so gewissenhaft1 da sie ihn nicht einmal dann verletzen1 wenn sie gereizt werden4 ,im ,feindesland richten sie keine ,verwstungen an2 auch brennen sie die ,saaten nicht nieder4 ,ja1 sie sorgen sogar dafr1 da nach ,mglichkeit weder ,menschen noch ,pferde die ,saaten zertreten1 weil sie der ,ansicht sind1 da sie zu ihrem eigenen ,vorteil wachsen4 ,einem ,wehrlosen tun sie nichts zuleide1 wenn er nicht gerade ein ,spion ist4 ,stdte1 die sich ihnen ergeben1 schonen sie2 aber auch solche1 die sie erst erobern mssen1 plndern sie nicht2 wohl aber lassen sie diejenigen ,brger1 die die bergabe zu verhindern gesucht haben1 erwrgen1 whrend sie die anderen ,verteidiger zu ,sklaven machen4 ,der gesamten ,bevlkerung1 die nicht mitgekmpft hat1 wird kein ,haar gekrmmt4 ,wenn die ,utopier erfahren1 da einige ,brger zur bergabe geraten haben1 so machen sie ihnen einen ,teil von dem ,hab und ,gut der ,verurteilten zum ,geschenk2 den ,rest geben sie ihren ,hilfstruppen3 denn von ihnen selbst begehrt niemand einen ,anteil an der ,beute4 ,nach ,beendigung des ,krieges aber legen sie die ,kosten nicht ihren ,freunden auf1 fr die sie sie aufgewendet haben1 sondern den ,besiegten und fordern auf ,grund dessen zum ,teil bares ,geld1 das sie dann fr hnliche ,kriegszwecke aufsparen1 zum ,teil ,grund und ,boden1 der ihnen im ,lande der ,besiegten dauernd gehrt und einen nicht geringen ,ertrag bringt4 ,derartige ,einknfte haben die ,utopier jetzt bei vielen ,vlkern2 sie sind aus verschiedenen ,ursachen im ,laufe der ,zeit entstanden und bis auf mehr als #gjjjjj ,dukaten im ,jahr angewachsen4 ,zu ihrer ,erhebung entsenden sie einige von ihren ,mitbrgern als sogenannte ,qustoren1 die in dem fremden ,lande prchtig leben und in der ,art groer ,herren auftreten4 ,aber trotzdem bleibt noch viel ,geld brig1 das in die ,staatskasse fliet1 soweit es die ,qustoren nicht lieber dem betreffenden ,volke leihen wollen1 was sie hufig so lange tun1 bis sie es notwendig brauchen4 ,und kaum jemals kommt es vor1 da sie den ganzen ,betrag zurckverlangen4 ,von dem erwhnten ,grund und ,boden bereignen die ,utopier einen ,teil denjenigen1 die sich auf ihre ,veranlassung einer so groen ,gefahr aussetzten1 wie ich sie weiter oben geschildert habe4 ,greift irgendein ,frst zu den ,waffen gegen die ,utopier und schickt er sich an1 in ihr ,gebiet einzufallen1 so treten sie ihm sogleich mit starken ,krften auerhalb ihres ,landes entgegen2 denn weder fhren sie ohne ,not im eigenen ,lande ,krieg1 noch ist irgendeine ,not jemals so schlimm1 da sie die ,utopier zwingen knnte1 fremde ,hilfstruppen auf ihre ,insel zu lassen4 ,die ,religion der ,utopier ,die religisen ,vorstellungen sind nicht nur in den einzelnen ,teilen der ,insel1 sondern auch in den einzelnen ,stdten verschieden1 indem die einen die ,sonne1 die andern den ,mond und wieder andere diesen oder jenen ,planeten als ,gottheit anbeten4 ,einige verehren auch einen beliebigen ,menschen1 der vor alters durch ,tugend oder ,ruhm geglnzt hat1 nicht blo als ,gott1 sondern sogar als hchsten ,gott4 ,aber der weit grte und zugleich weitaus klgere ,teil glaubt an nichts von alledem1 sondern nur an ein einziges1 unerkanntes1 ewiges1 unendliches und unerforschliches gttliches ,wesen1 das ber menschliches ,begriffsvermgen erhaben ist und dieses ganze ,weltall erfllt1 und zwar als ttige ,kraft1 nicht als krperliche ,masse2 man nennt es ,vater4 ,ihm schreibt man ,ursprung1 ,wachstum1 ,fortschritt1 ,wandel und ,ende aller ,dinge zu1 und ihm allein erweist man gttliche ,ehren4 ,mit den ,anhngern dieser ,lehre stimmen auch alle anderen trotz aller ,glaubensunterschiede in diesem einen ,punkte berein1 da sie an ein hchstes ,wesen glauben1 dem die ,erschaffung der ,welt und die ,vorsehung zu verdanken ist1 und dieses gttliche ,wesen nennen sie alle ohne ,unterschied in ihrer heimischen ,sprache ,mythras4 ,aber insofern sind sie verschiedener ,ansicht1 da die einzelnen ihn verschieden auffassen4 ,dabei glaubt aber jeder1 was es auch sein mge1 das er persnlich fr das ,hchste hlt1 es sei doch durchaus dasselbe ,wesen1 dessen gttliche ,macht und ,majestt allein nach der bereinstimmenden berzeugung aller ,vlker der ,inbegriff aller ,dinge ist4 ,indessen machen sie sich alle im ,laufe der ,zeit von der ,mannigfaltigkeit aberglubischer ,vorstellungen frei und lassen ihre ,anschauungen zu jener einen ,religion verschmelzen1 die1 wie es scheint1 vernnftiger ist als die anderen4 ,und ohne ,zweifel wren die brigen religisen ,vorstellungen schon lngst nicht mehr vorhanden1 wenn nicht alles ,ungemach1 das jemandem bei dem ,vorhaben1 seine ,religion zu wechseln1 zufllig widerfhrt1 von ihm aus ,furcht als eine ,schickung des ,himmels aufgefat wrde1 gleich als ob die ,gottheit1 deren ,verehrung aufgegeben werden sollte1 den gottlosen und gegen sie gerichteten ,plan ahnden wolle4 ,nachdem die ,utopier jedoch durch uns von ,christi ,namen1 ,lehre1 ,art und ,wundern gehrt hatten und ebenso von der staunenerregenden ,standhaftigkeit der zahlreichen ,mrtyrer1 deren freiwillig vergossenes ,blut so zahlreiche ,vlker weit und breit zu ,christus bekehrt hat1 da nahmen auch sie mit einem kaum glaublichen ,verlangen seine ,lehre an1 sei es nun1 weil es ,gott ihnen mehr im geheimen eingab1 oder sei es1 weil das ,christentum1 wie es schien1 der bei ihnen selbst am weitesten verbreiteten ,lehre am nchsten kam4 ,gleichwohl mchte ich auch dem ,umstand nicht wenig ,gewicht beimessen1 da sie gehrt hatten1 ,christus habe an der gemeinschaftlichen ,lebensweise seiner ,jnger ,gefallen gefunden und sie sei bei den ,zusammenknften der echten ,christen noch heutigestags blich4 ,von welcher ,bedeutung das nun auch gewesen sein mag1 jedenfalls traten nicht wenige zu unserem ,glauben ber und lieen