,anmerkungen zur ,transkription3 ,der ,text wurde originalgetreu bertragen4 ,lediglich einige offensichtliche ,fehler wurden korrigiert4 ,eine ,liste smtlicher vorgenommener ,korrekturen befindet sich am ,ende des ,textes4 ,im ,original kursiv gesetzter ,text wurde mit markiert4 ,im ,original gesperrt gesetzter ,text wurde mit markiert4 ,,medium ,,te ,,mundi ,,posui1 ,,ut ,,circumspiceres ,,inde ,,commodius ,,quidquid ,,est ,,in ,,mundo ,,nec ,,te ,,coelestem ,,necque ,,terrenum ,,necque ,,mortalem ,,necque ,,immortalem ,,fecimus1 ,,ut ,,tui ,,ipsius ,,quasi ,,arbitrarius ,,honorariusque ,,plastes ,,et ,,fictor ,,in ,,quam ,,malueris ,,tu ,,te ,,formam ,,effingas ,,poteris ,,in ,,inferiora ,,quae ,,sunt ,,bruta ,,degenerare1 ,,poteris ,,in ,,superiora ,,quae ,,sunt ,,divina ,,ex ,,tui ,,animi ,,sententia ,,regenerari ,o ,,summam ,,dei ,,patris ,,liberalitatem1 ,,summam ,,et ,,admirandam ,,hominis ,,foelicitatem ,,pico ,,di ,,mirandola ,,oratio ,,platons ,,gastmahl #bb4-bf4 ,,tausend ,,verdeutscht ,,von ,,rudolf ,,kassner ,,verlegt ,,bei ,,eugen ,,diederichs ,,jena #aibb ,,frau ,e4 ,,bruckmann-,,cantacuzene ,,gewidmet ,,alle ,,rechte1 ,,insbesondere ,,das ,,der ,,bersetzung ,,in ,,fremde ,,sprachen1 ,,vorbehalten4 ,,copyright #aibb ,,by ,,eugen ,,diederichs ,,verlag ,,in ,,jena ,illustration ,apollodoros3 ,o ja1 darber bin ich ziemlich unterrichtet4 ,erst neulich1 da ich von ,phaleron nach der ,stadt gehe1 sieht mich von rckwrts einer meiner ,bekannten und ruft mir nach3 ,apollodoros1 ,apollodoros von ,phaleron -- er scherzt immer mit meinem ,namen -- so warte doch6 ,ich bleibe nun stehen und warte auf ihn1 und da sagt er mir denn3 ,ich habe dich schon unlngst gesucht1 ich mchte nmlich so gerne etwas ber das ,gastmahl des ,agathon erfahren1 ich meine jenes1 an dem ,sokrates1 ,alkibiades und noch viele andere teilgenommen und bei dem sie ber ,eros gesprochen haben4 ,was sprachen sie damals alles1 weit du nheres8 ,mir hat schon jemand davon erzhlt1 der es von ,phoinix1 dem ,sohne des ,philippos1 gehrt hatte1 und dieser sagte mir1 auch du wtest nheres darber4 ,in der ,tat1 er konnte mir nicht gerade viel sagen1 erzhle du mir nun davon6 ,denn niemand ist so dafr geschaffen wie du1 die ,worte unseres groen ,freundes zu knden4 ,zuerst aber sage noch schnell3 warst du selbst bei dem ,gastmahl zugegen8 ,ja8 ,darauf erwidere ich ihm gleich3 ,dein ,freund mu dich wirklich schlecht unterrichtet haben1 wenn er meint1 das ,gastmahl1 um das du mich fragst1 htte erst vor kurzem stattgefunden und ich selbst htte daran teilgenommen6 ,nicht8 ,ich dachte6 ,aber mein lieber ,glaukon1 fuhr ich fort1 weit du denn nicht1 da ,agathon seit vielen ,jahren schon die ,stadt verlassen hat8 ,und dann -- seitdem ich um ,sokrates bin1 seitdem ich tglich1 ich sage tglich ganz genau wei1 was ,sokrates spricht und was ,sokrates tut1 sind noch nicht drei ,jahre vergangen4 ,frher1 ach frher6 -- da lief ich so herum1 ohne zu wissen wohin1 und tat geschftig und war doch so jmmerlich wie nur irgend jemand1 so jmmerlich wie du jetzt1 ,glaukon1 der du noch immer glaubst1 man drfe um keinen ,preis denken1 nur nicht denken4 ,bitte1 mache dich nicht ber mich lustig1 sagt mein ,freund1 sage lieber1 wann hat das ,gastmahl also stattgefunden8 ,wir waren noch ,kinder1 ,agathon hatte mit seiner ersten ,tragdie gesiegt und mit seinen ,choreuten den ,sieg gefeiert1 den ,tag darauf nun da hat das ,gastmahl stattgefunden6 ,das ist allerdings schon lange her4 ,aber von wem weit du das alles8 fragte ,glaukon weiter4 ,von ,sokrates selbst8 ,ach ,gott1 nein1 nein6 ,von ebendemselben1 von dem ,phoinix es gehrt hat3 von ,aristodemos aus ,kythron1 vom kleinen ,aristodemos1 der immer wie der ,meister ohne ,sandalen herumlief4 ,er war dabei2 ich glaube1 seine ,beziehungen zu ,sokrates waren ganz besonders innige4 ,spter habe ich noch ,sokrates selbst um einiges gefragt1 und ,sokrates besttigte1 es sei alles so gewesen1 wie ,aristodemos es mir geschildert hat4 ,gut1 gut1 so erzhle du mir jetzt nun alles6 drang ,glaukon weiter4 ,wir gehen beide in die ,stadt1 und auf dem ,wege kann man so gut reden und zuhren6 ,nun1 so gingen wir beide zusammen nach der ,stadt und sprachen darber2 ich bin also1 wie gesagt1 vorbereitet4 ,und wenn es sein mu1 so will ich auch euch alles erzhlen4 ,aufrichtig1 ich freue mich jedesmal unbndig1 wenn ich entweder selbst ber ,philosophie sprechen oder davon hren darf4 ,von der ,frderung1 die ich dadurch erfahre1 rede ich erst gar nicht4 ber das1 was man so den ,tag ber schwatzt1 was ihr ,reichen und ,krmer zusammenschwatzt1 rgere ich mich doch nur2 ja ich bemitleide euch1 denn ihr glaubt immer1 wei ,gott was zu tun und kommt doch nicht weiter4 ,vielleicht werdet ihr euerseits wieder mich bemitleiden1 vielleicht habt ihr recht1 ja1 ich bin bemitleidenswert1 ja6 ,aber ihr1 meine ,lieben1 seid es in einem ganz anderen ,sinne1 und ihr seid es nicht nur vielleicht1 ihr seid es bestimmt1 das wei ich4 ,der ,freund3 ,apollodoros1 du bleibst der ,alte6 ,immer schmhst du dich selbst und die ,welt und hltst1 mit dir angefangen1 alle einfach fr bemitleidenswert2 ,sokrates allein ist deine ,ausnahme4 ,ich wei zwar nicht1 woher du den ,beinamen der ,tolle hast1 aber1 so oft du sprichst1 bist du wirklich wie toll4 ,du haderst mit dir selbst und den andern1 nur ,sokrates1 ,sokrates bleibt von deiner ,wut verschont6 ,apollodoros3 ,mein lieber ,freund1 es ist wohl nur zu natrlich1 da ich toll und rasend erscheine1 da ich nun einmal so ber mich und euch denke6 ,der ,freund3 ,streiten wir jetzt nicht darber6 ,tue das1 worum wir dich gebeten haben1 und erzhle uns vom ,gastmahl6 ,apollodoros3 ,am ,gastmahl nahmen teil 444 ,doch nein1 ich will lieber gleich von ,anfang an es so erzhlen1 wie ich es von ,aristodemos gehrt habe4 ,aristodemos erzhlte also3 er wre eines ,abends ,sokrates begegnet1 und ,sokrates htte gerade gebadet gehabt und1 was selten vorkommt1 ,sandalen getragen4 ,auf die ,frage1 wohin er denn so geputzt ginge1 htte ,sokrates geantwortet3 ,zu ,agathon1 zu einem ,gastmahl6 ,gestern bin ich noch der ,siegesfeier entgangen -- ich mag den ,lrm nicht -- ich habe aber versprochen1 heute zu kommen4 ,und so habe ich mich denn schn gemacht1 damit auch ich schn vor den ,schnen trete4 ,aber du1 wie denkst du darber1 ungeladen mitzugehen8 ,ja1 wenn du glaubst 444 htte er geantwortet4 ,so komm nur mit6 ,wir knnen ja das ,sprichwort drehen und sagen3 ,zum ,mahle des ,guten kommen ungeladen die ,guten6 ,homer dreht es nicht nur um1 sondern hlt sich berhaupt nicht daran3 ,agamemnon ist sein bester ,soldat1 und ,menelaos ist1 wie sagt er doch1 ,menelaos ist ein verwhnter ,speerschtze4 ,doch da ,agamemnon das ,opfer feiert1 kommt ,menelaos ungeladen zum ,opfermahle1 du siehst1 der ,schlechtere kommt hier zum ,mahle des ,besseren4 ,ich frchte1 htte ,aristodemos eingewendet1 ich frchte1 ,sokrates1 du schmeichelst mir1 wenn du das ,sprichwort in deinem ,sinne drehst2 ich bin wohl eher im ,sinne ,homers der arme ,schlucker und gehe ungeladen zum ,mahle des ,weisen und ,edlen6 ,sieh nur zu1 wie du mich dort entschuldigen wirst2 ich will durchaus nicht ungeladen kommen1 ich betrachte mich von dir geladen6 ,whrend wir zusammen gehen1 knnen wir ja berlegen1 was wir anfhren werden4 ,gehen wir nur6 htte ,sokrates geschlossen1 und so wren sie denn beide weitergegangen4 ,sokrates wre aber1 wie ihm ja das fters geschieht1 ganz pltzlich in ,gedanken gekommen und auf dem ,wege immer wieder zurckgeblieben4 ,da ,aristodemos auf ihn warten wollte1 htte ,sokrates ihn nur weitergehen geheien4 ,bis zu ,agathons ,tr wren sie schlielich beide zusammen gegangen4 ,und jetzt wre ,aristodemos etwas ganz ,komisches widerfahren4 ,agathons ,tr htte offen gestanden1 ein ,knabe ihn bei der ,tr empfangen und zu den ,sitzen der andern gefhrt1 die eben im ,begriffe waren1 an das ,essen zu gehen4 ,da aber ,agathon ihn erblickte1 htte er gleich gerufen3 ,aristodemos1 du kommst gerade zurecht1 um noch mit uns zu essen4 ,la alles nur1 bitte1 auf morgen1 wenn du etwa in einer andern ,angelegenheit herkommst6 ,ich habe dich gestern schon berall gesucht1 um dich fr heute einzuladen1 und konnte dich nicht finden4 ,aber warum bringst du ,sokrates nicht mit8 ,ich drehe mich um1 htte ,aristodemos gesagt1 und sehe keinen ,sokrates4 ,ja1 ich bin aber doch mit ,sokrates gekommen1 rief ich1 ,sokrates hat mich aufgefordert1 mit zu euch zu kommen6 ,gut1 gut1 natrlich1 aber wo ist er8 ,ja1 ,sokrates ging hinter mir und kam mit herein1 ich bin jetzt selbst ganz verwundert1 wo er nur geblieben sein mag4 ,sieh du dich nach ,sokrates um1 htte ,agathon einem ,knaben befohlen1 und bring ihn uns6 ,doch du1 ,aristodemos1 lege dich dorthin neben ,eryximachos6 ,ein ,knabe htte ,aristodemos nun die ,fe gewaschen und ,aristodemos sich dann neben ,eryximachos gelegt4 ,der ,knabe aber1 den ,agathon nach ,sokrates geschickt hatte1 wre mit dem ,berichte zurckgekommen3 ,sokrates stehe ganz allein im ,tore des ,nachbarhauses und wolle nicht kommen4 ,unsinn1 gehe noch einmal und la nicht locker6 ,agathon htte noch einmal den ,knaben schicken wollen1 doch ,aristodemos entgegnete3 ,nein1 nein1 lat ,sokrates nur6 ,er macht das oft so und bleibt pltzlich wo stehn4 ,er wird ja gleich kommen4 ,strt ihn nur nicht6 ,nun1 wenn du glaubst2 gab ,agathon nach1 ihr ,knaben aber bringt uns das ,essen4 ,setzt es uns vor1 ganz wie ihr wollt6 ,niemand soll heute die ,aufsicht fhren4 ,ich liebe das nicht4 ,bildet euch ein1 wir wren von euch zu ,tische geladen1 und bedient uns so1 da wir euer ,haus dann loben6 ,und so htten sich denn alle ans ,essen gemacht4 ,sokrates wre aber noch immer nicht gekommen4 ,agathon htte ihn zwar immer wieder holen lassen wollen1 aber ,aristodemos wre weiter dagegen gewesen4 ,endlich wre er doch gekommen1 sogar ohne diesmal so lange wie gewhnlich auf sich warten zu lassen1 sie wren alle noch mitten im ,essen gewesen4 ,und gleich htte ,agathon1 der ganz an der ,ecke allein sa1 ,sokrates zugerufen3 ,zu mir1 ,sokrates1 setze dich zu mir1 damit auch ich etwas von dem ,gedanken1 der dir dort vor der ,tr in den ,wurf kam1 bekomme6 ,du hast dir ihn wohl gefangen und hltst ihn jetzt fest6 ,natrlich1 sonst httest du wohl kaum den ,anstand verlassen6 ,sokrates htte sich auch gleich neben ,agathon gesetzt und ihm erwidert3 ,ich mag mit meinem ,platze wohl zufrieden sein1 wenn also die ,weisheit wirkt1 da sie aus dem ,vollen ins ,leere abfliet1 so wir beide uns nebeneinander halten1 wie ja das ,wasser aus dem vollen ,becher in den leeren fliet1 wenn man ein ,haar zwischen beide legt4 ,ja1 wenn also die ,weisheit wirkt1 dann ehre ich den ,platz neben dir6 ,ich glaube1 neben dir recht voll von deiner reichen und schnen ,weisheit zu werden4 ,denn meine ,weisheit ist mager und zweifelhaft1 zweifelhaft wie ein ,traum4 ,deine ,weisheit hingegen strahlt und hat eine helle ,bahn1 du bist noch so jung1 und sie hat gestern vor mehr als dreiigtausend ,griechen geleuchtet6 ,o ,sokrates1 du bist ein bser ,sptter2 den ,streit ber unsere ,weisheit aber wollen wir spter ausfechten1 und ,dionysos wird ,richter sein4 ,jetzt i nur zuerst6 ,nun htte also auch ,sokrates gegessen1 und da er und die andern fertig waren1 htten alle zuerst dem ,gotte vom ,weine gespendet und die ,lieder gesungen1 und so unter allen den blichen ,gebruchen wre es zum eigentlichen ,trinkgelage gekommen4 ,und ,pausanias nahm gleich das ,wort3 ,wohlan denn1 ,freunde1 da jetzt getrunken werden mu1 so frage ich zuerst1 wie machen wir uns dies heute so leicht wie mglich8 ,damit ich es nur gleich gestehe1 mein ,kopf ist mir noch von gestern schwer1 und ich mu mich heute noch davon erholen4 ,und da ihr alle gestern zugegen waret1 so nehme ich dasselbe von euch an4 ,da hast du recht1 ,pausanias1 fiel ,aristophanes ein1 da hast du recht1 wir mssen uns heute durch irgend etwas vom fortwhrenden ,trinken ablenken4 ,auch ich stak gestern tief im ,weine6 ,das heie ich vernnftig gesprochen1 rief ,eryximachos1 der ,sohn des ,akumenos1 aber nur einen von euch mchte ich noch fragen1 dich1 ,agathon3 ,hast du viel ,lust zum ,trinken8 ,nein1 nein1 sehr wenig6 gab ,agathon zur ,antwort1 und ,eryximachos3 ,nun1 wenn so unsre besten ,zecher versagen1 so ist das fr mich und ,aristodemos und ,phaidros ein groer ,trost1 denn wir drei vertragen nie viel4 ,sokrates nehme ich aus1 denn er kann immer beides1 und darum wird ihm beides recht sein4 ,da also niemand von den ,anwesenden ,lust hat1 viel zu trinken1 so drfte ich gerade heute niemandem zu nahe treten1 wenn ich euch ber die ,trunksucht einmal die ,wahrheit sage4 ,ich bin ,arzt und habe in meiner ,praxis erfahren1 wie schdlich der ,rausch den ,menschen sei4 ,ich selbst mchte also heute weder gerne einfach darauflostrinken1 noch andern dazu raten1 am wenigsten dem1 welchem noch von gestern der ,kopf brummt6 ,eryximachos1 ich folge dir1 du weit es1 immer und besonders dann1 wenn du als ,arzt sprichst1 unterbrach ihn ,phaidros1 der ,myrrhinusier1 heute werden auch die andern auf dich hren1 wenn ihnen an ihrem eigenen ,wohl gelegen ist4 ,und so waren denn alle darin bereingekommen1 heute nicht bis zum ,rausch1 sondern ganz ohne ,zwang zu trinken4 ,und ,eryximachos fuhr fort3 ,da es also abgemacht ist1 da heute jeder nur so viel trinke1 wie er will1 und niemand gezwungen wird1 so schlage ich vor1 wir lassen die ,fltenspielerin1 die eben gekommen ist1 wieder gehen2 sie mag sich selbst oder1 wenn sie es vorzieht1 unsern ,weibern zu ,hause etwas vorspielen2 wir werden uns allein unterhalten und zwar mit ,gesprchen4 ,und wenn ihr es hren wollt1 so werde ich euch sagen1 worber wir reden sollten6 ,alle wollten den ,vorschlag des ,eryximachos hren1 und ,eryximachos sagte ihn3 ,ich beginne wie des ,euripides ,melanippe3 ,nicht ich rede1 sondern ,phaidros spricht durch mich4 ,phaidros sagt mir nmlich jedesmal ganz bitter3 ,ist es nicht arg1 ,eryximachos1 da auf alle ,gtter ,lieder und ,gesnge von den ,dichtern geschrieben werden und da ihrer niemand noch ,eros1 diesen alten und starken ,gott1 im ,liede gepriesen hat8 ,sieh dir die ehrlichsten ,sophisten an3 ,herakles und die andern ,gtter verherrlichen sie in ganzen ,abhandlungen1 denke nur an den ausgezeichneten ,prodikos6 ,und wenn man das noch verstehen kann1 aber ich hatte unlngst ein ,buch in der ,hand1 und darin konnte man ganz ernst ein ,loblied auf den ,nutzen des ,salzes lesen1 und in dieser ,art knntest du noch vieles finden4 ,auf solche ,dinge wird viel ,flei verwendet1 aber bis heute hat noch niemand gewagt1 ,eros zu feiern2 ein so groer ,gott bleibt also ohne ,ehren6 ,phaidros scheint mir recht zu haben4 ,ich will also seinen ,antrag untersttzen und ihm gefllig sein2 ich glaube auch1 gerade jetzt wre unter uns ,stimmung1 den ,gott zu preisen4 ,wenn ihr nun alle meiner ,ansicht seid1 so knnten wir uns nicht angenehmer die ,zeit vertreiben4 ,ich denke1 wir fangen dann von rechts an und jeder spricht etwas zum ,preise des ,gottes1 so gut er es eben kann2 ,phaidros beginnt1 er sitzt ganz oben und hat uns auch zum ,ganzen angeregt4 ,niemand1 ,eryximachos1 wird gegen dich stimmen1 rief ,sokrates1 am wenigsten ich1 der ich immer behaupte1 mich berhaupt nur auf die ,liebe zu verstehen2 ,agathon und ,pausanias sind selbstverstndlich dafr2 ,aristophanes hat es ja immer nur mit ,aphrodite und ,eros zu tun1 alle1 alle hier sind auf deiner ,seite4 ,allerdings sind wir1 die ganz unten sitzen1 ein wenig im ,nachteil1 doch wenn die andern oben gut sprechen1 so werden wir es zufrieden sein4 ,viel ,glck denn1 ,phaidros1 fange an und preise uns den ,gott der ,liebe6 ,alle haben sich ,sokrates angeschlossen und ,phaidros zum ,worte gerufen4 ,was nun jeder sprach1 dessen konnte weder ,aristodemos sich immer genau entsinnen1 noch wei ich selbst alles so deutlich1 wie ,aristodemos es mir erzhlt hat4 ,doch was mir in ihren ,reden wesentlich und denkwrdig erschien1 das alles sollt ihr jetzt hren4 ,phaidros htte also begonnen3 ,ein groer ,gott ist ,eros und wunderbar unter ,menschen und ,gttern1 gro und wunderbar in vielem ,sinne und vor allem dann1 wenn wir an seine ,geburt denken4 ,denn ,eros ist der lteste der ,gtter1 und das allein ist ein ,vorzug4 ,eros hat keinen ,vater und keine ,mutter1 ,dichter und ,laien wissen nichts von seiner ,geburt4 ,hesiod sagt1 am ,anfang sei das ,chaos gewesen und dann die breite ,erde1 der ,wesen ewig sicherer ,sitz und endlich ,eros4 ,und ,parmenides erzhlt von der ,schpfung1 sie habe von allen ,gttern zuerst den ,gott der ,liebe ersonnen4 ,wie ,hesiod denkt auch ,akusilaos1 und so gilt denn ,eros wirklich vielen als der lteste ,gott4 ,und darum ist er auch der ,spender hchster ,gaben4 ,ich wte denn auch keine hhere ,gabe als einem ,jngling den treuen ,freund und diesem den ,geliebten4 ,was allen ,menschen1 die edel ihr ,leben fhren wollen1 immer notwendig sein soll1 das knnen diesen nicht ,geburt1 nicht ,ehre1 nicht ,reichtum so reich geben1 wie die ,liebe es gibt4 ,denn die ,liebe allein gibt die ,scham vor dem ,laster und den ,ehrgeiz alles ,edlen1 und ohne beide vermag eine ganze ,stadt1 vermag der ,einzelne nicht das ,groe zu wirken4 ,ich meine1 wenn ein ,jngling irgend etwas ganz ,schlechtes getan hat oder seine ,feigheit den ,gegner nicht wehren wollte1 so wird die offene ,scham ihn vor seinen ,eltern oder ,gefhrten lange nicht so wie vor dem ,geliebten schmerzen4 ,und wenn der ,geliebte bei etwas ,schlechtem ertappt wird1 so empfindet er vor niemandem so bitter die ,schande wie vor dem ,freunde6 ,die ,freunde und die ,geliebten -- ja sollte es mglich sein1 aus beiden eine ganze ,stadt oder ein ganzes ,heer zu bilden1 so knnten eine so gemeinsame ,abscheu vor dem ,laster und ein so selbstloser ,ehrgeiz das ,staatswesen nicht besser verwalten1 und wenn sie gemeinsam in die ,schlacht zgen1 mten sie1 wenn ihrer auch nur wenige wren1 alle anderen1 ich sage gleich1 die ganze ,welt besiegen4 ,ein ,jngling1 der die ,waffen wegwirft und die ,schlachtreihe verlt1 wrde wohl von allen anderen besser als von dem ,geliebten empfangen werden und eher sterben1 bevor er dies tte4 ,oder gar den ,geliebten verlassen1 ihm in der ,gefahr nicht beispringen3 so feige ist niemand -- jeden hat die ,liebe so mit gttlichem ,mute begabt1 da er sich dann mit dem ,khnsten messe4 ,und wenn der ,gott1 wie ,homer ungeschickt sagt1 einigen ,helden den ,mut einhaucht1 so schenkt ,eros sich selbst den ,liebenden als ,mut4 ,und nur ,liebende wollen freinander sterben1 und das tun nicht nur ,mnner1 sondern sogar die ,frauen4 ,alkestis1 des ,pelias ,tochter1 hat es vor allen ,griechen bewiesen4 ,sie1 sie allein wollte fr ,admet in den ,tod gehen1 und doch lebten diesem noch ,vater und ,mutter4 ,ja1 ,alkestis stand um ihrer ,liebe willen so hoch ber diesen1 da sie fr immer dartat1 wie ,eltern im ,grunde und zuletzt dem ,sohne doch fremd wren und ihm nur den ,namen gben4 ,und der ,alkestis ,tat war auch vor den ,gttern so edel1 da liebend diese der ,alkestis ,seele aus dem ,hades lieen1 eine ,gnade1 welche nur wenigen und nur denen1 die ,hchstes vollbracht haben1 ,gtter gewhren4 ,so ehren die ,gtter den ,eifer und ,mut der ,liebe4 ,orpheus dagegen1 den ,sohn des ,oiagros1 lieen sie erfolglos aus dem ,hades gehen1 die ,gtter zeigten ihm nur den ,schatten des ,weibes1 um das er kam1 ,eurydike selbst gaben sie nicht zurck1 denn ,orpheus war ein ,musiker und feige1 und statt um der ,liebe willen gleich ,alkestis zu sterben1 wollte er es erzwingen1 lebend unter die ,schatten zu treten4 ,darum sandten die ,gtter ihm die ,strafe und lieen ihn von den ,mnaden1 von ,weibern1 zerfleischen4 ,achilleus aber1 den ,sohn der ,thetis1 ehrten sie1 und ihn sandten sie hin nach den ,inseln der ,seligen4 ,aus der ,mutter ,munde hatte der ,held erfahren1 da er whlen msse3 ,wenn du ,hektor ttest1 so mut du jung in ,troja sterben1 doch wenn du ihn schonst1 so kehrst du nach der ,heimat zurck und scheidest als ,greis vom ,leben4 ,achilleus war stark und whlte den frhen ,tod und rchte ,patroklos1 der ihn geliebt hatte1 er starb nicht fr ihn1 nein1 er starb dem toten ,freunde nach4 ,und weil ,achilleus den ,freund so hochhielt1 darum haben berschwenglich ihn die ,gtter geliebt und geehrt4 schylos schwatzt1 wenn er behauptet1 ,patroklos sei der ,geliebte und ,achilleus der ,freund gewesen1 denn ,achilleus war nicht nur schner als ,patroklos1 er war schner als alle anderen ,helden und hatte1 wie auerdem ,homer sagt1 noch keinen ,bart und war der jngere4 ,es ehren die ,gtter ja berall den ,mut in der ,liebe1 aber sie staunen mehr und spenden reicher die ,gnade1 wenn der ,geliebte dem ,freunde1 als wenn der ,freund dem ,geliebten die ,liebe beweist4 ,denn der ,freund ist gttlicher als der ,geliebte4 ,der ,freund trgt den ,gott in sich4 ,und darum haben die ,gtter ,achilleus mehr geehrt als ,alkestis1 und ,achilleus und nicht ,alkestis haben sie nach den ,inseln der ,seligen geschickt4 ,ich schliee und sage1 ,eros ist von allen ,gttern der lteste und ehrwrdigste und der hohe ,herr aller1 die im ,leben und nach dem ,tode zur ,tugend und zum ,heile kommen wollen4 ,so also hatte ,phaidros gesprochen4 ,auf ihn sind noch einige andere gefolgt -- ,aristodemos erinnerte sich ihrer ,worte nicht mehr -- bis dann ,pausanias an die ,reihe kam3 ,indem du1 ,phaidros1 ,eros so einfach den ,preis sprachest1 hast du dir die ,aufgabe1 wie mir scheint1 nicht richtig gestellt4 ,ja1 wenn es nur einen ,eros gbe1 wrde ich nichts einzuwenden haben4 ,nun gibt es aber nicht nur einen ,eros1 und darum ist es wohl unerllich1 vorauszuschicken1 welchen wir preisen sollen4 ,ich will also versuchen1 dich zu berichtigen1 das heit3 ich werde zuerst sagen1 welchen ,eros wir preisen sollen1 und dann erst werde ich den ,wrdigen wrdig preisen4 ,wir alle wissen1 da ,aphrodite nie ohne ,eros ist4 ,wenn es nun nur eine ,aphrodite gbe1 so htten wir nur einen ,eros4 ,nun gibt es aber zwei ,gttinnen der ,liebe1 und darum haben wir notwendig auch zwei ,eroten4 ,zwei ,gttinnen der ,liebe also3 die ltere mutterlose ,tochter des ,uranos1 sie heit die himmlische ,aphrodite1 und dann die jngere1 des ,zeus und der ,dione ,tochter1 die irdische ,aphrodite4 ,und darum mssen wir den ,eros1 der diese begleitet und dieser hilft1 den irdischen ,eros1 und den1 der jene begleitet und jener hilft1 den himmlischen ,eros nennen4 ,weiter1 im allgemeinen knnen wir ja gar nicht anders als alle ,gtter preisen1 aber hier mssen wir klar zu machen versuchen1 welcher ,preis jedem der beiden ,gtter gebhre4 ,es gilt ja berall3 ,eine ,handlung ist niemals an und fr sich gut oder an und fr sich schlecht4 ,was immer wir jetzt hier tun1 ob wir nun trinken1 singen oder ,reden halten1 alles das knnte niemals an und fr sich1 aus sich heraus gut sein1 denn die ,art und ,weise entscheidet4 ,wenn wir ehrlich und edel handeln1 so ist die ,handlung gut1 wenn wir niedrig handeln1 schlecht4 ,und so ist auch ,eros und jede ,bettigung der ,liebe an und fr sich1 im allgemeinen weder ein ,edles noch wrdig gepriesen zu werden1 sondern nur derjenige ist es1 der edel zu lieben wei4 ,der ,eros der irdischen ,aphrodite ist nun wirklich irdisch und berall und gemein und zufllig4 ,und alles ,gemeine bekennt sich zu ihm4 ,der ,gemeine liebt wahllos ,weiber und ,knaben1 und er liebt immer nur den ,leib1 er liebt vor allem die geistig noch unentwickelten ,knaben1 da er eben nur den ,zweck will und die ,art ihn nicht kmmert4 ,so handelt er denn auch immer ganz zufllig1 heute gut und morgen schlecht1 und liebt1 was ihm begegnet4 ,seine ,gttin ist die jngere1 und an der ,zeugung und ,geburt der irdischen ,aphrodite hatten der ,mann und das ,weib1 beide ,geschlechter1 teil4 ,die hohe ,liebe stammt von der himmlischen ,aphrodite1 und die himmlische ,aphrodite war aus dem ,manne frei geschaffen und ist die ltere und voll ,ma und gebndigt4 ,und darum also streben sehnend alle ,jnglinge und ,mnner1 welche diese ,liebe begeistert1 zum mnnlichen1 zum eigenen ,geschlechte hin3 sie lieben die strkere ,natur und den hheren ,sinn4 ,aber auch hier in der ,mnnerliebe mssen wir von anderen scharf diejenigen scheiden1 die nur von der hohen ,liebe und nur von ihr gefhrt werden4 ,sie lieben die ,jnglinge erst1 wenn diese selbstndig zu denken beginnen1 es ist das im allgemeinen um die ,zeit1 da diesen der ,bart keimt4 ,und wer hier den ,jngling zu lieben beginnt1 wird dann auch bereit sein1 sein ganzes ,leben mit dem ,geliebten gemeinsam zu fhren1 und wird ihn nicht betrgen und auslachen und davon zu einem andern laufen1 etwas1 das immer vorkommt1 wenn er den ,geliebten1 da dieser beinahe noch ein ,kind war1 genommen hat4 ,ich meine1 es sollte ein ,gesetz geben1 das da verbietet1 ,knaben zu lieben1 damit nicht so ins ,ungewisse hinein viel ,leidenschaft verschwendet werde4 ,man kann nie wissen1 wie ein ,knabe sich an ,geist und ,krper entwickeln werde4 ,der ,edle wird sich dieses ,gesetz selbst geben1 die anderen sollten wir dazu zwingen1 wie wir sie ja auch1 soweit es da berhaupt mglich ist1 zwingen1 freie ,frauen nicht zu schnden4 ,denn diese ,niedrigen sind es1 die unsere hohe ,liebe so in ,verruf gebracht haben1 da man jetzt berall hrt1 der ,geliebte drfe dem ,freunde nicht zu ,willen sein4 ,man denkt da natrlich nur an sie und sieht ihre ,taktlosigkeit und ihr ,unrecht1 und alles ,regellose und ,ungesetzliche verdient ja mit ,recht ,tadel4 ,in den anderen ,stdten sind die ,anschauungen von der ,liebe leicht zu verstehen3 alles ist da einfach und bestimmt2 nur hier bei uns und in ,lakedaimon scheinen sie schwierig und verwickelt4 ,in ,elis und ,botien1 berall also1 wo die ,leute nicht sonderlich redegewandt sind1 heit es kurz3 dem ,freunde zu ,willen sein ist gut1 und kein ,mann und kein ,jngling wird anders denken4 ,denn durch diese ,bestimmtheit meiden sie ein fr allemal die ,gefahr1 die ,geliebten erst berreden zu mssen1 denn reden -- das knnen sie nun einmal nicht4 ,in ,jonien dagegen und berall bei den ,barbaren gilt unsere ,liebe einfach fr eine ,schande4 ,unter ,barbaren verdammt sie die ,tyrannis1 wie diese ja schlielich auch die ,philosophie und ,krperbildung verurteilt4 ,denn dem ,tyrannen kann es nicht sehr frderlich sein1 wenn seinen ,kreaturen der ,verstand wchst und unter diesen starke ,freundschaftsbnde entstehen1 denn gerade solche bildet gerne die ,liebe4 ,unsere ,tyrannen haben es am eigenen ,leibe erfahren3 die ,liebe des ,harmodios und ,aristogeiton ist stark geworden und hat deren ,herrschaft gebrochen4 ,noch einmal also1 immer dort1 wo es fr eine ,schande gilt1 dem ,freunde zu ,willen zu sein1 spricht nur die ,niedrigkeit der ,anschauungen1 das heit3 die ,herrschsucht des ,tyrannen und die ,feigheit des ,sklaven2 wo es aber ohne ,umstnde fr selbstverstndlich gilt wie in ,elis und ,botien1 dort ist die ,sitte eben noch roh4 ,bei uns nun ist die ,sitte edler und1 wie ich schon gesagt habe1 nicht leicht verstndlich4 ,man denke nur1 es gilt fr edler1 offen zu lieben als verstohlen1 fr edler1 die ,vornehmsten und ,tchtigsten1 auch wenn sie weniger schn wren als andere1 zu lieben1 man denke weiter1 in wunderbarer ,weise gibt alles dem ,liebenden recht und ermutigt ihn wie einen1 der durchaus nicht schlecht handelt2 ja1 wer den ,geliebten gewinnt1 hat recht getan1 und wer es nicht vermag1 trgt den ,schimpf davon4 ,und damit der ,freund sein ,ziel erreiche und den ,geliebten gewinne1 gibt unsere ,sitte ihm ,freiheiten1 das ,wunderlichste unter dem ,beifall aller zu tun1 ,dinge zu tun1 die ihm ,schande brchten1 wenn sie einem anderen ,zweck dienten4 ,denn wollte jemand1 um sich ,geld zu machen oder einen guten ,posten zu erhalten oder im ,staate zu ,einflu zu kommen1 alles das tun1 was der ,freund fr den ,geliebten tut1 wollte er da ebensoviel bitten und flehen1 ,eide schwren und vor den ,tren liegen1 kurz sich niedriger als der letzte ,sklave gebrden1 ,freund und ,feind wrden sich dagegen erheben3 seine ,feinde wrden ihn der ,kriecherei und ,feigheit zeihen1 seine ,freunde sich seiner schmen und ihm helfen4 ,den ,liebenden aber begleitet berallhin die ,gunst aller1 und alles ist ihm nach unserer ,sitte erlaubt1 ja er handelt nach ihr sogar besonders khn4 ,und was ganz ungeheuer klingt1 die ,gtter1 heit es1 verzeihen ,liebenden und nur ihnen den gebrochenen ,eid4 ,die ,liebe schwrt keine ,eide1 hrt man die ,leute sagen4 ,so geben ,gtter und ,menschen den ,liebenden alle ,mittel frei1 und das und nichts anderes sagt unsere ,sitte4 ,nach ihr also mten wir alle berzeugt sein1 es gelte in unser ,stadt allgemein fr ein ganz auerordentlich ,edles1 zu lieben und geliebt zu werden4 ,und doch verbieten die ,vter ihren ,shnen1 mit dem1 der ihrer ,liebe begehren sollte1 sich ins ,gesprch einzulassen und halten ihnen darum ,hauslehrer1 ja wenn dies vorkommt1 so rgen es auch die ,altersgenossen und ,gespielen1 und ltere erheben dagegen keinen ,einspruch und geben den ,gespielen recht1 wenn diese sie rgen3 nun1 wer das wiederum sieht1 der mu dann im ,gegenteil glauben1 unsere ,liebe sei auch hier eine groe ,schande4 ,dieser ,widerspruch lst sich meiner ,ansicht nach also3 wie ich schon gesagt habe3 es gibt eben nicht einfach etwas1 was an und fr sich gut1 und ein anderes1 was an und fr sich schlecht wre1 alles hngt von der ,art und ,weise unseres ,handelns ab4 ,es ist niedrig1 dem ,niedrigen1 und edel1 dem ,edlen zu ,willen zu sein4 ,niedrig ist jener ,adept der gemeinen ,liebe1 welcher den ,leib mehr als die ,seele liebt1 denn er ist ohne ,treue1 da er ein so treuloses1 wechselndes ,ding wie den ,leib liebt4 ,wenn der ,leib1 den er begehrt hat1 verblht1 dann luft er davon und schmt sich seiner vielen ,worte und ,versprechen4 ,nur wer die edle ,gesinnung liebt1 hat sich dem ,dauernden verbunden und bleibt treu4 ,und diesen1 den ,treuen will unsere ,sitte prfen4 ,darum fordert sie die ,geliebten auf1 zu fliehen1 und die ,freunde1 diesen nachzustellen2 in diesem ,kampf will sie den ,geliebten1 will sie den ,freund erproben4 ,da gilt es ihr dann fr niedrig1 sich schnell und leicht fangen zu lassen4 ,es soll zuerst eine gewisse ,zeit verstreichen2 die ,zeit stellt ja alles auf die ,probe4 ,da gilt es ihr weiter fr niedrig1 durch ,geld oder politischen ,einflu sich gewinnen zu lassen1 ob nun der ,geliebte unter dieser ,roheit leidet1 ohne doch sich frei machen zu knnen1 oder ob er sich bestechen lt und keine ,verachtung dafr hat4 ,denn abgesehen davon1 da unter diesen ,voraussetzungen nie eine wahre ,freundschaft sich bilden kann1 so vermag alles das berhaupt nicht zu halten und zu dauern4 ,und so bleibt nach unserer ,anschauung nur ein ,weg dem ,geliebten brig1 seinem ,freunde in edlem ,sinne zu ,willen zu sein1 nur ein ,weg3 denn genau so wie dem ,freunde kein ,dienst1 den er fr den ,geliebten tut1 als schmeichlerisch und schandbar ausgelegt wird1 wird dann dem ,geliebten nur ein ,dienst frei und ohne ,schimpf bleiben3 der ,geliebte wird um der ,tugend willen dienen4 ,und bei uns ist denn auch die ,sitte wirklich durchgedrungen3 wenn dem ,freunde der ,geliebte in der ,absicht1 weiser und besser zu werden1 dient1 so ist diese ,dienstbeflissenheit nichts ,schlechtes1 nicht ,kriecherei1 wie man oft hrt4 ,und wenn es wahrhaft edel werden soll1 da der ,geliebte dem ,freunde sich hingibt1 so mssen unsere ,anschauung von der ,liebe und jene von der ,philosophie und jeder anderen inneren ,tchtigkeit sich decken4 ,wenn also unsere ,freunde und unsere ,geliebten sich dort begegnen werden1 wo der ,freund dem ,geliebten durchaus uneigenntzig zur ,seite steht und der ,geliebte dem ,freunde1 der ihn weise und edel gemacht hat1 sich willig unterordnet1 wo weiter der ,freund als der ,strkere wirklich die ,gesinnung und jede ,ttigkeit des ,geliebten frdert1 und der ,geliebte als der ,schwchere die ,bildung und ,einsicht vom ,freunde annimmt1 wenn also ,freund und ,geliebter1 jeder dem eigenen ,gesetze gehorchend1 so das ,gemeinsame finden1 so wird es hier nicht anders heien knnen1 als es ist edel1 da der ,geliebte dem ,freunde zu ,willen sei4 ,hier ist es auch keine ,schmach1 sich zu tuschen und betrogen zu werden4 ,in allen anderen ,fllen trgt der ,geliebte die ,schande davon1 ob er nun betrogen wird oder nicht4 ,denn wenn der ,geliebte dem ,freunde um dessen ,reichtum willen sich hingibt und dann betrogen wird1 so ist das schamlos und bleibt es1 wenn der ,freund sich spter als arm erweisen sollte2 denn er hat bewiesen1 da er sich fr ,geld auch jedem andern unterordnen wrde1 und das ist immer gemein4 ,umgekehrt aber und nach derselben ,anschauung3 wenn der ,geliebte1 um besser zu werden1 dem ,freunde zu ,willen ist und dann betrogen wird1 da der ,freund sich als niedrig erweist1 so ist dennoch diese ,tuschung ein durchaus ,edles4 ,der ,geliebte hat1 soweit es von ihm abhing1 bewiesen1 da er der ,tugend zuliebe und um besser zu werden zu allem bereit sei1 und ich kenne nicht1 was edler wre4 ,so ist es also1 noch einmal1 durchaus edel1 um der ,tugend willen sich hinzugeben4 ,das also ist der ,eros der himmlischen ,gttin1 auch er kommt vom ,himmel und ist von groem ,werte fr die ,stadt und den einzelnen1 denn er gibt dem ,freund und dem ,geliebten beiden jene groe ,sorge um die eigene innere ,tchtigkeit4 ,wer von dieser ,sorge nichts wei1 der bekennt sich zum irdischen ,eros4 ,und das ist es1 ,phaidros1 was ich1 so gut es aus dem ,stegreif ging1 zum ,preise des ,gottes beitragen konnte4 ,nach ,pausanias1 erzhlte ,aristodemos1 htte ,aristophanes sprechen sollen4 ,ob es nun die ,folge davon war1 da er gestern zu viel getrunken hatte oder eine andere ,ursache hatte1 ,aristophanes hatte ,schlucken und konnte nicht gut sprechen4 ,so sagte er denn zu ,eryximachos -- er sa gerade vor dem ,arzt ,eryximachos --3 ,eryximachos1 du mut mir entweder den ,schlucken nehmen oder fr mich sprechen1 bis ich ihn verloren habe4 ,du kannst ja beides4 ,eryximachos antwortete3 ,ich will dir beides tun4 ,ich werde jetzt fr dich eintreten1 und du kannst dann fr mich reden4 ,und wenn du1 whrend ich rede1 den ,atem anhltst1 wird der ,schlucken vergehen4 ,sonst nimm etwas ,wasser und gurgle6 ,sollte er aber sehr heftig sein1 so reize mit etwas die ,nase und bringe dich zum ,niesen6 ,wenn du das ein- oder zweimal tust1 so mu er aufhren1 und wenn er noch so heftig wre4 ,danke1 ich werde alles tun2 sprich du nur gleich6 sagte ,aristophanes4 ,eryximachos begann also3 ,pausanias hat zwar gut begonnen1 aber nicht richtig geschlossen1 und darum mu ich seine ,rede wohl noch vollenden4 ,da er zwischen zwei ,arten des ,eros unterschied1 war richtig4 ,da aber ,eros nicht nur in der ,sehnsucht der ,seele nach schnen ,jnglingen1 sondern in jeder ,begierde1 in allem ,sehnen herrscht und im ,tier1 in der ,pflanze1 in der ganzen ,natur lebt1 das glaube ich gerade in der ,heilkunst1 in meiner ,kunst1 erfahren zu haben4 ,gro und wie ein ,wunder reicht dort in alles ,gttliche und ,menschliche dieser ,gott4 ,und um meine ,kunst zu ehren1 beginne ich auch gleich mit der ,heilkunst4 ,die ,natur birgt hier die beiden ,arten des ,eros in sich1 und ich meine das so3 das gesunde und das kranke ,element im ,krper sind1 wie wir alle wissen1 zwei verschiedene1 zwei entgegengesetzte ,dinge4 ,das eine begehrt nach dem1 nach welchem das andere nicht begehrt4 ,anders wirkt die ,liebe im gesunden und anders die ,liebe im kranken ,element4 ,pausanias hat oben ausgefhrt1 da es edel sei1 den ,edlen1 und niedrig1 den ,niedrigen zu ,willen zu sein3 nun und genau so ist es hier gut1 die gesunden ,elemente der ,natur1 und schlecht1 die kranken zu frdern1 und das heit ,heilkunst1 und das mu der ,arzt verstehen4 ,um es gleich zusammenzufassen1 die ,heilkunst lehrt uns die beiden ,neigungen der ,natur kennen3 die ,neigung1 ,elemente aufzunehmen und die ,neigung1 ,elemente abzustoen1 und wer hier die gesunde ,neigung von der kranken zu unterscheiden wei1 der ist der beste ,arzt1 und wer noch dazu die eine ,neigung durch die andere zu ersetzen1 hier die gesunde ,neigung zu erregen1 dort die kranke zu vernichten wei1 der ist der ,meister4 ,denn die feindlichen ,elemente in der ,natur mssen wir miteinander vershnen1 wir mssen in ihnen ,neigung zueinander erwecken4 ,die feindlichen ,elemente -- das sind die groen ,gegenstze in der ,natur3 das ,kalte ist dem ,warmen1 das ,bittere dem ,sen1 das ,trockene dem ,feuchten entgegengesetzt4 ,und unter diesen ,gegenstzen ,neigung1 den ,eros erwecken -- das verstand ,asklepios1 unser ,ahnherr1 und aus dieser ,erkenntnis bildete er1 wie die ,dichter sagen und wie ich es durchaus glaube1 unsere ,kunst4 ,die ganze ,heilkunst wird ja von diesem ,gott beherrscht1 die ,heilkunst und1 damit ich es hier nicht vergesse1 die ,lehre von der ,krperbildung und der ,ackerbau4 ,und wer nur ein wenig nachdenkt1 fr den gilt dasselbe von der ,musik4 ,herakleitos hat es schon sagen wollen und sich nur schlecht ausgedrckt1 wenn er behauptet1 da alles ,zwiespltige sich wieder eine1 wie in der ,form ,bogen und ,leier sich einen4 ,es ist zunchst zwar unsinnig1 von einer zwiespltigen ,einheit zu sprechen und zu sagen1 da eine ,einheit aus ,zwiespltigem bestehe4 ,aber vielleicht wollte ,herakleitos nur sagen1 da ,hoch und ,tief zuerst1 in der ,natur also1 zwiespltig seien und in der ,musik sich dann einen4 ,denn ganz unmittelbar gibt es keine ,einheit von ,hoch und ,tief4 ,alle ,einheit ist ,zusammenklang und der ,zusammenklang bereinstimmung4 ,solange aber noch zwei ,dinge zwiespltig sind1 so knnen sie nicht bereinstimmen1 und das ,widersprechende wieder kann unmittelbar keine ,einheit bilden4 ,auch der ,rhythmus entsteht erst dadurch1 da die zwei ,mae1 ,schnell und ,langsam1 zuerst einander widersprechen mssen und dann bereinstimmen4 ,und diese bereinstimmung bringt hier die ,musik in die ,dinge1 genau so wie dort die ,heilkunde sie in die ,dinge gebracht hat3 die ,musik erregt die ,neigung1 den ,eros unter allem ,zwiespltigen4 ,ich verstehe also unter ,musik die ,wissenschaft von der ,neigung der ,gegenstze1 der ,gegenstze von ,hoch und ,tief1 ,schnell und ,langsam4 ,in diesem abstrakten ,verhltnis von ,einheit und ,rhythmus ist der ,gott nicht schwer zu erkennen1 hier herrscht noch nicht der doppelte ,eros4 ,wenn wir aber auf den ,menschen diese ,begriffe von ,einheit und ,rhythmus anwenden und sie auf ,dichtung und ,gesang1 auf das also1 was unsere ,erziehung bildet1 beziehen sollen1 so wird die ,sache schwierig und bedarf eines tchtigen ,meisters4 ,und hier gilt dann der ,satz des ,pausanias3 wir mssen der ,liebe der mavollen ,menschen und aller1 die zur ,einheit noch kommen wollen1 zu ,willen sein1 sie mssen wir hten und zchten1 denn es ist das der reine himmlische ,gott1 der ,gott der ,muse ,urania4 ,die irdische ,liebe1 den ,gott der ,muse ,polyhymnia1 drfen wir nur mit ,vorsicht anwenden1 damit die ,lust1 die der ,mensch aus ihr schpft1 ihm nicht alles ,ma nehme2 es ist ja fr uns rzte auch sehr wichtig1 dafr zu sorgen1 da der ,mensch alle ,gensse der ,kochkunst ohne ,schaden geniee4 ,und so mssen wir denn in der ,musik1 in der ,heilkunst1 in allem ,gttlichen und ,menschlichen berall die beiden ,arten des ,eros beobachten3 denn sie stecken in den ,dingen selbst1 beide ,eroten stecken in den ,dingen4 ,und weiter -- auch im ,verhltnis der ,jahreszeiten leben sie1 der echte ,eros und der falsche4 ,wenn der echte ,eros sich zwischen warm und kalt1 zwischen trocken und feucht zeigt und hier alles ,zwiespltige sich eint und weise mischt1 so bringt das ,jahr ,segen und ,gesundheit fr ,mensch und ,tier und ,gewchs4 ,wenn aber der falsche1 malose ,eros ber den ,jahreszeiten waltet1 so vernichtet er viel und bringt ,schaden2 dann entstehen groe ,seuchen unter den ,tieren1 und viele bse ,krankheiten bilden sich an den ,pflanzen1 und der ,reif und ,hagel und ,brand kommen1 wenn alles sich zu gierig und malos liebt4 ,ich verstehe unter der ,wissenschaft1 welche die ganze ,liebe in der ,natur auf den ,lauf der ,sterne und den ,wechsel der ,jahreszeiten bezieht1 die ,astronomie4 ,endlich aber haben wir noch die ,opfer und die ,kunst der ,seher -- alles also1 wodurch die ,gtter mit den ,menschen verkehren -- damit diese ber der ,liebe wachen und sie heilen4 ,alle ,gottlosigkeit kommt daher1 da der ,mensch in seinem ,verhltnis zu seinen ,eltern1 den verstorbenen oder lebenden1 und zu seinen ,gttern dem echten ,eros sich nicht hingibt und den falschen ehrt1 dem falschen dient4 ,es ist die ,pflicht der ,seher1 auf ,eros acht zu haben und den falschen zu heilen2 denn die ,kunst der ,seher ist da1 damit sie ,freundschaft zwischen den ,gttern und den ,menschen schaffe und erkenne1 ob alles ,lieben der ,menschen nach den ,satzungen und zur ,frmmigkeit strebe4 ,so hat denn viel und groe1 ja alle ,macht der ganze ,eros1 und indem er alle guten ,dinge klug und gerecht vollendet1 hat er die grte ,macht und bringt uns das ganze ,heil und macht uns fhig1 untereinander und denen1 die mehr sind als wir1 den ,gttern ,freunde zu sein4 ,vielleicht habe ich1 da ich den ,gott pries1 vieles bersehen1 aber dann ist es gegen meinen ,willen geschehen4 ,deine ,aufgabe1 ,aristophanes1 mag es sein1 die ,lcken zu fllen4 ,und wenn du berhaupt im ,sinne hast1 den ,gott zu preisen1 so tue es gleich1 da ja dein ,schlucken vergangen ist6 ,aristophanes griff das gleich auf und erwiderte3 ,ja1 ja1 der ,schlucken hat jetzt wirklich aufgehrt4 ,ich konnte ihm allerdings erst mit dem ,niesen beikommen und wundere mich eigentlich1 da die ,zucht unseres ,leibes1 von der du sprachst1 soviel ,umstnde wie das ,niesen braucht4 ,jedenfalls hat er aber ganz aufgehrt1 da ich dieses ,mittel anwandte6 ,aber mein ,bester1 gib nur acht auf dich1 sprach ,eryximachos1 statt zu reden machst du ,witze und zwingst mich1 deine ,rede zu kontrollieren4 ,denn am ,ende wirst du wieder nur etwas ,komisches aufbringen1 obwohl du doch ganz ernst bleiben kannst4 ,du hast recht1 lachte ,aristophanes1 vergi1 was ich gesagt habe6 ,aber bitte1 nimm es nicht zu genau1 denn ich frchte1 was ich sagen werde1 wird nicht komisch -- das wre ja schlielich noch ein ,gewinn und kme auf die ,rechnung meiner ,kunst --1 ich frchte1 es wird nur lcherlich6 ,o du willst mich treffen und mir so entgehen6 erwiderte ,eryximachos4 ,doch nimm dich in acht und rede so1 da du ,rechenschaft von deiner ,rede geben kannst6 ,vielleicht spreche ich dich dann frei4 ,und doch1 begann ,aristophanes1 und doch1 ,eryximachos1 habe ich im ,sinne1 von ,eros ganz anders als du und ,pausanias zu reden4 ,mich dnkt1 die ,menschen haben die groe ,macht dieses ,gottes noch gar nicht recht wahrgenommen2 denn sie wrden ihm sonst ,tempel und ,altre gebaut haben und die grten ,opfer darbieten4 ,bis heute haben sie nichts von allem1 was htte geschehen sollen1 getan4 ,wie kein anderer ,gott liebt doch ,eros die ,menschen1 ,eros ist der ,menschen ,helfer1 der ,menschen ,arzt und das hohe ,heil jener1 die an ihm gesundet sind4 ,und von seiner ,macht will ich zu euch reden1 und ihr mgt es die anderen dann lehren4 ,erfahret denn zuerst von der menschlichen ,natur und deren ,leiden6 ,die menschliche ,natur war ja einst ganz anders4 ,ursprnglich gab es drei ,geschlechter1 drei und nicht wie heute zwei3 neben dem mnnlichen und weiblichen lebte ein drittes ,geschlecht1 welches an den beiden ersten gleichen ,teil hatte2 sein ,name ist uns geblieben1 das ,geschlecht selbst ist ausgestorben4 ,ich sage1 dieses mann-weibliche ,geschlecht hatte einst die ,gestalt und den ,namen des mnnlichen und weiblichen ,geschlechtes zu einem einzigen vereinigt1 und heute ist uns von ihm nur der ,name erhalten1 und der ,name ist ein ,schimpfwort4 ,weiter1 die ganze ,gestalt jedes ,menschen war damals rund1 und der ,rcken und die ,seiten bildeten eine ,kugel4 ,der ,mensch hatte also vier ,hnde und vier ,fe1 zwei ,gesichter drehten sich am ,halse1 und zwischen beiden ,gesichtern stak ein ,kopf1 aber der ,kopf hatte vier ,ohren4 ,der ,mensch besa die ,schamteile doppelt1 und denkt den ,vergleich fr euch selbst aus3 auch alles andere war demgem doppelt6 ,der ,mensch ging zwar aufrecht wie heute1 aber nach vorwrts und nach rckwrts1 ganz wie es ihm gefiel4 ,und wenn er laufen wollte1 dann machte er's wie die ,gaukler1 die kopfber ,rder schlagen3 er lief dann mit allen acht ,gliedern1 und so im ,rade auf ,hnden und ,fen kam er allerdings schneller vorwrts als wir heute4 ,noch einmal1 es gab einst drei ,geschlechter1 und das mnnliche hatte seinen ,ursprung in der ,sonne1 das weibliche in der ,erde1 das dritte1 welches den beiden ersten gemeinsam ist1 hatte ihn im ,mond1 denn auch der ,mond teilt sich zwischen ,sonne und ,erde4 ,und gleich den ,gestirnen1 denen sie eingeboren sind1 waren sie rund1 und auch ihre ,bahn1 wenn ihr wollt1 lief im ,kreise4 ,gro und bermenschlich war ihre ,strke1 ihr ,sinnen war verwegen1 ja sie versuchten sich sogar an den ,gttern4 ,was ,homer von ,ephialtos und ,otos erzhlt1 sagt man auch von diesen ,menschen3 sie wagten den ,weg zum ,himmel hinauf und wollten sich an den ,gttern vergreifen4 ,und ,zeus und alle ,gtter erwogen1 was sie dagegen tun sollten1 und waren recht in ,verlegenheit1 denn sie konnten weder alle ,menschen tten und wie einst die ,giganten mit dem ,blitze das ganze ,geschlecht niederschlagen -- da wre es auch mit allem ,gtterdienst und allen ,altren vorbei -- noch deren bermut hingehen lassen4 ,da fiel es aber ,zeus ein1 und er rief3 ,ich habe das ,mittel6 ,ich habe das ,mittel gefunden1 die ,menschen leben zu lassen und doch ihrem bermut fr immer ein ,ende zu machen3 ich werde jeden ,menschen in zwei ,teile schneiden4 ,sie werden uns dadurch nicht nur zahmer1 sondern auch von grerem ,nutzen sein1 denn ihre ,zahl wird gerade noch einmal so gro4 ,die ,menschen werden von nun an auf zwei ,beinen und nur aufrecht gehen4 ,sollte ihnen aber noch bermut brig geblieben sein1 und sollten sie noch immer keine ,ruhe geben1 so schneide ich jeden noch einmal entzwei3 sie mgen dann auf einem ,beine gehen und hpfen4 ,und wie ,zeus sprach1 so handelte er auch3 er nahm die ,menschen her und schnitt jeden in zwei ,teile1 wie man ,birnen1 um sie einzukochen1 entzwei schneidet4 ,und so oft er einen entzwei hatte1 lie er ihm durch ,apollon das ,gesicht und den halben ,hals nach der ,schnittflche zu umdrehen1 damit der ,mensch von nun an1 indem sein ,blick auf sie gerichtet ist1 zchtiger sei4 ,auch alles andere1 was durch den ,schnitt wund ward1 lie ,zeus durch ,apollon heilen4 ,apollon zog also die ,haut nach dem sogenannten ,magen hin zusammen und band sie in der ,mitte des ,magens wie einen ,schnrbeutel ab und lie eine ffnung1 und diese ffnung ist unser ,nabel4 ,apollon glttete dann die vielen ,falten1 die dadurch entstanden waren1 und bildete die ,brust1 indem er sich dazu eines ,werkzeuges bediente1 wie es die ,schuster heute beim ,gltten des ,leders haben4 ,nur um den ,nabel und ber dem ,magen lie er einige ,falten brig2 auch darber sollte der ,mensch seines alten ,leidens nicht vergessen4 ,als nun auf diese ,weise die ganze ,natur entzwei war1 kam in jeden ,menschen die groe ,sehnsucht nach seiner eigenen anderen ,hlfte1 und die beiden ,hlften schlugen die ,arme umeinander und verflochten ihre ,leiber und wollten wieder zusammenwachsen und starben vor ,hunger und wild und wirr1 denn keine wollte ohne die andere etwas tun4 ,wenn aber nur eine ,hlfte starb und die andere am ,leben blieb1 da suchte diese nach der toten und umarmte den ,leichnam1 ob sie nun auf die ,hlfte eines ganzen ,weibes -- ich meine1 was wir heute ,weib nennen -- oder auf die ,hlfte eines ganzen ,mannes stie4 ,und so ging alles zugrunde4 ,doch da hatte ,zeus ,erbarmen mit dem ,menschengeschlechte und schuf ein neues ,mittel3 ,er setzte die ,schamteile nach auswrts4 ,bisher hatten die ,menschen sie rckwrts besessen und wie die ,cikaden in die ,erde gezeugt und aus der ,erde geboren4 ,und indem ,zeus die ,schamteile also versetzte1 lie er die ,menschen ineinander zeugen und aus sich selbst gebren1 damit von jetzt an1 wenn der ,mann dem ,weibe beischlft1 das ,geschlecht sich fortpflanze1 und wenn der ,mann den ,mann umarmt1 ihre ,begierde gestillt werde und ihr ,sinnen sich beruhige und sie an die ,arbeit gehen und so auch fr das ,allgemeine sorgen4 ,von dieser ,zeit her1 ,freunde1 ist ,eros den ,menschen eingeboren und da1 damit er die ,menschen zu ihrer alten ,natur zurckbringe und aus zwei ,wesen eines bilde und so die verletzte ,natur wieder heile4 ,wenn der ,gastfreund von uns scheidet1 so teilen wir mit ihm einen ,wrfel1 und jeder behlt die ,hlfte1 und spter erkennen wir uns an den ,hlften4 ,und jeder ,mensch1 mchte ich sagen1 ist ein also geteilter ,wrfel und sucht im ,leben die andere ,hlfte des ,wrfels4 ,wie die ,butten sind wir entzwei geschnitten1 aus einer ,butte sind zwei geworden4 ,alle ,mnner zunchst1 welche aus jenem ,ganzen geschnitten sind1 das frher das ,mannweib hie1 lieben heute das ,weib -- die ,ehebrecher also sind aus diesem ,geschlechte1 damit ihr es wit -- und aus demselben ,ganzen sind natrlich auch die ,weiber geschnitten1 die da den ,mann lieben und ihrerseits die ,ehe brechen4 ,die ,weiber dann1 die aus dem alten ,geschlechte des ganzen ,weibes geschnitten sind1 haben wenig ,sinn fr den ,mann und fhlen sich mehr zum eigenen ,geschlechte hingezogen3 die lesbischen ,frauen stammen aus diesem ,geschlecht4 ,und endlich die ,mnner1 die aus dem alten mnnlichen ,geschlechte geschnitten sind1 gehen dem ,manne nach4 ,schon als ,knaben lieben sie die ,mnner und sind froh1 wenn sie ,mnner umarmen und mit ,mnnern liegen4 ,gerade die mutigsten finden wir unter ihnen1 da sie ja doch schon von ,natur aus sozusagen die mnnlichsten sind4 ,wer sie schamlos nennt1 der lgt4 ,denn nicht aus ,schamlosigkeit handeln sie so2 nein1 ihr ,mut1 ihre ,mannhaftigkeit1 ihre ,mnnlichkeit liebt eben ihresgleichen4 ,und das beweist es3 nur sie dienen1 reif und zu ,mnnern geworden1 dem ,staate4 ,als ,mnner lieben sie wieder ,knaben und ,jnglinge und kmmern sich wenig darum1 ein ,weib zu nehmen und ,kinder mit ihm zu zeugen2 es gengt ihnen durchaus1 unverheiratet nur miteinander zu leben4 ,so also sind die ,freunde und ,geliebten entstanden1 auch sie lieben eben nur ihr eigenes altes ,geschlecht4 ,wenn nun einer von diesen oder jenen anderen seiner eigenen ,hlfte zum erstenmal begegnet1 da werden er und der andere wundersam von ,freundschaft1 ,heimlichkeit und ,liebe bewegt1 und beide wollen nicht mehr voneinander lassen4 ,aber sie1 die von nun an ihr ganzes ,leben beieinander weilen1 sie wissen dennoch niemals und niemand zu sagen1 was sie wollten1 da mit ihnen geschhe4 ,die sinnliche ,begierde knnte doch kaum den einen an den andern mit so groer ,leidenschaft binden4 ,ihre ,seele will doch wohl etwas anderes3 sie kann es nicht sagen und ahnt es nur und stammelt4 ,und wenn zu zweien1 die beieinander liegen1 ,hephaistos trte mit seinen ,werkzeugen und sie fragte3 ,was wollt ihr1 ,menschen1 was soll aus euch hier werden8 ,sie wrden nur verlegen und keine ,antwort haben1 und wenn der ,gott fortfhre3 ,wollt ihr ein ,wesen sein und ,tag und ,nacht voneinander nicht lassen knnen8 ,wenn das euer ,wunsch ist1 so will ich euch zusammenschweien1 und ihr werdet ineinanderwachsen1 aus zwei ,dingen eines werden und euer ganzes ,leben als ein einziges ,wesen leben und nach dem ,tode in den ,hades treten wie zwei1 die zusammen gestorben sind8 ,sagt1 ob das eure ,sehnsucht ist und dieses ,glck sie stillt8 ,o1 niemand mchte da widersprechen und etwas anderes wollen2 gleich ,kindern wrden alle zu hren glauben1 was seit je ihr ,sehnen war3 mit dem ,geliebten verwachsen und ein ,wesen mit ihm bilden4 ,denn so war einst unsere alte ,natur3 wir waren einst ganz1 und jene ,begierde nach dem ,ganzen ist ,eros4 ,wir waren einst ein ,wesen1 und weil wir gefrevelt haben1 sind wir vom ,gotte gespalten worden1 wie die ,arkadier heute von den ,lakedaimoniern4 ,und die ,gefahr besteht fort1 da wir noch einmal gespalten werden1 wenn wir nicht fromm gegen die ,gtter sind1 und da wir dann herumgehen wie die ,reliefs auf den ,grabsteinen mit zersgten ,nasen4 ,damit wir nun diesem ,schicksal entgehen und jenes andere ,ziel erreichen1 mu jeder ,mensch den anderen heien1 die ,gtter ehren1 und ,eros ist uns zu jenem ,ziele ,fhrer4 ,ihm soll niemand zuwiderhandeln1 und wer der ,gtter spottet1 der handelt ihm zuwider4 ,nur als des ,gottes ,freunde und ihm vershnt1 werden wir1 was heute nur wenigen gelingt1 unsere echten ,geliebten finden4 ,eryximachos soll sich hier ber mich nicht lustig machen und meinen1 ich denke jetzt an ,pausanias und ,agathon4 ,ja1 vielleicht stammen diese beiden wirklich aus dem alten mnnlichen ,geschlecht4 ,ich meine aber alle ,mnner und ,weiber und behaupte1 das ,menschengeschlecht knne nur heil sein1 wenn wir uns in der ,liebe vollenden und jeder seinen eingeborenen ,geliebten findet und so zur alten ,natur zurckkehrt4 ,und wenn das unser ,ziel ist1 so mu1 wie wir nun einmal sind1 gut sein1 was diesem zunchst kommt3 unter allen den ,geliebten finden1 der uns versteht4 ,und wenn wir den ,gott1 dem wir das verdanken1 preisen sollen1 so mssen wir ,eros preisen1 denn wie kein anderer hilft er uns hier zu uns selbst und gibt uns die sicherste ,hoffnung1 wenn wir den ,gttern unseren frommen ,sinn bewahren1 uns zu unser alten ,natur zurckzubringen und uns heil und selig zu machen4 ,da hast du nun1 ,eryximachos1 meine ,rede auf ,eros2 sie war anders als deine4 ,ich bitte dich noch einmal darum1 mach dich nicht ber sie lustig1 denn wir mssen noch die anderen ,reden hren1 eigentlich nur die ,reden der beiden anderen1 denn ,agathon und ,sokrates nur sind noch brig6 ,diesen ,wunsch will ich dir erfllen1 sagte ,eryximachos1 du hast mir gar sehr zu ,gefallen gesprochen4 ,ja1 wenn ich nicht wte1 wie gut ,sokrates und ,agathon sich auf alles1 was mit der ,liebe zusammenhngt1 verstnden1 wrde ich frchten1 sie wren jetzt beide in groer ,verlegenheit1 so viel und so verschieden ist hier ber ,eros gesprochen worden2 doch so kann ich noch ,vertrauen auf sie haben4 ,sokrates rief da3 ,und du selbst hast noch dazu so tapfer gefochten1 ,eryximachos6 ,wenn du jetzt an meiner ,stelle wrest1 besser gesagt1 wenn du dort wrest1 wo ich nach ,agathons ,rede sein werde1 wrdest du wohl auch ,angst haben und meine ,sorge kennen4 ,o du willst mich jetzt besprechen1 ,sokrates1 fiel ,agathon ein1 du willst mich bezaubern1 damit ich scheu werde und glaube1 das ,publikum setze groe ,hoffnungen auf meine ,worte6 ,da mte ich aber doch vergessen haben1 ,agathon1 da ich gestern erst deinen ,mut und hohen ,sinn sah1 als du mit den ,schauspielern vor die ,rampe tratst und einem so groen ,publikum1 das1 um deine ,worte zu hren1 gekommen war1 ins ,auge sahst und gar nicht verlegen warst1 ja das mte ich wirklich vergessen haben1 wenn ich jetzt glauben sollte1 wir paar ,menschen hier wrden dich aufregen4 ,ja1 ,sokrates1 hltst du mich denn fr so benommen vom ,theater1 wehrte ,agathon ab1 da ich nicht wte1 um wieviel gefhrlicher als ein ganzes ,publikum von ,unwissenden die wenigen ,klugen wren8 ,wenn ich dich fr so roh hielte1 wrde ich dir unrecht tun1 ,agathon2 ich wei sehr gut1 da dir mehr an den wenigen1 die du fr klug hltst1 als an der groen ,menge gelegen ist4 ,wer wei aber1 ob wir hier zu diesen wenigen gehren8 ,denn gestern im ,theater gehrten auch wir zur groen ,menge4 ,wenn du aber sonstwo mit anderen ,klugen zusammenkmest1 wrdest du dich dann vor ihnen schmen1 irgend etwas ,trichtes zu machen1 ja8 ,natrlich6 ,vor der ,menge also schmst du dich nicht 444 ,jetzt fiel aber ,phaidros ein3 ,ja1 ,agathon1 wenn du ,sokrates noch lange immer antwortest1 wird er sich wenig um unser ,thema kmmern1 dann hat er jemand1 dem er ,fragen stellen kann1 und noch dazu einen so schnen ,jngling4 ,ich hre ja gerne zu1 wenn ,sokrates sich unterhlt1 aber hier mu ich darauf sehen1 da die ,preisreden auf ,eros gesprochen werden und jeder von euch dem anderen das ,wort abnehme4 ,denn jeder soll hier zum ,preise des ,gottes reden4 ,du hast recht1 ,phaidros1 sagte ,agathon1 mich hlt auch nichts mehr davon ab2 ,sokrates wird spter noch viel zu sagen haben4 ,ich will zuerst sagen1 wie ich zu sprechen habe1 und dann erst reden4 ,ihr alle vor mir habt eigentlich gar nicht den ,gott1 sondern nur das ,heil der ,menschen1 die also der ,gott begnadet1 gepriesen4 ,vom ,gotte selbst1 der alle diese ,gaben bringt1 hat niemand gesprochen4 ,und doch ist es berall die rechte ,art1 zuerst zu sagen1 wie denn das ,ding selbst aussehe1 das wir berall als den ,grund eines anderen finden4 ,und darum httet ihr alle billig zuerst ,eros selbst und dann seine ,gaben preisen mssen4 ,ich sage euch nun1 wenn je es mit ,fug und ohne ,schuld von einem ,wesen gesagt werden darf3 unter jenen heilen ,gttern ist ,eros der heilvollste1 denn er ist der schnste und edelste6 ,eros ist der schnste ,gott1 weil er der jngste1 o ,phaidros1 ist1 und dafr brauche ich keinen anderen ,zeugen als ihn selbst1 denn ,eros flieht1 flieht das ,alter1 und das ,alter ist schnell und kommt schneller als ntig zu uns4 ,und ,eros hat es und lebt darum1 ,eros weicht dem ,alter auf dem ,wege aus und bleibt mit den ,jnglingen und ist selbst ein ,jngling4 ,das alte ,wort hat recht3 ,zum ,gleichen gesellt sich das ,gleiche4 ,ich stimme ja mit ,phaidros in vielem berein1 doch mu ich ihm widersprechen1 wenn er sagt1 ,eros sei lter als ,kronos und ,japetos2 nein1 ,phaidros6 ,eros ist der jngste der ,gtter und von ewiger ,jugend1 denn jene alte ,not der ,gtter1 von der ,hesiodos und ,parmenides erzhlen1 hat das ,schicksal geschaffen und nicht die ,liebe -- wenn ,hesiodos und ,parmenides berhaupt die ,wahrheit wissen4 ,die alten ,gtter wrden einander nicht verschnitten und gebunden haben und das ,grausame damals wrde nicht geschehen sein1 wenn ,eros unter den ,gttern gewesen wre2 ,eros htte ,freundschaft und ,frieden unter sie gebracht1 wie er sie heute bringt1 da er der ,gtter ,knig ist4 ,jung ist also der ,gott1 und seine ,gestalt von zarter ,bildung2 nur ein ,dichter wie ,homer knnte sie schildern4 ,homer sagt von ,ate1 sie sei eine ,gttin und zart gewesen2 ihre ,fe1 erzhlt er1 seien zart gewesen444 ,zart sind ihre ,fe und nie am ,boden ,wandelt sie1 sondern hoch ber den ,huptern der ,menschheit6 ,und1 wie ich glaube1 an einem schnen ,zeichen lt uns der ,dichter die ,zartheit erkennen3 die ,gttin schreitet nie auf harten ,grnden1 sie schwebt oben sanft dahin4 ,und ebendort mssen wir auch ,eros' ,zartheit suchen3 ,auch ,eros schreitet nicht auf der ,erde und nicht ber die ,kpfe1 -- die wren ihm wohl zu hart2 nur dort1 wo alles ganz sanft ist1 wandelt und weilt der ,gott4 ,in der ,gesinnung und in den ,seelen der ,gtter und ,menschen baut er sein ,zelt1 aber auch hier nicht in allen ,seelen3 wo er auf harten ,sinn stt1 dort flieht ,eros1 und nur in der sanften ,seele will er wohnen4 ,und da er also immer und ganz nur am zartesten haftet1 mu er selbst wohl das zarteste ,wesen sein4 ,ich wiederhole1 ,eros ist der jngste und zarteste ,gott2 und ,eros ist auch geschmeidig3 denn sonst vermchte er kaum sich durch alles zu schlingen und winden und heimlich in die ,seelen zu treten und heimlich von den ,seelen scheiden4 ,eros ist ebenmig1 seine schne ,haltung zeigt es1 und diese zeichnet1 wie wir wissen1 den ,gott vor allem aus4 ,mibildung und die ,liebe vertragen einander nicht4 ,eros ist von schner ,farbe1 denn nur vom ,blhenden lebt er4 ,wo die ,krper und die ,seelen nicht blhen oder die ,blten verlieren1 dort kommt er nicht hin1 und nur1 wo es blht und duftet1 dort lt sich ,eros nieder1 dort bleibt der ,gott4 ,das mag nun von der ,schnheit des ,gottes gengen1 es bliebe ja noch viel zu sagen brig2 jetzt aber mu ich von seiner ,tugend reden4 ,und da ist es gleich seine grte ,tugend1 da er weder ,gott noch den ,menschen unrecht tut und da ihm von niemand ,unrecht widerfhrt4 ,eros leidet keine ,gewalt1 die ,gewalt haftet nicht an der ,liebe1 und ,eros tut niemand ,gewalt an4 ,freiwillig dient ihm alles1 und wo immer der eine dem anderen willig dient1 da nennen das die ,gesetze1 die ,knige des ,staats gerecht4 ,an der ,gerechtigkeit nun hat die ,enthaltsamkeit den grten ,teil1 und ,enthaltsamkeit heit berall die ,begierden und sich in der ,freude beherrschen3 nun ist aber keine ,freude strker als die ,freude der ,liebe4 ,wenn also die anderen ,freuden schwcher sind1 so wren sie ja von ,eros beherrscht1 und ,eros ist ihr ,herr1 und indem er die ,freuden und ,begierden wirklich beherrscht1 zeigt er seine ,enthaltsamkeit4 ,seiner ,mannhaftigkeit weiter kann selbst ,ares nicht widerstehen4 ,denn nicht ,ares bindet ,eros1 sondern ,eros1 die ,liebe der ,aphrodite1 hlt ,ares1 wie die ,sage geht4 ,und wer zu binden wei1 ist wohl strker als der ,gebundene1 und wer den ,mutigsten bndigt1 mu wohl auch im ,mute des ,mutigsten ,meister sein4 ,ich habe also von der ,gerechtigkeit1 der ,enthaltsamkeit und ,mannhaftigkeit des ,gottes gesprochen1 jetzt bleibt mir noch seine ,weisheit1 und da will ich versuchen1 nichts zu bersehen4 ,damit ich zunchst auch meine ,kunst ehre1 wie ,eryximachos seine geehrt hat -- ,eros ist ein so weiser ,dichter1 da er auch uns zu ,dichtern macht4 ,denn jeder wird zum ,dichter1 wenn der ,gott ihn berhrt1 wie fremd er auch frher den ,musen war4 ,und das mag uns dafr zeugen1 da ,eros vor allem der groe ,schpfer der ganzen ,musik ist4 ,denn was jemand selbst nicht besitzt und wei1 wie vermchte er dies dem anderen zu geben1 den anderen zu lehren6 ,und weiter1 wer wird leugnen1 da die ,schpfung alles ,lebendigen die eigenste ,weisheit des ,gottes sei1 die groe ,weisheit1 durch die alles ,leben wird und wchst8 ,und endlich1 wissen wir nicht1 da auch in der ,beherrschung der ,knste nur der glnzt und bewundert wird1 den ,eros unterwiesen hat1 und da jeder im ,schatten und ohne ,ruhm bleibt1 den der ,gott nicht berhrt hat8 ,apollo hat die ,kunst des ,bogenschieens1 die ,kunst des ,sehers und des ,arztes erfunden1 aber die ,freude1 die ,liebe hat ihn dahin gefhrt1 so da auch er ein ,schler des ,eros ist2 und die ,musen haben die ,musik1 und ,athene hat das ,weben1 ,hephaistos das ,schmieden1 und ,zeus die ,macht ber ,gtter und ,menschen von ,eros gelernt4 ,wo alles ,wirken der ,gtter durch ,eros geordnet wurde1 da ward auch alles schn2 denn ins ,hliche kommt ,eros nicht4 ,frher1 wie ich schon sagte1 geschah viel ,furchtbares unter den ,gttern1 denn das ,schicksal war ,knig4 ,als aber unser ,gott geboren wurde1 so kam1 weil sie die ,schnheit liebten1 die ,gte unter ,gtter und ,menschen4 ,so scheint mir1 ,phaidros1 ,eros selbst das ,beste und ,schnste aller ,wesen und allen ,wesen die ,ursache alles ,guten und ,schnen zu sein4 ,mir fallen da noch zwei ,verse ein4 ,eros ist es1 der da bringt3 ,frieden den ,menschen1 die ,stille dem ,meer und den ,strmen1 ,allen1 die bekmmert1 das ,lager und den ,schlaf4 ,so nimmt uns denn ,eros alles ,fremde und gibt uns alles ,eigene wieder2 wo wir uns alle finden1 dorthin fhrt ,eros die ,wege1 er ist der ,herold und fhrt die ,festzge und ,chre und uns1 so wir zu den ,opfern schreiten4 ,eros reit alles ,wilde aus und macht uns sanft2 er schenkt uns den guten ,willen und raubt dem ,herzen allen ,streit2 ,eros ist gndig1 ihn schauen die ,weisen und lieben die ,gtter2 er ist der ,neid der ,unglcklichen und der ,schatz aller1 die sich ins ,glck geteilt4 ,eros ist der ,schpfer aller ,zrtlichkeit1 ppigkeit1 ,anmut und ,sehnsucht im ,menschen1 er kennt alles ,gute und sieht vom ,bsen weg4 ,in allen ,mhen1 in jeder ,furcht und jedem ,begehren1 im ,worte -- da wei er sicher zu lenken1 da ist ,eros die ,hilfe und der ,retter4 ,eros ist die ,ordnung unter den ,gttern und ,menschen1 der herrlichste und tapferste ,held1 und ihm mssen die ,menschen folgen1 und alle mssen in den ,gesang stimmen1 den er1 ,gtter- und ,menschensinn bezaubernd1 singt4 ,das nun1 ,phaidros1 ist die ,rede1 die ich dem ,gotte darbringe2 ich war hier leicht und dort auch ernst1 so weit ich es eben konnte4 ,da ,agathon seine ,rede also schlo1 war der ,beifall laut1 so ganz seiner selbst und des ,gottes wrdig1 schien der ,jngling allen gesprochen zu haben4 ,und ,sokrates sah ,eryximachos an3 ,o ,sohn des ,akumenos1 war meine ,angst also tricht und hat meine ,angst nicht vorausgesehen1 da ,agathon herrlich reden und mich in groe ,verlegenheit bringen wrde8 ,o ja1 da ,agathon schn sprechen werde1 das hast du wohl richtig vorausgesehen1 erwiderte ,eryximachos1 aber darum glaube ich noch immer nicht1 da er dich in ,verlegenheit bringen knne4 ,ja1 aber du ,glcklicher1 sprach ,sokrates1 wie soll ich1 wie soll ein anderer gegen dessen schne1 reiche ,worte aufkommen2 es war ja natrlich nicht alles gleich wunderbar1 aber wer von uns ist nicht frmlich erschrocken1 da er am ,schlusse alle die schnen ,namen und ,ausdrcke vernahm8 ,als mir da pltzlich der ,gedanke kam1 ich wrde gar nicht imstande sein1 auch nur annhernd so ,schnes zu sagen1 wre ich vor ,scham beinahe durchgebrannt1 wenn ich nur irgendwie htte hinausknnen4 ,agathons ,rede erinnerte mich ja an ,gorgias1 und mir ging es schon