,,marc ,,aurel ,,selbstbetrachtungen ,deutsche ,bibliothek in ,berlin ,fr die ,deutsche ,bibliothek nach der bersetzung von ,f4,c4 ,schneider herausgegeben und eingeleitet von ,alexander von ,gleichen-,ruwurm ,einleitung ,der ,philosoph auf dem ,kaiserthron gehrt zu den bedeutendsten ,mnnern des ausklingenden ,altertums4 ,marcus ,annius ,verus wurde den #be4 ,april des ,jahres #aba n4 ,chr4 ,geb4 zu ,rom geboren wo seine ,familie1 seit der ,urgrovater aus ,spanien eingewandert war1 sich zu hohem ,rang emporgearbeitet hatte4 ,sorgfltige ,erziehung1 gepaart mit groer ,lernbegierde1 erschlossen ihm die ,wissenschaft seines ,jahrhunderts1 die in der ,philosophie den hchsten1 in unserem ,sinn sogar den einzigen ,ausdruck fand4 ,schon im zwlften ,jahr nahm der krftig aufblhende ,jngling den weien ,mantel und bekundete dadurch1 da er auch uerlich zur ,kaste der ,philosophen gehren wolle4 ,streng und ernst gab sich die ,weltweisheit des zweiten ,jahrhunderts4 ,entbehrungen1 oft bis zum berma gesteigert1 wie sie spter zur typischen ,eigenschaft christlicher ,asketen wurden1 verlangten die ,anhnger der ,stoa und sahen in der ,abkehr von allen ,interessen1 ,zerstreuungen wie ,freuden der ,welt die einzig richtige ,stellungnahme eines ,weisen den vergnglichen ,dingen gegenber4 ,zurckgezogen von seinen ,altersgenossen1 vielleicht ein wenig ostentativ in den weien ,mantel gehllt1 mit den ,stoikern ,rusticus1 ,apollonius1 ,claudius ,maximus in anregend erzieherischem ,gesprch1 wandelte der ,jngling durch die stillen abgelegenen ,grten einer ,villa1 bis zu deren ,mauern der ,lrm der rmischen ,weltstadt brandete4 ,auf ,bitten seiner ,mutter1 die mit ,bangen bemerkte1 da ihr ,sohn unter der ,last selbstauferlegter ,entbehrungen blasser und schmchtiger wurde1 stellte er seinen ,lebenswandel auf gesndere ,basis und gesellte den geistigen ,exerzitien ntzliche1 krperliche bungen4 ,die ,herrschaft des gesunden ,menschenverstandes1 die in den ,taten und ,schriften des spteren ,kaisers so glcklich zum ,ausdruck kommt1 beginnt schon in den ,jnglingsjahren1 sobald der einseitige ,einflu allzu strenger stoischer ,lebensanschauung gemigt erscheint4 ,den ,anhngern der ,stoa treten als ,lehrer zur ,seite ,claudius ,severus1 der ,peripatetiker und der ,platoniker ,sextus aus ,chaeronea1 ein ,enkel ,plutarchs4 ,epiktets nachgelassene1 von ,arrhianos gesammelte ,schriften prgen sich der eindrucksfhigen jungen ,seele ein und wirken bestimmend auf die ethische ,entwicklung des still fr sich ,heranwachsenden4 ,kaiser ,hadrian fand ,gefallen an dem ernsten1 auerordentlich wahrhaften ,philosophenschler und veranlate im ,jahr #acf dessen ,verlobung mit der ,tochter seines ,mitregenten ,verus4 ,als ,folge dieser ,verlobung ist dann die ,adoptierung seitens ,antoninus 7eines ,sohnes des ,verus7 zu betrachten1 der selbst von ,hadrian an ,kindes ,statt angenommen und zum ,thronfolger ernannt war4 ,unter dem ,namen ,marcus ,aelius ,aurelius ,verus trat der junge ,denker aus der ,verborgenheit auf den ,schauplatz der groen ,welt4 ,sein ,biograph berichtet1 da er nur ungern sein beschauliches ,leben verlassen und einen ,palast in der ,stadt auf ,hadrians ,befehl bezogen habe4 ,doch im ,treiben des ,hofes1 im bewegten politischen ,frage- und ,antwortspiel1 auf dem ,forum vor ,gericht1 bei den ,mhen kriegerischer ,unternehmungen wuchs und reifte erst die philosophische ,saat des herben jugendlichen ,frhlings zu reicher ,ernte4 ,als ,kaiser ,hadrian am #aj4 ,juli #ach zu ,baj starb1 bestieg ,antonin den ,thron und berief sofort ,marc ,aurel an seine ,seite1 ihn in alle ,geheimnisse der ,regierungskunst einzuweihen4 ,die frhere ,verlobung wurde aufgehoben und die ,vermhlung mit ,faustina1 der ,kaisertochter1 gefeiert4 ,nun war im rmischen ,reich jene ,zeit angebrochen1 die ,platos ,ideal vom ,staate nach einer ,richtung hin zu erfllen schien4 ,zwei ,philosophen herrschten gemeinsam1 von edelster1 einzig dastehender ,freundschaft getragen und frderten whrend dreiundzwanzig friedlicher ,jahre ,wohlstand und ,kultur in bemerkenswerter ,weise4 ,gut bedachte soziale ,maregeln glichen manche ,hrten aus1 es wurde fr vornehm gehalten1 gebildet1 ja gelehrt zu sein und edle ,duldsamkeit herrschte in den ,fragen des ,glaubens1 soweit sie nur den ,glauben1 nicht aber die politische ,bettigung betrafen4 ,der gekrnte ,apostel der ,menschenliebe--wie ,stuart ,mill den ,kaiser ,marc ,aurel genannt hat--hoffte nach dem ,tod ,antonins 7im ,mrz #afa7 die friedliche1 sonnige ,zeit der ,philosophenherrschaft weiter zu fhren und sein ,ideal eines ,herrschers in sozialer ,frsorge zu verwirklichen4 ,aber das ,schicksal1 das ihm einen herrlichen ,lebenssommer gewhrt1 gab ihm einen desto strmischeren ,herbst4 ,hungersnot und ,pest suchten ,rom und die rmischen ,provinzen heim1 schwere ,kriege mit den ,parthern und ,markomanen brachen aus1 ,aufstnde wie derjenige in gypten vom ,jahr #agj bildeten drohende ,gefahren fr das ,reich4 ,dies alles lenkte von wohlttiger ,friedensarbeit ab und zwang die ,arbeit des ,philosophenkaisers auf andere1 ihm innerlich fremde ,bahnen4 ,dazu kamen harte ,mistimmungen in der eigenen ,familie4 ,faustinas ppiges1 man sagt sogar ausschweifendes ,leben stand in grellem ,gegensatz zu ,marc ,aurels anspruchsloser ,einfachheit und die ungerechten1 oft auf willkrlicher ,anmaung beruhenden ,handlungen seines ,sohnes ,kommodus fhrten zu schlimmen ,befrchtungen in bezug auf die ,zukunft des ,reiches4 ,stunden der ,sorge und der stillen ,einkehr im ,feldlager oder im kaiserlichen ,palast waren es1 in denen der alternde ,herrscher seine ,gedanken niederschrieb zum eigenen ,trost4 ,milde ,gesinnung1 strenge ,gewissenhaftigkeit und ,pflichttreue sind das ,zeichen seiner ,sinnesweise und haben die ,selbstbetrachtungen zu einem ,denkmal edler ,menschlichkeit gemacht1 das nie veraltet1 weil es ein ,bekenntnis ohne ,pose1 ohne zeitlich beschrnkten ,zweck und ohne ,darstellung vergnglicher uerer ,tatsachen ist4 ,die ,handschriften1 der ,mode entsprechend in griechischer ,sprache abgefat1 trugen den ,titel ,greek3 chatheauton1 was spter mit ,selbstbetrachtungen wiedergegeben wurde4 ,nach hartem ,tagewerk des ,abends beim ,schein der unruhig flackernden llampen verfat1 bald im ,lager an der ,donau bei ,carnunt1 bald nach lebhaften1 ermdenden ,senatssitzungen in ,rom1 sind ,marc ,aurels ,aphorismen aus der ,quelle des wirklichen ,lebens geflossen4 ,starke ,taten des ,geistes verknden sie und sind ,worte eines hohen ,herzens4 ,ihr ,ursprung lt sich nicht verkennen4 ,als ,tagebuch einer gesunden ,seele1 die stark und fest die ,krankheiten des ,krpers und die ,schlge des ,schicksals von sich abweist1 geben sie ,kraft und ,frieden4 ,kurz und scharf1 klar gefat und manchmal aufleuchtend wie ein ,edelstein zeigen sie ,ruhe des ,herzens und ,begeisterungsfhigkeit1 ,vernunft und aufrichtige ,liebe fr alles ,tchtige4 ,sie offenbaren--wie ,hippolyte ,taine sich ausdrckt--die ,seele eines groen ,dichters1 der sich bezwingt1 die ,augen vom ,herrlichen gebannt und im ,flsterton voll ,bewunderung sich selber sagt3 ,mensch1 als ,brger dieser groen ,stadt hast du gelebt2 fnf oder drei ,jahre1 was fichts dich an6 ,die ,auffassung des ,kaisers ber den ,wert des ,lebens steht der des freigelassenen ,sklaven ,epiktet sehr nahe4 ,beiden liegen am innigsten jene ,lehren der ,stoa am ,herzen1 die sich mit sittlichen und religisen ,fragen beschftigen4 ,nicht darauf kommt es dem ,kaiser an1 da man mglichst viel ,wissen anhufe1 sondern da man mit dem ,gott in der eigenen ,brust sich verstndige und ihm in ,lauterkeit diene4 ,die ,philosophie soll in stetem ,wechsel der ,ereignisse1 im ,wandel von ,glck und ,unglck1 vergnglichen ,sorgen und vergnglichen ,freuden einen festen ,halt bieten und ein ,panzer sein gegen die ,eitelkeiten der ,welt4 ,ihre ,aufgabe ist also die ,bildung des ,charakters und die ,beruhigung des ,gemts4 ,sie erfllt diese beiden ,bedingungen1 wenn ihre ,anhnger die drei wichtigsten ,punkte des stoischen ,systems nie auer ,augen lassen3 die ,lehre vom steten ,wechsel1 dem ,dahinflieen aller ,dinge1 dann das ,bewutsein der ,hinflligkeit des ,daseins und schlielich die ,erkenntnis1 da ,werden und ,vergehen einen ,kreislauf bilden1 in dem ein ,einzelnes nicht ,bestand haben kann4 ,an solche ,grundstze knpft ,marc ,aurel die ,betrachtung1 wie wenig eine ,persnlichkeit1 ganz einerlei ob sie bedeutend oder unbedeutend sei1 im groen ,strom des ,daseins gelte4 ,deshalb ist es verkehrt1 ,vergngliches zu sehr zu lieben1 sein ,herz an ,sterblichkeit zu hngen und ,ruhm als heiliges ,gut zu begehren4 ,diesem ,verneinen und ,ablehnen steht als positiver ,kern der ,lehre die ,pflichttreue gegenber1 trotz der ,eitelkeit und ,vergnglichkeit allen ,strebens der ,sterblichen4 ,seiner ,lebensstellung und seinem krftigeren ,charakter entsprechend hlt ,marc ,aurel nachdrcklicher an den ,pflichten des ,einzelnen der menschlichen ,gesellschaft gegenber fest1 als es die ,stoiker im allgemeinen und der phrygische ,sklave ,epiktet im besonderen getan4 ,aus diesem ,grund lehnte er das ,christentum vollstndig ab1 wenn er auch wie die ,christen ,duldung und allgemeine ,menschenliebe verlangte4 ,er spricht fast immer von ,gttern1 manchmal von dem ,gott und selten von ,zeus1 der ihm als ,gesamtausdruck der ,gottheit vorschwebt4 uerlich hielt er streng an dem bestehenden ffentlichen ,kultus fest1 in dem er als ,oberhaupt des rmischen ,staates eine politische ,notwendigkeit sah1 innerlich war er gottglubig im ,sinne der ,philosophen1 nahm die ,volksgtter fr ,symbole und sagte sich1 da es nicht verlohne noch menschenwrdig sei1 in einer ,welt ohne ,gottheit zu leben4 ,aus diesem seinem ,glauben und aus einer festbegrndeten politischen berzeugung sah er im ,gebaren der ,christen ,auflehnung gegen die ,staatsgewalt1 also eine ,schdigung des ,gemeinwohls und ging mit heftigen ,verfolgungen gegen die ,aufwiegler vor4 ,grundlosen ,trotz nannte der milde ,kaiser das ,benehmen der ,mrtyrer4 ,im sittlichen ,leben des ,menschen ruht der ,schwerpunkt seiner ,weltanschauung4 ,ihm1 dem vielbeschftigten1 vom ,tage vollauf in ,anspruch genommenen ,herrscher1 liegt es fern zu forschen1 dialektisch zu arbeiten oder berhaupt ein ,system aufzustellen4 ,seine ,weisheit ist ,lebenskunst4 ,er baut sie auf dem ,wissen und den ,erkenntnissen seiner ,zeit1 wie ein ,emerson1 ein ,lubbok1 ein ,maeterlinck ihre ,weltanschauung auf die ,wissenschaft ihres ,jahrhunderts stellten1 ohne in der ,theorie einen ,fortschritt zu bedeuten4 ,vernnftige ,arbeit ist ihm das ,ziel1 das ein vernunftbegabtes ,wesen verfolgen mu und das allein ,glck wie zeitliche ,gter zu bieten vermag4 ,aber nur wer sich zu erheben vermag ber jedes persnliche ,interesse an ,dingen und ,menschen1 wer mit jedem ,wunsch und jeder ,begierde fertig ist1 mit der ,gegenwart zufrieden und mit dem ,tode vertraut erscheint1 zeigt sich mit der ,natur im ,einklang und erfllt die stille ,pflicht1 sich und sein ,leben als belanglosen ,teil des ,ganzen zu betrachten4 ,was in den ,selbstbetrachtungen mit feierlicher ,gre niedergelegt war1 hat lange unbeachtet und vergessen in stillen ,bchersammlungen berwintert1 wie das ,samenkorn im tiefgepflgten ,feld4 ,unter den ,wirren der ,vlkerwanderung und whrend der ,jahrhunderte der ,scholastik dachte niemand des ,kaisers1 der als ,gefolgsmann der ,stoa mit dieser ,lehre christlicher ,verachtung anheimgefallen war4 ,erst als die geistige ,bewegung der ,renaissance mit dem ,humanismus einsetzte1 begann auer ,plato auch die ,stoa beachtet zu werden1 wenn sich auch die ,wertschtzung zunchst auf ,seneca beschrnkte4 ,doch es war noch ein weiter ,weg zurckzulegen1 bis ,spinoza in seinem ,ideal des ,weisen eine ,gestalt schuf1 die sich wohl mit ,marc ,aurel vergleichen lt4 ,in der ,ethik sagt ,spinoza ,der ,weise 444 wird in der ,seele kaum beunruhigt sondern seiner selbst1 ,gottes und der ,auenwelt mit einer gewissen ,notwendigkeit bewut4 ,er hrt niemals auf zu sein und ist immer in tiefster ,seele wahrhaft befriedigt4 ,auch ,leibniz benutzte die ,gedankenreihen der ,stoiker in der ,theodizee1 deren ,aussprche manchmal stark an die ,selbstbetrachtungen anklingen4 ,da ,kant und nach ihm ,fichte den ,pflichtgedanken hnlich wie ihn der kaiserliche ,philosoph gefhlt1 zu synthetischer ,entwicklung brachten1 ist bekannt1 ,verwandtes klingt in ,schleiermacher1 in ,schopenhauer und in den modernen ,denkern an1 die abseits von dem ,wirken der ,fachphilosophen sich bemhen1 der ,gegenwart eine praktische ,ethik zu geben4 ,in deutscher ,sprache ist ,marc ,aurels ,bchlein fters an die ffentlichkeit gekommen4 ,die vorliegende ,neuherausgabe schliet sich an ,schneiders vielgerhmte bersetzung1 die zum erstenmal im ,jahr #ahfd erschien und mehrfach aufgelegt wurde1 die fehlenden ,stellen 7ber #ajj ,nummern hat ,schneider ausgelassen7 sind zum ,teil nach der ,ausgabe von ,cle 7aus dem ,jahr #ahff7 ergnzt1 zum ,teil nach dem griechischen ,text unter ,vergleichung der ,cleschen bersetzung neu hergestellt4 ,der ,gegenwart bietet das schlichte ,selbstbekenntnis eines groen ,mannes aus dem ,altertum viel ernste ,anregung und strkt den ,wunsch1 in wohlbegrndeter ,weltanschauung ,halt und ,richtung zu finden4 ,alexander v4 ,gleichen-,ruwurm ,erstes ,buch #a4 ,von meinem ,grovater ,verus wei ich1 was edle ,sitten sind und was es heit3 frei sein von ,zorn4 #b4 ,der ,ruf und das ,andenken1 in welchem mein ,vater steht1 predigen mir ,bescheidenheit und mnnliches ,wesen4 #c4 ,der ,mutter ,werk ist es1 wenn ich gottesfrchtig und mitteilsam bin2 wenn ich nicht nur schlechte ,taten1 sondern auch schlechte ,gedanken fliehe2 auch da ich einfach lebe und nicht prunke wie reiche ,leute4 #d4 ,mein ,urgrovater litt nicht1 da ich die ffentliche ,schule besuchte1 sorgte aber dafr1 da ich zu ,hause von tchtigen ,lehrern unterrichtet wurde1 und berzeugte mich1 da man zu solchem ,zweck nicht sparen drfe4 #e4 ,mein ,erzieher gab nicht zu1 da ich mich an den ,wettfahrten beteiligte1 weder in ,grn noch in ,blau1 auch nicht1 da ich ,ring- und ,fechterknste trieb4 ,er lehrte mich ,mhen ertragen1 wenig bedrfen1 selbst ,hand anlegen1 mich wenig kmmern um anderer ,leute ,angelegenheiten und einen ,widerwillen haben gegen jede ,ohrenblserei4 #f4 ,diognet bewahrte mich vor allen unntzen ,beschftigungen2 vor dem ,glauben an das1 was ,wundertter und ,gaukler von ,zauberformeln1 vom ,geisterbannen usw4 lehrten2 davor1 da ich ,wachteln hielt1 und vor andern solchen ,liebhabereien4 ,er lehrte mich ein freies ,wort vertragen2 gewhnte mich an philosophische ,studien1 schickte mich zuerst zu ,bacchius1 dann zu ,tandasis und ,marcian1 lie mich schon als ,knabe ,dialoge verfassen und gab mir ,geschmack an dem einfachen1 mit einem ,fell bedeckten ,feldbett1 wie es bei den ,lehrern der griechischen ,schule im ,gebrauch ist4 #g4 ,dem ,rusticus verdanke ich1 da es mir einfiel1 in sittlicher ,hinsicht fr mich zu sorgen und an meiner ,veredlung zu arbeiten2 da ich frei blieb von dem ,ehrgeiz der ,sophisten2 da ich nicht ,abhandlungen schrieb ber abstrakte ,dinge1 noch ,reden hielt zum ,zweck der ,erbauung1 noch prunkend mich als einen streng und wohlgesinnten jungen ,mann darstellte1 und da ich von rhetorischen1 poetischen und stilistischen ,studien abstand2 da ich zu ,hause nicht im ,staatskleid einherging oder sonst etwas derartiges tat1 und da die ,briefe1 die ich schrieb1 einfach waren1 so einfach und schmucklos1 wie er selbst einen an meine ,mutter von ,sinuessa aus schrieb4 ,ihm habe ichs auch zu danken1 wenn ich mit denen1 die mich gekrnkt oder sonst sich gegen mich vergangen haben1 leicht zu vershnen bin1 sobald sie nur selbst schnell bereit sind1 entgegenzukommen4 ,auch lehrte er mich1 was ich las1 genau zu lesen und mich nicht mit einer oberflchlichen ,kenntnis zu begngen1 auch nicht gleich beizustimmen dem1 was oberflchliche ,beurteiler sagen4 ,endlich war ers auch1 der mich mit den ,schriften ,epiktets bekannt machte1 die er mir aus freien ,stcken mitteilte4 #h4 ,apollonius zeigte mir1 da ,geistesfreiheit eine ,festigkeit sei1 die dem ,spiel des ,zufalls nichts einrumt2 da man auf nichts ohne ,ausnahme so achten msse1 wie auf die ,gebote der ,vernunft4 ,auch was ,gleichmut sei bei heftigen ,schmerzen1 bei ,verlust eines ,kindes1 in langen ,krankheiten1 habe ich von ihm lernen knnen4--,er zeigte mir handgreiflich an einem lebendigen ,beispiel1 da man der ungestmste und gelassenste ,mensch zugleich sein kann1 und da man beim ,studium philosophischer ,werke die gute ,laune nicht zu verlieren brauche4 ,er lie mich einen ,menschen sehen1 der es offenbar fr die geringste seiner guten ,eigenschaften hielt1 da er bung und ,gewandtheit besa1 die ,grundgesetze der ,wissenschaft zu lehren2 und bewies mir1 wie man von ,freunden sogenannte ,gunstbezeugungen aufnehmen msse1 ohne dadurch in ,abhngigkeit von ihnen zu geraten1 aber auch ohne gefhllos darber hinzugehen4 #i4 ,an ,sextus konnt ich lernen1 was ,herzensgte sei4 ,sein ,haus bot das ,muster eines vterlichen ,regimentes und er gab mir den ,begriff eines ,lebens1 das der ,natur entspricht4 ,er besa eine ungeknstelte ,wrde und war stets bemht1 die ,wnsche seiner ,freunde zu erraten4 ,duldsam gegen ,unwissende hatte er doch keinen ,blick fr die1 die an bloen ,vorurteilen kleben4 ,sonst wute er sich mit allen gut zu stellen1 so da er denselben ,menschen1 die ihm wegen seines gtigen und milden ,wesens nicht schmeicheln konnten1 zu gleicher ,zeit die grte ,ehrfurcht einflte4 ,seine ,anleitung1 die zum ,leben notwendigen ,grundstze aufzufinden und nher zu gestalten1 war eine durchaus verstndliche4 ,niemals zeigte er eine ,spur von ,zorn oder einer andern ,leidenschaft1 sondern er war der leidenschaftsloseste und der hingebendste ,mensch zugleich4 ,er suchte ,lob1 aber ein geruschloses2 er war hochgelehrt1 aber ohne ,prahlerei4 #aj4 ,von ,alexander1 dem ,grammatiker lernte ich1 wie man sich jeglicher ,scheltworte enthalten und es ohne ,vorwurf hinnehmen kann1 was einem auf fehlerhafte1 rohe oder plumpe ,art vorgebracht wird2 ebenso aber auch1 wie man sich geschickt nur ber das1 was zu sagen not tut1 auszulassen habe1 seis in ,form einer ,antwort oder der ,besttigung oder der gemeinschaftlichen berlegung ber die ,sache selbst1 nicht ber den ,ausdruck1 oder durch eine treffende anderweite ,bemerkung4 #aa4 ,durch ,phronto gewann ich die berzeugung1 da der ,despotismus ,migunst1 ,unredlichkeit und ,heuchelei in hohem ,mae zu erzeugen pflege1 und da der ,edelgeborene im allgemeinen ziemlich unedel sei4 #ab4 ,alexander1 der ,platoniker brachte mir bei1 da ich mich nur selten und nie ohne ,not zu jemand mndlich oder schriftlich uern drfe3 ich htte keine ,zeit2 und da ich nicht so1 unter dem ,vorwande dringender ,geschfte1 mich bestndig weigern solle1 die ,pflichten zu erfllen1 die uns die ,beziehungen zu denen1 mit denen wir leben1 auferlegen4 #ac4 ,catulus riet mir1 da ichs nicht unbercksichtigt lassen sollte1 wenn sich ein ,freund bei mir ber etwas beklage1 selbst wenn er keinen ,grund dazu htte1 sondern da ich versuchen msse1 die ,sache ins reine zu bringen4 ,wie man von seinen ,lehrern stark eingenommen sein kann1 sah ich an ihm2 ebenso aber auch1 wie lieb man seine ,kinder haben msse4 #ad4 ,an meinem ,bruder ,severus hatte ich huslichen ,sinn1 ,wahrheits- und ,gerechtigkeitsliebe zu bewundern4 ,er machte mich mit ,thraseas1 ,helvidius1 ,cato1 ,dio und ,brutus bekannt und fhrte mich zu dem ,begriff eines ,staates1 in welchem alle ,brger gleich sind vor dem ,gesetz1 und einer ,regierung1 die nichts so hoch hlt als die brgerliche ,freiheit4 ,auerdem blieb er1 um anderes zu bergehen1 in der ,achtung vor der ,philosophie sich immer gleich2 war wohlttig1 ja in hohem ,grade freigebig2 hoffte immer das ,beste und zweifelte nie an der ,liebe seiner ,freunde4 ,hatte er etwas gegen jemand1 so hielt er damit nicht zurck1 und seine ,freunde hatten niemals ntig1 ihn erst auszuforschen1 was er wollte oder nicht wollte1 weil es offen am ,tage lag4 #ae4 ,von ,maximus konnte ich lernen1 mich selbst beherrschen1 nicht hin- und herschwanken1 guten ,mutes sein in milichen ,verhltnissen oder in ,krankheiten auch wie man in seinem ,benehmen ,weisheit mit ,wrde verbinden mu1 und an ein ,werk1 das rasch auszufhren ist1 doch nicht unbesonnen gehen darf4 ,von ihm waren alle berzeugt1 da er gerade so dachte1 wie er sprach1 und was er tat1 in guter ,absicht tat4 ,etwas zu bewundern oder sich verblffen zu lassen1 zu eilen oder zu zgern1 ratlos zu sein und niedergeschlagen oder ausgelassen in ,freude oder ,zorn oder argwhnisch--das alles war seine ,sache nicht4 ,aber wohlttig zu sein und vershnlich1 hielt er fr seine ,pflicht4 ,er hate jede ,unwahrheit und machte so mehr den ,eindruck eines geraden als eines feinen ,mannes4 ,niemals hat sich einer von ihm verachtet geglaubt2 aber ebensowenig wagte es jemand1 sich fr besser zu halten als er war4 ,auch wute er auf anmutige ,weise zu scherzen4 #af4 ,mein ,vater hatte in seinem ,wesen etwas ,sanftes1 aber zugleich auch eine unerschtterliche ,festigkeit in dem1 was er grndlich erwogen hatte4 ,er war ohne ,ehrgeiz hinsichtlich dessen1 was man gewhnlich ,ehre nennt4 ,er arbeitete gern und unermdlich4 ,wer mit ,dingen kam1 die das gemeine ,wohl zu frdern versprachen1 den hrte er an und versumte es nie1 einem jeden die ,anerkennung zu zollen1 die ihm gebhrte4 ,wo vorwrts zu gehen und wo einzuhalten sei1 wute er4 ,er war herablassend gegen jedermann2 erlie den ,freunden die ,pflicht1 immer mit ihm zu speisen oder1 wenn er reiste1 mit ihm zu gehen2 und stets blieb er sich gleich auch gegen die1 die er notgedrungen zu ,hause lie4 ,seine ,errterungen in den ,ratsversammlungen waren stets sehr genau1 und er hielt aus und begngte sich nicht mit ,ideen1 die auf der flachen ,hand liegen1 blo um die ,versammlung fr geschlossen zu erklren4 ,er war sorgsam bemht1 sich seine ,freunde zu erhalten1 wurde ihrer niemals berdrssig1 verlangte aber auch nicht heftig nach ihnen4 ,er war sich selbst genug in allen ,stcken und immer heiter4 ,er hatte einen scharfen ,blick fr das1 was kommen wrde1 und traf fr die kleinsten ,dinge ,vorbereitungen ohne ,aufhebens zu machen1 so wie er sich denn berhaupt jedes ,beifallrufen und alle ,schmeicheleien verbat4 ,was seiner ,regierung notwendig war1 berwachte er stets1 ging mit den ffentlichen ,geldern haushlterisch um und lie es sich ruhig gefallen1 wenn man ihm darber ,vorwrfe machte4--,den ,gttern gegenber war er frei von ,aberglauben1 und was sein ,verhltnis zu den ,menschen betrifft1 so fiel es ihm nicht ein1 um die ,volksgunst zu buhlen1 dem groen ,haufen sich gefllig zu erzeigen und sich bei ihm einzuschmeicheln1 sondern er war in allen ,stcken nchtern1 besonnen1 taktvoll und ohne ,sucht nach ,neuerungen4 ,von den ,dingen1 die zur ,annehmlichkeit des ,lebens beitragen--und deren bot ihm das ,glck eine ,menge dar--machte er ohne zu prunken1 aber auch ohne sich zu entschuldigen ,gebrauch1 so da er1 was da war1 einfach nahm1 was nicht da war1 auch nicht entbehrte4 ,niemand konnte sagen1 da er ein ,krittler1 oder da er ein gewhnlicher ,mensch oder ein ,pedant sei1 sondern man mute ihn einen reifen1 vollendeten1 ber jede ,schmeichelei erhabenen ,mann nennen1 der wohl imstande sei1 eigenen und fremden ,angelegenheiten vorzustehen4 ,auerdem3 die echten ,philosophen schtzte er sehr1 lie aber auch die andern unangetastet1 obschon er ihnen keinen ,einflu auf sich einrumte4 ,in seinem ,umgange war er ferner hchst liebenswrdig und witzig1 ohne darin zu bertreiben4 ,in der ,sorge fr seinen ,leib wute er das rechte ,ma zu halten1 nicht wie ein ,lebensschtiger oder wie einer1 der sich schniegelt oder sich vernachlssigt2 sondern er brachte es durch die eigene ,aufmerksamkeit nur dahin1 da er den ,arzt fast gar nicht brauchte und weder innere noch uere ,mittel ntig hatte4--,vor allem aber war ihm eigen1 denen1 die wirklich etwas leisteten1 seis in der ,beredsamkeit oder in der ,gesetzeskunde oder in der ,sittenlehre oder in irgendeinem anderen ,fach1 ohne ,neid den ,vorrang einzurumen und sie wo er konnte zu untersttzen1 damit ein jeder in seinem ,fache auch die ntige ,anerkennung fnde4 ,wie seine ,vorfahren geherrscht1 so herrschte er auch1 ohne jedoch die ,meinung hervorrufen zu wollen1 als wache er ber dem ,althergebrachten4 ,er war nicht leicht zu bewegen oder von etwas abzubringen1 sondern pflegte auch gern zu bleiben1 wo er gerade war und wobei4 ,nach den heftigsten ,kopfschmerzen sah man ihn frisch und krftig zu den gewohnten ,geschften eilen4 ,geheimnisse pflegte er nur uerst wenige und nur in seltenen ,fllen zu haben und nur um des allgemeinen ,wohles willen4 ,verstndig und mig im ,anordnen von ,schauspielen1 von ,bauten1 von ,spenden an das ,volk u4 dgl4 mehr1 zeigte er sich als ein ,mann1 der nur auf seine ,pflicht sieht1 sich aber um den ,ruhm nicht kmmert1 den seine ,handlungen ihm verschaffen knnen4--,er badete nur zur gewhnlichen ,stunde1 liebte das ,bauen nicht1 legte auf das ,essen keinen ,wert1 auch nicht auf ,kleider und deren ,stoffe und ,farben1 noch auf schne ,sklaven4 ,seine ,kleider lie er sich meist aus ,lorium1 dem unteren ,landgute1 oder aus ,lanubium kommen und bediente sich dazu des ,generalpchters in ,tusculum1 der ihn um diesen ,dienst gebeten hatte4--,in seiner ganzen ,art zu sein war nichts ,unschickliches oder gar ,ungeziemendes oder auch nur ,ungestmes oder was man sagt3 bis zur ,hitze1 sondern alles war bei ihm wohl berdacht1 ruhig1 gelassen1 wohl geordnet1 fest und mit sich selbst im ,einklang4 ,man knnte auf ihn anwenden1 was man vom ,sokrates gesagt hat1 da er sowohl sich solcher ,dinge zu enthalten imstande war1 deren sich viele aus ,schwachheit nicht enthalten knnen1 als auch da er genieen durfte1 was viele darum nicht drfen1 weil sie sich gehen lassen4 ,das eine grndlich vertragen1 und in dem andern nchtern sein1 das aber ist die ,sache eines ,mannes von starkem1 unbesiegbaren ,geiste1 wie er ihn z4,b4 auch in der ,krankheit des ,maximus an den ,tag gelegt hat4-- #ag4 ,den ,gttern habe ichs zu danken1 da ich treffliche ,vorfahren1 treffliche ,eltern1 eine treffliche ,schwester1 treffliche ,lehrer1 treffliche ,diener und fast lauter treffliche ,verwandte und ,freunde habe1 und da ich gegen keinen von ihnen fehlte1 obgleich ich bei meiner ,natur leicht htte dahin kommen knnen4 ,es ist eine ,wohltat der ,gtter1 da die ,umstnde nicht so zusammentrafen1 da ich mir ,schande auflud4 ,sie fgten es so1 da ich nicht lnger von der ,geliebten meines ,grovaters erzogen wurde2 da ich meine ,jugendfrische mir erhielt und da ich meinem frstlichen ,vater untertan war1 der mir allen ,dnkel austreiben und mich berzeugen wollte1 man knne bei ,hof leben ohne ,leibwache1 ohne kostbare ,kleider1 ohne ,fackeln1 ohne gewisse ,bildsulen und hnlichen ,pomp1 und da es sehr wohl anging1 sich so viel als mglich brgerlich einzurichten1 wenn man dabei nur nicht zu demtig und zu sorglos wrde in ,erfllung der ,pflichten1 die der ,regent gegen das ,ganze hat4 ,gtter haben mir einen ,bruder gegeben1 dessen sittlicher ,wandel mich antrieb1 auf mich selber acht zu haben1 und dessen ,achtung und ,liebe mich glcklich machten4--,sie haben mir ,kinder gegeben1 die nicht ohne geistige ,anlagen sind und von gesundem ,krper4--,den ,gttern verdanke ichs1 da ich nicht weiter kam in der ,redekunst und in der ,dichtkunst und in den brigen ,studien1 welche mich vllig in ,beschlag genommen htten1 wren mir gute ,fortschritte beschieden gewesen4 ,ebenso da ich meine ,erzieher frhzeitig schon so in ,ehren hielt1 wie sies zu verlangen schienen1 und ihnen nicht blo ,hoffnung machte1 ich wrde das spter tun1 indem sie zu der ,zeit ja noch so jung seien4 ,ferner1 da ich ,apollonius1 ,rusticus und ,maximus kennen lernte2 da ich das ,bild eines naturgemen ,lebens so klar und so oft vor der ,seele hatte1 da es nicht an den ,gttern und an den ,gaben1 ,hilfen und ,winken1 die ich von dorther empfing1 liegen kann1 wenn ich an einem solchen ,leben gehindert worden bin2 sondern wenn ichs bisher nicht gefhrt habe1 mu es meine ,schuld sein1 indem ich die ,erinnerungen der ,gtter1 ich mchte sagen1 ihre ausdrcklichen ,belehrungen1 nicht beherzigte4 ,den ,gttern verdanke ichs1 da mein ,krper ein solches ,leben so lange ausgehalten hat2--da ich weder die ,benedicta noch den ,theodot berhrt habe1 und da ich spter berhaupt von dieser ,leidenschaft genas2 da ich in meinem heftigen ,unwillen den ich so oft gegen ,rusticus empfand1 nichts weiter tat1 was ich htte bereuen mssen2 und da meine ,mutter1 der ein frher ,tod beschieden war1 doch noch ihre letzten ,jahre bei mir leben konnte4 ,auch fgten sies1 da ich1 sooft ich einen ,armen oder sonst ,bedrftigen untersttzen wollte1 nie hren durfte1 es fehle mir an den hierzu erforderlichen ,mitteln1 und da ich selbst nie in die ,notwendigkeit versetzt wurde1 bei einem andern zu borgen2 und da ich ein solches ,weib besitze3 so folgsam1 zrtlich und in ihren ,sitten so einfach1 und da ich meinen ,kindern tchtige ,erzieher geben konnte4 ,die ,gtter gaben mir durch ,trume ,hilfsmittel an die ,hand gegen allerlei ,krankheiten so gegen ,blutauswurf und ,schwindel4 ,auch verhteten sie1 als ich das ,studium der ,philosophie anfing1 da ich einem ,sophisten in die ,hnde fiel oder mit einem solchen ,schriftsteller meine ,zeit verdarb1 oder mit der ,lsung ihrer ,trugschlsse mich einlie1 oder mit der ,himmelskunde mich beschftigte4 ,denn zu allen diesen ,dingen bedarf es der helfenden ,gtter und des ,glckes4 ,geschrieben bei den ,quaden am ,granna4 #ah ,man mu sich beizeiten sagen3 ich werde einem vorwitzigen1 einem undankbaren1 einem schmhschtigen1 einem verschlagenen oder neidischen oder unvertrglichen ,menschen begegnen4 ,denn solche ,eigenschaften liegen jedem nahe1 der die wahren ,gter und die wahren bel nicht kennt4 ,habe ich aber eingesehen1 einmal1 da nur die ,tugend ein ,gut und nur das ,laster ein bel1 und dann1 da der1 der ,bses tut1 mir verwandt ist1 nicht sowohl nach ,blut und ,abstammung1 als in der ,gesinnung und in dem1 was der ,mensch von den ,gttern hat1 so kann ich weder von jemand unter ihnen ,schaden leiden--denn ich lasse mich nicht verfhren--noch kann ich dem1 der mir verwandt ist1 zrnen oder mich feindlich von ihm abwenden1 da wir ja dazu geboren sind1 uns gegenseitig zu untersttzen1 wie die ,fe1 die ,hnde1 die ,augenlider1 die ,reihen der oberen und unteren ,zhne einander dienen4 ,also ist es gegen die ,natur1 einander feindlich zu leben4 ,und das tut doch1 wer auf jemand zrnt oder ihm entgegenwirkt4 #ai ,was ich bin1 ist ein ,dreifaches3 ,krper und ,seele und was das ,ganze beherrscht4--,lege beiseite1 was dich zerstreut1 die ,bcher und alles1 was hier zu nichts fhrt2 des ,fleischlichen achte gering wie einer1 der bald sterben mu6 ,es ist ,blut und ,knochen und ein ,geflecht aus ,nerven1 ,adern und ,gefen gewebt4 ,dann betrachte deine ,seele1 und was sie ist3 ein ,hauch2 nicht immer dasselbe1 sondern fortwhrend ausgegeben und wieder eingesogen4 ,drittens also das1 was die ,herrschaft fhrt6 ,da sei doch kein ,tor1 du bist nicht mehr jung3 so la auch nicht lnger geschehen da es diene2 da es hingenommen werde von einem ,zuge1 der dich dem ,menschlichen entfremdet2 da es dem ,verhngnis oder dem gegenwrtigen ,augenblicke grolle oder ausweiche dem1 was kommen soll6 #bj ,das ,gttliche ist voll von ,spuren der ,vorsehung1 das ,zufllige nach ,art1 ,zusammenhang und ,verflechtung ist nicht zu trennen von dem durch die ,vorsehung ,geordneten4 ,alles fliet von hier aus4 ,daneben das ,notwendige und was dem ,weltall1 dessen ,teil du bist1 zutrglich ist4 ,jedem ,teile der ,natur aber ist das gut1 was seinen ,halt an der ,natur des ,ganzen hat und wovon diese wiederum getragen wird4 ,die ,welt aber wird getragen wie von den ,verwandlungen der ,grundstoffe so auch von denen der zusammengesetzten ,dinge4--,das mu dir gengen und feststehen fr immer4 ,nach der ,weisheit1 wie sie in ,bchern zu finden ist1 strebe nicht1 sondern halte sie dir fern1 damit du ohne ,seufzer1 mit wahrer ,seelenruhe und den ,gttern von ,herzen dankbar sterben