sich mit dem geweihten ,wasser taufen4 ,leider war unter uns vieren -- nur so viele waren wir noch1 da zwei gestorben waren -- kein ,priester4 ,infolgedessen mssen die ,utopier1 wenn sie auch im brigen eingeweiht sind1 dennoch bis heute auf den ,genu der ,sakramente verzichten1 da diese bei uns nur die ,priester spenden drfen4 ,doch sind sie sich ber deren ,wert und ,bedeutung klar und haben keinen sehnlicheren ,wunsch2 ja1 sie errtern bereits lebhaft die ,frage1 ob nicht auch ohne ,auftrag des ,papstes der ,christenheit einer aus ihren ,reihen gewhlt und zum ,priester ernannt werden kann4 ,und es schien so1 als htten sie die ,absicht1 einen zu whlen1 aber bei meiner ,abreise war das noch nicht geschehen4 ,auch die1 die vom ,christentum nichts wissen wollen1 machen trotzdem niemanden abspenstig und lassen jeden1 der dazu bertritt1 unbehelligt4 ,nur einer aus unserer ,gemeinschaft wurde whrend meiner ,anwesenheit verhaftet4 ,als ,neugetaufter redete er1 obgleich wir ihm davon abrieten1 ffentlich ber die ,verehrung ,christi mit mehr ,eifer als ,klugheit4 ,dabei geriet er allmhlich so in ,hitze1 da er sich bald nicht mehr damit begngte1 das1 was nur uns heilig ist1 ber alles andere zu stellen4 ,er verurteilte vielmehr ohne weiteres alle anderen ,lehren1 nannte sie unheilig und bezeichnete ihre ,anhnger als ruchlose ,gotteslsterer1 die es verdienten1 in die ,hlle zu kommen4 ,wenn einer lange ffentlich so redet1 nehmen ihn die ,utopier fest und stellen ihn vor ,gericht1 aber nicht wegen ,religionsverletzung1 sondern wegen ,volksverhetzung1 und1 wenn er fr schuldig befunden wird1 bestrafen sie ihn mit ,verbannung2 denn unter ihre ltesten ,bestimmungen rechnen sie die1 da niemand von seiner ,religion ,schaden haben darf4 ,utopus hatte nmlich gleich anfangs erfahren1 da die ,eingeborenen vor seiner ,ankunft bestndig ,religionskmpfe miteinander gefhrt hatten2 er hatte auch beobachtet1 da bei der allgemeinen ,uneinigkeit die ,sekten einzeln fr das ,vaterland kmpften und da ihm dieser ,umstand ,gelegenheit bot1 sie insgesamt zu besiegen4 ,als er dann den ,sieg errungen hatte1 setzte er ,religionsfreiheit fr jedermann fest und bestimmte auerdem1 wenn jemand auch andere zu seinem ,glauben bekehren wolle1 so drfe er es nur in der ,weise betreiben1 da er seine ,ansicht ruhig und bescheiden auf ,vernunftgrnden aufbaue1 die anderen aber nicht mit bitteren ,worten zerpflcke4 ,gelinge es ihm nicht1 durch ,zureden zu berzeugen1 so solle er keinerlei ,gewalt anwenden und sich nicht zu ,schimpfworten hinreien lassen4 ,geht aber jemand in dieser ,sache zu ungestm vor1 so bestrafen ihn die ,utopier mit ,verbannung oder ,sklavendienst4 ,diese ,bestimmung traf ,utopus nicht blo im ,interesse des ,friedens1 den1 wie er sah1 bestndiger ,kampf und unvershnlicher ,ha von ,grund aus zerstrten1 sondern weil er der ,ansicht war1 damit sei auch der ,religion gedient4 ,er wagte es auch nicht1 ber die ,religion so ohne weiteres eine ,entscheidung zu treffen1 gleichsam in ,ungewiheit darber1 ob ,gott nicht doch einen mannigfaltigen und vielseitigen ,kult haben wolle und deshalb die einzelnen auf verschiedene ,weise inspiriere4 ,jedenfalls hielt er es fr eine ,anmaung und ,torheit1 wenn jemand mit ,gewalt und ,drohungen verlangte1 da alle seine persnliche ,ansicht ber die ,wahrheit teilten4 ,sollte aber wirklich nur einer ,religion die meiste ,wahrheit zukommen und sollten alle anderen wertlos sein1 so wrde sich dann schlielich einmal1 das sah ,utopus sicher voraus1 die ,macht der ,wahrheit schon von selbst ,bahn brechen und sich deutlich offenbaren1 wenn man ihre ,sache nur mit ,vernunft und ,migung betreibe4 ,kmpfe man aber mit ,waffen und ,aufruhr um die ,religion1 so werde die beste und erhabenste zwischen den nichtigsten ,wahnvorstellungen der ,streitenden erstickt werden wie die ,saaten zwischen ,dornen und ,gestrpp1 da gerade die schlechtesten ,menschen am hartnckigsten seien4 ,daher lie ,utopus diese ganze ,frage unentschieden und stellte es einem jeden anheim1 was er glauben wollte4 ,nur sollte niemand1 das gebot er feierlich und streng1 die ,wrde der menschlichen ,natur so weit vergessen1 da er annehme1 die ,seele gehe zugleich mit dem ,krper zugrunde oder im ,laufe der ,welt walte der blinde ,zufall und nicht die gttliche ,vorsehung4 ,und deshalb erwarten den ,menschen1 wie die ,utopier glauben1 nach diesem ,leben ,strafen fr seine ,missetaten und ,belohnungen fr seine ,tugenden4 ,wer das ,gegenteil annimmt1 ist in ihren ,augen nicht einmal ein ,mensch1 weil er die menschliche ,seele in ihrer ,erhabenheit in den niedrigen ,zustand tierischer ,krperlichkeit herunterdrckt2 weit weniger noch rechnen sie ihn zu ihren ,mitbrgern4 ,denn um all ihre ,einrichtungen und ,sitten wrde er sich nicht im geringsten kmmern1 wenn ihn nicht die ,furcht davon abhielte4 ,wer sollte nmlich daran zweifeln1 da ein solcher ,mensch danach trachten wrde1 die ,staatsgesetze seines ,landes entweder im geheimen mit ,list zu umgehen oder mit ,gewalt zu verletzen1 sofern er dadurch seine persnlichen ,wnsche befriedigen kann1 da er ja ber die ,gesetze hinaus nichts mehr frchtet und ber den ,tod hinaus nichts mehr erhofft8 ,deshalb erweist man einem1 der so gesinnt ist1 keine ,ehre und bertrgt ihm auch kein ffentliches ,amt4 ,so wird er allenthalben als ein unbrauchbarer ,mensch von niedrigem ,charakter verachtet4 ,aber eine wirkliche ,strafe erleidet er nicht1 weil es die berzeugung der ,utopier ist1 da es nicht im ,belieben des ,menschen steht zu glauben1 was er will4 ,sie zwingen ihn auch weder mit irgendwelchen ,drohungen1 seine wahre ,gesinnung zu verheimlichen1 noch lassen sie ,heuchelei und ,lgen zu1 die in ihren ,augen an ,betrug grenzen und ihnen deshalb beraus verhat sind4 ,wohl aber