wie jenem ,manne im ,homer und ich frchtete1 ,agathon wrde zuletzt seine gewaltigen ,worte wie das ,gorgonenhaupt meinen ,worten entgegenhalten und mich zum stummen ,steine machen4 ,und ich sagte zu mir3 ,lcherlich warst du1 ,sokrates1 lcherlich1 als du nicht nur versprachst1 mit ihnen ,eros zu preisen1 sondern sogar behauptetest1 dich gerade auf die ,liebe zu verstehen1 whrend du doch von dem einen so wenig wie von dem anderen etwas weit4 ,in meiner ,einfalt habe ich nmlich geglaubt1 wer ein ,ding preisen wolle1 der brauche nur die ,wahrheit zu sagen1 die ,wahrheit wenigstens msse zugrunde liegen1 und dann erst drfe man unter den schnen ,worten whlen und sie so richtig wie mglich setzen4 ,und darum nur1 weil ich eben die ,wahrheit wte1 bildete ich mir sogar ein1 besonders gut reden zu knnen4 ,doch wie ich jetzt erfuhr1 verlangt man das gar nicht von einer guten ,lobrede2 im ,gegenteil3 es scheint1 man msse von irgend einem ,dinge nur gleich alles ,schnste und ,beste behaupten1 ob es nun wirklich in ihm sei oder nicht sei4 ,wenn es gelogen ist1 so macht es ja nichts4 ,ich glaube sogar1 ihr habt es untereinander abgemacht3 jeder von uns solle nicht ,eros preisen1 nein1 sondern sich das nur einbilden6 ,denn nur deshalb1 zu diesem ,zwecke scheint ihr alles ,mgliche hergezogen und es ,eros einfach beigelegt und immer nur gerufen zu haben3 ,eros ist so und so1 und ,eros ist die ,ursache davon und jener ,dinge1 damit am ,schlusse dann der ,gott so schn und so gtig wie mglich aussehe4 ,und es ist auch selbstverstndlich1 da jenen1 die von allem nichts verstehen -- nicht den ,wissenden -- das ,lob dann gar schn und feierlich klinge4 ,von dieser ,art nun ein ,ding zu preisen1 habe ich allerdings nichts gewut1 und nur darum konnte ich anfangs euch versprechen1 meinen ,teil beizutragen4 ,aber meine ,zunge versprach es nur1 und nicht der ,kopf4 ,ich mag jetzt davon nichts wissen4 ,denn so preise ich die ,dinge nicht1 nein6 ,ich wre es ja gar nicht imstande4 ,ich will ja nur1 wenn ihr wollt1 die ,wahrheit1 meine ,wahrheit1 wie ich sie verstehe1 sagen2 ich will mich gar nicht mit euch vergleichen1 da wrde ich wohl nur ausgelacht werden4 ,phaidros1 kannst du also auch eine ,rede brauchen1 die ber ,eros nur die ,wahrheit sagt und alle ,namen und ,worte so setzt1 wie sie mir gerade kommen8 ,phaidros und die anderen hieen ,sokrates1 nur so zu reden1 wie er es tun zu mssen glaube4 ,aber noch etwas1 ,phaidros1 sagte ,sokrates1 erlaubst du diesmal1 da ich an ,agathon einige kleine ,fragen richte1 ich mu gerade mit ihm mich erst ber manches einigen1 bevor ich beginne8 ,natrlich1 frage ,agathon nur aus6 ,und so begann denn ,sokrates seine ,fragen3 ,agathon1 du scheinst deine ,rede richtig disponiert zu haben3 man msse zuerst sagen1 wer und wie ,eros denn eigentlich sei1 und dann drfe man erst von dessen ,wirken reden4 ,dieser ,anfang hat mir gefallen4 ,und da du dann so schn1 so gro von dem ,wesen des ,gottes sprachst1 so antworte mir nur darauf3 ,eros1 die ,liebe -- ist dieser ,gott1 so wie er nun einmal da ist1 zu irgend etwas anderem in ,beziehung oder nicht8 ,ich will ja selbstverstndlich nicht nach seinem ,vater1 nach seiner ,mutter fragen2 es wre ja lcherlich1 meine ,frage so zu stellen1 wenn ich wissen wollte1 ob ,eros von einem ,vater1 einer ,mutter stamme -- nein1 ich meine es so1 wie wenn jemand dich nach dem ,vater fragte und fragte3 ist dieser ,vater der ,vater zu etwas oder nicht8 ,du wrdest mir natrlich antworten3 der ,vater ist der ,vater eines ,sohnes1 einer ,tochter4 ,habe ich nicht recht8 ,ja1 natrlich1 antwortete ,agathon4 ,und dasselbe gilt von der ,mutter1 von dem ,begriff der ,mutter1 nicht wahr8 ,damit du mich aber noch besser verstehst1 antworte mir auch darauf3 ,wenn ich nach dem ,bruder fragte3 der ,bruder ist doch immer der ,bruder eines anderen3 eines ,bruders1 einer ,schwester8 ,da stimmst du mir doch auch bei4 ,und jetzt versuche meine ,fragen nach ,eros zu beantworten3 ,ist ,eros also die ,liebe zu etwas anderem oder nicht8 ,ja natrlich1 ,eros ist die ,liebe zu etwas anderem6 ,gut1 das merke dir vorlufig und antworte mir weiter3 ,begehrt ,eros nach dem1 was er liebt1 oder begehrt er nicht danach8 ,eros begehrt danach6 ,natrlich1 und weiter3 ,besitzt ,eros das1 wonach er begehrt1 oder besitzt er es nicht8 ,er besitzt es wahrscheinlich nicht6 ,vielleicht ist es nicht nur wahrscheinlich1 sondern durchaus notwendig1 da1 wer begehrt1 nur das begehrt1 was ihm fehlt1 und umgekehrt6 ,mir scheint das durchaus selbstverstndlich1 dir nicht auch1 ,agathon8 ,ja6 ,also6 ,ein ,groer will doch nicht noch gro1 ein ,starker nicht noch stark sein4 ,ihm knnte doch nicht das noch fehlen1 was er schon ist4 ,denn wenn ein ,starker noch stark1 ein ,schneller schnell1 ein ,gesunder gesund sein wollte1 so mten wir dann glauben1 da sie und ihresgleichen immer noch das begehren1 was sie schon besitzen oder was sie schon sind4 ,damit wir aber hier sicher gehen1 ich sage das darum -- sie alle1 ,agathon1 mssen das1 was sie besitzen1 in der ,gegenwart besitzen1 ob sie wollen oder nicht1 und wer wrde da noch das begehren1 was er schon besitzt8 ,wenn uns einer also sagen sollte3 ,ich bin gesund und will gesund sein1 oder ich bin reich und will reich sein1 ich begehre das kurz1 was ich schon besitze1 so mten wir ihm doch erwidern3 ,mensch1 da du nun einmal ,reichtum erworben hast und gesund und reich bist1 so willst du doch wohl nur1 da dir das alles1 was du in der ,gegenwart besitzest1 auch in der ,zukunft bleibe4 ,denke darber nach1 ob du es so meintest8 ,da wirst du mir doch recht geben1 ,agathon8 ,ja6 ,wir begehren also nach dem1 was uns nicht zu eigen ist und was wir nicht besitzen1 wenn wir es uns fr die ,zukunft bewahrt haben wollen8 ,entschieden6 ,jeder begehrt also nur nach dem1 was ihm nicht zu eigen1 nicht gegenwrtig ist2 und was wir nicht besitzen1 was wir nicht sind1 kurz das also1 was uns noch fehlt1 bestimmt unsere ,begierde und die ,liebe6 ,einigen wir uns nun noch einmal3 ,eros ist also die ,liebe1 zunchst zu irgend etwas anderem berhaupt1 und dann1 nher bestimmt1 die ,liebe zu dem1 was ihm noch fehlt1 nicht wahr8 ,ja6 ,erinnerst du dich noch daran1 wozu du ,eros in deiner ,rede in ,beziehung setztest8 ,ich will es dir1 wenn du willst1 ins ,gedchtnis zurckrufen4 ,wenn ich nicht irre1 sagtest du3 ,das ,dasein und ,wirken der ,gtter ist durch die ,liebe zu allem ,schnen bestimmt2 es gibt keine ,liebe zum ,hlichen6 ,sagtest du nicht so8 ,ja1 das waren meine ,worte4 ,und da hattest du sehr richtig gesprochen4 ,und darum wre also ,eros die ,liebe zur ,schnheit6 ,natrlich6 ,sind wir aber nicht eben darin bereingekommen1 da wir nur1 was uns noch fehlt und was wir noch nicht besitzen1 lieben8 ,ja6 ,es fehlt also ,eros die ,schnheit1 ,agathon2 ,eros besitzt nicht die ,schnheit6 ,ja6 ,nun also1 ,agathon6 ,kannst du noch sagen1 da der1 dem die ,schnheit fehlt1 schn sei8 ,nein6 ,du gibst mir also recht1 wenn ich sage1 ,eros sei nicht schn8 ,ich frchte1 ,sokrates1 ich habe nichts von allem1 worber ich vorhin sprach1 verstanden6 ,aber du hast dennoch sehr schn vorhin gesprochen1 ,agathon6 ,noch eine kleine ,frage3 ,scheint dir nicht auch das ,gute schn zu sein8 ,ja6 ,wenn also ,eros alles ,schne fehlt und das ,schne auch gut ist1 so mu ,eros auch alles ,gute fehlen4 ,nicht8 ,ach1 ,sokrates1 ich kann dir nicht widersprechen1 es ist alles so1 wie du es sagst4 ,nein1 geliebter ,agathon1 du kannst eben nur der ,wahrheit nicht widersprechen2 auf ,sokrates kommt es da gar nicht an4 ,nun aber will ich dich in ,ruhe lassen1 ,agathon6 ,meine ,rede ber ,eros habe ich von ,diotima1 einer ,frau aus ,mantineia1 gehrt2 sie war darin und in vielen anderen ,dingen weise1 es war dieselbe ,diotima1 die damals den ,athenern1 als diese zur ,abwehr der ,pest ,opfer feierten1 von den ,gttern einen ,aufschub der ,seuche auf zehn ,jahre erwirkte2 wenn auch ich heute um die ,liebe wei1 so hat ,diotima es mich gelehrt1 und ihre ,worte will ich euch im ,anschlusse an das1 worin ,agathon und ich uns oben geeinigt haben1 wiedergeben1 so gut ich es noch kann4 ,zunchst also1 ,agathon1 will auch ich sagen1 wer und welcher ,art ,eros sei1 und dann werde ich erst von seinen ,werken reden4 ,ich glaube1 ich erzhle euch alles am besten so1 wie die fremde ,frau damals durch ,fragen mich es lehrte4 ,denn wisset1 ich sprach zu ihr zuerst genau so1 wie du1 ,agathon1 zu mir gesprochen hast3 ich behauptete1 ,eros sei ein groer ,gott und er sei schn1 und da widerlegte sie mich mit denselben ,worten1 mit denen ich ,agathon widerlegen mute1 und sagte1 der ,gott sei weder1 wie ich es meine1 schn noch gut4 ,ich rief da gleich3 ,wie redest du nur1 ,diotima1 ,eros wre also hlich und bse8 ,doch sie antwortete3 ,du lsterst1 ,sokrates1 lstere nicht6 ,glaubst du1 was nicht schn sei1 msse darum gleich hlich sein8 ,nein6 ,oder1 was nicht weise sei1 msse darum gleich tricht sein8 ,hast du denn nie erfahren1 da etwas zwischen der ,weisheit und der ,unwissenheit da sei8 ,was ist dieses8 ,wenn einer zwar richtig wahrnimmt1 aber keinen ,grund dafr wei1 nennst du das schon ,verstndnis8 ,wie knnten wir das verstehen1 wozu wir keinen ,grund wissen6 ,und doch ist das noch nicht ,unwissenheit3 wer das ,richtige trifft1 kann doch nicht unwissend sein4 ,wir mssen es eine richtige ,meinung1 ,wahrnehmung nennen1 und diese liegt immer zwischen dem ,verstndnis und der ,unwissenheit6 ,da hast du wohl recht1 ,diotima6 ,zwinge mir also ja nicht mehr das1 was nicht schn ist1 hlich und1 was noch nicht gut ist1 bse zu sein1 und glaube noch weniger1 da ,eros hlich und bse sei1 weil er1 wie du es ja jetzt zugibst1 weder schn noch gut ist2 auch ,eros ist etwas in der ,mitte von beiden und zwischen schn und hlich und zwischen gut und bse6 ,aber alle1 entgegnete ich da1 sind doch darin einig und nennen ,eros einen mchtigen ,gott6 ,wer nennt ihn so1 ,sokrates1 sind es die ,wissenden oder die ,unwissenden8 ,alle1 ,diotima1 ich sage1 alle6 ,und jetzt lachte sie3 ,gilt also ,eros auch jenen als ein mchtiger ,gott1 die da behaupten1 ,eros sei berhaupt kein ,gott8 ,wer behauptet es denn8 ,der eine bist du1 ,sokrates1 und der andere ich6 ,ich verstehe dich nicht6 ,und es ist doch so einfach6 ,sage1 ,sokrates3 heiest du nicht alle1 alle ,gtter heil1 wrdest du den ,mut haben zu behaupten1 dieser oder jener unter den ,gttern wre nicht heil8 ,nein1 bei ,zeus1 niemals6 ,und nennst du weiter nicht jene ,wesen heil1 die alles ,gute1 alles ,schne besitzen8 ,ja1 natrlich6 ,du hast ja aber doch eingesehen1 da ,eros das ,gute und ,schne begehre1 weil er beides nicht besitzt4 ,ja6 ,wie knnte also der ein ,gott sein1 dem kein ,teil am ,schnen und am ,guten ward8 ,wie wre das mglich8 ,es ist nicht mglich1 ,diotima6 ,sieh1 also auch du nennst ,eros nicht ,gott6 ,was aber ist dann ,eros1 wenn er kein ,gott ist8 ,gehrt ,eros zu den ,sterblichen8 ,o nein6 ,ja1 was ist er1 sprich8 ,wir sahen es doch eben1 ,eros sei in der ,mitte2 ,eros ist in der ,mitte zwischen dem ,unsterblichen und dem ,sterblichen6 ,und8 ,ein ,dmon1 ,sokrates1 ist ,eros1 ein groer ,dmon1 ein ,heiland1 und alles ,dmonische1 alles ,heilende lebt zwischen ,gott und ,mensch6 ,und wo ist dann seine ,macht8 ,der ,dmon ist immer der ,bote3 er bringt den ,gttern das ,flehen und die ,opfer der ,menschen1 und er kndet den ,menschen1 was die ,gtter sie heien1 und er kndet die ,gnade der ,gtter1 der ,heiland ist in der ,mitte und er fllt die ,kluft zwischen den ,unsterblichen und den ,sterblichen1 und das ,all ist durch den ,heiland gebunden4 ,durch ihn kommt alles ,schauen den ,sehern1 und durch den ,heiland gehen die ,opfer und ,weihen6 ,es mischt sich ja nie der ,gott mit dem ,menschen3 durch den ,dmon verkehren ,gtter mit ,menschen und durch den ,heiland reden ,gtter zu ,menschen3 zu den ,wachen und dann1 wenn die ,menschen der ,schlaf umfngt4 ,wer das schon begreift1 in dem ist der ,heiland2 die anderen alle1 die da ,knste knnen und ,fertigkeiten haben1 sind ja nur ,handwerker4 ,und es gibt der ,heilenden viele1 und sie sind vielfacher ,art1 und einer von ihnen ist ,eros6 ,und hat ,eros einen ,vater1 ,diotima1 eine ,mutter8 ,das ist lang1 aber ich will es dir erzhlen3 ,da ,aphrodite geboren wurde1 feierten die ,gtter deren ,geburt und hatten ein groes ,mahl1 und mit den ,gttern sa auch der ,reichtum1 der ,sohn der ,erfindsamkeit4 ,da sie nun gegessen hatten1 kam die ,armut und wollte etwas von dem berflusse haben und blieb vor der ,tr stehen1 gleich den ,bettlern4 ,nun geschah es1 da der ,reichtum zu viel vom ,nektar getrunken hatte -- es gab ja damals noch keinen ,wein -- und da er schwer und berauscht in des ,zeus ,garten ging und dort einschlief4 ,und das gab jetzt der ,armut ihre eigene ,list ein3 sie dachte sich1 weil ich arm bin1 so will ich vom ,reichtum ein ,kind haben1 und die ,armut legte sich zum ,reichtum1 und die ,armut empfing vom ,reichtum den ,eros4 ,und weil nun ,eros am ,geburtstage der ,aphrodite gezeugt wurde1 so ist er jetzt deren ,diener und ,herold1 und da ,aphrodite schn ist1 so ist ,eros von ,natur aus in alles ,schne verliebt4 ,dann aber1 weil ,eros der ,sohn des ,reichtums und der ,armut ist1 so hat er beider ,natur und ,zeichen4 ,eros ist seiner ,mutter ,sohn und darum ganz arm und gar nicht weich und schn1 wie viele meinen2 o nein1 ,eros ist hart und drr und luft barfu herum und hat kein ,dach1 das ihn schtzte2 auf der nackten ,erde ohne ,lager mu er schlafen2 vor allen ,tren triffst du ihn1 auf den ,straen unter freiem ,himmel liegt er3 ,eros hat der ,mutter ,art1 und die ,armut lt nicht von ihm4 ,dann aber ist ,eros auch seines ,vaters ,sohn und ist1 wie dieser1 voll ,list nach allem1 was schn ist und edel2 er ist khn und frech und stark1 ein gewaltiger ,jger und er kann die ,netze knpfen und die ,eisen stellen2 ,eros will immer ,grnde und wei zu raten2 sein ganzes ,leben lang philosophiert er und kann verhexen und zaubern und ist ein groer ,sophist4 ,da er nun nicht ,gott und nicht ,mensch geboren ist1 so blht er bald und ist voll ,leben1 bald ist er mde und stirbt hin1 und das alles oft an demselben ,tage2 aber immer wieder lebt er auf1 denn der ,vater steckt in ihm4 ,was er heute erwirbt1 das verliert er morgen1 und so ist ,eros nicht reich und nicht arm4 ,und er ist immer zwischen der ,weisheit und der ,torheit in der ,mitte1 ich meine das so3 ,von den ,gttern ist niemand das1 was wir ,philosoph nennen1 und kein ,gott hat den ,wunsch1 weise zu werden4 ,denn die ,gtter sind ja weise1 und jeder1 der schon weise ist1 ist kein ,philosoph4 ,aber auch die ,unwissenden drfen nicht ,philosophen heien1 auch sie haben nicht den ,wunsch1 weise zu werden4 ,denn das gerade ist das ,bittere an der ,torheit3 der ,tor ist weder schn1 noch gut1 noch verstndig1 und dennoch hlt er sich dafr4 ,der ,tor hat nie den ,wunsch nach dem1 was ihm fehlt1 da er der ,meinung ist1 es fehle ihm nichts4 ,und wer sind nun1 ,diotima1 die ,philosophen1 wenn es weder die ,weisen noch die ,toren sein knnen8 ,das wei jetzt doch jedes ,kind1 ,sokrates3 die ,philosophen sind eben auch zwischen beiden1 und zwischen diesen ist dann auch ,eros4 ,die ,weisheit strebt nach der letzten ,schnheit1 und ,eros ist die ,liebe zu allem ,schnen3 es liebt ,eros also auch die ,weisheit1 und darum ist ,eros ein ,philosoph1 ,sokrates1 ja1 ja1 ein ,philosoph1 denn der ,philosoph ist nicht weise und nicht unwissend und ist zwischen den ,weisen und den ,toren in der ,mitte4 ,und auch das ist nur das ,blut in ,eros3 denn sein ,vater war weise und wute sich zu helfen1 und seine ,mutter war arm und tricht4 ,das und nur so1 ,freund1 ist die ,natur des ,heilands2 was du fr ,eros gehalten hast1 das war nichts4 ,nach allem1 was du mir sagtest1 mut du gemeint haben1 ,eros sei alles ,geliebte und nicht der1 welcher liebt4 ,und darum erschien dir ,eros von so vollkommener ,schnheit zu sein4 ,denn1 was wir lieben1 das ist ja natrlich immer schn und zart und vollendet und selig4 ,der aber1 welcher liebt1 ist anderer ,art1 und ich habe dir sein ,bild gegeben4 ,und du hast wahr von ihm gesprochen1 ,gastfreund1 sprach ich4 ,wenn das nun ,eros ist1 welchen ,nutzen haben dann die ,menschen von diesem ,heiland8 ,auch darber1 ,sokrates1 will ich dich aufzuklren versuchen4 ,wie ich ihn dir