kannst4 ,zweites ,buch #a ,erinnere dich1 seit wann du diese ,betrachtungen nun schon aufschiebst1 und wie oft dir die ,gtter ,zeit und ,stunde dazu gegeben haben1 ohne da du sie nutztest4 ,endlich solltest du doch einmal einsehen1 was das fr eine ,welt ist1 der du angehrst1 und wie der die ,welt regiert1 dessen ,ausflu du bist2 und da dir die ,zeit zugemessen ist1 die1 wenn du sie nicht brauchst dich abzuklren1 vergehen wird1 wie du selbst1 und nicht wiederkommen4 #b ,immer sei darauf bedacht1 wie es einem ,manne geziemt1 bei allem1 was es zu tun gibt1 eine strenge und ungeknstelte ,gewissenhaftigkeit1 ,liebe1 ,freimut und ,gerechtigkeit zu ben1 und dir dabei alle ,nebengedanken fernzuhalten4 ,und du wirst sie dir fernhalten1 sobald du jede deiner ,handlungen als die letzte im ,leben ansiehst3 fern von jeder ,unbesonnenheit und der ,erregtheit1 die dich taub macht gegen die ,stimme der richtenden ,vernunft1 frei von ,verstellung1 von ,selbstliebe und von ,unwillen ber das1 was das ,schicksal dir beschieden hat4--,du siehst1 wie wenig es ist1 was man sich aneignen mu1 um ein glckliches1 ja gttliches ,leben zu fhren4 ,denn auch die ,gtter verlangen nicht mehr von dem1 der dies beobachtet4 #c ,fahre nur immer fort1 dir selbst zu schaden1 liebe ,seele6 ,dich zu frdern wirst du kaum noch ,zeit haben4 ,denn das ,leben flieht einen jeglichen4 ,fr dich ist es aber schon so gut als zu ,ende1 der du ohne ,selbstachtung dein ,glck aus dir heraus verlegst in die ,seelen anderer4 #d ,trotz deines ,bestrebens1 an ,erkenntnis zu wachsen und dein unstetes ,wesen aufzugeben1 zerstreuen dich die ,auendinge noch immer8 ,mag sein1 wenn du jenes ,streben nur festhlst4 ,denn das bleibt die grte ,torheit1 sich mde zu arbeiten ohne ein ,ziel1 auf das man all sein ,dichten und ,trachten lenkt4 #e ,wenn man nicht herausbringen kann1 was in des andern ,seele vorgeht1 so ist das schwerlich ein ,unglck2 aber notwendigerweise unglcklich ist man1 wenn man ber die ,regungen der eigenen ,seele im unklaren ist4 #f ,daran mut du immer denken1 was das ,wesen der ,welt und was das deinige ist1 und wie sich beides zueinander verhlt1 nmlich was fr ein ,teil des ,ganzen du bist und zu welchem ,ganzen du gehrst1 und da dich niemand hindern kann1 stets nur das zu tun und zu reden1 was dem ,ganzen entspricht1 dessen ,teil du bist4 #g ,theophrast sagt in seiner ,vergleichung der menschlichen ,fehler--wie diese denn allenfalls verglichen werden knnen--3 schwerer seien die1 die aus ,begierde1 als die1 welche aus ,zorn begangen werden4 ,und wirklich erscheint der ,zornige als ein ,mensch1 der nur mit einem gewissen ,schmerz und mit innerem ,widerstreben von der ,vernunft abgekommen ist1 whrend der aus ,begierde ,fehlende1 weil ihn die ,lust berwltigt1 zgelloser erscheint und schwcher in seinen ,fehlern4 ,wenn er nun also behauptet3 es zeuge von grerer ,schuld1 einen ,fehler zu begehen mit ,freuden als mit ,bedauern1 so ist das gewi richtig und der ,philosophie nur angemessen4 ,man erklrt dann berhaupt den einen fr einen ,menschen1 der gekrnkt worden ist und zu seinem eigenen ,leidwesen zum ,zorn gezwungen wird1 whrend man bei dem andern1 der etwas aus ,begierde tut1 die ,sache so ansieht1 als begehe er das ,unrecht aus heiler ,haut4 #h ,jegliches tun und bedenken wie einer1 der im ,begriff ist1 das ,leben zu verlassen1 das ist das ,richtige4 ,das ,fortgehen von den ,menschen aber1 wenn es ,gtter gibt1 ist kein ,unglck4 ,denn das bel hrt dann wohl auf4 ,gibt es aber keine1 oder kmmern sie sich nicht um die menschlichen ,dinge1 was soll mir das ,leben in einer gtterleeren ,welt1 in einer ,welt ohne ,vorsehung8 ,doch sie sind und sie kmmern sich um die menschlichen ,dinge4 ,noch mehr4 ,sie haben es1 was die bel betrifft1 und zwar die eigentlichen1 ganz in des ,menschen ,hand gelegt1 sich davor zu bewahren4 ,ja auch hinsichtlich der sonstigen bel1 kann man sagen1 haben sie es so eingerichtet1 da es nur auf uns ankommt1 ob sie uns widerfahren werden4 ,denn wie sollte etwas1 wobei der ,mensch nicht schlimmer wird1 sein ,leben verschlimmern8 ,selbst die bloe ,natur--sei es1 da wir sie uns ohne ,bewutsein oder mit ,bewutsein begabt vorstellen2 gewi ist1 da sie nicht vermag1 dem bel vorzubeugen oder es wieder gut zu machen--htte dergleichen nicht bersehen1 htte nicht in dem ,grade gefehlt aus ,ohnmacht oder aus ,mangel an ,anlage1 da sie ,gutes und ,bses in gleicher ,weise guten und bsen ,menschen unterschiedslos zuteil werden liee4 ,tod aber und ,leben1 ,ruhm und ,ruhmlosigkeit1 ,leid und ,freude1 ,reichtum und ,armut und alles dieses wird den guten wie den bsen ,menschen ohne ,unterschied zuteil1 als ,dinge1 die weder sittliche ,vorzge noch sittliche ,mngel begrnden3 also sind sie auch weder gut noch bse 7weder ein ,glck noch ein ,unglck74 #i ,wie doch alles so schnell verbleicht6 ,in der sichtbaren ,welt die ,leiber1 in der ,geisteswelt deren ,gedchtnis6 ,was ist doch alles ,sinnliche1 zumal was durch ,vergngen anlockt oder durch ,schmerz abschreckt oder in ,stolz und ,hochmut sich breit macht6 ,wie nichtig und verchtlich1 wie schmutzig1 hinfllig1 tot6--,man folge dem ,zug des ,geistes2 man frage nach denen1 die sich durch ,werke des ,geistes berhmt gemacht haben2 man untersuche1 was eigentlich sterben heit 7und man wird1 wenn man der ,phantasie keinen ,einflu auf seine ,gedanken verstattet1 darin nichts anderes als ein ,werk der ,natur erkennen3 kindisch aber wre es doch1 vor einem ,werk der ,natur1 das derselben ohnehin auch noch zutrglich ist1 sich zu frchten72 man mache sich klar1 wie der ,mensch ,gott ergreift und mit welchem ,teile seines ,wesens1 und wie es mit diesem ,teile des ,menschen bestellt ist1 wenn er ,gott ergriffen hat4 #aj ,nichts ,elenderes als ein ,mensch1 der alles wie im ,kreise durchluft1 die ,tiefen der ,erde ergrnden will1 wie ,pindar sagt1 der um alles und jedes sich kmmert1 auch um das1 woran sonst niemand denkt1 der nicht aufhrt ber die ,vorgnge in der ,seele des ,nchsten seine ,gedanken zu machen und nicht begreifen mag1 da es genug ist1 fr den ,gott in der eignen ,brust zu leben und ihm zu dienen1 wie sichs gebhrt4 ,das aber ist sein ,dienst3 ihn rein zu erhalten von ,leidenschaft1 von ,unbesonnenheit und von ,unlust ber das1 was von ,gttern und ,menschen geschieht4 ,denn die ,handlungen der ,gtter zu ehren1 gebietet die ,tugend1 und mit denen der ,menschen sich zu befreunden die ,gleichheit der ,abkunft1 obwohl die letzteren allerdings auch zuweilen etwas ,klgliches haben1 weil soviele nicht wissen1 was ,gter und was bel sind1--eine ,blindheit1 nicht geringer als die1 wenn man ,schwarz und ,wei nicht unterscheiden kann4 #aa ,und wenn du dreitausend ,jahre leben solltest1 ja noch zehnmal mehr1 es hat ja doch niemand ein anderes ,leben zu verlieren1 als eben das1 was er lebt1 so wie niemand ein anderes lebt1 als was er einmal verlieren wird4 ,und so luft das lngste wie das krzeste auf dasselbe hinaus4 ,denn das ,jetzt ist das ,gleiche fr alle1 wenn auch das ,vergangene nicht gleich ist1 und der ,verlust des ,lebens erscheint doch so als ein ,jetzt1 indem niemand verlieren kann weder was vergangen noch was zuknftig ist4 ,oder wie sollte man einem etwas abnehmen knnen1 was er nicht besitzt8--,an die beiden ,dinge also mssen wir denken3 einmal1 da alles seinem ,wesen nach unter sich gleichartig ist und von gleichem ,verlauf1 und da es keinen ,unterschied macht1 ob man hundert oder zweihundert ,jahre lang oder ewig ein und dasselbe sieht4 ,und dann1 da auch der1 der am lngsten gelebt hat1 doch nur dasselbe verliert1 wie der1 der sehr jung stirbt4 ,denn nur das ,jetzt ist es1 dessen man beraubt werden kann1 weil man nur dieses besitzt1 und niemand kann verlieren1 was er nicht hat4 #ab ,alles beruht auf der ,ansicht6 ,dafr zeugen die ,aussprche des ,kynikers ,menimus und fr diesen zeugt wieder die ,brauchbarkeit des ,gesagten1 wenn man es auf das ,wahre darin einschrnkt4 #ac ,die ,seele des ,menschen tut sich selbst den grten ,schaden1 wenn sie sich von der ,natur abzusondern1 gleichsam aus ihr herauszuwachsen strebt4 ,so1 wenn sie unzufrieden ist ber irgend etwas1 das sich ereignet4 ,es ist dies ein entschiedener ,abfall von der ,natur1 in der ja diese eigentmliche ,verkettung der ,umstnde begrndet ist4 ,ebenso1 wenn sie jemand verabscheut oder anfeindet oder im ,begriff ist1 jemand weh zu tun1 wie allemal im ,zorn4 ,ebenso wenn sie von ,lust oder von ,schmerz sich hinnehmen lt2 oder wenn sie heuchelt1 heuchlerisch und unwahr etwas tut oder spricht2 oder wenn ihre ,handlungen und ,triebe keinen ,zweck haben1 sondern ins ,blaue hinausgehen und ber sich selbst vllig im unklaren sind4 ,denn auch das ,kleinste mu in ,beziehung zu einem ,zweck gesetzt werden4 ,der ,zweck aber aller vernunftbegabten ,wesen ist3 den ,grundstzen und ,satzungen des ltesten ,gemeinwesens ,folge zu leisten4 #ad ,das menschliche ,leben ist1 was seine ,dauer betrifft1 ein ,punkt2 des ,menschen ,wesen flssig1 sein ,empfinden trbe1 die ,substanz seines ,leibes leicht verweslich1 seine ,seele--einem ,kreisel vergleichbar1 sein ,schicksal schwer zu bestimmen1 sein ,ruf eine zweifelhafte ,sache4 ,kurz1 alles ,leibliche an ihm ist wie ein ,strom1 und alles ,seelische ein ,traum1 ein ,rauch3 sein ,leben ,krieg und ,wanderung1 sein ,nachruhm ,vergessenheit4 ,was ist es nun1 das ihn ber das alles zu erheben vermag8 ,einzig die ,philosophie1 sie1 die uns lehrt1 den gttlichen ,funken1 den wir in uns tragen1 rein und unverletzt zu erhalten1 da er ,herr sei ber ,freude und ,leid1 da er nichts ohne berlegung tue1 nichts erlge und erheuchele und stets unabhngig sei von dem1 was andere tun oder nicht tun1 da er alles1 was ihm widerfhrt und was ihm zugeteilt wird1 so aufnehme1 als komme es von da1 von wo er selbst gekommen1 und da er endlich den ,tod mit heiterem ,sinn erwarte1 als den ,moment der ,trennung aller ,elemente1 aus denen jegliches lebendiges ,wesen besteht4 ,denn wenn den ,elementen dadurch nichts ,schlimmes widerfhrt1 da sie fortwhrend ineinander bergehen1 weshalb sollte man sich scheuen vor der ,verwandlung und ,lsung aller auf einmal8 ,vielmehr ist dies das ,naturgeme1 und das ,naturgeme ist niemals vom bel4 ,drittes ,buch #a ,wir mssen uns nicht blo bedenken1 da das ,leben mit jedem ,tage schwindet und ein immer kleinerer ,teil davon brigbleibt1 sondern auch beherzigen1 da es ja ungewi ist1 wenn man ein lngeres ,leben vor sich hat1 ob sich die ,geisteskrfte immer gleichbleiben und zum ,verstndnis der ,dinge1 so wie zu all den ,wahrnehmungen und ,betrachtungen hinreichen werden1 die uns auf dem ,gebiete des ,gttlichen und ,menschlichen erfahren machen4 ,denn wieviele werden im ,alter nicht kindisch6 ,und bei wem ein solcher ,zustand eingetreten ist1 dem fehlt es zwar nicht an der ,fhigkeit zu atmen1 sich zu nhren1 sich etwas vorzustellen und etwas zu begehren2 aber das ,vermgen1 sich frei zu bestimmen1 die ,reihe der ,pflichten1 die ihm obliegen zu berschauen1 die ,erscheinungen sich zu zergliedern und darber1 obs ,zeit zum ,sterben sei oder was sonst einer durchaus geweckten ,denkkraft bedarf1 sich klar zu werden--das ist bei ihm erloschen4 ,also eilen mu man1 nicht blo weil uns der ,tod mit jedem ,tage nher tritt1 sondern auch weil die ,fhigkeit1 die ,dinge zu betrachten und zu verfolgen1 oft vorher aufhrt4 #b ,merkwrdig ist1 wie an den ,erzeugnissen der ,natur auch das1 was nur beilufiges ,merkmal ist1 einen gewissen ,reiz ausbt4 ,so machen z4,b4 die ,risse und ,sprnge im ,brot1 die gewissermaen gegen die ,absicht des ,bckers sind1 die ,elust besonders rege4 ,ebenso geht es mit den ,feigen1 die1 wenn sie berreif sind1 aufbrechen1 und den ,oliven1 die gerade wegen der ,stellen geschtzt werden1 wo sie nahe daran sind1 faul zu werden4 ,die niederhngenden hren1 die ,stirnfalte des ,lwen1 der ,schaum am ,munde des ,ebers und manches andere dergleichen hat freilich keinen ,reiz1 wenn mans fr sich betrachtet2 aber weil es uns an den ,werken der ,natur und im ,zusammenhange mit ihnen entgegentritt1 erscheint es als eine ,zierde und wirkt anziehend4 ,fehlt es uns also nur nicht an ,empfnglichkeit und an ,tiefe des ,blicks in die ,welt der ,dinge1 so werden wir kaum etwas von solchen ,nebenumstnden auffinden1 was uns nicht angenehm deuchte4 ,ebenso werden wir dann aber auch z4,b4 wirkliche ,tierkmpfe nicht weniger gern ansehen1 als die ,darstellungen1 die uns ,maler und ,bildhauer davon geben2 und unser keusches uge wird mit gleichem ,wohlgefallen auf der wrdigen ,gestalt des ,greises wie auf der liebreizenden des ,mdchens ruhen4 ,doch gehrt dazu eben eine innige ,vertrautheit mit der ,natur und ihren ,werken4 #c ,hippokrates hat viele ,krankheiten geheilt1 dann ist er selbst an einer ,krankheit gestorben4 ,die ,chalder weissagten vielen den ,tod1 dann hat sie selber das ,geschick ereilt4 ,alexander1 ,pompejus1 ,csar--nach dem sie so manche ,stadt von ,grund aus zerstrt und in der ,schlacht soviele ,tausende ums ,leben gebracht1 schieden selbst aus dem ,leben4 ,heraklit1 der ber den ,weltbrand philosophiert1 starb an der ,wassersucht1 den ,demokrit brachte das ,ungeziefer um1 den ,sokrates--ein ,ungeziefer anderer ,art4 ,kurz1 zu einem jeden heit es einmal3 du bist eingestiegen1 gefahren1 im ,hafen eingelaufen3 so steige nun aus6 ,gehts in ein anderes ,leben--gewi in keins1 das ohne ,gtter ist4 ,ists aber ein ,zustand der ,unempfindlichkeit--auch gut3 wir hren auf von ,leid und ,freude hin gehalten zu werden und verlassen ein ,behltnis von um so schlechterer ,art je edler der ,eingeschlossene1 denn er ist ,geist und gttlichen ,wesens1 jenes aber ,staub und verweslicher ,stoff4 #d ,verschwende deine ,zeit nicht mit ,gedanken ber das1 was andere angeht1 es sei denn1 da du jemand damit ersprielich sein kannst4 ,du versumst offenbar notwendigere ,dinge1 wenn dich nichts weiter beschftigt1 als was der und jener macht und aus welchem ,grunde er so handelt1 was er sagt oder will oder anstellt4 ,so etwas zieht den ,geist nur ab von der ,beobachtung seiner selbst4 ,man mu alles ,eitle und ,vergebliche aus der ,kette der ,gedanken zu entfernen suchen1 vorzglich alle mige und nichtswrdige ,neugier1 und sich nur an solche ,gedanken gewhnen1 ber die wir sofort1 wenn uns jemand fragt1 was wir gerade denken1 gern und mit aller ,offenheit ,rechenschaft geben knnen1 so da man gleich sieht3 hier ist alles lauter und gut und so1 wie es einem ,gliede der menschlichen ,gesellschaft geziemt1 hier wohnt nichts von ,genusucht und ,lsternheit1 nichts von ,zank oder ,neid oder ,mitrauen1 nichts von alle dem1 wovon der ,mensch nur mit ,errten gestehen kann1 da es seine ,seele beschftige4 ,und ein solcher ,mensch--dem es nun ja auch nicht an dem ,streben nach ,auszeichnung fehlen kann--ist ein ,priester und ,diener der ,gtter1 der ,gewinn aus dem inneren ,gottesbewutsein zu ziehen wei1 so da ihn keine ,lust beflecken1 kein ,schmerz verwunden1 kein ,stolz bercken1 nichts ,bses berhaupt reizen kann2 er ist ein ,held in jenem groen ,kampf gegen die ,leidenschaft und eingetaucht in das ,wesen der ,gerechtigkeit vermag er jegliches ,geschick von ganzer ,seele zu begren4 ,ein solcher ,mensch aber denkt selten und nur1 wenn es das allgemeine ,beste erfordert1 an das1 was andere sagen oder tun oder meinen4 ,sondern die eigene ,pflicht ist der einzige ,gegenstand seines ,tuns1 so wie1 was ihm das ,schicksal gesponnen im ,gewebe des ,ganzen1 der ,hauptgegenstand seines ,nachdenkens4 ,dort hlt er ,tugend1 hier den guten ,glauben4 ,und in der ,tat ist jedem zutrglich1 was sich mit ihm zutrgt nach dem ,willen des ,schicksals4 ,stets ist er eingedenk1 da alle ,vernunftwesen einander verwandt sind1 und da es zur menschlichen ,natur gehrt1 fr andere zu sorgen4 ,nach ,ansehen strebt er nur bei denen1 die ein naturgemes ,leben fhren1 da er ja wei1 was die1 die nicht so leben1 sind1 wie sies zu ,hause und auer dem ,hause1 am ,tage und bei ,nacht und mit wem sie ihr ,wesen treiben4 ,das ,lob derer also1 die nicht sich selber zu gengen wissen1 hat fr ihn nicht den geringsten ,wert4 #e ,tue nichts mit ,widerwillen1 nichts ohne ,rcksicht auf das ,gemeinwohl1 nichts ungeprft1 nichts wobei du noch ein ,bedenken hast4 ,drcke deine ,gedanken aus ohne ,ziererei4 ,sei kein ,schwtzer und kein ,vielgeschftiger4 ,sondern mit einem ,worte3 der ,gott in dir fhre das ,regiment1 welchem ,geschlecht1 ,alter1 ,beruf1 welcher ,abkunft und ,stellung du nun auch angehren magst1 so da du immer in der ,verfassung bist1 wenn du abgerufen werden solltest1 gern und willig zu folgen4--,eidschwur und ,zeugenschaft mut du immer entbehren knnen4--,innerlich aber sei heiter1 nicht bedrfend1 da die ,hilfe von auen dir komme1 auch nicht des ,friedens bedrftig1 den andere uns geben knnen4--,steh aufrecht1 heit es1 nicht3 lasse dich stellen6 #f ,kannst du im menschlichen ,leben etwas ,besseres finden als ,gerechtigkeit1 ,wahrheit1 ,selbstbeherrschung1 ,tapferkeit oder mit einem ,wort3 als den ,zustand der ,seele1 wo du in allem1 was eine ,sache der ,vernunft und ,selbstbestimmung ist1 mit dir selbst1 in dem aber1 was ohne dich geschieht1 mit dem ,schicksale zufrieden bist2 kannst du1 sage ich1 etwas entdecken1 was noch besser ist als dies1 so wende dich dem mit ganzer ,seele zu und freue dich1 da du das ,beste aufgefunden hast4 ,sollte es aber in ,wahrheit nichts ,besseres geben1 als den in dir wohnenden ,gott1 der deine ,begierden sich untertnig zu machen wei1 der die ,gedanken prft1 den sinnlichen ,empfindungen1 wie ,sokrates sagt1 sich zu entziehen sucht1 und der sich selbst--den ,gttern unterwirft und fr das ,wohl der ,menschen ,sorge trgt3 solltest du finden1 da gegen dieses alles andere gering ist und verschwindet1 so folge nun auch keiner anderen ,stimme und la in deine ,seele nichts eindringen1 was1 wenn es dich einmal angezogen1 dich an der ungeteilten ,pflege jenes herrlichen ,schatzes1 deines ,eigentums1 hindert4 ,denn diesem ,gute1 dem hchsten nach ,wesen und ,wirkung1 irgend etwas anderes wie ,ehre1 ,herrschaft1 ,reichtum1 ,genu an die ,seite setzen zu wollen1 wre ,torheit1 weil uns all dieses1 selbst wenn wir es nur ein wenig anziehend finden1 dann mit einem ,male ganz in ,beschlag nimmt und verfhrt4 ,darum sage ich1 man solle einfach und unbedingt das ,bessere whlen und ihm anhngen4 ,das ,bessere ist aber auch immer zugleich das ,zutrgliche1 sei es1 da es uns frommt als denkenden oder als empfindenden ,wesen4 ,finden wir nun etwas1 das uns als ,vernunftwesen zu frdern verspricht1 so mssen wirs festhalten und pflegen4 ,ist es aber nur fr unser ,empfinden zutrglich1 so haben wir es mit ,bescheidenheit und schlichtem ,sinn hin zunehmen1 und nur dafr zu sorgen1 da wir uns unser gesundes ,urteil bewahren und fortgesetzt die ,dinge gehrig prfen4 #g ,bilde dir nie ein1 da etwas gut fr dich sein knnte1 was dich ntigt1 einmal die ,treue zu brechen1 die ,scham hintanzusetzen1 jemand zu hassen1 argwhnisch zu sein1 in ,verwnschungen auszubrechen1 dich zu verstellen oder ,dinge zu begehren1 bei denen man ,vorhnge und verschlossene ,tren braucht4 ,derjenige1 welcher die ,vernunft1 seinen ,genius und deren ,dienst jederzeit die erste ,rolle spielen lt1 wird nie zu einer ,tragdie ,anla geben oder seufzen oder die ,einsamkeit oder groe ,gesellschaft suchen2 er wird leben im hchsten ,sinne des ,worts und weder auf der ,jagd noch auf der ,flucht4 ,ob seine ,seele auf lange oder kurze ,zeit im ,leibe eingeschlossen bleiben soll1 kmmert ihn wenig2 er wrde1 auch wenn er bald scheiden mte1 sich dazu ganz ebenso auf den ,weg machen1 wie wenn es gelte1 irgend etwas anderes mit ,anstand und mit edlem ,wesen auszufhren2 sondern wofr er durchs ganze ,leben ,sorge trgt1 ist nur das1 da seine ,seele sich stets in einem ,zustande befinde1 der einem auf das ,zusammenleben mit andern angewiesenen vernnftigen ,wesen geziemt4 #h ,in der ,seele eines ,menschen1 der in ,zucht und ,schranken gehalten worden und so gehrig gelutert ist1 findet man nun auch jene ,wunden und ,schden nicht mehr1 die so hufig unter einer gesunden ,oberflche heimlich fortwuchern4 ,nichts ,knechtisches ist in ihm und nichts ,geziertes2 sein ,wesen hat nichts besonders ,verbindliches1 aber auch nichts ,abstoendes2 ihn drckt keine ,schuld und nichts1 was ihn zu ,heimlichkeiten ntigte4 ,auch hat ein solcher ,mensch wirklich vollendet1 wenn ihn das ,schicksal ereilt1 was man von andern oft nur mit demselben ,rechte sagt1 wie von dem ,helden eines ,dramas1 da er ein tragischer sei1 noch ehe das ,stck geendet hat4 #i ,was die ,fhigkeit zu urteilen und ,schlsse zu machen anbetrifft1 so mut du sie in ,ehren halten4 ,denn es wohnt ihr die ,kraft bei1 zu verhten1 da sich in deiner ,seele irgendeine ,ansicht festsetze1 welche widernatrlich ist oder einem vernunftbegabten ,wesen unangemessen4 ,ihre ,bestimmung ist1 uns geistig unabhngig zu machen1 den ,menschen zugetan und den ,gttern gehorsam4 #aj ,alles brige ist ,nebensache4 ,das ,wenige1 was ich gesagt habe1 reicht vllig hin4 ,dabei bleibe man sich bewut1 da jeder eigentlich nur dem gegenwrtigen ,augenblick lebe4 ,denn alles brige ist entweder durchlebt oder in ,dunkel gehllt4 ,also ein ,kleines ists1 was jeder lebt1 und ein ,kleines1 wo er lebt--das ,winkelchen ,erde1 und ein ,kleines der ,ruhm1 auch der grte1 den er hinterlt3 damit er sich forterbe in der ,kette dieser ,menschenkinder1 die so geschwind sterben mssen und die nicht einmal sich selbst begreifen1 geschweige denn einen lngst vor ihnen ,gestorbenen6 #aa ,den aufgestellten ,lebensregeln ist aber noch eine hinzuzufgen4 ,von jedem ,gegenstande1 der sich deinem ,nachdenken darbietet1 suche dir stets einen klaren und bestimmten ,begriff zu machen1 so da du weit1 was er an sich und was er nach allen seinen ,beziehungen ist1 damit du ihn selbst sowohl wie seine einzelnen ,momente nennen und bezeichnen kannst4 ,denn nichts erzeugt in dem ,grad hohen ,sinn und edle ,denkungsart1 als wenn man imstande ist1 sich von jeder im ,leben gemachten ,erfahrung1 dem ,wesen ihres ,gegenstandes und ihrer ,vermittlung nach1 ,rechenschaft zu geben1 und alle ,begebenheiten so anzusehen1 da man bei sich berlegt1 in welchem ,zusammenhang sie erscheinen und welche ,stelle sie in demselben einnehmen1 welchen ,wert sie fr das ,ganze haben und was sie dem ,menschen bedeuten1 diesem ,brger eines hchsten ,reiches1 zu dem sich die brigen ,reiche wie die einzelnen ,huser zu der ganzen ,ortschaft verhalten1 da man wei1 was man jedesmal vor sich hat1 wo es sich herschreibt und wie lange es bestehen wird1 und wie sich der ,mensch dazu zu verhalten habe1 ob milde oder tapfer1 zweifelschtig oder vertrauend voll1 hingebend oder auf sich selbst beruhend2 so da man sich von jedem ,einzelnen sagen mu1 entweder3 es kommt von ,gott1 oder3 es ist ein ,stck jenes groen ,gewebes1 das das ,schicksal spinnt1 und so und so gefgt1 oder endlich3 es kommt von einem unsrer ,genossen und ,brder1 der nicht gewut hat1 was naturgem ist4 ,du aber weit es1 und darum begegnest du ihm1 wie es das natrliche ,gesetz der ,gemeinschaft fordert1 mit ,liebe und ,gerechtigkeit4 ,und auch in gleichgltigen ,dingen zeigst du ein ihrem ,wert entsprechendes ,verhalten4 #ab ,wenn du der gesunden ,vernunft folgst und bei dem1 was dir zu tun gerade obliegt1 mit ,eifer1 ,kraft und ,liebe ttig bist1 ohne da dich ein anderer ,gedanke dabei leitet1 als der1 dein ,inneres rein zu erhalten1 als solltest du bald deinen ,geist aufgeben2 wenn du dich auf diese ,weise zusammennimmst und dabei weder zgerst noch eilst1 sondern dir gengen lssest an der dir von ,natur zu ,gebote stehenden ,energie und an der ,wahrhaftigkeit1 die aus jedem deiner ,worte hervor leuchten mu1 so wirst du ein glckliches ,leben fhren4 ,und ich wte nicht1 wer dich daran hindern sollte4 #ac ,wie die rzte zu raschen ,heilungen stets ihre ,instrumente und ,eisen zur ,hand haben1 so mut du behufs der ,erkenntnis gttlicher und menschlicher ,dinge die ,lehren der ,philosophie in steter ,bereitschaft halten1 damit du in allem1 auch im ,kleinsten1 immer so handelst wie einer1 der sich des ,zusammenhangs beider bewut ist4 ,denn ,menschliches lt sich ebensowenig richtig behandeln ohne ,beziehung auf ,gttliches als umgekehrt4 #ad ,hre endlich auf1 dich selbst zu verwirren6 ,es ist nicht daran zu denken1 da du dazu kommst1 was du dir fr sptere ,zeiten deines ,lebens aufbehalten hattest1 dies und jenes zu treiben und zu lesen und wieder hervorzusuchen4 ,darum gib solche trichte ,plne auf1 und wenn du dich selber lieb hast1 schaffe dir--noch vermagst dus--eiligst die ,hilfe1 deren du bedarfst6 #ae ,in manchem ,wort1 das unbedeutend scheint1 wie z4,b4 ,stehlen1 ,sen1 ,kaufen1 ,ruhen1 ,sehen1 was es zu tun gibt1 liegt oft ein tieferer ,sinn4 ,wie mancher sagt3 ich will doch sehen1 was es gibt1 und denkt nicht daran1 da es dazu eines anderen ,schauens bedarf1 als das der ,augen4 #af ,leib1 ,seele1 ,geist--das war jene ,dreiheit3 der ,leib mit seinen ,empfindungen1 die ,seele mit ihren ,begierden und der ,geist mit seinen ,erkenntnissen4 ,aber ,bilder und ,vorstellungen haben auch unsere ,haustiere2 von ,begierden in ,bewegung gesetzt werden auch die wilden ,tiere oder ,menschen1 die nicht mehr ,menschen sind1 ein ,phalaris1 ein ,nero2 in allem1 was vorteilhaft scheint1 sich vom ,geiste leiten zu lassen1 ist auch die ,sache solcher1 die das ,dasein der ,gtter leugnen1 das ,vaterland verraten und die schndlichsten ,dinge tun1 sobald es nur niemand sieht4 ,wenn soweit also jenes etwas allen ,gemeinsames ist1 so bleibt als das dem ,guten ,eigentmliche nur brig1 das ihm vom ,schicksal ,bestimmte willkommen zu heien1 das ,heiligtum in seiner ,brust nicht zu entweihen1 sich nicht durch ,gedankenmenge zu verwirren1 sondern im ,gleichma zu verharren1 der ,stimme des ,gottes zu folgen1 nichts zu reden wider die ,wahrheit und nichts zu tun wider die ,gerechtigkeit4 ,und da man dabei ein einfaches1 zchtiges und wohlgemutes ,leben fhrt1 daran sollte eigentlich niemand zweifeln4 ,geschhe es aber1 wir wrden deshalb doch keinem zrnen1 noch von dem ,wege weichen1 der an das ,ziel des ,lebens fhrt1 bei welchem wir unbefleckt1 gelassen1 wohlgerstet und willig dem ,schicksal gehorchend ankommen mssen4 ,viertes ,buch #a ,wenn der in uns herrschende ,geist seiner ,natur folgt1 kann es uns--den ,ereignissen gegenber--nicht schwer fallen1 auf jede ,mglichkeit vorbereitet zu sein und das ,gegebene hinzunehmen4 ,das ,festbestimmte1 ,abgemachte ist es dann berhaupt nicht1 wofr wir ,interesse haben1 sondern3 was uns gut und wnschenswert scheint1 ist doch immer nur mit ,vorbehalt ein ,gegenstand unseres ,strebens2 was sich uns aber geradezu in den ,weg stellt1 betrachten wir als ein ,mittel zu unsrer bung--3 der ,flamme gleich1 die sich auch solcher ,stoffe zu bemchtigen wei1 deren ,berhrung ein kleineres ,licht verlschen wrde1 aber ein helles ,feuer nimmt in sich auf und verzehrt1 was man ihm zufhrt1 und wird nur grer dadurch4 #b ,bei allem1 was du tust1 gehe besonnen zu ,werke und so1 da du dabei die hchste ,lebenskunst im ,auge hast6 #c ,man liebt es1 sich zuzeiten aufs ,land1 ins ,gebirge1 an die ,see zurckzuziehn4 ,auch du sehnst dich vielleicht dahin4 ,im ,grunde genommen aber steckt dahinter eine groe ,beschrnktheit4 ,es steht dir ja frei1 zu jeglicher ,stunde dich in dich selbst zurckzuziehn1 und nirgends finden wir eine so friedliche und ungestrte ,zuflucht als in der eignen ,seele1 sobald wir nur etwas von dem in uns tragen1 was wir nur anzuschauen brauchen1 um uns in eine vollkommen ruhige und glckliche ,stimmung versetzt zu sehn--eine ,stimmung1 die nach meiner ,ansicht freilich ein anstndiges1 sittliches ,wesen bedingt4 ,auf diese ,weise also ziehe dich bestndig zurck1 um dich immer wieder aufzufrischen4 ,einfach und klar und bestimmt aber seien jene ,ideen1 die aus deiner ,seele so manches hinweg splen1 wenn du sie dir vergegenwrtigst1 und dir eine ,zuflucht schaffen sollen1 aus der du nicht bel launisch zurckkehrst4 ,und was sollte dich auch alsdann verdrieen8 ,die ,schlechtigkeit der ,menschen8 ,aber wenn du bedenkst1 da die vernnftigen ,wesen freinander geboren sind1 da das ,ertragen des ,unrechts zur ,gerechtigkeit gehrt1 da die ,menschen unfreiwillig sndigen1 und dann--wie viel streitschtige1 argwhnische1 gehssige und gewaltttige ,menschen dahin gemut haben und nun ein ,raub der ,verwesung sind--wirst du da deine ,abneigung nicht los werden8 ,oder ist es dein ,schicksal8 ,so erinnere dich nur jenes ,zwiefachen3 entweder wir sagen3 es gibt eine ,vorsehung1 oder3 wir sehen uns als ,teile und ,glieder eines ,ganzen an1 und unserer ,betrachtug der ,welt liegt die ,idee eines ,reiches zugrunde4 ,oder ist es dein ,leib1 der irgendwie schmerzt8 ,aber du weit ja1 der ,geist1 wenn er sich selbst begriffen und seine ,macht kennen gelernt hat1 hngt nicht ab von sanfteren oder rauheren ,lften2 auch weit du1 wie wir ber ,schmerz und ,freude denken1 und bist einverstanden damit4 ,oder macht dir der ,ehrgeiz zu schaffen8 ,aber wie schnell breitet ,vergessenheit ber alles ihren ,schleier6 wie unablssig drngt eins das andere in dieser ,welt ohne ,anfang und ohne ,ende6 ,wie nichtig ist jeder ,nachklang unseres ,tuns6 wie vernderlich und wie urteilslos jede ,meinung1 die sich ber uns bildet und wie eng der ,kreis1 in dem sie sich bildet6 ,die ganze ,erde ist ja nur ein ,punkt im ,all1 und wie klein ist nun wieder der ,winkel auf ihr1 wo von uns die ,rede sein kann6 ,wie viele knnen es sein1 und was fr welche1 die unsern ,ruhm verknden8 ,in der ,tat also gilt es sich zurckzuziehen auf eben diesen kleinen ,raum1 der unser ist1 und hier sich weder zerstreuen1 noch einspannen zu lassen1 sondern sich frei zu bewegen und die ,dinge anzusehen wie ein ,mensch1 wie ein ,glied der ,gesellschaft1 wie ein sterbliches ,wesen4 ,unter allen ,wahrheiten aber1 die dir am gelufigsten sind1 mssen jedenfalls die beiden sein3 die eine3 da ,auendinge die ,seele nicht berhren drfen1 sondern wirklich ,auendinge sein und bleiben mssen4 ,denn ,widerwrtigkeiten gibt es nur fr den1 der sie dafr hlt4 ,die andere3 da alles1 was du siehst1 sich bald verwandeln und nicht mehr sein werde1 wie du selbst schon eine ,menge ,wandlungen durchgemacht hast4 ,mit einem ,wort3 die ,welt ist ein ewiger ,wechsel1 das ,leben ein ,wahn6 #d ,haben wir alle das ,denkvermgen gemein1 dann auch die ,vernunft8 dann auch die ,stimme1 die uns sagt1 was wir tun und lassen sollen2 dann auch eine ,gesetzgebung2 wir sind also alle ,brger eines und desselben ,reiches4 ,und so wrde folgen1 da die ,welt ein ,reich ist4 ,denn welches ,reich wre sonst dem menschlichen ,geschlecht gemein8--,stammt nun etwa jene ,denkkraft1 jenes ,vernnftige und ,gesetzgebende aus diesem uns allen gemeinsamen ,reiche oder sonst woher8 ,denn gleichwie bei verschiedenen ,stoffen jeder seine besondere ,quelle hat 7denn es ist ,nichts1 was aus dem ,nichts entstnde1 so wenig wie ,etwas in das ,nichts bergeht71 so mu auch das ,geistige irgendwoher stammen4 #e ,mit dem ,tode verhlt sichs wie mit der ,geburt3 beide sind ,geheimnisse der ,natur4 ,dieselben ,elemente welche hier sich einigen1 werden dort gelst4 ,und das ist nichts1 was uns unwrdig vorkommen knnte4 ,es widerspricht weder dem vernnftigen ,wesen selbst1 noch der ,art und ,weise seiner ,einrichtung4 #f ,es liegt freilich in der ,natur der ,sache1 da gewisse ,leute einen solchen ,widerspruch darin finden4 ,aber wer dies nicht will1 will nicht1 da der ,feigenbaum ,saft habe4 berhaupt aber sei dessen eingedenk1 da ihr beide1 du und er1 in krzester ,zeit sterben werdet1 und da bald nicht einmal euer ,name brigbleibt4 #g ,la deinen ,wahn schwinden1 du hrst auf dich zu beklagen4 ,beklagst du dich nicht mehr1 ist auch das bel weg4 #h ,der ,begriff des ,heilsamen und des ,schdlichen schliet es schon in sich1 da1 was den ,menschen nicht verdirbt1 auch sein ,leben nicht verderben oder verbittern kann weder uerlich noch innerlich4 #i ,weil es ntzlich ist1 handelt die ,natur notwendigerweise so1 wie sie handelt4 #aj ,alles1 was geschieht1 geschieht mit ,recht2 einer genauen ,beobachtung kann das nicht entgehen4 ,auch sage ich nicht blo3 es ist in der ,ordnung1 