verbieten sie ihm1 seine ,meinung zu verteidigen1 jedoch nur vor der groen ,masse4 ,sonst nmlich1 in einem geschlossenen ,kreise von ,priestern und ernsten ,mnnern1 lassen sie es nicht blo zu1 sondern fordern auch noch dazu auf1 weil sie zuversichtlich damit rechnen1 sein ,wahnsinn werde doch noch endlich einmal der ,vernunft weichen4 ,andere1 und zwar gar nicht wenige1 begehen den gerade entgegengesetzten ,fehler -- man macht ihnen keine ,schwierigkeiten1 da ihre ,ansicht nicht ganz unbegrndet ist und sie selbst nicht bsartig sind -- und meinen1 auch die ,tierseelen seien unsterblich1 jedoch nicht vergleichbar an ,wrde mit unseren ,menschenseelen und auch nicht zu gleicher ,glckseligkeit geschaffen4 ,die ,utopier sind nmlich fast alle fest davon berzeugt1 da den ,menschen eine unbegrenzte ,glckseligkeit bevorsteht4 ,infolgedessen wehklagen sie stets1 wenn jemand krank ist1 niemals aber1 wenn jemand stirbt2 sie mten denn gerade sehen1 wie sich der ,sterbende nur mit ,angst und ,widerwillen vom ,leben losreit4 ,das halten sie nmlich fr ein ganz schlimmes ,vorzeichen1 gleich als ob die ,seele ohne ,hoffnung und mit schlechtem ,gewissen in irgendeiner dunklen ,ahnung drohender ,strafe vor dem ,ende zurckschaudere4 ,auerdem wird sich nach ihrer ,meinung ,gott nicht ber die ,ankunft eines ,menschen freuen1 der auf seinen ,ruf nicht bereitwillig herbeieilt1 sondern sich nur ungern und widerstrebend hinschleppen lt4 ,vor einem solchen ,sterben entsetzen sich denn auch die1 die es mit ansehen1 und wer so stirbt1 wird in ,trauer und aller ,stille aus der ,stadt getragen2 dann betet man zu dem den ,seelen der ,verstorbenen gndigen ,gott1 er mge dem ,heimgegangenen seine ,snden aus ,gnaden vergeben1 und setzt die ,leiche bei4 ,wer dagegen freudig und voll ,zuversicht stirbt1 wird von niemandem betrauert1 sondern unter ,gesang gibt man ihm das letzte ,geleit und empfiehlt seine ,seele liebevoll dem groen ,gott4 ,schlielich verbrennt man den ,leichnam mehr in ,ehrfurcht als in ,trauer und errichtet an ,ort und ,stelle eine ,denksule1 in die die ,ehrentitel des ,toten eingemeielt sind4 ,nach der ,rckkehr von der ,beisetzung unterhlt man sich ber ,lebenswandel und ,taten des ,heimgegangenen1 und kein ,abschnitt seines ,lebens wird dabei hufiger oder lieber besprochen als sein seliges ,ende4 ,dieses ehrende ,gedenken rechtschaffener ,menschen ist in den ,augen der ,utopier fr die ,lebenden ein beraus wirksamer ,anreiz zur ,tugend und zugleich fr die ,verstorbenen eine hchst willkommene ,verehrung4 ,sie denken sich nmlich1 da die ,heimgegangenen bei den ,gesprchen ber sie zugegen sind1 wenn auch unsichtbar fr das schwache ,auge der ,sterblichen4 ,einerseits nmlich wrde es gar nicht mit ihrer ,glckseligkeit vereinbar sein1 wenn sie in ihrer ,bewegungsfreiheit beschrnkt wren1 und anderseits wre es undankbar von ihnen1 wenn sie berhaupt keine ,sehnsucht mehr empfnden1 ihre ,lieben wiederzusehen1 mit denen sie bei ,lebzeiten durch gegenseitige ,liebe und ,hochschtzung verbunden waren1 ,neigungen1 die bei guten ,menschen1 so vermutet man1 wie die brigen trefflichen ,eigenschaften nach dem ,tode eher noch zu- als abnehmen4 ,die ,utopier glauben demnach1 da die ,toten unter den ,lebenden weilen als ,ohren- und ,augenzeugen ihrer ,worte und ,taten1 und infolgedessen gehen sie mit grerer ,zuversicht an ihre ,geschfte1 gleichsam im ,vertrauen auf solchen ,schutz2 auch lassen sie sich durch den ,glauben an die ,anwesenheit ihrer ,vorfahren von geheimer ,schandtat abschrecken4 ,auf ,weissagungen und die sonstigen ,prophezeiungen eines hohlen ,aberglaubens1 die andere ,vlker gewissenhaft beachten1 legen die ,utopier gar keinen ,wert1 ja sie machen sich sogar darber lustig4 ,wunder dagegen1 soweit sie ohne jede natrliche ,veranlassung geschehen1 verehren sie als ,taten und ,zeugnisse der anwesenden ,gottheit4 ,solche ,wunder kommen in ,utopien1 wie es heit1 hufig vor1 und in wichtigen und zweifelhaften ,fragen flehen sie bisweilen darum mit groer ,zuversicht und unter ,veranstaltung eines groen ,betfestes und erwirken auch ein ,wunder4 ,fr eine ,gott wohlgefllige ,verehrung halten die ,utopier die ,betrachtung der ,natur sowie das ,lob1 das man ,gott als ihrem ,schpfer spendet4 ,doch gibt es auch ,leute1 und zwar keineswegs wenige1 die unter ,berufung auf ihren ,glauben von den ,wissenschaften nichts wissen wollen1 sich um keinerlei ,erkenntnis der ,natur bemhen und ,mue berhaupt nicht kennen3 nur durch ,bettigung und gute ,dienste1 die man den ,mitmenschen erweist1 erwirbt man sich nach ihrer ,meinung ,anspruch auf die ,glckseligkeit nach dem ,tode4 ,daher widmen sich die einen der ,krankenpflege1 die anderen bessern ,wege aus1 reinigen ,grben1 bringen ,brcken in ,ordnung1 stechen ,rasen aus1 schaufeln ,sand und graben ,steine aus1 fllen und zersgen ,bume1 fahren auf ,zweigespannen ,holz1 ,feldfrchte und andere ,dinge in die ,stdte und benehmen sich nicht nur in der ,ttigkeit fr die ,allgemeinheit1 sondern auch in der fr ,privatleute wie ,diener und sind noch arbeitsamer als ,sklaven4 ,denn jede mhsame1 schwierige und schmutzige ,arbeit1 die es irgendwo gibt und von der ,anstrengung1 ,widerwille und ,verzweiflung die meisten zurckschrecken1 nehmen sie willig und frhlich ganz auf sich4 ,den anderen verschaffen sie ,mue1 sie selber aber arbeiten und plagen sich ohne ,unterla1 ohne jedoch ,dank dafr zu beanspruchen2 auch tadeln sie die ,lebensweise anderer nicht1 um ihre eigene dafr zu rhmen4 ,je mehr sich die ,leute als ,sklaven zeigen1 desto grere ,ehre erweist ihnen jedermann4 ,unter ihnen gibt es nun zwei ,sekten4 ,die eine ist die der ,ledigen4 ,diese enthalten sich vllig des ,geschlechtsverkehrs2 auch essen sie kein ,fleisch1 einige sogar1 ohne mit irgendeinem ,tier eine ,ausnahme zu machen4 ,alle ,freuden dieses ,lebens verwerfen sie als schdlich1 und in der ,hoffnung auf einen baldigen ,tod trachten sie leidenschaftlich danach1 durch ,nachtwachen und mhselige ,arbeit nur die ,freuden des knftigen ,lebens zu erlangen4 ,die ,anhnger der anderen ,sekte sind nicht weniger auf ,arbeit erpicht1 ziehen es aber dabei vor1 zu heiraten2 denn sie verschmhen die ,krfte nicht1 die von der ,ehe ausgehen1 und glauben der ,natur ihren ,zoll entrichten zu mssen und dem ,vaterlande ,kinder schuldig zu sein4 ,jedes ,vergngen1 das sie in keiner ,beziehung von der ,arbeit abhlt1 ist ihnen willkommen4 ,das ,fleisch vierfiger ,tiere schtzen sie schon aus dem ,grunde1 weil sie von einer solchen ,nahrung eine bessere ,krftigung zu jeder ,arbeit erwarten4 ,die ,anhnger dieser ,sekte sind in den ,augen der ,utopier klger1 die der anderen dagegen frmmer4 ,die letzteren wrde man auslachen1 wenn sie sich bei der ,bevorzugung der ,ehelosigkeit und eines beschwerlichen ,lebens auf ,grnde der ,vernunft sttzen wollten2 so aber betrachtet man sie wegen ihrer religisen ,beweggrnde mit ,ehrfurcht und ,hochachtung4 ,vor nichts scheuen sie sich nmlich ngstlicher als vor irgendeiner unbedachten uerung ber die ,religion4 ,derart also sind die ,leute1 die die ,utopier mit einem besonderen ,namen in ihrer ,landessprache als ,buthresken bezeichnen1 was etwa unserem ,worte ,mnche entspricht4 ,die ,priester der ,utopier sind auerordentlich fromm und deshalb sehr gering an ,zahl4 ,es gibt nmlich in jeder ,stadt nicht mehr als dreizehn1 entsprechend der ,zahl der ,gotteshuser1 auer in ,kriegszeiten4 ,dann aber ziehen sieben von ihnen mit dem ,heere ins ,feld und werden in der ,zwischenzeit durch eine gleiche ,anzahl ersetzt4 ,kommen dann die anderen zurck1 so nimmt jeder von ihnen wieder seine alte ,stelle ein4 ,die berzhligen treten der ,reihe nach an die ,stelle der mit ,tod ,abgehenden2 bis dahin sind sie ,gehilfen des ,oberpriesters1 und einer wird an ihre ,spitze gestellt4 ,die ,priester werden vom ,volke gewhlt1 und zwar wie die brigen ,beamten in geheimer ,abstimmung1 wodurch man ,begnstigungen vermeiden will2 die ,weihe der ,gewhlten vollzieht dann ihr eigenes ,kollegium4 ,die ,priester leiten den ,gottesdienst1 besorgen die ,angelegenheiten des ,kultus und sind eine ,art ,sittenrichter1 und es gilt als eine groe ,schande1 wenn jemand von ihnen wegen seines schlechten ,lebenswandels vorgeladen und zur ,rede gestellt wird4 ,wenn auch die ,priester das ,recht haben zu ermahnen und zu warnen1 so steht doch die ,befugnis zu einer ,maregelung und ,bestrafung von belttern nur dem ,brgermeister und den brigen ,amtspersonen zu1 nur da die ,priester ihrerseits diejenigen1 die sie als schlimme ,snder kennenlernen1 vom ,gottesdienst ausschlieen4 ,und es gibt kaum eine ,strafe1 die man mehr frchtet2 denn sie macht vllig ehrlos und erweckt eine geheime religise ,furcht1 die den ,sinn zerrttet1 da die so ,bestraften auch nicht hinsichtlich ihres ,krpers lange ohne ,sorge sein knnen4 ,wenn sie nmlich die ,priester nicht schnell von ihrer ,reue berzeugen1 werden sie festgenommen und vom ,senat wegen ,gottlosigkeit bestraft4 ,der ,unterricht der ,kinder und ,jugendlichen liegt in den ,hnden der ,priester1 und diese lassen sich mehr die ,erziehung zu ,sitte und ,tugend als die wissenschaftliche ,ausbildung angelegen sein4 ,sie verwenden nmlich den grten ,flei darauf1 den noch zarten und empfnglichen ,kinderherzen von ,anfang an gesunde und der ,erhaltung ihres ,staates dienliche ,anschauungen einzupflanzen4 ,wenn diese erst einmal im ,kinde festsitzen1 begleiten sie den ,erwachsenen durchs ganze ,leben und sind von groem ,nutzen fr die ,erhaltung des ,staates2 denn was einen ,staat zerfallen lt1 sind einzig und allein die ,laster1 die ihrerseits wieder aus verkehrten ,anschauungen entstehen4 ,die ,priester sind mit den erlesensten ,frauen ihres ,volkes verheiratet1 soweit sie nicht selbst ,frauen sind2 denn auch die ,frauen sind vom ,priestertum nicht ausgeschlossen2 aber eine ,frau wird seltener gewhlt und auch dann nur1 wenn sie verwitwet und betagt ist4 ,keine ,behrde geniet nmlich bei den ,utopiern grere ,ehre1 und zwar in dem ,ausmae1 da ein ,priester1 der sich etwas hat zuschulden kommen lassen1 keinem ffentlichen ,gericht untersteht3 ,gott allein und sich selbst ist er berlassen4 ,die ,utopier halten es nmlich fr ,snde1 den mit ,menschenhand zu berhren1 und wre er auch ein noch so schlimmer ,verbrecher1 der ,gott auf eine so einzigartige ,weise gleichsam als ,opfer geweiht ist4 ,diesen ,brauch knnen sie leichter einhalten1 weil ihre ,priester so gering an ,zahl sind und mit so groer ,sorgfalt ausgewhlt werden4 ,kommt es doch nur selten vor1 da ein ,mann1 der1 aus der ,zahl der ,guten als ,bester ausgesucht1 allein wegen seiner ,tchtigkeit zu so hoher ,wrde erhoben wird1 zu ,verderbtheit und ,lasterhaftigkeit entartet4 ,sollte es aber bei der ,unbestndigkeit der menschlichen ,natur immerhin einmal vorkommen1 so braucht man davon fr die ,allgemeinheit durchaus keinen ,schaden von groer ,bedeutung zu befrchten1 da die ,zahl der ,priester nur gering ist und sie auer ihrem ,ansehen keinerlei ,macht besitzen4 ,die ,utopier beschrnken aber die ,zahl ihrer ,priester deshalb so stark1 weil das ,ansehen des ,standes1 dem sie jetzt so groe ,verehrung erweisen1 nicht dadurch an ,bedeutung verlieren soll1 da sie seine ,ehre vielen zuteil werden lassen1 zumal da sie es fr schwierig halten1 viele ,leute zu finden1 die tugendhaft genug zur ,bekleidung eines ,amtes sind1 fr dessen ,wrde eine nur mittelmige ,tugendhaftigkeit nicht ausreicht4 ,die ,wertschtzung der ,priester ist bei den auswrtigen ,vlkern nicht geringer als bei ihren ,landsleuten4 ,das geht