beschrieb1 so ist ,eros1 so wurde er geboren1 und sein ,begehren ist -- so sagtest du doch -- das ,schne4 ,wenn man uns nun jetzt fragte3 ,sokrates und ,diotima1 wie und warum aber begehrt ,eros das ,schne8 ,nein1 ich will noch bestimmter sein und fragen3 ,was will der ,liebende von dem ,schnen1 das er begehrt8 ,er will es besitzen1 antwortete ich4 ,ja1 er will es besitzen2 aber noch eine ,frage mut du mir beantworten3 ,was ist dem zu eigen geworden1 der das ,schne besitzt8 ,auf diese ,frage kann ich dir nicht gleich antworten6 ,nun1 wenn ich statt des ,schnen das ,gute setzte und dich fragte3 ,sokrates1 es liebt einer das ,gute1 was1 glaubst du1 will er mit dem ,guten8 ,er will1 da ihm das ,gute zu eigen werde6 ,und wie ist der ,mensch1 dem das ,gute zu eigen wurde8 ,darauf kann ich dir schon leichter antworten3 ,er ist heil6 ,ja1 er ist heil1 heil1 und wer durch den ,besitz des ,guten heil geworden ist1 der ist es wahrhaft und vollendet1 und wir brauchen nicht noch zu fragen1 warum er das ,heil gewollt hat4 ,denn hier ist die ,frage zu ,ende4 ,ja6 ,und glaubst du1 da dieser ,wille1 diese ,liebe allen ,menschen gemeinsam sei1 und da alle an dem ,guten teilhaben wollen8 ,ja1 diese ,liebe ist allen ,menschen gemeinsam6 ,mten wir also darum nicht sagen1 da alle ,menschen lieben1 wenn alle dasselbe und immer lieben1 oder soll es weiter heien1 diese hier lieben1 jene dort lieben nicht8 ,mir war das nie ganz klar6 ,es wird dir klar werden3 denn von dem groen ,begriffe ,liebe nehmen wir immer nur einen ,teil und geben dem ,teil den ,namen des ,ganzen und nennen ihn ,liebe2 das brige findet dann andere ,namen6 ,wie ist das8 ,so -- du weit doch1 da der ,begriff ,schpfung sehr weit ist4 ,wer irgend ein ,ding aus dem ,nichts zum ,dasein bringt1 der hat das ,ding geschaffen1 und so ist die ,arbeit in allen ,knsten ein ,schaffen1 und alle ,meister sind ,schpfer6 ,ja1 da sprichst du wahr6 ,und doch heien sie nicht so1 sondern haben andere ,namen1 und nur einem ,teil1 dem ,werke der ,musiker und ,dichter1 wird der ,name des ,ganzen1 ,schpfung1 zugesprochen4 ,und nur ihr ,werk heit ,schpfung1 und nur diese ,knstler ,schpfer4 ,ein gleiches gilt nun von dem ,begriff der ,liebe4 ,im allgemeinen ist zwar alles ,streben nach dem ,guten1 alles ,streben nach dem ,heile ,liebe1 aber die ,menschen wollen das ,gute und das ,heil eben auf vielen eigenen ,wegen finden3 der eine will es1 indem er viel ,geld verdient1 der andere indem er seinen ,krper bildet1 der dritte als ,philosoph2 und von diesen allen sagt eigentlich niemand1 da sie lieben1 und niemand nennt sie verliebt4 ,und nur von jenen sagt man es1 und nur jene heien so und haben den ,begriff des ,ganzen1 die eben mit allem ,ehrgeiz nach jenem einzigen ,ziele streben4 ,ich glaube1 du hast recht6 ,es heit so oft unter uns3 nur wer seine eigene ,hlfte sucht1 liebt4 ,ich aber sage dir1 die ,liebe will nicht die eigene ,hlfte und die ,liebe will nicht das eigene ,ganze1 wenn beides1 ,freund1 nicht ein ,gutes ist4 ,die ,menschen schneiden sich ja die eigenen ,hnde und die eigenen ,fe weg1 wenn die eigenen ,hnde und die eigenen ,fe sie rgern4 ,nein1 ,sokrates1 die ,menschen mgen das ,eigene nicht mehr als das ,fremde1 es sei denn1 da jemand das ,gute ein ,eigenes und das ,bse ein ,fremdes heie4 ,denn nur das ,gute und nichts anderes als das ,gute lieben die ,menschen4 ,ist das nicht auch dein ,glauben1 ,sokrates8 ,bei ,zeus1 ja1 das ist auch mein ,glauben6 ,aber auch hier drfen wir nicht einfach behaupten3 die ,menschen lieben das ,gute4 ,auch hier mssen wir hinzusetzen3 die ,liebe der ,menschen will das ,gute1 die ,tugend besitzen1 nicht wahr8 ,ja6 ,und sie will es nicht nur heute und morgen haben1 die ,liebe will es ewig besitzen6 ,ja6 ,ich fasse also zusammen und sage3 die ,liebe der ,menschen ist das ,streben nach dem ,besitz des ,guten1 nach der ,tugend4 ,und damit hast du eine groe ,wahrheit ausgesprochen6 ,wenn1 ,sokrates1 das also die ,liebe ist1 wie folgen aber die ,menschen der ,liebe1 oder wie wirkt sie in den ,menschen1 wozu spannt die ,liebe sie8 ,worin uert kurz sich die ,liebe1 kannst du mir das jetzt sagen8 ,wenn ich das wte1 wrde ich ja nicht vor deiner ,weisheit1 ,diotima1 staunen und zu dir gekommen sein1 um von ihr zu lernen4 ,so will ich dir auch das sagen4 ,die ,liebe ist das ,zeugen in dem ,schnen1 das ,zeugen1 ,sokrates1 in schnen ,krpern und in edlen ,seelen1 verstehst du mich8 ,du sprichst wie ein ,orakel1 und ein ,seher nur vermchte dich zu deuten1 ,diotima2 ich verstehe dich nicht6 ,so will ich deutlicher sein4 ,allen ,menschen reift im ,leibe und in der ,seele der ,samen1 und es kommt die ,zeit1 da die ,natur in uns zeugen will4 ,in das ,hliche aber kann die ,natur nicht den ,samen legen1 und nur im ,schnen will sie zeugen4 ,das ,zeugen und die ,geburt1 ,sokrates1 beides ist ein ,gttliches in uns1 und unsterblich sind alle sterblichen ,geschpfe1 so sie zeugen und gebren4 ,in dem nun1 was ihm widerspricht1 vermag das ,gttliche nicht zu zeugen1 und das ,hliche lebt wider alles ,gttliche1 und nur das ,schne darf und will sich ihm einen4 ,und darum ist die ,schnheit auch ,geburtsgttin1 und die ,schnheit entbindet4 ,wenn also einer1 dessen ,samen voll ist1 einem ,schnen begegnet1 so ist die ,sehnsucht hell und die ,begierde frei in ihm1 und er zeugt die neue ,geburt4 ,vor dem ,hlichen aber wird sein ,blick trbe und der ,mensch ist matt und zieht sich in sich zurck und rollt sich ein wie ein ,tier und will nicht zeugen und will nicht gebren und verhlt den ,samen und verhlt die ,frucht und leidet4 ,denn in dem1 dessen ,samen voll und dessen ,frucht reif ist1 lebt das ,begehren nach dem ,schnen1 weil nur das ,schne seine ,brunst lscht und seine ,wehen stillt4 ,die ,liebe will also nicht eigentlich das ,schne1 so wie du es meinst1 ,sokrates8 ,sondern8 ,die ,liebe will im ,schnen zeugen und das ,schne gebren6 ,jetzt verstehe ich dich6 ,ja1 so ist es auch4 ,und warum1 frage ich weiter1 will die ,liebe im ,schnen zeugen und das ,schne gebren8 ,weil ewig und unsterblich alles ,sterbliche ist1 so es gebiert und zeugt4 ,und weiter3 wenn die ,liebe das ,gute ewig besitzen will1 so mu sie mit dem ,guten auch die ,unsterblichkeit begehren4 ,und es verlangt auch1 ,sokrates1 die ,liebe nach ,unsterblichkeit1 die ,liebe verlangt danach3 das folgt aus allem1 was wir gesagt haben4 ,so lehrte mich die hohe ,frau1 so oft sie von der ,liebe sprach1 und einmal stellte sie mir folgende ,frage3 ,sokrates1 was hltst du nun fr die ,ursache dieser ,liebe1 dieses groen ,begehrens in der ,natur8 ,hast du nicht auch schon beobachtet1 wie aufgeregt und wild die ,tiere sind1 wenn sie zeugen und gebren wollen1 wie alles1 was da kriecht und fliegt1 dann wie von einer ,krankheit befallen ist8 ,hast du nie die ,wollust beobachtet1 mit der ,tiere sich begatten1 und wie die ,weibchen1 wenn sie geboren haben1 alle ,liebe fr ihre ,brut haben1 wie die ,schwchsten gegen die ,strksten ihre ,brut verteidigen1 ja fr sie sterben knnen1 wie diese ,hunger leidet1 damit nur die ,jungen ,nahrung haben1 das alles und anderes wirst du doch schon beobachtet haben8 ,die ,menschen knnten ja dasselbe nur aus ,vernunft tun3 warum ist aber den ,tieren diese ,liebe gegeben1 kannst du mir das sagen8 ,da ich erwiderte1 ich wte es nicht zu sagen1 rief sie3 ,und du willst gerade von der ,liebe viel verstehen1 und weit das nicht6 ,aber darum bin ich ja zu dir gekommen1 ,diotima2 ich wei ja1 da ich noch ,lehrer brauche4 ,nenne du mir also die ,ursache6 ,wenn du dich an das1 was wir ber das ,wesen der ,liebe vereinbart haben1 zu halten weit1 so wirst du auch das folgende verstehen4 ,wir sagten dort1 die sterbliche ,natur suche1 so weit es ihr mglich ist1 zu dauern1 unsterblich zu sein4 ,nun aber vermag die ,natur nur dadurch zu dauern1 da sie stets das ,alte einem ,neuen zuliebe verlt4 ,wo es immer heit3 hier lebt das ,lebendige und hier bleibt es sich gleich1 dort verndert es sich trotzdem fort und fort4 ,es trgt ja auch der ,mensch von der ,jugend bis ins ,alter denselben ,namen4 ,er trgt denselben ,namen1 trotzdem er sich stets verndert1 erneut1 die ,haare1 am ,fleisch1 am ,blut1 an der ,kraft der ,knochen verliert4 ,und was hier am ,leibe1 geschieht dort an der ,seele3 die ,sitten1 ,gesinnungen1 ,meinungen1 ,begierden1 ,freuden1 ,schmerzen bleiben nie dieselben2 hier gibt der ,mensch ,altes auf und dort gewinnt er ,neues4 ,und was noch viel sonderbarer1 ja ungelegener erscheint3 nicht nur von den ,kenntnissen sind die einen heute fr uns lebendig und die anderen morgen tot1 und wir selbst verndern uns in und an unseren ,kenntnissen1 sondern auch jede einzelne ,kenntnis erfhrt da dasselbe4 ,wir studieren doch nur darum1 weil wir voraussetzen1 da unsere ,kenntnisse sich immer wieder verlieren4 ,wir vergessen1 und erst ,besinnung und ,arbeit bringen das ,verlorene wieder und -- wie soll ich sagen -- retten das ,wissen1 so da es dann dasselbe geblieben zu sein scheint4 ,und so1 ,sokrates1 wird es immer wieder gerettet -- alles ,sterbliche und bleibt heil2 es ist nicht gleich dem ,gttlichen ein ewig ,whrendes und ,gleiches1 aber was da scheidet und alt geworden ist1 lt stets ein ,neues1 das ihm gleicht1 zurck4 ,und nur in dieser ,weise1 ,sokrates1 nimmt das ,sterbliche an der ,unsterblichkeit teil4 ,in anderer ,weise wre es ihm ja nicht mglich4 ,wundere dich nicht mehr1 da die ganze ,natur ihr eigenes ,blut liebt und ehrt3 sie tut es um der ,unsterblichkeit willen1 nach der sie langt6 ,und da ich diese ,worte hrte1 war ich wieder sehr erstaunt und rief3 ,weisestes ,weib1 ist das alles wirklich so1 wie du es sagst8 und da fuhr sie denn wie ein vollendeter ,sophist fort3 ,wie sollte es denn sein1 o ,sokrates6 ,wenn du an den ,ehrgeiz der ,menschen denkst1 du mtest ja da ber dessen ,sinnlosigkeit staunen1 wenn du nicht an meine ,worte denkst und dir gegenwrtig hltst1 wie stark die ,menschen das ,verlangen ergreift1 berhmt zu werden und den ,ruhm bis in die ,ewigkeit zu besitzen1 und wie darum die ,menschen fr den ,ruhm mehr als fr ihre ,kinder1 ,gefahren zu suchen1 ,geld zu verschwenden1 ,mhen zu dulden1 ja zu sterben bereit sind4 ,oder meinst du1 ,alkestis wrde fr ,admetos gestorben1 ,achilleus dem ,patroklos nachgestorben sein und euer ,kodros fr das ,knigtum seiner ,kinder sein ,leben gelassen haben1 wenn sie nicht an das ewige ,gedchtnis ihrer groen ,liebe1 das wir ihnen heute noch halten1 geglaubt htten8 ,o nein2 fr die ,tugend der ,unsterblichkeit1 fr den strahlenden ,ruhm haben sie und alle alles getan2 und je edler sie waren1 um so mehr haben die ,menschen fr den ,ruhm getan2 denn es lieben die ,menschen ber alles die ,unsterblichkeit4 ,wer im ,leibe zeugen will1 den zieht es zum ,weibe hin1 und die ,kinder schon sollen ihm ,unsterblichkeit und ,erinnerung und ,glck1 wie er dann sagt1 in die ,zukunft tragen4 ,neben diesem aber leben jene anderen1 welche lieber in den ,seelen das1 was die ,seele empfangen und gebren soll1 die ,einsicht und die ,tugend zeugen wollen4 ,und in diesem ,sinne sind alle ,dichter ,zeuger1 und jene1 die im ,handwerk als ,erfinder gelten1 sind ,zeuger1 und die hchste und schnste ,einsicht1 ich meine das ,ma und die ,gerechtigkeit zeugen in den ,seelen jene1 so da den ,staat zu ordnen und die ,familie zu erhalten wissen4 ,wenn nun einem dieser ,gottgleichen in der ,seele der ,samen der ,tugend von ,jugend an gereift ist und er1 da die ,zeit gekommen ist1 zeugen will1 da geht er aus und blickt umher und sucht das ,schne1 in welchem sein ,samen zur ,frucht werde4 ,im ,hlichen1 im ,gemeinen wird er nicht zeugen1 nein4 ,es liebt schon die schnen ,leiber mehr als die hlichen1 wer da zeugen will -- und wo dieser der schnen1 edlen und echtgeborenen ,seele begegnet1 da ist seine ,liebe zum ,leib und zur ,seele1 zu beiden1 gar gro1 und fr einen solchen ,menschen hat er dann viele ,worte von der ,tugend und von allem1 was der ,edle tun und womit er sich beschftigen soll1 und er sucht den ,geliebten zu erziehen4 ,er hngt dann an ihm1 dem ,schnen1 und weckt ihn und folgt ihm und giet in ihn den reifen ,samen und lt ihn seine ,art gebren4 ,ob er bei ihm oder fern ist1 er kann ihn nicht mehr vergessen1 und mit ihm wacht er ber der neuen ,geburt2 und strker1 als ein leibliches ,geschlecht ,mann und ,weib einigt1 verbindet diese die ,freunde1 denn sie teilen sich in ein schneres1 gttliches ,geschlecht ihrer ,seelen4 ,und wer mchte auch nicht leiblichen ,kindern dieses ,geschlecht vorziehen1 wenn er ,homer sieht und ,hesiod und den anderen edlen ,dichtern nachstrebt1 die da ein ,geschlecht zurckgelassen haben1 das ihnen ewigen ,ruhm und dauernde ,erinnerung brachte1 oder1 wenn du willst1 so er auf die ,kinder des ,lykurgos blickt1 die ,gesetze1 die dieser hinterlie1 und die ,lakedaimon1 ja ganz ,griechenland gerettet haben4 ,und ehrwrdig ist auch ,solon1 weil er in euch die ,gesetze gezeugt hat1 und ehrwrdig in ,hellas und bei den ,barbaren sind all die vielen ,mnner1 die durch edle ,taten berall die ,tugend gezeugt haben4 ,und ihnen sind um dieser ,kinder willen und nie dem ,geschlecht ihres ,blutes und ,namens zu ,danke die vielen ,altre gebaut worden4 ,in alles1 was ich dir bisher von der ,liebe sagte1 konntest du leicht eingeweiht werden3 ich wei aber nicht1 o ,sokrates1 ob du darum schon der letzten und hchsten ,weihen wrdig seist1 jener ,weihen1 auf die alles andere nur vorbereiten durfte1 so einer wahrhaft ihrer teilhaft werden kann4 ,doch ich will dir von ihnen reden und werde den ,mut nicht verlieren1 du aber trachte mir zu folgen1 wenn du kannst4 ,wenn also einer recht nach jener ,vollendung strebt1 so mu er frh schon nach schnen ,krpern aussphen und schnen ,krpern nachgehen und1 so er gut gefhrt sein will1 nur einen ,krper lieben1 nur einen1 und in diesem einen die edlen ,worte zeugen4 ,dann erst darf er erfahren1 da diese ,schnheit des einen ,krpers jener eines anderen gleicht1 wie ,schwestern einander gleichen1 und wenn er nun wirklich die schne ,art und das schne ,bild1 wenn er die ,liebe will1 so wre es nur seine ,torheit1 dieselbe ,schnheit nicht in beiden1 in allen schnen ,krpern zu sehen4 ,und darum und jetzt wird er es verachten und fr niedrig halten1 alle ,leidenschaft fr einen ,krper zu haben1 und er wird die ,schnheit aller ,krper lieben4 ,aber auch hier kann er nicht stehen bleiben1 denn er wird die ,schnheit der ,seele sehen1 und die ,schnheit der ,seele wird ihm wrdiger erscheinen als die ,schnheit des ,krpers1 und so wird es ihm gengen1 da eines ,menschen ,seele hell sei1 und er wird diesen ,menschen1 wenn sein ,leib auch unschn wre1 lieben und um ihn besorgt sein und edle ,worte in ihm zeugen und nach ,worten fr ihn suchen1 welche die ,jnglinge besser zu machen vermgen1 auf da auch er gezwungen werde1 die ,schnheit in den ,sitten und ,gesetzen zu erkennen und auch in diesen die gleiche ,schnheit zu sehen4 ,und von den ,sitten wird er ihn zu den ,wissenschaften fhren1 damit er auch die ,schnheit der ,wissenschaften erblicke und so im ,anblicke dieser vielfachen ,schnheit nicht mehr wie ein ,sklave nach der ,schnheit dieses einen ,knaben verlange und dieses einen ,menschen1 dieser einen ,sitte ,schnheit wolle und gemein sei und kleinlich und an ,worten hnge1 sondern1 an die ,ufer des groen ,meeres der ,schnheit gebracht1 hier viele edle ,worte und ,gedanken mit dem unerschpflichen ,triebe nach ,weisheit zeuge1 bis er dann stark und reif jenes einzige ,wissen1 das da das ,wissen des ,schnen ist1 erschaue4 ,merke auf1 ,sokrates1 so viel du kannst6 ,wer also bis dahin zur ,liebe erzogen wurde und das ,schne in seiner ,ordnung erkennt1 der wird ganz am ,ende als letzte ,weihe seiner ,liebe ein ,wunderbares erblicken und die groe ,schnheit der ,schpfung erschauen2 er wird das erschauen1 ,sokrates1 um dessentwillen alle ,wege und ,mhen waren2 er wird das ,schne schauen1 das da ewig da ist und niemals wird und niemals vergeht und nicht reicher wird und nicht verliert1 das ,schne1 das nicht hierin schn und heute schn und da schn und fr diesen schn und hierin hlich und morgen hlich und dort hlich und fr jenen hlich ist1 das ,schne1 das wir uns nicht das eine ,mal im ,gesichte1 ein anderes ,mal an den ,hnden oder sonstwo am ,krper einbilden oder in den ,worten1 in den ,wissenschaften1 im ,tiere1 auf der ,erde oder am ,himmel finden2 er wird das ,schne schauen1 das da sich selbst und in sich schn1 in sich selbst ewig sich spiegelt2 und1 was sonst schn ist1 wird nur sein ,schein und ein ,teil sein und werden und vergehen1 und nur das ewig ,schne wird nicht wachsen und nicht verblhen und nicht leiden4 ,ja1 ,sokrates1 wer immer von dort unten1 weil er den ,geliebten richtig zu lieben wute1 empor zu steigen und jenes ewig ,schne zu schauen beginnt1 der ist am ,ende und vollendet und geweiht4 ,noch einmal1 so nur darf er die ,bahn der ,liebe gehen und gefhrt werden3 er wird zuerst von allen ,dingen die ,schnheit lernen und zu jener ewigen ,schnheit wie auf ,stufen kommen1 ,sokrates1 wie auf ,stufen1 ,stufen3 auf der ersten sieht er die ,schnheit eines ,krpers1 auf der zweiten die ,schnheit zweier1 und dann sieht er die ,schnheit aller ,krper1 und von den schnen ,krpern steigt er weiter zu den schnen ,sitten1 von den schnen ,sitten zu den schnen ,lehren1 und von den schnen ,lehren trgt ihn noch die letzte ,stufe zu jener einzigen ,wissenschaft1 die da die ewige ,schnheit begreift4 ,und hier1 ,geliebter1 rief das prophetische ,weib1 hier1 wenn irgendwo1 ist das ,leben lebenswert1 hier1 wo du die ewige ,schnheit schaust4 ,wenn du diese schaust1 wird sie dir nicht scheinen gleich dem ,golde oder schnen ,kleidern oder gleich jenen schnen ,knaben und ,jnglingen zu sein1 bei deren ,anblick schon du und die anderen erschrecken1 und bei denen ihr dann immer weilen wollt1 weilen ohne zu essen und zu trinken1 nur sie schauend1 nur ihnen gegenwrtig4 ,nein1 wie wrdest du dich gebrden1 wenn es dir gegeben wre1 jene ewige ,schnheit selbst klar und rein und ungemischt1 nicht am menschlichen ,fleisch1 in den ,farben1 am ,flitter1 sondern wie sie frei und gttlich1 sich selbst eigen da ist1 zu schauen8 ,glaubst du1 dein ,leben oder das ,leben eines anderen wre dann noch niedrig1 wenn ihr bis dorthin blicken und bei jenem ,wunder weilen knntet8 ,und glaubst du nicht1 da die ,vollendung dem ,menschen nur dort zu teil werde1 wo er im ,geiste das ,schne sieht und nicht mehr die ,bilder der ,tugend -- denn an ,bildern kann sein ,blick dort nicht mehr haften -- sondern die ,wahrheit selbst1 da er sie dort erblickt1 zeugt1 und glaubst du nicht1 da dieser ,mensch dann1 so er die wahre ,tugend zeuget und nhret1 wahrhaftig gottgeliebt und1 wenn je ein ,mensch1 unsterblich sein wird8 ,das nun1 ,phaidros und ihr andern1 das alles hat ,diotima mich gelehrt1 und sie hat mich berzeugt4 ,und seitdem suche ich auch die andern zu berzeugen -- zu berzeugen1 da1 um jenes hchste ,gut zu erreichen1 niemand einen besseren ,fhrer als ,eros whlen knne4 ,und darum rufe ich jedem zu1 er solle ,eros ehren1 und darum ehre ich selber ,eros und lerne und prfe alles1 was diesen ,heiland angeht1 und heie dasselbe auch die andern1 und heute und immer werde ich1 soweit es in meinen ,krften ist1 ,eros preisen4 ,nimm nun1 ,phaidros1 was ich hier zu euch gesprochen habe1 als meine ,lobrede2 wenn du nicht willst1 so nenne meine ,rede anders und wie du es willst4 ,da ,sokrates also seine ,rede schlo1 lobten ihn alle1 nur ,aristophanes wollte etwas erwidern1 weil ,sokrates auf seine ,worte irgendwie angespielt hatte4 ,doch da wurde pltzlich so laut an die ,tr gepocht1 wie nur ,betrunkene pochen1 und man hrte die ,tne einer ,fltenspielerin4 ,agathon rief den ,knaben zu3 ,seht doch nach6 ,wenn es ein ,freund ist1 so ruft ihn herein4 ,sonst aber sagt3 wir trinken nicht mehr und wollen schlafen6 ,gleich darauf aber konnte man die ,stimme des ,alkibiades unterscheiden3 er mute stark getrunken haben1 denn er schrie laut und fragte nach ,agathon und wollte zu ,agathon gefhrt sein4 ,doch schon kam er1 auf die ,fltenspielerin gesttzt1 mit einigen ,begleitern herein und blieb in der ,tr stehen2 er trug einen ,kranz von ,epheu und ,veilchen und hatte sehr viele ,bnder ins ,haar gewunden4 ,seid mir gegrt1 ,mnner6 rief er4 ,wollt ihr einen ,betrunkenen in eure ,mitte nehmen1 oder mu ich wieder weg1 nachdem ich ,agathon bekrnzt habe1 denn darum bin ich gekommen8 ,ich konnte nmlich gestern nicht erscheinen1 jetzt aber bin ich da und habe im ,haare die ,bnder1 damit ich sie von meinem ,haupt auf das ,haupt des weisesten und schnsten ,jnglings lege4 ,ich sehe1 ihr lacht mich aus1 weil ich betrunken sei1 aber lacht nur1 lacht1 ich wei trotzdem1 da ich die ,wahrheit spreche6 ,sagt also1 darf ich unter diesen ,bedingungen herein oder nicht8 ,wollt ihr mit mir noch trinken8 ,da jauchzten ihm alle zu und hieen ihn eintreten und sich zu ihnen legen1 und auch ,agathon rief ihm zu4 ,so kam denn ,alkibiades1 von seinen ,leuten gefhrt1 herein1 und whrend er die ,bnder abnahm1 um ,agathon zu schmcken1 hielt er diese so vor den ,augen1 da er ,sokrates nicht sehen konnte1 und legte sich neben ,agathon zwischen diesen und ,sokrates4 ,sokrates rckte etwas nach der ,seite4 ,und nun tat ,alkibiades sehr schn mit ,agathon und wand ihm die ,bnder ins ,haar4 ,agathon rief den ,knaben zu3 ,so nehmt auch ,alkibiades die ,sandalen ab1 damit er als dritter hier mit uns sitze4 ,ja1 ja1 tut das1 forderte ,alkibiades die ,knaben auf1 wer ist aber der dritte hier8 ,und da er sich umdrehte und ,sokrates erblickte1 sprang er auf und schrie3 ,bei ,herakles1 wer ist das8 ,sokrates1 du8 ,du8 ,bist du mir auch hier auf der ,lauer8 ,immer zeigst du dich ganz pltzlich1 wo ich dich am wenigsten erwarte4 ,warum bist du nur hergekommen8 ,und warum hast du dich gerade hierher gesetzt8 ,ist bei ,aristophanes oder bei sonst einem1 der ,spa zu machen versteht1 kein ,platz gewesen8 ,mutest du dich gerade zu dem ,schnsten setzen8 ,sokrates wandte sich da zu ,agathon3 ,jetzt mut du mich in ,schutz nehmen6 ,die ,liebe dieses ,menschen ist mir1 wie du siehst1 ziemlich unbequem geworden4 ,seit ich sein erklrter ,freund bin1 darf ich weder einen schnen ,jngling ansehen1 noch mit ihm reden1 sonst macht er mir in seiner ,eifersucht und ,migunst die grten ,torheiten und schmht mich und kann oft kaum seine ,hnde zurckhalten4 ,sieh du nun1 da er vernnftig werde1 und shne uns aus2 sollte er aber handgreiflich werden1 so halte ihn zurck2 ich habe beinahe ,angst vor seiner ,liebeswut4 ,o1 zwischen uns beiden1 erwiderte ,alkibiades1 gibt es keine ,vershnung6 ,hier und jetzt gleich will ich mich an dir rchen4 ,agathon1 gib mir einige von deinen ,bndern zurck1 damit ich sie auf dieses wunderherrliche ,haupt hier lege6 ,sokrates soll mir nicht vorwerfen1 ich htte dich geschmckt1 ihn aber nicht1 der mit seinen ,worten ber alle ,menschen und nicht nur einmal1 wie du gestern1 sondern immer siegt4 ,und so nahm ,alkibiades von den ,bndern des ,agathon und wand sie um des ,sokrates ,haupt1 und jetzt erst legte er sich wieder4 ,wohlan denn1 ,mnner1 rief er1 ihr scheint mir alle noch recht nchtern zu sein4 ,das darf ich nicht zugeben1 ihr mt mit mir trinken4 ,wir haben das ausgemacht4 ,und solange ihr nicht recht im ,trinken drin seid1 whle ich mich selber zum ,vorsitzenden der ,zeche4 ,agathon1 la einen groen ,krug bringen1 wenn einer da ist6 ,doch nein1 er ist nicht ntig2 bringe ,knabe1 du da1 mir diesen ,khler2 ich sehe1 er enthlt mehr als acht kleine ,becher6 ,der ,khler wurde also gefllt1 und ,alkibiades trank ihn aus1 dann lie er ihn gleich fr ,sokrates fllen und rief3 ,gegen ,sokrates komme ich nicht auf4 ,er trinkt1 was man ihn heit1 und wird nie betrunken4 ,der ,knabe hatte eingeschenkt1 und auch ,sokrates trank schon4 ,da fiel aber ,eryximachos ein3 ,wie machen wir es aber weiter1 ,alkibiades8 ,sollen wir dazu gar nichts reden oder singen und einfach nur trinken wie ,leute1 die eben ,durst haben8 ,o ,eryximachos1 rief ,alkibiades1 du bester ,sohn des besten und weisesten ,vaters1 sei mir gegrt6 ,und du mir6 entgegnete ,eryximachos1 aber wie machen wir es nun8 ,wie du befiehlst2 ich gehorche deinem ,worte6 ,denn es hat der ,arzt die ,wrde von vielen4 ,sage1 wie du es haben willst6 ,so hre6 ,bevor du kamst1 hatten wir beschlossen1 da jeder von uns1 der ,reihe nach von rechts1 eine ,rede auf ,eros halte1 so gut er es eben vermchte1 und den ,gott preise4 ,nun1 wir haben jeder seine ,rede gehalten4 ,da nur du bisher weder getrunken noch gesprochen hast1 so ist es billig1 da du jetzt uns fortsetzest und dann ,sokrates ein ,thema gibst1 und ,sokrates mu es wieder an seinen ,nachbar zu rechts weitergeben usw4 ,das ,thema kannst du selber whlen4 ,eryximachos1 das ist alles sehr schn gesagt2 es ist aber doch nicht billig1 da der ,betrunkene den ,nchternen das ,thema gebe4 ,und dann1 ,glcklicher1 glaubst du etwas von allem1 was ,sokrates vorhin gesagt8 ,wisse denn1 gerade das ,gegenteil davon ist wahr6 ,denn er1 er kann mit den ,hnden kaum an sich halten1 wenn ich in seiner ,gegenwart irgend jemanden1 einen ,gott oder einen ,menschen1 preise4 ,lsterst du hier nicht8 fragte ,sokrates4 ,bei ,poseidon6 ,du kannst mir nicht widersprechen1 wenn ich behaupte1 ich drfe in deiner ,gegenwart niemand anderen loben6 ,ja1 dann mache es doch so3 sagte ,eryximachos1 preise ,sokrates6 ,wie meinst du das8 ,sollte ich es tun1 ,eryximachos8 ,sollte ich ihm auf diese ,weise beikommen und mich vor euch an ihm rchen8 ,was hast du da im ,sinn8 ,willst du mich mit deinem ,lobe lcherlich machen8 ,oder was willst du8 sagte ,sokrates4 ,ich will die ,wahrheit sagen3 hast du jetzt etwas dagegen8 ,o nein1 gegen die ,wahrheit habe ich nichts2 ich will sogar1 da du sie sagst6 ,und ich werde auch gleich beginnen1 du halte es aber so3 ,wenn ich nicht die ,wahrheit sage1 so unterbrich mich1 wenn du willst1 nur gleich mitten im ,reden und sage1 da ich lge6 ,absichtlich werde ich nicht lgen4 ,wenn ich aber in meiner ,erinnerung da und dort ,sprnge mache1 nimm es nicht bel6 ,es ist in meinem ,zustande nicht leicht1 dein sonderbares ,wesen in einer gewissen ,ordnung zu schildern4 ,so will ich denn1 ,mnner1 ,sokrates preisen1 und ich will versuchen1 ihn in ,bildern zu preisen4 ,er wird vielleicht glauben1 da ich ihn durch die ,bilder lcherlich machen will2 o nein1 die ,bilder werden die ,wahrheit sprechen4 ,und so sage ich denn gleich3 ,sokrates gleicht jenen ,silenen1 die ihr in den ,werksttten der ,bildhauer findet4 ,die ,knstler bilden sie gewhnlich mit einer ,pfeife oder einer ,flte in der ,hand und geben ihnen zwei kleine ,tren3 wer diese ffnet1 erblickt im ,inneren kleine ,bildsulen der ,gtter4 ,ich sage aber weiter1 ,sokrates gleicht ,marsyas1 dem ,satyr4 ,da du ihm im ueren hnlich bist1 wirst du selber nicht bestreiten wollen1 ,sokrates6 ,worin du dem ,satyr aber sonst noch gleichst1 das hre nun6 ,du bist wie ,marsyas ein ,frevler1 ,sokrates6 ,wenn du nein sagst1 will ich dir ,zeugen bringen4 ,ja1 du bist wie er ein ,emprer1 und dann weit auch du die ,flte zu spielen und schner als ,marsyas4 ,denn ,marsyas lockte die ,menschen mit seinem ,instrument durch die ,kunst seiner ,lippen1 und heute noch leben ,menschen1 die seine ,weisen spielen4 ,was ,olympos spielte1 das hatte er von ,marsyas gelernt4 ,ob sie ein guter ,fltenspieler oder eine von den gewhnlichen ,fltenspielerinnen spielt1 seine ,weisen allein ergreifen und offenbaren den1 der der ,gtter und der ,weihen bedrftig ist2 denn des ,marsyas ,weisen sind gttlich4 ,du aber1 ,sokrates1 unterscheidest dich nur darin von ,marsyas1 da du ohne ,instrument1 nur mit deinen nackten ,worten spielst4 ,wenn wir einen anderen1 und wre er auch der beste ,redner1 hren1 so geht uns das gewhnlich sozusagen gar nichts an4 ,wer dich1 dich selbst hrt oder deine ,worte von einem andern1 und wre dieser der gemeinste unter den ,menschen1 wenn dir ein ,weib1 ein ,mann1 ein ,knabe zuhrt1 wir alle sind wie erschttert und vermgen uns kaum zu halten4 ,o ,mnner1 wenn ich euch dann nicht ganz betrunken erscheinen sollte1 so wrde ich euch es sagen und jeden ,satz beschwren1 was ich durch seine ,worte gelitten habe und immer wieder leide4 ,wenn ich ,sokrates hre1 da schlgt mein ,herz strker als das ,herz des ,korybanten1 und ich vergiee ,trnen1 und viele1 viele erfahren dasselbe4 ,ich habe ,perikles und die anderen groen ,redner gehrt2 mir schien da immer nur1 sie sprchen gut1 ja1 aber ich erfuhr durch sie nichts hnliches1 und meine ,seele ward nie erschttert und hat sich nie aufgebumt1 wie ein ,sklave sich gegen den ,herrn aufbumt4 ,aber dieser ,marsyas hier hat mich oft so weit gebracht1 da mir das ,leben1 das ich fhre1 nichtswrdig vorkam4 ,sokrates1 du kannst nicht sagen1 da das nicht wahr sei4 ,und ich wei ganz genau1 da1 wenn ich jetzt1 so wie ich hier bin1 ihm zuhren wollte1 ich nicht an mich halten knnte und dasselbe erfhre4 ,er zwingt mich1 ihm recht zu geben1 wenn er behauptet1 selber noch voll von ,fehlern1 vernachlssigte ich mich und beschftigte mich mit den ,angelegenheiten ,athens4 ,wie vor den ,sirenen fliehe ich vor ihm und halte mir die ,ohren zu1 damit ich nicht bei ihm frh zum ,greise werde4 ,und so habe ich durch ihn erfahren1 was niemand in mir wohl gesucht htte3 ich habe durch ihn die ,scham erfahren4 ,ja1 vor ihm allein unter allen ,menschen schme ich mich4 ,ich bin ja nicht imstande1 ihm zu widersprechen und zu sagen3 ,ich mu nicht das tun1 was du von mir willst2 ich wei das1 denn ich wei1 da1 wenn ich ihm entwichen bin1 mich vor dem ,volke der alte ,ehrgeiz wieder packt4 ,und so laufe ich vor ihm weg und fliehe ihn und schme mich1 so oft ich ihn sehe1 alles dessen1 was ich ihm zugestanden und ber mich eingerumt habe4 ,ja1 oft habe ich da den ,wunsch1 ihn nicht mehr unter den ,lebenden zu sehen4 ,und doch1 wenn das je eintrfe1 ich wei1 ich wrde noch viel unglcklicher sein2 so wehrlos1 so ganz wehrlos bin ich gegen ihn4 ,und so haben wir denn alle durch die ,fltenweisen dieses ,satyrs viel gelitten1 und ihr habt von mir gehrt1 worin er den ,wesen hnlich ist1 mit denen ich ihn vergleiche1 und welche ,macht ihm ber uns ward4 ,aber wit1 ihr alle kennt ihn schlielich gar nicht1 und da ich einmal begonnen1 so will ich ihn euch ganz offenbaren4 ,seht1 ,sokrates tut in alle schnen ,jnglinge verliebt und schleicht um sie herum und ist immer erregt in seinen ,gebrden6 ,ist das nicht ,silenenart8 ,und wie einer jener gemeielten ,silenen ist auch seine ganze ,haltung4 ,wer aber den ,silen ffnet1 ,freunde und ,zechgenossen1 wie sieht er diesen da nicht ganz voll von ,weisheit und ,ma6 ,ja1 ich sage euch1 diesen ,silen kmmert es dann gar nicht1 ob ein ,jngling schn sei oder nicht1 ja er verachtet dessen ,schnheit so grndlich1 wie niemand es erwarten wrde1 und es ist ihm ganz gleichgltig1 ob einer von denen1 welche da immer von der ,menge glcklich gepriesen werden1 reich sei oder eine hohe ,stellung habe4 ,sokrates hlt diese ,gter fr wertlos und uns selbst fr eitel -- merkt euch das --1 wenn er1 mit euch ,spott und ,spa treibend1 sein ,leben fhrt4 ,aber ich wei nicht1 ob je einer von euch in ihn hineingeblickt und in ihm die ,gtterbildnisse gesehen hat1 wenn ,sokrates ernst und wie offen ist4 ,ich habe hineingeblickt und glaube ,gttliches gesehen zu haben und lauter ,gold und beraus ,schnes und ,wunder1 und darum mu ich von nun an immer tun1 was ,sokrates mich heit4 ,als ich glaubte1 ,sokrates habe ein ,auge auf meine ,schnheit geworfen1 hielt ich es fr meinen ,stern und mein groes ,glck1 denn ich brauchte mich dann ihm nur ganz hinzugeben1 um sein ganzes ,wissen zu erfahren4 ,und ich hielt viel von meiner ,schnheit4 ,bisher war ich nie allein mit ,sokrates gewesen1 aber jetzt und in meiner groen ,hoffnung entlie ich meinen ,begleiter und war das erste ,mal allein mit ihm4 ,ich mu euch die ganze ,wahrheit sagen1 seid aufmerksam1 und wenn ich lge1 dann1 ,sokrates1 berfhre mich4 ,ich war also allein mit ihm1 o ,mnner1 und erwartete1 er werde mir gleich alles das sagen1 was der ,freund1 wenn niemand zuhrt1 zum ,geliebten spricht1 und war selig4 ,aber nichts dergleichen geschah2 ,sokrates sprach zu mir wie immer1 blieb den ,tag ber da und ging dann fort4 ,das nchste ,mal forderte ich ihn auf1 mit mir zu turnen2 vielleicht knnte ich auf diese ,weise etwas von ihm erreichen1 dachte ich4 ,und ,sokrates turnte auch und rang oft mit mir1 whrend niemand zusah4 ,ach1 wie soll ich es nur sagen6 ,auch das half nichts4 ,und da ich zu keinem ,ziele kommen konnte1 beschlo ich1 ,gewalt anzuwenden und1 wenn ich