sondern3 es ist recht1 d4h4 als kme es von einem1 der alles nach ,recht und ,wrdigkeit austeilt4 ,setze deine ,beobachtungen nur fort1 und du selbst--was du auch tust1 mache gut6 gut im eigentlichsten ,sinne des ,worts6 ,denke daran bei jeder deiner ,handlungen6 #aa ,wie derjenige denkt1 der dich verletzt1 oder wie er will1 da du denken sollst1 so denke gerade nicht4 ,sondern sieh die ,sache an1 wie sie in ,wahrheit ist4 #ab ,zu zweierlei mssen wir stets bereit sein3 einmal1 zu handeln einzig den ,forderungen gem1 welche das in uns herrschende ,gesetz an uns stellt--und das heit immer auch zugleich zum ,nutzen der ,menschen handeln4 ,sodann3 auf unserer ,meinung nicht zu beharren1 wenn einer da ist1 der sie berichtigen und uns so von ihr abbringen kann4 ,doch mu jede ,sinnesnderung davon ausgehen1 da die neue ,ansicht die richtige und gute sei1 nicht davon1 da sie ,annehmlichkeiten und uere ,vorteile verschaffe4 #ac ,wenn du ,vernunft hast1 warum gebrauchst du sie nicht8 ,tut sie das ihrige1 was kannst du mehr verlangen8 #ad ,was du bist1 ist doch nicht das ,ganze4 ,so wirst du denn auch einst aufgehen in dem1 der dich erzeugte2 oder vielmehr1 nach geschehener ,wandlung wirst du wieder aufgenommen werden in seine ,erzeugernatur4 #ae ,viele ,weihrauchkrner fallen auf denselben ,altar der ,gottheit--das ist des ,menschen ,leben4 ,wieviel davon schon gestreut ist1 wieviel noch nicht1 was liegt daran8 #af ,sobald du dich zu den ,grundstzen und dem ,dienst der ,vernunft bekehrst1 kannst du innerhalb zehn ,tagen denen ein ,gott sein1 denen du jetzt so verchtlich erscheinst wie ein ,affe oder ein wildes ,tier4 #ag ,richte dich nicht ein1 als solltest du hundert ,jahre alt werden4 ,denn wie nahe ist vielleicht dein ,ende6 ,aber solange du lebst1 solange es in deiner ,macht steht--sei gut6 #ah ,welch ein ,gewinn1 wenn man auf anderer ,leute ,worte1 ,angelegenheiten und ,gedanken nicht achtet1 sondern nur merkt auf das eigene ,tun1 ob es gerecht und fromm und gut sei1 --das ,auge abgewendet vom ,pfuhl des ,lasters1 nur der eignen ,bahn nachgehend1 grad und unverrckt4 #ai ,der ,ruhmbegierige bedenkt nicht1 da auch die in aller ,krze nicht mehr sein werden1 die seiner gedenken1 und da es sich mit jedem folgenden ,geschlecht ebenso verhlt1 bis endlich die ,erinnerung1 durch solche fortgepflanzt1 die nun erloschen sind1 selber erlischt4 ,aber gesetzt auch1 sie wren unsterblich1 die deinen ,namen nennen1 und unsterblich dieses ,namens ,gedchtnis3 was ntzt dirs8 dir1 der du bereits gestorben bist8 ,aber auch1 was ntzt dirs bei deinem ,leben8 ,es sei denn1 da du zeitliche ,vorteile dabei hast4 ,sind also ,ruhm und ,ehre dir zuteil geworden1 achte dieser ,gabe nicht6 sie macht dich eitel und abhngig vom ,geist und ,wort der andern4 #bj ,jegliches ,schne ist schn durch sich selbst und in sich vollendet1 so da fr ein ,lob kein ,raum in ihm ist4 ,wird es doch durch ,lob weder schlechter noch besser4 ,dies gilt auch von dem1 was man in der ,regel schn nennt1 von dem krperlich ,schnen und den ,werken der ,kunst4 ,das wahrhaft ,schne bedarf des ,lobes ebensowenig als das gttliche ,gesetz1 die ,wahrheit1 die ,gte1 die ,scham4 ,oder vermag daran etwa das ,lob zu bessern oder der ,tadel zu verderben8 ,wird die ,schnheit des ,edelsteins1 des ,purpurs1 des ,goldes1 des ,elfenbeins1 die ,schnheit eines ,instruments1 einer ,blte1 eines ,bumchens geringer dadurch1 da man sie nicht lobt8 #ba ,wenn die ,seelen fortdauern1 wie vermag sie der ,luftraum von ,ewigkeit her zu fassen8 ,aber wie ist denn die ,erde imstande1 die ,leichname sovieler ,jahrtausende zu fassen8 ,die ,leiber1 nachdem sie eine ,zeitlang gedauert haben1 verwandeln sich und lsen sich auf1 und so wird andern ,leibern ,platz gemacht4 ,ebenso die in den ther versetzten ,seelen4 ,eine ,zeitlang halten sie zusammen1 dann verndern sie sich1 dehnen sich aus1 verbrennen und gehen in das allgemeine ,schpferwesen auf1 so da ein ,raum fr neue ,bewohner entsteht4 ,so etwa liee sich die ,ansicht von der ,fortdauer der ,seelen erklren4 ,was aber die ,leiber betrifft1 so kommt hier nicht blo die ,menge der auf jene ,weise untergebrachten1 sondern auch die der tglich von uns und von den ,tieren verzehrten ,leiber in ,betracht4 ,welch eine ,menge verschwindet und wird so gleichsam begraben in den ,leibern derer1 die sich davon nhren1 und immer derselbe ,raum ists1 der sie fat1 durch ,verwandlung in ,blut1 in ,luft- und ,wrmestoffe4 ,das ,prinzip oder die ,summe aller dieser ,erscheinungen ist also3 die ,auflsung in die ,materie und in den ,urgrund aller ,dinge4 #bb ,stets entschieden1 gilt es1 zu sein und das ,rechte im ,auge zu haben bei jeglichem ,streben4 ,in dem ,gedankenleben aber sei das ,begreifliche dein ,leitstern4 #bc ,was mit dir zusammenstimmt1 o ,welt1 ist auch fr mich angemessen6 ,nichts kommt zu frh fr mich und nichts zu spt1 wenns bei dir heit3 ,zu guter ,stunde4 ,eine se ,frucht ist mir alles1 was du gezeitigt hast1 ,natur4 ,von dir und in dir ist alles und zu dir kehrt es zurck4--,als ,aristophanes ,theben wiedersah1 rief er3 ,du liebe ,stadt des ,kekrops6 und ich1 ich sollte mit dem ,blick auf dich nicht sagen3 ,du liebe ,stadt des hchsten ,gottes8 #bd ,nur auf wenig ,dinge1 heit es1 darf sich deine ,ttigkeit erstrecken1 wenn du dich wohl befinden willst4 ,aber wre es nicht besser1 sie auf das ,notwendige zu richten8 auf das1 was wir als ,wesen1 die auf das ,leben in ,gemeinschaft angewiesen sind1 tun sollen8 ,denn das hiee nicht blo das ,vielerlei1 sondern auch das ,schlechte vermeiden und mte uns also doppelt glcklich machen4 ,gewi wrden wir ruhiger und zufriedener sein1 wenn wir das meiste von dem1 was wir zu reden und zu tun pflegen1 als berflssig lieen4 ,ist es doch durchaus notwendig1 da wir in jedem einzelnen ,falle1 ehe wir handeln1 eine ,stimme der ,warnung vernehmen2 und sollte die von etwas ausgehen knnen1 das an sich selbst unntig ist8 ,zuerst aber befreie deine ,gedanken von allem1 was unntz ist1 dann wirst du auch nichts ,unntzes tun4 #be ,mache den ,versuch--vielleicht gelingt dirs--zu leben wie ein ,mensch1 der mit seinem ,schicksal zufrieden ist1 und1 weil er recht handelt und liebevoll gesinnt ist1 auch den inneren ,frieden besitzt4 #bf ,willst du8 so hre noch dies3 ,rege dich nicht selbst auf1 und bleibe immer bei dir4 ,hat sich jemand an dir vergangen3 an sich selbst hat er sich vergangen4 ,ist dir etwas ,trauriges widerfahren3 es war dir von ,anfang an bestimmt2 was geschieht1 ist alles ,fgung4 ,und im ,ganzen3 das ,leben ist kurz4 ,die ,gegenwart ists1 die wir nutzen sollen1 durch rechtschaffenes und berlegtes ,handeln1 und wenn wir ausruhen wollen1 durch ein besonnenes ,ausruhen4 ,auch in ,erholungsstunden bleibe nchtern6 #bg ,entweder ist die ,welt ein wohlgeordnetes ,ganzes oder ein zuflliges ,gemenge1 das man aber doch eine ,weltordnung nennt4 ,doch wie8 ,kann in dir eine gewisse ,ordnung herrschen1 wenn im ,weltganzen ,unordnung herrscht8 ,und das knnte sein bei der ineinandergestimmten ,vereinigung aller mglichen ,krfte1 die einander widerstreiten und zerteilt sind8 #bh ,es gibt schwarze ,charaktere1 weibische1 halsstarrige1 tierische1 viehische1 kindische1 trge1 zweideutige1 geckenhafte1 betrgerische1 tyrannische ,charaktere4 #bi ,wenn der ein ,fremdling ist in der ,welt1 der nicht wei1 was auf ihr ist und geschieht1 so nenne ich den einen ,flchtling1 der sich den ,ansprchen des ,staates entzieht2 einen ,blinden1 der das ,auge seines ,geistes schliet2 einen ,bettler1 der eines andern bedarf und nicht in sich alles zum ,leben ,ntige trgt2 einen ,auswuchs des ,weltalls1 der von dem ,grundgesetz der ,allnatur abweicht und--mit dem ,schicksal hadert6 als htte sie1 die dich hervorgebracht1 nicht auch dieses erzeugt2 ein abgehauenes ,glied der menschlichen ,gesellschaft1 der mit seiner ,seele von dem ,lebensprinzip der einen alle ,vernunftwesen umfassenden ,gemeinde geschieden ist4 #cj ,es gibt ,philosophen1 die keinen ,rock anzuziehen haben und halbnackt einhergehen4 ,nichts zu essen1 aber treu der ,idee4 ,auch fr mich ist die ,philosophie kein ,brotstudium4 #ca ,liebe immerhin die ,kunst1 die du gelernt hast1 und ruhe dich aus in ihr4 ,doch gehe durchs ,leben nicht anders wie einer1 der alles1 was er hat von ganzem ,herzen den ,gttern weiht1 niemandes ,tyrann und niemandes ,knecht4 #cb ,betrachten wir die ,geschichte1 z4,b4 die ,zeiten ,vespasians1 so finden wir ,menschen1 die sich freien1 ,kinder zeugen1 krank liegen1 sterben1 ,krieg fhren1 ,feste feiern1 ,handel treiben1 ,acker bauen2 finden ,schmeichler1 ,freche1 ,mitrauische1 ,listige1 oder solche1 die ihr ,ende herbeiwnschen1 die sich ber die schlimmen ,zeiten beklagen2 finden ,liebhaber1 ,geizhlse1 ,ehrgeizige1 ,herrschschtige4 ,nicht wahr8 ,ihr ,leben ist jetzt nirgends mehr zu finden4 ,gehen wir ber auf die ,zeiten des ,trajan3 alles ganz ebenso4 ,und auch diese ,zeit ging zu ,grabe4--,so betrachte die ,grabschriften aller ,zeiten und ,vlker1 damit du siehst1 wie viele1 die sich aufschwangen1 nach kurzer ,zeit wieder sanken und vergingen4 ,namentlich mu man immer wieder an die denken1 bei denen wirs mit eignen ,augen gesehen haben1 wie sie nach eitlen ,dingen trachteten1 wie sie nicht taten1 was ihrer ,bildung entsprach1 daran nicht unablssig festhielten und sich daran nicht gengen lieen4 ,und fllt uns dann die ,regel ein1 da die ,behandlung einer ,sache ihren ,mastab in dem ,wert der ,sache selbst hat1 so wollen wir sie doch ja beobachten1 damit wir uns vor dem ,ekel bewahren1 der die notwendige ,folge davon ist1 da man den ,dingen mehr ,wert beilegt1 als sie verdienen4 #cc ,worte1 die ehemals im ,gebrauch waren1 sind nun veraltet4 ,so sind auch die ,namen einst hochberhmter ,mnner1 eines ,camill1 ,scipio1 ,cato1 dann eines ,augustus1 dann ,hadrians1 dann ,antoninus ,pius1 spter gleichsam veraltete ,worte4 ,sie verbleichen bald und nehmen das ,gewand der ,sage an1 bald sind sie gar versunken in ,vergessenheit4 ,dies gilt von denen1 die ehemals so wunderbar geleuchtet haben4 ,denn von den andern1 sind sie nur tot1 wei man nichts mehr1 hat man nie etwas gehrt4 ,also ist ,unvergelichkeit ein leeres ,wort4 ,aber was ist es denn nun1 wonach sichs lohnt zu streben8 ,nur das eine3 eine tchtige ,gesinnung1 ein ,leben zum ,besten anderer1 ,wahrheit in jeder uerung1 ein ,zustand des ,gemts1 wonach dir alles1 was geschieht1 notwendig scheint und dir befreundet1 aus einer ,quelle flieend1 mit der du vertraut bist4 #cd ,gib dich dem ,schicksal willig hin1 und erlaube ihm1 dich mit den ,dingen zu verflechten1 die es dir irgend zuerkennt4 #ce ,eintagsfliegen sind beide1 der ,gedenkende und der1 dessen gedacht wird4 #cf ,alles entsteht durch ,verwandlung1 und die ,natur liebt nichts so sehr1 als das ,vorhandene umzumodeln und ,neues von hnlicher ,art zu erzeugen4 ,jedes ,einzelwesen ist gewissermaen der ,same eines zuknftigen1 und es wre eine groe ,beschrnktheit1 nur das als ein ,samenkorn anzusehen1 was in die ,erde oder in den ,mutterscho geworfen wird4 #cg ,wie bald wirst du tot sein1 und noch immer bist du nicht ohne ,falsch1 nicht ohne ,leidenschaft1 nicht frei von dem ,vorurteil1 da ueres dem ,menschen schaden knne1 nicht sanftmtig gegen jedermann1 und noch immer nicht berzeugt1 da ,gerechtigkeit die einzig wahre ,klugheit sei4 #ch ,mache dich mit den herrschenden ,gesinnungen der ,menschen bekannt1 mit ihren ,sorgen und mit dem1 was sie fliehen und was sie erstreben4 #ci ,in der ,seele eines andern sitzt es nicht1 was dich unglcklich macht1 auch nicht in der ,wendung deiner ueren ,verhltnisse4 ,wo denn1 fragst du8 ,in deinem ,urteil6 ,halte es nicht fr ein ,unglck1 und alles steht gut4 ,und wenn1 was dich zunchst umgibt1 deine ,haut verwundet1 geschnitten1 gebrannt wird1 mu der ,teil deines ,wesens1 der ber solche ,dinge urteilt1 in ,ruhe sein1 d4h4 er mu denken1 da das1 was ebenso den ,guten wie den ,bsen treffen kann1 unser ,unglck oder unser ,glck unmglich ausmacht4 ,denn was bald der erfhrt1 der gegen die ,natur lebt1 bald wieder der1 der ihrer ,stimme folgt1 das kann doch selbst nicht widernatrlich oder natrlich heien4 #dj ,die ,welt ist ein einziges lebendiges ,wesen1 ein ,weltstoff und eine ,weltseele4 ,in dieses ,weltbewutsein wird alles aufgenommen1 so wie aus ihm alles hervorgeht1 so jedoch1 da von den ,einzelwesen eines des anderen ,mitursache ist und auch sonst die innigste ,verknpfung unter ihnen stattfindet4 #da ,nach ,epiktet ist der ,mensch--eine ,seele mit einem ,toten belastet4 #db ,was zu dem ,wandlungsproze gehrt1 dem wir alle unterworfen sind1 das kann als solches weder gut noch bse sein4 #dc ,ein ,strom des ,werdens1 in dem eins das andre jagt1 ist die ,zeit4 ,denn ein jegliches ,ding--verschlungen ists1 kaum da es aufgetaucht4 ,aber kaum ist das eine dahin1 trgt die ,woge schon wieder ein anderes her4 ,doch auch dieses wird weggeschwemmt4 #dd ,wie die ,rose die ,vertraute des ,sommers und die ,frchte die ,freunde des ,herbstes sind1 so ist das ,schicksal uns freundlich gesinnt1 mag es nun ,krankheit oder ,tod oder ,schimpf und ,schande heien4 ,denn ,kummer machen solche ,dinge nur dem ,toren4 #de ,das ,folgende entspricht immer dem ,vorangehenden1 nicht nur in der ,weise des ,nacheinander mit blo uerer ,verknpfung1 sondern durch ein inneres geistiges ,band4 ,denn wie im ,reiche des ,gewordenen alles harmonisch gefgt ist1 so tritt uns auch auf dem ,gebiete des ,werdens keine bloe ,aufeinanderfolge1 sondern eine wunderbare innere ,verwandtschaft entgegen4 #df ,mag es richtig sein1 was ,heraklit sagt1 da in der ,natur das eine des andern ,tod sei1 der ,erde ,tod das ,wasser1 des ,wassers die ,luft1 der ,luft das ,feuer und umgekehrt2 doch hat er nicht gewut1 wohin alles fhrt4 ,aber es lt sich auch von solchen ,leuten lernen1 die das ,ziel ihres ,weges aus dem ,gedchtnis verloren haben1 auch von solchen1 die1 je mehr sie mit dem alles beherrschenden ,geiste verkehren1 tatschlich sich desto mehr von ihm entfernen1 auch von denen1 welchen gerade das fremd ist1 was sie tglich beschauen1 oder die wie im ,traume handeln und reden 7denn auch das nennt man noch ,ttigkeit71 oder endlich von solchen1 die wie die kleinen ,kinder alles nachmachen4 #dg ,wenn dir ein ,gott weissagte1 du werdest morgen1 hchstens bermorgen sterben1 so knntest du dich ber dieses bermorgen doch nur freuen1 wenn gar nichts ,edles in dir steckt4 ,denn was ists fr ein ,aufschub6 ,ebenso gleichgltig aber mte es dir sein1 wenn man dir prophezeite3 nicht morgen1 sondern erst nach langen ,jahren6 #dh ,bedenke1 wie viele rzte sind gestorben1 nachdem sie an wie vielen ,krankenbetten bedenklich den ,kopf geschttelt2 wie viele ,astrologen1 die erst andern mit groer ,wichtigkeit den ,tod verkndigten2 wie viele ,philosophen1 nachdem sie ber ,tod und ,unsterblichkeit ihre tausenderlei ,gedanken ausgekramt2 wie viele ,kriegshelden mit dem ,blute anderer bespritzt2 wie viele ,frsten1 die ihres ,rechtes ber ,leben und ,tod mit groem bermute brauchten1 als wren sie selbst nicht auch sterbliche ,menschen2 wie viele ,stdte--,helion1 ,pompeji1 ,herkulanum und unzhlige andere--sind1 da ich so sage1 gestorben6 ,dann die du selbst gekannt hast1 einer nach dem andern6 ,der jenen begrub1 wurde dann selbst begraben1 und das binnen kurzem4 ,denn alles ,menschliche ist nichtig und vorbergehend1 das ,gestern eine ,seifenblase1 das ,morgen--erst eine einbalsamierte ,leiche1 dann ein ,haufen ,asche4 ,darum nutze das ,heute so wie du sollst1 dann scheidet sichs leicht3 wie die ,olive1 wenn sie reif geworden abfllt--preisend den ,zweig1 an dem sie hing1 dankend dem ,baum1 der sie hervorgebracht6 #di ,wie der ,fels im ,meere1 an dem die ,wellen unaufhrlich rtteln1 steht1 so da ringsum der ,brandung ,ungestm sich legen mu1 so stehe auch du6 ,nenne dich nicht unglcklich1 wenn dir ein ,unglck widerfuhr6 ,nein1 sondern preise dich glcklich1 da1 obwohl es dir widerfahren ist1 der ,schmerz dir doch nichts anhat und weder ,gegenwrtiges dich mrbe machen1 noch ,zuknftiges dich ngstigen kann4 ,jedem knnt es begegnen1 aber nicht jeder htte es so ertragen4 ,und warum nennst du das eine ein ,unglck1 das andere ein ,glck8 ,nennst du nicht das ein ,unglck fr den ,menschen1 was ein ,fehlgriff seiner ,natur ist8 ,aber wie sollte das ein ,fehlgriff der menschlichen ,natur sein knnen1 was nicht wider ihren ,willen ist8 ,und du kennst doch ihren ,willen8 ,kann dich denn irgendein ,schicksal hindern1 gerecht zu sein1 hochherzig1 besonnen1 klug1 selbstndig in deiner ,meinung1 wahrhaft in deinen ,reden1 sittsam und frei in deinem ,betragen1 hindern an dem1 was1 wenn es vorhanden ist1 so recht dem ,zweck der ,menschennatur entspricht8 ,so oft also etwas ,schmerzhaftes dir nahe tritt3 denke1 es sei kein ,unglck2 aber ein ,glck ist1 es mit edlem ,mut zu tragen4 #ej ,es ist zwar ein lcherliches aber wirksames ,hilfsmittel1 wenn man den ,tod verachten lernen will1 sich die ,menschen zu vergegenwrtigen1 die mit aller ,inbrunst am ,leben hingen4 ,denn was war ihr ,los1 als da sie _/zu frh_/ starben8 ,begraben liegen sie alle1 die ,fabius1 ,julianus1 ,lepidus oder wie sie heien mgen1 die allerdings so manche andere berlebten1 dann aber doch auch an die ,reihe muten4--,wie klein ist dieser ganze ,lebensraum1 und unter wieviel ,mhen1 mit wie schlechter ,gesellschaft1 in wie zerbrechlichem ,krper wird er zurckgelegt6 ,es ist nicht der ,rede wert4 ,hinter dir eine ,ewigkeit und vor dir eine ,ewigkeit3 dazwischen--was fr ein ,unterschied ob du drei ,tage oder drei ,jahrhunderte zu leben hast8 #ea ,immer wandle den krzesten ,weg1 den du zu gehen hast6 ,er ist der natrliche4 ,man folgt da im ,reden und ,tun nur der gesunden ,vernunft4 ,du wirst dich auf diese ,weise von mancher ,sorge und von manchem ,ballast befreien4 ,fnftes ,buch #a ,frh1 wenns dir leid tut schon aufgewacht zu sein1 sage dir gleich1 du seist erwacht1 dich menschlich zu bettigen4 ,um der ,ttigkeit willen bist du geboren und in die ,welt gekommen1 und du wolltest verdrielich sein1 da du ans ,werk gehen mut8 ,oder bist du dazu geschaffen1 in den ,federn liegend dich zu pflegen8 ,freilich ist dies angenehmer2 aber bist du um des ,vergngens willen da1 nicht vielmehr um etwas zu schaffen und dich anzustrengen8 ,sieh alle ,kreaturen1 die ,sperlinge1 die ,ameisen1 die ,spinnen1 die ,bienen1 wie jedes sein ,werk vollbringt und jedes in seiner ,weise an der ,aufgabe des ,ganzen arbeitet6 ,und du wolltest das deinige nicht tun8 nicht den ,weg laufen1 den die menschliche ,natur dir vorschreibt8--,man mu doch auch ausruhen1 sagst du4 ,freilich mu man4 ,doch in dem ,mae1 das die ,natur dir selbst an die ,hand gibt1 ebenso wie fr das ,essen und ,trinken4 ,darin aber willst du die ,grenze berschreiten und mehr tun als ntig ist1 nur in der ,ttigkeit zurckbleiben8 ,da sieht man1 da du dich selbst nicht lieb hast1 sonst wrdest du die menschliche ,natur und deren ,willen lieb haben4 ,andere1 die mit ,liebe die ,kunst betreiben1 die sie gelernt haben1 sind oft so versessen darauf1 da sie darber vergessen1 sich zu waschen oder zu frhstcken4 ,du aber ehrst die ,menschheit in dir nicht einmal so hoch wie jene ihre ,kunst1 wie der ,drechsler seine ,drechselei1 der ,tnzer seine ,sprnge1 der ,geizhals sein ,geld1 der ,ehrgeizige seinen ,ruhm4 ,denn sobald solche ,leute ihrem ,beruf mit ,eifer hingegeben sind1 liegt ihnen am ,essen und ,schlafen weit weniger1 als daran1 da sies weiter bringen in dem1 was ihres ,amtes ist4 ,und du bist imstande1 das fr andere ,ttigsein niedriger zu stellen und eines solchen ,eifers nicht fr wert zu halten8 #b ,es ist wahrlich nicht so schwer1 jeden beunruhigenden und unziemlichen ,gedanken1 der sich aufdrngt1 wieder loszuwerden und hinwegzutilgen1 so da die vollkommene ,stille und ,heiterkeit des ,gemts gleich wiederhergestellt ist4 #c ,erkenne1 da du jeder echt menschlichen uerung in ,wort und ,werk wrdig bist1 und la dich von keinem ,tadel oder ,stichelrede1 die andere dir nachsenden1 beschwatzen4 ,was edel ist zu sagen und zu tun1 dessen bist du niemals unwrdig4 ,jene haben ihre eigenen ,grundstze1 denen sie folgen1 und ihren eigenen ,sinn4 ,darauf darfst du keine ,rcksicht nehmen1 sondern mut den geraden ,weg gehen1 den deine und die allgemein menschliche ,natur dir vorschreibt4 ,und es ist in der ,tat nur ein ,weg1 den diese beiden dir weisen4 #d ,so la uns durchs ,leben gehen1 bis wir verfallen und uns zur ,ruhe begeben1 den ,geist dahin aushauchend1 von wo wir ihn tagtglich eingesogen1 dahin zurcksinkend1 woher der ,keim zu unserm ,dasein stammt1 woher wir durch so viele ,jahre ,speise und ,trank nahmen1 was uns durchs ,leben trug und wovon wir oft genug einen schlechten ,gebrauch gemacht haben4 #e ,dein ,scharfsinn ist es nicht1 weswegen man dich bewundern mu4 ,aber gesetzt auch1 er knnte dir nicht abgesprochen werden1 so wirst du doch gestehen mssen1 da vieles andere mehr in deiner ,natur liegt4 ,und dies ist es nun1 was du vor allem pflegen und kundgeben mut1 z4,b4 deine ,lauterkeit und deinen ,ernst1 deine ,sndhaftigkeit und deine ,abneigung gegen sinnlichen ,genu1 deine ,zufriedenheit mit deinem ,schicksal1 deine ,migkeit1 ,gte1 ,freisinnigkeit1 ,einfachheit1 dein gesetztes wrdevolles ,wesen4 ,und fhlst du nicht1 was du alles httest sein knnen8 was deine ,natur und angeborenes ,geschick so wohl zugelassen htten1 und bist es dennoch schuldig geblieben8 ,oder war es die ,mannhaftigkeit deiner ,naturanlage1 was dich _/zwang_/1 mrrisch zu sein und knickerig und ein ,schmeichler1 ein ,feind oder ,sklave deines eigenen ,leibes1 ein eitler und ehrgeiziger ,mensch8 ,wahrlich1 nein4 ,du knntest lngst von diesen ,fehlern frei sein4 ,ist es aber wahr1 da du von ,natur etwas schwerfllig bist und langsam von ,begriffen1 so gilt es auch darin sich anzustrengen und zu ben1 nicht1 diese ,schwche unbercksichtigt zu lassen oder gar sich darin zu gefallen4 #f ,es gibt ,menschen1 die1 wenn sie jemand einen ,gefallen getan haben1 dies gleich als eine ,gunstbezeigung angesehen wissen wollen2 ferner solche1 die1 wenn sie auch nicht gerade solche ,ansprche erheben1 doch sehr genau wissen wollen1 was sie getan haben1 und den1 dem sie wohlgetan1 bei sich selbst wenigstens als ihren ,schuldner betrachten2 endlich solche1 die gewissermaen nicht wissen1 was sie taten--dem ,weinstock gleich1 der seine ,trauben trgt und nichts weiter will1 nachdem er die ihm eigentmliche ,frucht einmal hervorgebracht hat4 ,das ,pferd1 das seinen ,weg gelaufen ist1 der ,hund1 der das ,wild erjagt1 und die ,biene1 die ihren ,honig bereitet hat1 erhebt kein ,geschrei1 ruft niemand zu3 seht1 das hab ich getan1 sondern geht gleich zu etwas anderem ber1 wie der ,baum wieder neue ,frchte ansetzt zu seiner ,zeit4 ,und so solls auch beim ,menschen sein1 wenn er ein gutes ,werk vollbracht hat4--,also wirklich1 zu denen soll man gehren1 die1 was sie tun1 gleichsam auf unbegreifliche ,weise tun8 ,ja2 aber da wir zu ihnen gehren1 soll man begreifen6 ,du sagst3 ein ,wesen1 das zur ,gemeinschaft geboren ist1 msse doch wissen1 wenn es seiner ,bestimmung gem1 d4i4 wenn es fr andere handelt1 und wahrlich doch auch wollen1 da dies der andere merke4 ,wohl wahr1 aber du machst davon nicht die richtige ,anwendung1 und darum bist du nun einmal einer von denen1 die ich eben beschrieben habe1 denn auch bei jenen ist es der ,schein von ,wahrheit1 der sie irre leitet4 ,jedenfalls aber wrdest du mich miverstehen1 wenn du aus irgendeinem ,grunde es unterlassen wolltest1 etwas zum ,wohle anderer zu tun4 #g ,die ,athener beteten3 ,regne1 regne1 lieber ,zeus1 auf die cker und ,wiesen der ,athener6 ,und man bete entweder gar nicht oder nur in dieser ,weise1 einfltig und ohne ,kunst4 #h ,gerade1 wie man sagt1 da der ,arzt dem einen das ,reiten1 dem andern kalte ,bder1 dem dritten barfu zu gehen _/verordnete_/1 ebenso mu man auch sagen1 da die ,natur bald ,krankheit1 bald ,verletzung1 bald schmerzliche ,verluste zu _/verordnen_/ pflegt4 ,dort wendet man den ,ausdruck an1 um zu bezeichnen1 da er den ,menschen jene ,mittel als der ,gesundheit entsprechend gegeben habe1 und hier gilt es ja auch1 da alles das1 was einem widerfhrt1 ihm als dem allgemeinen ,schicksal entsprechend gegeben wird4 ,ebenso brauchen wir von unsern ,schicksalen den ,ausdruck sich fgen1 wie ihn die ,baumeister brauchen von den ,quadern1 die bei ,mauer- oder ,pyramidenbauten sich schnstens zusammenordnen4 ,denn durch alles geht eine groe ,harmonie4 ,und wie im ,reiche der ,natur die ,natur eines ,einzelwesens nicht begriffen werden kann auer im ,zusammenhange aller andern ,einzelwesen1 so auch auf dem ,gebiete des ,geschehens kein einzelner ,umstand und ,grund abgesehen von allen brigen3 was denn auch der ,sinn jener vulgren ,ausdrucksweise ist1 wenn man sagt3 es _/trug sich zu_/1 oder1 es war ihm _/beschieden_/4 ,lasset uns also dergleichen hinnehmen1 gleichwie jene nahmen1 was skulap ihnen verordnet2 denn auch davon war manches bitter und wurde s nur durch die ,hoffnung auf ,genesung4 ,dieselbe ,bedeutung aber1 welche fr dich deine ,gesundheit hat1 mu auch die ,erfllung und ,vollendung dessen fr dich haben1 was im ,sinne des ,universums liegt1 und du mut alles1 was geschieht1 und wre es auch noch so wenig freundlich1 willkommen heien1 weil sein ,ziel ja nichts anderes ist als die ,gesundheit der ,welt1 das ,glck und ,wohlbefinden des hchsten ,gottes4 ,htte es sich doch gar nicht zugetragen1 wenn es nicht fr das ,ganze zutrglich gewesen wre2 htte es doch kein ,zufall so gefgt1 fgte es sich nicht harmonisch in die ,verwaltung aller ,dinge4 ,also zwei ,grnde sind1 weshalb dir dein ,schicksal gefallen mu4 ,der eine3 weil es _/dein_/ ,schicksal ist1 weil es dir verordnet ward mit ,rcksicht auf dich--von oben her in urschlicher ,verkettung mit dem ersten ,grunde4 ,der andere3 weil es der ,grund des vollkommenen ,glckes1 ja frwahr auch des ,bestehens dessen ist1 der alles regiert4 ,denn es ist eine ,verletzung des ,ganzen in seiner ,vollstndigkeit1 wenn du den geringsten seiner ,bestandteile--und seine ,bestandteile sind immer auch zugleich ,ursachen--aus seiner ,verbindung und seinem ,zusammenhange reiest4 ,und--soweit das in deiner ,hand steht1 reiest du wirklich los und trennst das ,zusammengehrige1 sobald du murrst ber dein ,schicksal4 #i ,du darfst nicht unwillig werden1 den ,mut nicht sinken lassen oder gar verzweifeln1 wenn es dir nicht vollstndig gelingt1 immer nach richtigen ,grundstzen zu handeln4 ,bist du von deiner ,hhe heruntergefallen1 erhebe dich wieder1 sei zufrieden1 wenn nur wenigstens das meiste an dir nach echter ,menschenart ist1 und la dich beglcken von dem1 was dir von neuem gelang4 ,meine nicht1 da die ,philosophie ein ,zuchtmeister sei4 ,greife zu ihr nur so wie die ,augenkranken zum ,schwamm oder zum ,ei1 wie andere zum ,pflaster oder zum ,gu4 ,denn nichts wird dich zwingen1 der ,vernunft zu gehorchen4 ,man mu sich ihr viel mehr vertrauensvoll hingeben4 ,du weit die ,philosophie will nichts anderes1 als was deine ,natur auch will4 ,du aber hast etwas anderes gewollt1 etwas ihr ,widerstreitendes1 weil es dir angenehmer schien4 ,die ,lust macht uns solche ,vorspiegelungen4 ,aber besinne dich1 ob ,hochherzigkeit1 ,freiheit des ,geistes1 ,einfalt1 ,gleichmut1 ,sittenreinheit nicht doch das ,angenehmere sind4 ,oder was ist angenehmer als ,weisheit1 wenn man darunter das nie ,anstoende1 glatt ,hinflieende der geistigen ,kraft versteht8 #aj ,das ,wesen und die ,bedeutung der ,verhltnisse dieses ,lebens sind im allgemeinen in ein solches ,dunkel gehllt1 da sie nicht wenig ,philosophen und nicht blo den gewhnlichen als vllig unbegreiflich erscheinen ,auch die ,stoiker bekennen1 da sie sie kaum verstehen4 ,dann sind auch unsere ,ansichten so hchst vernderlich4 ,es gibt ja keinen ,menschen1 der sich in seinen ,ansichten gleich bliebe4 ,ferner was nun die ,gter dieses ,lebens anlangt1 wie vergnglich und nichtig sind sie6 ,knnen sie doch das ,eigentum jedes ,nichtswrdigen werden6 ,aber nicht minder elend steht es mit dem ,geist der ,zeit4 ,selbst die beste seiner uerungen1 welche ,mhe hat man sie zu ertragen1 ja es kostet nicht wenig1 sich selber zu ertragen4 ,bei solcher ,taubheit und ,verkommenheit der ,zustnde1 bei diesem ewigen ,wechsel des ,wesens und der ,form1 bei dieser ,unberechenbarkeit der ,richtung1 die die ,dinge nehmen--was da der ,liebe und des ,strebens noch wert sein soll1 vermag ich nicht zu sehen4 ,im ,gegenteil1 es ist der einzige ,trost1 da man der allgemeinen ,auflsung entgegengeht4--,drum trage geduldig die ,zeit1 die noch dazwischen liegt1 und beherzige nur das1 da nichts dir widerfahren kann1 was nicht in der ,natur des ,ganzen begrndet liegt1 und dann3 da du die ,freiheit hast1 alles zu unterlassen1 was wider die ,stimme deines ,genius ist4 ,denn die zu berhren kann dich niemand zwingen4 #aa ,wozu gebrauchst du jetzt deine ,seele8 ,so mu man sich bei jeder ,gelegenheit fragen4 ,oder1 was geht jetzt vor in dem ,teile deines ,wesens1 den man den vornehmsten nennt8 ,oder was fr eine ,seele hast du jetzt1 die eines ,kindes oder eines ,jnglings1 eines ,weibes1 eines ,tyrannen1 eines zahmen oder eines wilden ,tieres8 #ab ,wie es im ,grunde damit steht1 was bei der ,menge als das ,gute gilt1 kann man auch daraus erkennen1 da jenes ,wort eines alten ,komikers3 denn fr den ,edlen ziemt sich solches nicht auf alle diese ,scheingter1 wie ,reichtum ,luxus1 ,ehre1 anwendbar ist 7wiewohl die ,leute das allerdings nicht gelten lassen wollen71 whrend es auf wahre ,gter1 wie ,klugheit1 ,migkeit1 ,gerechtigkeit1 ,tapferkeit1 angewendet vollkommen widersinnig wre4 #ac ,woraus wir bestehen1 ist ,form und ,inhalt4 ,keins von beiden aber wird ins ,nichts verschwinden1 so wenig wie es aus dem ,nichts hervorgegangen ist4 ,sondern jeder ,teil unseres ,wesens wird durch ,verwandlung bergefhrt in irgendeinen ,teil des ,weltganzen dieser geht dann wieder in einen andern ber und so ins ,unendliche4 ,durch diesen ,verwandlungsproze erhalte ich mein ,dasein1 durch ihn erhielten es auch die1 die mich erzeugten1 und so wieder rckwrts ins ,unendliche4 ,denn ins ,unendliche darf man wirklich sagen1 wenn auch der ,weltlauf seine fest begrenzten ,zeitrume hat4 #ad ,die ,vernunft und die ,lebenskunst sind ,krfte1 die sich selbst gengen und die keinen andern ,richter ber ihre uerungen haben als sich selbst4 ,sie haben ihr ,prinzip und ihre ,ziele in sich1 und richtig heien ihre ,handlungen1 weil durch sie der rechte ,weg offenbar wird4 #ae ,nichts ist ,sache des ,menschen1 was ihn als ,menschen nichts angeht1 was von der menschlichen ,natur weder gefordert noch verheien wird1 und was zu ihrer ,vollendung nichts beitrgt--was also auch kein ,ziel menschlichen ,strebens sein oder ein ,gut d4i4 ein ,mittel zu diesem ,ziele zu gelangen genannt werden kann4 ,wre dies nicht1 so htten wir unrecht1 es als eine ,pflicht des ,menschen anzusehen1 dergleichen ,dinge zu verachten und sich ihnen zu widersetzen1 und drften den nicht loben1 der ihrer nicht bedarf4 ,auch knnte1 wenn dies ,gter wren1 der nicht gut sein1 der freiwillig dem ,genusse solcher ,dinge entsagt4 ,nun aber sind wir in der ,tat um so viel besser1 je mehr wir solcher ,dinge uns enthalten1 und je leichter wir ihren ,mangel ertragen4 #af ,wie die ,gedanken sind1 die du am hufigsten denkst1 ganz so ist auch deine ,gesinnung4 ,denn von den ,gedanken wird die ,seele gesttigt4 ,sttige sie also mit solchen wie die3 da man1 wo man auch leben mu1 glcklich sein knne2 da alles um irgendeiner ,sache willen gemacht sei1 und wozu es gemacht sei1 dahin werde es auch getragen1 und wohin es getragen werde1 da liege auch der ,zweck seines ,daseins1 wo aber dieser1 da sei auch das ihm ,zutrgliche und ,heilsame4 ,das den vernnftigen ,wesen ,heilsame aber ist die ,gemeinschaft4 ,denn zur ,gemeinschaft sind wir geboren4 ,oder liegt es nicht auf der ,hand1 da das ,geringere um des ,besseren willen1 die besseren ,dinge aber freinander da sind8 ,besser aber als das ,unbeseelte ist das ,beseelte1 und besser als dieses das ,vernnftige4 #ag ,nach dem ,unmglichen streben ist wahnsinnig2 unmglich aber ist es1 da der gemeine ,mensch anders als gemein handelt4 #ah ,nichts geschieht uns1 was zu ertragen uns nicht natrlich wre4 ,bei manchen ,schicksalen sind wir freilich nur aus ,stumpfsinn oder aus ,prahlerei standhaft und unverwundbar4 ,und das ist eben das ,traurige1 da ,gefhllosigkeit und ,gefallsucht strker sein sollen1 als ,einsicht6 #ai ,die ,umstnde sind es nun einmal durchaus nicht1 wodurch die ,seele berhrt wird2 sie haben keinen ,zugang zu ihr und knnen sie weder umstimmen1 noch irgend bewegen4 ,die ,seele stimmt und bewegt sich einzig selber1 und je nach dem ,urteil und der ,auffassung zu der sies bringen kann1 gestaltet sie die ,dinge1 die vor ihr liegen4 #bj ,das ,gesetz1 das uns vorschreibt1 den ,menschen wohl zu tun und sie zu ertragen1 macht sie uns zu den befreundetsten ,wesen4 ,insofern sie uns aber hinderlich werden knnen1 das uns ,gebhrende zu tun1 ist mir der ,mensch etwas ebenso ,gleichgltiges wie die ,sonne1 der ,wind1 das ,tier4 ,nur da sich ihrem verderblichen ,einflusse ja eben entgegentreten lt4 ,man entziehe sich ihnen oder suche sie umzuwandeln1 so geschieht unserm ,streben und unserer ,neigung kein ,eintrag4 ,auf diese ,weise verwandelt und bildet die ,seele ein ,hindernis unseres ,willens um in sein ,gegenteil3 was unser ,werk aufhalten sollte1 gestaltet sich selbst zum guten ,werke1 und ein ,weg erffnet sich eben da1 wo uns der ,weg versperrt ward4 #ba ,dem1 was das ,beste in der ,welt ist1 dem ,wesen nmlich1 das alles hat und alles verwaltet1 gebhrt unsere ,ehrfurcht4 ,nicht minder aber auch dem1 was das ,beste in uns ist4 ,es ist jenem verwandt1 da ja auch in uns etwas ist1 was alles andere hat und wovon dein ganzes ,leben regiert wird4 #bb ,was dem ,staate nicht schadet1 schadet auch dem ,brger nicht4 ,diese ,regel halte fest1 sooft du dir einbildest1 da dir ein ,schaden geschieht4 ,ists keiner fr die ,gemeinschaft1 der du angehrst1 dann auch keiner fr dich4 ,und wenns fr jene keiner ist--kannst du dem ,menschen zrnen1 der nichts getan hat1 was dem ,ganzen schadet8 #bc ,denke recht oft daran1 wie alles1 was ist und was geschieht1 so schnell wieder hinweggefhrt wird und entschlpft4 ,die ganze ,materie ist ein ewig bewegter ,strom1 alles ,gewirkte und alles ,wirkende ein tausendfacher ,wechsel1 eine ,kette ewiger ,verwandlungen4 ,nichts steht fest4 ,vorwrts und rckwrts eine ,unendlichkeit in der alles verschwindet4 ,wie tricht also jeder1 der mit irgend etwas gro tut1 oder von irgendeiner ,sache sich hin- und herreien lt oder darber jammert1 als ob der ,kummer nicht nur kurze ,zeit whrte4 #bd ,denke1 welch ein winziges ,stck des ganzen ,weltwesens du bist1 wie klein und verschwindend der ,punkt in der ganzen ,ewigkeit1 auf den du gestellt bist1 und dein ,schicksal--welch ein ,bruchteil des gesamten6 #be ,hat mich jemand beleidigt--mag er selbst zusehen4 ,es ist seine ,neigung1 seine ,art zu handeln1 der er folgte4 ,ich habe die meinige1 so wie die ,natur des ,alls sie mir gegeben1 und ich handle so1 wie meine ,natur will1 da ich handeln soll4 #bf ,der die ,herrschaft fhrende ,teil deines ,wesens bleibe stets ungerhrt von den leisen oder heftigen ,regungen in deinem ,fleisch4 ,er mische sich nicht hinein1 beschrnke sich auf sein ,gebiet und umgrenze jene ,reize in den ,gliedern4 ,steigen sie aber auf einem anderen ,wege der ,mitleidenschaft zur ,seele auf1 die ja doch immer mit dem ,leibe in ,verbindung bleibt1 dann ist die ,empfindung eine naturgeme1 und man darf ihr nicht entgegen sein1 nur da die ,vernunft nicht komme und ihr ,urteil hinzufge1 ob hier etwas gut oder bse sei4 #bg ,lebe mit den ,gttern6 ,d4h4 zeige ihnen1 da deine ,seele zufrieden sei mit dem1 was sie dir beschieden1 da sie tue1 was der ,genius will1 den uns der hchste ,gott als ein ,stck seiner selbst zum ,leiter und ,fhrer gegeben hat4 ,dieser ,genius aber ist der ,geist1 die ,vernunft eines jeden4 #bh ,kannst du jemand zrnen1 der ein krperliches ,gebrechen hat8 ,er kann nichts dafr1 wenn seine ,nhe dir widerwrtig ist4 ,ebenso betrachte nun auch die sittlichen ,mngel4 ,allein der ,mensch1 sagst du1 hat seine ,vernunft1 und kann erkennen1 was ihm fehlt4 ,sehr richtig4 ,folglich hast du deine ,vernunft auch und kannst durch dein vernnftiges ,verhalten deinen ,nchsten zur ,vernunft bringen1 kannst dich ihm offenbaren1 ihn erinnern1 und so1 wenn er dich hrt1 ihn heilen1 ohne da du ntig httest zu zrnen oder zu seufzen oder hoffrtig zu sein4 #bi ,wie du beim ,abschied vom ,leben ber das ,leben denken wirst1 so darfst du schon jetzt darber denken und danach leben4 ,hindert man dich1 dann scheide freiwillig1 doch so1 als erfhrst du dabei nichts bles4 ,ein ,rauch ist alles8 lat mich gehen6 ,warum scheint dir das so schwer8 ,solange mich jedoch nichts dergleichen wirklich zwingt1 die ,welt zu verlassen1 will ich auch frei bleiben und mich von niemand hindern lassen zu tun1 was ich will4 ,denn was ich will1 ist entsprechend der ,natur eines vernnftigen1 fr das ,leben in der ,gemeinschaft bestimmten ,wesens4 #cj ,der ,geist des ,alls ist gesellig4 ,er hat die ,wesen niederer ,gattung um der hheren willen erzeugt und die der hheren zueinander gefgt4 ,man kann es deutlich sehen1 wie all sein ,tun im ,unterordnen und im ,beiordnen besteht1 wie er einem jeglichen die ,stellung gab1 die seinem ,wesen entspricht1 und die ,wesen der hchsten ,ordnung durch gleichen ,sinn einander einte4 #ca ,prfe dich1 wie du bis dahin dich verhalten hast gegen ,gtter1 ,eltern1 ,brder1 ,weib1 ,kinder1 ,lehrer1 ,erzieher1 ,freunde1 ,genossen und ,diener2 ob du bis dahin keinem unter ihnen auf ungebhrliche ,weise begegnet bist mit ,wort und ,werk4 ,erinnere dich1 was du schon durchgemacht1 und was du imstande gewesen bist zu tragen4 ,wie leicht ists mglich1 da die ,geschichte deines ,lebens bereits vollendet1 dein ,dienst vollbracht ist2 und wie viel ,schnes hast du schon gesehen1 wie oft ists dir vergnnt gewesen1 ,freud und ,leid gering zu achten1 deinen ,ehrgeiz zu unterdrcken und gegen ,unverstndige verstndig zu sein6 #cb ,warum betrben rohe unerfahrene ,gemter die gebildeten und erfahrenen8 ,aber welche ,seele nennst du gebildet und erfahren8 ,die1 welche den ,ursprung und das ,ziel der ,dinge und die ,vernunft kennt1 die das ganze ,universum durchdringt und durch die ganze ,ewigkeit in bestimmten ,perioden alles verwaltet4 #cc ,wie lange noch1 und du bist ,staub und ,asche6 ,und nur der ,name lebt noch1 ja nicht einmal der ,name2 denn was ist er8--,ein bloer ,schall und ,nachklang4 ,und was im ,leben am meisten geschtzt wird1 ist nichtig1 faul1 von grerer ,bedeutung nicht1 als wenn sich ein paar ,hunde herumbeien oder ein paar ,kinder sich zanken1 jetzt lachend und dann wieder weinend4 ,glaube aber und ,ehrfurcht1 ,gerechtigkeit und ,wahrheit-- --zum ,olymp1 der weitstraigen ,erde entflohen6 ,was also hlt dich hier noch fest8 ,alles sinnlich ,wahrnehmbare ist unbestndig und fort und fort der ,verwandlung unterworfen1 die ,sinne selbst sind trb und leicht zu tuschen und was man ,seele nennt1 ein ,aufdampfen des ,bluts4 ,ein ,berhmtsein in solcher ,welt1 wie eitel6 ,so bleibt nur brig1 geduldig zu warten bis wir verlschen und unsere ,stelle wechseln1 und bis das geschieht1 die ,gtter zu ehren und zu preisen1 den ,menschen wohl zu tun1 sie zu ertragen oder sich ihnen zu entziehen4 ,was aber auerhalb der ,grenzen deines ,krper- und ,seelenwesens liegt1 kann weder dein werden1 noch dich irgend angehen4 #cd ,stets kann es dir gut gehen1 wenn du richtig wandelst1 rechtschaffen denkst und tust4 ,denn von jedem denkenden ,wesen1 sei es ,gott oder ,mensch1 gilt dieses ,zwiefache3 einmal1 da es in seinem ,laufe von einem andern nicht aufgehalten werden kann1 und zweitens1 da sein grtes ,gut in der gerechten ,sinnes- und ,handlungsweise besteht1 und sein ,streben darber nicht hinausgeht4 #ce ,wenn dies oder jenes1 das sich ereignet1 nicht meine ,schlechtigkeit noch die ,folge meiner ,schlechtigkeit ist1 noch ein ,schaden1 der das ,ganze trifft1 was kann es mir verschlagen8 ,nur mu man darber im klaren sein1 in welchem ,falle das ,ganze betroffen wird4 #cf ,nie darfst du dich mit deinen ,gedanken von den andern losmachen1 sondern mut ihnen helfen nach besten ,krften und in dem rechten ,mae4 ,sind sie freilich nur in unwesentlichen ,dingen heruntergekommen1 so drfen sie das nicht fr einen wirklichen ,schaden halten4 ,es ist nur eine schlimme ,gewohnheit4 ,du fr deine ,person mache es also immer wie jener ,greis1 der beim ,weggehen von einem spielenden ,kinde sich dessen ,kreisel geben lie1 obwohl er recht gut wute1 da es nur ein ,spielzeug war4 ,oder wolltest du1 stndest du vor dem ,richterstuhl und hrtest die ,frage1 ob du nicht wtest1 was es mit diesen ,dingen auf sich habe1 antworten3 ,ja1 aber sie schienen doch dem und jenem so wnschenswert8 und dann den wohlverdienten ,spruch empfangen3 ,also1 darum mutest auch du ein ,narr sein6--,so sei denn endlich einmal1 und gerade wenn du recht verlassen bist1 ein glcklicher ,mensch1 d4i4 ein ,mensch1 der sich das ,glck selbst zu bereiten wei1 d4i4 die guten ,regungen der ,seele1 die guten ,vorstze und die guten ,handlungen4 ,sechstes ,buch #a ,der ,stoff der ,welt ist bildsam und gefgig1 aber etwas ,bses kann der ihn beherrschende ,geist damit aus sich selbst heraus nicht vornehmen1 weil ,schlechtes in ihm gar keine ,statt hat4 ,durch ihn kann nichts zu ,schaden kommen1 und es ist nichts1 was sich nicht ihm gem gestaltete und vollendete4 #b ,darauf darf dir nichts ankommen1 ob du vor ,klte klappernd oder im ,schwei gebadet deine ,pflicht tust2 ob du dabei einschlfst oder des ,schlafes berdrssig wirst2 ob du dadurch in schlechten oder in guten ,ruf kommst2 ob du darunter das ,leben einbest oder sonst etwas leiden mut4 ,denn auch das ,sterben ist ja nur eine von den ,aufgaben des ,lebens4 ,genug1 wenn du sie glcklich lsest1 sobald sie dir vorliegt4 #c ,sieh auf den ,grund jeder ,sache6 ,ihre ,eigenschaften drfen deinem ,blick ebensowenig wie ihr ,wert entgehen4 #d ,in der ,sinnenwelt verwandelt sich alles sehr schnell und lst sich entweder auf1 wenn die ,krperwelt ein ,ganzes bleibt1 oder zerstreut sich in ,atome4 #e ,die alles beherrschende ,vernunft wei wohl1 in welcher ,stellung sie sich befindet und auf welche ,art von ,stoff sie wirkt4 #f ,die beste ,art1 sich an jemand zu rchen1 ist1 es ihm nicht gleich zu tun4 #g ,darin allein suche deine ,freude und ,erholung1 mit dem ,gedanken an ,gott von einer ,liebestat zur andern zu schreiten6 #h ,das nenne ich die ,seele oder das die ,herrschaftfhrende im ,menschen1 was ihn weckt und lenkt1 was ihn zu dem macht1 was er ist und sein will1 und was bewirkt1 da alles1 was ihm widerfhrt1 ihm so erscheine1 wie ers haben will4 #i ,jegliches ,ding vollendet sich gem der ,natur des ,ganzen1 nicht in ,gemheit eines andern ,wesens1 das etwa die ,dinge von auen umgebe oder eingeschlossen wre in ihrem ,innern oder gar vllig getrennt von ihnen4 #aj ,entweder es ist alles ein ,gebru des ,zufalls1 ,verflechtung und ,zerstreuung1 oder es gibt eine ,einheit1 eine ,ordnung1 eine ,vorsehung4 ,nehm ich das erstere an1 wie kann ich wnschen in diesem planlosen ,gemisch1 in dieser allgemeinen ,verwirrung zu bleiben8 ,was knnte mir dann lieber sein1 als so bald wie mglich ,erde zu werden8 ,denn die ,auflsung wartete meiner1 was ich auch anfinge4 ,ist aber das andere1 so bin ich mit ,ehrfurcht erfllt und heiteren ,sinnes und vertraue dem ,herrscher des ,alls4 #aa ,wenn in deiner ,umgebung etwas geschieht1 was dich aufbringen und empren will1 so ziehe dich rasch in dich selbst zurck1 und gib den ,eindrcken1 die deine ,haltung aufs ,spiel setzen1 dich nicht ber ,gebhr hin4 ,je fter wir die harmonische ,stimmung der ,seele wiederzugewinnen wissen1 desto fhiger werden wir1 sie immer zu behaupten4 #ab ,wenn du eine ,stiefmutter und eine rechte ,mutter zugleich httest1 so wrdest du zwar jene ehren1 deine ,zuflucht aber doch stets bei dieser suchen4 ,ebenso ist es bei mir mit dem ,hofleben und der ,philosophie4 ,hier der ,ort1 wo ich einkehre1 hier meine ,ruhesttte4 ,auch ist es die ,philosophie1 die mir jenes ertrglich macht und die mich selbst ertrglich macht an meinem ,hofe4 #ac ,es ist gar nicht so unrecht1 wenn man sich beim ,essen und ,trinken sagt3 also dies ist der ,leichnam eines ,fisches1 dies der ,leichnam eines ,vogels1 eines ,schweines usw4 und beim ,falernerwein3 dies hier der ausgedrckte ,saft einer ,traube1 oder beim ,anblick eines ,purpurkleides3 ,was du hier siehst1 sind ,tierhaare in ,schneckenblut getaucht--denn solche ,vorstellungen geben uns ein ,bild der ,sache1 wie sie wirklich ist1 und dringen in ihr inneres ,wesen ein4--,man mache es nur berhaupt im ,leben so1 entkleide alles1 was sich uns als des ,strebens wrdig aufdrngt1 seiner ,umhllung1 und sehe von dem ueren ,glanze ab1 mit dem es wichtig tut4 ,der ,schein ist ein gefhrlicher ,betrger4 ,gerade wenn du glaubst mit ernsten und hohen ,dingen beschftigt zu sein1 bt er am meisten seine tuschende ,gewalt4 #ad ,die ,menge legt den hchsten ,wert auf den ,besitz rein sinnlicher ,dinge4 ,teils sind es ,dinge von festem und natrlichem ,zusammenhalt1 wie ,steine und ,holzarten1 z4,b4 ,feigenbume1 ,weinstcke und lbume4 ,hher hinauf fngt man an den ,nutzen einzusehen1 den uns die belebte ,natur leistet1 wie ,herden von ,gro- oder ,kleinvieh1 und noch eine ,stufe hher die ,brauchbarkeit der in unserm ,dienst stehenden ,einzelvernunft4 ,wer aber nichts ,edleres und ,hheres kennt1 als das allgemeine ,vernunftwesen1 dem ist jenes alles geringfgig und unbedeutend4 ,er hat kein anderes ,interesse1 als da seine ,vernunft der allgemeinen ,menschenvernunft entspreche und so sich jederzeit bewege1 und da er andere seinesgleichen ebendahin bringe4 #ae ,hier ist etwas1 das im ,werden begriffen ist1 dort etwas1 das geworden sein mchte2 und doch ist jedes ,werdende zum ,teil auch schon vergangen4 ,dieses ,flieen und ,wechseln erneuert die ,welt fort und fort1 wie der ununterbrochene ,schritt der ,zeit die ,ewigkeit erneuert4 ,wolltest du nun auf etwas1 das diesem ,strome angehrt der nimmer still steht1 einen besonderen ,wert legen1 so wrdest du einem ,menschen gleichen1 der eben anfinge1 einen vorberfliegenden ,sperling in sein ,herz zu schlieen1 gerade wenn er seinen ,blicken auch schon entschwunden ist4 ,ist doch das ,leben selbst nichts anderes als das ,verdunsten des ,bluts und das ,einatmen der ,luft4 ,und sowie du1 was du eingezogen hast1 im nchstfolgenden ,augenblick immer wieder hingibst1 so wirst du auch dieses ganze ,atmungsvermgen1 das du gestern oder vorgestern empfingst1 wieder hingeben4 #af ,nicht das ist das ,wichtige1 da wir ausatmen wie die ,pflanzen1 einatmen wie die ,tiere1 oder da wir die ,bilder der ,dinge in unserer ,vorstellung haben1 da wir durch ,triebe in ,bewegung gesetzt werden1 da wir uns zusammenscharen1 oder da wir uns nhren--denn dieselbe ,bedeutung hat auch das ,ausscheiden der berflssigen ,nahrung2 auch nicht1 da wir beklatscht werden--und die ,ehre ist grtenteils nichts anderes4 ,sondern da man der uns eigentmlichen ,bildung gem sich gehen lasse oder an sich halte1 worauf ja jedes ,studium und jede ,kunst gerichtet ist4 ,denn jede ,arbeit will nichts anderes als die ,dinge ihrem ,zweck gem gestalten1 wie man am ,weingrtner1 am ,pferdebndiger1 am ,lehrer und ,pdagogen sehen kann4 ,in dieser gestaltenden ,ttigkeit liegt der ganze ,wert unseres ,daseins4 ,steht es damit gut bei dir1 so brauchst du dir um andere ,dinge keine ,sorge zu machen4 ,hrst du aber nicht auf1 auf eine ,menge anderer ,dinge ,wert zu legen1 so bist du auch noch kein freier1 selbstndiger1 leidenschaftsloser ,mensch1 sondern stets in der ,lage1 neidisch und eiferschtig und hinterlistig zu sein gegen die1 die besitzen1 was du so hochstellst1 und argwhnisch1 da es dir einer nehmen mchte1 und in ,verzweiflung1 wenn es dir fehlt1 und voll ,tadel gegen die ,gtter4 ,ist es aber die ,gesinnung allein1 die deinen ,wert und deine ,wrde in deinen ,augen ausmacht1 so wirst du dich selber achten1 deinen ,nebenmenschen gefallen und die ,gtter loben und preisen knnen4 #ag ,aufwrts und niederwrts--ein ,kreislauf ist die ,bewegung der ,urstoffe4 ,auch die ,tugend geht ihren ,gang1 doch er ist ganz anderer ,art1 mehr so wie der ,lauf1 den das ,gttliche nimmt4 ,mag er auch schwer zu begreifen sein3 das sieht man1 da sie vorwrts schreitet4 #ah ,was tut man8 ,die ,zeitgenossen mag man nicht rhmen1 aber von den ,nachkommen1 die man nicht kennt noch jemals kennen wird1 will man gerhmt werden4 ,ist das nicht gerade so1 wie wenns dich schmerzte1 da deine ,vorfahren nichts von dir zu rhmen hatten8 #ai ,denke nicht1 wenn dir etwas schwer fllt1 es sei nicht menschen-mglich4 ,und was nur irgendeinem ,menschen mglich und geziemend ist1 davon sei berzeugt da es auch fr dich erreichbar sein wird4 #bj ,wenn uns in der ,fechtschule jemand geritzt oder beim ,ringen einen ,schlag versetzt hat1 so tragen wir ihm das gewi nicht nach1 fhlen uns auch nicht beleidigt und denken nichts bles von dem ,menschen2 wir nehmen uns wohl vor ihm in acht1 aber nicht als vor einem ,feinde1 der uns verdchtig sein mte1 sondern nur so1 da wir ihm ruhig aus dem ,wege gehen4 ,machten wir es doch im ,leben auch so6 ,lieen wir doch da auch so manches unbeachtet1 was uns von denen widerfhrt1 mit denen wir ringen4 ,es steht uns ja immer frei1 den ,leuten1 wie ichs genannt habe1 aus dem ,wege zu gehen1 ohne ,argwohn und ohne ,groll4 #ba ,wenn mich jemand berzeugen und mir beweisen kann1 da meine ,ansicht oder meine ,handlungsweise nicht die richtige sei1 so will ich sie mit ,freuden ndern4 ,denn ich suche die ,wahrheit1 sie1 die niemand ,schaden zufgt4 ,wohl aber nimmt ,derjenige ,schaden1 der auf seinem ,irrtum und seiner ,unwissenheit beharrt4 #bb ,ich suche das meinige zu tun3 alles brige1 alles was leblos oder vernunftlos oder seines ,weges unkundig und verirrt ist1 geht mich nichts an und kann mich nicht irremachen4 #bc ,die unvernnftigen ,tiere und alle vernunftlosen ,dinge1 die dir1 dem ,vernunftbegabten zu ,gebote stehen1 magst du mit edlem1 freiem ,sinn gebrauchen4 ,die ,menschen aber1 die ebenso vernunftbegabten1 brauche so1 da du auf die ,verbindung ,rcksicht nimmst1 in der du von ,natur mit ihnen stehst4 ,und bei allem1 was du tust1 rufe die ,gtter an1 ohne dir ,sorge zu machen um das ,wie lang81 denn selbst drei ,stunden ,lebensfrist gengten6 #bd ,alexander der ,groe und sein ,maultiertreiber sind beide an denselben ,ort gegangen4 ,entweder wurden sie beide in dieselben ,krfte der zu immer neuen ,schpfungen bereiten ,welt aufgenommen1 oder sie lsten sich beide auf gleiche ,weise in ihre ,atome auf4 #be ,bedenke1 wie vielerlei in einem jeden unter uns in einem und demselben ,augenblick zugleich vorgeht1 seis ,leibliches1 seis ,geistiges4 ,so kannst du dich nicht wundern1 wenn so viel mehr1 wenn alles1 was geschieht in dem einen und allen1 das wir ,welt nennen1 zugleich vorhanden ist4 #bf ,wenn jemand dich fragte1 wie der ,name ,antonin geschrieben wird1 wrdest du da nicht jeden ,buchstaben deutlich und mit gehaltener ,stimme angeben8 ,warum machst dus nicht auch so1 wenn jemand mit dir zankt8 ,warum zankst du wieder und bringst deine ,worte nicht ruhig und gemessen vor8 ,auf die ,gemessenheit kommts an bei jeder ,pflichterfllung4 ,bewahre sie dir1 la dich nicht aufbringen1 leide den1 der dich nicht leiden kann1 und gehe ruhig deines ,weges4 #bg ,welch ein ,mangel an ,bildung1 wenn du den ,menschen verbieten willst1 nach dem zu streben1 was ihnen gut und ntzlich scheint6 ,und doch tust dus gewissermaen immer1 wenn du darber ,klage fhrst1 da sie unrecht handeln4 ,denn auch dabei sind sie doch stets um das bemht1 was ihnen gut und ntzlich ist4 ,du sagst1 es sei nicht so1 es sei nicht das wahrhaft ,ntzliche4 ,darum belehre sie und zeige es ihnen1 ohne darber zu klagen4 #bh ,der ,tod ist das ,ausruhen von den ,widersprchen der sinnlichen ,wahrnehmungen1 von den ,regungen unserer ,leidenschaften1 von den ,entwicklungen unseres ,geistes und von dem ,dienst des ,fleisches4 #bi ,schndlich ist es1 wenn die ,seele in deinem ,leben eher den ,dienst versagt1 als der ,leib ermdet ist4 #cj ,nimm dich in acht ein ,tyrann zu werden1 es liegt etwas ,ansteckendes in dieser ,hofluft4 ,bewahre deine ,einfalt1 ,tugend1 ,reinheit1 ,wrde1 deine ,natrlichkeit1 ,gottesfurcht1 deine ,gerechtigkeitsliebe1 deine ,liebe und ,gte und deinen ,eifer in ,erfllung der ,pflicht4 ,ringe danach1 da du bleibst1 wie dich die ,philosophie haben will4 ,ehre die ,gtter und sorge fr das ,heil der ,menschen6 ,das ,leben ist kurz4 ,da es dir eine ,frucht nicht schuldig bleibe3 die heilige ,gesinnung1 aus der die ,werke fr das ,wohl der andern flieen6 ,drum sei in allen ,stcken ein ,schler deines ,vorgngers ,antonin6 so beharrlich und fest wie er im ,gehorsam gegen die ,gebote der ,vernunft1 so gleichmtig in allen ,dingen1 so ehrwrdig und heiter und warm1 auch im ueren1 so freundlich1 so fern von jeder ,ruhmbegier und doch so eifrig1 alles zu begreifen und in sich zu verarbeiten6 ,unterlie er doch nichts1 wovon er sich nicht zuvor grndlich berzeugt htte1 da es untunlich sei2 ertrug er doch geduldig alle1 die in ungerechter ,weise tadelten1 ohne sie wieder zu tadeln4 ,nichts betrieb er auf eilfertige ,manier1 und niemals fanden ,verleumdungen bei ihm ,gehr4 ,wie selbstndig war sein ,urteil ber die ,sitten und ,handlungen seiner ,umgebung6 ,darum war er auch gnzlich fern von ,schmhsucht oder von ngstlichkeit1 von ,mitrauen oder von der ,sucht1 andere zu meistern4 ,wie wenig ,bedrfnisse er hatte1 konnte man sehen an seiner ,art zu wohnen1 zu schlafen1 sich zu kleiden1 zu speisen und sich bedienen zu lassen4 ,und wie geduldig war er und langmtig6 ,seine freundschaftlichen ,verbindungen hielt er fest2 er konnte die gut leiden1 die seinen ,ansichten offen widersprachen1 und sich freuen ber jeden1 der ihm das ,bessere zeigte4 ,dabei hat er die ,gtter geehrt1 ohne in ,aberglauben zu verfallen4 ,und so nimm ihn dir zum steten ,vorbild1 damit du so wie er dem ,tode mit gutem ,gewissen entgegengehen kannst4 #ca ,besinne dich1 komm wieder zu dir4 ,wie du beim ,aufwachen gesehen1 da es ,trume waren1 was dich beunruhigt hat3 siehe auch das1 was dir im ,wachen begegnet1 nicht anders an6 #cb ,fr den ,leib des ,menschen ist alles gleichgltig1 d4h4 eine unterschiedslose ,masse1 denn er hat die ,fhigkeit nicht zu unterscheiden4 ,aber auch fr die ,seele ist alles gleich1 was nicht ihre eigene ,ttigkeit betrifft4 ,alles aber1 was eine ,wirkung der ,seele ist1 hngt auch lediglich von ihr ab1 vorausgesetzt1 da sie sich auf etwas ,gegenwrtiges bezieht4 ,denn was sie zu tun haben wird oder getan hat1 ist auch kein ,gegenstand fr sie4 #cc ,keine ,arbeit fr meine ,hnde oder meine ,fe ist widernatrlich1 solange sie nur in den ,bereich dessen fllt1 was ,hnde und ,fe zu tun haben4 ,ebenso gibt es fr den ,menschen als solchen keine ,anstrengung1 die man unnatrlich nennen knnte1 sobald der ,mensch dabei tut1 was menschlich ist4 ,ist sie aber nichts ,unnatrliches1 dann ist sie gewi auch nichts bles4 #cd ,was sinds fr ,freuden1 die der ,ehebrecher1 ,ruber1 ,mrder1 der ,tyrann empfindet8 #ce ,siehst du nicht1 wie der gewhnliche ,knstler sich zwar nach dem ,geschmack des ,publikums zu richten wei1 aber doch an den ,vorschriften seiner ,kunst festhlt und ihren ,regeln zu gengen strebt8 ,und ist es nicht schlimm1 wenn ,leute wie der ,architekt1 der ,arzt das ,gesetz ihrer ,kunst besser im ,auge behalten1 als der ,mensch das ,gesetz seines ,lebens1 das er gemein hat mit den ,gttern86 #cf ,was ist ,asien und ,europa8 ein paar kleine ,stckchen der ,welt4 ,was ist das ganze ,meer8 ein ,tropfen der ,welt4 ,und der ,athos8 eine ,weltscholle4 ,alles ist klein1 vernderlich1 verschwindend4 ,aber alles kommt und geht hervor oder folgt aus jenem allwaltenden ,geiste4 ,und das ,schdliche und ,giftige ist nur ein ,anhngsel des ,wohlttigen und ,schnen4 ,denke nicht1 da es mit dem1 was du verehrst1 nichts zu schaffen habe2 sondern siehe bei allem nur immer auf die ,quelle6 #cg ,wer sieht1 was heute geschieht1 hat alles gesehen1 was von ,ewigkeit war und in ,ewigkeit sein wird4 ,denn es ist alles von derselben ,art und ,gestalt4 #ch ,alle ,dinge stehen untereinander in ,verbindung und sind insofern einander befreundet4 ,eines folgt dem andern und bildet mit ihm eine ,reihe1 durch die ,gemeinschaft des ,ortes oder des ,wesens vermittelt4 #ci ,schmiege dich in die ,verhltnisse1 die dir gesetzt sind1 und liebe die ,menschen1 mit denen du verbunden bist1 liebe sie wahrhaft6 #dj ,jedes ,werkzeug und ,gef ist gut1 wenn es imstand ist zu leisten1 wozu es gemacht wurde1 wenn auch der1 der es verfertigte1 lngst fort ist4 ,in der ,natur aber tragen alle ,dinge die sie bildende ,kraft in sich und behalten sie1 solange sie selber sind4 ,und um so ehrwrdiger erscheint diese ,kraft1 je mehr du ihrem ,bildungstriebe folgst1 d4h4 je mehr sich alles in dir nach dem ,geiste richtet4 ,denn im ,universum richtet sich auch alles nach dem ,geiste4 #da ,solange du etwas1 was keine ,sache des ,vorsatzes und des freien ,willens ist1 fr gut oder bse hltst1 so lange kannst du auch nicht umhin1 wenn dich ein ,unfall betrifft oder das ,glck ausbleibt1 die ,gtter zu tadeln oder die ,menschen zu hassen als die ,urheber deines ,unglcks1 die--vermutlich wenigstensschuld sind1 da du leidest4 ,und so verfhrt uns dieser ,standpunkt zu mancher ,ungerechtigkeit4 ,wenden wir dagegen die ,begriffe ,gut und ,bse nur bei den ,dingen an1 die in unserer ,macht stehen1 so fllt jeder ,grund weg1 ,gott anzuklagen und uns feindlich zu stellen gegen irgendeinen ,menschen4 #db ,wir alle arbeiten an der ,vollendung eines ,werkes1 die einen mit ,bewutsein und ,verstand1 die anderen unbewut4 ,sogar die ,schlafenden nennt1 wenn ich nicht irre1 ,heraklit ,arbeiter1 ,mitarbeiter an dem1 was in der ,welt geschieht4 ,aber jeder auf andere ,art4 ,luxusarbeit ist die ,arbeit des ,tadlers1 dessen1 der den ,ereignissen entgegenzutreten wagt und das ,geschehene ungeschehen machen will4 ,denn auch solche ,leute braucht das ,weltganze4 ,und du mut wissen1 zu welchen du gehrst4 ,er1 der alles ,verwaltende wird sich deiner schon auf angemessene ,weise bedienen und dich schon aufnehmen in die ,zahl der ,mitarbeiter und ,gehilfen4 ,du aber sorge dafr1 da du nicht bist wie jener schlechte ,vers im ,gedicht1 dessen ,chrysipp gedenkt6 #dc ,will denn die ,sonne leisten1 was der ,regen leistet8 ,will skulap als ,fruchtspender etwas hervorbringen8 ,will auch nur einer von den ,sternen ganz dasselbe1 was der andere will8 ,und doch frdern alle dasselbe ,werk4 #dd ,wenn die ,gtter berhaupt ber mich und ber das1 was geschehen soll1 ratschlagen1 dann ist ihr ,rat auch ein guter4 ,denn einmal1 einen ratlosen ,gott kann man sich nicht leicht vorstellen4 ,und dann1 aus welchem ,grunde sollten sie mir weh tun wollen8 ,was knnte dabei fr sie oder fr das ,ganze1 dem sie besonders vorstehen1 herauskommen8 ,betreffen ihre ,beratungen aber nicht meine besonderen ,angelegenheiten so doch gewi die allgemeinen der ,welt1 aus denen dann auch die meinigen sich ergeben1 und die ich willkommen heien und lieben mu4 ,kmmern sie sich aber um gar nichts1 was wir jedoch nicht glauben drfen--und was wrde dann aus unsern ,opfern1 unsern ,gebeten1 unsern ,eidschwren und aus alle dem1 was wir lediglich in der ,voraussetzung zu tun pflegen1 da die ,gtter da sind und da sie mit uns leben8--aber gesetzt1 sie kmmerten sich nicht um meine ,angelegenheiten1 so liegt es doch mir selbst ob1 mich darum zu kmmern4 ,denn dazu habe ich meine ,vernunft da ich wei1 was mir dienlich ist4 #de ,was berall und jedem geschieht1 ist dem ,ganzen zutrglich4 ,schon dies wre hinreichend4 ,doch bei genauer ,beobachtung wirst du berall auch das noch finden3 ,was dem einen widerfhrt1 ist auch dem andern zutrglich4 ,hier ist nmlich das ,wort zutrglich allgemein zu verstehen1 auch von den gleichgltigsten ,dingen4 #df ,was du im ,theater und an hnlichen ,orten empfindest1 wo sich deinem ,auge ein und dasselbe ,schauspiel immer wieder darbietet bis zum ,ekel1 das hast du im ,leben eigentlich fortwhrend zu leiden4 ,denn alles1 was geschieht1 von welcher ,seite es auch kommen mag1 ist doch immer dasselbe4 ,wie lange wirds nur noch dauern8 #dg ,stelle dir bestndig die ,gestorbenen jeden ,standes1 jeder ,berufsart und jeden ,stammes vor1 steige in dieser ,reihe bis zu einem ,philistion1 einem ,phbus und ,origanion hinunter6 ,dann gehe zu den anderen ,klassen ber6 ,auch wir mssen ja unsere ,wohnung dorthin verlegen1 wo so viele gewaltige ,redner1 so viele ehrwrdige ,philosophen1 wie ,heraklit1 ,pythagoras und ,sokrates1 ferner so viele ,helden der ,vorzeit1 so viele ,heerfhrer und ,gewaltherrscher spterer ,tage und auer diesen ,eudorus1 ,hipparch1 ,archimedes und andere scharfsinnige1 hochherzige1 arbeitslustige1 gewandte1 selbstgefllige ,geister1 ja selbst jene spttischen ,verchter des hinflligen kurzdauernden ,menschenlebens1 wie ein ,menippus und so viele andere seiner ,art verweilen4 ,von diesen allen stelle dir vor1 da sie lngst beigesetzt sind4 ,was liegt nun fr sie ,furchtbares darin8 ,was denn fr jene1 deren ,namen berhaupt nicht mehr genannt werden8 ,da ist eines nur von hohem ,wert1 nmlich ,wahrheit und ,gerechtigkeit getreu durchs ganze ,leben zu ben1 auch im ,kampf gegen ,lgner und ,ungerechte4 #dh ,willst du dir eine ,freude bereiten1 so richte deinen ,blick auf die trefflichen ,eigenschaften deiner ,zeitgenossen und siehe1 wie der eine ein so hohes ,ma von ,tatkraft1 der andere von ,bescheidenheit besitzt1 wie freigebig der dritte ist usf4 ,denn nichts ist so erquicklich als das ,bild von ,tugenden1 die sich in den ,sitten der mit uns ,lebenden offenbaren und reichlich unserm ,blick sich darbieten4 ,darum halte es dir nun auch bestndig vor ,augen6 #di rgerts dich1 da du nur so viel ,pfund wiegst und nicht mehr8 ,so sei auch nicht rgerlich darber1 da dir nicht lnger zu leben bestimmt ist4 ,denn wie jeder zufrieden ist mit seinem ,krpergewicht1 so sollten wir alle auch zufrieden sein mit der uns zugemessenen ,lebensdauer4 #ej ,komm1 wir wollen versuchen sie zu berreden6 ,handle aber auch gegen ihren ,willen1 wenn es ,gerechtigkeit und ,vernunft gebieten4 ,hindern sie uns mit ,gewalt1 so benutzen wir dieses ,hemmnis zur bung in einer andern ,tugend1 im ,gleichmut und in der ,seelenruhe4 ,denn alles1 was wir erstreben1 erstreben wir ja nur unter gewissen ,voraussetzungen4 ,halten diese nicht ,stich--wer wird das ,unmgliche wollen8 ,nur da unser ,streben ein edles war6 ,denn ein solches trgt seinen ,lohn in sich selbst--wie alles1 was wir tun1 wenn wir unserer innersten ,natur gehorchen4 #ea ,der ,ehrgeizige setzt sein ,glck in die ,ttigkeit eines andern1 der ,vergngungsschtige in die eigene ,leidenschaft1 der ,vernnftige in seine ,handlungsweise4 #eb ,du hast es gar nicht ntig1 dir ber irgendeine ,sache ,gedanken zu machen und deine ,seele zu beschweren4 ,denn eine absolute ,notwendigkeit zum ,urteil liegt niemals in den ,dingen4 #ec ,gewhne dich1 wenn du jemand sprechen hrst1 so genau als mglich hinzuhren1 und dich in seine ,seele zu versetzen4 #ed ,was dem ,schwarm nicht zutrglich ist1 taugt auch nichts fr die einzelne ,biene4 #ee ,dem ,gelbschtigen schmeckt der ,honig bitter2 der von einem tollen ,hunde ,gebissene scheut das ,wasser2 das ,kind kennt nichts ,schneres als seinen ,ball4 ,wie kannst du zrnen8 ,verlangst du1 da der ,irrtum weniger ,einflu haben soll als eine kranke ,galle1 als ein dem ,krper eingefltes ,gift8 #ef ,niemand kann dich hindern1 dem ,gesetze deiner eigensten ,natur zu folgen4 ,was du im ,widerspruch mit der allgemeinen ,menschennatur tust1 wird dir nicht gelingen4-- #eg ,wollten die ,schiffsleute den ,steuermann1 die ,kranken den ,arzt schmhen1 wrden sie dann sonst noch auf jemand achten8 ,aber wie sollte jener der ,mannschaft eine glckliche ,landung oder dieser den ,leidenden ,genesung verschaffen8 #eh ,wie viele von denen1 mit denen ich zusammen die ,welt betreten habe1 sind schon wieder daraus geschieden6 #ei ,wer sind die1 denen man gefallen mchte1 und um welcher ,vorteile willen und durch welcherlei ,mittel8 ,wie