deutlich aus einem ,brauche hervor1 den ich auch fr den ,ursprung dieser ,wertschtzung halte4 ,whrend nmlich die ,truppen in der ,schlacht um die ,entscheidung kmpfen1 halten sich die ,priester abseits1 aber nicht weit entfernt1 und liegen in ihren geweihten ,gewndern auf den ,knien4 ,die ,hnde zum ,himmel erhoben1 beten sie zu allererst um ,frieden1 sodann um ,sieg fr ihr ,volk1 aber um einen ,sieg1 der fr beide ,teile nicht blutig ist4 ,im ,falle des ,sieges ihres ,volkes eilen sie in den ,kampf und gebieten dem ,wten gegen die ,geschlagenen ,einhalt4 ,wer sie nur sieht und anruft1 wenn sie da sind1 sichert sich sein ,leben2 wer ihre wallenden ,gewnder berhrt1 schtzt auch1 was ihm sonst noch gehrt1 vor jeder kriegerischen ,gewalttat4 ,infolgedessen genieen die ,priester bei allen ,vlkern ringsum eine so groe ,verehrung und so viel wirklich majesttisches ,ansehen1 da die ,schonung1 die sie vom ,feinde fr ihre ,mitbrger erwirkten1 oft nicht geringer war als die1 die sie bei diesen fr den ,feind erreicht hatten4 ,so viel steht jedenfalls fest3 schon manchmal1 wenn die ,front ihrer ,landsleute ins ,wanken geraten war1 wenn diese in ihrer verzweifelten ,lage zu fliehen begannen und der ,feind zu ,gemetzel und ,plnderung heranstrmte1 traten die ,priester dazwischen1 unterbrachen das ,blutvergieen1 trennten die ,truppen voneinander1 brachten unter gerechten ,bedingungen einen ,frieden zustande und schlossen ihn ab4 ,denn noch niemals ist ein ,volk so wild1 so grausam und so barbarisch gewesen1 da es ihre ,person nicht fr heilig und unverletzlich gehalten htte4 ,als ,festtage begehen die ,utopier den ersten und letzten ,tag eines jeden ,monats und ,jahres4 ,dieses teilen sie in ,monate ein1 die der ,umlauf des ,mondes abgrenzt1 wie der ,kreislauf der ,sonne das ,jahr rundet4 ,alle ,anfangstage heien auf utopisch ,cynemerner und die ,schlutage ,trapemerner1 was etwa soviel wie ,anfangs- und ,schlufeste bedeutet4 ,man sieht in ,utopien prachtvolle ,tempel1 die nicht blo mit groer ,kunst gebaut sind1 sondern auch eine gewaltige ,menschenmenge fassen1 was ja bei ihrer geringen ,anzahl auch unbedingt notwendig ist4 ,gleichwohl sind sie alle halbdunkel1 und zwar soll das nicht auf mangelhafte ,kenntnis in der ,baukunst zurckgehen1 sondern auf einen ,rat der ,priester4 ,nach deren ,meinung nmlich lenkt zuviel ,licht die ,gedanken ab1 sparsameres und gleichsam unsicheres ,licht dagegen trgt zur ,sammlung des ,geistes und zur ,vertiefung der ,andacht bei4 ,zwar ist in ,utopien die ,religion nicht berall die gleiche1 aber all ihre1 wenn auch verschiedenen und vielfltigen ,formen kommen trotz ,verschiedenheit der ,wege in einem einheitlichen ,ziele zusammen1 in der ,verehrung eines gttlichen ,wesens4 ,infolgedessen ist in den ,tempeln nichts zu sehen oder zu hren1 was nicht fr alle ,religionsformen ohne ,unterschied passend erschiene4 ,einen seiner ,sekte etwa eigentmlichen ,brauch vollzieht ein jeder innerhalb seiner vier ,wnde2 den ffentlichen ,kult dagegen fhrt man in einer ,form durch1 die keiner ,religion etwas von ihren ,besonderheiten nimmt4 ,daher ist auch kein ,gtterbild im ,tempel zu sehen1 so da es jedem freisteht1 unter welcher ,gestalt er sich die ,gottheit seinem persnlichen ,glauben gem vorstellen will4 ,sie rufen ,gott unter keinem besonderen ,namen an1 sondern nur als ,mythras1 ein ,wort1 mit dem sie alle bereinstimmend das eine ,wesen gttlicher ,majestt bezeichnen1 welcher ,art es auch sein mag4 ,die ,gebete1 die in ,utopien abgefat werden1 sind auch alle derart1 da sich jeder ihrer bedienen kann1 ohne gegen seinen persnlichen ,glauben zu verstoen4 ,im ,tempel kommen die ,utopier an den ,schlufesttagen abends zusammen1 ohne noch etwas zu sich genommen zu haben1 um ,gott fr den ,segen zu danken1 den er in dem ,jahre oder ,monat1 dessen letzter ,tag dieser ,festtag ist1 gespendet hat4 ,in der ,frhe des nchsten ,tages -- denn das ist dann ein ,anfangsfesttag -- strmt das ,volk in den ,tempeln zusammen1 um fr das folgende ,jahr oder den folgenden ,monat1 den sie mit dieser ,feier beginnen wollen1 ,glck und ,segen zu erbitten4 ,ehe man aber an den ,schlufesttagen in den ,tempel geht1 werfen sich daheim die ,frauen ihren ,mnnern und die ,kinder ihren ,eltern zu ,fen und bekennen ihnen ihre ,verfehlungen1 mag es sich nun um eine ,missetat oder um eine mangelhafte ,pflichterfllung handeln1 und bitten um ,vergebung ihrer ,schuld4 ,so wird jedes ,wlkchen huslicher ,zwietracht1 das etwa aufsteigt1 durch solche ,abbitte verscheucht1 und man nimmt reinen ,herzens und unbeschwerten ,sinnes am ,gottesdienst teil4 ,man scheut sich nmlich1 mit verstrtem ,sinn dem ,gottesdienst beizuwohnen4 ,ist man sich deshalb bewut1 ,ha oder ,zorn gegen jemand zu hegen1 so geht man erst dann wieder zum ,gottesdienst1 wenn man sich vershnt und von den ,leidenschaften gereinigt hat1 weil man sonst eine schnelle und schwere ,strafe frchtet4 ,im ,tempel angekommen1 gehen die ,mnner auf die rechte und die ,frauen gesondert auf die linke ,seite4 ,dann nehmen sie in der ,weise ,platz1 da die mnnlichen ,mitglieder eines jeden ,hauses vor dem ,familienvater sitzen1 die ,familienmutter aber die ,reihe der weiblichen ,mitglieder schliet4 ,auf diese ,weise knnen smtliche ,bewegungen aller ,hausgenossen auerhalb des ,hauses von denen beobachtet werden1 deren ,autoritt und ,zucht sie auch innerhalb des ,hauses unterstehen4 ,ja1 die ,utopier sehen auch gewissenhaft darauf1 da im ,tempel immer ein ,jngerer mit einem lteren zusammensitzt1 damit nicht die ,kinder sich selbst berlassen bleiben und sich nicht whrend des ,gottesdienstes kindisch und albern benehmen4 ,denn gerade in dieser ,zeit sollten sie es lernen1 fromme ,scheu vor den ,himmlischen zu hegen1 die ja der strkste und beinahe