ihn nur einmal fest habe1 von dem ,manne nicht mehr zu lassen2 ich mute endlich wissen1 wie ich mit ihm stnde4 ,ich bat ihn also1 mit mir zu essen2 wie ihr seht1 lief ich ihm also ganz einfach nach1 wie der ,freund dem ,geliebten4 ,er folgte zwar nicht gleich meiner ,bitte1 aber nach einiger ,zeit kam er wirklich4 ,beim ersten ,mal wollte er gleich nach dem ,essen fort1 und ich schmte mich damals so sehr1 da ich ihn auch gehen lie4 ,beim zweiten ,mal aber gebrauchte ich eine ,list3 nachdem wir gegessen hatten1 sprach ich ohne ,unterbrechung bis in die ,nacht in ihn hinein1 und als er endlich doch gehen wollte1 meinte ich1 es sei schon zu spt1 und zwang ihn zu bleiben4 ,und wirklich1 diesmal legte er sich denn auf meinem ,lager nieder1 auf demselben1 auf welchem wir gegessen hatten1 und niemand anders auer uns beiden schlief in dieser ,nacht im ,hause4 ,was ich bis hierher erzhlt habe1 htte ich jedermann erzhlen knnen4 ,was ich nun sagen werde1 wrdet ihr niemals aus meinem ,munde vernommen haben1 wenn erstens nicht1 wie es heit1 der ,wein und die ,kinder oder der ,wein allein -- ohne die ,kinder -- die ,wahrheit sprchen1 und wenn zweitens es mir nicht unrecht schiene1 eine so auerordentliche ,tat des ,sokrates zu verschweigen4 ,und dann1 es ist mir heute noch wie einem1 den die ,natter gebissen hat2 und die ,leute sagen1 wen jemals eine ,natter gebissen hat1 der knne1 wie das wre1 nur jenen wieder schildern1 welchen ein gleiches widerfahren sei1 da diese allein verstnden und mitempfnden1 wenn einer im ,schmerze dann alles zu tun und zu sagen wagt4 ,ich hatte aber einen bseren ,bi bekommen und dorthin1 wo es am meisten schmerzt3 mich hat es ins ,herz gebissen1 oder wie man das nennen soll1 wohin uns die ,worte eines ,weisen treffen und die ,bisse einer wilderen ,natter beien1 wenn sie in die ,seele eines nicht unedlen ,jnglings greifen und ihn zu allem fhig machen4 ,ich sehe euch hier um mich1 wie immer ihr heien mgt1 dich1 ,phaidros1 dich1 ,agathon1 ,eryximachos1 ,pausanias1 ,aristodemos und ,aristophanes1 wozu soll ich noch ,sokrates selbst nennen oder die vielen anderen8 ,ihr alle seid gebissen worden und voll gewesen der ,wut und des ,taumels der ,philosophie6 ,und darum sollt ihr mich jetzt hren1 ihr allein werdet verzeihen1 was ich damals alles tat und jetzt ausspreche4 ,ihr ,diener aber1 und wer sonst noch hier ungeweiht und roh geblieben ist1 legt euch groe ,tore vor die ,ohren6 ,da also die ,knaben fortgegangen waren und ich das ,licht ausgelscht hatte1 war ich entschlossen1 nichts mehr zu beschnigen1 sondern frei zu sagen1 was ich sagen mute4 ,ich stie also ,sokrates ein wenig und sprach3 ,sokrates1 schlfst du8 ,nein1 noch nicht6 gab er zur ,antwort4 ,weit du1 was ich glaube8 ,was denn8 ,ich glaube1 du liebst mich und bist allein mir der ,freund1 den ich brauche1 nur zgerst du noch1 mir es zu gestehen4 ,ich denke aber so3 ,ich wrde mir tricht vorkommen1 wenn ich mich dir nicht so ganz hingbe1 wie ich dir oder einem meiner ,kameraden von meinem ,vermgen geben wollte1 wenn ihr davon verlangtet4 ,ich wei nichts ,heiligeres1 als so gut wie mglich zu werden1 und wenn du mir dazu helfen willst1 werde ich niemand demtiger gehorchen4 ,wenn ich mich einem solchen ,menschen wie dir nicht hingbe1 so wrde ich mich vor den ,wissenden viel mehr schmen1 als ich mich vor der ,menge und den ,toren schmen mte1 wenn ich mich dir hingbe4 ,da ,sokrates mich also gehrt hatte1 erwiderte er ganz in seiner bekannten ,art spttisch3 ,mein geliebter ,alkibiades1 du bist wirklich nicht dumm1 wenn das1 was du von mir behauptest1 wahr ist und in mir eine ,kraft wohnt1 die dich besser zu machen vermag4 ,du mut doch wohl eine groe ,schnheit in mir sehen1 eine ,schnheit1 die sich bedeutend von deiner schnen ,gestalt unterscheidet4 ,wenn du sie mit mir teilen und so ,schnheit gegen ,schnheit tauschen willst1 so mut du im ,sinne haben1 mich ein wenig zu bervorteilen3 du willst da fr deine schne ,meinung meine ,wahrheit erwerben und recht eigentlich fr ,erz ,gold haben4 ,aber1 ,glcklicher1 sieh genau hin3 ich bin vielleicht ganz ohne ,wert6 ,der ,blick der ,vernunft wird schrfer sehen1 wenn deine beiden ,augen an ,schrfe verlieren1 noch bist du weit davon entfernt4 ,ich hrte ihm zu und sagte nur3 ,was ich zu sagen hatte und wie ich denke1 habe ich gesagt2 denke du jetzt darber nach1 was dich fr uns beide am besten dnkt6 ,ja1 da hast du recht1 erwiderte ,sokrates1 von nun an werden wir beide darber nachdenken und nur das tun1 was uns hier und in anderen ,dingen am besten dnkt6 ,das hatte ich nun von ,sokrates gehrt1 und so hatte ich zu ihm gesprochen2 ich meinte1 der ,pfeil sei abgeschossen und ,sokrates verwundet4 ,ich stand also auf1 und ohne ein ,wort mehr zu verlieren1 legte ich meinen ,mantel um ,sokrates -- es war ,winter -- und kroch selbst unter den ,mantel1 schlo meine ,arme um den ,leib dieses wahrhaft herrlichen ,dmons und lag so neben ihm die ganze ,nacht4 ,sokrates1 du wirst nicht sagen1 da auch nur ein ,wort davon nicht wahr sei4 ,nach allem aber1 was ich da fr ihn getan hatte1 wurde er ganz anders zu mir und verachtete und verlachte meine ,schnheit und nahm sich alles gegen mich heraus6 ,ihr ,richter -- und ihr1 die ihr hier sitzt1 seid die ,richter seiner berhebung -- bei den ,gttern1 bei den ,gttinnen schwre ich euch3 ich erwachte nicht anders neben ihm1 als wenn ich mit meinem ,vater oder einem ,bruder geschlafen htte4 ,was alles1 glaubt ihr1 mu ich damals nicht empfunden haben8 ,er verachtete mich -- ich nahm es doch so -- und ich1 ich liebte seine ,art1 seine ,weisheit1 seine ,mnnlichkeit2 ich hatte in ihm einen ,menschen von so hoher ,vernunft und ,migung gefunden1 wie ich ihm nie im ,leben zu begegnen glaubte6 ,ich konnte also weder ihm zrnen und ihn meiden1 noch hatte ich ,mittel1 ihn an mich zu fesseln4 ,ich wute jetzt1 da ,gold ihn noch weniger zu verwunden vermchte1 als ,eisen den ,aias2 dort also1 wo allein ich ihn fassen zu knnen hoffte1 ging er mir durch4 ,ich war hilflos und irrte umher in den ,fesseln1 in die dieser ,mensch mich geschlossen hatte4 ,das alles habe ich mit ihm erlebt1 bevor wir gemeinsam den ,feldzug gegen ,potidaia mitmachten und dort im ,lager am selben ,tisch aen4 ,vor allem war ,sokrates hier im ,ertragen der ,strapazen nicht nur mir1 sondern berhaupt allen ,soldaten berlegen4 ,so oft wir1 wie das im ,kriege vorkommt1 irgendwo abgeschnitten waren und nichts zu essen hatten1 konnte er wie kein anderer ,hunger leiden4 ,wenn es dagegen berflu gab1 konnte er wieder mehr essen als andere1 und freiwillig zwar nicht1 aber gezwungen1 trank er uns alle unter den ,tisch2 und was das erstaunlichste ist1 noch niemand hat je ,sokrates betrunken gesehen4 ,er wird euch gleich hier den ,beweis geben4 ,wie er die ,klte ertrug -- die ,winter sind dort streng -- auch das klingt wie ein ,wunder4 ,es hatte einmal stark gefroren1 die ,soldaten verlieen entweder berhaupt nicht die ,zelte oder1 wenn einer ausging1 wickelte er sich wunder wie ein und hatte die ,fe in ,filz oder ,pelz gefatscht2 ,sokrates aber kam im ,rock1 den er immer trug1 heraus und spazierte barfu leichter durch den ,frost als alle1 die ihre ,schuhe hatten4 ,die ,soldaten blickten ihn mitrauisch an und muten denken1 er wolle sich ber sie nur lustig machen4 ,doch davon genug4 ,aber wie er jenes ,groe vollbracht1 der gewaltige ,mann1 und bestanden1 damals im ,kriege1 das mt ihr noch hren4 ,eines ,morgens kam er in ,gedanken und blieb stehen und sann1 und da er es scheinbar nicht heraus bekam1 gab er nicht nach und blieb weiter stehen und suchte4 ,es war schon ,mittag geworden2 die ,leute wunderten sich ber ihn und einer sagte es dem anderen3 ,sokrates steht seit frhem ,morgen auf einem ,fleck1 rhrt sich nicht und denkt nach6 ,da es ,abend geworden war und alle gegessen hatten1 trugen einige jngere ,soldaten ihre ,betten aus den ,zelten -- wir waren im ,sommer -- und wollten im ,khlen schlafen und zugleich sehen1 ob denn ,sokrates auch in der ,nacht auf demselben ,fleck stehen bleiben werde4 ,und wirklich1 ,sokrates blieb die ganze ,nacht stehen1 bis der ,morgen kam und die ,sonne aufging1 dann sprach er der ,sonne sein ,gebet und ging fort4 ,und hrt jetzt1 wie er in der ,schlacht selbst war -- auch hier darf ich ihm nichts schuldig bleiben6 ,in jener ,schlacht1 nach welcher mir die ,feldherrn den ,preis zuerkannten1 hat er mir das ,leben gerettet2 als ich verwundet am ,boden lag1 ist er bei mir geblieben und hat mich und meine ,waffen in ,sicherheit gebracht4 ,und schon damals forderte ich die ,feldherrn auf1 dir1 ,sokrates1 den ,preis zuzuerkennen -- auch hierin wirst du mir nicht unrecht geben und sagen1 ich lge4 ,die ,feldherrn aber sahen auf meinen ,adel und beschlossen darum1 ihn mir zu geben1 und du wnschtest es noch eifriger als sie1 da ich ihn habe4 ,und dann1 ,mnner1 httet ihr ,sokrates sehen sollen1 als das ganze ,heer von ,delion auf der ,flucht war4 ,ich war damals zu ,pferde und er in voller ,rstung zu ,fu4 ,das ganze ,heer war in wilder ,unordnung1 er ging mit ,laches4 ,da treffe ich sie und rufe ihnen ,mut zu und meinte1 ich wolle sie nicht verlassen4 ,und hier sah ich ,sokrates noch herrlicher als in ,potidaia4 ,da ich zu ,pferde war1 hatte ich weniger ,furcht4 ,aber1 wie damals ,sokrates den ,laches an ,haltung bertraf6 ,ich sah ihn dort leibhaftig wie du1 ,aristophanes1 ihn schilderst3 trotzigen ,blicks1 mit rollenden ,augen2 ruhig sah er rechts und links die ,freunde und ,feinde1 und man wute schon von weitem1 da1 wenn ihn jetzt hier einer angreifen wollte1 er sich dessen erwehren wrde4 ,und er und sein ,begleiter kamen darum auch ganz sicher durch4 ,denn ,soldaten von seiner ,haltung werden im ,kriege selten angegriffen1 und der ,feind hat es viel mehr auf die abgesehen1 die kopfber fliehen4 ,vieles ,andere noch und ,herrliches knnte ich an ,sokrates rhmen2 aber was er sonst noch alles tat1 das knnte oft auch ein anderer getan haben3 das ,wunder an ihm ist1 da er keinem ,menschen weder unter den ,alten noch unter den ,lebenden gleicht4 ,mit ,achilleus knnte man schlielich ,brasidas1 mit ,perikles ,nestor und ,antenor vergleichen1 es finden sich da immer noch andere4 ,immer kann man da den einen mit dem anderen vergleichen4 ,dieser ,mensch aber1 er selbst und seine ,worte1 ist so sonderbar gewachsen1 da niemand weder unter den ,alten1 noch unter den ,lebenden seinesgleichen finden wrde1 es sei denn1 da er ihn1 wie ich es tat1 mit ,menschen berhaupt nicht1 sondern mit den ,silenen und ,satyrn ihn und seine ,worte vergliche4 ,denn ich verga es vorhin zu sagen1 da auch seine ,worte jenen geffneten ,silenen gleichen4 ,wenn jemand zuerst seine ,redensarten hrt1 erscheinen sie ihm lcherlich4 ,sokrates hllt sich da in ,namen und ,ausdrcke1 wie ein wilder ,satyr in sein ,fell4 ,er spricht von ,lasteseln oder ,schmieden oder ,schustern oder ,gerbern2 es sieht aus1 als ob er immer mit denselben ,worten dasselbe sagte1 so da der ,unerfahrene und ,ungebildete ber diese ,reden lacht4 ,wer sie aber erschliet und in sie hinein kann1 der wird gleich finden1 wie gerade seine ,worte ein ,sinn verbinde und da sie gttlich seien und ,bilder hchster ,tugend1 und da sie berallhin reichen und vor allem dorthin1 wohin der ,mensch1 der nach ,veredlung und ,besserung strebt1 seinen ,blick richtet4 ,das alles1 ,mnner1 ist es1 was ich an ,sokrates preise4 ,ich habe auch den ,tadel in das ,lob gemischt und euch gesagt1 wie er mich verletzt hat4 ,aber nicht nur mir hat er das angetan1 sondern ,charmides1 der ,sohn des ,glaukon1 und ,euthydemos1 des ,diokles ,sohn1 und viele andere haben ein gleiches erfahren3 er hat sie alle getuscht und ist ihnen statt eines ,freundes der ,geliebte geworden4 ,auch dir1 ,agathon1 sage ich3 la dich nicht von ihm betrgen2 lerne von unseren ,leiden und sei auf der ,hut und mache es nicht wie die ,toren1 die1 wie das ,sprichwort sagt1 erst durch ,schaden klug werden6 ,da ,alkibiades also gesprochen hatte1 muten alle ber seine ,offenherzigkeit lachen1 denn er schien ihnen noch immer1 nach wie vor1 ,sokrates zu lieben4 ,sokrates rief3 ,alkibiades1 ich glaube wirklich1 du bist nchtern4 ,denn sonst wrdest du kaum so sinnreich zu verstecken versucht haben1 warum du berhaupt alles das gesagt hast4 ,wie etwas ,nebenschliches hast du es an das ,ende gesetzt1 als ob nicht alle deine ,worte den einzigen ,zweck gehabt htten1 mich und ,agathon zu entzweien1 denn du glaubst1 ich drfe nur dich und sonst niemand lieben und ,agathon wieder drfe nur von dir allein geliebt werden4 ,du hast das nicht verbergen knnen1 dein ,satyr- und ,silenendrama hat uns alles verraten4 ,aber1 mein geliebter ,agathon1 das soll ihm nicht helfen2 sorge nur1 da er uns beide nicht entzweie4 ,agathon entgegnete3 ,sokrates1 du hast recht4 ,sieh nur1 wie er sich zwischen mich und dich gelegt hat1 um uns beide auseinander zu bringen6 ,es ist aber umsonst1 denn ich werde gleich an deine ,seite kommen und mich zu dir legen4 ,ja1 ja1 meinte ,sokrates1 komme nur her und lege dich zu mir hin6 ,beim ,zeus1 rief da ,alkibiades1 was mu ich von diesem ,menschen nicht alles ertragen6 ,er glaubt mich berall ausstechen zu mssen4 ,aber1 ,herrlicher1 wenn es schon nicht anders geht1 so la wenigstens ,agathon zwischen uns4 ,das ist unmglich2 rief ,sokrates1 du hast mich gelobt1 und jetzt ist an mir die ,reihe1 nach rechts jemanden zu loben4 ,wenn ,agathon zwischen uns kommt1 so mte er auf mich wieder eine ,lobrede halten1 er soll aber umgekehrt jetzt von mir gelobt werden4 ,la uns also1 mein ,bester1 und beneide nicht einen ,jngling um das ,lob1 das ich ihm reden will2 ich selbst habe auch das ,bedrfnis1 ,agathon zu preisen6 ,und ,agathon rief3 ,armer ,alkibiades1 ich darf hier nicht bleiben und mu den ,platz wechseln1 damit ,sokrates mich lobe6 ,und ,alkibiades3 ,da sehen wir es also3 wenn ,sokrates da ist1 kann man nichts mehr von den schnen ,jnglingen haben4 ,und wie klug er sich es ausgedacht hat1 warum ,agathon neben ihm sitzen msse6 ,o ,sokrates1 ,sokrates6 ,nun ist ,agathon aufgestanden und hat sich neben ,sokrates gelegt4 ,da kam pltzlich eine ,menge von ,zechern an die ,tr1 und da diese offen stand -- es war eben jemand herausgegangen -- so konnten diese weiter und sich zu den anderen legen4 ,es herrschte dann viel ,lrm1 und ohne ,ordnung ward jeder gezwungen1 so viel wie mglich zu trinken4 ,eryximachos1 ,phaidros und andere1 erzhlte ,aristodemos1 wren weggegangen1 ihn selbst htte der ,schlaf gepackt und er htte fest geschlafen -- es wre ja sehr spt gewesen -- und wre erst gegen ,morgen aufgewacht1 da die ,lerchen schon sangen4 ,da htte er denn die einen schlafen gesehen1 andere wren fortgegangen1 und nur ,agathon und ,aristophanes und ,sokrates wren noch wach gewesen und htten aus einem groen ,krug getrunken und ihn immer wieder nach rechts sich gereicht4 ,sokrates htte zu ihnen gesprochen4 ,aristodemos konnte sich aber nicht an alles erinnern1 er htte den ,anfang nicht hren knnen und jetzt noch etwas geduselt4 ,in der ,hauptsache aber1 meinte er1 htte ,sokrates beide dazu gebracht1 ihm zuzugeben1 da ein und derselbe ,dichter die ,komdie und die ,tragdie beherrschen mte1 und da der ,tragdiendichter auch ein ,komdiendichter wre4 ,agathon und ,aristophanes htten ihm aber nicht mehr ganz zu folgen vermocht und wren ab und zu in den ,schlaf genickt4 ,zuerst wre ,aristophanes eingeschlafen1 dann gegen ,morgen ,agathon4 ,sokrates aber sei1 nachdem er sie also zur ,ruhe gebracht1 aufgestanden und weggegangen1 ,aristodemos ihm nach seiner ,gewohnheit gefolgt4 ,sokrates wre ins ,lykeion gekommen1 htte dort gebadet und den ganzen ,tag zugebracht und dann erst gegen ,abend zu ,hause sich zur ,ruhe gelegt4 ,,ende ,,druck ,,der ,,spamerschen ,,buchdruckerei ,,in ,,leipzig ,liste der vorgenommenen nderungen3 so mssten wir dann glauben so mten wir dann glauben ,ja1 da sprichst du wahr6 ,ja1 da sprichst du wahr6 ,ja1 dann mache es doch so3 sagte ,eryxmimachos ,ja1 dann mache es doch so3 sagte ,eryximachos der knne1 wie das wre1 nur jener wieder schildern der knne1 wie das wre1 nur jenen wieder schildern aufgestanden und weggegangen1 ,aristodemus ihm nach seiner ,gewohnheit gefolgt aufgestanden und weggegangen1 ,aristodemos ihm nach seiner ,gewohnheit gefolgt