schnell wird die ,zeit alles verschlingen und wie vieles hat sie schon verschlungen6 ,siebentes ,buch #a ,was ist ,schlechtigkeit8 ,nichts anderes1 als was du schon oft gesehen hast4 ,und so halte bei jedem ,zufall den ,gedanken bereit3 ,es ist nur etwas1 das du schon oft gesehen hast4 ,dann wirst du erkennen1 da alles1 wovon die ,geschichte alter1 mittlerer und neuer ,zeit handelt1 und womit sich der ,staat wie die ,familie jetzt beschftigt1 in jeder ,beziehung das nmliche sei4 ,nichts ,neues1 alles gewhnlich und von kurzer ,dauer4 #b ,deine ,lebensgrundstze werden stets ihre ,gltigkeit fr dich behalten1 solange dir die ihnen entsprechenden ,grundbegriffe nicht abhanden gekommen sind4 ,das aber kannst du verhindern1 indem du dieselben immer wieder zu neuem ,leben in dir anfachst und ber das1 was notwendig ist1 nicht aufhrst nachzudenken--3 wobei dich nichts zu stren vermag1 weil alles1 was zu deinem ,gedankenleben von auen hinzutritt1 als solches keinen ,einflu auf dasselbe hat4 ,halte dich also nur so1 da es dir uerlich bleibt6 ,hast du aber deine ,lebenshaltung einmal eingebt3 ,du kannst sie wieder gewinnen4 ,sieh die ,dinge wieder gerade so an1 wie du sie angesehen hattest6 ,darin besteht alles ,wiederaufleben4 #c ,das ,leben ist freilich weiter nichts als ein eitles ,jagen nach ,pomp1 als ein ,bhnenspiel1 wo ,zge von ,last- und anderem ,vieh erscheinen1 oder ein ,lanzenrennen1 ein ,herumbeien junger ,hunde um den hingeworfenen ,knochen1 ein ,geschnappe der ,fische nach dem ,bissen1 die ,mhen und ,strapazen der ,ameisen1 das ,hin- und ,herlaufen unruhig gemachter ,fliegen1 oder ein ,guckkasten1 wo ein ,bild nach dem andern abschnurrt3 aber mitten in diesem ,getreibe festzustehen mit ruhigem und freundlichem ,sinn1 das eben ist unsere ,aufgabe4 #d ,bei einer ,rede gilt es achtzuhaben auf die ,worte1 bei einer ,handlung auf den erstrebten ,erfolg4 ,dort ist die ,frage nach der ,bedeutung jedes ,ausdrucks1 hier handelt sichs um den ,zweck1 der verfolgt wird4 #e ,die ,frage ist1 ob meine ,einsicht ausreicht1 was ich mir vorgenommen1 auszufhren oder nicht4 ,gengt sie1 so brauche ich sie als ein ,werkzeug1 das die ,natur mir an die ,hand gegeben4 ,reicht sie nicht aus1 dann berlasse ich entweder das ,werk dem1 der besser imstande ist es zu vollbringen1 wofern dies nicht fr mich geradezu unziemlich ist1 oder ich handle so gut ich kann mit ,zuziehung dessen1 den zur ,vollendung eines gemeinntzigen ,werkes eben meine ,einsicht als ,ergnzung bedarf4 ,denn alles1 was ich tue1 mag ich es nun durch meine eigene ,kraft oder mit ,hilfe eines andern zustande bringen--dem ,wohl des ,ganzen mu es immer dienen4 #f ,wieviel ,hochgepriesene sind bereits der ,vergessenheit berantwortet und wie viele1 die ihnen ,loblieder sangen1 sind schon hinweggerumt6 #g ,du hast dich nicht zu schmen1 wenn du ,hilfe brauchst4 ,tu nur dein ,mgliches6 wie bei der ,erstrmung einer ,mauer jeder ,soldat eben auch nur sein ,mglichstes tun mu6 ,denn wenn du gelhmt auch die ,brustwehr allein nicht erklimmen kannst1 bist du es mit ,hilfe eines andern wohl imstand4 #h ,la dich das ,zuknftige nicht anfechten6 ,du wirst1 wenns ntig ist1 schon hinkommen1 getragen von derselben ,geisteskraft1 die dich das ,gegenwrtige beherrschen lt4 #i ,alles ist wie durch ein heiliges ,band miteinander verflochten4 ,nahezu nichts ist sich fremd4 ,eines schliet sich dem anderen an und schmckt mit ihm vereint dieselbe ,welt4 ,aus allem1 was ist1 bildet sich doch nur die eine ,welt2 in allem1 was ist1 lebt nur der eine ,gott4 ,es ist nur ein ,stoff und ein ,gesetz1 in den vernunftbegabten ,wesen die eine ,vernunft4 ,nur eine ,wahrheit gibts und fr die ,wesen derselben ,gattung auch nur eine ,vollkommenheit4 #aj ,alles ,stoffliche verschwindet gar bald im ,urstoff des ,ganzen und jede wirkende ,kraft wird gar bald in die ,vernunft des ,ganzen aufgenommen4 ,aber ebenso schnell findet die ,erinnerung an alles ihr ,grab im ewigen ,zeitlauf4 #aa ,fr die vernnftigen ,wesen ist eine naturgeme ,handlungsweise auch immer zugleich eine vernunftgeme4 #ab ,von selbst stehe aufrecht--nicht aufrecht gehalten6 #ac ,was in dem einzelnen ,organismus die ,glieder des ,leibes1 das sind in dem ,gesamtorganismus die einzelnen vernunftbegabten ,wesen4 ,auch sie sind zum ,zusammenwirken geschaffen4 ,sagst du dir nur recht oft3 ,du seist ein ,glied in dem groen ,system der ,geister1 so kann ein solcher ,gedanke nicht anders als dich aufs tiefste berhren4 ,siehst du dich aber nur als einen ,teil dieses ,ganzen an1 so liebst du die ,menschen auch noch nicht von ,herzen1 so macht dir das ,gutestun noch nicht an sich selbst ,freude1 so bst du es nur als eine ,pflicht1 so ist es noch keine ,wohltat fr dich selber4 #ad ,mag den ,teilen1 die durch den ,sto berhrt werden knnen1 von auen her zustoen1 was da will1 dann mgen sich die beschdigten ,teile1 wenn sie wollen1 beschweren4 ,ich habe jedoch1 solange ich ein ,ereignis nicht fr ein bel halte1 noch nicht dabei gelitten4 ,es aber nicht dafr zu halten1 steht mir ja ganz frei4 #ae ,der ,smaragd spricht3 was auch einer tun oder sagen mag1 ich mu ,smaragd sein und meine ,farbe bewahren4 ,so sprech auch ich3 mag einer tun und sagen1 was er will1 ich mu die ,tugend bewahren4 #af ,die ,seele beunruhige und erschrecke sich nicht4 ,kanns ein anderer1 mag ers tun4 ,sie selbst fr sich sei solchen ,regungen unzugnglich4 ,da aber der ,leib nichts leide1 dafr mag er1 wenn er kann1 selbst sorgen1 und wenn er leidet1 mag ers sagen4 ,doch die ,seele1 der eigentliche ,sitz der ,furcht und jeder schmerzlichen ,empfindung1 kann nicht leiden1 wenn du ihr nicht die ,meinung1 da sie leide1 erst beibringst4 ,denn an und fr sich1 und wenn sie sich nicht selbst die ,bedrfnisse schafft1 ist die ,seele bedrfnislos und deshalb auch1 wenn sie sich nicht selbst beunruhigt1 unerschtterlich4 #ag ,glcklich sein heit einen guten ,charakter haben4 ,was machst du also hier1 ,einbildung8 ,geh um der ,gtter willen1 wie du kamst1 denn ich brauche dich nicht6 ,du bist gekommen nach deiner alten ,gewohnheit ,ich zrne dir nicht1 nur geh fort6 #ah ,wre es mglich1 da dir der ,wechsel1 dem alles unterworfen ist1 ,furcht einjage8 ,was knnte denn geschehen1 wenn sich die ,dinge nicht vernderten8 ,was gibt es ,angemesseneres fr die ,natur als diese ,vernderung8 ,knntest du dich denn nhren1 wenn die ,speisen sich nicht verwandelten8 berhaupt hngt von dieser ,eigenschaft der ,nutzen jedes ,dinges ab4 ,und siehst du nun nicht1 da die ,vernderung1 der du unterworfen bist1 von derselben ,art und ebenso notwendig ist fr das ,ganze8 #ai ,alle ,krper nehmen durch das ,weltall1 wie durch einen reienden ,strom1 ihren ,lauf und sind1 wie die ,glieder unseres ,leibes untereinander1 so mit jenem ,ganzen innig verbunden und wirken mit ihm4 ,wie manchen ,chrysipp1 wie manchen ,sokrates1 wie manchen ,epiktet hat schon die ,welle verschlungen6 ,diesen ,gedanken hege beim ,anblick jedes ,menschen und jedes ,gegenstands4 #bj ,das eine liegt mir am ,herzen1 da ich nichts tue1 was dem ,willen dermenschlichen ,natur zuwider ist1 oder was sie in dieser ,art oder was sie gerade jetzt nicht will4 #ba ,bald wird alles bei dir und bald wirst auch du bei allen vergessen sein4 #bb ,es ist ein dem ,menschen eigentmlicher ,vorzug1 da er auch die liebt1 die ihm weh getan haben4 ,und es gelingt ihm1 wenn er bedenkt1 da ,menschen ,brder sind1 da sie aus ,unverstand und unfreiwillig fehlen1 da beide1 der ,beleidigte und der ,beleidiger nach kurzer ,zeit den ,toten angehren werden1 und vor allem3 da eigentlich niemand ihm schaden1 d4h4 sein ,inneres schlechter machen kann als es vorher gewesen4 #bc ,wie man aus ,wachs etwas formt1 so formt die ,allnatur aus den ,urstoffen die verschiedenen ,wesen2 jetzt das ,ro1 dann1 wenn dieses zerschmolz1 den ,baum1 bald den ,menschen1 bald etwas anderes1 und ein jegliches nur zu kurzem ,bestand4 ,aber wie es dem ,kistchen gleichgltig war1 da mans gezimmert1 so auch1 da man es nun wieder auseinander nimmt4 #bd ,ein zorniges ,gesicht ist widernatrlich4 ,wenn die ,sanftmut im ,innern erstirbt1 erlischt auch die uere ,zier1 da sie nicht berall wieder angefacht werden kann4 ,schon daraus geht hervor1 da jeder grollende ,blick vernunftwidrig ist4 ,wem das ,gewissen ausgegangen1 der hat keine ,ursache zu leben4 #be ,in kurzem wird die allwaltende ,natur alles1 was du siehst1 verwandeln und aus demselben ,stoff andere ,dinge bereiten und aus deren ,stoff wieder andere ,dinge1 damit sich die ,welt immer verjngt4 #bf ,sobald dir jemand weh getan hat1 mut du sogleich untersuchen1 welche ,ansicht ber ,gut und ,bse ihn dazu vermochte4 ,denn sowie dir dies klar geworden wirst du ,mitleid fhlen mit ihm und dich weder wundern noch erzrnen4 ,entweder nmlich findest du1 da du ber das ,gute gar keine wesentlich andere ,ansicht hast als er2 und dann mut du ihm verzeihen4 ,oder du siehst den ,unterschied2 dann aber ists ja nicht so schwer1 freundlich zu bleiben dem1 der--sich geirrt hat4-- #bg ,denke nicht so oft an das1 was dir fehlt1 als an das1 was du hast4 ,und wenn dir bewut wird1 was von diesem das ,allerbeste sei1 mut du dir klarmachen1 wie dus gewinnen knntest1 im ,fall du es nicht besest4 ,je zufriedener dich aber sein ,besitz macht1 um so mehr mut du dich hten1 ihn mit einem solchen ,wohlgefallen zu betrachten1 da dich sein ,verlust beunruhigen knnte4 #bh ,ziehe dich in dich selbst zurck6 ,die uns beherrschende ,vernunft ist ja so beschaffen1 da sie am ,rechttun und an der daraus hervorgehenden ,ruhe ,gengen findet4 #bi ,mache den ,einbildungen ein ,ende6 ,hemme den ,zug der ,leidenschaften6 ,behalte die ,gegenwart in deiner ,gewalt6 ,mache dich mit dem vertraut1 was dir oder einem anderen begegnet4 ,trenne und zerlege alles in seine ,urkraft und seinen ,stoff4 ,gedenke der letzten ,stunde6 ,fehler1 die andere begehen1 la ruhen1 wo sie begangen sind4 #cj ,richte deine ganze ,aufmerksamkeit auf das1 wovon gesprochen wird1 versenke deinen ,geist in die ,betrachtung der ,begebenheiten und ihrer ,ursachen4 #ca ,dein ,schmuck sei ,einfalt1 ,bescheidenheit und ,gleichgltigkeit gegen alles1 was zwischen ,tugend und ,laster in der ,mitte liegt4 ,liebe das ,menschengeschlecht1 folge der ,gottheit6 ,alles1 sagt jemand1 geschieht nach bestimmten ,gesetzen1 ob ,gtter sind oder ob aus ,atomen alles entsteht1 gleichviel4 ,genug eben1 da alles gesetzmig ist4 #cb ,vom ,tod3 ,der ,tod ist ,zerstreuung oder ,auflsung in ,atome oder ,vernichtung1 ein ,auslschen oder ein ,versetzen4 #cc ,vom ,schmerz3 ,ist er unertrglich1 fhrt er auch den ,tod herbei2 ist er anhaltend1 so lt er sich auch ertragen4 ,wenn nur die ,seele dabei an sich hlt1 bewahrt sie auch ihre ,ruhe und leidet keinen ,schaden4 ,die vom ,schmerz getroffenen ,glieder mgen dann1 wenn sie knnen1 sich selbst darber aussprechen4 #cd ,vom ,ruhm3 ,betrachte die ,gesinnungen der ,ruhmschtigen1 von welcher ,art sie sind und was sie einerseits meiden und andererseits suchen6 ,bedenke ferner3 ,wie bei den bereinandergewirbelten ,sandhgeln1 die frher hergewehten von den spter aufgehuften bedeckt werden1 so wird auch im ,leben das ,frhere vom ,spteren bedeckt4 #ce ,plato fragt3 ,wem hoher ,sinn und ,einsicht in die ,zeiten und in das ,wesen der ,dinge verliehen ward--glaubst du1 da der das menschliche ,leben fr etwas ,groes halten kann8 und er antwortet3 ,unmglich kann ichs4 ,nun1 und ebenso unmglich ists1 da ich den ,tod fr etwas ,furchtbares halte4 #cf ,ein ,ausspruch des ,antisthenes3 ,kniglich ists1 wohlzutun und ,schmhungen ruhig ber sich ergehen zu lassen4 #cg ,schndlich ists1 wenn die ,seele nur ,macht hat ber unsere ,mienen1 nicht ber sich selbst1 wenn sie nur jene1 nicht aber sich selber umzugestalten vermag4 #ch ,wie kann dich denn bald dies1 bald jenes rgern1 das dich doch nichts angeht8 #ci ,freude den ewigen ,gttern6 doch uns auch ,freude verleihe6 #dj ,die ,frchte sind zum ,pflcken1 so das ,leben auch4 ,hier keimt das ,leben1 dort der ,tod4 #da ,wenn ich samt ,kind von den ,gttern einmal verlassen bin1 ,grund ist auch dafr4-- #db ,was recht und gut1 trag ich mit mir herum4 #dc ,mit andern weinen oder jubeln1 nicht geziemts4 #dd ,blicke oft zu den ,sternen empor--als wandeltest du mit ihnen4 ,solche ,gedanken reinigen die ,seele von dem ,schmutz des ,erdenlebens4 #de ,platonische ,aussprche3 ,diesem wrde ich mit ,recht antworten3 du urteilst unrichtig1 o ,mensch1 wenn du meinst1 da ein ,mann1 der auch nur einigen ,wert hat1 die bedenkliche ,wahl zwischen ,leben und ,sterben ins ,auge fassen und nicht vielmehr nur das erwgen soll1 ob1 was er tue1 recht oder unrecht und die ,tat eines ,guten oder ,schlechten sei4 #df ,so verhlt es sich in der ,tat1 ihr ,mnner von ,athen4 ,den ,posten1 auf den einer1 in der ,meinung1 da es der beste sei1 sich selbst gestellt hat oder auf den er von seinem ,feldherrn gestellt worden ist1 mu er--dnkt mich--auch in ,gefahr behaupten und dabei weder ,tod noch irgend etwas anderes mehr in ,betracht ziehen1 als die ,schande4 #dg ,sieh gut zu1 mein ,freund1 ob das ,edle und ,gute nicht in etwas anderem bestehe als in ,erhaltung eines fremden oder des eigenen ,lebens6 ,denn wer wirklich ein ,mann ist1 soll nicht wnschen1 so oder so lange zu leben1 noch mit feiger ,liebe am ,leben hngen1 sondern die ,bestimmung hierber ,gott berlassen und glauben1 was selbst die ,weiber wissen1 da auch nicht einer seinem ,schicksal entrinne1 er denke nur daran1 wie er die ihm noch beschiedene ,lebenszeit so gut als mglich verbringe4 #dh ,schn ist1 was ,plato gesagt hat1 da1 wer vom ,menschen reden wolle1 das ,irdische gleichsam von einem hheren ,standpunkt aus betrachten msse4 ,so die ,versammlungen1 ,kriegszge1 ,feldarbeiten1 ,ehen1 ,friedensschlsse1 ,geburten1 ,todesflle1 lrmenden ,gerichtsverhandlungen1 verdeten ,lndereien1 die mancherlei fremden ,vlkerschaften1 ihre ,feste1 ,totenklagen1 ,jahrmrkte1 diesen ,mischmasch aus den fremdartigsten ,bestandteilen4 #di ,betrachte die ,vergangenheit1 den steten ,wechsel der ,herrschaft4 ,daraus kannst du auch die ,zukunft vorhersehen1 denn sie wird durchaus gleichartig sein und kann unmglich von der ,regel der ,gegenwart abweichen4 ,daher ist es auch einerlei1 ob du das menschliche ,leben vierzig oder zehntausend ,jahre hindurch erforschest4 ,was wirst du mehr sehen8 #ej ,zur ,erde mu1 was von der ,erde stammt2 ,doch zu des ,himmels ,pforte drngt ,jegliche ,art1 die seiner ,flur entsprossen-- ,was nichts anderes besagt1 als da sich die ineinander verschlungenen ,atome trennen und die empfindungslosen ,elemente sich zerstreuen4 #ea ,durch ,essen1 ,trinken und durch andres ,gaukelwerk sind wir bemht1 den ,tod uns fern zu halten4 ,doch mssen wir den ,fahrwind1 der von oben streicht1 ,seis auch zu unserm ,leid1 hinnehmen ohne ,weh4 #eb ,mag jemand immerhin kampfgebter sein als du6 ,er sei nur nicht menschenfreundlicher1 nicht anspruchsloser1 nicht ergebener in das ,schicksal1 nicht nachsichtsvoller den ,fehlern der ,nebenmenschen gegenber4 #ec ,bei einer ,wirksamkeit1 die sich nach gttlichem und menschlichem ,gesetz vollzieht1 ist niemals ,gefahr4 ,nichts hast du zu befrchten1 sobald deine ,ttigkeit1 ihr ,ziel in aller ,ruhe verfolgend1 sich nur auf eine deiner ,bildung angemessene ,art entfaltet4 #ed ,immer steht es bei dir1 das gegenwrtige ,geschick zu segnen1 mit denen1 die dir grade nahe stehen1 nach ,recht und ,billigkeit zu verfahren1 und die ,gedanken1 die sich dir eben darbieten1 ruhig durchzudenken1 ohne dich an das ,unbegreifliche zu kehren4 #ee ,sieh dich nicht nach den leitenden ,grundstzen anderer um1 sondern halte den ,blick auf das ,ziel gerichtet1 worauf dich die ,natur hinweist1 sowohl die ,allnatur durch das ,schicksal als deine eigene durch deine ,pflichten4 ,jeder aber hat die ,folgen seiner ,natur zu tragen4 ,nun sind aber die brigen ,wesen wegen der ,vernnftigen geschaffen1 wie berhaupt alles weniger ,edle fr das ,edlere4 ,die ,vernunftwesen aber sind eines um des anderen willen da4 ,der erste ,trieb des ,menschen ist sein ,trieb zur ,geselligkeit1 das zweite in ihm die berlegenheit gegenber sinnlichen ,reizen4 ,denn vernnftiger und verstndiger ,tatkraft ist es eigen1 sich selbst zu beschrnken und weder den ,anforderungen der ,sinne noch der ,triebe je zu unterliegen4 ,beide sind tierisch4 ,die ,vernunft will aber den ,vorrang haben und sich nicht von jenen meistern lassen und das mit ,recht4 ,denn sie ist von ,natur dazu da1 sich jener berall zu ihren ,zwecken zu bedienen4 ,der dritte ,vorzug in der ,einrichtung eines vernnftigen ,wesens besteht darin1 nicht blindlings beizupflichten1 noch sich tuschen zu lassen4 ,mit diesen ,vorzgen ausgestattet1 gehe die herrschende ,vernunft vorwrts4 ,und sie hat1 was ihr gebhrt4 #ef ,lebe so1 als solltest du jetzt scheiden und als wre die dir noch vergnnte ,zeit ein berflssiges ,geschenk4 #eg ,liebe das1 was dir begegnet und zugemessen ist1 denn was knntest du ziemlicher tun8 #eh ,bei allem1 was dir widerfhrt1 stelle dir diejenigen vor ,augen1 denen dasselbe widerfahren ist1 und die sich dabei widerwillig1 voll eitler ,verwunderung oder hchst vorwurfsvoll bewiesen haben4 ,denn wolltest du diesen wohl gleichen8 oder wolltest du nicht lieber solche ungehrige ,eigenschaften anderen berlassen1 selbst aber nur darauf achten1 wie du deine ,erfahrungen zu benutzen hast8 ,und du wirst sie aufs beste benutzen1 sie werden dir einen herrlichen ,stoff liefern1 wenn du keine andere ,absicht hast1 als dich bei allem1 was du tust1 als edler ,mensch zu zeigen1 dessen eingedenk1 da alles andere gleichgltig fr dich ist nur nicht1 wie du handelst6 #ei ,blicke in dein ,inneres6 ,da drinnen ist eine ,quelle des ,guten1 die nimmer aufhrt zu sprudeln1 wenn du nur nicht aufhrst nachzugraben4 #fj ,auch der ,krper mu eine feste ,haltung haben und weder in der ,bewegung noch in der ,ruhe diese ,festigkeit verleugnen4 ,denn wie deine ,seele auf deinem ,gesicht zu lesen ist und eben darum deine ,mienen zu beherrschen und zu formen wei1 so soll auch der ganze ,krper ein ,ausdruck der ,seele sein4 ,aber wohlgemerkt6 ohne gesuchte ,pose6 #fa ,dieselbe ,kunst1 die in den ,kampfspielen gilt1 wo man gerstet sein mu auch auf solche ,streiche1 die unvorhergesehen1 pltzlich kommen1 herrscht auch im ,leben4 #fb ,kenntest du die ,quellen1 aus denen bei so vielen ,urteile und ,interessen flieen1 du wrdest nach der ,menschen ,lob und ,zeugnis nicht begierig sein4 #fc ,keine ,seele1 heit es irgendwo1 kommt anders um die ,wahrheit als wider ihren ,willen4 ,nicht anders also auch um die ,gerechtigkeit und ,migkeit und ,gte1 um alle diese ,tugenden4--,je mehr man das beherzigt1 desto milder wird man gegen alle4 #fd ,bei jeder ,unlust sei dir der ,gedanke zur ,hand1 da sie nichts ,entehrendes sei1 noch die herrschende ,denkkraft verschlimmere4 ,denn weder an und fr sich als etwas ,krperliches betrachtet1 noch in ihrem ,verhltnis zur ,gesellschaft1 kann diese von jener zerrttet werden4 ,doch mge dir bei den meisten schmerzlichen ,empfindungen der ,ausspruch ,epikurs dienlich sein1 da sie ebensowenig unertrglich als ewig dauernd sind1 wofern du nur ihrer ,grenzen eingedenk bist und nichts hinzudichtest4 ,so manches ist dem ,schmerze eng verwandt1 was nur mehr auf verborgene ,weise lstig wird1 z4,b4 ,schlfrigkeit1 innere ,glut1 ,appetitlosigkeit4 ,drum sage dir1 wenn so etwas dich trifft1 nur geradezu3 du erliegst ja dem ,schmerz4 #fe ,hte dich selbst gegen ,unmenschen so gesinnt zu sein1 wie ,menschen gegen ,menschen gesinnt zu sein pflegen4 #ff ,woher wissen wir1 ob nicht ,telauges eine edlere ,denkungsart hatte1 als ,sokrates8 ,denn hier ist es nicht genug1 da ,sokrates auf ruhmvollere ,art starb1 da er in seinen ,unterredungen mit den ,sophisten grere ,gewandtheit zeigte1 da er mit mehr ,geduld die ,nacht unter dem eiskalten ,himmel zubrachte1 da er dem ,befehle1 den ,salaminier herbeizufhren1 sich1 wie es schien1 mit noch grerer ,seelenstrke widersetzte1 da er1 was man1 selbst wenn es wahr wre1 allermeist bezweifeln mchte1 auf den ,straen stolz einherschritt1 sondern man mu vielmehr folgende ,fragen in ,erwgung ziehen3 ,wie war ,sokrates ,seele beschaffen8 ,gengte ihm die ,gerechtigkeit gegen ,menschen und die ,frmmigkeit gegen die ,gtter8 ,hat er sich nie ohne ,grund ber die ,schlechtigkeit anderer gergert1 nie ihrer ,unwissenheit nachgegeben8 ,hat er die vom ,ganzen ihm zugeteilten ,geschicke nie mit ,befremden ausgenommen oder unter sie1 als unter ein unertrgliches ,joch1 sich gebeugt8 ,nie seine ,vernunft zur ,genossin der ,leiden des armseligen ,fleisches gemacht8 #fg ,die ,natur hat dich nicht so dem groen ,teig einverleibt1 da du dich nicht eingrenzen und das deinige allein aus dir selbst heraus tun knntest4 ,du kannst frwahr ein gttlicher ,mensch sein1 ohne von irgendeiner ,seele gekannt zu werden4 ,und magst du daran verzweifeln1 in der und jener ,wissenschaft oder ,kunst jemals dich auszuzeichnen3 ein freier1 edler1 hilfreicher1 gottesfrchtiger ,mensch kannst du immer werden4 #fh ,unverrckt kannst du dein ,leben in hchster ,geistesfreudigkeit hinbringen1 wenn auch alle ,menschen nach ,herzenslust ein ,geschrei wider dich erheben und wenn auch wilde ,tiere die schwachen ,glieder dieses um dich angesammelten ,fleischgemenges zerreien sollten4 ,denn was hindert dich1 deiner denkenden ,seele trotz alledem ihre ,heiterkeit1 ein richtiges ,urteil ber die ,umstnde und eine erfolgreiche ,benutzung der ihr dargebotenen ,gelegenheiten zu bewahren8 ,dann sagt das ,urteil zum ,ereignis3 ,das bist du dem ,wesen nach1 auch wenn du der ,meinung nach anders erscheinst6 und die ,benutzung spricht zur ,gelegenheit3 ,dich suchte ich eben2 denn immer bietet mir die ,gegenwart ,stoff zur ,ausbung einer vernnftigen und staatsbrgerlichen ,tugend und berhaupt einer ,kunst1 die eines ,menschen oder ,gottes wrdig ist4 ,steht ja doch jedes ,begegnis im innigsten ,bezuge zu ,gott oder zum ,menschen und ist mithin nichts ,unerhrtes oder schwer zu ,behandelndes1 sondern vielmehr etwas ,bekanntes und ,leichtes4 #fi ,die sittliche ,vollkommenheit bringt es mit sich1 da wir jeden ,tag leben knnen1 als wre er der letzte1 frei von ,zorn1 ,schlaffheit und ,verstellung4 #gj ,den unsterblichen ,gttern ist es keine ,last1 die ganze ,ewigkeit hindurch fortwhrend eine solche ,masse ,nichtswrdiger zu dulden--vorausgesetzt1 da sie sich um sie kmmern4 ,und du--du wolltest ungeduldig werden8 und bist vielleicht gar selbst einer von den ,bsen8 #ga ,lcherlich ist es1 der ,schlechtigkeit anderer aus dem ,wege gehen zu wollen1 was unmglich ist1 aber der eigenen nicht1 was doch mglich ist4 #gb ,was die vernnftige und zu staatsbrgerlicher ,tugend berufene ,tatkraft nicht vernnftig1 noch gemeinntzig findet1 das hlt sie mit gutem ,grund unter der ,wrde4 #gc ,wenn du ein gutes ,werk getan und dem anderen wirklich wohl getan hast1 warum bist du dann gar so tricht1 ein ,drittes zu begehren1 nmlich den ,ruhm ob solcher ,tat oder irgendeine ,vergeltung8 #gd ,niemand wird es berdrssig1 sich ,vorteile zu verschaffen4 ,vorteil verschaffen aber ist eine ,ttigkeit an die wir von ,natur gewiesen sind4 ,darum werde nie mde1 dir ,vorteile zu verschaffen1 indem du selber ,vorteil schaffst4 #ge ,die ,allnatur fhlte den ,drang zur ,weltschpfung4 ,nun aber geschieht alles1 was geschieht1 nach dem ,gesetz der notwendigen ,folge1 oder es ist auch das ,wichtigste dessen ,verwirklichung die weltbeherrschende ,vernunft eigens anstrebt1 ohne ,grund vorhanden4 ,in vielen ,fllen wird es deine ,seelenruhe erhhen1 wenn du dessen eingedenk bist4 ,achtes ,buch #a ,mag es immerhin deinen ,ehrgeiz herabdrcken1 da du nicht allezeit1 da du zumal in deiner ,jugend nicht wie ein ,philosoph gelebt hast1 sondern vielen anderen und dir selbst auch als ein ,mensch erschienen bist1 der von der ,philosophie weit entfernt ist1 so da es dir nicht leicht sein drfte1 dir noch das ,ansehen eines ,philosophen zu verschaffen4 ,ein solcher ,strich durch deine ,rechnung ist nur heilsam4 ,gengen mu es dir nun1 von jetzt an so zu leben1 wie es deine ,natur vorschreibt4 ,achte also darauf1 was sie will1 und la dich durch nichts davon abbringen4 ,du hast so manches versucht1 dich hierhin und dorthin gewendet1 aber nirgends dein ,glck gefunden1 nicht im ,spekulieren1 nicht im ,reichtum1 nicht in der ,ehre1 nicht in der ,sinnenlust1 nirgends4 ,wo ist es denn nun wirklich8 ,nur im ,tun dessen1 was die menschliche ,natur begehrt4 ,und wie gelangt man dazu8 ,dadurch1 da man die ,grundstze festhlt1 aus denen ein solches ,streben und ,handeln mit ,notwendigkeit hervorgeht1 die ,grundstze1 da dem ,menschen nichts gut sei1 was ihn nicht gerecht1 mig1 standhaft und frei macht1 und da nichts bse sei1 was nicht das ,gegenteil von alledem hervorbringt4 #b ,bei jeder ,handlung frage dich3 wie steht es eigentlich damit8 wird es dich auch nicht gereuen8 ,eine kurze ,zeit nur noch1 und du bist tot und alles hat aufgehrt4 ,wenn aber das1 was du vorhast1 einem ,wesen geziemt1 das ,vernunft hat1 auf die ,gemeinschaft angewiesen ist und nach denselben ,gesetzen wie die ,gtter leben soll1 was verlangst du mehr8 #c ,was sind ,alexander1 ,cajus und ,pompejus gegen ,diogenes1 ,heraklit und ,sokrates8 ,denn diese hatten die ,welt der ,dinge erforscht und kannten den ,grund und die ,weise ihres ,bestehens1 und ihre ,seelen blieben sich immer gleich4 ,bei jenen aber1 welche ,furcht vor den ,dingen und welche ,abhngigkeit von ihnen6 #d --,nur fein ruhig und gelassen3 sie werden dasselbe tun1 auch wenn du dich zerrissest6 #e ,zunchst la dich nicht beunruhigen1 alles geht seinen ,gang1 wie es der ,natur gem ist4 ,noch eine kurze ,frist und du bist nirgends mehr1 wie ,hadrian und ,augustus4 ,dann fasse deine ,lebensaufgabe unverwandten ,blicks ins ,auge und denke daran1 da du ein guter ,mensch sein sollst4 ,was die menschliche ,natur von dir fordert1 tue unbeirrt1 sage nur1 was dir durchaus gerecht erscheint und dies auf wohlwollende1 bescheidene und offenherzige ,art4 #f ,es ist ,aufgabe der groen ,natur1 das ,vorhandene von einer ,stelle zur anderen zu versetzen1 es umzumodeln1 wegzurumen und neu einzupflanzen4 ,alles ist ,wechsel6 ,man darf also das ,neue nicht bang erwarten4 ,alles ist ,gewohnheit1 aber auch alles gleichmig verteilt4 #g ,in der gesamten ,natur liegt die ,tendenz1 sich wohlzuverhalten4 ,die ,natur der vernunftbegabten ,wesen ist aber nur dann in ihrem normalen ,zustande1 wenn sie1 was das ,gedankenleben betrifft1 weder der ,unwahrheit1 noch dem ,unerkannten beifllt1 wenn sie die ,strebungen der ,seele nur auf gemeinntzige ,werke richtet1 unseren ,neigungen und ,abneigungen nur solche ,gegenstnde gibt1 die in unserer ,macht stehen1 und wenn sie alles billigt1 was die gesamte ,natur ber uns verhngt4 ,denn sie ist ein ,teil dieser ,allnatur1 wie die ,natur des ,blattes ein ,teil der ,baumnatur ist1 nur da diese als fhllose und vernunftlose in ihrem ,bestehen gehemmt werden kann1 whrend die menschliche ,natur ein ,teil der ungehinderten1 vernnftigen und gerechten ,natur ist1 vor der die zu ihr gehrigen ,einzelwesen untereinander gleich sind1 indem sie jedem von ,zeit und ,stoff und ,form und ,fhigkeit so viel gibt1 als seinem ,wesen entspricht1 eine ,gleichheit1 die wir freilich nicht sehen1 wenn wir die ,einzelwesen untereinander vergleichen1 sondern nur1 wenn wir deren ,gesamtheit mit der der andern ,ordnung zusammenhalten4 #h ,so manches geziemt sich nicht zu jeder ,zeit4 ,wohl aber geziemt sichs immer1 den ,stolz zurckzudrngen1 ,freud und ,leid gering zu achten1 ber ehrgeizige ,gelste erhaben zu sein1 gefhllosen und undankbaren ,menschen nicht zu zrnen1 ja vielmehr sich ihrer anzunehmen4 #i ,niemand hre hinfort von dir1 da du das ,leben am ,hofe berhaupt oder nur das deinige tadelst4 #aj ,die ,reue ist eine ,selbstanklage darber1 da man sich einen ,vorteil hat entgehen lassen4 ,das ,gute aber ist notwendigerweise vorteilhaft und somit auch die ,sorge des guten und edlen ,menschen4 ,dagegen hat wohl noch nie der edle ,mensch darber ,reue gefhlt da er sich ein ,vergngen hat entgehen lassen2 woraus zu entnehmen ist1 da die ,lust nichts ,vorteilhaftes und nichts ,gutes ist4 #aa ,was ist dieser ,gegenstand hier seinem ,wesen und seinen ,eigenschaften nach8 ,was ist er nach seinem ,stoff8 ,welche ,kraft wirkt in ihm8 ,was tut er in der ,welt und wie lange ist seine ,dauer8 #ab ,sooft du verdrossen vom ,schlaf erwachst1 bedenke1 da gemeinntzige ,handlungen deinen ,anlagen und deinem ,charakter entsprechen1 der ,schlaf dir aber mit den vernunftlosen ,tieren gemeinsam ist4 ,was nun der ,natur eines jeden ,wesens entspricht1 ist demselben verwandter1 angemessener1 ja sogar angenehmer4 #ac ,ohne ,unterla und womglich bei jedem ,gedanken wende die ,lehren der ,physik1 der ,ethik und der ,dialektik an6 #ad ,sobald du weit1 was fr ,ansichten und ,grundstze einer hat ber ,gut und ,bse1 ber ,lust und ,schmerz und ber die ,wirkungen beider1 ber ,ehre und ,schande1 ,leben und ,sterben1 kann dir nicht wunderbar und fremdartig vorkommen1 was er tut2 du weit alsdann3 er ist gezwungen1 so zu handeln4 ,und ferner wenn sich doch kein ,mensch darber wundert1 da der ,feigenbaum ,feigen trgt1 und der ,arzt nicht1 wenn jemand das ,fieber hat1 noch der ,steuermann wenn der ,wind entgegensteht2 warum also befremdlich finden1 da das ,weltganze hervorbringt1 was dem ,keime nach in ihm liegt8 #ae ,seine ,meinung zu ndern1 und dem1 der sie berichtigt1 ,gehr zu schenken1 ist nichts1 was unsere ,selbstndigkeit aufhebt4 ,es ist ja doch auch dann dein ,trieb und ,urteil1 dein ,sinn1 aus welchem deine ,ttigkeit hervorgeht4 #af ,lags an dir1 warum hast dus getan8 ,war ein anderer schuld1 wem willst du ,vorwrfe machen8 ,den ,atomen oder den ,gttern8 ,beides ist ,unsinn4 ,du hast niemand ,vorwrfe zu machen4 ,suche den1 der schuld war1 eines ,besseren zu belehren1 oder wenn dies nicht mglich1 bessere an der ,sache selbst4 ,aber auch1 wenn dieses nicht angeht1 wozu dienen die ,vorwrfe8 ,man mu eben nichts ohne berlegung tun4 #ag ,was stirbt1 kommt darum noch nicht aus der ,welt4 ,aber wenn es auch hier bleibt1 verndert es sich doch und lst sich auf in seine ,grundstoffe1 in die ,elemente der ,welt und in deine4 ,und auch diese ndern sich--ohne ,murren4 #ah ,jedes ,wesen1 z4,b4 ein ,pferd1 ein ,weinstock1 dient irgendeinem ,zweck4 ,was ,wunder8 ,auch die ,sonne wird dir sagen3 ,ich mu wirken und ebenso die brigen ,gottheiten4 ,wozu gibts dich8 ,etwa zu sinnlichen ,freuden8 ,sieh doch einmal zu1 ob vernnftiges ,nachdenken das gestattet6 #ai ,es ist mit jedem ,dinge1 seinem ,ende1 ,ursprunge und ,bestehen nach nicht anders wie mit einem ,ball1 den jemand wirft4 ,ists etwas ,gutes1 wenn er in die ,hhe steigt1 oder etwas ,schlimmes1 wenn er niederfhrt und zur ,erde fllt8 ,was ists fr eine ,wohltat fr die ,wasserblase1 wenn sie zusammenhlt1 und was fr ein ,leid1 wenn sie zerplatzt8 ,und ebenso das ,licht1 wenn es brennt und wenn es verlischt8 #bj ,drehe einmal das ,innere deines ,krpers nach auen und sieh1 welcher ,art es ist1 wenn ,alter1 ,krankheit1 ,ausschweifung ihn aufreiben6 ,kurz dauert sowohl das ,leben dessen1 der lobt1 als dessen1 der gelobt wird1 dessen1 der eines anderen gedenkt und dessen gedacht wird4 berdies geschieht dies ja nur in einem kleinen ,winkel der ,erde und selbst da stimmen nicht alle berein4 ,und die ganze ,erde ist nur ein ,punkt4 #ba ,was du tust1 setze stets in ,beziehung auf der ,menschen ,wohlfahrt2 was dir widerfhrt1 nimm hin und beziehe es auf die ,gtter1 als auf die ,quelle aller ,dinge1 aus der jegliches ,geschehen herausfliet4 #bb ,habe acht auf das1 was dir gerade vorliegt1 sei es eine ,ansicht oder ein ,geschehnis oder ein ,ausdruck6 ,sonst geschieht dir ganz recht4 ,du willst lieber erst morgen gut werden1 als es heute schon sein4 #bc ,was siehst du beim ,baden8 l1 ,schwei1 ,schmutz1 klebriges ,wasser--lauter ekelerregende ,dinge4 ,von ebender ,art ist jeder einzelne ,teil des ,lebens und was darin vorkommt4 #bd ,lucilla sah den ,verus sterben1 nachher starb auch ,lucilla1 ,secunda den ,marimus und dann folgte ihm ,secunda1 ,epitynchanus den ,diotimus und bald folgte diesem ,epitynchanus1 ,antoninus die ,faustina und dann folgte ihr ,antoninus nach1 ,celer den ,hadrian und dann starb auch ,celer4 ,so gings mit allen4 #be ,jene scharfsinnigen ,menschen1 jene ,zukunftsdeuter1 jene ,hohlkpfe--wo sind sie8 ,wo1 z4,b41 die scharfsinnigen ,mnner wie ,charax1 ,demetrius1 die ,platoniker1 ,eudmon und andere der ,art8 ,alle vergnglich und lngst schon tot4 ,von einigen hat sich nicht einmal auf kurze ,zeit ein ,andenken erhalten4 ,aus anderen wurden ,helden der ,fabel2 andere wiederum verschwanden bereits aus dieser ,reihe4 ,gedenke also dessen1 da auch dein ,krperbau sich auflsen1 sein ,lebensgeist erlschen oder auswandern oder sich versetzen lassen mu4 #bf ,die ,freude der ,menschen besteht darin1 wahrhaft menschlich zu handeln4 ,wahrhaft menschlich ist aber das ,wohlwollen gegen seinesgleichen1 ,verachtung der ,sinnenreife1 ,unterscheidung bestechender ,vorstellungen1 ,betrachtung der ,allnatur und ihrer ,wirkungen4 #bg ,fr den ,menschen sind dreierlei ,beziehungen wichtig1 erstens die zu seiner eigenen1 ihn umgebenden ,krperhlle1 zweitens die zu seinem gttlichen ,ursprung der alles bewirkt1 und drittens zu den ,zeitgenossen4 #bh ,der ,schmerz ist entweder fr den ,leib ein bel--dann geht er nur diesen etwas an--oder eines fr die ,seele4 ,die ,seele kann aber ihre ,heiterkeit und ,ruhe bewahren und den ,schmerz deshalb fr kein bel nehmen4 ,denn ,urteil1 ,trieb1 ,neigung und ,abneigung haben smtlich ihren ,sitz im ,innern4 ,und kein bel kann da eindringen4 #bi ,unterdrcke deine ,einbildungen und sage dir bei jeder ,gelegenheit3 ,nun steht es doch bei mir allein1 keine ,bosheit1 keine ,begierde und berhaupt keine ,leidenschaft in der ,seele aufkommen zu lassen4 ,dagegen will ich alles nach seinem ,wesen betrachten und seinem ,wert entsprechend benutzen4 ,vergi nicht diese dir von der ,natur geschenkte ,gabe6 #cj ,rede wrdevoll im ,senat wie im geselligen ,verkehr1 ohne affektiert zu werden4 ,rede mit gesunder ,vernunft6 #ca ,der ,hof des ,augustus1 seine ,gemahlin1 seine ,tochter1 seine ,enkel1 seine ,stiefshne1 seine ,schwester1 ,agrippa1 seine ,verwandten1 ,hausgenossen und ,freunde1 ,arius1 ,mcenas1 seine ,leibrzte und ,priester1 kurz sein ganzer ,hof--eine ,beute des ,totes6 ,von da geh weiter1 nicht etwa zum ,tod eines ,einzelmenschen1 sondern zum ,aussterben ganzer ,familien1 wie der der ,pompejer4 ,manches ,grabmal trgt die ,aufschrift3 ,der ,letzte seines ,stammes4 ,und nun stelle dir vor1 wie sehr sich die ,vorfahren bemhten1 einen ,stammhalter zu hinterlassen und doch mute einer notwendig der letzte sein4 berdies denke an das ,vergehen ganzer ,geschlechter4 #cb ,wir mssen in unser ,leben ,ordnung und ,planmigkeit bringen1 und jede unserer ,handlungen mu ihren bestimmten ,zweck haben4 ,wenn sie den erreicht ist es gut2 und eigentlich kann sie niemand daran hindern4 uere ,hemmnisse knnen wenigstens nichts tun1 um sie minder gerecht1 besonnen1 berlegt zu machen1 und wenn sie sonst deiner ,ttigkeit etwas in den ,weg legen1 bietet sich wohl gerade durch ein ,hindernis1 wenn mans nur gelassen aufnimmt und begierig acht hat auf das1 was zu tun brigbleibt1 ein neuer ,gegenstand der ,ttigkeit1 dessen ,behandlung sich in die ,lebensordnung fgen lt1 von der wir reden4 #cc ,sei bescheiden1 wenn du empfangen1 und frisch bei der ,hand1 wenn du etwas weggeben sollst6 #cd ,solltest du einmal eine abgehauene ,hand1 einen ,fu1 einen ,kopf1 getrennt vom brigen ,krper zu sehen bekommen3 siehe1 das sind ,sinnbilder solcher ,menschen1 die nicht zufrieden sein wollen mit ihrem ,schicksal1 oder deren ,handlungsweise blo ihrem eigenen ,vorteil dient1 ein ,sinnbild auch deines ,wesens1 wie du manchmal bist4 ,doch sieh1 es steht dir frei1 dich wieder mit dem groen ,ganzen zu vereinigen1 von dem du dich geschieden hast4 ,anderen ,gliedern des ,weltalls verstattet die ,gottheit nicht1 nachdem sie sich abgelst haben1 wieder zusammenzukommen4 ,aber dem ,menschen hat es ihre ,gte gewhrt4 ,sie legte es von ,haus aus in des ,menschen ,hand1 in dem ,zusammenhang mit dem ,ganzen zu verbleiben und wenn er daraus geschieden war1 zurckzukehren1 aufs neue mit ihm zu verwachsen und den alten ,platz wieder einzunehmen4 #ce ,wie die ,natur jegliches ,hindernis als solches zu beseitigen1 in ihre ,notwendigkeit hereinzuziehen und zu einem ,bestandteil ihrer selbst zu machen wei1 so kann auch das vernunftbegabte ,wesen jede ,hemmung in seinen eigenen ,stoff verwandeln und sie benutzen zur ,verwirklichung seines ,strebens1 worauf dasselbe auch gerichtet sein mge4 #cf ,wenn du dein ,leben im ganzen vor dir httest1 wenn du shest1 was dir alles bevorsteht1 welche ,entmutigung mte dich ergreifen6 ,aber wenn du ruhig wartetest1 bis es kommt1 und bei jedem einzelnen1 wenn es da ist1 dich fragtest1 was denn dabei eigentlich nicht zu ertragen sei--du mtest dich deiner ,verzagtheit schmen4 ,kmmern sollten wir uns immer nur um das ,gegenwrtige1 da uns nur dieses1 nicht ,zuknftiges und nicht ,vergangenes1 wirklich lstig fallen kann4 ,und unfehlbar wird diese ,last gemindert1 wenn wir das ,gegenwrtige rein so nehmen1 wie es ist1 ihm nichts ,fremdes hinzudichten und uns selber widerlegen1 wenn wir meinen1 auch dies nicht einmal ertragen zu knnen4 #cg ,sitzen etwa auch jetzt noch ,panthea und ,pergamus am ,sarge des ,verus8 ,oder ,chaurias und ,diotimus an ,hadrians ,grab8 ,das wre lcherlich4 ,wrden es aber jene fhlen1 wenn sie daneben sen und1 wenn sie es fhlten1 wrden sie sich freuen1 und wenn sie sich freuten1 wrden diese dadurch unsterblich sein8 ,war es nicht auch ihre ,bestimmung zuerst1 alte ,frauen und ,mnner zu werden und dann zu sterben8 ,und knnen denn die ,klagenden dem ,tod entrinnen8 ,der ganze ,krper ist ein ,schlauch voll ,unrat und ,moder4 #ch ,ist dir ,scharfsinn eigen1 verwende ihn zu klugem ,urteil4 #ci ,unter den ,anlagen vernunftbegabter ,wesen finde ich keine1 die der ,gerechtigkeit gegenbersteht1 wohl aber eine1 die der ,wollust das ,gleichgewicht hlt3 die ,enthaltsamkeit4 #dj ,knntest du deine ,ansicht ber das1 was dich zu schmerzen scheint1 ndern1 so wrdest du vollstndig in ,sicherheit sein4 ,wer ist das _/du_/1 frage ich3 die ,vernunft4 ,aber ich bin nicht die ,vernunft1 entgegnest du4 ,mag sein1 wenn sich die ,vernunft nur eben nicht betrbt4 ,alles brige1 wenn es sich schlecht befindet1 mag denken und fhlen1 was es will4 #da ,jede ,hemmung des ,empfindungslebens sowohl1 wie die eines ,triebes ist fr die tierische ,natur ein bel4 ,anders die ,hemmungen und bel im ,pflanzenleben4 ,fr die geistbegabten ,wesen aber kann nur das ein bel sein1 was das ,geistesleben strt4 ,hiervon mache die ,anwendung auf dich selbst4 ,leid und ,freude berhren nur die ,sphre des ,empfindens4 ,eine ,hemmung des ,triebes kann allerdings auch schon fr die vernnftige ,kreatur ein bel sein2 allein nur dann1 wenn es ein absoluter ,trieb ist4 ,dann aber1 wenn du so nur das ,allgemeine ins ,auge fassest1 was sollte dir schaden und was dich hindern knnen8 ,denn in die dem ,geiste eigentmliche ,sphre kann nichts anderes strend eingreifen1 nicht ,feuer1 nicht ,eisen1 kein ,despot1 keine ,lsterung1 nichts1 was nicht vom ,geiste selber herrhrt4 ,solange eine ,kugel besteht1 so lange bleibt sie eben--rund nach allen ,seiten4 #db ,habe ich noch niemals einen andern absichtlich betrbt so ziemt es mir auch nicht1 mich selber zu betrben4 #dc ,mgen andere ihre ,freude haben1 woran sie wollen2 meine ,freude ist1 wenn ich eine gesunde ,seele habe1 ein ,herz1 das keinem ,menschen zrnt1 nichts ,menschliches sich fernhlt1 sondern alles mit freundlichem ,blick ansieht und aufnimmt und jedem begegnet1 wies ihm gebhrt4 #dd ,ntze die ,gegenwart aus4 ,wer dem ,nachruhm lieber nachgeht1 bedenkt nicht1 da die kommenden ,geschlechter ebenso beschaffen sein werden1 wie jene1 unter denen er leidet4 ,auch sie sind ja sterblich4 berhaupt was kmmert es dich1 ob unter ihnen diese und jene ,stimmen ber dich laut werden oder ob sie diese und jene ,meinung von dir haben8 #de ,nimm mich und versetze mich1 wohin du willst6 ,bringe ich doch berall den ,genius mit1 der mir gnstig ist1 den ,geist1 der seine ,aufgabe darin erkennt1 sich so zu verhalten und so zu wirken1 wie es seine ,bildung verlangt4 ,und welche uere ,lebensstellung wre es wert1 da um ihretwillen meine ,seele sich schlecht befinde und herabgedrckt oder gewaltsam erregt1 gebunden oder bestrzt gemacht ihres ,wertes verlustig ginge8 ,was kannst du finden1 das solcher ,opfer wert wre8 #df ,keinem kann etwas begegnen1 das nicht ,menschenschicksal wre1 so wenig als dem ,stier etwas zustt1 das nicht der ,stiernatur1 oder dem ,weinstock etwas1 das nicht dem ,wesen des ,weinstocks1 oder dem ,stein etwas1 das nicht der ,natur des ,steins angemessen wre4 ,wenn nun jedem begegnet1 was gewhnlich oder natrlich ist1 warum solltest du dich darber rgern8 ,denn die ,natur durfte nichts ,unertrgliches ber dich verhngen4 #dg ,wenn in deiner ,gemtsverfassung etwas ist1 was dich bekmmert1 wer hindert dich1 den leitenden ,gedanken der die ,strung verursacht1 zu berichtigen8 ,ebenso wenn es dir leid ist1 das nicht getan zu haben1 was dir als das einzig ,richtige erscheint1 warum tust du es nicht lieber noch1 sondern gibst dich dem ,schmerz darber hin8 ,du vermagst es nicht1 ein ,hindernis1 strker als da dus beseitigen knntest1 hlt dich ab8 ,nun so wehre der ,traurigkeit nur um so mehr3 der ,grund1 warum dus unterlieest1 liegt ja dann nicht in dir6 ,aber freilich1 wenn man nicht so handeln kann1 ists nicht wert zu leben4 ,und darum scheide du aus dem ,leben mit frohem ,mut und--da du ja auch sterben mtest1 wenn du so gehandelt--freundlichen ,sinnes gegen die1 die dich gehindert6 #dh ,die ,seele des ,menschen ist unangreifbar1 wenn sie in sich gesammelt daran sich gengen lt1 da sie nichts tut1 was sie nicht will1 auch wenn sie sich einmal unvernnftigerweise widersetzen sollte1 am meisten aber1 wenn sie jederzeit mit ,vernunft zu ,werke geht4 ,darum1 sage ich1 ist die leidenschaftslose ,seele eine wahre ,burg und ,festung4 ,denn der ,mensch hat keine strkere ,schutzwehr4 ,hat er sich hier geborgen1 kann ihn nichts gefangen nehmen4 ,wer dies nicht einsieht1 ist unverstndig2 wer es aber einsieht und dennoch seine ,zuflucht dort nicht sucht1 unglcklich4 #di ,zu dem1 was dich ein erster scharfer ,blick gelehrt1 fge weiter nichts hinzu4 ,du hast erfahren1 der und jener rede schlecht von dir4 ,nun gut4 ,aber1 da du gekrnkt seist1 das hast du nicht gehrt4 ,du siehst1 dein ,kind ist krank4 ,nun gut4 ,aber da es in ,gefahr schwebe1 das siehst du nicht4 ,und so lasse es immer bei dem ersten bewenden1 und fge nichts aus deinem ,innern hinzu1 so wird dir auch nichts geschehen4 ,hast du aber dennoch deine weiteren ,gedanken dabei1 so beweise dich hierin gerade als ein ,mensch1 der1 was im ,leben zu geschehen pflegt1 durchschaut hat4 #ej ,hier1 diese ,gurke ist bitter4 ,lege sie weg6 ,hier ist ein ,dornstrauch4 ,geh ihm aus dem ,weg6 ,weiter ist darber nichts zu sagen4 ,wolltest du fortfahren und fragen3 aber wozu in aller ,welt ist solches ,zeug8 so wrde dich der ,naturforscher grndlich auslachen1 ebenso wie dich der ,tischler und der ,schuster auslachen wrde1 wenn dus ihnen zum ,vorwurf machtest1 da in ihren ,werksttten ,spne und berbleibsel aller ,art herumliegen4 ,mit dem ,unterschiede1 da diese ,leute einen ,ort haben1 wohin sie diese ,dinge werfen1 die ,natur aber hat nichts drauen4 ,sondern das ,bewunderungswrdige ihrer ,kunst besteht eben darin1 da sie1 die sich lediglich selber begrenzt1 alles1 was in ihr zu verderben1 alt und unntz zu werden droht1 so in sich hinein verwandelt1 da sie daraus wieder etwas anderes ,neues macht1 da sie keines ,stoffes auer sich selbst bedarf und das faul ,gewordene nicht hinauswerfen mu4 ,sie hat an ihrem eigenen ,raume1 an ihrem eigenen ,material und an ihrer eigenen ,kunst vllig genug4 #ea ,sei in deinem ,tun nicht fahrlssig1 in deinen ,reden nicht verworren1 in deinen ,gedanken nicht zerstreut2 la dein ,gemt nicht eng werden1 noch leidenschaftlich aufwallen1 noch la dich von ,geschften vollauf in ,beschlag nehmen4 ,mgen sie dich ermorden1 zerfleischen1 verfluchen1 was tuts8 ,deine denkende ,seele kann dessenungeachtet rein1 verstndig1 besonnen und gerecht bleiben4 ,hrt denn die reine se ,quelle auf1 rein und s zu quellen1 wenn einer1 der dabei steht1 sie verwnscht8 ,und wenn er ,schmutz und ,schlamm hineinwrfe1 wrde sies nicht sofort ausscheiden und hinwegsplen1 um rein zu bleiben wie zuvor8 ,du auch bist im ,besitz einer solchen ewig reinen ,quelle1 wenn du die ,seele frei1 liebevoll1 einfltig ehrfurchtsvoll dir zu bewahren weit4 #eb ,wer nicht wei1 was die ,welt ist1 wei nicht1 wo er lebt4 ,aber nur1 der da wei1 wozu er da ist1 wei1 was die ,welt ist4 ,wem aber eins von diesen ,stcken fehlt1 der kann auch wohl seine eigene ,bestimmung nicht angeben4 ,in welchem ,lichte erscheint dir nun der ,mensch1 der um den lauten ,beifall jener buhlt1 die nicht wissen1 wo noch wer sie sind8 #ec ,soll dich ein ,mensch loben1 der sich in einer ,stunde dreimal verflucht8 ,wie oft strebst du danach1 einem ,menschen zu gefallen1 der sich selber nicht gefllt8 ,oder kann sich der gefallen1 der fast alles1 was er tut1 bereut8 #ed ,hinfort verkehre du nicht blo mit der dich umgebenden ,luft1 sondern ebenso auch mit dem alles umgebenden ,geiste6 ,denn der ,geist ergiet und verteilt sich nicht minder berall dahin1 wo jemand ist1 der ihn einzusaugen vermag1 als die ,luft dahin1 wo man sie atmen kann4 #ee ,im allgemeinen schadet das ,bse der ,welt nicht1 und im einzelnen ,falle schadet es nur dem1 dem es vergnnt ist1 sich frei davon zu machen1 sobald er nur will4 #ef ,nach meinem ,dafrhalten ist die ,ansicht1 die mein ,nchster hat1 etwas ebenso ,gleichgltiges fr mich als sein ganzes geistiges und leibliches ,wesen4 ,denn wenn es auch durchaus richtig ist1 da wir einer um des andern willen da sind1 so ist doch jede unserer ,seelen etwas ,selbstndiges fr sich4 ,wre dies nicht1 so mte ja auch die ,schlechtigkeit meines ,nebenmenschen mein ,verderben sein1 was doch der ,gottheit nicht gefallen hat1 so einzurichten1 damit mein ,unglck nicht von andern abhngig sei4 #eg ,die ,sonnenstrahlen scheinen von der ,sonne herzustrmen1 und wiewohl sie sich berallhin ergieen1 werden sie doch nicht ausgegossen4 ,denn dieses ,flieen und ,gieen ist nichts als ,ausdehnung4 ,recht deutlich kann man sehen1 was der ,strahl sei1 wenn die ,sonne durch eine enge ffnung in einen dunkeln ,raum scheint4 ,ihr ,strahl fllt in gerader ,richtung und wird1 nachdem er die ,luft durchschnitten hat1 an dem gegenberstehenden ,krper gleichsam gebrochen4 ,doch bleibt er an ihm haften und lscht nicht aus4 ,ebenso mssen nun die ,ausstrahlungen der ,seele sein1 kein ,ausgieen1 sondern ein sich ,ausdehnen1 kein heftiges und strmisches ,aufprallen auf die sich entgegenstellenden ,dinge1 aber auch kein ,herabgleiten von ihnen1 sondern ein ,beharren und ,erleuchten alles dessen1 was ihrer ,strmung begegnet1 und so1 als beraube jegliches ,ding sich selbst ihres ,glanzes1 wenn es ihn nicht empfngt4 #eh ,wer sich vor dem ,tode frchtet1 frchtet sich entweder vor dem ,erlschen jeglicher ,empfindung1 oder vor einem ,wechsel des ,empfindens4 ,aber wenn man gar nichts mehr fhlt1 ist auch ein ,schmerz nicht mehr mglich4 ,erhalten wir aber ein anderes ,fhlen1 so werden wir andere ,wesen1 hren also auch nicht auf zu leben4 #ei ,die ,menschen sind freinander geboren4 ,so belehre oder dulde1 dies nicht wissen4 #fj ,anders ist der ,flug des ,geschosses und anders der1 den der ,geist nimmt4 ,und doch bewegt sich der ,geist1 wenn er ,bedacht nimmt1 oder wenn er berlegt1 nicht weniger in gerader ,richtung und dem ,ziel entgegen4 #fa ,suche einzudringen in jedes ,menschen ,inneres1 aber verstatte es auch jedermann1 in deine ,seele einzudringen6 ,neuntes ,buch #a ,wer unrecht handelt1 handelt gottlos4 ,denn die ,natur hat die vernnftigen ,wesen freinander geschaffen nicht da sie einander schaden1 sondern nach ,wrdigkeit einander ntzen sollen4 ,wer ihr ,gebot bertritt1 frevelt demnach offenbar wider die lteste der ,gottheiten4 ,auch der mit ,lgen umgeht1 ist gottlos4 ,denn die ,natur ist das ,reich des ,seienden4 ,alles aber1 was ist1 stimmt als solches berein mit seinem ,grunde4 ,und diese bereinstimmung nennt man ,wahrheit4 ,auf ihr beruht alles1 was man wahr nennt im einzelnen ,falle4 ,der ,lgner also handelt gottlos1 weil er andere betrgt und somit unrecht handelt1 tut ers mit ,absicht4 ,geschieht es unwillkrlich weil er nicht mit der ,natur im ,einklang ist1 handelt er gottlos1 weil er die ,ordnung strt1 indem er ankmpft gegen das ,ganze4 ,denn im ,kampf ist jeder1 der sich wider die ,wahrheit bestimmt1 weil er von ,natur fr sie bestimmt ward4 ,wer aber dies auer acht lt1 ist schon so weit1 ,wahrheit und ,lge nicht unterscheiden zu knnen4 ,endlich handelt auch der gottlos1 der dem ,vergngen nachgeht als einem ,gute und vor dem ,schmerz als einem bel flieht1 da ein solcher notwendig oft in den ,fall kommt1 die ,natur zu tadeln1 als teile sie den ,guten und den ,schlechten ihre ,gaben nicht nach ,verdienst aus4 ,denn wie oft genieen bse ,menschen ,glck und ,freude1 und haben1 was ihnen ,freude schaffen kann1 whrend die ,guten dem ,leid anheimfallen und dem1 was ,leiden schafft4 ,ferner wird1 wer sich vor dem ,schmerze frchtet1 auch nicht ohne ,furcht in die ,zukunft blicken knnen1 was schon gottlos ist1 whrend der1 der nach ,lust strebt1 sich kaum des ,unrechts wird enthalten knnen1 was offenbar gottlos ist4 ,und jedenfalls mu doch1 wer in bereinstimmung mit der ,natur leben und ihr folgen will1 gleichgltig gegen das sein1 wogegen sich die ,natur gleichgltig verhlt1 das aber tut sie gegen ,lust und ,schmerz1 gegen ,tod und ,leben1 ,ehre und ,schande4 ,wer also alles dies nicht gleichgltig ansieht1 ist offenbar gottlos4 ,die gemeinsame ,natur aber1 sage ich1 bedient sich derselben nach einerlei ,regel 7das heit1 sie begegnet nach dem ,gesetz der ,aufeinanderfolge den jetzigen wie den knftigen nach einerlei ,regel7 kraft eines uranfnglichen ,zuges der ,vorsehung1 vermge dessen sie von einem bestimmten ,anfang her zur gegenwrtigen ,welteinrichtung fortschritt1 indem sie gewisse ,grundstoffe des ,werdenden zusammenfate und die erzeugenden ,krfte der ,stoffe selbst1 ihrer ,verwandlungen und ihrer derartigen ,aufeinanderfolge abgrenzte4 #b ,besser wrs1 wenn man die ,welt verlassen knnte1 ehe man all die ,lge und ,heuchelei1 den ,prunk und ,stolz geschmeckt4 ,hat man nun aber diese ,dinge einmal schmecken mssen1 so ists doch wohl der gnstigere ,fall1 dann bald die ,seele auszuhauchen1 als mitten in dem ,elend sitzen zu bleiben8 ,oder hat dich die ,erfahrung nicht gelehrt1 die ,pest zu fliehen8 und welche ,pest ist schlimmer1 die ,verdorbenheit der uns umgebenden ,luft1 die ,pest1 die nur das tierische ,wesen als solches trifft1 oder die ,verderbnis der ,seele1 die eigentliche ,menschenpest8 #c ,denke nicht gering vom ,sterben1 sondern la es dir wohlgefallen wie eines der ,dinge1 in denen sich der ,wille der ,natur ausspricht4 ,denn von derselben ,art wie das ,kindsein und das ,altsein1 das ,wachsen und ,mannbarwerden oder das ,zahnen und ,brtigwerden und ,graues-,haar-,bekommen oder das ,zeugen und ,gebren und alle diese ,ttigkeiten der ,natur1 wie sie die verschiedenen ,zeiten des ,lebens mit sich bringen1 ist auch das ,sterben4 ,daher ist es die ,sache eines verstndigen ,menschen1 weder mit ,gleichgltigkeit noch mit heftiger ,gemtsbewegung noch in bermtiger ,weise an den ,tod zu denken1 sondern auf ihn zu blicken eben wie auf eine jener ,naturwirkungen4 ,und wie du des ,augenblickes harrst1 wo das ,kindlein der ,mutter ,scho verlassen haben wird1 so erwarte auch die ,stunde1 da deine ,seele dieser ,hlle entweichen wird4--,eindringlich ist auch jene gewhnliche ,regel1 die man gibt1 um jemand zur ,zufriedenheit mit dem ,lose der ,sterblichkeit zu stimmen3 einmal1 sieh dir die ,dinge genau an1 von denen du dich trennen mut1 und dann in ethischer ,beziehung1 welch ein ,elend1 womit du einst nicht mehr verflochten sein wirst6 ,zwar ist es keineswegs ntig1 sich daran zu stoen1 ,pflicht ist es vielmehr1 es zu lindern oder ruhig zu ertragen1 allein man darf doch daran denken1 da es nicht eine ,trennung gibt von gleichgesinnten ,menschen4 ,denn dies wre das einzige1 was uns rckwrts ziehen und an das ,leben fesseln knnte1 wenn es uns vergnnt wre1 mit ,menschen zusammenzuleben1 die von denselben ,grundstzen und ,ideen beseelt sind wie wir4 ,nun aber weit du ja1 welches ,leiden der ,zwiespalt ist1 der unter den ,menschen herrscht1 und kannst nicht anders als den ,tod anflehen1 da er eilig kommen mge1 damit du nicht auch noch mit dir selbst in ,zwiespalt gertst4 #d ,wer unrecht handelt1 schadet sich selbst4 #e ,oft tut auch der ,unrecht1 der nichts tut1 nicht blo1 der etwas tut4 #f ,wenn du gesundes ,urteil hast und die ,gewohnheit1 fr andere zu handeln1 und ein ,gemt1 das mit den ueren ,verhltnissen zufrieden ist1 so hast du genug4 #g ,unterdrcke die bloe ,einbildung1 trenne den ,trieb1 dmpfe die ,begierde2 erhalte dem herrschenden ,teil deiner ,seele die ,herrschaft ber sich selbst6 #h ,wie es nur eine ,erde gibt fr alles ,irdische1 ein ,licht fr alles1 was sehen1 und eine ,luft fr alles1 was atmen kann1 so ist es auch nur ein ,geist1 der unter smtliche ,vernunftwesen verteilt ist4 #i ,alle ,dinge von derselben ,art streben zueinander als zu dem ,gleichartigen hin4 ,alles1 was von ,erde ist1 gleitet zur ,erde1 alles ,flssige luft zusammen1 und so auch das ,luftige1 so da es der ,gewalt bedarf um solche ,dinge auseinanderzuhalten4 ,das ,feuer hat zwar seinen ,zug nach oben1 vermge des ,elementarfeuers1 aber auch da erfat es alles ihm hnliche und bringt die trockeneren ,stoffe zum ,brennen1 eben weil diesen weniger von dem beigemischt ist1 was ein ,entflammen hindert4 ,ebenso nun und noch mehr strebt auch alles1 was der vernnftigen ,natur angehrt1 zueinander hin4 ,denn je edler es ist als das brige1 um so bereiter ist es auch1 sich dem ,verwandten zu einen und mit ihm zusammenzugehen4 ,schon auf der ,stufe der vernunftlosen ,wesen finden sich ,scharen und ,herden1 findet sich das ,auffttern der ,jungen1 eine ,art von ,liebe4 ,denn schon hier ist ,seele und jener ,gemeinschaftstrieb in hherer ,weise1 als er in der ,pflanzenwelt und im ,gestein sich findet4 ,bei den ,vernunftbegabten nun kommt es zu ,staaten1 ,freundschaften1 ,familien1 ,genossenschaften1 und in den ,kriegen selbst zu ,bndnissen und ,waffenstillstnden4 ,und wenn wir zu den noch hheren ,wesen fortschreiten1 mgen sie auch um ,unendlichsten auseinander sein3 auch da ist ,einheit1 wie bei den ,sternen2 so da1 je hher wir kommen1 desto entschiedener die ,sympathie sich auch auf die ,entferntesten erstreckt4 ,aber was geschieht8 ,die vernnftigen ,wesen allein sind es1 die dieses ,zueinanderstrebens1 dieses ,zusammenhaltens nicht eingedenk bleiben1 und hier allein vermag man jenes ,zusammenflieen nicht wahrzunehmen6 ,und dennoch--3 mgen sie sich immerhin fliehen1 sie umschlieen sich doch4 ,die ,natur zwingt sie4 ,man sehe nur genau6 ,eher findest du ,erde1 die nicht an ,erde hngt1 als einen ,menschen vom ,menschen abgelst4 #aj ,frucht bringen ,mensch und ,gott und ,welt1 ein jegliches zu seiner ,zeit1 in anderer ,weise freilich als der ,weinstock und dergleichen ,dinge4 ,auch die ,vernunft hat ihre ,frucht1 von allgemeiner und von individueller ,art4 ,und was aus ihr hervorgeht1 ist eben immer wieder--,vernunft4 #aa ,belehre den ,fehlenden eines ,besseren1 wenn du es vermagst4 ,wo nicht1 erinnere dich1 da dir fr diesen ,fall ,nachsicht verliehen ist4 ,auch die ,gtter sind nachsichtig1 ja sie sind den ,fehlenden zu einigem1 wie ,gesundheit1 ,reichtum1 ,ehre behilflich4 ,so gtig sind sie6 ,auch du kannst es sein4 ,oder1 sage1 wer hindert dich daran8 #ab ,leide nicht mit der ,miene eines ,unglcklichen oder in der ,absicht1 bewundert oder bemitleidet zu werden4 ,wolle vielmehr nur das eine1 deine ,kraft in ,bewegung zu setzen oder zurckzuhalten1 wie es das ,gemeinwesen erheischt4 #ac ,heut1 sprichst du1 bin ich aller meiner ,plage entronnen4 ,sag lieber3 heut hab ich all meine ,plage abgeworfen4 ,denn in dir1 in deiner ,vorstellung war sie1 nicht auer dir4 #ad ,alles bleibt sich gleich4 ,gewhnlich in ,hinsicht auf ,erfahrung1 vergnglich in ,hinsicht auf ,zeit1 schmutzig in ,hinsicht des ,stoffes4 ,alles1 was jetzt ist1 war ebenso bei denen1 die wir bestattet haben4 #ae ,die sinnlich wahrnehmbaren ,gegenstnde sind auer uns4 ,einsam stehen sie sozusagen vor unserer ,tr4 ,sie wissen nichts von sich selbst1 urteilen auch nicht ber sich4 ,wer urteilt also ber sie8 ,der herrschende ,teil unserer ,seele4 #af ,gut und ,bse1 ,tugend und ,laster ruhen bei vernunftbegabten ,wesen nicht auf einem ,zustande1 sondern auf einer ,ttigkeit4 #ag ,fr den emporgeworfenen ,stein ist es ebensowenig ein ,glck1 in die ,hhe zu fliegen1 als ein ,unglck herabzufallen4 #ah ,dringe in das ,innere der ,seele bei den ,herrschenden und du wirst sehen1 vor was fr ,richtern du dich frchtest und was fr ,richter sie ber sich selbst sind4 #ai ,alles wechselt stets4 ,auch du selbst bist im steten ,wechsel begriffen1 um nicht zu sagen in ,verwesung4 ,ebenso die ganze ,welt4 #bj ,das ,vergehen eines anderen mu man bei ihm lassen4 #ba ,das ,aufhren der ,ttigkeit1 ,stillstehen der ,triebe und der ,vorstellungen--der ,tod--ist kein bel4 ,denn wie ist es mit den verschiedenen ,stufen des ,lebens1 mit der ,kindheit1 der ,jugend1 dem ,mannes- und ,greisenalter8 ist nicht ihr ,wechsel--,tod8 und ist das etwas ,schlimmes8 ,nicht anders der ,wechsel der ,zeiten4 ,die ,zeiten der ,vorvter hren auf mit dem ,zeitalter der ,vter usf4 ,ist bei allen diesen ,vernderungen etwas ,schlimmes8 ,also auch nicht1 wenn dein ,leben wechselt1 stillsteht und aufhrt4 #bb ,forsche in deiner eigenen ,seele1 in der ,seele des ,weltganzen und in der deines ,nchsten4 ,in deiner eigenen1 um ihr ,sinn fr ,gerechtigkeit einzuflen1 in der des ,weltganzen1 um dich zu erinnern1 wovon du ein ,teil bist1 in der des ,nchsten1 um zu erkennen1 ob er wissentlich oder unwissentlich handelt und um zu fhlen1 da sie der deinigen verwandt sei4 #bc ,so wie deine ganze ,persnlichkeit der ergnzende ,teil eines ,gemeinwesens ist1 so soll auch jede deiner ,handlungen das gemeinschaftliche ,handeln dieses ,gemeinwesens ergnzen4 ,tut sie dies nicht1 ist sie mehr oder weniger diesen ,absichten fern1 so zerstckelt sie dein ,leben1 hindert seine ,harmonie1 ist aufrhrerisch wie ein ,mensch1 der im ,volke seine ,partei dem ,zusammenwirken mit den andern entfremdet4 #bd ,wie ,knabenznkereien und ,kinderspiele1 so flchtig sind unsere ,lebensgeister1 mit ,leichen belastet4 ,warum sollte da die ,totenfeier einen ,eindruck auf uns machen4 #be ,gehe auf das ,wesen der urschlichen ,kraft jedes ,gegenstandes ein und sieh bei deiner ,betrachtung von seinem ,stoff ab und bestimme zum ,schlu die lngste ,spanne ,zeit1 die er in seiner ihm eigentmlichen ,art dauert4 #bf ,du hast unendlich gelitten lediglich deshalb1 weil deine ,seele sich nicht begngte zu tun1 wozu sie gemacht ist4 #bg ,wenn jemand dich tadelt oder hat oder ,schlechtes von dir redet1 so gehe heran an seine ,seele1 dringe ein1 und sieh1 was er eigentlich fr ein ,mensch sei4 ,du wirst finden1 da du dich nicht zu beunruhigen brauchst1 was er auch von dir denken mag4 ,du mut ihm jedenfalls wohlgesinnt bleiben1 da er von ,natur dein ,freund ist1 und da ihm sicherlich auch die ,gtter helfen1 wie dir1 in all den ,dingen1 um die sie ,sorge tragen4 #bh ,alles in der ,welt dreht sich im ,kreise1 von oben nach unten1 von ,ewigkeit zu ,ewigkeit4 ,und doch auch in jedes ,einzelwesen dringt die ,seele des ,alls4 ,ist dies1 so nimm1 was sie hervortreibt1 mag sie nun einmal nur sich schpferisch bewiesen haben1 so da nun eins aus dem andern mit ,notwendigkeit folgt und alles eigentlich nur eines ist1 oder mag alles atomengleich entstehen und bestehen4 ,gleichviel4 ,denn gibt es einen ,gott1 so steht alles gut2 ist aber alles nur von ungefhr1 darfst du doch nicht von ungefhr sein6 #bi ,einem reienden ,strom gleicht die ,welt3 ,alles fhrt sie dahin4 ,wie nichtig die ,taten des ,menschen1 die er politisch oder philosophisch nennt1 wie eitel ,schaum6 ,aber was nun1 lieber ,mensch8 ,tue1 was die ,natur gerade jetzt von dir fordert4 ,strebe1 wenn dir ein ,gegenstand des ,strebens gegeben wird1 und blicke nicht um dich1 obs einer sieht4 ,auch bilde dir den ,platonischen ,staat nicht ein1 sondern sei zufrieden wenn es nur ein klein wenig vorwrts geht und halte solchen kleinen ,fortschritt nicht gering4 ,denn wer wird ihre ,gesinnung ndern8 ,ohne eine solche nderung der ,gesinnung aber1 was wrde anderes daraus entstehen1 als ein ,knechtsdienst unter ,seufzen1 ein ,gehorsam solcher1 die sich stellen1 als wren sie berzeugt4 ,die ,alexander1 ,philippus1 ,demetrius von ,phalerum mgen zusehen1 ob sie erkannt1 was die ,natur will1 und ob sie sich selbst in ,zucht gehalten haben4 ,waren es aber ,schauspieler1 wird mich doch niemand dazu verdammen1 sie nachzuahmen4 ,einfalt und ,wrde kennzeichnen das ,geschft der ,philosophie4 ,verfhre du mich nicht zur ,aufgeblasenheit6 #cj ,betrachte wie von einer ,anhhe aus die unzhligen ,volkshaufen mit ihren unzhligen ,religionsgebruchen1 die ,seefahrten nach allen ,windrichtungen unter ,strmen und bei ruhiger ,see und die ,verschiedenheiten zwischen den ,dingen1 die werden1 sind und vergehen6 ,betrachte auch die ,lebensweise1 wie sie vormals unter anderen war1 wie sie nach dir sein wird und wie sie jetzt unter fremden ,vlkern herrscht6 ,ferner wie viele nicht einmal deinen ,namen kennen1 wie viele ihn bald vergessen werden1 wie viele jetzt vielleicht deine ,lobredner1 nchstens deine ,tadler sind und wie weder der ,nachruhm1 noch das ,ansehen1 noch sonst etwas von allem1 was dazu gehrt1 der ,rede wert ist4 #ca ,ein unerschtterliches ,herz den ,dingen gegenber1 die von auen kommen1 ein rechtschaffenes in denen1 die von dir abhngen6 ,das heit1 dein ,streben und ,tun finde ,ziel und ,zweck in gemeinntziger ,ttigkeit2 denn das ist deiner ,natur gem4 #cb ,viel unntigen ,anla zu deiner ,beunruhigung1 die ganz und gar auf deinem ,wahn beruht1 kannst du aus dem ,weg schaffen und dir selbst unverzglich weiten ,spielraum erffnen4 ,umfasse nur mit deinem ,geist das ,weltall1 betrachte die ,ewigkeit und dann wieder die schnelle ,verwandlung jedes einzelnen ,dings3 welch kurzer ,zeitraum liegt zwischen seiner ,entstehung und ,auflsung1 wie unermelich ist die ,zeit vor seinem ,werden1 wie unendlich nach seinem ,ende4 #cc ,was du um dich siehst1 wird bald zerstrt und wer dieser ,zerstrung zuschaut1 wird selbst auch sehr bald zerstrt und durch den ,tod wird der lteste ,greis mit dem ,frhverstorbenen in denselben ,zustand versetzt4 #cd ,wie ihr ,inneres beschaffen ist1 welche ,interessen sie verfolgen1 um welcher ,dinge willen sie ,lieb und ,achtung zollen1 das suche zu erforschen1 mit einem ,wort3 die nackten ,seelen6--,wenn man glaubt1 durch ,tadel ,schaden und durch ,lob ,nutzen zu stiften1 welch ein ,glaube6 #ce ,verlust ist nichts anderes als ,vernderung1 die die ,natur so liebt1 wie wir wissen1--sie1 die doch alles richtig macht4 ,oder wolltest du sagen1 alles1 was geschehen sei oder geschehen werde1 sei schlecht8 ,aber sollte sich dann unter so vielen ,gttern nicht wenigstens eine ,macht finden1 die es wieder zurechtbrchte8 und die ,welt sollte verdammt sein1 in den ,banden unaufhrlicher bel zu liegen8 #cf ,der ,stoff jeden ,dinges ist ,fulnis3 ,wasser1 ,staub1 ,knochen1 ,schmutz4 ,die ,marmorbrche sind ,verhrtungen der ,erde1 ,gold1 ,silber ihr ,bodensatz1 unsere ,kleider--,tierhaare1 ,purpur1 ,blut und alles brige ist von der ,art4 ,selbst der ,lebensgeist ist von solcher ,art1 denn er ist auch steter ,umwandlung unterworfen4 #cg ,genug des elenden ,lebens1 des ,murrens und des ffischen ,benehmens6 ,warum bist du unruhig1 was findest du hier so unerhrt8 ,was bringt dich auer ,fassung8 ,die urschliche ,kraft der ,dinge8 ,betrachte sie nur6 ,aber vielleicht der ,stoff8 ,sieh ihn nur an6 ,sonst gibt