der einzige ,ansporn zur ,tugend ist4 ,wenn die ,utopier opfern1 so schlachten sie kein ,tier1 und sie knnen nicht glauben1 da sich ,gott in seiner ,gte ber ,blutvergieen und ,morden freut2 hat er doch den ,lebewesen das ,leben zu dem ,zwecke geschenkt1 da sie leben4 ,sie verbrennen ,weihrauch und ebenso anderes ,rucherwerk2 auch stecken sie zahlreiche ,wachskerzen auf1 nicht als ob sie nicht wten1 da das ,wesen ,gottes dieser ,dinge nicht bedarf1 ebensowenig wie ja auch der ,gebete der ,menschen1 aber sie finden ,gefallen an dieser harmlosen ,art ,gottesverehrung1 und die ,menschen fhlen1 da diese ,dfte1 ,lichter und sonstigen ,feierlichkeiten sie irgendwie innerlich aufrichten und zur ,verehrung ,gottes freudiger stimmen4 ,im ,tempel trgt das ,volk weie ,gewnder1 der ,priester dagegen buntfarbige1 die nach ,arbeit und ,form ,bewunderung verdienen2 nur ist der ,stoff nicht ebenso wertvoll4 ,die ,gewnder sind nmlich nicht mit ,gold gestickt oder mit seltenen ,steinen besetzt1 sondern aus einzelnen ,vogelfedern so geschickt und kunstvoll gearbeitet1 da auch der kostbarste ,stoff dieser ,arbeit an ,wert nicht gleichkommen wrde4 ,wie es auerdem heit1 sind in jenen ,schwung- und ,flaumfedern sowie in ihrer bestimmten ,anordnung1 durch die sie auf dem ,priestergewande unterschieden werden1 gewisse geheime ,mysterien verborgen4 ,ihre ,auslegung ist den ,priestern bekannt und wird von ihnen gewissenhaft weiter berliefert2 die ,menschen sollen dadurch an die ,wohltaten erinnert werden1 die ihnen ,gott erweist1 an den ,dank1 den sie ihm dafr schulden1 und an die ,pflichten1 die sie gegenseitig zu erfllen haben4 ,sobald sich der ,priester in diesem ,ornat vor dem ,allerheiligsten zeigt1 werfen sich alle sofort voll ,ehrfurcht zu ,boden unter so allgemeinem und tiefen ,schweigen1 da schon der bloe ,anblick dieses ,vorgangs eine ,art ,schauer einflt1 als wenn eine ,gottheit zugegen wre4 ,sie bleiben eine ,weile liegen und erheben sich erst1 wenn ihnen der ,priester ein ,zeichen gibt4 ,dann singen sie ,gott zu ,ehren ,hymnen1 wozu sie zwischendurch auf ,musikinstrumenten spielen4 ,diese haben zu einem groen ,teile eine andere ,gestalt als die1 die man in unserem ,erdteil zu sehen bekommt4 ,die meisten von ihnen bertreffen zwar die bei uns gebruchlichen wesentlich an ,wohlklang1 doch sind einige mit den unsrigen nicht einmal zu vergleichen4 ,in einer ,beziehung jedoch sind uns die ,utopier unzweifelhaft weit voraus1 darin nmlich1 da all ihre ,musik1 und zwar die ,instrumentalmusik ebenso wie die ,vokalmusik1 die natrlichen ,seelenzustnde deutlich nachahmt und widerspiegelt1 da der ,klang sich dem ,inhalt des ,musikstckes treffend anpat1 mag es sich um ,worte eines ,betenden oder um den ,ausdruck der ,freude1 der ,sanftmut1 der ,aufregung1 der ,trauer oder des ,zornes handeln1 und da die ,art der ,melodie den ,sinn eines jeden ,textes so lebendig veranschaulicht1 da sie die ,herzen der ,zuhrer in wunderbarer ,weise ergreift1 erschttert und entflammt4 ,zuletzt sprechen ,priester und ,volk zusammen feierliche ,gebete in bestimmten ,fassungen1 die so gehalten sind1 da jeder einzelne auf sich beziehen kann1 was alle zusammen hersagen4 ,in diesen ,gebeten ruft sich jeder ,gott als den ,schpfer und ,lenker des ,weltalls und als den ,geber all der anderen ,gter wieder ins ,gedchtnis1 dankt ihm fr die zahllosen ,wohltaten1 die er empfangen hat1 besonders aber dafr1 da ihn ,gottes ,gte und ,gnade im glcklichsten ,staat leben und an einer ,religion teilnehmen lt1 die1 wie er hofft1 der ,wahrheit am nchsten kommt4 ,sollte er sich darin irren oder sollte es einen besseren ,staat oder eine bessere ,religion geben1 die auch ,gott genehmer wre1 so bitte er darum1 seine ,gte mge es ihn erkennen lassen2 er wolle ihm bereitwillig folgen1 wohin er ihn auch fhre4 ,sollte aber diese ,staatsform die beste und seine ,religionsauffassung die richtigste sein1 so mge ihm ,gott ,bestndigkeit verleihen und die anderen ,menschen alle zu denselben ,lebensgrundstzen und zu derselben ,vorstellung von ,gott bekehren1 falls er nicht in seinem unerforschlichen ,willen auch an dieser ,mannigfaltigkeit der ,bekenntnisse ,gefallen finde4 ,endlich bittet er noch darum1 ,gott mge ihn nach einem leichten ,tode in sein ,reich aufnehmen2 wie bald oder wie spt1 das wage er nicht im voraus zu bestimmen4 ,immerhin werde es ihm1 soweit es ohne ,verletzung der gttlichen ,majestt mglich sei1 viel lieber sein1 auch den schwersten ,tod zu erleiden1 um eher zu ,gott zu kommen1 als durch das glcklichste ,leben lnger von ihm ferngehalten zu werden4 ,nach diesem ,gebet werfen sich alle abermals zu ,boden und erheben sich bald darauf wieder1 um zum ,essen zu gehen2 den ,rest des ,tages verbringen sie mit ,spielen und militrischer ,ausbildung4 99 99 99 99 99 ,ich habe euch so wahrheitsgem wie mglich die ,form dieses ,staates beschrieben1 den ich bestimmt nicht nur fr den besten1 sondern auch fr den einzigen halte1 der mit vollem ,recht die ,bezeichnung ,gemeinwesen fr sich beanspruchen darf4 ,wenn man nmlich anderswo von ,gemeinwohl spricht1 hat man berall nur sein persnliches ,wohl im ,auge2 hier1 in ,utopien1 dagegen1 wo es kein ,privateigentum gibt1 kmmert man sich ernstlich nur um das ,interesse der ,allgemeinheit1 und beide ,male geschieht es mit ,fug und ,recht4 ,denn wie wenige in anderen ,lndern wissen nicht1 da sie trotz noch so groer ,blte ihres ,staates ,hungers sterben wrden1 wenn sie nicht auf einen ,sondernutzen bedacht wren6 ,und deshalb zwingt sie die ,not1 eher an sich als an ihr ,volk1 das heit an andere1 zu denken4 ,dagegen hier1 in ,utopien1 wo alles allen gehrt1 ist jeder ohne ,zweifel fest davon berzeugt1 da niemand etwas fr seinen ,privatbedarf vermissen wird1 wofern nur dafr gesorgt wird1 da die staatlichen ,speicher gefllt sind4 ,denn hier werden die ,gter reichlich verteilt1 und es gibt keine ,armen und keine ,bettler1 und obgleich niemand etwas besitzt1 sind doch alle reich4 ,knnte es nmlich einen greren ,reichtum geben1 als vllig frei von jeder ,sorge1 heiteren ,sinnes und ruhigen ,herzens zu leben1 nicht um seinen eigenen ,lebensunterhalt ngstlich besorgt1 nicht geqult von der ,geldforderung der jammernden ,gattin1 ohne ,furcht1 der ,sohn knne in ,not geraten1 ohne ,angst und ,bange um die ,mitgift der ,tochter1 sondern unbesorgt um den eigenen ,lebensunterhalt und um den der ,seinen1 der ,gattin1 der ,shne1 der ,enkel1 ,urenkel und ,ururenkel und der ganzen ,reihe von ,nachkommen1 so lang1 wie sie ein ,ehrenmann erwartet8 ,ja1 diese ,frsorge erstreckt sich sogar in demselben ,umfange auf die1 die frher gearbeitet haben1 jetzt aber nicht mehr dazu imstande sind1 wie auf die1 die jetzt noch arbeiten4 ,da wnschte ich1 es wagte jemand1 mit dieser ,billigkeit die ,gerechtigkeit anderer ,vlker zu vergleichen1 und ich will des ,todes sein1 wenn ich bei ihnen auch nur die geringste ,spur von ,gerechtigkeit und ,billigkeit finde6 ,oder ist das etwa ,gerechtigkeit1 wenn jeder beliebige ,edelmann oder ,goldschmied oder ,wucherer oder schlielich irgendein anderer von denen1 die entweder berhaupt nichts tun oder deren ,ttigkeit fr den ,staat nicht dringend notwendig ist1 ein prchtiges und glnzendes ,leben fhren darf auf ,grund eines ,verdienstes1 den ihm sein ,nichtstun oder seine berflssige ,ttigkeit einbringt1 whrend zu gleicher ,zeit der ,tagelhner1 der ,fuhrmann1 der ,schmied und der ,bauer mit seiner harten und ununterbrochenen ,arbeit1 wie sie kaum ein ,zugtier aushalten wrde1 die aber so unentbehrlich ist1 da ohne sie kein ,gemeinwesen auch nicht ein ,jahr blo auskommen knnte1 einen nur so geringen ,lebensunterhalt verdient und ein so elendes ,leben fhrt1 da einem die ,lage der ,zugochsen weit besser vorkommen knnte1 weil sie nicht so dauernd arbeiten mssen1 weil ihre ,nahrung nicht viel schlechter ist und ihnen sogar besser schmeckt und weil sie bei alledem wegen der ,zukunft keine ,angst zu haben brauchen8 ,aber diese ,menschen qult eine erfolglose und undankbare ,arbeit in der ,gegenwart1 auch peinigt sie der ,gedanke an ein hilfloses ,alter4 ,denn wenn ihr tglicher ,verdienst zu krglich ist1 um auch nur fr denselben ,tag auszureichen1 kann auf keinen ,fall etwas herausspringen und brigbleiben1 um tglich fr die ,verwendung im ,alter zurckgelegt zu werden4 ,ist das nicht eine ungerechte und undankbare ,gemeinschaft1 die den sogenannten ,edelleuten1 den ,goldschmieden und den brigen ,leuten dieser ,art1 die weiter nichts als ,miggnger oder ,schmarotzer sind und nur unntze ,luxusdinge herstellen1 in so verschwenderischer ,weise ihre ,gunst bezeugt1 die dagegen fr die ,bauern1 ,khler1 ,tagelhner1 ,fuhrleute und ,schmiede1 ohne die berhaupt kein ,staat bestehen knnte1 in keinerlei ,weise sorgt8 ,sie nutzt die ,arbeitskraft ihrer besten ,lebensjahre aus und vergilt ihnen dann1 wenn sie schlielich1 von ,alter und ,krankheit beschwert1 an allem ,mangel leiden1 auf hchst undankbare ,weise1 indem sie sie1 uneingedenk so vieler ,nchte1 die sie durchwacht1 und so vieler und wichtiger ,dienste1 die sie geleistet haben1 auf ganz elende ,weise sterben lt4 ,was soll man gar noch dazu sagen1 da die ,reichen ,tag fr ,tag von dem tglichen ,verdienst der ,armen nicht nur durch privaten ,betrug1 sondern sogar auf ,grund staatlicher ,gesetze etwas abzwacken8 ,so haben diese ,menschen das1 was frher als ungerecht galt3 die hchsten ,verdienste um den ,staat mit dem schndesten ,undank zu lohnen1 in seiner ,geltung entstellt und sogar noch in ,gerechtigkeit verwandelt1 indem sie es durch ,gesetze sanktionierten4 ,wenn ich daher alle unsere ,staaten1 die heute irgendwo in ,blte stehen1 im ,geiste betrachte und ber sie nachdenke1 so stoe ich1 so wahr mir ,gott helfe1 einzig und allein auf eine ,art ,verschwrung der ,reichen1 die unter ,mibrauch des ,namens- und ,rechtstitels eines ,staates nur auf ihre persnlichen ,interessen bedacht sind4 ,sie ersinnen und denken sich alle mglichen ,mittel und ,rnke aus1 zunchst1 um ihren unrechtmig erworbenen ,besitz zu behalten1 ohne frchten zu mssen1 ihn zu verlieren1 und sodann1 um sich die angestrengte ,arbeit aller ,armen so billig wie mglich zu erkaufen und zu ihrem ,vorteil zu mibrauchen4 ,sobald nun die ,reichen erst einmal im ,namen des ,staates1 also auch im ,namen der ,armen1 beschlossen haben1 diese ,machenschaften durchzufhren1 erhalten sie sofort ,gesetzeskraft4 ,aber selbst wenn diese so schlechten ,menschen alle diese ,gter1 die fr alle gereicht htten1 in unersttlicher ,habgier untereinander aufteilen1 wieviel fehlt ihnen trotzdem noch an dem ,glck des utopischen ,staates6 ,hier ist mit dem ,gebrauch des ,geldes selbst zugleich jede ,geldgier aus der ,welt geschafft4 ,welch schwere ,last von ,verdrielichkeiten ist dadurch abgewlzt1 welch reiche ,saat von ,verbrechen mitsamt der ,wurzel ausgerissen6 ,wer wei nmlich nicht1 da ,betrug1 ,diebstahl1 ,raub1 ,streit1 ,unruhe1 ,zank1 ,aufstand1 ,mord1 ,verrat und ,giftmischerei1 die jetzt durch tgliche ,bestrafungen mehr geahndet als eingeschrnkt werden1 mit der ,beseitigung des ,geldes absterben mssen und da auerdem ,furcht1 ,unruhe1 ,sorgen1 ,anstrengungen und durchwachte ,nchte in demselben ,augenblick wie das ,geld verschwinden werden8 ,ja1 die ,armut selbst1 der einzige ,zustand1 wie es scheint1 in dem ,geld gebraucht wird1 wrde augenblicklich abnehmen1 wenn man das ,geld berall vllig abschaffte4 ,wenn du dir das noch deutlicher machen willst1 mut du dir einmal ein drres und unfruchtbares ,jahr vorstellen1 in dem der ,hunger viele ,tausende von ,menschen dahingerafft hat4 ,nun behaupte ich ganz bestimmt3 htte man am ,ende dieser ,hungersnot die ,speicher der ,reichen durchsucht1 so wre so viel ,getreide zu finden gewesen1 da berhaupt niemand jene ,ungunst des ,wetters und jenen geringen ,ertrag des ,bodens htte zu spren brauchen1 wenn man die ,vorrte unter die verteilt htte1 die in der ,tat ,opfer der ,abmagerung und ,auszehrung geworden sind4 ,so leicht knnte man beschaffen1 was man zum ,leben braucht1 wenn nicht jenes herrliche ,geld1 ganz offenbar dazu erfunden1 den ,zugang zum ,lebensunterhalt zu erschlieen1 allein es wre1 das ihn uns verschliet4 ,das merken ohne ,zweifel auch die ,reichen1 und sie wissen ganz genau1 wieviel besser jener ,zustand wre1 nichts ,notwendiges zu entbehren als an vielerlei berflssigem berflu zu haben1 und wieviel besser es wre1 von so zahlreichen beln befreit als von so groem ,reichtum beschwert zu sein4 ,ich mag auch gar nicht daran zweifeln1 da die ,sorge fr das persnliche ,wohl jedes einzelnen oder die ,autoritt ,christi1 unseres ,heilands1 der bei seiner so groen ,weisheit wissen mute1 was das ,beste sei1 und bei seiner so groen ,gte nur zu dem raten konnte1 was er als das ,beste erkannt hatte1 die ganze ,welt ohne ,mhe schon lngst fr die ,gesetze des utopischen ,staates gewonnen htte1 wenn nicht eine einzige ,bestie1 das ,haupt und der ,ursprung alles ,unheils1 die ,hoffart1 dagegen ankmpfte4 ,sie mit ihr ,glck nicht am eigenen ,nutzen1 sondern am fremden ,unglck4 ,sie mchte nicht einmal ,gttin werden1 wenn dann keine ,unglcklichen mehr brigblieben1 ber die sie herrschen und die sie verhhnen knnte1 im ,vergleich zu deren ,elend ihr eigenes ,glck in besonderem ,glanze erstrahlen soll und die sie in ihrer ,not durch ,entfaltung ihres eigenen ,reichtums qulen und aufbringen mchte4 ,die ,hoffart1 eine ,schlange der ,hlle1 nistet sich in die ,herzen der ,menschen ein1 hlt sie wie ein ,hemmschuh zurck und hindert sie1 einen besseren ,lebensweg einzuschlagen4 ,dieses ,gewrm hat sich zu tief ins ,menschenherz eingefressen1 als da es sich ohne ,mhe wieder herausreien liee4 ,und deshalb freue ich mich1 da wenigstens den ,utopiern diese ,staatsform zuteil geworden ist1 die ich von ,herzen gern berall sehen mchte4 ,sie haben sich ,lebenseinrichtungen geschaffen1 mit denen sie das ,fundament eines ,staates legten1 dem nicht nur das hchste ,glck1 sondern1 nach menschlicher ,voraussicht wenigstens1 auch ewige ,dauer beschieden ist4 ,seitdem sie nmlich im ,inneren ,ehrgeiz und ,parteisucht ebenso wie die anderen ,laster mit ,stumpf und ,stiel ausgerottet haben1 droht keine ,gefahr mehr1 da sie unter innerem ,zwist zu leiden haben1 der schon vielfach die alleinige ,ursache des ,unterganges von ,stdten gewesen ist1 deren ,macht und ,wohlstand trefflich gesichert war4 ,solange jedoch die ,eintracht im ,inneren und die gesunde ,verfassung erhalten bleiben1 ist der ,neid auch aller benachbarten ,frsten nicht imstande1 das ,reich zu zerrtten oder zu erschttern1 was er vor langer ,zeit zwar schon zu wiederholten ,malen1 aber immer ohne ,erfolg versucht hat4 ,als ,raphael mit seinem ,bericht zu ,ende war1 fiel mir gar mancherlei ein1 was mir an den ,sitten und ,gesetzen jenes ,volkes beraus sonderbar vorkam1 nicht nur an der ,art und ,weise seiner ,kriegfhrung1 an seinem ,gottesdienst und seiner ,religion und an noch anderen seiner ,einrichtungen1 sondern auch ganz besonders an dem eigentlichen ,fundament seiner ganzen ,verfassung1 nmlich an seinem gemeinschaftlichen ,leben und der gemeinschaftlichen ,beschaffung des ,lebensunterhalts1 und zwar unter ,ausschaltung jedes ,geldverkehrs4 ,beseitigt doch schon diese letzte ,bestimmung fr sich allein von ,grund aus jeden ,adel1 jede ,pracht1 jeden ,glanz1 jede ,wrde1 also den der ffentlichen ,meinung nach wahren ,glanz und ,schmuck eines ,staates4 ,ich wute jedoch1 da ,raphael vom ,erzhlen mde war1 und ich war nicht ganz sicher1 ob er einen ,widerspruch gegen seine ,meinung vertragen wrde1 zumal da ich daran dachte1 wie er gewisse ,leute deshalb getadelt hatte1 weil sie nach seiner ,ansicht ,angst hatten1 nicht fr klug genug zu gelten1 wenn sie nicht an den ,einfllen anderer ,leute etwas fnden1 woran sie herumzausen knnten4 ,deshalb lobte ich nur die ,verfassung jenes ,volkes und die ,erzhlung ,raphaels1 nahm ihn bei der ,hand und fhrte ihn ins ,haus zum ,essen2 doch sagte ich vorher noch1 wir wrden wohl noch ein anderes ,mal ,zeit finden1 ber die gleichen ,dinge tiefer nachzudenken und uns ausfhrlicher mit ihm zu unterhalten4 ,ich wollte nur1 es kme noch einmal dazu6 ,bis dahin kann ich zwar nicht allem zustimmen1 was dieser brigens unbestritten hochgelehrte ,mann von reifer ,lebenserfahrung gesagt hat1 doch gestehe ich ohne weiteres1 da ich sehr vieles von der ,verfassung der ,utopier in unseren ,staaten eingefhrt sehen mchte4 ,allerdings mu ich das wohl mehr wnschen1 als da ich es hoffen drfte4 ,ende4 ,ende der ,nachmittagserzhlung des ,raphael ,hythlodeus ber die ,gesetze und ,einrichtungen der bisher nur wenigen bekannten ,insel ,utopia1 durch den hochberhmten und hochgelehrten ,herrn ,thomas ,morus1 ,brger und ,vicecomes von ,london1 bekanntgegeben4 ,im folgenden werden alle genderten ,textzeilen angefhrt1 wobei jeweils zuerst die ,zeile wie im ,original1 danach die genderte ,zeile steht4 unserer ,welt gegehrt -- sie nennen uns ,ultraquinoktialen --1 auer da unserer ,welt gehrt -- sie nennen uns ,ultraquinoktialen --1 auer da regiert zu werden1 wie sich ja auch niemand gern mit einem anderen in regiert zu werden1 wie sich ja auch niemand gern mit einem anderen ,qual sei1 und sich in ,zuversicht und gutes ,mutes von diesem traurigen ,qual sei1 und sich in ,zuversicht und guten ,mutes von diesem traurigen