es aber nichts4 ,sei also doch endlich argloser und freundlicher gegen die ,gtter6 ,es ist ja einerlei1 ob du diese ,untersuchungen hundert oder nur drei ,jahre anstellst4 #ch ,hat sich jemand vergangen1 trgt er den ,schaden4 ,vielleicht hat er sich aber gar nicht vergangen4 #ci ,entweder ist ein denkendes ,wesen die ,urquelle des ganzen ,weltalls1 von der aus dem ,all als einem ,krper alles zustrmt4 ,dann darf sich der ,teil ber das1 was zum ,nutzen des ,ganzen geschieht1 nicht beklagen1 ,oder das ,all ist ein ,gewirr von ,atomen1 zufllig gemischt und zufllig getrennt4 ,wozu dann deine ,unruhe8 ,sprich nur zu deiner ,vernunft3 ,du bist tot1 schon in ,verwesung und wie ein ,tier1 das auf die ,weide geht und seinen ,hunger stillt4 #dj ,entweder die ,gtter vermgen nichts1 oder sie haben ,macht4 ,knnen sie nichts1 was betest du8 ,haben sie aber ,macht1 warum bittest du sie nicht lieber darum1 da sie dir geben1 nichts zu frchten1 nichts zu begehren1 dich ber nichts zu betrben1 als darum1 da sie dich vor solchen ,dingen1 die du frchtest1 bewahren oder solche1 die du mchtest1 dir gewhren8 ,denn wenn sie den ,menschen berhaupt helfen knnen1 so knnen sie ihnen doch auch dazu verhelfen4 ,aber vielleicht entgegnest du1 das htten die ,gtter in deine ,macht gestellt4 ,nun1 ist es denn da nicht besser1 was in unserer ,macht steht1 mit ,freiheit zu gebrauchen1 als mit knechtischem gemeinem ,sinn dahin zu langen1 was nicht in unserer ,macht steht8 ,wer aber hat dir gesagt1 da die ,gtter uns in den ,dingen1 die in unserer ,hand liegen1 nicht beistehen8 ,fange nur an1 um solche ,dinge zu bitten1 dann wirst du ja sehen6 ,einer bittet1 er mchte frei werden von einer ,last8 du bitte1 wie dus nicht ntig haben mchtest1 davon befreit zu werden4 ,jener1 da ihm sein ,kind erhalten werden mge8 du1 da du nicht frchten mgest1 es zu verlieren usf4 ,mit einem ,wort1 gib allen deinen ,gebeten eine solche ,richtung1 und sieh1 was geschehen wird4 #da ,epikur erzhlt3 in meinen ,krankheiten erinnere ich mich nie eines ,gesprchs ber die ,leiden des ,menschen2 nie sprach ich mit denen1 die mich besuchten1 darber4 ,sondern ich arbeitete weiter1 ber naturhistorische ,gegenstnde im allgemeinen und besonders nachdenkend1 wie die ,seele1 trotzdem1 da sie an den ,bewegungen im ,krper teilhat1 ruhig bleiben und das ihr eigentmliche ,gut bewahren mge4 ,auch gab ich den rzten niemals ,gelegenheit1 sich meinetwegen zu rhmen1 als htten sie etwas ausgerichtet1 sondern lebte nachher nicht angenehmer und besser wie vorher4 ,so halte es auch du1 in ,krankheiten nicht blo1 sondern in jeder ,widerwrtigkeit4 ,den ,grundsatz haben alle ,philosophenschulen1 gerade unter milichen ,verhltnissen der ,philosophie sich treu zu zeigen1 mit ,leuten1 die dem wissenschaftlichen ,denken fernstehen1 lieber nicht zu schwatzen und seine ,gedanken lediglich auf das jedesmal zu ,tuende und auf die ,mittel zur ,ausfhrung dessen1 was uns obliegt zu richten4 #db ,sooft dir jemand mit seiner ,unverschmtheit zu nahe tritt1 lege dir die ,frage vor1 ob es nicht ,unverschmte in der ,welt geben msse8 ,denn das ,unmgliche wirst du doch nicht verlangen4 ,und dieser ist nun eben einer von den ,unverschmten1 die es in der ,welt geben mu4 ,dasselbe gilt von den ,schlaukpfen1 von den ,treulosen1 von jedem ,lasterhaften4 ,und sobald dir dieser ,gedanke gelufig wird1 da es unmglich ist1 da solche ,leute nicht sind1 siehst du dich auch sofort freundlicher gegen sie gestimmt4 ,ebenso frommt es1 daran zu denken1 welche ,tugend die ,natur jeder dieser bsen ,richtungen gegenber dem ,menschen verliehen hat4 ,so gab sie z4,b4 der ,lieblosigkeit gegenber1 gleichsam als ,gegengift die ,sanftmut4 berhaupt aber steht dir frei1 den ,irrenden eines ,besseren zu belehren4 ,und ein ,irrender ist jeder ,bse3 er fhrt sich durch sein ,unrecht selbst vom vorgesteckten ,weg ab4 ,was aber schadet dirs8 ,vermag er etwas wider deine ,seele8--,und was ist denn bles oder ,fremdartiges daran1 wenn ein zuchtloser ,mensch tut1 was eben eines solchen ,menschen ist4 ,eher httest du dir selbst darber ,vorwrfe zu machen1 da du nicht erwartet hast1 er werde solches tun4 ,deine ,vernunft gibt dir doch ,anla genug zu dem ,gedanken1 da es wahrscheinlich sei1 er werde sich auf diese ,weise vergehen1 und nun1 weil du nicht hrst auf das1 was sie dir sagt1 wunderst du dich1 da er sich vergangen hat6 ,jedesmal also1 wenn du jemand der ,treulosigkeit oder der ,undankbarkeit beschuldigst1 richte den ,blick in dein eigenes ,innere4 ,denn offenbar ist es doch dein ,fehler1 wenn du einem ,menschen von solchem ,charakter dein ,vertrauen schenktest oder wenn du ihm eine ,wohltat erwiesest mit allerlei ,nebenabsichten und ohne den ,lohn deiner ,handlungsweise nur in ihr selbst zu suchen4 ,was willst du denn noch weiter1 wenn du einem ,menschen wohlgetan8 ,ists nicht genug1 da du deiner ,natur entsprechend gehandelt8 strebst du nach einer besonderen ,belohnung8 ,als ob das ,auge ,bezahlung forderte dafr1 da es sieht1 und die ,fe dafr1 da sie schreiten6 ,und wie ,aug und ,fu dazu geschaffen sind1 da sie das ,ihrige haben in der ,erfllung ihrer natrlichen ,verrichtungen1 so hat auch der ,mensch1 zum ,wohltun geschaffen1 sooft er ein gutes ,werk getan und anderen irgendwie uerlich beistand1 eben nur getan1 wozu er bestimmt ist1 und empfngt darin das ,seinige4 ,zehntes ,buch #a ,wirst du denn1 liebe ,seele1 wohl einmal gut und lauter und einig mit dir selbst und ohne fremde ,umhllung und durchsichtiger sein1 als der dich umgebende ,leib8 ,froh werden eines liebenswrdigen und liebenden ,charakters8 ,wirst du einmal befriedigt und bedrfnislos sein1 nach nichts dich sehnend1 nichts begehrend1 weder ,geistiges noch ,ungeistiges1 um daran eben nur ,genu zu haben8 weder mehr an ,zeit1 noch mehr an ,raum oder ,gelegenheit1 um den ,genu weiter auszudehnen8 weder eine gnstigere ,temperatur der ,luft1 noch eine ansprechendere in deiner menschlichen ,umgebung8 vielmehr zufrieden sein mit eben der ,lage1 in der du dich befindest1 dich berhaupt des ,vorhandenen erfreuen und dich berzeugen1 da dir alles zu ,gebote steht1 da sich alles wohl verhlt und da es von den ,gttern kommt1 sich also wohlverhalten mu1 sofern es ihnen selbst wohlgefllig ist und sofern sies ja nur geben mit ,rcksicht auf die ,seligkeit des vollkommensten ,wesens1 des guten und gerechten und schnen1 jenes ,wesens1 das alles dasjenige erzeugt und zusammenhlt und umgibt und in sich fat1 was1 wenn es sich auflst1 der ,grund zur ,entstehung eines anderen von hnlicher ,beschaffenheit wird8 ,wirst du mit einem ,worte wohl einmal eine ,seele sein1 die mit ,gttern und ,menschen so verkehrt1 da du weder an ihnen etwas auszusetzen hast1 noch da sie dich beschuldigen knnen8 #b ,nachdem du erforscht1 was deine ,natur fordert1 was rein nur ihrem ,gebot entspricht1 so fhre dasselbe nun auch aus oder la es zu1 sofern dadurch das ,triebleben an dir nicht schlechter wird4 ,dann frage dich1 was ebendieser ,seite deines ,wesens entspricht und vergnne es dir1 sofern dadurch das ,vernnftige an dir nicht leidet--das ,vernnftige1 das immer zugleich auch ein ,geselliges ist4 ,und wenn du diesen ,grundstzen folgst1 bedarf es keines anderen ,bestrebens4 #c ,entweder hast du von ,natur die ,kraft1 jedes dir begegnende ,geschick zu ertragen oder es gebricht dir an dieser natrlichen ,kraft4 ,trifft dich nun ein ,schicksal1 das zu ertragen du stark genug bist1 sei nicht ungehalten und ertrage es durch deine natrliche ,kraft4 bersteigt es aber diese natrliche ,kraft1 sei auch darber nicht unwillig4 ,was dich zugrunde richtet1 wird auch zugrunde gehen4 ,jedoch vergi auch nicht1 da du bestimmt bist1 alles zu ertragen1 was ertrglich und leidlich zu machen deine ,vorstellung die ,macht hat1 durch den ,gedanken nmlich1 da es dir heilsam oder da es deine ,pflicht sei4 #d ,irrt sich jemand1 so belehre ihn mit ,wohlwollen und zeige ihm1 was er bersehen hat6 ,vermagst du das aber nicht1 so klage dich selbst an oder auch dich selbst nicht einmal6 #e ,alles1 was dir geschieht1 ist dir von ,ewigkeit her vorausbestimmt4 ,jener groe ,zusammenhang von ,ursache und ,wirkung hat beides1 dein ,dasein und dieses dein ,geschick1 von ,ewigkeit aufs innigste verwoben4 #f ,mag die ,welt ein ,gewirr von ,atomen oder ein geordnetes ,ganzes sein1 mein erster ,grundsatz sei3 ,ich bin ein ,teil des ,ganzen und stehe unter der ,herrschaft der ,natur4--,der zweite3 ,ich hnge mit allen gleichartigen ,teilen eng zusammen4 ,eingedenk des ersten ,grundsatzes werde ich nicht unzufrieden sein1 was mir auch fr ,anteil am ,ganzen zugedacht ist4 ,es kann nichts einem ,teil schaden1 was dem ,ganzen zutrglich ist4 ,denn das ,ganze enthlt nichts1 was ihm nicht selbst zutrglich wre4 ,smtliche ,wesen haben das miteinander gemein1 da sie von keinem ihnen uerlichen ,umstande gezwungen werden knnen etwas hervorzubringen1 was ihnen selbst schdlich wre4 ,und dasselbe gilt natrlich auch von der ganzen ,welt4 ,was aber dem ,ganzen ntzt1 kann dem ,teile nicht schdlich sein1 d4h4 ich darf nicht klagen ber das1 was von dem ,all mir zugeteilt wird4 ,sofern ich aber mit den mir gleichartigen ,teilen zusammenhnge1 werde ich nichts gegen das ,gemeinwohl unternehmen1 vielmehr werde ich1 mit steter ,rcksicht auf die mir gleichartigen ,wesen1 mein ,streben ganz auf das gemeine ,beste richten und vom ,gegenteil ablenken4 ,fhre ich diese ,vorstze aus1 mu mein ,leben glcklich dahinflieen1 so glcklich1 als nach ,erfahrung das ,leben eines ,brgers verluft1 das von einer seine ,mitbrger beglckenden ,tat zur anderen fortschreitet und mit ,freuden bernimmt1 was ihm der ,staat auch auferlegt4 #g ,alle ,teile des ,ganzen1 das heit die vom ,weltraum umschlossenen ,dinge1 mssen notwendig zerstrt oder mit einem richtigen ,ausdruck umgewandelt werden4 ,wre nun dies von ,natur aus ein bel fr sie1 so stnde das ,ganze bei dem steten ,wechsel der ,teile und ihrem vorausbestimmten ,untergang unter keiner guten ,leitung4 ,denn sollte die ,natur selbst die ,einrichtung getroffen haben1 ihren eigenen ,teilen ,schlimmes zuzufgen1 ja sie nicht nur ins ,unglck zu strzen1 sondern diesen ,sturz sogar notwendig machen8 ,oder sollte es ihr verborgen sein1 da derartiges eintrte8 ,beides ist nicht zu glauben4 ,wollte nun jemand1 von der ,allnatur absehend1 diese ,umwandlung nur aus dem ,wesen der ,dinge ableiten1 so ist es bei alledem lcherlich1 einerseits zu behaupten1 da die ,teile des ,ganzen sich ihrer ,anlage nach verwandeln mssen1 und andererseits sich ber manches ,naturereignis zu verwundern oder zu rgern1 zumal die ,auflsung in jene ,teile erfolgt1 aus denen das ,ding entstanden ist1 sei diese nun eine ,zerstubung der ,grundstoffe1 woraus es zusammengesetzt war1 oder ein bergang1 z4,b4 der festen ,teile in das ,erdige1 der geistigen in das ,luftige1 so da auch diese in den ,keimstoff des ,weltganzen aufgenommen werden1 mag dieses nun nach einem bestimmten ,kreislauf der ,zeit in ,feuer auflodern oder sich in stetem ,wechsel wieder erneuen4 ,bilde dir aber nicht ein1 da jene festen und geistigen ,teile von ,geburt an dir kleben4 ,dies alles ist dir vielmehr erst von gestern und vorgestern durch ,speisen und eingeatmete ,luft zugeflossen4 ,mithin wird nur das1 was deine ,natur auf solche ,art angenommen1 nicht aber das1 was von der ,mutter ,natur dir angeboren ist1 umgewandelt4 ,wolltest du aber auch vorgeben1 da diese jenes mit deiner besonderen ,eigentmlichkeit so eng verflochten habe1 so halte ich dieses ,vorgeben in der ,tat fr einen nichtigen ,einwurf gegen meine ,behauptung4 #h ,hast du die ,namen3 gut1 ehrfrchtig1 wahrhaft1 verstndig1 gleichmtig1 hochherzig dir beigelegt1 so sorge dafr1 da du sie nie verlierst oder immer bald wieder erwirbst4 ,aber bedenke auch1 was sie besagen6 ,verstand--ein sorgsam erworbenes1 grndliches ,wissen um ,einzelnes8 ,gleichmut--ein bereitwilliges ,aufnehmen des von der ,natur uns ,zuerkannten2 ,hochherzigkeit--ein ,erhabensein des ,geistes ber jede leise oder laute ,regung im ,fleisch1 ber das1 was man ,ehre nennt1 auch ber den ,tod und alles dieses4 ,vermagst du nun1 dich diesen ,namen zu erhalten1 ohne doch gerade danach zu streben1 da andere dich bei ihnen nennen1 so wirst du ein anderer ,mensch sein und ein anderes ,leben anfangen4 ,bleibst du aber noch ferner1 wie du bisher warst1 fhrst fort in einer ,lebensweise1 die dich befleckt und aufreibt1 so bist du ein gewissenloser ,mensch1 ein ,mensch1 der eben nichts als leben will1 und gleichst jenen ,halbmenschen1 die man mit wilden ,tieren kmpfen lt1 die nmlich1 wenn sie mit ,wunden bedeckt und mit ,blut besudelt sind1 instndigst bitten1 man mchte sie doch bis auf den folgenden ,tag aufheben1 um--wieder vorgeworfen zu werden denselben ,krallen und denselben ,zhnen4 ,also tauche dein ,wesen in jene wenigen ,namen4 ,und wenn du es nur irgend ermglichen kannst1 halte bei ihnen aus1 wie einer1 der auf den ,inseln der ,seligen gelandet4 ,merkst du aber1 da man dich heraustreiben will und da du nicht obsiegen wirst1 so ziehe dich eilig in einen ,winkel zurck wo du dich wahren kannst2 oder--verlasse das ,leben6--,um jener ,namen eingedenk zu bleiben1 ist es kein schlechtes ,hilfsmittel1 sich die ,gtter vorzuhalten1 die nicht sowohl begehren1 da man sie schmeichelnd verehre1 als da alle vernunftbegabten ,wesen ihnen hnlich werden1 und da der ,mensch tue1 was des ,menschen ist4 #i ,hast du hohe und heilige ,wahrheiten dir ohne selbstndiges ,forschen eben nur eingebildet1 so werden sie dir auch wieder abhanden kommen1 so knnen ,komdienspiel1 ,anfeindung1 ,furcht1 ,schrecken1 ,knechtschaft sie dir tglich entreien4 ,es gilt aber1 sich eine solche ,anschauungs- und ,lebensweise anzueignen1 da man das ,vorliegende sofort abzutun jederzeit bereit ist und doch dabei weder die geistige ,ausbildung auer acht lt1 noch das ,vertrauen verleugnet1 womit uns jede tiefere ,erkenntnis der ,dinge erfllt1 das zwar an sich ein innerliches ist1 doch aber nicht verborgen bleiben kann4 ,denn alsdann wirst du deiner ,lauterkeit1 deiner ,wrde froh werden1 was jedes ,ding seinem ,wesen nach ist1 welche ,stelle es in der ,welt einnimmt1 wie lang es seiner ,natur nach dauern wird1 aus welchen ,teilen es besteht1 wem es zufallen1 wer es geben und rauben kann4 #aj ,eine kleine ,spinne ist stolz darauf1 wenn sie eine ,fliege erjagt hat1 jener ,mensch1 wenn er ein ,hschen1 dieser1 wenn er in seinem ,netz eine ,sardelle1 ein dritter1 wenn er einen ,eber oder ,bren1 und noch ein anderer1 wenn er ,sarmaten fngt4 ,sind aber diese1 wenn man die ,triebfeder untersucht1 nicht insgesamt ,ruber8 #aa ,erwirb dir die ,kenntnis1 die ,art der ,verwandlung aller ,dinge ineinander wissenschaftlich zu untersuchen4 ,merke bestndig darauf und be dies in diesem ,fach6 ,denn nichts frdert so gut die ,hochherzigkeit4 ,wer diese besitzt1 hat seinen ,leib schon abgestreift und wenn er bedenkt1 da er in nicht gar langer ,zeit dieses alles verlassen und aus dem ,menschenleben scheiden mu1 so bergibt er sich in betreff dessen1 was er leistet1 ganz allein der ,rechtschaffenheit1 in betreff seiner ,schicksale aber der ,natur4 ,was jedoch andere von ihm sagen oder urteilen oder ihm zuleid tun mgen1 das lt er sich nicht anfechten4 ,denn mit den zwei ,punkten1 erstens das gut zu tun1 was man zu tun hat1 und zweitens in ,liebe hinzunehmen1 was einem beschieden ist1 lt er alle anderen ,aufgaben und ,ziele fahren4 ,er will nichts1 als auf dem ,pfad des ,gesetzes seinen ,zweck zu verfolgen und also der ,gottheit nachzustreben1 die gleichfalls geraden ,wegs auf ihr ,ziel zugeht4 #ab ,was fr ein ,bedenken hlt dich ab1 vor allem zu sehen1 was der ,augenblick zu tun gebietet8 ,freilich mut dus vllig erwogen haben1 ehe du getrost und unbeirrt daran gehen kannst4 ,ist dir also noch irgend etwas daran unklar1 so halte an und ziehe die ,besten zu ,rat4 ,sonst aber1 tritt auch ein ,hindernis dir in den ,weg1 schreite nur besonnen vorwrts1 den einmal empfundenen ,antrieben folgend und treu dich haltend an das1 was dir als das ,rechte erschienen ist4 ,denn dies zu verfolgen bleibt immer das ,beste4 ,ihm untreu werden heit von seiner eigenen ,natur abfallen4 ,darum sage ich1 da wer in allen ,stcken der ,vernunft gehorcht1 ruhig und leicht bewegt1 heiter und ernst zugleich zu sein vermag4 #ac ,frage dich1 sobald du des ,morgens aufgestanden bist3 geht es dich etwas an1 ob ein anderer das ,gute und ,rechte tut8 ,nichts gehts dich an4 ,hast du vergessen1 was das fr ,leute sind1 die ewig nur zu loben oder zu tadeln wissen8 wie sies treiben auf ihrem ,lager1 bei ,tafel1 berall1 was es fr ,diebe und ,ruber sind1 nicht uerlich mit ,hnden und ,fen1 sondern innerlich an dem kostbarsten ,teile ihres ,wesens1 mit dem sie sich doch1 wenn sie wollten1 ,glauben1 ,ehrfurcht1 ,wahrheit1 ,sitte1 den guten ,genius zu eigen machen knnten4 #ad ,der wohlgesittete und ehrfurchtsvolle ,mensch sagt zur ,natur1 der alles spendenden und wieder nehmenden3 gib1 was du willst1 und nimm1 was du willst4 ,er sprichts nicht etwa1 zu besonderem ,mut sich aufraffend1 sondern aus reinem ,gehorsam und aus ,liebe4 #ae ,du hast nur noch wenig zu leben4 ,lebe wie auf einem ,berge6 ,gleichviel wo in der ,welt du lebst1 denn die ,welt ist ein ,menschenverein4 ,und die ,menschen sollen eben den wahren ,menschen1 den der ,natur gem lebenden schauen und beschauen4 ,mgen sie ihn immerhin aus dem ,wege rumen1 wenn sie ihn nicht vertragen knnen4 #af ,nun gilt es nicht mehr zu untersuchen1 was ein tchtiger ,mensch sei1 sondern einer zu sein4 #ag ,der ,gedanke an die ,ewigkeit und an das ,weltall sei dir stets nahe3 verglichen mit dem ,all wird dir dann alles als ein ,krnlein und mit der ,ewigkeit verglichen wie ein ,handumdrehen erscheinen4 #ah ,jedes ,sinnenwesen1 das du betrachtest1 stelle dir in seiner ,auflsung1 ,verwandlung1 gleichsam ,verwesung oder ,vernichtung vor oder von der ,seite1 die ihm von der ,natur gleichsam als die vergehende bestimmt ist4 #ai ,was sind denn die ,esser und ,trinker und ,schlfer und ,erzeuger und was sie sonst machen8 was sind sie1 die sich aufblhen und so hoch drein schauen1 die so zornig sind und so von oben herab urteilen8 ,vor kurzem--wem haben sie gedient und um welchen ,preis8 ,und wieder eine kleine ,weile--wo sind sie dann8 #bj ,nicht blo1 was die ,natur dem ,menschen schickt1 ist ihm zutrglich1 sondern es ist ihm auch gerade dann von ,nutzen1 wann sies schickt4 #ba ,der ,regen--ein ,liebling der ,erde2 doch auch des blauen ,himmels ,liebling4 ,das ,weltall liebt zu tun 7sagt man nicht3 liebt1 zu tun87 alles1 was eben geschehen soll4 ,ich also sage zu ihm3 deine ,liebe ist auch meine4 #bb ,entweder du lebst hier1 wie du gewohnt bist1 oder du kommst anderswohin1 wie du am ,ende auch gewollt1 oder du stirbst und hast ausgedient4 ,das ist alles4 ,drum sei guten ,muts6 #bc ,vergi nicht1 da du da1 wo du lebst1 ganz dasselbe hast1 was du im ,gebirge oder an der ,see oder sonstwo1 wohin du dich sehnst1 haben wrdest4 ,dem ,hirten1 sagt ,plato1 der so bei seiner ,hrde auf dem ,berge weidet1 ists nicht anders zumute1 wie dem1 den eine ,stadtmauer umgibt4 #bd ,wozu das ,herrschende in mir8 ,und was mache ich jetzt selbst aus ihm8 ,oder wozu bediene ich mich jetzt seiner8 ,ist es ohne ,einsicht8 ,oder von der ,gemeinschaft getrennt und abgerissen8 ,oder so an das ,fleisch gekettet und mit ihm verschmolzen1 da es alle seine ,bewegungen teilen mu8 #be ,wer seinem ,herrn entluft1 ist ein ,ausreier4 ,der ,herr ist das ,gesetz2 wer also der ,befolgung des ,gesetzes sich entzieht1 ist ein ,ausreier4 ,nicht minder aber verdient diesen schimpflichen ,namen auch der1 der sich erzrnt oder betrbt oder frchtet4 ,denn er will nicht1 da geschehen wre oder geschehe oder geschehen soll1 was der alles ,verwaltende1 der allen ,gesetz ist1 bestimmt4 #bf ,der eine vertraut dem ,mutterscho den ,samen und geht dann fort4 ,dann nimmt eine andere wirkende ,kraft den ,samen auf1 verarbeitet ihn und vollendet die ,bildung des ,kindes4 ,welch ein ,wesen aus solchem ,stoff6 ,wieder schluckt die ,mutter durch den ,schlund ,nahrung4 ,dann nimmt diese eine andere wirkende ,kraft auf und bewirkt daraus ,empfindung1 ,reife und berhaupt ,leben und ,strke und wer wei wieviele und welcherlei ,dinge sonst6 ,betrachte nur die verborgenen ,wirkungen und lerne die hierbei ttige ,kraft kennen1 wie wir auch die ,kraft1 vermge der die ,krper sich senken oder steigen1 zwar nicht sichtbar aber doch geistig wahrnehmen4 #bg ,denke stets daran1 da alles1 wie es jetzt ist1 auch einst war und dann schliee1 da es knftig ebenso sein werde4 ,stelle dir alle gleichartigen ,schauspiele und ,auftritte vor1 die du aus ,erfahrung oder aus der ,geschichte kennst1 z4,b41 den ganzen ,hof ,hadrians1 den ganzen ,hof ,antonins1 den ganzen ,hof ,philipps1 ,alexanders und den ,hof des ,krsus4 berall dasselbe ,schauspiel1 nur von anderen ,personen gegeben4 #bh ,ein ,mensch1 der seinem ,unwillen ber irgend etwas ,luft macht und sich beklagt1 unterscheidet sich im ,grunde genommen gar nicht von--einem ,stck ,vieh1 das beim ,schlachten mit allen ,vieren um sich stt und dazu schreit4 ,und anders ist auch nicht einmal der1 der auf seinem ,lager hingestreckt stillschweigend seufzt1 wenn man ihm den ,verband anlegt4 ,denn dem vernunftbegabten ,wesen ist es doch gegeben--und das ist seine ,auszeichnung1 bereitwillig sich in das zu schicken1 was ihm geschieht4 ,sich schicken wenigstens ist notwendig fr alle4 #bi ,bei jeglichem ,dinge1 womit du beschftigt bist1 frage dich1 ob der ,tod darum1 weil er dich seiner beraubt1 etwas so ,schreckliches ist4 #cj ,sooft du unter dem ,fehler eines anderen zu leiden hast1 frage dich1 ob du nicht auch in hnlicher ,weise gefehlt1 ob du z4,b4 nicht auch schon das ,geld1 das ,vergngen1 den ,ruhm und hnliches fr ein ,gut gehalten hast4 ,dann wirst du deinen ,zorn bald lassen1 zumal wenn dir dazu noch einfllt1 da er gezwungen war4 ,denn was kann er tun8 ,aber wenn es mglich wre1 befreie ihn von jenem ,zwang6 #ca ,siehst du1 ,satyrio1 den ,sokratiker1 so stelle dir den ,eutyches oder ,hymenes vor2 siehst du den ,euphrates1 so denke an ,eutyches oder ,silvanus und auch an ,alkiphron und ,tropophorus und auch bei ,xenophons ,anblick falle dir ,kniton oder ,severus ein1 und indem du auf dich selbst zurckschaust1 stelle dir einen anderen ,kaiser und bei jedem wieder seinesgleichen vor6 ,dann falle dir zugleich die ,frage ein3 ,wo sind nun jene8 ,nirgends oder wer wei wo4 ,denn auf diese ,art wird dir alles ,menschliche stets nur als ein ,rauch1 als ein wahres ,nichts erscheinen1 zumal1 wenn du dich zugleich erinnerst1 da1 was sich einmal verwandelt hat1 in der unendlichen ,zeit nicht mehr sein werde4 ,wie lange also du noch8 ,warum gengt es dir nicht1 diese kurze ,spanne ,zeit mit ,anstand hinter dich zu bringen8 ,was fr schwierige ,dinge und ,aufgaben sind es denn1 denen du aus dem ,wege gehen mchtest8 ,aber was ist denn dies alles anders als bungen fr die ,vernunft1 da sie die ,dinge des ,lebens immer tiefer und wahrer erschauen lerne8 ,also verweile nur bei jeglichem ,gegenstande so lange1 bis du ihn dir vllig zu eigen gemacht hast1 wie ein starker ,magen sich alles zu eigen macht1 oder wie ein helles ,feuer1 was du hineinwerfen magst1 in ,glanz und ,flamme verwandelt4 #cb ,niemand msse mit ,wahrheit von dir sagen knnen1 da du nicht lauter1 da du nicht rechtschaffen seist2 vielmehr sei der ein ,lgner1 der also von dir urteilen wollte4 ,das alles aber kommt nur auf dich an4 ,denn wer will dich hindern1 rechtschaffen und lauter zu sein8 ,fasse nur den ,entschlu1 nicht lnger zu leben1 ohne ein solcher ,mann zu werden4 ,auch die ,vernunft billigt es keineswegs1 wenn du es nicht bist4 #cc ,ruhe nicht eher1 als bis du es so weit gebracht hast1 da ein der menschlichen ,bestimmung entsprechendes ,handeln in jedem einzelnen ,falle dir ganz dasselbe ist1 was ein ,leben in ,herrlichkeit und ,freude fr die ,genuschtigen4 ,denn eben als einen ,genu mut du es auffassen1 wenn dir vergnnt ist1 deiner ,natur gem zu leben4 ,und dies ist dir immer vergnnt4 ,nicht so den ,dingen der unbeseelten ,natur3 der ,walze ist es oft verwehrt1 sich in der ihr natrlichen ,weise zu bewegen und ebenso dem ,wasser und dem ,feuer usf4 ,denn hier sind mannigfache ,hindernisse4 ,geist aber und ,vernunft vermgen ,kraft ihrer natrlichen ,beschaffenheit und in ,kraft ihres ,willens alle ,hindernisse zu berwinden4 ,drum gilt es1 nichts so lebendig vor ,augen zu haben1 als diese ,leichtigkeit1 mit der die ,vernunft sich durchzusetzen vermag1 mit der sie sich1 wie das ,feuer nach oben1 der ,stein nach unten1 die ,walze um ihre ,achse1 durch alles hindurch bewegt4 ,was es auch fr sie an ,hindernissen gibt1 das gehrt entweder dem toten ,leibe an1 oder es kann sie1 ohne ,beihilfe des ,gedankens und wenn sie nicht selbst die ,erlaubnis dazu gibt1 nicht verwunden1 ihr berhaupt nichts ,bses tun4 ,sonst mte sie ja dadurch notwendig schlechter werden1 wie man dies bei anderen ,schpfungen sieht1 da1 wenn ihnen etwas bles widerfhrt1 sie wirklich darunter leiden1 d4h4 dadurch schlechter werden4 ,beim ,menschen aber mu man vielmehr sagen1 wenn er den ,hemmungen1 auf die er stt1 richtig begegnet1 wird er besser dadurch und preiswrdiger4--berhaupt aber denke daran1 da dem eingesessenen ,brger nichts schadet1 was dem ,staate nichts schadet1 und ebensowenig dem ,staat1 was dem ,gesetz nichts schadet4 ,von dem1 was man ,unglcksfall nennt1 schadet aber nichts dem ,gesetz4 ,was also dem ,gesetz nichts schadet1 schadet weder dem ,staat noch dem ,brger4 #cd ,fr den1 den wahre ,philosophie erfllt1 reicht die ,erinnerung an jene ,verse hin3 ,bltter verweht zur ,erde der ,wind nun1 andere treibt dann ,wieder der knospende ,wald1 wenn neu auflebet der ,frhling4-- ,so der ,menschen ,geschlecht4-- um ,traurigkeit und ,furcht ihm zu verscheuchen4 ,bltter sind auch deine ,kindlein4 ,bltter alles1 was so laut schreit1 um sich ,glauben zu verschaffen1 was so hohes ,lob zu spenden oder so zu verfluchen oder nur so insgeheim zu tadeln oder zu spotten liebt2 ,bltter auch1 die deinen ,ruhm verknden sollen4 ,denn um die ,frhlingszeit keimt alles hervor4 ,dann kommt der ,herbstwind und wirft wieder alles zu ,boden1 damit anderes an seine ,stelle trete4 ,kurze ,lebensdauer ist der ,charakter aller ,dinge4 ,du aber fliehst und verfolgst alles1 als sollte es ewig dauern4 ber ein ,kleines1 und auch deine ,augen schlieen sich1 und den1 der dich bestattet1 beweint bald ein anderer4 #ce ,ein gesundes ,auge mu jeden ,anblick ertragen knnen und darf nicht immer blo ,grnes sehen wollen4 ,ein gesundes ,ohr1 eine gesunde ,nase ist auf jeden ,schall und jeden ,geruch gefat4 ,ein gesunder ,magen verhlt sich gegen jede ,speise gleich1 wie die ,mhle eben alles mahlt1 was zu mahlen geht4 ,ebenso nun mu auch eine gesunde ,seele auf jedes ,schicksal gefat sein4 ,wer aber spricht3 meine ,kinder mssen am ,leben bleiben1 oder3 die ,leute mssen stets billigen1 was ich tue1 dessen ,seele gleicht dem ,auge1 welches das ,grne1 oder den ,zhnen1 die nur ,weiches haben wollen4 #cf ,niemand ist so glcklich1 da nicht einst an seinem ,sterbelager einige stehen sollten1 die diesen ,fall willkommen heien4 ,ists auch ein trefflicher und weiser ,mensch1 so findet sich am ,ende doch immer jemand1 der aufatmend von ihm sagt3 nun werde ich von diesem ,zuchtmeister erlst2 er war zwar keinem von uns lstig1 aber ich hatte immer das ,gefhl1 als verdamme er uns stillschweigend alle miteinander6 ,und das ist beim ,tode eines ,trefflichen6 ,wie vieles mag unsereiner also an sich haben1 um deswillen so mancher wnscht1 von uns befreit zu werden4 ,daran denke in deiner ,sterbestunde6 ,denke1 du sollst eine ,welt verlassen1 aus der dich deine ,genossen1 aus der dich die1 fr die du so vieles ausgestanden1 soviel gebetet und gesorgt hast1 nun hinwegwnschen1 indem sie aus deinem ,scheiden so manche ,hoffnung schpfen4 ,was knnte dich also noch lnger hier festhalten6 ,und doch darfst du deshalb mit nicht geringerem ,wohlwollen von ihnen scheiden1 sondern mut um deiner selbst willen ihnen ,freund bleiben und freundlich1 sanft von ihnen ,abschied nehmen1 ebenso sanft1 wie sich die ,seele dessen vom ,krper trennt1 dem ein seliges ,sterben beschieden ist4 ,denn die ,natur hat dich auch so mit deinen ,freunden verbunden4 ,und wenn sie dich jetzt von ihnen ablst1 so geschieht dies eben als von deinen ,freunden1 und nicht so1 da du von ihnen fortgerissen wrdest1 sondern sanft von ihnen scheidest4 ,es ist dies wenigstens auch eine von den ,forderungen der ,natur4 #cg ,bei allem1 was von anderen geschieht1 suche herauszubringen1 welchen ,zweck sie verfolgen4 ,aber fange damit bei dir selbst an1 erforsche zuerst immer dich selbst6 #ch ,das1 was dich bewegt1 was dich mit unsichtbaren ,fden hierhin und dorthin zieht1 das ist in deinem ,innern4 ,hier schlummert das beredte ,wort1 hier wurzelt das ,leben1 hier ist der eigentliche ,mensch4 ,nie schreibe diese ,bedeutung dem ,gefe zu1 das dieses dein ,inneres umgibt1 oder den ,organen1 die ihm angegliedert sind4 ,ohne bewegende ,kraft sind sie nicht mehr1 als ein ,weberschiff ohne ,weber1 eine ,feder ohne ,schreiber1 eine ,peitsche ohne ,wagenlenker4 ,elftes ,buch #a ,wir betrachten noch einmal die ,eigentmlichkeit der vernnftigen ,seele4 ,also3 sie sieht sich selbst1 sie setzt sich selbst auseinander1 die ,frucht1 die sie hervorbringt erntet sie auch selbst 7nicht wie bei den ,frchten1 die die ,pflanzen- oder ,tiernatur hervorbringt1 die andere ernten74 ,ferner1 sie erreicht ihr ,ziel1 wann immer das ,leben zu ,ende sein mag2 anders als bei den ,tanzstcken1 und bei jedem ,schauspiel1 wo die ganze ,handlung zum bloen ,stckwerk wird1 wenn etwas dazwischen kommt4 ,denn sie fhrt1 was sie sich vorgesetzt1 vollstndig und makellos zu ,ende1 an welchem ,teile der ,handlung und wo berhaupt sie auch betroffen werden mag1 so da sie sagen kann3 ,ich habe das ,meinige beisammen4 ,sie umfat ferner die ganze ,welt samt dem sie umgebenden ,raume1 und vermag sich ein ,bild von ihr zu machen2 sie dringt in die ,unendlichkeit der ,zeit1 nimmt wahr die periodisch stattfindende ,wiedergeburt aller ,dinge1 betrachtet sie und erkennt1 da1 die nach uns kommen1 nichts anderes sehen werden1 so wie auch unsere ,vorfahren nichts anderes sahen1 sondern da der1 der etwa vierzig ,jahre alt geworden1 wofern er nur ,geist hat1 alles was gewesen und was sein wird1 gesehen hat4 ,endlich ist es der vernnftigen ,seele auch eigen1 den ,nchsten zu lieben1 wahr zu sein1 ,ehrfurcht zu haben und nichts hher zu achten als sich selbst4 ,und in dem allen stimmt sie mit den ,forderungen des allgemeinen ,weltgesetzes berein1 so da zwischen der gesunden ,vernunft und dem ,wesen der ,gerechtigkeit kein ,unterschied ist4 #b ,ein schner ,gesang1 ein schner ,tanz1 ein schnes ,spiel ist nur so lange schn1 solange man das ,ganze anschaut4 ,zerlegt man aber jenen in seine einzelnen ,tne1 diese in ihre einzelnen ,bewegungen1 und hlt dieselben fr sich fest1 so verlieren sie ihren ,reiz4 ,nur die ,tugend und was von ihr ausgeht1 ist und bleibt immer schn4 ,daher be nur bei allem andern jene ,zergliederung1 auch bei der ,anschauung des ,lebens4 #c ,wann ist die ,seele wahrhaft bereit1 sich von dem ,leibe zu trennen und so entweder zu verlschen oder zu zerstieben1 oder mit ihm fortzudauern8 ,wenn diese ,bereitheit aus dem eigenen ,urteil hervorgeht2 wenn es nicht blo aus ,hartnckigkeit geschieht1 wie bei den ,christen1 sondern mit berlegung und ,wrde und ohne ,schauspielerei1 so da auch andere dem ,eindrucke sich nicht entziehen knnen4 #d ,hast du etwas getan zum ,wohle anderer8 ,dann hast du auch dein eigenes gefrdert4 ,das kann man gar nicht oft genug sich selber sagen4 #e ,was treibst du fr eine ,kunst8 ,die ,kunst1 gut zu sein4 ,wie knnte dies aber anders gelingen als durch klare ,einsicht in das ,wesen der ,natur und des ,menschen4 #f ,zuerst entstanden die ,tragdien1 die uns erinnern1 da alles1 was geschieht1 gerade so geschehen msse4 ,und dann wollen wir doch1 was uns auf der ,bhne ergtzt1 uns nicht zum ,ansto gereichen lassen1 wenns auf der greren ,bhne uns entgegentritt4 ,auf die ,tragdie folgt die alte ,komdie4 ,ihr ,freimut war erzieherisch4 ,wir wurden durch ihr offenherziges ,wesen gemahnt1 ,prunk und ,stolz abzutun4 ,daher entlehnte sogar ein ,diogenes nicht selten aus ihr4 ,dann kam die ,komdie der mittleren ,zeit und dann die neueste4 ,sie artete bald in ein knstliches ,wesen der ,nachahmung aus4 ,und wenn wir auch nicht verkennen da sie so manches ,treffliche enthlt1 so frage ich doch3 welchen ,zweck denn eigentlich diese ganze dramatische ,poesie verfolge8 #g ,wie weit bist du in der ,erkenntnis1 da keine andere ,lebensweise zum ,philosophieren so geeignet sei1 als die1 die du jetzt gerade fhrst8 #h ,ein ,zweig von seinem ,nachbarzweige losgehauen1 ist damit notwendig zugleich auch vom ganzen ,baume abgehauen4 ,so auch der ,mensch3 hat er sich nur mit einem einzigen zerspalten1 so ist er von der ganzen menschlichen ,gesellschaft abgefallen4 ,den ,zweig nun haut ein anderer ab1 der ,mensch aber trennt durch seinen ,ha und seine ,feindschaft sich selbst von seinem ,nchsten1 freilich1 ohne es zu wissen1 da er sich damit auch vom ,ganzen losgerissen4 ,doch ist es ein ,geschenk des ,gottes1 der die menschliche ,gesellschaft grndete1 da es uns freisteht1 mit dem1 woran wir frher hielten1 wiederum zusammenzuwachsen und so zur ,vollendung des ,ganzen wieder beizutragen1 nur da1 je fter eine solche ,lostrennung geschieht1 die ,einigung und ,wiederherstellung desto schwieriger wird1 und da ein ,zweig1 der von ,anfang an im ,zusammenhange mit dem ,stamme blieb und mit ihm verwachsen stets dasselbe ein- und aushauchte1 doch ein ganz ander ,ding ist1 als der ,zweig1 der erst getrennt1 dann wieder eingepfropft worden4 ,denn was auch die ,grtner sagen mgen3 er wchst wohl an1 doch nicht zu jener vollen ,lebenseinheit4 #i ,wer dich auch hindern mchte in der ,befolgung rein vernnftiger ,grundstze--1 wie es ihm nicht gelingen soll1 dich deiner gesunden ,lebensweise wirklich abwendig zu machen--1 so soll er noch viel weniger deinem ,herzen die freundliche ,gesinnung entreien4 ,verrt es doch dieselbe ,schwche1 wenn man solchen ,leuten gram wird1 wie wenn man seinem ,vorsatz untreu wird1 sich niederschlagen lt und vom ,platze weicht4 ,den ,fahnenflchtigen gleichen beide1 der sowohl der aus ,furcht zurcktritt1 wie der1 der mit seinem natrlichen ,freund und ,bruder verfeindet ist4 #aj ,kein ,naturprodukt steht einem ,erzeugnisse der ,kunst nach1 denn die ,knste sind ,nachahmer der ,natur4 ,darum drfte denn wohl dem vollkommensten und umfassendsten ,naturwesen die knstlerische ,geschicklichkeit nicht fehlen4 ,und wie die ,knste das ,geringere nur leisten um des ,besseren willen--darin der ,natur selber hnlich--3 so auch der ,mensch1 wofern ,gerechtigkeit entstehen soll1 aus der dann weiter alle brigen ,tugenden sich entwickeln4 ,denn wollten wir uns nur mit sittlich gleichgltigen ,dingen zu schaffen machen1 wollten wir leichtglubig1 voreilig1 wetterwendisch sein1 so stnde es schlecht um die ,gerechtigkeit4 #aa ,nicht kommen die ,dinge1 die du mit ,leidenschaft suchst oder fliehst1 zu dir1 nicht sie drngen sich dir auf1 sondern du drngst dich ihnen auf4 ,kannst du das ,nachdenken ber sie nur lassen1 so bleiben sie auch ruhig wo sie sind1 und man wird dich alsdann nicht ihnen nachlaufen oder auf der ,flucht vor ihnen sehen4 #ab ,die ,seele gleicht einer vollkommenen ,kugel1 insofern sie sich weder nach etwas hindehnt1 noch nach innen einluft1 weder zerstreut wird1 noch zusammenschmilzt4 ,sie wird von einem ,licht erleuchtet1 bei dem sie die allgemeine ,wahrheit und die eigene erkennen kann4 #ac ,wenn ich bereit bin1 einem ,irrenden das ,rechte zu zeigen1 so soll ich das nicht etwa tun aus ,begierde1 ihn blozustellen1 auch nicht1 um mit meiner ,langmut zu prahlen1 sondern in ,liebe und ,aufrichtigkeit1 wie die ,geschichte von ,phokion erzhlt1 wofern dieser ,mann nicht etwa wieder mit seiner ,aufrichtigkeit geprahlt hat4 ,es mu ein innerliches ,tun sein1 die ,gtter mssen einen ,menschen sehen1 der nichts mit rger aufnimmt1 niemals sich beklagt4 ,denn was gbe es auch wohl ,schlimmes fr dich1 wenn du das stets freiwillig tust1 was deiner ,natur entspricht1 das ,gemeinwohl auf jede mgliche ,weise zu frdern1 was der ,allnatur gerade dienlich ist4 #ad ,die einander verachten1 sind gerade die1 die einander zu gefallen streben2 und die sich untereinander hervortun wollen1 gerade die1 die sich voreinander bcken4 #ae ,wie zweideutig und schmutzig ist jeder1 der zu einem andern sagt3 sprich1 meine ichs nicht wirklich gut zu dir8 ,so etwas zu sagen6 ,es mu von selber klar werden4 ,auf deiner ,stirn mu es geschrieben stehen3 so ists2 aus den ,augen mu es hervorleuchten1 wie des ,liebenden ,blick die ,liebe gleich verrt4 ,geheuchelte ,aufrichtigkeit ist wie ein ,dolch4 ,nichts hlicher als ,wolfsfreundschaft4 ,meide sie allermeist6 ,der ,gutgesinnte1 ,aufrichtige und ,wohlwollende zeigt sich unverkennbar schon in seinen ,augen4 #af ,wahrhaft gut zu leben--das ist eine ,kraft und ,fertigkeit der ,seele2 und sie verfgt darber1 wenn sie gegen das1 was gleichgltig ist1 sich wirklich auch gleichgltig verhlt4 ,diese ,gleichgltigkeit aber beruht wieder darauf1 da man die ,dinge sich genau und von allen ,seiten ansieht4 ,denn wir sind es selbst1 die ihnen eine uns ngstigende ,bedeutung unterlegen und sie uns so ausmalen1 whrend es doch in unserer ,macht steht1 sie nicht so auszumalen1 oder wenn sich ein solches ,bild einmal unvermerkt in unsere ,seele geschlichen hat1 es sofort wieder auszulschen4 ,auch braucht es solcher ,vorsicht ja nur kurze ,zeit6 das ,leben geht zu ,ende6--,was hat demnach dies richtige ,verhalten fr groe ,schwierigkeiten8 ,denn ist es naturgem1 so freue dich und nimm es leicht1 ists naturwidrig1 untersuche1 was deiner ,natur gem ist1 strebe danach1 auch wenn es dir keinen ,ruhm einbringt4 ,jedem ist gestattet1 sein eigenes ,wohl zu suchen4 #ag ,untersuche1 woher jedes ,ding seinen ,ursprung nimmt und aus welchen ,stoffen es besteht und in welche ,form es sich verwandelt1 wozu es durch die ,umwandlung wird und da ihm damit kein bel widerfhrt4 #ah ,das ,wichtigste ist immer zu wissen1 in welchem ,verhltnisse ich zu anderen stehe1 nmlich1 da wir alle1 einer um des anderen willen da sind 7wobei sich das ,verhltnis nher auch so gestalten kann1 da einer der ,vorgesetzte der andern ist1 wie der ,widder der ,schafherde1 der ,stier der ,rinderherde74 ,dann1 da man die ,menschen beobachtet1 wie sies daheim1 bei ,tische oder sonstwo zu treiben pflegen1 und welche ,grundstze als treibende ,kraft in ihnen liegen4 ,und zumeist1 welche ,gewalt haben ihre ,grundstze ber sie und mit wieviel ,eigendnkel verrichten sie ihre ,handlungen8 ,drittens1 da man bedenkt1 da alle1 die unvernnftig handeln1 unfreiwillig und unwissend so handeln--und ,schmerz genug fr sie liegt schon darin1 da sie eben ,ungerechte1 ,undankbare1 ,geizige oder mit einem ,worte beltter heien4 ,ferner1 da auch du so manchen ,fehler hast und von derselben ,art bist wie sie2 da1 wenn du dich von gewissen ,vergngungen fern gehalten hast--vielleicht wars ,feigheit oder ,ehrgeiz oder etwas dem hnliches1 was dich fernhielt--du doch auch den ,charakter hast1 aus dem jene ,vergehungen entspringen4 ,ferner1 da es gar nicht immer so feststeht1 ob sie gefehlt haben1 wenn es dir auch so scheint4 ,denn vieles geschieht aus einer weisen ,berechnung der ,umstnde1 die uns verborgen sein knnen4 ,man mu berhaupt erst so manches gelernt haben1 ehe man ber die ,handlungsweise eines anderen richtig urteilen kann4 ,dann denke man doch immer wieder an die ,krze des menschlichen ,lebens1 zumal wenn man so recht aufgelegt ist1 unwillig zu werden und aufzubrausen4 ,und weiter1 da es ja eben nicht jene ,handlungen sind1 die uns ,beschwerde machen1 sondern unsere ,vorstellungen1 die wir uns ber sie machen4 ,schicke sie heim1 und dein ,zorn wird sich legen4 ,aber wie8 ,durch die ,erwgung da1 was dir durch jene widerfhrt1 in ,wahrheit nichts ,schlechtes sei4 ,wre es schlecht1 dann wrst du ja notwendig selber dadurch schlecht geworden4--,und weiter1 da ,zorn und ,unwille ber solche ,dinge uns doch viel mehr beschweren1 als die ,dinge1 ber die du dich erzrnst4 ,und endlich1 da ein liebevolles ,gemt1 wenn seine ,liebe wirklich echt und ungeheuchelt ist1 durch nichts kann berwunden werden4 ,auch dein allerrgster ,feind kann dir nichts anhaben1 wenn du auf deiner ,liebe zu ihm beharrst1 wenn du bei ,gelegenheit ihn ermahnst und gerade1 wenn er im ,begriff ist1 dir weh zu tun1 ihm freundlich zusprichst3 nicht doch1 ,lieber2 wir sind zu etwas anderem geboren2 mir schadest du ja nicht1 du schadest dir selber1 ,kind6 wenn du ihm so in sanfter ,weise und alles wohlerwogen zeigst1 da sich dies so verhalte1 und da nicht einmal die ,tiere so verfahren1 die in ,herden beisammen leben4 ,freilich mu dies ohne alle ,ironie geschehen1 nicht mit dem versteckten ,wunsche1 ihn zu demtigen1 sondern aus reiner ,liebe und ohne das ,gefhl erlittener ,krnkung1 auch nicht im ,schulmeisterton oder im ,beisein eines andern1 sondern mit ihm allein1 selbst wenn andere gegenwrtig wren4--,diese neun ,punkte also erwge fleiig1 la sie ,eingang bei dir finden1 als wren es ebensoviele ,gaben der ,musen und fange einmal an1 ein ,mensch zu sein1 solange du noch lebst4 ,sanftmut und ,milde--das ist das echte ,menschliche und ,mnnliche2 hierin liegt ,kraft und ,tapferkeit und ,strke1 nicht im ,zorn und im beleidigten ,wesen4 ,denn je nher etwas an die vllige ,leidenschaftslosigkeit grenzt1 desto nher kommt es wirklicher ,macht4 ,und wie die ,traurigkeit ein ,zeichen der ,schwche ist1 so ist es auch der ,zorn4 ,in beiden sind wir verwundete1 geschlagene ,leute4 ,aber freilich1 vor ,kriecherei mu man sich ebensosehr hten1 wie vor dem ,zorn1 da sie ebenso gegen die ,grundbedingungen der ,gemeinschaft ist und ebenso verderblich wirkt4--,willst du1 so nimm vom ,musageten noch ein ,zehntes3 ,wahnsinnig ists zu fordern1 da schlechte ,menschen nicht fehlen sollen1 unbillig aber und willkrlich1 zu verstatten1 da sie sich gegen andere vergehen1 nicht aber1 da sie dich verwunden4 #ai ,viererlei ,verirrungen des ,geistes gibt es1 vor denen man sich stets in acht zu nehmen hat1 und denen man1 sobald sie ausgesprt sind1 ausbiegen mu1 indem man sich bewut wird3 dies ist ein ,gedanke1 zu dem dich nichts zwingt2 dies ist etwas1 wodurch die menschliche ,gesellschaft aufgelst wird2 dies redest du nicht von dir selbst 7und es gibt nichts ,trichteres1 als nicht aus sich selbst heraus zu sprechen74 ,endlich1 eine ,schmach ist es1 die du dir selber zufgst1 sooft das gttlichere ,teil an dir erniedrigt und herabgewrdigt ist von dem geringeren und sterblichen und dessen groben ,lsten4 #bj ,alles ,luftige und ,feurige1 was deinem ,wesen beigemischt ist1 obwohl es von ,natur nach oben strebt1 gehorcht doch der ,anordnung des ,alls und bleibt hier ruhig in der gesamten ,masse4 ,ebenso alles ,erdige und ,feuchte1 das nach unten strebt1 wird doch fortwhrend gehoben und behauptet den seiner ,natur nicht zukommenden ,ort4 ,so gehorchen die ,stoffe der ,natur1 wenn sie gewaltsam irgendwohin gestellt sind1 und verweilen hier1 bis das ,zeichen zu ihrer ,auflsung gegeben ist4 ,ist es nun nicht schlimm1 wenn die ,vernunft allein nicht gehorsam sein will und die ihr zugewiesene ,stelle mit ,unwillen betrachtet8 ,und das1 wiewohl ihr nirgend ,zwang auferlegt wird1 sondern nur das1 was ihrer ,natur entspricht8 ,denn jede ihrer ,bewegungen nach dem ,unrecht oder nach dem ,sinnenreiz1 nach dem ,zorn1 nach dem ,schmerz und nach der ,furcht ist nichts anderes1 als ein solches ,fortstreben von dem ihr zugewiesenen ,orte1 als ein ,abfall von der ,natur4 ,und sooft deine ,vernunft ber irgendein ,ereignis mimutig wird1 verlt sie ihren ,posten4 ,du bist zur ,gleichmtigkeit und ,gottesfurcht nicht weniger als zur ,gerechtigkeit geschaffen4 ,der ,begriff des ,gemeingeists enthlt noch jene ,tugenden ja sie sind sogar lter als das ,recht4 #ba ,wer nicht im ,leben einen und denselben ,zweck verfolgt der ist auch eigentlich nicht ein und derselbe ,mensch4 ,doch kommt es vor allem darauf an1 von welcher ,art dieser ,zweck ist4 ,es hngt dies genau mit dem ,begriff der ,gter zusammen1 der schwankend und unbestimmt bleibt1 solange es sich darum handelt1 was jedem einzelnen gut ist1 und der zur ,klarheit und ,bestimmtheit nur gebracht werden kann1 wenn man das ,ganze1 die ,gemeinschaft aller ins ,auge fat4 ,und so mu auch der ,zweck des ,lebens eines jeden sich nach dem ,ganzen richten1 mit dem ,zweck der ,gemeinschaft1 der man angehrt1 harmonisch wirken4 ,wer nun alle seine besonderen ,neigungen diesem ,zweck unterordnet und ihm gem gestaltet1 der wird dadurch auch ,konsequenz in seine ,handlungsweise bringen und so immer derselbe ,mensch sein4 #bb ,das menschliche ,leben gibt mir oft nichts weiter1 als das ,bild einer ,haus- oder ,feldmaus1 die erschrocken hin und her luft4 #bc ,sokrates nannte die ,meinungen der ,menge ,lamien1 ,schreckgestalten fr ,kinder4 #bd ,die ,lakedmonier stellten bei ihren ,schauspielen die ,sitze fr ,fremde in den ,schatten4 ,sie selbst setzten sich an den ersten besten ,platz4 #be ,als ,sokrates sich bei ,perdikkas entschuldigte1 warum er seine ,einladung nicht angenommen habe1 sagte er3 damit ich nicht vor ,schimpf und ,schande zu vergehen brauche als einer1 der ,wohltat empfngt1 ohne sie mit ,wohltat vergelten zu knnen4 #bf ,in ,epikurs ,schriften war die ,lebensregel aufgezeichnet1 da man aus der ,reihe der alten ,tugendfreunde bestndig einen im ,andenken behalten solle4 #bg ,die ,pythagorer sagen1 man msse frh zum ,himmel aufblicken1 damit wir derer gedenken1 die immer eines und dasselbe1 und die ihr ,werk stets auf dieselbe ,weise treiben1 damit wir ihrer ,ordnung1 ihrer ,reinheit1 ihres unverhllten ,wesens gedenken4 ,denn die ,gestirne haben keine ,hlle4 #bh ,was fr ein ,mann war ,sokrates1 der ein ,fell umgrtete1 als ,xanthippe in seinem ,obergewand ausgegangen war6 ,und was sagte er zu seinen ,freunden1 als sie ihn in diesem ,aufzug erblickten und entsetzt zurcktraten8 ,nicht das ,kleid macht den ,mann6 #bi ,weder im ,schreiben noch im ,lesen kannst du ,vorschriften erteilen1 ehe du mit deren ,befolgung vorausgegangen bist4 ,im ,leben noch viel weniger4 #cj ,der ,sklavenseele ziemt es mitzusprechen nicht4 #ca ,la sie die ,tugend schmhen1 mit was fr ,worten sie wollen-- --,und es lachte das ,herz mir im ,busen4 #cb ,lstern werden die ,schwtzer mit harten ,worten die ,tugend4 #cc ,wer im ,winter eine ,feige sucht1 ist wahnwitzig4 ,ebenso wer sich nach einem ,kind sehnt1 wenn ihm ein solches nicht mehr vergnnt ist4 #cd ,nach ,epiktet soll jeder1 der sein ,kind kt1 bei sich denken3 morgen vielleicht ist es tot4 ,das klingt wie eine ,lsterung4 ,aber1 sagt er1 kann das eine ,lsterung genannt werden1 womit ich etwas rein ,natrliches bezeichne8 wenn ich z4,b4 sage3 die hren werden abgemht8 #ce ,jetzt unreife ,traube1 dann reif1 dann getrocknet--lauter ,wandlungen1 doch nicht etwa in ein ,nichts1 sondern in ein ,etwas1 das jetzt noch nicht ist4 #cf ,einen ,ruber des ,willens gibt es nicht1 sagt ,epiktet4 #cg ,du mut1 sagt derselbe1 mit dem ,beifall kunstgerecht umgehen lernen und bei deinen ,zielen die ,vorsicht beobachten1 da sie an ,bedingungen geknpft sind1 sich aufs ,gemeinwohl richten und durch den ,wert der ,dinge bestimmen lassen4 ,aber der ,begierden mut du dich enthalten und meiden1 was nicht in deiner ,gewalt steht4 #ch ,der ,streit betrifft also 7sagt ,epiktet7 nicht eine ,alltagsangelegenheit1 sondern vielmehr die ,frage1 ob man wahnsinnig sei oder nicht4 ,denn nach stoischer ,anschauung sind alle ,lasterhaften wahnsinnig4 #ci ,sokrates sagte3 ,was wollt ihr8 wollt ihr ,seelen vernnftiger oder unvernnftiger ,wesen8 ,vernnftiger4 ,welcher ,vernnftigen8 ,gesunder oder verderbter8 ,gesunder4 ,nun1 warum sucht ihr sie nicht auf8 ,suchen8 weil wir sie haben6 ,also warum zankt und streitet ihr euch8 ,zwlftes ,buch #a ,alles1 was du jetzt auf ,umwegen zu erreichen wnschest1 knntest du schon besitzen1 wenn du nicht mignstig gegen dich selber wrest4 ,es wre dein sobald du imstande wrst1 was hinter dir liegt1 auf sich beruhen zu lassen1 was vor dir1 der ,vorsehung anheimzustellen1 und nur das ,gegenwrtige der ,frmmigkeit und ,gerechtigkeit gem zu gestalten2 der ,frmmigkeit1 indem du dich deines ,schicksals freust1 der ,gerechtigkeit1 indem du freimtig und ohne ,umschweif die ,wahrheit redest und tust1 was das ,gesetz und was der ,wert jeder ,sache erfordern1 unbeirrt von anderer ,schlechtigkeit1 von irgendwelchen belangebrachten ,vorstellungen1 von dem ,gerede anderer und von den ,empfindungen deiner fleischlichen ,hlle4 ,denn wenn du so deinem ,lebensende entgegengehst1 alles andere mit ,gleichgltigkeit betrachtest1 nur das ,gttliche in dir1 die herrschende ,vernunft verehrend1 und nicht sowohl das ,aufhren des ,daseins als vielmehr das ,nichtbeginnen eines naturgemen ,lebens frchtest1 dann darfst du auch ein ,mensch heien1 der wrdig ist der ,welt1 die ihn hervorgebracht1 und wirst aufhren1 ein ,fremdling zu sein in deinem ,vaterlande4 #b ,nackt und von dem ,gef1 der ,schale1 dem ,schmutz des ,krpers entblt sieht ,gott die ,seele4 ,denn die eigentliche ,berhrung zwischen ihm und seinen ,werken findet nur vermittelst seines ,geistes statt4 ,mach es ihm nach und du befreist dich von so mancher ,last und ,sorge4 ,denn wer erst absehen gelernt hat von seinem ,leibe1 der ihm das ,nchste ist1 der achtet dann gewi auch nicht mehr auf ,kleidung1 ,huslichkeit1 ,ansehen bei den ,leuten und all dergleichen uerlichkeiten4 #c ,du bestehst aus drei ,teilen3 ,leib1 ,seele und ,geist4 ,leib und ,seele sind dein1 nur soweit es deine ,pflicht ist1 fr sie zu sorgen4 ,der ,geist aber ist ganz eigentlich dein4 ,doch nur1 wenn du ihn frei zu machen weit von allen ,einflssen der ,auenwelt1 des eigenen ,leibes und der dem ,leibe eingepflanzten ,seele1 so da er ein ,leben aus sich und fr sich selber fhrt1 vollbringt1 was die ,gerechtigkeit gebietet1 will1 was das ,schicksal auferlegt und wahr ist in seinen ,reden1 nur dann kannst du die noch brige ,zeit ruhig und heiter leben und wirst treu bleiben deinem ,genius4 #d ,ich wundere mich oft darber1 wie derselbe ,mensch1 der sich mehr liebt als alle anderen1 dennoch mehr ,gewicht auf das ,urteil anderer ber ihn1 als auf das eigene legen kann4 ,bedenkt man freilich1 da kein noch so bedeutender ,lehrer1 ja da kein ,gott es auch nur einen ,tag lang von uns erreichen wrde1 gleich zu sagen1 was wir denken1 so wie wir den ,gedanken nur gefat1 so ists auch wiederum natrlich1 da wir eine weit grere ,scheu vor dem haben1 was andere von uns denken1 als vor unserer eigenen ,meinung4 #e ,wie mag es nur kommen1 da die ,gtter1 die doch alles so schn und menschenfreundlich eingerichtet haben1 das eine bersehen konnten1 da selbst die wenigen trefflichen ,menschen1 die mit dem ,gttlichen aufs innigste verkehrten und sich ihm durch fromme ,werke und heiligen ,dienst zu besonderen ,freunden gemacht haben1 wenn sie einmal tot sind1 nicht wiederkommen1 sondern ganz und gar verschwunden sind8 ,allein1 wenn sich die ,sache wirklich so verhlt1 so wisse1 da1 wenn es anders htte sein sollen1 sies auch anders gemacht htten4 ,wre es gut gewesen1 htte es auch gewi geschehen knnen2 wre es natrlich1 so wrde es die ,natur auch einrichten4 ,daraus also1 da es nicht so ist1 wofern es nmlich nicht so ist1 erkennst du1 da es nicht so sein darf4 ,und--wrdest du denn berhaupt auf diese ,weise mit den ,gttern rechten1 wenn nicht die stillschweigende ,voraussetzung wre1 da sie die besten und gerechtesten sind8 ,und daraus folgt ja schon von selbst1 da sie in ihren ,anordnungen nicht ungerecht und gegen die ,vernunft verfahren konnten4 #f ,auch daran kann man sich gewhnen1 was einem anfangs verzweifelt erscheint4 ,die linke ,hand1 die zu so vielen ,dingen unbrauchbar ist aus ,mangel an ,gewhnung1 ist doch z4,b4 zur ,fhrung des ,zgels weit geschickter als die rechte4 ,weil sies gewohnt ist4 #g ,denke an die ,beschaffenheit des ,leibes und der ,seele1 worin du dich vom ,tod ergreifen lassen mut1 sowie an die ,krze des ,lebens1 an den unermelichen ,zeitraum hinter dir und vor dir1 an die ,gebrechlichkeit jeden ,stoffes4 #h ,betrachte die wirkenden ,krfte der ,dinge1 von ihrer ,hlle entkleidet1 ebenso den ,zweck jeden ,geschehens6 ,frage1 was ,unlust1 was ,lust1 was ,tod1 was ,ruhm sei1 an wem die ,schuld der eigenen ,ruhelosigkeit liege1 wie niemand von einem anderen gehindert werde und da alles auf die ,vorstellung ankomme4 #i ,bei der ,anwendung unserer ,grundstze aufs ,leben gilt es mehr dem ,ringer1 als dem ,fechter hnlich zu sein4 ,der nmlich ist verloren1 sobald ihm das ,schwert abhanden kommt4 ,jenem aber steht die ,faust immer zu ,gebot2 er braucht sie eben nur zu ballen4 #aj ,sieh zu1 wie die ,dinge in der ,welt beschaffen sind1 und unterscheide an ihnen ,stoff1 wirkende ,kraft1 ,zweck4 #aa ,welche ,gewalt hat doch der ,mensch1 der nichts tut1 als was ,gott loben kann1 und der alles hinnimmt1 was ,gott ihm sendet6 #ab ber das1 was eine ,folge des natrlichen ,verlaufs ist1 soll man weder ,gttern noch ,menschen ,vorwrfe machen4 ,jene verfehlen sich weder willkrlich noch unwillkrlich1 diese nur unwillkrlich4 ,also gibts keinen ,anla1 ihnen etwas vorzuwerfen4 #ac ,was fr ein lcherlicher ,fremdling auf ,erden ist der1 der ber irgendein ,ereignis in seinem ,leben erstaunt4 #ad ,ist alles eine unabnderliche ,notwendigkeit1 wie kannst du widerstreben8 ,gibts aber eine ,vorsehung1 die sich vershnen lt1 so mache dich des gttlichen ,beistands wrdig6 ,ist aber auch dieses nicht das ,richtige1 ist vielmehr alles nur die planloseste ,verwirrung1 dann sei froh1 da du selbst mitten in diesem ,wirrwarr an deinem ,geiste ein leitendes ,triebrad besitzest4 ,wohin dich nun auch jene ,strmung treiben mag--mag sie den ,leib1 die ,seele1 alles mit hinwegfhren1 den ,geist wird sie nicht mit sich fortfhren6 #ae ,das ,licht der ,lampe scheint1 bis man es auslscht2 nicht eher gibt es seinen ,strahl ab4 ,soll denn die ,wahrheit1 die ,gerechtigkeit und ,besonnenheit in dir eher verlschen8 #af ,wenn jemand dir die ,meinung beigebracht1 er habe sich vergangen1 weit du auch gewi1 ob es ein ,vergehen ist8 und wenn er sich wirklich vergangen hat1 ist er selber auch der ,meinung8 ,oder gliche er dann nicht einem ,menschen1 der sich selbst das ,auge auskratzt8 ,wer berhaupt verlangt1 da der ,lasterhafte nicht fehlen soll1 kommt mir vor wie einer1 der nicht will1 da der ,feigenbaum den ,feigen ,saft gibt1 da die ,kinder schreien1 da ,pferde wiehern und dergleichen natrliche ,dinge mehr4 ,denn was soll er tun1 hat er die ,anlage dazu8 ,hast du den ,mut1 heile ihn6 #ag ,was sich nicht ziemt1 das tue auch nicht1 und was nicht wahr ist1 sage nicht4 ,dein ,hauptbestreben sei jederzeit1 das ,ganze im ,auge zu haben4 #ah ,sieh immer auf das ,ganze und mache dir klar1 was in dir gerade die ,vorstellung erzeugt1 indem du daran die ,urkraft1 den ,stoff1 den ,zweck1 die ,zeit1 in der etwas wieder aufhren mu1 unterscheide4 #ai ,merkst du endlich1 da etwas ,besseres und ,gttlicheres in dir ist1 als das1 was die ,leidenschaften hervorruft und was dich bald hierin1 bald dorthin zieht1 gleich einer ,puppe8 ,was waltet jetzt in meinem ,denken8 ,ists ,furcht1 ,argwohn oder ,begierde oder etwas anderes8 #bj ,frs erste3 ,handle nicht ohne ,ursache1 nicht ohne ,zweck6 ,zum anderen3 ,suche nichts anderes als den allgemeinen ,nutzen zu erreichen6 #ba ,binde dich an keinen ,ort1 an nichts von dem1 was du jetzt siehst1 an keinen derer1 die jetzt leben4 ,denn das alles ist wandelbar und wird vergehen1 um anderen ,platz zu machen4 #bb ,alles ist ,vorstellung1 und diese hngt von dir ab4 ,rume1 wenn du willst1 die ,vorstellung aus dem ,weg1 und du wirst wie ein ,seefahrer1 der das ,vorgebirge umschifft hat1 auf ruhiger ,see in die windstille1 wogenfreie ,bucht einfahren4 #bc ,jegliche ,ttigkeit1 die zur bestimmten ,zeit ihr ,ende erreicht1 leidet dadurch1 da sie es wirklich erreicht hat1 keinen ,schaden4 ,ebensowenig erleidet der1 welcher sich hierbei ttig erwiesen hat1 durch diese ,beendigung einen ,nachteil4 ,gleichfalls nun leidet der ,inbegriff aller dieser ,ttigkeitsuerungen1 das heit das ,leben1 durch ebendieses ,ende keinen ,nachteil1 und so ist auch der1 welcher zu seiner ,zeit die ,reihe geschlossen hat1 hierdurch in keine schlimme ,lage versetzt worden4 ,jene ,zeit aber und diese ,lebensgrenze weist die ,natur ab1 und zwar zuweilen1 wenn sie erst im ,greisenalter eintritt1 zugleich die eigene ,natur des ,menschen1 jedesmal aber jene ,allnatur2 denn durch ,umwandlung ihrer ,teile wird das ganze ,weltgebude stets verjngt und wieder in volle ,blte versetzt4 ,alles aber1 was dem ,ganzen zutrglich1 ist jederzeit auch schn und zeitgem4 ,so ist auch das ,aufhren des ,lebens fr niemand nachteilig1 zumal da es auch1 weil von unserer ,willkr unabhngig und dem ,gemeinwohl nicht zuwider1 niemand ,schande macht2 vielmehr ist dasselbe ein ,gut1 insofern es fr das ,ganze zeitgem ntzlich und zutrglich ist4 ,so ist auch der ein von ,gott ,gefhrter1 der sich von ,gott auf dessen ,wegen und mit seiner ,gesinnung zu gleichen ,zielen fhren lt4 #bd ,folgende drei ,grundstze mut du stets vor ,augen haben3 ,erstens nmlich in ,ansehung dessen1 was du tust1 nie ohne ,grund noch anders zu verfahren1 als die ,gerechtigkeit selbst verfahren haben wrde2 in ,ansehung dessen aber1 was dir von auen zustt1 mag es nun von einem unglcklichen ,zufall oder von der ,vorsehung herrhren1 dich weder ber den ,zufall zu beschweren1 noch die ,vorsehung anzuklagen4 ,zweitens1 bei jedem ,wesen darauf zu achten1 wie es von seiner ,empfngnis an bis zu seiner ,beseelung und von seiner ,beseelung an bis zu seiner ,entseelung beschaffen sei1 desgleichen aus welcherlei ,bestandteilen es zusammengesetzt und in was fr welche es wieder aufgelst werde4 ,drittens1 da1 wenn du1 pltzlich ber die ,erde emporgerckt1 auf die ,menschenwelt herabschauen1 den groen1 vielgestaltigen ,wechsel in derselben wahrnehmen und zugleich den ganzen ,umkreis luftiger und therischer ,wesen mit _/einem_/ ,blicke berschauen knntest1 da du dennoch1 sage ich1 sooft du emporgerckt wrdest1 immer wieder dasselbe1 nmlich alles gleichfrmig und kurzdauernd finden mtest4 ,und hierauf drftest du stolz sein4 #be ,mache dich nur von deinem ,wahne los1 und du bist gerettet6 ,wer hindert dich denn1 ihn abzutun8 #bf ,trgst du an irgend etwas schwer1 so hast du vergessen1 da alles sich der ,allnatur gem ereignet und da fremde ,vergehungen dich nicht anfechten sollen1 ferner vergessen1 da alles1 was geschieht1 immer so geschehen ist1 immer so geschehen wird und berall jetzt so geschieht1 vergessen1 welch innige ,verwandtschaft zwischen dem einzelnen ,menschen und dem ganzen ,menschengeschlecht besteht2 denn hier ist nicht eine ,gemeinschaft von ,blut oder ,samen1 sondern der ,vernunft4 ,du hast aber auch das vergessen1 da der denkende ,geist eines jeden ein ,gott und ein ,ausflu der ,gottheit ist1 vergessen1 da niemand etwas ihm ausschlielich ,eigenes besitzt1 sondern sein ,kind sowohl als sein ,leib und selbst seine ,seele aus jener ,quelle ihm zugekommen ist1 vergessen endlich1 da jeder nur den gegenwrtigen ,augenblick lebt und folglich auch nur diesen verliert4 #bg ,rufe dir immerfort diejenigen wieder ins ,andenken zurck1 die sich ber irgend etwas gar zu sehr betrbt oder die durch ,unglcksflle1 ,feindschaften1 durch die grten ,ehrenstellen oder durch andere ,glcksumstnde groes ,aufsehen erregt haben4 ,dann lege deinem ,nachdenken die ,frage vor3 ,wo ist jetzt das alles8 ,rauch ists und ,asche1 eine ,mre oder auch nicht einmal eine ,mre4 ,daneben la dir auch so vieles andere der ,art einfallen1 zum ,beispiel was ,fabius ,catullinus auf seinem ,landgut1 ,lusius ,lupus in seinen ,grten1 ,stertinius in ,baj1 ,tiberius auf ,capri1 ,rufus in ,velia getrieben haben und alle jene1 die auf ,meinungen beruhendes ,interesse fr irgend etwas hatten4 ,bedenke1 wie geringfgig jeder ,gegenstand ihrer ,bestrebungen gewesen sei und wieviel philosophischer es wre1 sich bei jeder dargebotenen ,gelegenheit als gerecht1 besonnen1 den ,gttern folgsam1 ohne ,gleinerei zu zeigen4 ,denn der ,hochmut1 der sich mit ,demut brstet1 ist der allerunertrglichste4 #bh ,die dich etwa fragen mchten1 wo du denn eigentlich die ,gtter gesehen1 und woraus du entnommen habest1 da sie sind1 so da du sie verehren magst1 denen gib zur ,antwort3 ,einmal1 sie sind wirklich mit ,augen zu sehen4 ,dann1 auch meine ,seele habe ich ja noch nie gesehen1 und halte sie doch in ,ehren4 ,daraus1 da ich ihre ,macht immer gesprt1 habe ich entnommen1 da die ,gtter sind1 und darum verehre ich sie4 #bi ,bei jedem ,gegenstand zu sehen1 was er im ganzen1 was er nach seinem ,stoff1 was nach seiner ,kraft sei1 von ganzer ,seele das ,rechte tun und das ,wahre reden1 darauf beruht das ,heil des ,lebens4 ,eine gute ,tat der andern so anreihen1 da auch nicht der kleinste ,zwischenraum bleibt1 was heit das anders1 als das ,leben genieen8 #cj ,es gibt nur _/ein_/ ,sonnenlicht1 obwohl gebrochen durch ,mauern1 ,berge1 tausend anderes4 ,ein gemeinsamer ,stoff1 obwohl hindurchgehend durch tausend eigentmliche ,bildungen4 ,ein ,leben1 obwohl verteilt auf unzhlige ,wesen1 deren jedes seine ,besonderheit hat4 ,eine ,vernunft1 obwohl auch sie zerteilt erscheint4 ,alles brige1 die ,welt der ,dinge1 der empfindungslosen1 ist ohne ,zusammenhang in sich1 obgleich auch hier der ,geist waltet und alles in seine ,wagschale fllt1 nur das ,menschenherz hat seinen ihm eigentmlichen ,zug nach dem1 was ihm verwandt ist1 und lt sich diesen ,gemeinschaftstrieb nicht nehmen4 #ca ,was wnschest du8 ,blo fortzudauern8 ,nein1 vielmehr zu empfinden1 dich zu bewegen1 zu wachsen1 wiederum stille zu stehen1 deine ,stimme zu gebrauchen1 nachzudenken4 ,was von allem diesem scheint dir noch wnschenswert8 ,ist aber eines wie das andere geringfgig1 so wende dich dem zu1 was zuletzt allein noch brigbleibt3 dem ,gehorsam gegen die ,vernunft und gegen die ,gottheit4 ,der ,verehrung von diesen widerspricht es jedoch1 wenn man sich vom ,gedanken gedrckt fhlt1 durch den ,tod der erstgenannten ,dinge beraubt zu werden4 #cb ,welch kleines ,teilchen der unendlichen und unermelichen ,zeit ist jedem von uns zugemessen6 ,so schnell wird es ja von der ,ewigkeit verschlungen4 ,welch kleines ,teilchen von der ganzen ,wesenheit6 ,welch kleines ,teilchen von der ganzen ,weltseele6 ,wie klein ist das ,erdklmpchen1 auf dem du umherschleichst6 ,dies alles bedenke und halte dann nichts fr gro als das3 zu tun1 wie deine ,natur dich leitet1 und zu leiden1 was die ,allnatur mit sich bringt4 #cc ,welchen ,gebrauch macht die herrschende ,vernunft von sich selbst8 ,hierauf kommt ja alles an4 ,das brige aber1 mag es von deiner ,willkr abhngen oder nicht1 ist nur ,totenstaub und ,dunst4 #cd ,der zur ,verachtung des ,todes dienlichste ,gedanke ist der1 da selbst diejenigen1 welche ,sinnenlust fr ein ,gut und ,unlust fr ein bel erklrten1 ihn doch verachtet haben4 #ce ,wer nur das1 was zur rechten ,zeit geschieht1 fr ein ,gut hlt1 wem es gleichgltig ist1 ob er eine grere oder kleinere ,zahl vernunftgemer ,handlungen aufzuweisen habe1 wer zwischen einer lnger oder krzer dauernden ,betrachtung der ,welt keinen ,unterschied macht1 fr den ist auch der ,tod nichts ,furchtbares4 #cf ,so hast du denn dein ,brgerrecht gehabt1 o ,mensch1 in diesem groen ,reiche4 ,wie lange es gedauert1 darauf kommts nicht an4 ,was den ,gesetzen gem ist1 ist auch jedem billig4 ,was also wre ,schlimmes daran wenn du entlassen wirst8 entlassen ja nicht von einem ,despoten oder ungerechten ,richter1 sondern von der ,natur1 derselben1 die dich eingefhrt4 ,so darf ja wohl der ,schauspielleiter1 der einen ,schauspieler angestellt1 ihm wieder kndigen4 ,aber1 sagst du1 von fnf ,akten sind ja erst drei abgespielt6 ,sehr gut4 ,doch sind im ,leben auch drei ,akte das ganze ,stck4 ,der ehemals die ,stoffe zusammenfgte und der jetzt sie wieder lst1 der hat das ,ende zu bestimmen4 ,du bist unschuldig an beidem4 ,so gehe denn vershnt6 ,der dich abspannt1 ists auch4